Gedanken zum »kein Worldcon«

Diese Woche ließ eine Meldung auf der PERRY RHODAN-Homepage die Fangemeinde aufhorchen: Zum Erscheinen von Band 3000 wird es keinen Worldcon geben.

Einige Fans haben ihrem Ärger darüber sowohl im Forum als auch in den sozialen Medien Luft gemacht, andere spekulieren über die Gründe. Ich kann die Aufregung nicht so richtig nachvollziehen. Das es keinen Con geben wird, hat sich doch schon länger angedeutet. Schon allein deswegen, weil sich in den vergangenen Monaten keiner aus der Redaktion so richtig darüber äußern wollte. Klaus Bollhöfener schwieg sich bereits auf den 2. Perry Rhodan Tagen in Osnabrück im vergangenen Jahr verdächtig darüber aus. Chefredakteur Klaus N. Frick erklärte dann im Februar in einem Eintrag im Forum, das es keinen Con geben würde.

Nun, ich war nie auf einem Worldcon, aber ich war auf ähnlichen Veranstaltungen dieser Größenordnung und ich kann mir vorstellen, warum die Entscheidung in der Redaktion oder im Verlag gegen einen Con gefallen ist. Es kostet nicht nur unheimlich viel Geld, es kostet vor allem eines, nämlich Zeit.

Wie will eine kleine Redaktionsmannschaft einen großen Con aufziehen und dabei gleichzeitig das Tagesgeschäft abwickeln? Das ist schlicht unmöglich. Man könnte einwenden, dass es dafür professionelle Eventmanager gibt. Die lassen sich das Ganze aber gut bezahlen und stellen möglicherweise eine Veranstaltung auf die Beine, der schlicht das Herz fehlt, um im Fandom einzuschlagen. Eben weil Außenstehende Serie und Fans zu wenig kennen. Wahrscheinlich würden dann auch die Eintrittsgelder so hoch sein, dass viele potentielle Besucher abgeschreckt wären.

Es gibt in der PERRY RHODAN-Fanszene viele Aktive, die bereits Cons veranstaltet haben. Ich denke dabei an die Ausrichter des ColoniaCon oder des GarchingCon. Sie wissen, wieviel Arbeit dahinter steckt. Ich selbst habe es auf den 2. Perry Rhodan Tagen im letzten Jahr hautnah erlebt, was es heißt, einen Con zu veranstalten und dabei handelte es sich »nur« um eine Veranstaltung mit 200 Gästen. Ich denke, das wir Aktive mehr Verständnis haben für die Entscheidung der PR-Redaktion gegen einen Worldcon, da dort die Dimension nochmal eine andere ist.

Statt einem Con wird nun eine Ersatzveranstaltung stattfinden und zwar in München. Was ebenfalls einigen Fans sauer aufstößt, die meinen, dass es schon zu viele Veranstaltungen zu PERRY RHODAN im Süden gibt. Denen kann ich nur entgegenhalten, dass es aus meiner Sicht mehr Veranstaltungen im Norden gibt. Denn wenn ich in den letzten Jahren an einem Con teilnahm, dann fand der meist weit weg von mir statt. So gesehen freue ich mich, über eine Veranstaltung in München. Vor allem auch weil die Serie damit an den Ort ihrer Entstehung zurückkehrt. Und das finde ich eine schöne Geste zur Veröffentlichung des 3000. Bandes der größten Science-Fiction-Serie der Welt.

Mit dem Opa zum Mond

Einen schönen Animationsfilm haben wir am Samstag bei SuperRTL entdeckt. Von »Einmal zum Mond und zurück« hatte ich noch nie zuvor gehört. Schon erstaunlich, weil ich sonst eigentlich keinen Animationsfilm verpasse. Und schon gar keinen, in dem es um die NASA und die Mondlandung geht.

Obwohl der Film sicher kein Pixarniveau hat, haben wir uns dennoch gut amüsiert. Die Geschichte um eine Wiederholung der Mondlandung ist intelligent gestrickt und man versucht wenigstens sie auf eine wissenschaftlich und historisch korrekte Basis zu stellen. Dabei kommen auch die Emotionen der Figuren nicht zu kurz. Das Ganze ist hübsch animiert, wenn auch nicht annähernd so detailliert wie »Cars 3«.

Mir hat die Geschichte gefallen, besonders die kleine Eidechse war als Sidekick eine echte Show. Und die Idee einen Androiden zu zeigen, der wie Steve Jobs aussieht und auf den Namen »Gates« hört, finde ich immer noch fabelhaft.

Wer gern mal in den Film hinein schnuppern möchte, hier ist der Trailer:

Die X-Akten wurden geschlossen

So lange Akte X im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird, so lange bin ich schon Fan von Mulder & Scully. Die 11. Staffel ging vergangene Woche zu Ende und es sieht momentan nicht nach einer weiteren aus.

Um es vorwegzunehmen, es war ein schöner Abschluss. Überhaupt, die gesamte Staffel hat mir gefallen. Im Gegensatz zur 10. Staffel, von der eine einzige Folge sehenswert war, gab es viele gute bis sehr gute Episoden. Einige erinnerten an Geschichten aus der Frühzeit der Serie, die inzwischen zu echten Klassikern geworden sind. Andere waren besonders, weil sich die Serie selbst nicht so ernst genommen hat.

Besonders im Gedächtnis bleiben, wird mir die Folge, in der Mulder und Scully in dem japanischen Restaurant gegessen haben, in dem es nur Roboter gab. Und wo sie anschließend von einer KI verfolgt und erpresst werden, weil Mulder kein Trinkgeld gegeben hat. Das war ein sehr beängstigender Ausblick, auf das was uns erwartet, wenn wir uns weiterhin vom Internet und Computern abhängig machen.

Einzig die erste Folge der 11. Staffel war nicht so gelungen. Die Auflösung des Cliffhangers aus der 10. Staffel fand ich schwach und einfallslos. Dafür überzeugte mich die letzte Episode. Für mich ein gelungener Abschluss der viele Fäden zusammenknüpft und einige schöne emotionale Momente für die beiden Hauptfiguren bereithält.

Mulder und Scully haben mit den Jahren ein paar Falten bekommen, aber die Chemie zwischen ihnen ist nicht verloren gegangen. Besonders Gillian Anderson hat mit der Darstellung der gealterten Scully eine beeindruckende Leistung abgeliefert.

Fortsetzung oder nicht? Ich würde mich freuen, wenn die Serie auf dem gleichen Niveau wie dem von Staffel 11 fortgesetzt werden würde, könnte aber damit leben, wenn es das endgültige Ende gewesen wäre.

Eine tierisch gute Komödie

Quelle: Amazon.de

In der vergangenen Woche und am Wochenende haben wir einige unterhaltsame Filme angesehen. Einer davon war ein Spontankauf im Kaufland.

Mich hatte das Cover der Blu-ray mit der Katze angelockt. »Voll verkatert« ist eine Hollywood-Komödie mit Starbesetzung. Kevin Spacey als ekelhafter Unternehmer und Multimillionär Tom Brand, für den seine Lieben weniger zählen als seine Firma. Als sich seine Tochter Rebecca zum Geburtstag eine Katze wünscht, geht er in die Tierhandlung von Felix Perkins (grandios gespielt von Christopher Walken) und kauft Kater Mr. Kuschelpuschel, obwohl Brand Katzen hasst wie die Pest. Auf dem Rückweg hat er einen Unfall und findet sich von da ab im Körper von Mr. Kuschelpuschel wieder. Wenn er in sein altes Leben zurück will, muss er sich opfern …

Zugegeben, der Plot ist nicht superoriginell, aber seine Umsetzung finde ich durchaus gelungen. Jennifer Garner spielt Brands zweite Ehefrau mit großer Hingabe und auch Malina Weissman (die Garner enorm ähnelt) überzeugt als Brands Tochter Rebecca. Die Katzenstunts, teilweise mit richtigen Katzen gedreht, teils aus dem Computer, sind ausgesprochen witzig.

»Voll verkatert« ist der passende Film für einen entspannten Fernsehabend. Viel Humor mit einer Prise Kritik am egoistischen Unternehmertum. Regisseur war übrigens Barry Sonnenfeld, der auch die »Man in Black«-Reihe gemacht hat.

Klima außer Kontrolle

Wenn man die letzten Tage an den Kalender geblickt hat, musste man schon genau hinsehen, dass wir erst Ende April haben und nicht bereits Ende Juni. 29 Grad im Schatten und seit Tagen nur Sonne und blauer Himmel, das kann nicht normal sein. Vor drei Wochen waren noch Minusgrade und jetzt ist Hochsommer. Noch nie habe ich so früh im Jahr Sonnencreme aufgetragen und bin in Sommerklamotten unterwegs gewesen.

Die Natur ist innerhalb von Tagen von Null auf Hundert gefahren. Im Garten meiner Schwiegereltern blühen neben der Forsythie bereits Kirschbaum und Flieder. Heute haben wir auf dem Weg nach Herrsching sogar schon blühenden Akazien und Kastanienbäume gesehen. Dabei sind die Insekten noch gar nicht so weit, um das alles zu betäuben. Unglaublich. Dabei ist es extrem trocken, weil es seit Wochen nicht richtig geregnet hat. Gut ist diese frühe Hitze bestimmt nicht.

Ich kann mich an Jahre aus meiner Kindheit erinnern, als es nicht mal Birkengrün für die Maidemo gab, und zu meinem Geburtstag Ende Mai noch die Tulpen blühten. Jedes Jahr bekam ich von der Nachbarin einen Strauß Flieder geschenkt. Im vergangenen Jahrzehnt war er zu diesem Zeitpunkt fast immer verblüht. Am besten erinnere ich mich an meinen ersten Winter in Ilmenau. 1995/96 lag von Anfang November bis Ende April ununterbrochen Schnee. Abends freute man sich noch, dass er wegtaut war. Aber, wenn man morgens die Vorhänge aufgezogen hat, war es draußen wieder weiß. Das war ähnlich frustrierend, wie die Sommerhitze, unter der wir jetzt leiden. Für pollengeplagte Menschen muss solches Wetter im Frühjahr die Hölle sein.

2007 war es im April auch schon mal so heiß. Da saßen wir beim Trekdinner draußen im Biergarten. Auch damals hat es den ganzen April nicht geregnet, erst der Mai brachte ein bisschen Feuchtigkeit. Ich hoffe nur, dass es jetzt nicht wieder (wie im vergangenen Jahr) so kalt wird, dass dann alles erfriert. Denn das wäre verheerend.

Machen wir uns nichts vor. Das Klima hat sich in den letzten 30 Jahren definitiv verändert. Der Herbst ist länger geworden, dafür haben wir kaum noch Frühjahr, weil der Winter meistens sofort in den Sommer übergeht. Ich fürchte, dass wir uns daran gewöhnen müssen, und das Extreme wie im April 2018 immer häufiger auftreten werden.

Kaum gegrünt schon weggesäbelt

Heute Nachmittag haben wir Naturschutz betrieben. Es waren nämlich die Männer mit den Rasenmähern angetreten, um die Grünfläche vor unserer Terrasse zu mähen. Aber gerade dort blühen zur Zeit viele Blumen, die nicht nur Bienen sondern auch andere Insekten anlocken. Wir baten die Herren, doch einen Streifen um unsere Terrasse stehenzulassen, auf dem die Blumen besonders dicht wachsen. Sie haben sich dran gehalten. Aber wahrscheinlich nur, weil wir wie Gefängnisaufseher auf der Terrasse standen und zugesehen haben, bis sie fertig waren.

Mal ehrlich, seit nicht einmal drei Wochen ist es warm genug, damit das Gras wachsen kann. Und weil es sehr trocken war, ist es ohnehin nicht besonders hoch gewesen. Warum man das jetzt schon mähen muss, ist mir ein Rätsel. Die Pflanzen haben doch gerade erst angefangen zu wachsen und zu blühen. Als Tochter eines Imkers weiß ich, dass die Bienen gerade jetzt genügend Pollen eintragen müssen, um die Jungbienen großziehen, die dann den Honig sammeln können, wenn Raps, Linden oder Akazien blühen. Je weniger Futter sie also finden, desto weniger Bienen gibt es, die können wiederum weniger Honig eintragen und je weniger Honig es gibt, desto teurer ist er.

Früher mähte man eine Wiese nicht eher, bis alles verblüht war und die Samen ausgefallen sind. Aber heutzutage muss ja alles möglichst gleichmäßig grün aussehen. Bei so einem Rasen haben Insekten null Chancen. Und dann wundern sich alle, warum es immer weniger Insekten und immer weniger Vögel gibt. Den meisten Menschen ist das egal, weil die wenigsten wissen, welche Auswirkungen das auf unser Leben haben wird. Denen ist auch egal, das die Rasenfläche jetzt wie grün angemalte Erde aussieht. Da kann man den Rasen doch gleich weglassen und Kunstrasen verlegen, da spart man sich dann auch das Mähen.

Ich bin jedenfalls froh, das Bienen und Hummeln weiterhin vor unserer Terrasse herumfliegen und die Vergissmeinnicht ihre hellblauen Blüten in die Luft strecken können. Das Leben ist eintönig genug, man muss es nicht noch eintöniger machen. Wenn es mehr Leute gäbe, die auf so etwas achten würden, wäre es um unsere Zukunft auch nicht so düster bestellt. Wir haben jedenfalls heute unseren kleinen Beitrag geleistet.

Terrassengärtnerei

Babychili

Ich habe eigentlich keinen »grünen Daumen«. Im Gegenteil, früher sind mir sogar Kakteen eingegangen, weil ich vergessen habe, sie zu gießen. Dass meine Mini-Orchideen im Fenster so gut gedeihen, liegt einzig und allein an der hohen Luftfeuchtigkeit in unserer Wohnung.

Anfang Februar entdeckte ich im Wartezimmer meiner Hausärztin in einer Gartenzeitschrift eine Methode, wie man aus Sämlingen Pflanzen zieht. Das musste ich gleich mal mit den Mini-Chilis ausprobieren. Der Stock war uns vor zwei Jahren im Winter eingegangen, nachdem er uns den ganzen Sommer über mit vielen scharfen Schoten beliefert hatte. Ich packte also ein paar der Samen in eine Petrischale und siehe da, es wuchsen kleine Pflänzchen. In dieser Woche wurde es nun Zeit sie zu pikieren. Das habe ich heute Nachmittag gemacht, während mein Mann sich um die groben Arbeiten gekümmert hat.

Engerlinge

Beim Vorbereiten der Pflanztröge für die Kartoffeln, stieß er dann auf das übliche Problem, was wir jedes Jahr haben. Engerlinge! Irgendwie scheint unserer Terrasse der ideale Brutort für Maikäfer zu sein. Leider ernähren sich die Larven von kleinen Wurzeln, weshalb uns vor drei Jahren der Weinstock eingegangen ist. Jedes Jahr im Frühjahr graben wir Dutzende weiße Larven aus der Erde und verfüttern sie anschließend an die Forellen im Bach, der nicht weit von unserem Haus vorbeifließt.

Wie man sieht, waren es heute besonders viele und besonders große Exemplare. Die Forellen zeigten sich auch dementsprechend überfordert, weil die meisten noch klein sind. Da kamen nur die größeren Kaliber in den Genuss des Lebendfutters.

Gestrandet zwischen den Blues

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 171 – »Brennpunkt Eastside« von Arno Endler

Der Transmitter lässt die MAGELLAN nicht wie geplant im Zentrum der Milchstraße materialisieren, sondern in der Eastside. Der Sprung hat große Schäden an Schiff und Mannschaft hinterlassen. Es gibt viele Verletzte, unter denen sich auch die schwangere Autuum Legacy befindet. Besonders schlimm ist der Ausfall der Hauptpositronik, die das Schiff einigermaßen wehrlos macht. Nach und nach bekommen die Techniker das Schiff wieder auf Kurs. Leyden entdeckt Spuren von Kreell in dem System, ohne das er sagen kann, woher es kommt.
Da taucht plötzlich eine Flotte fremder Raumschiffe auf, die eine merkwürdige Panzerung aufweisen. Der Oberbefehlshaber Kerrek fordert die Kapitulation der MAGELLAN, weil sie unerlaubt in ihr Territorium eingedrungen ist. Die Außerirdischen haben Tellerköpfe und blaues Fell, was Reginald Bull veranlasst, sie Blues zu nennen. Als Rhodan der Forderung der Blues nicht nachgibt, entbrennt eine Schlacht, in der sich die beiden gleichstarken Gegner eher »beschnüffeln«, um möglichst viele Informationen über die Kampfstärke herauszufinden. Erst ein Einsatz der Transformkanone beendet die Kampfhandlungen und die Blues bieten Verhandlungen an. Dazu laden sie die Terraner in ihr Heimatsystem ein und versorgen die MAGELLAN mit Kartenmaterial, da die Menschen keine Navigationsdaten über die Eastside besitzen.
Eine Abordnung aus Perry Rhodan, Reginald Bull, Gabrielle Montoya, Luan Perparim, Abha Prajapati, Sicherheitsoffizier Maxwell T. Muller sowie Icho Tolot und Gucky landen auf Gatas, der Welt der Blues, auf der sie den Rat des geheiligten Ovarions, die Regierung der Gataser, treffen sollen. Sie können zwar viele Informationen über das fremde Volk sammeln, doch die Blues verzögern ein Treffen mit dem Rat und veranstalten dafür ein mehrtägiges Fest für die Ankömmlinge.
Während der Feierlichkeiten entdeckt Gucky im Keller eines Gebäudes einen vertrauten Gedankenimpuls. Eine Blueswissenschaftlerin bemerkt ihn, schlägt aber keinen Alarm, sondern zeigt ihm und Rhodan, woran sie forscht. Es ist ein Block aus Kreell in dem ein menschlicher Körper eingeschlossen ist, es handelt sich dabei um Tuire Sitareh. Der Aulore ist noch am Leben, aber die Blues hat bisher keine Möglichkeit gefunden, ihn zu befreien. Rhodan bittet sie, ihm den Block auszuhändigen. Sie willigt ein, weil sie eine Kriegsgefangene der Gataser ist. Es gibt verschiedene Bluesvölker, die sich gegenseitig bekämpfen.
Gerade als sie den Block aufs Dach schaffen, um ihn in die Korvette zu verladen, bekommen die Gataser Wind von der Angelegenheit. Besonders der Flottenchef Kerrek hat es auf die Terraner und im Speziellen auf deren Transformkanone abgesehen und versucht sie mit allen Mitteln aufzuhalten. Die Korvette mit dem Außenteam kann von Gatas fliehen und im letzten Moment in die MAGELLAN einschleusen, bevor diese eine Nottransition macht. Doch die Gatasische Flotte kann das Flaggschiff der Terraner aufspüren und durch ihre schiere Übermacht in die Knie zwingen. Rhodan bleibt kein Ausweg, er befielt die Kapitulation.

Egal wie viel Mühe sich Arno Endler mit seinen Figuren gibt, es gelingt ihm nicht, mich zu überzeugen. Der Roman ist in seiner Zerrissenheit nicht ganz so schlimm wie sein letzter, dafür erscheint mir diese Mal die erzählte Geschichte zu flach. Rhodan und seine Terraner begegnen den Blues, einer durchaus aggressiven und auf Expansion ausgerichteten Spezies. Im Laufe des Kontaktes begehen die Menschen aber derartig viele taktische Fehler, dass es ein Wunder ist, das Rhodan und das Außenteam wieder heil von dem Planeten herunterkommen. Zum Beispiel teilt Rhodan den einzigen Sicherheitsoffizier im Team ausgerechnet Tolot und Gucky zu, während er allein mit einem potenziell gefährlichen Außerirdischen alleine eine Tempelanlage besichtigt. Derselbe Sicherheitsoffizier versucht später Tolot unter den Tisch zu trinken, während sich Rhodan ungeschützt inmitten tausender feiernder Blues bewegt. Wenn das Autuum Legacy erfährt …

Die vom Autor beschriebene Kultur der Blues ist zwar interessant, doch die Beschreibungen lähmen die Handlung. Lange Zeit passiert überhaupt nichts, selbst die Schlacht zwischen MAGELLAN und Bluesflotte dümpelt so dahin. Erst gegen Ende des Romans kommt mit der Entdeckung von Tuire Sitareh die Geschichte richtig in Gang und ist wenige Seiten später auch schon wieder zu Ende.

Auffällig sind wiederholt die vielen kurzen Kapitel, die mich als Leser verleiten, das Buch öfter als nötig aus der Hand zu legen. In diesem Fall funktionieren die Cliffhanger in den Kapiteln sogar, um der Handlung mehr Spannung zu verleihen, als sie eigentlich hat. Was auf Dauer aber auch keine befriedigende Lösung ist.

Viele Nebenhandlungen erstrecken sich über höchstens ein oder zwei Kapitel und stellen sich als nicht Handlungsrelevant heraus. Dazu sind mir Schwächen in der Erzählperspektive aufgefallen, die oft zwischen auktorial und persönlich wechselt.

Alles in allem ist »Brennpunkt Eastside« ein eher befriedigender Roman, der mir sicher nicht in Erinnerung bleiben wird. An dieser Stelle vermisse ich die exzellenten Romane von Michael H. Buchholz noch schmerzlicher. Der Autor, der vor mehr als einem Jahr gestorben ist, hat eine größere Lücke hinterlassen, als es mir damals bewusst war.

Ein großes Lob richte ich dagegen an Dirk Schulz für das geniale Cover.

Mit la, la, la zum Oscar

Quelle: Amazon.de

Neugierig geworden durch die vielen Oscars, die der Film im vergangenen Jahr bekommen hat, haben wir uns dieser Tage »LA LA LAND« angesehen.

Zunächst einmal, es ist kein schlechter Film … die Geschichte ist nett, die Aufmachung als Musical gelungen und die Kameraeinstellungen und Farben sind ungewöhnlich. Aber, ich frage mich dennoch, wo die Oscar-Jury hier die Besonderheit und Güte des Films sieht. Wenn man genau hinschaut, ist die Story doch ziemlich flach.

Mia, armes Mädchen vom Land, versucht in Hollywood Kariere zu machen, Sebastian, talentierter Pianist, träumt vom eigenen Jazzclub, muss aber in Bars Weihnachtslieder spielen. Beide verlieben sich ineinander und dann trifft Sebastian der Erfolg, während Mia vermeintlich leer ausgeht. Sie trennen sich und finden wieder zusammen, weil sich der Erfolg dann auch für Mia einstellt. Fünf jähre später ist Mia eine gefeierte Schauspielerin und Sebastian hat seinen eigenen Club, doch zusammen sind sie nicht mehr. Der Erfolg hat ihre Liebe zerstört. Mia ist verheiratet und hat ein Kind mit einem anderen Mann. Als sie durch Zufall in Sebastians Club kommt, sieht sie vor ihrem inneren Auge, was gewesen wäre, wenn sie zusammengeblieben wären.

Die Gesangs- und Tanzeinlagen sind eine Hommage an die Revuefilme der 50er, nur etwas poppiger und moderner gemacht. Am Anfang hatte ich die Befürchtung, das der Film wie eine Bollywood-Romanze werden würde. Das hat sich aber zum Glück nicht bewahrheitet. Dennoch bin ich der Meinung für sechs Oscars war die Geschichte zu flach und die Darstellung der Schauspieler zu schwach. Einzig Optik und Beleuchtung ragen über den Durchschnitt hinaus.

Im Grunde feiert sich Hollywood mit diesem Film selbst und wahrscheinlich gab es deswegen von dort so viel Lob und Preis. Man kann ihn sich ansehen, man muss es aber nicht. Vor allem jene Filmfreunde, die keine Gesangseinlagen in Filmen mögen, sollten den Streifen lieber im Regal lassen.

Eine Geschichte von Wahrheit und Lüge

James Morrow
»Die Stadt der Wahrheit«

Ein Vater würde alles für das Leben seines Sohnes tun, selbst in Veritas, einer Stadt, in der Lügen verboten sind. Durch Gehirnwäsche konditioniert, ist Jack Sperry seit seinem 10. Lebensjahr nicht mehr in der Lage die Unwahrheit zu sagen. Doch als sein siebenjähriger Sohn mit einer unheilbaren Seuche infiziert wird, muss Jack lernen zu lügen, um das Leben seines Sohnes zu retten. Hilfe findet er in Satirev einer geheimen Stadt im Untergrund von Veritas, in welcher die Menschen leben, die sich mit der Diktatur der Wahrheit nicht abfinden wollen.

James Morrows Blick auf eine Gesellschaft, in der absolute Wahrheit herrscht, ist phantastisch und schräg zugleich. Beispielsweise wenn Jack mit seiner Frau in ein Restaurant geht und sie »ermordete Kuh« bestellen. Morrow gelingt es, die gnadenlose Ehrlichkeit der Gesellschaft sowohl in Jacks Gedanken, als auch in der Interaktion mit seiner Umwelt klar und erschreckend nüchtern zu formulieren. Gerade diese Nüchternheit hat mir stellenweise Gänsehaut beschert.

Gefühle sind Lügen, Kunst ist Lüge. Eine »Brutalotruppe« sorgt dafür, dass sich jeder daran hält. Jack arbeitet als Kunstkritiker, der Filme, Bücher und Kunstwerke zerstört, die nicht der absoluten Wahrheit entsprechen. Das Gedankenspiel, wie würde eine Welt aussehen, wenn alle nur die Wahrheit sagen, zeigt wie armselig so ein Leben wäre. Es gäbe keine phantastischen Geschichten, keine Poesie, ja nicht einmal Weihnachten. Die Realität wäre grau und langweilig.

Die Begrifflichkeiten, die Morrow in dem Roman verwendet, sind durch ihre Ehrlichkeit ausgesprochen lustig. Restaurants mit dem Namen »Suff am Morgen« oder »Miese Mixgetränke« sind charakteristisch für die Stadt Veritas. Das Lager in dem Jacks Sohn Toby die Ferien verbringt, heißt »Weg mit den Kindern« und deutet an, dass die Gesellschaft durch die erzwungene Wahrheit zwar ehrlich geworden, aber immernoch herzlos ist. Der Leser wohnt in der Perspektive von Jack auch der Konditionierung einer zehnjährigen bei, der mittels Elektroschocks das Lügen ausgetrieben wird.

Anders dagegen ist das Leben in Satirev (Veritas rückwärts gelesen) eine Ansammlung phantastischer Dinge und bildet den exakten Gegensatz zu Veritas. Da wächst das Geld auf den Bäumen, Schweine fliegen durch die Luft, Ratten jagen Katzen über purpurnes Gras und heißer Schnee fällt vom Himmel. Jacks aufopfernder Kampf gegen die Krankheit seines Sohnes wird durch das Mitgefühl der Bewohner Satirevs gestärkt. Doch gerade hier zeigt sich, dass die Wahrheit zu sagen, manchmal die gnädigere Alternative ist.

Der ungewöhnliche Roman hat mich von der ersten Seite an gefesselt und mir gezeigt, dass phantastische Literatur auch ohne Raumschiffe und Technik in der Lage ist, eine hochemotionale Geschichte zu erzählen und gleichzeitig den Leser zum Staunen zu bringen. Vielen Dank an KNF für die Empfehlung.

»Die Stadt der Wahrheit« erschien bereits 1993 und ist nur noch antiquarisch zu beziehen. Ich habe das schmale Buch bei Booklooker für wenige Euro erstanden.