Christinas Multiversum

Ansichten, Rezensionen, Kommentare

rainbow

Archiv der Kategorie ‘Schreiben’



Hinweis für Autoren und Verlage

In den vergangenen Wochen erhielt ich vermehrt Rezensionsanfragen von Verlagen und Selfpublishern. Wenn ich wollte, könnte ich quasi den ganzen Tag nichts anderes tun, als zu lesen und zu rezensieren. Da ich aber irgendwie auch Geld verdienen muss und ich meinen Blog bewusst werbefrei halten möchte, kann ich nicht auf alle Rezensionsanfragen eingehen. Ich habe daher beschlossen, folgenden Text auf meine Infoseite zu stellen:

Ich nehme nur Rezensionswünsche entgegen, wenn sie sich auf das Genre Science Fiction beschränken. Ich lese keine Fantasy oder dystopische Romane! Ich rezensiere gern auch Romane, die sich mit Subkulturen des späten 20. Jahrhunderts beschäftigen. Ich behalte mir vor, keine Rezension zu veröffentlichen, wenn ich den Text als nicht lesbar erachte. Ich bin nicht daran interessiert, Verrisse zu schreiben oder Autorenbashing zu betreiben. Bin aber gern bereit, dem/der Autor/in meinen persönlichen Eindruck zum Roman in einer persönlichen E-Mail zu schildern.

Das klingt jetzt wahrscheinlich ein wenig arrogant, aber ich weiß mir momentan nicht anders zu helfen, da ich nicht die Zeit habe, auf jedes Angebot mit einer E-Mail einzugehen. Sorry!

Zurück auf Anfang?

Klaus N. Frick und meine Wenigkeit.

Die Zeit schien an diesem Wochenende beschleunigt. Zwar versprach Olaf Kutzmutz (Bereichsleiter Literatur der BA und Dozent) bei Twitter einen Zeitsprung zurück zum ersten Seminartag am Freitag, doch daraus wurde leider nichts. So kommt es nun, dass ich im Zug nach Hause sitze.

Es war ein schönes Wochenende und auch ein lehrreiches Seminar mit vielen Anregungen und Eindrücken. Und doch war dieses Mal etwas anders. Ich kann nicht sagen, woran es lag. Vielleicht am Thema, dass sich bisweilen als schwer greifbar entpuppte, am Wetter, das nicht nur mir Kopfschmerzen bereitete oder vielleicht auch an mir selbst. Ich vermisste außerhalb der Werkstatt die Dynamik der Gruppe. Einige erzählten mir, dass sie sich zu müde und abgespannt fühlten, um nach dem Seminar im Mühlenfoyer noch lange durchzuhalten. Dabei empfand ich das Plott-Seminar im vergangenen Jahr um ein Vielfaches fordernder. Und so kam es, dass ich mich bei einem Seminar in Wolfenbüttel morgens noch nie so ausgeschlafen gefühlt habe, wie gestern und heute.

Vielleicht hatte ich auch einfach zu hohe Erwartungen, oder vermisste den einen oder anderen Perryfan unter den Teilnehmern. Fans, die Chefredakteur Klaus N. Frick normalerweise am Abend die eine oder andere Anekdote zur PERRY RHODAN-Serie entlocken können. Wobei ich andererseits auch froh darüber war, dass die Heftromanserie so gut wie nicht erwähnt wurde und sich die Diskussionen hauptsächlich um das persönliche Empfinden von Phantastik drehten. Das Themenspektrum im Reader war erstaunlich breit gefächert. Dies begriff ich erst, als uns Kathrin Lange heute morgen eine Zusammenfassung lieferte. Gleichfalls erstaunlich sind die Herangehensweisen der einzelnen Teilnehmer an ihre Texte. Möglicherweise fühlte sich der eine oder andere Neuling etwas überfahren. Ich kann das gut nachvollziehen. In meinen ersten beiden Seminaren fühlte ich mich danach wie die schlechteste Autorin der Welt. Aber ich lernte, wenn man diesen Eindruck überwindet und weitermacht, gewinnt man sehr viel für das eigene Schreiben dazu.

Als Hausaufgabe bekamen wir mit auf den Weg, einmal darüber nachzudenken, wo unsere persönlichen Grenzen beim Schreiben liegen. Über was können wir schreiben und welche Themen kämen für uns nicht in Frage. Da muss ich auch erst darüber nachdenken.

Mein Dank gilt Dozenten und Teilnehmern für Stunden voller Spaß und Spannung. Angesichts meines unsicheren Gefühls am Wochenende überlege ich dennoch, ob ich nicht mal ein Jahr pausieren sollte. Schließlich möchte ich den angefangenen Roman auch beenden.

Ach ja, von den im Blogeintrag von Klaus Frick angesprochenen Leckereien habe ich jetzt ein Stück Stollen im Koffer. Da kann Weihnachten kommen und das ist ja auch ein Anfang.

Gendertransformation in der Literatur

Kathrin Lange und Klaus N. Frick

Um den Wechsel von Geschlechtern drehte sich die heutige Schreibaufgabe. Die ich sehr anspruchsvoll und fordernd fand. Aber dazu später.

Los ging es wie immer mit einem stärkenden Frühstück. Wobei ich an dieser Stelle die Küchendamen der Bundesakademie einmal loben möchte, die mich immer wieder mit leckeren Kreationen überraschen. Es mangelt an nichts und man fühlt sich gut umsorgt und bewirtet.

Meine Nacht war überraschend lang. Das heißt, mein Schlafdefizit hielt sich in Grenzen, weil ich noch vor ein Uhr im Bett war. Ich kann mich an Gesprächsrunden in der Vergangenheit erinnern, in denen wir bis drei Uhr morgens im Mühlenfoyer saßen.

Die Kopfschmerzen vom Vortag waren auch weg und so startete ich mit Vorfreude und Elan ins Seminar. Mein Text im Reader fand mir zu viele wohlwollende Worte. Und dass, obwohl ich nur wenig Überarbeitungszeit investiert hatte und auch eigentlich nicht die Szene eingereicht habe, die ich im Kopf hatte. Wie an dieser Stelle schon gesagt, hatte ich den Termin verschwitzt. Zu viel Lob und wenig Tadel macht mich immer ein wenig stutzig, weil ich nicht einschätzen kann, ob mir die Seminarteilnehmer und Dozenten nicht Kritik vorenthalten. Da wäre es mir beinahe lieber, der Text würde auseinander genommen. Dafür verteilte ich wahrscheinlich zu viel Kritik bei den anderen. Inwieweit man mir das übel nimmt, werde ich leider nicht erfahren.

Spannend fand ich die Schreibaufgabe nach der Mittagspause. Es galt eine Gesellschaft darzustellen, in der jeder das Geschlecht wechseln kann. Mein erster Gedanke war eine Sexszene zu schreiben, aber das traute ich mich dann nicht. So wurde es eher ein Datenblatt zu einer außerirdischen Spezies und leider keine echte Szene. Ich war dennoch überrascht, wie viel mir spontan zu diesem Thema eingefallen ist.

Anschließend ging es wieder an die Besprechung der Readertexte, nur unterbrochen vom Abendessen. Ich bin ganz froh, dass wir in den Seminarräumen im Schloss und nicht in der Mühle sind, so bekomme ich wenigstens ein bisschen Bewegung.

Es macht mich traurig, dass morgen schon wieder alles vorbei sein soll, und ich die Heimreise antreten muss.

BA zum Sechsten

Nächtliches Schloss

Sechs Mal, so oft war ich nun schon an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel zu Gast.

In den Jahren seit 2014 hat sich auch in der Stadt einiges verändert. Als ich heute durch die Fußgängerzone schlenderte, entdeckte ich, dass endlich das leerstehende Kaufhaus abgerissen wurde. Der hässliche Betonbau aus den Achtzigern hatte so gar nicht dorthin gepasst. Gerade entsteht dort etwas Neues, leider wird es wieder ein Konsumtempel werden, was ich sehr schade finde. Meine Hoffnung ist, dass das neue Gebäude besser zum Stadtbild passen wird, wie das Alte.

Das Seminar lässt sich gut an, obwohl ich am Nachmittag und Abend mit Kopfschmerzen kämpfte und mich nur schwer konzentrieren konnte. Die Readertexte sind sehr unterschiedlich, wenig Fantasy, viel dystopisches, Flucht, Armut und Tod. Man sieht, was die Menschen beschäftigt. Es macht mir ein wenig Angst, dass uns die Hoffnung auf Dauer verloren gehen könnte. Schließlich sollte die Science Fiction Zukunftsvisionen liefern – Utopien, von denen wir lernen und bei denen wir hoffen können. Ich befürchte, dass wir das in letzter Zeit ein wenig aus den Augen verloren haben.

Doppelte Post aus Wolfenbüttel

Post von der BA

Zweimal bekam ich in dieser Woche Post von der Bundesakademie Wolfenbüttel. Über beides habe ich mich sehr gefreut.

Am Mittwoch erreichte mich ein kleiner Brief mit einem Postkarten-Leporello. Sechs Karten, eines von jedem der angebotenen Programmbereiche. Das ist eine nette Idee und versöhnt mich ein wenig. Denn der Grund hierfür ist, dass es ab diesem Jahr kein gedrucktes Programm der »Bundesakademie für kulturelle Bildung« mehr gibt. Das finde ich zwar ein wenig schade, weil ich sehr gerne in den Heften geblättert habe. Aber ich kann die Gründe dafür gut verstehen. Ein Online-Programm lässt sich natürlich besser aktualisieren und anpassen, außerdem kann man dort schneller etwas finden. Ich bin mir aber sicher, dass ich nicht so intensiv darin stöbern werde, wie in den Heftchen in der Vergangenheit. Vielleicht wäre es schön, wenn man das Programm zusätzlich als E-Book herunterladen könnte, dann könnte man es mit jedem E-Book-Reader lesen. Das Format hat den Vorteil, dass es sich auch jederzeit aktualisieren ließe.

Am Donnerstag fand ich dann auch den Seminar-Reader im Briefkasten. Er erschien mir mit 86 Seiten heuer etwas dünn (im Vergleich zu dem 138 Seiten im letzten Jahr) Das mag am Thema liegen, aber auch daran, dass die Trennblätter mit den Namen der Teilnehmer fehlen. Ich fand diese zur Orientierung immer ganz wichtig und nutzte die leeren Seiten für Notizen und Kommentare. In diesem Jahr muss ich mir da etwas anderes einfallen lassen. Das bedeutet aber auch, dass ich in den nächsten Tagen 14 Texte lesen und kommentieren muss. Ich bin natürlich schon sehr gespannt, was die anderen Teilnehmer so geschrieben haben. Einer ist Star Trek-Fan, dies hab ich schon mitbekommen. Das wird nächste Woche bestimmt wieder ein tolles Wochenende.

Von der Qual nicht schreiben zu können

Mir ist etwas passiert, was mir noch nie passiert ist. Ich habe einen Text nicht pünktlich abgeliefert. Ausgerechnet die Schreibaufgabe für das Seminar in Wolfenbüttel ist bei mir in den Wirren des Umzugs untergegangen. Zum Glück habe ich gestern morgen dran gedacht und mich sogleich an die Arbeit gemacht, nachdem der Schreibtisch wieder aufgebaut war. So konnte ich die Schreibaufgabe und den kurzen Aufsatz noch am Vormittag abschicken. Aber geärgert habe ich mich trotzdem.

Ich habe wenig geschrieben in den vergangenen Wochen. Man kann es an der Timeline des Blogs gut ablesen. Und es hat mich tatsächlich geschmerzt, nicht schreiben zu können. Aber wenn man den ganzen Tag auf Arbeit ist und abends noch bis acht Uhr putzt und räumt, dann ist man hinterher so fertig, dass man fast ohnmächtig ins Bett fällt. Zum Schreiben fehlte mir da einfach die Kraft. Erschwerend kam hinzu, dass der Computer in der alten Wohnung stand (wegen des Internetanschluss). Und wir dort außer einer schwächelnden Schreibtischleuchte kein Licht mehr hatten.

Nächte lang konnte ich nicht schlafen, weil mir dauernd Texte im Kopf herumschwirrten. Wenn ich die nicht aufschreiben kann, werde ich sie tagelang nicht los. Was auf Dauer bei mir zu Frust und Unausgeglichenheit führt. Mein Mann kann das bestätigen.

So langsam normalisiert sich die Lage. Der Schreibtisch nebst Computer hat seinen Platz im Hobbyraum gefunden. Sowohl Drucker als auch Internet funktionieren wieder, die ersten Texte habe ich auch schon geschrieben und vergangene Nacht habe ich endlich mal wieder durchgeschlafen.

Kurzum alles ist wieder gut. Es ist aber auch etwas beängstigend, wie sehr man sich daran gewöhnen kann, jeden Tag zu schreiben und wie sehr es einem fehlt, wenn man es mal nicht kann. Die Wenigsten können das wahrscheinlich nachvollziehen.

Lyrisches über Sterne

Anlässlich der Entdeckung eines Exoplaneten um den Stern 40 Eridani A, jenem System das laut Gene Roddenberry den Heimatplaneten der Vulkanier beherbergt, gibts von mir mal wieder ein Gedicht, das ich in den frühen Neunzigern verfasst habe.

Ich finde es heute noch schön und passend.

 

Sterne

Sterne –
Sendboten der Vergangenheit
Zeigen das Leben
als die Erde noch ein Kind war
erst wenn sie reif ist
werden sie ein Zeichen senden
das von der Zukunft erzählt

 

Die 71er phantastisch!

Die phantastisch! 71

Vorgestern flatterte die neue phantastisch! ins Haus. Ein sehr schönes und vielseitiges Heft. Zwar ist nicht alles für mich interessant, aber einige Artikel und Interviews sind lesenswert. Absolutes Muss ist wie immer der Comic »Ein seltsamer Tag« von Olaf Brill und Michael Vogt. Folge 31 ist eine Hommage an Stephen Hawking. Da fällt mir ein, dass ich mir noch den Sammelband von »Ein seltsamer Tag« bestellen wollte, den es seit kurzem im Atlantis-Verlag gibt. Interessant fand ich auch das Interview mit Tom Hillenbrand, der über seine Romane »Drohnenland« und »Hologrammatica« spricht. Die Kurzgeschichte habe ich noch nicht gelesen, das wird aber bei Gelegenheit nachgeholt.

Auch ich bin dieses Mal wieder mit zwei kleinen Beiträgen vertreten: den Rezensionen zu »New Sol« und »Artemis«. Ich habe mir vorgenommen, demnächst mal einen größeren Artikel zu schreiben. Aber dafür muss ich noch ein wenig recherchieren und dazu habe ich momentan keine Zeit. Kommt aber sicher.

Ich finde die phantastisch! 71 rundum gelungen. Für Freunde der phantastischen Literatur ist das Heft unentbehrlich. Erhältlich ist es im Atlantis-Verlag oder in ausgesuchten Zeitschriftenläden.

Inside MADDRAX

MADDRAX 475

Dieses hübsche Romanheft trudelte dieser Tage bei mir ein. Etwas verspätet zwar, aber ich habe mich trotzdem darüber gefreut.

Der Roman wurde von Ben Calvin Hary verfasst, der inzwischen schon den nächsten Roman abgeliefert hat. Durch Ben bekomme ich hin und wieder die Gelegenheit in die Romanserie MADDRAX hinein zu schnuppern. Die apokalyptische Welt von Matthew Drax ist eigentlich nicht so mein Ding, obwohl es sich um eine Science-Fiction-Serie handelt. Ich bin kein großer Fan von Dystopien, weshalb mich die Handlung von MADDRAX nicht richtig anspricht.

Warum ich die Romane von Ben dennoch lese, liegt schlicht daran, dass ich als Testleserin fungiere. Der Autor bezeichnet mich gern als »Bluthund« oder »Endgegnerin«, weil ich streng und unnachgiebig alles ankreide, was mir am Roman missfällt, oder wo ich ein Plothole vermute. Natürlich ist vieles davon Geschmacksache. Ich vertraue dem Autor dahingehend, dass er nur das übernimmt, was ihn überzeugt. Weshalb ich mich immer freue, wenn ich im Belegexemplar den einen oder anderen Vorschlag von mir umgesetzt wiederfinde.

Ich bin gern Testleser, weil ich dabei viel über mich selbst und für mein eigenes Schreiben lernen kann. Ich wünschte mir nur, dass ich etwas mehr Zeit bekäme. Meist erreicht mich das Manuskript erst kurz vor Abgabetermin und dann ist Schnelligkeit gefragt. In dem Fall kann ich es leider nicht so sorgfältig überarbeiten, wie ich gern möchte. Aber wenn ich das Heft dann in der Hand halte, macht es mich stolz einen kleinen Beitrag dazu geleistet zu haben.

Autorenleben

Mein Freund Ben Calvin Hary, YouTuber aus Leidenschaft, hat sich mal wieder Gedanken über das Leben als Autor gemacht. In dieser Folge geht es um Zeit, um Schreibzeit genau genommen.

Er zeigt, welche Opfer man bringen muss, wenn man als Autor im Nebenjob arbeitet. Ich finde, Ben hat die Probleme auf den Punkt gebracht. Professionelles Schreiben macht man nicht mal so nebenbei. Wenn man es ernst damit meint, gehört mehr dazu, als sich nur vor den Computer zu setzen und mit der Tastatur zu klimpern. Die Herausforderungen sind hoch und nicht jeder ist dem Druck gewachsen.

Aber seht selbst:

Sie durchsuchen gerade die Kategorie Schreiben .