Anwaltsserien und der aufgeschlossene Geist

Das es auf viele Fragen unserer Gegenwart keine einfachen Antworten mehr gibt, sollte inzwischen jedem aufgefallen sein. Nichts ist wirklich schwarz oder weiß. Einer wird immer auf der Verliererseite stehen, egal wie wohlwollend oder wie strikt man über etwas entscheidet. Politik und Justiz hat es nicht leicht und dies wird sich in Zukunft noch verstärken. Vieles ist mit vielem verknüpft, die Gesellschaft wird immer komplexer, so wie die Anforderungen an unser Leben. Im Schatten des Klimawandels wird es noch viele weitere solcher Situationen geben, wie wir sie in den vergangenen Monaten erlebt haben. Es wird immer häufiger vorkommen, dass es gilt, ein Leben gegen ein anderes abzuwägen. Das sollten wir uns klar machen.

Wie man in solchen schwierigen Fällen argumentieren kann, lerne ich seit Jahren beim Anschauen von Anwaltsserien. Das hat mir schon oft geholfen, Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Anfang der Zweitausender sah ich »Ally McBeal«, später dann »Practice – Die Anwälte« und dessen Spinoff »Boston Legal«. Die Serien von David E. Kelley zeichnen sich nicht nur durch Humor, sondern vor allem durch erstklassische Argumentationen und Wortgefechte aus. Die Fälle sind gesellschaftlich oft hochbrisant und in den meisten Fällen kann es eigentlich kein Richtig oder Falsch geben. Dennoch müssen die Richter immer ein Urteil fällen, das das Leben von Menschen beeinträchtigen wird. Das finde ich immer wieder großartig gemacht. Da stecken viele Überlegungen ethischer und philosophischer Art dahinter. David E. Kelley hat selbst Jura studiert und das merkt man diesen Serien an. Er macht es sich nie leicht. Die Episoden strotzen nur so vor schwierigen, oft auch skurrilen Fällen.

Momentan schauen wir uns »Picket Fences – Tatort Gartenzaun« an. Die erste Serie die David E. Kelley fürs Fernsehen produziert hat. Hier geht es um die Kleinstadt Rome in Wisconsin. Es ist eine Mischung aus Krimi-, Familien- und Anwaltsserie. Immer wieder muss Richter Bone (gespielt von Ray Walston, Darsteller des Gärtners Boothby vom Campus der Sternenflotten-Akademie) Entscheidungen treffen, die extrem knifflig sind. Zum Beispiel möchte ein an Alzheimer erkrankter Mann, der nur noch wenige Jahre zu leben hat, sein Herz seinem Sohn spenden, der sonst innerhalb weniger Tage sterben würde. Der Richter kennt Vater und Sohn. Er weiß, dass dem Vater ein schwerer Lebensabend bevorsteht, und das dessen vierzigjähriger verwitweter Sohn drei kleine Kinder hinterlässt, wenn er stirbt. Letztendlich verbietet er trotzdem dem Vater das Herz zu spenden, weil auch das Leben eines Alzheimer Patienten einen Wert hat. Der Sohn wird schließlich dennoch gerettet, weil es im letzten Augenblick einen Spender gibt. Aber die Plädoyers, ob der Vater dem Sohn das Leben retten darf, und damit sein eigenes opfert, sind brillant geschrieben. Da werden Blickwinkel beleuchtet, die man niemals im Kopf gehabt hätte, die aber dennoch in sich schlüssig sind.

Vielleicht schaue ich mir genau deshalb gern die Anwaltsserien von David E. Kelley an, man lernt dabei, eine Sache von mehr als zwei Seiten zu betrachten. Das finde ich wichtig.

In letzter Minute

Das war knapp.

Am Freitag fanden die Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag der PERRY RHODAN-Serie online statt. Ab 18:30 Uhr sollte es mit dem Vorprogramm losgehen, dazu war ich von Roman Schleifer gebeten worden, etwas beizutragen. Das Problem, wegen des Streiks und anhaltender Baumaßnahmen bei der Deutschen Bahn konnte ich nicht früher zu meinen Eltern fahren, außerdem hatte ich kurzfristig in Saalfeld einen Zahnarzttermin ergattert. Ich musste also am Freitag, an dem die Veranstaltung stattfinden sollte, nach Saalfeld fahren. Ich machte mir allerdings keine großen Gedanken. Mit unserem alten iMac, den ich dort stehen habe, würde das schon gehen. Ich hatte schon mal eine Videokonferenz damit abgehalten und machte mir keine allzu großen Gedanken.

Weil Roman gebeten hatte, dass wir uns bereits etwas früher einloggen sollten, setzte ich mich also schon um 18 Uhr an den Computer, nachdem ich den vorangegangenen Teil des Tages in der Bahn verbrachte hatte. (Neuer Negativrekord: von Traunstein nach Saalfeld war ich mehr als sieben Stunden unterwegs, 2017 waren es noch viereinhalb gewesen – Nein, fragt lieber nicht.) Ich stellte fest, dass ich bei der letzten Videokonferenz an diesem Computer Skype benutzt hatte und die Zoom-App noch nicht installiert war. Also öffnete ich den Link und lud mir die App herunter. Klickte dann auf Installieren und wartete … und wartete … und wartete. Die Installation hing und meldete immer nur, dass sie auf eine andere Installation wartete. Hm! Ich brach den Installationsprozess ab und startete den Computer neu. Sicher ist sicher. Danach versuchte ich das Spielchen noch mal und wieder blieb die Installation am gleichen Punkt hängen.

Ich blieb cool, ließ die Installation weiterlaufen und sagte zu mir, dass ich genauso gut mit dem Browser teilnehmen konnte. Ich klickte also auf den Zoom-Link, den ich von Roman bekommen habe und gab den Kenncode ein. Kommentar des Computers »Ungültiges Kennwort!«. Also schrieb ich Roman an, dass ich nicht reinkomme und er mir doch bitte die korrekten Zugangsdaten schicken sollte. (Da war ich übrigens nicht die einzige.) Inzwischen war es 18:32 Uhr. Roman war schnell und schickte einen neuen Link, den ich dann über den Browser öffnen wollte, doch Zoom teilte mir mit, dass es nicht mit meinem alten Safari-Browser funktionieren würde und ich doch bitte eine aktuelle Version von Chrome, Edge oder Firefox nutzen soll.

Ich sah auf die Uhr. Jetzt noch einen neuen Browser zu installieren, würde ich nicht hinbekommen, aber ich hatte noch mein iPad mit einer installierten Zoom-App. Ich holte das iPad, positionierte es auf einer Taschentücherbox vor dem Computermonitor und loggte mich in die Konferenz ein. Roman unterhielt sich gerade mit Nils Hirseland von der PRFZ. Da erhielt ich eine E-Mail von Roman, mit der Frage, ob es denn geklappt hat und wie mein Teilnehmername lautet, denn er findet mich nicht. Boah! Wo finde ich jetzt in der App a) meinen Teilnehmernamen und b) wie kann ich ihn ändern. Das beanspruchte einige Zeit der Suche, die leider ergebnislos blieb. Inzwischen sprach Roman schon mit Stefan Friedrich vom GarchingCon-Team. Mir lief die Zeit davon. Ich fragte Roman, ob er wüsste, wo ich den Namen ändern könne und er schrieb, dass ich mich dazu ausloggen und wieder neu einloggen muss. Gesagt getan und siehe da, ich konnte meinen Namen eintragen.

Es funktionierte zwar, aber irgendwas stimmte mit dem Kamerabild nicht. Durch den Monitor im Hintergrund spiegelten meine Brillengläser und ich sah aus wie ein Alien mit großen blau strahlenden Augen. Ich versuchte also den Monitor abzudecken, während Roman sich Dieter Bohn vom ColoniaCon-Team zuwandte. Es war schon 18:45 Uhr und ich bekam das Problem mit dem spiegelten Brillengläsern nicht in den Griff. Aber … ich stellte fest, dass das Installationsprogramm auf dem iMac nicht mehr lief. Sollte der Computer etwa inzwischen die Zoom-App installiert haben? … Tatsächlich! Also Kommando zurück: ich, aus dem iPad ausgeloggt und die App gestartet und über die App eingeloggt. Dabei auch den richtigen Namen eingetragen und dann war ich endlich online. Dieter Bohn präsentierte gerade seine Blues-Gemälde. Es war 18:47 Uhr und auf dem Kamerabild sah ich auch nicht mehr ganz so außerirdisch aus.

Ich signalisierte Roman, dass ich jetzt da wäre und zur Verfügung stünde. Keine Minute später stellte er mir dann seine erste Frage. Es waren zirka 350 Leute anwesend und ich hatte eigentlich gar keine Zeit, um aufgeregt zu sein. Ich war nur froh, dass es doch noch geklappt hatte, auch wenn der Computer fast vierzig Minuten für die Installation benötigt hatte.

Offensichtlich habe ich mich bei meinem Auftritt souverän geschlagen, denn ich bekam hinterher gleich von mehreren Leute positive Rückmeldungen. Ich persönlich war nur froh, dass ich es doch noch in letzter Minute hinbekommen hatte, dabei gewesen zu sein. Denn es war ein supertoller Abend nicht nur für die Fans, sondern auch für PR-Redaktion und Autoren, die allesamt anwesend waren.

Wer mag, kann gern in die Aufzeichnung bei YouTube reinschauen. (Mich gibts ab Minute 24:30 zu hören.)

55 Jahre STAR TREK

Der Zufall ist schon erstaunlich. Beide Serien, denen ich seit Jahrzehnten eng verbunden bin, sind zum gleichen Datum gestartet. Zwar nicht im gleichen Jahr, aber immerhin nur fünf Jahre versetzt.

STAR TREK begleitet mich seit nun mehr dreißig Jahren. In all der Zeit habe ich viele STAR TREK-Serien kommen und gehen sehen, viele Conventions besucht und noch mehr Gleichgesinnte getroffen. Ich habe die Höhen und Tiefen der Serie erlebt, sie gefeiert und über sie geschimpft. STAR TREK war immer ein Teil meines Lebens und wird auch immer ein Teil bleiben. Selbst wenn ich in den letzten Jahren mehr Energie in PERRY RHODAN gesteckt habe.

Ich wünsche mir, dass die Vision Gene Roddenberrys auch die nächsten Jahrzehnte überdauern möge und die Menschen weiterhin positiv beeinflusst. Damit wir irgendwann einmal dort hinkommen, wo Kirk, Picard, Sisko, Janeway und Archer uns vorleben, was es bedeutet, tolerant zu sein und humanistisch zu handeln.

Übrigens, eines ging im vergangenen Monat bei mir unter. Wir feiern in diesem Jahr nicht nur 55 Jahre STAR TREK. Der Serienerfinder Gene Roddenberry wäre am 19. August 100 Jahre geworden. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.

Inside YouTube

Die geschätzten Autorenkollegen Robert Corvus und Ben Calvin Hary haben sich vergangene Woche bei Twitch.tv über zwei Stunden lang über das Schreiben und das Produzieren von YouTube-Videos ausgetauscht. Robert hat das Gespräch aufgezeichnet und dankenswerter Weise auf seinem YouTube-Kanal zur Verfügung gestellt. Ich hätte es mir auch live auf Twitch ansehen können, aber das war mir dann zu spät. Unsereiner muss früh raus und ich bin froh, wenn ich am Abend nicht noch ewig vor dem Computer verbringen muss, sondern einfach mal was lesen kann.

Zurück zum Video. Es geht unteranderem ums Schreiben. Robert befragt Ben nach einzelnen seiner Romane. Es wird über das Wie und das Warum gesprochen. Das meiste war mir bekannt, schließlich kennen ich fast alles, was Ben geschrieben hat. Als Testleserin ist man da ein bisschen in den Entstehungsprozess involviert.

Dann wechselt die Diskussion zu YouTube. Da war mir tatsächlich vieles neu. Allein die Informationen zu den Analyse-Algorithmen bei YouTube hat bei mir für Unwohlsein geführt. Die Vorstellungen, dass die Algorithmen autark die Inhalte der Videos untersuchen und die Google-Entwickler selbst nicht mehr so richtig wissen, wie ihr Algorithmus arbeitet, erfüllt mich mit Besorgnis. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie man das missbrauchen könnte. So gesehen haben wir »1984« schon längst hinter uns gelassen. Wir sind, glaube ich, schon viel weiter. Und das Schlimmste daran ist, wir lassen das alles freiwillig über uns ergehen, um Geld und Anerkennung zu ernten. Mir war auch nicht klar, was bei dem Drumherum alles so beachtet werden muss. Mit einfach mal ein Video hochladen, ist es nicht getan. Ich habe mich mit YouTube bisher nicht beschäftigt. Ich schaue ab und zu mal Katzenvideos an (ja, da kommt man echt nicht drumherum, selbst wenn man es gar nicht will) oder wenn ich eine Bastelanleitung suche.

Beeindruckend ist ebenfalls, was alles notwendig ist, um so ein aufwändiges Video herzustellen, wie Ben sie produziert. Ich kenne die Vorgehensweise im Grunde, weil ich Medientechnik studiert habe und in einem Postproduktionhaus gearbeitet habe. Wir haben an der Uni auch Videos produziert und Radiosendungen gemacht. In den Neunzigern war das in dieser Form aber meist nur den Profis vorbehalten (allein wegen der teuren Software). Ich kann mich daran erinnern, dass wir für fünf Minuten Video viele Stunden im Studio gesessen haben. Ich finde toll, dass jetzt jeder Videos in solch professioneller Art und Weise produzieren kann. Ben erklärt das auch sehr gut.

Also, wer wissen will, wie YouTube tickt und was man für ein richtig tolles Video braucht, der sollte sich das unbedingt ansehen bzw. anhören. Aufgefallen ist mir, dass am Ende Bens Tonspur ziemlich asynchron zum Bild läuft. Kann aber gut sein, dass es an der Aufzeichnung liegt.

Zwei SF-Romanzen zum anschauen

Science Fiction und Romantik in einem Film, geht das überhaupt? Ja, das geht. Das haben schon so einige phantastische Filme wie »Die Frau des Zeitreisenden« oder »Passenger« bewiesen. Heute möchte ich an dieser Stelle zwei weitere Filme dieser Gattung vorstellen.

»Clara« oder »A billion Stars« erzählt die Geschichte einer jungen Künstlerin und des menschenscheuen Astronomen Isaac Bruno, der auf der Suche nach intelligentem Leben im All ist. Beide lernen sich durch Zufall kennen und Clara hilft Isaac bei seinen Forschungen. Doch die junge Frau ist krank. Hin und wieder wird sie von Visionen heimgesucht, die sie nicht versteht. Das führt nicht nur zu Konflikten zwischen den beiden ungleichen Persönlichkeiten, sondern Claras Visionen verhelfen Isaac zum Durchbruch. Dann stirbt Clara …

Mehr möchte ich vom Inhalt nicht verraten, denn der Twist am Schluss des Films ist genial und behandelt ein Thema der Science Fiction, dass in dieser Form noch nicht oft aufgegriffen wurde. Ein bisschen erinnert mich der Film an »Contact« mit Jodi Foster. Auch da ist eine Wissenschaftlerin auf der Suche nach außerirdischem Leben.

Wer mal einen Blick riskieren möchte, sehe sich den Trailer an:

Eine weitere Science-Fiction-Romanze sahen wir vorgestern Abend an. »Für immer Adaline« erzählt ebenfalls von einer jungen Frau. Die wird 1908 geboren und verunglückt 1935 bei einem Autounfall. Der Zufall will es, dass in dem Augenblick in dem sie im kalten Wasser eines Flusses stirbt, ein Blitz einschlägt und sie durch den Stromstoß wiederbelebt wird. Von dem Tag an altert Adaline nicht mehr. Sie bleibt für immer neunundzwanzig und das wird sehr bald für sie und ihre Tochter zu einem Problem. Adaline muss sich verstecken und wechselt alle zehn Jahre die Identität. Keiner außer ihrer Tochter kennt ihre wahres Ich. Sie lässt sich nicht fotografieren und geht Beziehungen aus dem Weg. Bis sie an einem Silvesterabend Ellis begegnet. Der junge Mann lässt nicht locker und lädt sie immer wieder zu Dates ein. Adaline stimmt zu, mit ihm seine Eltern zu besuchen. Doch da nimmt das Drama seinen Lauf. Ellis Vater ist Adalines verflossene Liebe. Er erkennt sie natürlich wieder …

Das einzige, was mir an dem Film nicht gefallen hat, war das Happy End. Ansonsten ist es ein großartiger Film mit hochkarätiger Besetzung. Harrison Ford sieht mal richtig alt aus, im Gegensatz zu der unverbrauchten Darstellerin der Adaline, die optisch auch im Jahr 2015 aussieht, als käme sie direkt aus den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts, ohne das sie altmodisch wirkt. Der Look ist perfekt.

Wer mal reinschauen will, hier ist der Trailer:

Schweinkram am Wochenende

Quelle: Amazon

Es war ein Spontankauf, als ich unlängst das »Merkheft« durchblätterte. Dort finde ich ja eigentlich immer was, eine Tatsache die echt schlimm ist vor allem für unser Bücher- und DVD-Regal. Den Film »Auf der Suche nach dem Ultra-Sex« habe ich bestellt, weil ich neugierig war. Die Handlung klang ein bisschen nach Science Fiction und vor allem nach Trash. Am Samstag haben wir ihn dann angeschaut und viel gelacht.

Der Film gehört zu der Sorte, die so mies sind, dass sie schon wieder gut sind. Auf die Idee muss man erst einmal kommen und dann muss man auch noch den Willen haben, sehr viel Arbeit in das Projekt zu stecken. Aus mehr als 2500 Sexfilmen haben die Macher Szenen zu einem neuen Film zusammengeschnitten. Der hat sogar eine recht originelle Science Fiction-Handlung. Die Sex-Matrix des Universums wurde geraubt. Ihr Fehlen führt auf der Erde zu ungezügelten Sexorgien. Mehrere Superhelden und Raumschiffbesatzungen werden darauf angesetzt, den legendären Ultra-Sex zurückzuerobern. Das Ganze wurde neu vertont und für die deutsche Fassung witzig synchronisiert von Oliver Kalkofe und Peter Rütten (die beiden von »Schlefaz«). Ohne Frage, das ist schon gut gemacht. Teilweise komplett albern und in einer so miesen Bildqualität, dass einem die Augen wehtun. Ja, das war halt das Videozeitalter. Die skurrilen Kostüme und die fadenscheinigen Schauspieler erhalten durch den neuen Schnitt neue Popularität und der Zuschauer einen Einblick in die Abgründe der Sexfilme. Oftmals sitzt man einfach nur staunend da und denkt sich, was manchen Porno-Produzenten damals geritten hat (wahrscheinlich die Hauptdarstellerin).

Da muss ich gerade daran denken, dass in meinem Stapel zu lesender Bücher noch ein Sachbuch über »Porno in Deutschland« steht. Das habe ich übrigens auch aus dem »Merkheft« und muss es demnächst unbedingt mal lesen.

Wer einen lustigen Abend verbringen möchte, macht mit dem Film nichts falsch. Tiefsinnige Dialoge darf man aber nicht erwarten. Hardcore Szenen sind nicht enthalten oder wurden dezent mit schwarzen Balken oder lustigen Bildchen überdeckt. Es ist eben ein Sexfilm der anderen Art.

Zur Zeit gibts beim »Merkheft« Star Trek-DVD-Boxen und PERRY RHODAN-Silberbände zum Sonderpreis.

Die Katze im Homeoffice

Jeder Katzenbesitzer wird das kennen, kaum sitzt man vor dem Computer kommt die Katz und platziert sich wahlweise auf die Tastatur oder so vor den Monitor, dass man weder tippen noch etwas erkennen kann. Gelegentlich wird dann auf dem Schreibtisch oder dem Schrank herumgeturnt und mit Stiften oder der Computermaus gespielt. So, dass man den Gast irgendwann freundlich aber bestimmt hinunter dirigieren muss, um weiterzuarbeiten. Die Ruhe hält aber nicht lange an, spätestens fünf Minuten später liegt sie wieder laut schnurrend auf der Tastatur.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn man gerade eine Videokonferenz hat. Simon Tofield weiß es und lässt uns sehr anschaulich daran teilhaben.

Ich wünsche viel Spaß!

Heimkino-Wochenende

Das Wetter an diesem ersten Mai-Wochenende war nicht so richtig schön. Am Freitagabend gab es ein schweres Gewitter, glücklicherweise ging es ohne Hagel ab. Andere Regionen in Oberbayern hatten da nicht so viel Glück. Den Samstag und Sonntag nutzte ich für einen Testlesejob und die Vorbereitung für meine Steuererklärung. Abends war dann Heimkinoabend angesagt.

Quelle: Amazon

Am Freitag haben wir die »Die Sch’tis in Paris – Eine Familie auf Abwegen« eingelegt. Wer den ersten Sch’tis-Film gut fand, wird von der Fortsetzung enttäuscht sein, weil die beiden Filme absolut nichts miteinander zu tun haben. Das sind zwei völlig verschiedene Handlungen und Figuren. Leider sind auch Charaktere nicht so sympathisch wie im ersten Film. Wer mir als Schauspieler noch am besten gefallen hat, war Pierre Richard. Filme mit ihm mochte ich schon als Kind gerne. Er spielt den über achtzigjährigen Vater und zwar mit dem gleichen komödiantischen Talent, dass er schon immer hatte. Am Ende singt er sogar noch. Alle Achtung, der Schauspieler ist Mitte Achtzig und macht sowohl körperlich wie geistig einen fitten Eindruck. Nur deswegen sollte man sich den Film vielleicht ansehen.

Quelle: Amazon

Am Samstag war großes Kino mit dem Pixarfilm »Soul«. Der ist so ganz anders, als ich erwartet hatte. Es geht viel um Musik und er ist auch nicht so traurig, wie man angesichts des Themas »Sterben« meinen könnte. Mir gefiel die Katze, die ist echt lustig. Die Animationskünstler von Pixar liefern mit jedem Film etwas Neues ab. Dieses Mal war es eine Quantenwelt, die mit vielen phantastischen Ideen gefüllt ist. Die im Mittelpunkt stehende Musik war auch toll, obwohl ich kein großer Fan von Jazz bin. Auf jeden Fall bekommt der Film einen Platz in unserem Blu-ray-Regal. Den schauen wir uns sicher ein weiteres Mal an.

Quelle: Amazon

Sonntagabend hat mein Mann den Streifen »Late Night – Die Show ihres Lebens« mit Emma Thompson eingelegt. Darin geht es um eine in die Jahre gekommene Talkmasterin, deren Show abgesetzt werden soll. Ihr aus Männern bestehendes Autorenteam fabriziert nur langweilige Gags, weshalb die Einschaltquoten im Keller sind. Sie selbst hält sich von ihrem niederem Fußvolk fern und ruht sich auf ihrem Ruhm aus. Da spricht eine junge Frau aus einer indischen Einwandererfamilie in der Redaktion vor. Und weil gerade eine Quotenfrau gesucht wird, stellt man die junge Frau ein, obwohl sie null Erfahrungen hat. Sie mischt den Laden auf und zeigt ihrer Chefin, was im Leben wichtig sein sollte, dann klappt es auch wieder mit den Einschaltquoten. Im Grunde geht es um das Thema Diversität im Arbeitsleben, um Chancengleichheit und Selbstbewusstsein. Emma Thompson brilliert in der Rolle der eiskalten Chefin, die dann doch einsehen muss, dass sich Zeiten und Publikumsgeschmack geändert haben.
Prädikat: Durchaus sehenswert!

Lysistrata

Quelle: Ralf-Koenig.de

Und nochmals gehts um Dildos, da wir schon bei dem Thema sind. Die spielen unteranderem eine Rolle in dem Film »Ralf Königs Lysistrata«.

Der griechische Dichter Aristophanes schrieb die Komödie »Lysistrata« im Jahr 411 vor Christus. Darin verweigern die Frauen ihren Ehemännern den Beischlaf, um sie zu zwingen, den Peloponnesischen Krieg zu beenden, der schon zwei Jahrzehnte währt.

Dieser Stoff birgt so viel komödiantisches, das der Comiczeichner Ralf König die Geschichte 1987 in einem Comic verarbeitete. Natürlich nicht ohne die Schwulenszene in den Mittelpunkt zu stellen.

2003 wurde der Comic verfilmt und kam als Realfilm in die Kinos. Ich entdeckte das gute Stück unlängst bei YouTube. Als Fan von Ralf König musste ich mir den einfach gönnen. Am Freitag sahen wir uns den Film an. Was soll ich sagen … wir hatten neunzig Minuten richtig viel Spaß. Ich habe lange nicht so gelacht.

Allein die Darsteller der spanischen Produktion sind zum Schreien komisch, sei es als schwule Athener oder als sexuell unbefriedigte Kämpfer mit ihren langen »Lanzen«. Auch die Frauen werden von mehreren Seiten beleuchtet. Hier wird jedes Klischee gewälzt, aber auch gezeigt, dass Frauen die Macht haben, Kriege zu beenden.

Der pazifistische Hintergedanke des ursprünglichen Stückes bleibt trotz der Umsetzung als Persiflage bestehen. Und das ist doch das Wichtigste.

Wer mal reinschauen möchte, findet den Trailer auf der Seite zum Film bei Ralf König oder bei Kino.de.

Die PERRY RHODAN Verfilmung – Fluch oder Segen

Unlängst fragte ein Fan in einem Artikel:

»Wo bleibt die Verfilmung unserer Serie? … Was fehlt, ist die Initiative der Herausgeber. … Meister der Insel! … Mit dieser Geschichte, runtergebrochen auf einen Film (oder eine Serie …), kann man nichts falsch machen! «

Oh doch, man kann.

Zu allererst sollte klargestellt werden: die Herausgeber haben keinen Einfluss auf eine Verfilmung. Der Verlag hat die Filmrechte verkauft – Ich weiß nicht genau, bei wem sie gerade liegen. Das einzige, was sie sich die Redaktion gesichert hat, ist ein Mitspracherecht bei der Handlung. Ohne das Okay von Chefredakteur Klaus N. Frick, wird das Filmmanuskript nicht freigeben. Das dient dem Schutz der Serie, denn die Filmleute interessiert die Geschichte um Perry Rhodan in ihrer Gesamtheit und in ihrer Bedeutung für die Fans eher weniger. Die sehen nur die Marke. Film ist ein Geschäft, in dem es darum geht, mit wenig Aufwand möglichst viel Geld zu verdienen und bei dem die Produzenten und Regisseure ihre eigenen künstlerischen Visionen verwirklichen wollen. Die haben eigene Vorstellungen davon, was spannend ist. Und das geht meist nicht mit den Wünschen und Vorstellungen von Fans und Lesern konform. Fragt man Andreas Eschbach, was er von der Verfilmung seines Jesusvideos hält, dann wird er nur mit dem Kopf schütteln. Ihm wurde nicht mal das Script zum Film vorgelegt. Die Geschichte hat bis auf die Figuren kaum noch etwas mit dem Buch und seiner Aussage gemein.

Persönlich bin ich froh, dass es keine neue Verfilmung von PERRY RHODAN gibt und hoffentlich auch nie geben wird, egal ob als Film oder Serie. Wahrscheinlich wäre jeder einzelne Leser auf die eine oder andere Weise enttäuscht, weil jeder seine eigene Vorstellung von der Person Perry Rhodan hat. Ein Film würde diese Vorstellung unwiederbringlich zerstören. So wie es vielen Lesern von Tolkiens »Herr der Ringe« passiert ist. Bei denen haben sich die eigenen Bilder in ihrem Kopf in die aus den Filmen verwandelt. Für sie und alle folgenden Generationen werden die Geschichte und die Figuren beim Lesen ausschließlich von den Filmen geprägt sein, da ist kein Platz mehr für die eigene Fantasie. Außer man hat die Filme zuvor nicht gesehen. Ganz ehrlich, ich fände das für PERRY RHODAN eine schauerliche Vorstellung.

Diese Woche wurde groß angekündigt, dass man »Raumpatrouille Orion« neu verfilmen möchte. Deutsche Filmproduzenten wagen sich an Science Fiction heran. Das klingt erstmal ganz gut. Die Frage wird sein, ob die Umsetzung so gut ist, dass sie sowohl die Fans, als auch neue Zuschauer überzeugen kann. Bei vielen solcher Reboots in anderen Franchises hat das nicht geklappt, einschließlich Star Trek: Discovery oder den Star Trek-Filmen von J.J. Abrams. Die Star Wars-Serie »The Mandalorien« beweist aber, dass es funktionieren kann. Außerdem war »Raumpatrouille Orion« eine Fernsehserie. Bei einer Literaturverfilmung wie bei PERRY RHODAN sieht das nochmal ganz anders aus.

Nun, schauen wir mal, ob und was daraus wird. Wenn es klappt, könnte es tatsächlich Einfluss auf die Produktion eines Films oder einer Serie über PERRY RHODAN haben. Lassen wir uns überraschen.