Schnitzeljagd im Paradies

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 286 – »Kartell der Pilgerväter« von Ruben Wickenhäuser

Der als Paradies beworbene Planet Parimar entpuppt sich als übervölkerte Technowelt, auf der viele Pilger gestrandet sind. Die wenigen Biosphärenreservate dienen als Prüfungsort für die Pilger. Es geht um Zielstrebigkeit und dem Widerstehen von Versuchungen. Die wenigsten können sich den Freuden des Müßiggangs entziehen.
In dieses Szenario werden Perry Rhodan und seine Begleiter geworfen. Rhodan und Gayt-Coor werden von Doyntscho, Roi Danton und Torytrae getrennt. Nach einer Nacht im Paradies verlassen sie das Tal auf der Suche nach ihren Freunden und dürfen weiterziehen. Auf ihrer Suche in den überbevölkerten Städten werden sie in die Machenschaften eines Drogenkartells verwickelt. Sie kehren zurück in eines der Biosphärenreservate, in dem die Yaanztronischen Militärs gegen eine einheimische intelligente Spezies, die Batrachen, kämpfen. 

Rhodan und Gayt-Coor geraten zwischen die Fronten. Der Terraner im Körper eines Yaanztroners schwingt die Moralkeule und verhilft den bedrängten Ureinwohnern zu einer Verteidigungsstrategie, die den Krieg beenden könnte. Ganz nebenbei findet er auch die gesuchten Freunde wieder und enttarnt die Pilgerväter als Köpfe des Drogenkartells. Um Rhodan zum Schweigen zu bringen, bieten die Pilgerväter ihm und seinen Freunden das Siegel an, um zur nächsten Station weiterzureisen.

So langsam wird es ein wenig ermüdend. Noch eine Pilgerprüfung und wieder bekommt man erklärt, wie die yaanztronische Kultur tickt. Inzwischen habe ich das verstanden und die meisten anderen Leser und Leserinnen sicher auch.

Der Autor gibt sich Mühe mit allerlei Reminiszenzen und Vergleichen zur terranischen Kultur das Leben auf Parimar zu beschreiben. Das klappt mal mehr und mal weniger gut. Zumindest bringt er zwei Botschaften an den Mann oder die Frau, nämlich, dass Krieg für welchen Zweck auch immer nie eine Lösung sein kann und das Drogenkonsum nicht nur dem eigenen Körper schadet, sondern vielen anderen auch.

Die Romanhandlung ist zwar extrem wendungsreich und teilweise echt spannend, aber durch die vielen Wiederholungen aus den vorangegangenen Romanen liest sich so manch anderes Kapitel dagegen zäh wie Leder. Das kann auch der opulente Weltenbau nicht wettmachen. So langsam ist man übersättigt, von all den Spezies, den Landschaften, den vor Leben überquellenden Städten, mit all ihren Einrichtungen, die den Pilgern die Kuschtas aus den Kristallen ziehen sollen.

Der Titel des Romans »Kartell der Pilgerväter« verrät schon im Voraus, wer hinter dem Drogenhandel steckt. Da kann der Autor noch so viel Mühe auf seine Nebenfiguren verwenden, es wird keinen überraschen, was Rhodan am Ende herausfindet. Zumal dem Terraner offensichtlich nicht daran gelegen ist, dass System zu zerschlagen, denn er lässt sich auf den Deal der Pilgerväter ein, um die nächste Etappe zu erreichen. Die eigentliche Arbeit überlässt er den Batrachen, die die halluzinogenen Pflanzen genetisch verändern, damit aus ihnen keine Drogen mehr hergestellt werden können. Da stellt man sich doch die Frage, warum die offensichtlich so intelligenten Batrachen nicht schon längst selbst darauf gekommen sind und erst ein Perry Rhodan daherkommen muss, um ihnen die Erleuchtung zu schenken.

Genau das ist es, was ich an manchen PERRY RHODAN-Romanen so hasse. Perry Rhodan der Held, der allem und jedem moralisch überlegen ist und der für jedes Problem eine Lösung zu haben scheint. Das ist so unglaubwürdig, da waren wir bei NEO schon mal weiter.

»Kartell der Pilgerväter« ist kein Roman, den man gelesen haben muss, um die Staffelhandlung zu verstehen. Dessen exotischer Weltenbau sich aber durchaus mit den Vorgängerromanen messen kann. Gayt-Coor wirkt auf diesem Cover auf mich irgendwie, als stamme er aus der Serie »Die Dinos«.

Kalter Einstand

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 285 – »Im Kältewald« von Marlene von Hagen

Auf der Pilgerreise zum Peregrosch erreichen Perry Rhodan und seine Freunde Roi Danton, Doynschto und Gayt-Coor die ersten Stationen. Mit ein bisschen Unterstützung der terranischen Freihändler werden sie als Pilger zugelassen und treten auf einem Eisplaneten zur ersten Prüfung an.
Auch die Yaanztronerin Saddrayasch möchte das Peregrosch erreichen, doch sie hat ein zerebrales Defizit und wird nicht als geeignet eingestuft. Als ein Pilger direkt vor ihren Augen stirbt, nimmt sie ihm den Pilgerbrief ab, der sie für die Pilgerreise qualifiziert. Auch sie muss ihre erste Prüfung im Kältewald auf Veltyr ablegen, doch sie gerät in Schwierigkeiten aus denen Perry Rhodan sie selbstlos retten kann.
Dadurch entdecken die Prüfer die Besonderheit von Rhodans Ceynach und beenden die Prüfung. Rhodan kann sie überzeugen, dass alle Mitglieder seiner Gruppe zur nächsten Prüfung auf Parimar zugelassen werden. Was er nicht weiß, die Pilgerreise dient ausschließlich der Suche nach besonders geeigneten Ceynachs. Wozu die Ceynachs gebraucht werden und was mit den Pilgern passiert, die nicht während der Prüfungen sterben oder aufgeben, bleibt unklar.
Am Ende kommt es zum Showdown zwischen Perry Rhodan und der Ceynachjägerin Torytrae, bei der sich die Jägerin plötzlich erinnert, dass auch sie eine Zeiträgerin ist wie Rhodan. Daraufhin schließen die beiden einen Waffenstillstand, um herauszufinden, was in Naupaum wirklich vor sich geht.

Marlene von Hagens erster NEO ist eine spannende Schnitzeljagd durch vielerlei unterschiedliche Umgebungen. Trotz der vielen Wendungen und des recht umfangreichen Personals gelingt es der Autorin mich bei der Stange zu halten und nicht zu verwirren. Sie schafft es sogar an einer Stelle ihr Lieblingsthema Einhörner in der Handlung zu platzieren.

Mit der Figur der Yaanztronerin Saddrayasch, die an einer Art Tourette-Syndrom leidet, erschafft sie eine glaubwürdige Heldin, die trotz all ihrer Schwächen viel Stärke zeigt und einen positiven Eindruck hinterlässt. Schön, dass sie am Ende zwar Rhodan und die anderen nicht begleitet, aber dennoch ein Happy End bekommt.

Überrascht hat mich an dem Roman, dass man als Leser schon so früh erfährt, was mit der Pilgerreise insgeheim bezweckt wird. Dass das Ganze eigentlich ein riesiger Schwindel ist, um passende Ceynachs zu finden. Ich frage mich, für was man die braucht, um so einen riesigen Aufwand zu rechtfertigen. Zumindest reduziert man auf diese Art ein wenig die Überbevölkerung.

Überhaupt scheint diese ganze Pilgermaschinerie ein riesen Geschäft zu sein. Ein bisschen erinnern mich die Bewohner Naupaums an die Ferengi aus Star Trek, die selbst ihre Großmutter verkaufen würden, wenn der Preis stimmt.

Was mir nicht so gut gefiel, war die Wendung um Torytrae. In einem Moment will sie Rhodan noch töten und im nächsten schließt sie mit ihm Frieden. Das kam mir ein bisschen zu plötzlich. Eine solche radikale Sinneswandlung ausgelöst durch eine einzelne Erinnerung war mir ein bisschen zu wenig.

»Im Kältewald« überzeugt mit einer stringenten Handlung, einem fantasievollen Weltenbau und gut ausgearbeiteten Charakteren. Sieht man von einigen unglaublichen Zufällen ab, ist Marlene von Hagen damit ein spannender Roman gelungen, der die Staffelhandlung in Naupaum wieder ein Stück vorantreibt.

Die Katze lässt das Espern nicht

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 284 – »Der Fluch der Kartanin« von Rüdiger Schäfer

Das Schiff von Perry Rhodan und seinen Freunden stürzt auf der Flucht vor der Cernachjägerin Torytrae auf einem unbewohnten Planeten ab. Torytrae ist so fixiert darauf Rhodans Gehirn habhaft zu werden, dass sie alle Vorsicht, es nicht zu verletzten, vergisst. Da taucht Dao-Lin-H’ay auf, um ihr Einhalt zu gebieten. Es kommt zum Kampf bei dem Torytrae die Kartanin schwer verletzt und anschließend flieht. Rhodan und Danton, deren Gehirne immer noch in den Körpern von Yaanztronern stecken, versuchen Dao-Lin-H’ay zu helfen. Doch ohne funktionsfähiges Raumschiff, das sie von dem Planeten wegbringt, ist das so gut wie unmöglich. Doch da taucht mit der LOVELY BOSCYK ein Schiff auf, dessen Crew aus den Nachfahren der SLITHRUGTANNI besteht. Der Langstreckenkreuzer der SOL verschwand nach Rhodans Zeitverständnis vor zwei Monaten im blauen System zwischen Mond und Erde in einer Art Zeitstrudel und wurde offensichtlich 50 Jahre in die Vergangenheit nach M87 versetzt. Die Besatzung hat in Naupaum eine Kolonie gegründet und sich als zuverlässige Händler etabliert.
Dao-Lin-H’ay wird auf die Krankenstation gebracht und behandelt, während das Schiff nach New Olymp fliegt. Die Verletzung setzt in ihrem Kopf einen Prozess in Gang, bei dem sie im Heilkoma spricht. Sie erzählt, wie sie nach einem Vorfall bei der Abschlusszeremonie ihrer Ausbildung in ein Sanatorium gebracht wird und von da aus zusammen mit einer anderen Kartanin flieht und auf einem Raumfrachter landet, der in M87 unterwegs ist. Die beiden schlagen sich viele Jahre allein durch. Dao-Lin-H’ay entdeckt dabei den »Ruf« des Schwarzen Lochs im Zentrum von M87 und will unbedingt in seine Nähe kommen.  Sie starten eine Expedition, bei der sie auf einem einsamen Planeten stranden. Ihre Gefährtin stirbt. Dao wird kurz vor ihrem Ableben von den Schwestern der Tiefe unter der Führung von Nathalie Rhodan da Zoltral gerettet.
Während sich die Kartanin auf New Olymp erholt, fliegen Rhodan und seine Begleiter weiter zur ersten Station des Peregosch.

Der Roman startet mit einer Raumschlacht, in dessen Folge das Schiff von Gayt-Coor auf einem Planeten zerschellt. Sowohl der Kampf gegen die überlegende Cernachjägerin als auch der Weltenbau des Planeten wirken überzeugend. Ich wundere mich nur, das Perry Rhodan im Kampf und auf der Flucht vor Torytrae Zeit hat, sich Gedanken zu Vegetation oder ähnlichem zu machen. Das hat die Actionszenen ein bisschen ausgebremst.

Charakterromane liegen Rüdiger Schäfer am Herzen und so stattet er dieses Mal Dao-Lin-H’ay mit einer passenden Hintergrundgeschichte aus. Das liest sich gut, befriedigt aber nicht alle meine Erwartungen. Denn die Geschichte endet, als die Kartanin von den Schwestern der Tiefe gerettet wird. Dazwischen liegt eine lange Odyssee, die die Beweggründe der Figur vermitteln soll, in vielen Teilen aber den Charakterromanen gleicht, die der Autor bereits für andere Figuren der NEO-Handlung verfasst hat. Rüdiger Schäfer verleiht der geheimnisvollen Kartanin ein wenig mehr Tiefe, offenbart aber keinerlei Hintergründe zu den Geschehnissen der Staffel. Wir erfahren aber, dass Torytrae von den Schwestern der Tiefe beauftragt wurde, Rhodans Gehirn sicherzustellen.

Gut gefallen hat mir die Gedankenwelt von Dao-Lin-H’ay. Mir war bisher nicht bewusst, das Kartanin über mentale Fähigkeiten wie Espern verfügen, sprich die Gedanken anderer lesen bzw. manipulieren können. Das ist sehr eindrucksvoll geschildert. Ich denke aber, das ich eine der wenigen bin, die diesen Aspekt des Romans faszinierend findet.

Dass die SLITHRUGTANNI wieder auftaucht, hat mich tatsächlich überrascht. Obwohl ich damit gerechnet habe, ist die Platzierung an dieser Stelle der Handlung nicht zu erwarten gewesen. Ich frage mich aber, wie groß die Besatzung des Langstreckenkreuzers wirklich war. Mir war es so, als bestünde sie nur aus einer Hand voll Personen, die nie eine so große Kolonie hätten bilden können. Andererseits ist es schön zu sehen, wie die Exposéautoren ein Puzzleteil nach dem anderen zusammenfügen.

In »Der Fluch der Kartanin« pausiert die Handlung zum ersten Mal in dieser Staffel. Am Ende weiß man ein wenig mehr über die Galaxie M87, die offensichtlich von einer trennenden Barriere umgeben ist. Und es wird die Jugend von Dao-Lin H’ay näher beleuchtet.

Sehr gelungen finde ich übrigens das Cover von Dirk Schultz und Horst Gotta. Da schlägt das Herz einer Katzennärrin höher.

Keine Zeit in Braunschweig

Das PRFZ-Panel

Tag zwei des PRFZ-Con startete mit einem guten Frühstück im Hotel. Der Frühstücksraum war wohl der einzig klimatisierte Raum im ganzen Hotel. Auf den Fluren und in den Zimmer war es kuschelig warm. Im Gegensatz zu draußen.

Wir machten uns schon nach 8 Uhr auf den Weg in die Mühle. Dort war schon einiges los. Ich und mein Mann packten die Publikationen aus dem SpaceShop aus und präsentierten sie ansprechend auf dem Tisch. Wir waren noch nicht fertig, da standen schon die ersten Käufer parat. Der Ansturm war so groß, dass ich anfangs ein bisschen überfordert war. Am besten verkauften sich die Glasmodelle. Wir konnten sie gar nicht so schnell wieder hinstellen, wie sie weggingen. Mein Mann holte sie dann gleich aus dem Karton und ich kassierte. Zum Abstreichen von der Liste kam ich allerdings nicht. So weiß ich nicht ganz genau, wie viele an dem Wochenende wirklich verkauft wurden.

Wegen des Standdienstes verpasste ich die Eröffnung, war aber dann um 11 Uhr beim Panel der PRFZ im Hauptsaal mit Nils Hirseland und Herbert Keßel auf der Bühne. Das verzögerte sich ein bisschen wegen der Beleuchtung, die nicht funktionierte und bei der dann ein wenig improvisiert werden musste. Das hat dann aber im Laufe des Cons offensichtlich gut hingehauen. Beim Programmpunkt verliehen wir unter anderem Herbert Keßel die Ehrenmitgliedschaft der PRFZ für seine langjährige Tätigkeit als Mitgliederbetreuer, Kassenwart, SpaceShop-Betreuer und Con-Organisator.  Das war von langer Hand heimlich geplant. Ich hatte die Urkunde gemacht und ein kleines Geschenk gekauft. Die Überraschung ist geglückt. Herbert hat sich sehr gefreut.

Die gestenreichen Erzählungen der Chefredakteurin

Mitten im Panel rief Madeleine Puljic auf Nils Hirselands Handy an und sagte, dass sie und Kai Hirdt im Stau stehen und später kommen und es daher nicht rechtzeitig zu ihrem Panel um 12 Uhr schaffen würde. Ich bot dann kurzerhand an mit Madeleine zu tauschen. So konnte ich leider vom Programmpunkt mit Ex-PERRY RHODAN-Marketingchef Klaus Bollhöfener und seiner Nachfolgerin Janina Zimmer nur die ersten Minuten anschauen, um pünktlich zu meinem Panel im Gruppenraum zu erscheinen. Dort musste ich den wartenden Gästen mitteilen, dass sie mit mir Vorlieb nehmen mussten, anstatt Madeleine. Es sind tatsächlich viele sitzengeblieben, obwohl ich keine wirklich spannenden Geschichten aus der SOL-Redaktion zu berichten hatte. Aber es entspann sich eine schöne Diskussion über alle möglichen Themen. Das fand ich sehr fruchtbar. Später beschwerten sich zwar einige, dass sie mich verpasst haben, was mir natürlich sehr leid tat. Es blieb übrigens der einzige Programmpunkt in den beiden Tagen, der verschoben worden ist.

Anschließend haben wir schnell war gegessen, denn um 13 Uhr fand die Mitgliederversammlung der PRFZ statt. Hermann Ritter führte wieder strikt und unterhaltsam durch die Versammlung, so dass wir zwar schnell fertig waren, aber die arme Schriftführerin (ich) kaum mit dem Protokoll nachkam. Wir waren übrigens 42 Teilnehmer. Es fanden nicht alle einen Sitzplatz und einige wenige mussten stehen. Es war die Versammlung mit den meisten Mitgliedern, an der ich teilgenommen habe. Das fand ich gut, da merkt man, dass den Leuten der Verein nicht egal ist.

Danach besuchte ich das NEO-Panel mit Rüdiger Schäfer, Ben Calvin Hary und Marlene von Hagen. Die Moderation hatte wie auf dem gesamten Con der »Schleifer von Wien« – Roman Schleifer – inne. Roman ist eine echte Rampensau und quetschte aus den Autoren allerhand neues heraus. Auf meine Frage (die übrigens im Forum diskutiert wurde) an Rüdiger, ob denn Dao-Lin-H’ay die Auftraggeberin von Torytrae ist, antwortete er mit einem Nein. Als ich ihm sagte, dass er das aber so in Band 284 geschrieben hätte, konnte er sich nicht mehr erinnern. Zum Glück sprang mir Lektor Dieter Schmidt (der vor mir saß) zur Seite. Er hatte das ebenso gelesen. Es ist doch schön zu hören, dass auch Expokraten hin und wieder Fehler machen.

Ben und ich hecken gerade etwas aus. Foto: Norbert Fiks

Anschließend hatte ich wieder Dienst am PRFZ-Stand. Der Andrang war jetzt aber nicht mehr so groß, so dass genügend Zeit für Gespräche mit Freunden und Fans war. Außerdem hatte ich den besten Platz, um all die Cosplayer zu bewundern, die zum Con gekommen waren. Ich hatte zwar auch meine Star Trek: Enterprise Uniform dabei, aber mir war es zu warm, so dass ich nicht in den Overall geschlüpft bin.

Gegen 19 Uhr gingen wir dann mit Klaus Bollhöfener und Uwe (der den Einlass organisiert hatte) zum Abendessen in ein nahegelegenes Brauhaus. Mir knurrte schon seit Stunden der Magen, weil ich mittags nur eine Nudelsuppe gegessen hatte. Im Biergarten vor dem Restaurant gab es eine lustige Szene mit zwei Damen, die Uwe für den Kellner hielten, weil er die Speisekarten bei uns am Tisch verteilte. Die beiden wollten zahlen und Uwe meinte sinngemäß: er würde das Geld schon nehmen, könne aber keine Quittung ausstellen. Wir haben alle gelacht. Nach ausreichender Stärkung gings zurück zur Mühle, wo die Late Night Show mit Hermann Ritter und Robert Vogel lief. Unterwegs kamen uns aber viele entgegen, die völlig ausgehungert waren und lieber essen gehen wollten.

Ich ging dann auch nicht mehr nach oben in den Hauptsaal, sondern quatschte noch bis knapp 22 Uhr vor dem Congebäude mit Fans. Totmüde fiel ich irgendwann danach ins Hotelbett.

Fotos folgen.

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter

Quelle: Kinostarts

Ein Film über eine Figur aus einem anderen Film nennt man im allgemeinen »Spinoff«. Wenn der Spinoff gleichzeitig ein Prequel ist …

Halt. Spätestens jetzt sollte ich aufhören, mit englischen Begriffen um mich zu werfen, sonst kommen einige meine Leser vielleicht nicht mehr mit. Buzz Lightyear ist ein Charakter aus einem Animationsfilm, den die Pixar Animation Studios in den neunziger Jahren veröffentlicht hat. Darin ist Buzz ein Spielzeug, das einem Jungen gehört und das zusammen mit anderen Spielzeugen eine Menge Abenteuer erlebt. Warum und wie Andy zu Buzz Lightyear gekommen ist, wurde immer nur am Rande erwähnt. Buzz war eine Actionfigur aus einem Kinofilm.

Nun endlich, fast dreißig Jahre später, dürfen wir diesen Film selbst bestaunen. Auch der ist wieder ein Animationsfilm von Pixar. Und was für einer …

Der Space Ranger Buzz Lightyear muss ein Raumschiff mit über tausend Personen an Bord von einem Planeten retten, dabei begeht er einen schweren Fehler. Er schätzt eine Situation falsch ein und das Schiff und die Menschen stranden in einer fremden gefährlichen Welt. Während alle anderem sich mit dem Schicksal abfinden und ein neues Leben aufbauen, versucht er weiterhin alles Mögliche, um Schiff und Besatzung nach Hause zu bringen. Leider haben seine Versuche mit der Antriebstechnologie des Raumschiffs ihre Tücken. Bei jedem Test im All vergehen für ihn nur ein paar Stunden, für die Menschen auf dem Planeten aber Jahre. Und so dauert es fast einhundert Jahre auf dem Planeten bis er endlich erfolgreich ist. Doch da gehen Buzz‘ Probleme erst richtig los.

Wer die Vorschau gesehen hat, hat schon mitbekommen, das es im Film heiß hergeht. Viel Action und witzige Szenen machen den Streifen und seine Protagonisten sympathisch. Aber es gibt auch traurige Momente, wie bei Pixar üblich. Dieses Mal habe ich mich schon kurz nach Beginn erwischt, wie ich nach den Taschentüchern gegriffen habe.

Im Film sind viele Anspielungen auf andere Filme versteckt, unter anderem zu Star Wars. Inzwischen gehören Pixar und Star Wars beide zu Disney, es lag also nahe, eine Art Lichtschwert und lustige Roboter zu zeigen. Mit am besten hat mir die Roboterkatze gefallen, die sich hin und wieder wie R2D2 verhält. Das ist echt mal eine originelle Figur. Die Aussage des Films, dass Menschen Fehler machen, ist zwar ein bisschen klischeehaft, aber in der Umsetzung dann doch gelungen. Ein paar kleinere Ungereimtheiten bezüglich physikalischer Effekte lasse ich mal umkommentiert, weil es grundsätzlich ein Animationsfilm ist.

Wegen der vielen tollen Ideen, die in dem Film stecken, muss man ihn sich mehr als einmal ansehen. Bemerkenswert finde ich, dass das Raumschiff kugelförmig ist und über Landgestützten verfügt, wie bei PERRY RHODAN. Die Besatzung macht leider den gleichen Fehler wie Perry Rhodan, der auch immer erstmal landen muss, wenn er einen unbekannten Planeten erforschen will, meist mit dem gleichen Ergebnis wie bei »Lightyear«.

Der Film lief im Juni in den Kinos. Wir haben ihn bei Disney+ angesehen. Es gibt dazu auch eine informative Dokumentation.

Blitzflug

Kaum angekündigt, schon ist sie da. Die »SOL« flatterte heute ins Haus, viel schneller als erwartet. Da hat sich die Druckerei richtig beeilt. Die Mitglieder der PRFZ bekommen ihre Ausgabe in den nächsten Tagen zugeschickt. Die Dialogpost ist eben ein bisschen langsamer.

Zusammen kam die »SOL« mit den Belegexemplaren der PERRY RHODAN-Erstauflage von dieser Woche. Darin die Ausgabe 46 meiner Kolumne »FanSzene«. Ja, es geht auf die Nummer 50 zu.

Da liegen nun also meine zwei »Babys«. Ich freue mich jedes Mal darüber, auch wenn es inzwischen meine 23. Ausgabe der »SOL« und die 46. »FanSzene« ist. Es steckt viel Herzblut in Beidem. Mehr als sich manch einer vielleicht vorstellen mag. Vor allem aber steckt ein großer Teil meiner Freizeit darin. Aber es ist mir Lohn genug, wenn ich die Publikationen in Händen halten kann. Das befriedigt und motiviert gleichermaßen. Denn nicht immer ist alles perfekt. Da entdeckt man dann doch den einen oder andern kleinen Fehler. Das ärgert mich immer ein wenig, spornt mich aber auch an, beim nächsten Mal noch besser, noch fehlerfreier zu werden.

Ich hoffe, dass sowohl die »SOL« als auch die »FanSzene« den Lesern und Leserinnen viel Freude bereiten wird. Ich finde sie dieses Mal besonders gelungen.

Die SOL im Comicfieber

Comics spielten in der Geschichte der PERRY RHODAN-Serie immer mal wieder eine Rolle. »PERRY RHODAN im Bild« war die erste Publikation, in der Geschichten um den Raumfahrer Perry Rhodan als Comics erzählt wurden. In den darauffolgenden Jahrzehnten sollten weitere Comic-Reihen folgen. Obwohl sie den großen Erfolg der Hauptserie und dessen Ableger nie erreichen konnten, sind sie ein wichtiger Teil von PERRY RHODAN. Nicht wenige Leser und Leserinnen sind durch die Zeichnungen aus den Comics zur Serie gekommen und manch einer bis heute dabeigeblieben.

Die SOL 107 widmet sich deshalb in einem Schwerpunkt den Comics der PERRY RHODAN-Serie. In Interviews und Rückblicken sowie mit einem Making-of erklären u. a. Autoren und Zeichner der Alligator Farm wie die Comics für die größte Science-Fiction-Serie der Welt entstanden bzw. entstehen und was den Reiz dieses Mediums ausmacht. Reinhard Habeck berichtet vom Ursprung seiner Rüsselmops-Comics, und als besonderen Bonus gibt es statt einer Kurzgeschichte einen Comic von Alexander Huiskes.

Die Beiträge abseits des Schwerpunkts beschäftigen sich mit PERRY RHODAN NEO und der aktuellen Miniserie »Atlantis«. Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm gestatten einen Einblick in ihre Arbeit als Exposé-Autoren. Daniela Hesse bespricht die Miniserie. Ich nehme gewohnt kritisch die NEO-Staffel »Leticron« unter die Lupe.

Von den Aktivitäten der Fan-Szene berichten Gerhard Huber, Jürgen Müller und Markus Regler. Dabei gibt es seit zwei Jahren erstmals wieder Conberichte zu lesen. Alexandra Trinley führt die beliebte Reihe zu den 60 Geburtstagen von PERRY RHODAN fort. Thomas Harbach stellt einen außergewöhnlichen Crossover-Fanroman vor.

Ein ganz besonderer Hingucker ist aber das Titelbild von Henrik Fetz. Die Zeichnung zierte 2008 das Titelbild vom PERRY-Comic 135. Maikel Das schlug mir das Motiv vor, weil es sehr schön die Essenz der PERRY-Comics zeigt. Außerdem wollte ich schon immer mal nackte Frauen auf einem Titelbild der SOL haben.

Das Heft ist seit dieser Woche in der Druckerei. Drücken wir die Daumen, dass der Papiermangel uns keinen Strich durch die Rechnung macht und das Heft rechtzeitig Mitte August an die Mitglieder der PERRY RHODAN-FanZentrale ausgeliefert werden kann.

Vive la révolution

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 282 – »Der Mann aus der Vergangenheit« von Olaf Brill

Auf der Straße nennt man ihn Roi Danton, weil er sich wie ein Adliger gibt, obwohl er ein Bürgersohn ist. Georges Jacques Danton ist ein Mann der Revolution. Jener ersten Revolution, die in Frankreich den König stürzte und dem Volk die Macht gab. Welche dann einige Revolutionäre missbrauchten, um sich selbst an die Spitze zu setzen. Am Ende fraß die Revolution ihre Kinder. Einer davon war Georges Danton.
Doch nachdem sein Kopf von der Guillotine abgetrennt worden war, passierte das Erstaunliche. Sein Gehirn wurde auf mysteriöse Weise durch Raum und Zeit versetzt und landetet in einer Gehirnbank in Naupaum. Wo es wegen eines Notfalls in den Körper eines Yaanztroners versetzt wurde. Nun muss dieser Mensch aus dem 18. Jahrhundert der Erde, sich auf einem fremden Planeten in einer fernen Zukunft und einer noch ferneren Galaxie zurechtfinden. Doch er kann nicht aus seiner Haut, als er die Ungerechtigkeit und die Not der Bewohner sieht. Sehr schnell melden sich seine revolutionären Gedanken und bringen sein Gehirn und den Körper, in dem es steckt, in Bedrängnis. Dumm ist nur, dass der Körper dem Kriminellen Seskatsch gehört, der Dantons Ceynach lieber früher als später loswerden würde.
Durch sein rebellisches Verhalten fällt Danton im Körper Seskatchs auf. Gayt-Coor, ein Raumfahrer aus Naupaum, wird auf ihn aufmerksam und darauf, dass Danton offenbar eine Person mit dem Namen Perry Rhodan sucht. Er hilft bei der Suche und stellt den Kontakt zur Caddron-Vaga her, weil er sich damit eine Möglichkeit verspricht, von dem Planeten zu verschwinden.
Perry Rhodan ist skeptisch, als er schließlich dem Yaanzdroner mit dem eigenartigen Ceynach und der noch seltsameren Geschichte begegnet. Doch er stellt bald fest, dass das Ceynach tatsächlich Georges Jacques Danton gehört, jenem Helden der französischen Revolution. 

Immer wenn man denkt, man hat alles gelesen und kann bei NEO nicht mehr überrascht werden, dann kommt sowas. Die Geschichte ist über weite Strecken ein historischer Roman, der die Zeit der französischen Revolution wieder aufleben lässt. Der Hauptcharakter Georges Danton und alle anderen Beteiligten werden präzise in die Handlung eingewoben. Zugleich charakterisiert Olaf Brill den Franzosen sehr lebhaft und stimmig. Man ist sofort gefesselt vom Schicksal des Anhängers der Aufklärung, dessen Zukunftsglaube und Optimismus regelrecht ansteckend sind. Da bekommt man historische Fakten in einer spannenden Geschichte präsentiert. Die französische Revolution gehörte zu meinen Lieblingsthemen im Geschichtsunterricht. Das ist zwar fast 35 Jahre her, aber der Funke ist wieder übergesprungen.

Nicht nur im Historischen kennt sich der Autor aus. Mit der gleichen Präzision beschreibt er die technologisch fortschrittliche Zivilisation auf einem fremden Planeten. Der Weltenbau in Naupaum kommt nicht zu kurz. Ähnlich wie die Vorgängerautoren erzählt Olaf Brill in aussagekräftigen Bildern von der überbevölkerten Welt, in der die Bewohner unter der Herrschaft eines Tyrannen leben. Einer Welt, in der es trotz Fortschritt zu viel Armut und Tod gibt. Das ist teilweise lebhafter und glaubwürdiger beschrieben, als im Vorgängerband von Ben Calvin Hary.

Mein Lob geht an dieser Stelle auch an die Exposéautoren, die mit der Einführung des echten Georges Danton, eine völlige andere Figur als den Roi Danton aus der Erstauflage erschaffen, die dennoch gewisse Ähnlichkeiten besitzt. Der Roi Danton von NEO ist nicht der Sohn Perry Rhodans. Er ist das Vorbild, dem sich Michael Rhodan einst verschrieben hat. Mit diesem Roman wird wiederholt klar, dass NEO nicht nur die Nacherzählung der Erstauflage ist, sondern eine Neuinterpretation. Das macht die Serie überraschend für NEO-Fans und Leser der Erstauflage gleichermaßen.

Ein Franzose in Naupaum. Das hätte ich nun nicht erwartet. »Der Mann aus der Vergangenheit« ist ein großartiger historischer Roman mit ganz viel Sense of Wonder. Er führt die Staffelhandlung konsequent fort und hebt die NEO-Serie auf ein neues erzählerisches Niveau. Das überaus gelungene NEO-Debüt von Olaf Brill muss man gelesen haben.

Gehirnakrobatik in Naupaum

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 280 – »Fremder als fremd« von Lucy Guth

Perry Rhodan erwacht in völliger Finsternis jeglicher sensorischer Reize beraubt. Er weiß nicht, was passiert ist und wo er sich befindet. Er glaubt schon in dem Nichts seinen Verstand zu verlieren, da spürt er eine Veränderung …
Der Yanztrooner Doynschto arbeitet als Zerebralpfleger auf dem Planeten Nopaloor in einer Gehirnbank. Er versorgt frisch entnommene Ceynachs (Gehirne) und bereitete sie auf die Einlagerung oder die Transplantation in andere Wirtskörper vor. Da bekommt er ein Ceynach auf den Tisch, dass völlig anders ist und sich seinen Behandlungsmethoden entzieht. Um es am Leben zu erhalten, muss er es in einen Wirtskörper transplantieren …
So kommt es, dass Perry Rhodan im Körper eines jungen Yanztrooners aufwacht und von nun an zusammen mit dem Zerebralpfleger von einer insektoiden Verfolgerin durch eine fremde Welt gehetzt wird, die 43 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Sie schlagen sich auf und unter der Oberfläche eines völlig überfüllten Planeten durch Katakomben, Schmutz und billige Unterkünfte, durchstöbern Schwarzmärkte, Casinos und zwielichtige Etablissements um an eine Raumschiffpassage zu kommen.
Perry Rhodan will weg von dieser Welt und herausfinden, was mit ihm und seinem Körper passiert ist. Doch die Ceynach-Jägerin Torytrae bleibt ihnen ständig auf den Fersen und verhindert seine Flucht von Nopaloor.

Wow! Ich habe selten einen unterhaltsameren NEO-Roman gelesen. Da war alles dabei, was eine gute Geschichte ausmacht. Gut ausgearbeitete Charaktere, gelungene Dialoge, ungezwungene Action, perfektes Timing und ganz viel Sense of Wonder. Man lernt die Welt der Yanztrooner mit alles Sinnen kennen, man fühlt die Enge durch die Überbevölkerung förmlich. Ich hatte fast das Gefühl, die Bewohner Nopaloors würden jeden Moment aus den Buchseiten herausquellen.

Die Autorin beweist sehr viel Fantasie. Da bringt einen jede Kleinigkeit zum Staunen oder zum Lachen, vom Bordellbesuch bis zum Jahrmarkt, von der Bank bis zum Casino. Am Ende erlebt man noch einen genialen Twist, der überrascht.

Dabei wirkt die Geschichte nie albern, selbst wenn der Grundtenor so klingt. Ich meine, Perry Rhodans Gehirn geht auf Reisen, das hätte genauso gut schief gehen können. Siehe die Star Trek-Folge »Spocks Brain«, die nicht wirklich zum Besten gehört, was Star Trek hervorgebracht hat. Im Gegenteil vieles was in der Gesellschaft der Yanztrooner passiert, wird kritisch betrachtet und weißt einige Parallelen zur aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung unsere Realität auf.

Vom Schwarm gleich nach Naupaum, dies ist in der Tat eine unerwartete Entwicklung innerhalb der NEO-Serie. Da ich den Naupaum-Zyklus aus der Erstauflage nicht kenne, bin ich ziemlich gespannt, was mich hier im Kugelsternhaufen um die Galaxie M84 alles erwartet.

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht weiter spoilern, denn diesen Roman muss man selbst gelesen haben. Und weil man dafür so gut wie keine Vorkenntnisse benötigt, ist er auch für Neueinsteiger geeignet.

»Fremder als fremd« ist ein kleines Meisterwerk. Ich glaube, ich habe noch nie eine so unbedingte Leseempfehlung ausgesprochen wie zu diesem Roman. Danke an die Autorin, für die unterhaltsamsten Stunden mit einem NEO seit langem.

Der große Abschied

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 279 – »Leticrons Fall« von Rüdiger Schäfer

Eine Flotte aus 10.000 Tesserakten taucht am Rand des Solsystems auf. Die Posbis stellen den Überschweren ein Ultimatum. Wenn Leticron und seine Flotte nicht innerhalb von 48 Stunden die Lokale Blase verlassen, greifen die Tesserakte an.
Perry Rhodan fliegt daraufhin mit der FAIRY ins Sonnensystem, um Schlimmeres zu verhindern.
Leticron antwortet selbst mit einem Ultimatum. Sollten die Posbis angreifen, wird er drei Arkonbomben auf dem Mars zünden und damit den Planeten zusammen mit der im Solsystem zurückgebliebenen Menschheit auslöschen.
Entgegen den Warnungen seiner Freunde stellt sich Perry Rhodan dem Überschweren, um zu verhandeln. Er will den Mars und die restlichen Planeten des Solsystems vor den Auswirkungen einer Raumschlacht zwischen Posbis und Überschweren zu bewahren.
Zwei der Bomben können von Mitgliedern des marsianischen Widerstands erobert und entschärft werden. An die Dritte jedoch kommen Rhodans Sohn Thomas und Jessica Tekener selbst mit Gucky Hilfe nicht heran.
Als Leticron droht, diese Bombe zu zünden, taucht Dao-Lin-H’ay auf und warnt ihn. Als er sich weigert den Finger vom Auslöser zu nehmen, bittet sie Alaska Saedelaere die Maske abzunehmen und Leticron zu zeigen, welche Bedrohung sie alle erwartet, wenn er nicht ihrem Plan folgt. Der Überschwere ist von dem Anblick so eingeschüchtert, dass er aufgibt und seine Flotte aus allen Sonnensystemen der Kolonien und dem Solsystem abzieht und sich nach M13 zurückzieht.
Die Regierung der Terranischen Union, die Bewohner des Mars und der Kolonien sowie der SOL sind erleichtert. Drei Tage später jedoch bricht Perry Rhodan in der Zentrale der SOL zusammen und stirbt.

»This is not the end. This is only goodbye« Mit diesen Worten aus einem Songtext von Amy MacDonald lässt sich der Roman zusammenfassen. Es ist kein endgültiges Ende von Leticron. Das wäre auch zu unbefriedigend gewesen, nachdem der Überschwere in der gleichnamigen Staffel viel zu wenig präsent war. Nun zieht er sich in das von ihm eroberte Arkonsystem zurück. Er verabschiedet sich sozusagen aus der aktuellen Handlung und wird sicher irgendwann zurückschlagen.

Auch Perry Rhodan verabschiedet sich. Wie aus den Ankündigungen der Redaktion zu lesen war, geht Rhodans Gehirn auf eine Reise in eine ferne Galaxie. Das klingt zwar vielversprechend. Ich bin dennoch ein wenig enttäuscht, dass sich Leticron so einfach fügt. Da hätte ich mir mehr Konflikt gewünscht. Wobei das schwer ist, da man den Überschweren für meinen Geschmack zu übermächtig gemacht hat. Zumindest findet Leticrons skrupellose Geliebte Kyuna den Tod.

Rüdiger Schäfer erklärt in diesem Roman einiges aus der Zeit Leticrons, bevor er ins Solsystem eingefallen ist. Die Kapitel aus Alaska Saedealaers Perspektive geschrieben, sind allerdings etwas eigenwillig nichtlinear angeordnet. Da hätte ein kleiner Hinweis auf die Handlungszeit größere Verwirrung verhindert. Ich habe ein paarmal hin- und herblättern müssen. Zumindest erfahren wir, woher Leticron die Transformkanonen hat. Obwohl mir bisher nicht bewusst war, dass die arkonidische Flotte auch über Transformkanonen verfügte. Es gibt nach der Zerstörung von Archetz also mindestens einen weiteren Ort, an dem die Mehandor in Kooperation mit den Posbis Transformkanonen bauen. Nun, vielleicht gehört diese ungewöhnliche Kooperation ebenfalls zum Langzeitplan der Schwestern der Tiefe.

Thomas Rhodan da Zoltras Einsatz auf dem Mars, Rhodans Diskussion mit Leticron und die Sorge Reginald Bulls sind glaubhaft und spannend verfasst. In die Dialoge hat der Autor viele Gedanken eingebracht, die genauso gut zum derzeitigen Krieg in Osteuropa passen. Man merkt, dass Rüdiger Schäfer das Thema Krieg emotional sehr beschäftigt.

Überraschend ist für mich das Auftauchen der Kartanin. Hier wird wieder auf die kosmische Bedrohung angespielt und wenig bis gar nichts verraten. Nachdem sich das Nonagon wieder einschaltet, kurz bevor Perry Rhodan tot zusammenbricht, nehme ich an, dass wir in den nächsten Staffeln wieder etwas über das Dunkelleben lesen werden.

Wer die Romanzusammenfassung liest, wird feststellen, dass sie etwas kürzer ausfällt. Das liegt daran, dass die Haupthandlung nur etwa zwei Drittel des Romans ausmacht. Im verbliebenen Drittel zeigt uns der Autor wie es dem einen oder anderem Charakter geht, der im Laufe der vergangenen Staffel eine Rolle spielte. Mit den kurzen Schlaglichtartigen Kapiteln zieht der Autor gleichzeitig ein Fazit und bringt uns Leser auf den aktuellen Stand.

Das hat mir im Grunde gut gefallen. Nur bei dem Kapitel zu Sofgart war ich etwas verwirrt. Wann ist der Arkonide auf die SOL zurückgekehrt? Er war zuletzt im Akonsystem in M3. Hätte er überhaupt innerhalb der kurzen Zeit zwischen Band 273 und 279 die knapp 30.000 Lichtjahre aus M3 in die Milchstraße überwinden können? Ich denke, da wäre ein kleiner Nebensatz hilfreich gewesen.

Mit »Leticrons Fall« hat mich Rüdiger Schäfer wieder mit NEO versöhnt. Nach den letzten etwas unbefriedigenden Romanen hatte ich nämlich meine Zweifel, ob ich die Serie weiterlesen möchte.