Unter schwarzer Flagge

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 231 – »Angriff der Druuwen« von Susan Schwartz

Der niedergeschossene Perry Rhodan ist natürlich nicht tot, sondern nur betäubt. Doch die Gefahr für die Besatzung der CREST II ist durchaus ernstzunehmen. Zwar sind die Druuwen nicht besonders gut organisiert, aber sie sind nicht dumm und sie sind in der Überzahl. Außerdem haben sie ein paar Mittelchen auf Lager, die ihnen einen Vorteil verschaffen. Zum Beispiel einen Pilzparasitein, der sich in den Gehirnen der Menschen ausbreitete und sie zu willenlosen Zombies macht. Erschwerend für die Menschen kommt hinzu, dass die Bordpositronik SENECA nicht kooperiert.
So werden die zweitausend Menschen an Bord zu Gefangenen des Clanchefs Zakhaan Breel, der damit den Ruhm seiner Händler-Sippe mehren möchte. Zusammen mit seiner Flotte fliegt die CREST II Sukar Masir, eine Raumstation im Contagiat, an. In dem Raumsektor wütet das Dunkelleben unkontrolliert. Hier will er die nicht mit dem Dunkelleben infizierten Menschen zu Forschungszwecken an einen Vertreter des Compariats verkaufen. Damit drohen die Terraner zu Versuchskaninchen zu werden, wie einst Ronald Tekener.
Rhodan versucht dies zusammen mit Gucky zu verhindern, doch es funktioniert nicht. Am Ende müssen die wenigen Nichtinfizierten, darunter die Zellaktivatorträger, sich aufteilen. Thora bleibt an Bord der CREST II in der Hand der Druuwen, während Rhodan mit der CRISTOBAL fliehen kann.

Das waren mir ehrlich gesagt zu viele Seuchen auf einmal. Gut, die Exposéautoren konnten zu dem Zeitpunkt, an dem sie sich die Geschichte ausgedacht haben, nichts von Corona wissen. Aber es geht einem schon an die Substanz, wenn man in seiner Lieblingslektüre genauso viel Hoffnungslosigkeit und Siechtum ertragen muss, wie im realen Leben.

Die Autorin erzählt die Geschichte routiniert und spannend. Bei den Beschreibungen der Raumstation, die mich ein wenig an die Station aus dem Film »Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten« erinnerte, spielt sie ihr Können aus, exotische Schauplätze und Figuren phantastisch zu schildern. Es gibt einen Abriss über das Leben im Contagiat und zu den Hintergründen des Compariat. Leider haben ich das nur überflogen, weil es sich wie ein Datenblatt liest. Da ist die Charakterisierung von Gucky schon vielschichtiger. Zum Beispiel wie er mit sich ringt, weil Rhodan ihn auf der fremden Raumstation verbietet, einem Außerirdischen zu helfen, der von anderen gequält wird.

Die Druuwen bekommen einen einigermaßen glaubhaften Hintergrund. Sie sind also nicht von Natur aus böse und sadistisch, wie man zunächst glauben will. Breel ist ein Anführer der klug ist und die Situation für sich zu nutzen weiß. Ansonsten wirken die Druuwen auf mich einerseits zu übermächtig, andererseits zu rückständig, um mich wirklich zu überzeugen. Die Versuche der Besatzung, das Schiff unter Kontrolle zu bringen, sind oftmals nur halb durchdacht und mit logischen Fehlern behaftet. Warum bemerken die Druuwen nicht, das die CRISTOBAL ein Schiff im Schiff ist? Wieso kann sich Gucky dort verstecken andere Besatzungsmitglieder aber nicht? Breel soll allein nach Sukar Masir kommen, aber es gibt offensichtlich niemanden auf der Raumstation, der das überprüft, sonst wären Rhodan und Gucky, die mit in dem Shuttle fliegen, aufgeflogen.

»Angriff der Druuwen« zählt sicher nicht zu meinen Lieblingsromanen. Ja, die Geschichte ist spannend erzählt, enthält aber auch ein paar Stellen, über die ich mich ärgere.

Wochenendaktivitäten

Nachdem wir am Freitag einen Abstecher nach Bad Reichenhall gemacht haben (u. a. in den Werksverkauf von Reber) standen wir auf der Rückfahrt gleich mal im Stau. Da war ein Smart mitten auf der Saalachbrücke gestrandet, was zu einem größeren Verkehrschaos führte. Wartezeit im Stau lt. Verkehrsfunk bis zu 55 Minuten, da waren wir aber schon durch. Tja, Automatikautos lassen sich eben nicht mal so schnell zur Seite schieben, deswegen würde ich nie eines fahren wollen. Zumindest kamen wir pünktlich nach Traunstein zum Inder, wo unser Mittagessen schon zur Abholung bereitstand. Am Nachmittag regnete es und wir haben Kuchen gebacken.

Am Samstagvormittag war es frisch. Während mein Mann mit dem Rad um die See gefahren ist, konnte ich in Ruhe noch die Schlussredaktion für die SOL 99 machen. Nebenbei habe ich noch ein wenig geflochten. Das mache ich seit ein paar Wochen, weil es eine echt entspannende Tätigkeit ist. Man braucht zwar sein Hirn nicht anstrengen, aber es erfordert erhöhte Koordination in den Fingern, was gut fürs Gedächtnis sein soll. Jedenfalls habe ich einige hübsche Armbänder gemacht. Wer Interesse hat, kann sich bei mir melden, ich gebe gern welche ab.

Mein Mann hat unsere Kartoffeln vom Balkon geerntet. Es ist wieder eine stattliche Anzahl zusammengekommen. Wenn man bedenkt, dass aus nur zwei Kartoffeln in einem Blumentopf so viele werden … nicht schlecht. Die Tomaten werden jetzt auch langsam reif. Nur die Paprika wollen nicht rot werden. Da müssen wir wohl mit schmutzigen Witzen nachhelfen.

Am Sonntagmorgen gab es am Frühstückstisch eine Überraschung. Da lief auf BR1 in der Reihe »Die unglaubliche Geschichte« ein schöner Beitrag über PERRY RHODAN. Das hat mich gefreut, weil ich diese Podcastreihe vom BR1 sehr mag. Als wir wenig später zum Spaziergang aufbrechen wollten, hat es just in dem Moment angefangen zu regnen, als wir aus dem Haus traten. Es wurde ein kurzer Ausflug. Dafür bin ich 500 Meter gerudert und war hinterher völlig verschwitzt. Am Nachmittag wurde es kurzeitig schöner, zumindest bis ein Gewitter losbrach. Ich hab dann noch ein wenig die SOL 100 vorbereitet. Wie heißt es so schön: nach der SOL ist vor der SOL.

Walter Ernsting im Fokus

SOL 99

Heute darf ich endlich das Cover der kommenden SOL präsentieren. Es zeigt den Mausbiber Gucky und seinen Erfinder Walter Ernsting alias Clark Darlton. Gezeichnet hat es Swen Papenbrock, der uns das Bild für die SOL zur Verfügung gestellt hat.

Die 99. Ausgabe der SOL widmet sich im Schwerpunkt dem Autor und Begründer der deutschsprachigen SF-Szene. Wir haben Freunde, Autoren und Fans befragt, wie sie Walter Ernsting begegnet sind und wie sie von ihm inspiriert wurden. Außerdem werfen wir einen Blick auf seine Werke außerhalb der PERRY RHODAN-Serie sowie auf die Gedenkbände und Biografien, die über ihn erschienen sind. Zu guter Letzt kommt Clark Darlton selbst zu Wort mit einem noch unveröffentlichten Text.

Ein weiteres Highlight der SOL 99 ist das Interview mit Arndt Elmer. Alexandra Trinley hat den Autor befragt, wie es ihm in der vergangenen Zeit ergangen ist und warum es fünf Jahre dauerte bis er wieder einen Erstauflagenroman geschrieben hat. Herausgekommen ist ein bewegendes Gespräch, das betroffen macht.

Stefan Wepil nimmt uns mit nach Iya. Er beschreibt Fauna und Flora des Planeten nicht nur Worten, sondern zusätzlich in ausdrucksstarken Bildern.

Mit der Ausgabe 99 starten wir eine neue Reihe über Kuriositäten aus dem PERRY RHODAN-Umfeld. In diesem Heft geht es um den interaktiven Fortsetzungsroman, der 1996 auf der neuen Homepage der PERRY RHODAN-Redaktion erschien. Verantwortlicher Autor war damals Peter Terrid.

Neben den gewohnten Rezensionen zur Erstauflage und zu NEO, gibt es noch Besprechungen zu den Planetenromanen von Horst Hoffmann und zur Anthologie »Sternenfieber« vom TCE.

Ich glaube, dass wir mit dem Inhalt der SOL 99 vielen Altlesern eine Freude machen werden.

Das Heft erscheint voraussichtlich Mitte August.

Düsternis der Seelen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 230 – »Ruf des Dunkels« von Oliver Plaschka

Die MAGELLAN und die CREST II kehren ins Solsystem zurück. Von hier bricht Perry Rhodan und seine Familie gleich wieder auf, um seine Tochter Nathalie zu besuchen, die sich hinter der Identität des Kaisers von Olymp versteckt.
Auf Terra durchlebt derweil Reginald Bull eine Unsterblichen-Krise. Erst als Rhodan von Olymp zurückkehrt, kann er den Freund daraus befreien. Doch die gemeinsame Zeit ist nicht von Dauer.
Der Oproner Merkosh ist mit dem Dunkelleben infiziert und möchte zurück in seine Heimat. Die CREST II mit Perry Rhodan und Thora bricht zu einer Reise ins Zentrum der Milchstraße auf. Merkoshs Zustand und ein paar Versäumnisse an Bord führen dazu, dass das Raumschiff havariert und auf einem scheinbar unbewohnten Planeten im Compariat notlanden muss.
Zuerst wird die CREST II von den Resten einer Zivilisation bedroht, dann kommen auch noch Piraten um das beschädigte Schiff der Terraner zu entern. Die erste Handlung des aggressiven Anführers der Druuwen ist, Perry Rhodan zu erschießen.

Oliver Plaschkas Romane sind eigentlich immer ein Highlight. Bei diesem kamen einige Dinge zusammen, die mein Lesevergnügen trübten. Der Autor erklärte bei Twitter, dass er Corona bedingt Schwierigkeiten beim Schreiben hatte und das merkt man dem Roman an. Wobei ich ihm da nicht mal die Schuld geben möchte, da lag bereits im Exposé einiges im Argen.

So unbefriedigend wie der Roman endet, so beginnt er bereits mit einem überflüssigen Prolog. Ohne Frage, die Szene aus dem Kontrollraum eines Stützpunktes auf dem Pluto ist lebhaft und humorvoll geschildert. Sie wirkt fast, als würde sie aus einer TV-Serie stammen. Genau das macht sie für Leser kompliziert. Ich bekomme auf den wenigen Seiten kein Bild von den mehr als fünf Personen. Die Namen sagen mir nichts und ich kann sie schlecht den Personen zuordnen. Viel schwerer wiegt, dass der einzige Zweck dieses Prologs darin besteht, dem Leser die Information über die gleichzeitige Änderung der Impulsfrequenz des Geminga- und des Vela-Pulsars zu vermitteln. Die Charaktere aus der Szene tauchen im Laufe des Romans nicht wieder auf und ich frage mich, wie sinnvoll ein solcher Prolog ist. Zur Steigerung der Spannung beim Einstieg eines Romans kann man die Kernszene des Romans als Prolog voranstellen. Das ist ein Stilmittel, das ich auch schon verwendet habe. So aber wirkt der Prolog wie ein loses Anhängsel. Als bezeichnend kann man die Tatsache nennen, dass der Prolog nicht in der Leseprobe der PR-Redaktion enthalten ist.

Die anschließenden Kapitel reißen den unbefriedigenden Beginn aber wieder heraus. Besonders die Schilderung von Bullys Problemen mit seiner Unsterblichkeit und der Doppelbelastung als Protektor und Systemgeneral, trieben mir nicht nur einmal die Tränen in die Augen. Auch der Familienausflug der Rhodans nach Olymp und Thoras offensichtlicher Ärger darüber, dass ihre Söhne Nathalies Tarnidentität die ganze Zeit über kannten und die Eltern in Unwissenheit ließen. Das war großartig geschrieben und ich hätte mir gewünscht, dass man den Protagonisten bis zum Ende des Romans Zeit gegeben hätte, ihre Konflikte zu lösen. Gerade Bully wäre es wert gewesen. Der Charakter wurde in den letzten Staffeln sehr stiefmütterlich behandelt, dabei gehört er zu den wichtigsten Figuren. Er hätte es verdient, dass man ihm einen ganzen Roman gönnt. Gerade die Tatsache, dass er mit seiner Unsterblichkeit hadert, dass er zusehen muss, wie langjährige Freunde altern und sterben, während er jung bleibt, dass er absichtlich den Zellaktivator ablegt, um sich betrinken zu können. Das alles, hätte man über den ganzen Roman in epischer Breite erzählen können. So bleibt es nur eine kurze Episode, die viel zu schnell wieder beendet ist, als die CREST II ins Zentrum der Milchstraße aufbricht.

Da beginnen nämlich die Probleme, nicht nur die für die Besatzung des Flaggschiffs, sondern vor allem für die Leser. Logiklöcher, klischeehafte Figuren, eine holpernde Handlung, die billige Schockeffekte benötigt, um Spannung zu erzeugen. Das kenne ich eigentlich von Oliver Plaschka nicht. Ich behaupte an dieser Stelle, dass dieser Teil auf das Konto der Exposéautoren geht. Da bleibt unentdeckt, dass der Oproner, der auf der Medo-Station unter Beobachtung liegt, stundenlang verschwinden und seiner Kleptomanie frönen kann. Ein Oberleutnant ist so unsympathisch beschrieben, dass man schon im Voraus erahnt, dass er den Einsatz nicht überleben wird.

Das Auftauchen der Druuwen, bei denen ich immer an die Druuf denken musste, ist dann der krönende Abschluss. Weil Rhodan derjenige ist, der mit den Piraten kommuniziert, wird er von deren Anführer erschossen. Jeder Leser weiß, dass Rhodan es überleben wird. Das ist an dieser Stelle weder schockierend noch überraschend. Bei jeder anderen Figur hätte das viel besser funktioniert. Bei Thora zum Beispiel, da wäre den Lesern sicher das Herz in die Hose gerutscht, aber so … Sorry, ich empfinde den Cliffhanger einfach nur als Effekthascherei.

Wieder endet der Flug eines terranischen Raumschiffes in einer Havarie. Das passiert jetzt das dritte Mal hintereinander bei einem Staffelauftakt. Überhaupt gleicht der Plot von Band 230 fast exakt dem von Band 220. Rhodan kehrt ins Solsystem zurück, es gibt ein paar Vorkommnisse auf der Erde. Dann rüstet man sich zur einer neuen Expedition, fliegt weg und landet prompt in Schwierigkeiten. Bitte, liebe Exposéautoren, das Muster möchte ich in Band 240 nicht noch einmal lesen. Besinnt euch mal wieder auf die Erde und auf die politischen Verhältnisse und auf Personen wie Reginald Bull, dass hat in der Vergangenheit doch schon mal gut geklappt.

»Ruf des Dunkels« beinhaltet einige wunderbare Szenen, die den Roman wertvoll machen. Leider wird die Chance zu einem genialen Charakteroman vergeben, weil man in meinen Augen zu sehr auf Action und das Vorantreiben der Staffel drängt. Dazu kommt der ähnliche Plot, wie beim letzten Staffelauftakt. Nein, das hat ein so großartiger Autor wie Oliver Plaschka nicht verdient.

Wer den Ilt killt 2

Quelle: Perrypedia

Das Echo der Fans hallt durchs Netz und es ist lauter und aufgeregter, als das viele gedacht haben. Angesichts der Aufregung habe ich mir den PR 3072 heute mal genauer angesehen. Ja, das liest sich schon ziemlich glaubhaft und endgültig. Aber … was ist bei PERRY RHODAN schon endgültig. Wie oft sind Personen dort schon gestorben und später wieder auferstanden. Das beste Beispiel ist doch Roi Danton. Der Sohn von Perry Rhodan wurde schon mehrfach »totgeschrieben« und ist immer noch quicklebendig. Derzeit ist er eine der Hauptfiguren in der Miniserie »Mission SOL II«, über die ich hier länger nicht gebloggt habe, weil mir einfach die Zeit fehlt, sie zu lesen.

Zurück zu Gucky. Manche Reaktionen von Altfans finde ich schon ziemlich extrem. Kündigung des Abos, Ausstieg aus der Serie, wahrscheinlich sind schon die ersten Morddrohungen an den Autor und die Exposéautoren rausgegangen. (Ich hoffe nicht.) Wobei ich den Frust der Leser durchaus nachvollziehen kann. In der NEO-Staffel »Die Meister der Sonne« war ich wegen der Sitarakh-Invasion ebenfalls kurz davor, mit dem Lesen aufzuhören. So viel Gewalt und negative Energie wollte ich nicht mehr lesen. Die Exposéautoren haben sich aber eines Besseren besonnen und die Handlung wieder positiver gestaltet. Etwas ähnliches passiert jetzt in der Erstauflage. Gewalt, Tod, Trauer und Katastrophen scheinen der Grundtenor des Zyklus‘ zu sein. Inwieweit dies sein muss, um spannenden Geschichte zu erzählen … nun darüber lässt sich bekanntlich streiten. Ich sage, dass es auch ohne Mord und Totschlag geht. Das eigentliche Problem ist jedoch, dass wir momentan in unserer Realität eine genauso düstere Grundstimmung erleben. Wenn uns dann die Fluchtliteratur auch noch deprimiert, dann reicht ein kleiner Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Genau das ist jetzt durch den Tod Guckys in der Serie geschehen.

Exposéautor Wim Vandemaan hat im Forum bereits eingestanden zwei Fehler gemacht zu haben. Zum einen habe er im Vorgängerroman nicht darauf geachtet, dass Informationen, die für die Handlung in PR 3072 essentiell sind, enthalten waren. Und zum Zweiten habe er Leo Lukas gebeten, den Tod des Mausbibers möglichst realistisch und glaubhaft zu schildern. Ich gehe noch weiter und sage, die Exposéautoren haben noch einen dritten und vielleicht den fatalsten Fehler begangen. Sie haben den falschen Zeitpunkt gewählt.

Der 100. Geburtstag von Gucky-Erfinder Walter Ernsting liegt noch nicht lange zurück, viele Fans werten den Tod Guckys als eine direkte Missachtung des Lebenswerkes des Autors. Diesen Fakt hätte man schon im Voraus berücksichtigen können. Warum man das nicht getan hat? … Ich weiß es nicht, aber ich vermute, weder die Exposéautoren noch die Redaktion hatten das bei der Planung des Zyklus‘ auf dem Schirm. Und dann ist da noch die Corona-Pandemie mit all ihren schlimmen Auswirkungen. Das konnte natürlich niemand vorhersehen, aber es spielt meiner Meinung nach die entscheidende Rolle. Die letzten Monaten haben die Menschen dünnhäutig gemacht, viele sorgen sich um ihre Gesundheit und die Zukunft. Der Altersdurchschnitt der Leserschaft ist hoch und gerade diese wünscht sich einen Sonnenstrahl, an dem sie sich festhalten können. Stattdessen wird die Lieblingsfigur von vielen Lesern auf bestialische Weise zerstückelt und gemeuchelt. Das trifft die Menschen tief ins Herz, tiefer noch als zu jedem anderen Zeitpunkt.

Dabei besteht Hoffnung. Offensichtlich liegt die Antwort in PR 3067. Irgendwo versteckt zwischen den Zeilen finden sich Hinweise, auf das was passiert sein könnte, denn zwischen den Ereignissen aus PR 3071 und 3072 sind sieben Tage vergangen. Nehmen wir mal an, dass der sterbende Gucky nur ein Klon gewesen ist und oder dass der Mausbiber seinen Körper verlassen und zu etwas Nichtstofflichen transformiert ist. Selbst diese Lösung wäre gelinde gesagt nicht wirklich originell. Wenn das alles nur ein Täuschungsmanöver ist, um die Cairaner oder wen auch immer an der Nase herumzuführen (die Leser eingeschlossen), hätte man das weniger glaubhaft schreiben müssen. Vielleicht wäre es sogar notwendig gewesen, die Leser in den Plan einzuweihen. Es gibt genug fesselnde Geschichten, bei denen der Leser einen Wissensvorteil gegenüber den Protagonisten hat. Ich persönlich empfinde solche Romane als genauso spannend, vielleicht sogar noch spannender.

Nun, die nächsten Romane werden Aufschluss geben. Es ist nur schade, dass man mit einer solchen Aktion viele Leser verprellt hat, die die Auferstehung Guckys wahrscheinlich nicht mehr erleben werden, weil sie nicht wieder zurückkommen. Ausgerechnet jetzt, wo durch die Umstrukturierungen bei Bauer, die Existenz von PERRY RHODAN ohnehin bedroht ist, also auch die Zukunft von NEO. Da hängen einen Menge Menschen daran, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Da ist so eine Geschichte fast schon als fahrlässig zu bezeichnen.

Wie gesagt, es ist mieses Timing in mehrfacher Hinsicht. Da hat meines Erachtens bei den Verantwortlichen der Blick aus der Sicht des Lesers gefehlt. Wenn es schlimm kommt, kann es den Anfang vom Ende der Serie bedeuten. Guckys Tod als Sargnagel für die PERRY RHODAN-Serie, das wäre der Supergau, den sicher keiner der Beteiligten gewollt hat. Hoffen wir, dass es nicht so kommt.

Vom hinter dem Horizont des Universums

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 229 – »Die schwarze Flut« von Rüdiger Schäfer

Perry Rhodan, Atlan und Mirona Thetin versuchen unter Einsatz ihres Lebens die Manifestation eines dunklen Intellekts im Arkonsystem zu verhindern. Die Aufgabe ist nicht leicht, denn sie werden immer wieder von Zeitphänomenen getäuscht und landen in einer potenziellen Zukunft von Arkon 1. Auf der völlig kristallisierten Welt suchen sie nach dem Zeitbrunnen und finden ihn nur mit Hilfe von Quiniu Soptor.
Die »Schwester der Tiefe« nimmt Perry Rhodan mit in die Quantenrealität des Zeitbrunnens, um ihm zu zeigen, welche Bedrohung sich dort formiert. Die Wesenheit Tihit stammt aus einem Prä-Universum, also einem Universum was unserem vorangegangen ist. Durch irgendwelche Umstände überlebte die quasivirale Intelligenz das Ende ihres Universums und hat im schwarzen Loch Sagittarius A in der Milchstraße Schutz gefunden. Jetzt nach gut 14 Milliarden Jahren erwacht es und versucht ihre neue Umgebung in Besitz zu nehmen. Da es in ihrem Universum kein biologisches Leben gab, weiß sie nicht, was sie mit ihrer Präsenz anrichtet.
Doch bevor Soptor Perry, Atlan und Mirona helfen kann, die Entität am Erwachen zu hindern, stirbt die Halbarkonindin. Da taucht die junge Mehandor Wini auf. Wie Soptor gehört auch sie zu den »Schwestern der Tiefe«, die Tihit aufhalten wollen. Zu viert schaffen sie es, die Entität vorerst zurückzudrängen und den Untergang von Arkon 1 zu verhindern. Aus lauter Dankbarkeit verzichtet Imperator Gonozal VII. auf eine Invasion der Solaren Union. Im Gegenteil, er lässt zu, dass Terra und Arkon über ein Beistands- und Handelsabkommen verhandeln.
Auf der CREST II geht es Thora nach dem Bad im Zeitbrunnen immer schlechter. Nur eine Aktivierung ihres Extrasinns könnte sie retten. Man bringt sie ins Faehrlinstitut auf Iprasa, doch es bleibt ein Risiko, weil Thora die Ark Summia nicht absolviert hat. Thora steht vor der Entscheidung, ihren Extrasinn zu aktivieren oder an einer Schädigung ihres Frontallappens zu sterben.

In einer wahren Flut an kosmologischen Zusammenhängen schlägt Rüdiger Schäfer einen Bogen über alle Staffeln. Er lässt einen Aha-Effekt nach dem anderen folgen. Vieles, was in der Vergangenheit noch unklar geblieben ist, erklärt sich und dennoch bleibt genug Spielraum für weitere Spekulationen. Das ist großartig gemacht und man kann sich beim Lesen kaum vom Text lösen. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich den Roman durch.

Bei der Beschreibung der potenziellen Zukunft, bringt er viele bekannte Elemente zusammen, die man in der einen oder anderen Weise schon mal im Fernsehen oder Kino gesehen hat. Dennoch erschafft er eine eigenständige Geschichte. Geschickt vergleicht er Tihit mit Superintelligenzen wie METEORA, ANDROS und ES. Das klingt alles ziemlich abgedreht und hört sich dennoch logisch an. Mir gefällt die Theorie, dass das Universum »stirbt« und immer wieder neu geboren wird in einem endlosen Ablauf.

Es steckt viel Philosophisches in der Handlungsebene mit Perry Rhodan. Der Gegenpart dazu ist nicht weniger philosophisch. Die Aktivierung von Thoras Extrasinn, ihre Bedenken und die Überlegungen über die archaische Prozedur sind Rüdiger Schäfer ebensogut gelungen. Damit ist die Kommandantin der CREST II jetzt nicht nur unsterblich, sondern hat auch noch einen aktivierten Extrasinn.

Ich war im Vorfeld skeptisch. Nachdem Rüdiger Schäfer sich über die Schwierigkeiten geäußert hat, die ihn beim Schreiben des Romans behindert haben, befürchtete ich, dass man es dem Text anmerken könnte. Zum Höhepunkt der Corona-Krise hatten viele Autoren nicht den Nerv zum Schreiben, viel zu sehr lenkte sie die Wirklichkeit ab. Es war wohl das erste Mal, dass der Autor den Abgabetermin weit überzogen hat. Auch wenn man es der Geschichte nicht angemerkt hat, Auswirkungen hatte die verspätete Abgabe wohl auf die Nachbearbeitung. Denn ich stieß auf einige Patzer, die im Lektorat hätten auffallen müssen. Es scheint als hätte jemand ziemlich unter Zeitdruck gestanden. In Kapitel 17 beispielsweise spricht der Imperator die Kommandantin der CREST II mit Thora Rhodan da Gonozal an. Aber bei den vielen arkonidischen Namen kann man schon mal durcheinander kommen.

»Die schwarze Flut« macht ihrem Namen alle Ehren, denn die Flut an Informationen über den Kosmos und seine Geschichte ist wahrlich beeindruckend. Da haben die Expokraten viel nachgedacht. Gleichzeitig wird mit diesem Roman ein neuer Handlungsstrang eröffnet. Denn die Bedrohung durch die prä-universale Entität Tihit und das sie umgebende Dunkelleben ist noch nicht vorüber. Perry und seine Freunde müssen ins Zentrum der Milchstraße aufbrechen, um eine Lösung der Probleme zu finden.

Das Titelbild von Dirk Schultz zeigt die Schwierigkeiten mit denen Perry, Atlan und Mirona auf der kristallisierten Welt Arkon 1 zu kämpfen haben. Ich finde das großartig visualisiert.

Wer den Ilt killt

Quelle: Perrypedia

Zur Zeit kochen die Emotionen der Fans hoch. Und das, wegen einer der beliebtesten Figuren der Serie. Der nächste Roman der PERRY RHODAN-Serie trägt den Titel »Der Ilt muss sterben«. Und wie es scheint, findet der Mausbiber Gucky tatsächlich sein Ende, nach mehr als 3000 Heftromanen.

Ich bin mir ja sicher, dass die Exposéautoren nur bluffen, dass sie Gucky nur kurz aus dem Verkehr ziehen und er ein paar (vielleicht auch ein paar mehr) Heftromane später, quietschfidel wieder auftauchen wird. Das kann nur ein Marketing-Gag sein. Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass man zu einem solchen Schritt tatsächlich bereit ist. Aber auszuschließen ist das angesichts der derzeitigen Situation im Verlag natürlich nicht.

Klar Gucky bewegt die Gemüter, er polarisiert und er ist für Autoren eine ganz fürchterliche Figur, eben weil er alles kann. Telepathie, Telekinese, Teleportation – er ist quasi ein Zauberer und sieht auch noch kuschelig wie eine Maus mit Biberschwanz aus. Eine spannende Handlung kann man mit ihm nur schreiben, wenn man ihn seiner Fähigkeiten beraubt. Auch das haben die Expokraten bereits getan. Sie haben ihn sogar schon mal ins Koma versetzt, wo er einen halben Zyklus lang dahindämmerte. Er kam wieder, ohne Fähigkeiten und erlangte sie erst nach und nach wieder zurück. Denn ein Gucky, der nicht teleportieren, oder Gedanken espern kann, ist eigentlich kein richtiger Gucky. Insofern wäre es in der Tat bemerkenswert konsequent, wenn man ihn töten würde.

Ich bin mal gespannt, was aus der ganzen Geschichte wird. Die Reaktionen der Fans sind zum Teil jetzt schon überbordend. Von »Das war’s. Dann steige ich sofort aus der Serie aus« bis hin zu »Ja, macht ihn kalt.« ist eigentlich alles vertreten. Ich finde die Diskussionen deshalb so spannend, weil quasi über ungelegte Eier spekuliert wird. Am Schlimmsten wird es den armen Autor treffen, der Gucky in die ewigen Jagdgründe schickt. Das war schon bei Michael Marcus Thurner so, der Ronald Tekener dem Serientod überantworten durfte. Und mit Leo Lukas ist es wieder ein Österreicher. Hm! Was soll uns das sagen? Jedenfalls stelle ich mir das bei Gucky nochmal eine Nummer schlimmer vor. Wird es Morddrohungen hageln, oder Boykotte geben? Zumindest wurde heute schon mal eine »Rettet Gucky«-Kampagne ins Leben gerufen. Initiiert von Roman Schleifer, auch ein Österreicher. Das fühlt sich fast schon nach einer Verschwörung »Made in Austria« an.

Sollte sich die Befürchtung tatsächlich bewahrheiten, kann ich den Gucky-Fans nur raten: Lest NEO! Da gibt es einen richtig tollen Gucky und im Gegensatz zur Erstauflage ist der Ilt nicht der Letzte seiner Art. Im Gegenteil. Da gibt es ganzes Imperium; Planeten voll von bösen und guten Mausbibern. Das wird in der bevorstehenden Staffel »Sagittarius« bestimmt richtig spannend. Die neue Staffel startet übernächste Woche, also der richtige Zeitpunkt zum ein- und umsteigen.

Noch ein Grund warum ich nicht glaube, dass man Gucky sterben lassen wird, ist die Tatsache, das sein literarischer Vater Clark Dalton in diesem Monat seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Wenn man zu diesem Zeitpunkt seine erfolgreichste Figur aus der Serie schreiben würde, hätte das schon einen ziemlich bitteren Nachgeschmack. Soweit ich die Mitarbeiter in der Redaktion und die Exposéautoren kenne, glaube ich nicht, dass sie zu so einer Niedertracht fähig wären. Aber man weiß ja nie. 2020 hat uns schon so manche unangenehme Überraschung bereitet.

Das Ende einer Ära

Und wieder muss eine Druckerei in Deutschland schließen. Dieses Mal trifft es die VPM-Verlagsdruckerei, in der unteranderem seit den Siebzigern die PERRY RHODAN-Serie gedruckt wird.

Am Montag verkündete Bauer das endgültige Aus des Standorts. Erst im Februar war bekannt geworden, dass Bauer die Redaktionen der Frauenzeitschriften nach Hamburg verlagern will. Die Druckerei bliebe bestehen wurde damals verkündet. Diese Woche dann der Schock für die 163 Beschäftigten. Das Offset-Druckereigeschäft entwickele sich rückläufig, wird als Grund angegeben. Das kann unteranderem daran liegen, dass der Buch- und Zeitschriftenmarkt seit Jahren schrumpft. Der boomende Digitaldruck kann ein weiterer Faktor sein. Allerdings frage ich mich, warum Druckereien in Polen oder Tschechien für die Verlage rentabler scheinen. Ein Grund hierfür kann nur in den niedrigeren Löhnen in den Ländern liegen.

Es geht mal wieder um Geld. Die Renditen entwickeln sich wohl nicht so, wie sich die Manager wünschen. Die Bauer Media Group ist ein international agierender Konzern. Einer der Riesen in der Verlagsbranche. Im April erregte Bauer Aufsehen, weil sie mitten in der Corona-Krise mehrerer Zeitschriften und die einzige überregionale Tageszeitung in Neuseeland geschlossen haben. Das führte in dem Land zu einer regelrechten Medienkrise. Andererseits kaufte Bauer in Australien für 14 Millionen US-Dollar einen ihrer Konkurrenten auf. Nun, bei den derzeitigen Immobilienpreisen ist das Grundstück in Rastatt sicher auch einiges wert …

Jetzt hat es die Beschäftigten bei VPM in Rastatt also zum zweiten Mal innerhalb weniger Monaten getroffen. Seit 1949 existiert dort der Pabel-Verlag. Moewig wurde 1901 in Dresden gegründet. 1970 wurden beide Verlage vom Heinrich Bauer Verlag gekauft und zu VPM mit Sitz in Rastatt zusammengeschlossen. Die Druckerei bekam 1993 ein neues Gebäude und galt als modernste Druckerei Europas. Und nun bleibt die vor wenigen Tagen zur PERRY RHODAN KG formierte Tochter als einzige in Rastatt zurück. Die Frage ist wie lange.

Ich fürchte, wenn ein Konzern die einzige Tageszeitung eines Landes schließen kann, wird er vermutlich auch nicht vor der größten Science-Fiction-Serie der Welt zurückschrecken. Drücken wir der Redaktion und allen Fans die Daumen, dass die Serie im nächsten Jahr ihren 60. Geburtstag erleben und überleben darf.

Arkon in Aufruhr

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 228 – »Das Elysische Fragment« von Rainer Schorm

Aus den Trümmern der Elysischen Welt mitten im Arkon-System wird ein Signal empfangen. Absender scheint Nathalie Rhodan, die Tochter von Perry und Thora, zu sein.
Atlan leitet die Nachricht an die CREST II weiter und sorgt dafür, das Perry Rhodan und Thora zum Ursprung des Signals fliegen können. Das Raumgebiet rund um die Reste der Elysischen Welt wird von hyperphysikalischen Phänomenen erschüttert, die sich weder den arkonidischen Wissenschaftlern, noch dem Terraner erschließen.
Auf einem Asteroiden entdecken Rhodan und seine Frau ihre Tochter neben einem Zeitbrunnen. Nathalie bittet ihre Mutter in den Zeitbrunnen zu steigen, was deren Zellaktivator überflüssig machen würde. Quiniu Soptor versucht derweil das Dunkelleben aufzuhalten, welches versucht, durch den Zeitbrunnen zu dringen. Doch sie scheitert, was vor allem an Thoras Bad im Zeitbrunnen liegt. Die Situation eskaliert und Perry Rhodan muss mit seiner Frau vor der schwarzen Flut flüchten, die aus dem Brunnen quillt.
Ein Arkonide von einer nahen Raumstation kann Perry und Thora im letzten Moment mit einer Rettungskapsel aus dem schwarzen Nichts herausholen, das auf Arkon I zustrebt und alles vernichtet, was sich ihm in den Weg stellt. Imperator Mascudar da Gonozal muss einsehen, dass er Perry Rhodans Hilfe braucht, um die Gefahr von der Kristallwelt und dem arkonidischen Imperium abzuwenden. Und nicht nur das, die Zeitträger Atlan und Mirona Thetin werden ebenfalls gebraucht, um die Flut aus Dunkelleben aufhalten zu können. Die finale Schlacht um das Universum beginnt.

Wow! Nachdem man in den vergangenen Romanen den Eindruck gewinnen konnte, die Staffelhandlung dümpele so vor sich hin, überrascht Rainer Schorm mit einem wahren Feuerwerk an Ereignissen. Vieles passiert parallel. Die Informationen prasseln auf einen ein, so dass man kurzzeitig den Überblick zu verlieren droht. Ist es nun das Dunkelleben oder ist es etwas anderes, was auf den Resten der Elysischen Welt freigesetzt wird? Einseits spricht Nathalie davon, dass das Dunkelleben nur ein Nebeneffekt ist und die wahre Bedrohung exponentiell größer zu sein scheint, andererseits reden die meisten Beteiligten von einem Angriff des Dunkellebens. Die Wahrheit wissen selbst Rhodan und seine Mannen nicht genau, dennoch wollen sie dagegen in den Kampf ziehen. Es bleibt ihnen auch keine Wahl, denn laut Nathalie sind sie die einzigen, die es aufhalten können.

Nathalie ist der unbekannte Faktor in dieser Gleichung. Sie verkalkuliert sich gleich mehrfach und beschleunigt dadurch sogar das Geschehen, ohne es selbst wieder in den Griff zu bekommen. Wer sagt denn, dass ihre Annahme, die drei Zeitträger könnten das Phänomen aufhalten, stimmt? Es ist eine etwas vage Aussage, auf die Rhodan, Atlan und Mirona ohne Bedenken eingehen. Die Enthüllung das Nathalie nicht nur Nathalie ist sondern auch Anson Argyris, der Kaiser von Olymp, hat mich echt überrascht. Sie hatte ich nicht auf dem Schirm, obwohl es naheliegt, denkt man an den Freihändler Roi Danton, dem verlorenen Sohn von Perry Rhodan aus der Erstauflage.

Ebenfalls überraschend ist die Tatsache, dass es vor den Memetern bereits eine Zivilisation gegeben haben muss. Die »Vorläufer« haben die Zeitbrunnen gefasst und die Planetenmaschinen wie auf Gorrawahn, Siga oder der Elysischen Welt gebaut, um das Kreell einzufangen. Es ist schon verblüffend, wie die beiden Exposéautoren die Fäden zwischen den Handlungsstaffeln verknüpfen. Auch wenn manches ein wenig weit hergeholt scheint.

Was mir nicht so recht eingehen will, dass Atlans Vater Rhodans Einsatz einfach so gebilligt hat und auch später seine Hilfe sucht. Wenn auch nicht öffentlich. Ich bin davon ausgegangen, dass er den Terraner für den Ausbruch des Dunkellebens verantwortlich machen würde. Denn es gibt keinen Beweis, dass es ohne Rhodans Anwesenheit nicht viel länger gedauert hätte, bis sich das Dunkelleben etabliert hätte.

Rainer Schorm hat  mit »Das Elysische Fragment« einen spannenden Roman geliefert und Rüdiger Schäfer für seinen Abschlussband die Bühne bereitet. Der Inhalt steckt voller Lösungen für die laufende Staffel und man erahnt, das der Titel »Arkon erwacht« mehrere Bedeutungen in sich trägt. Erfreulich sind die vielen amüsanten Dialoge, die die Romane des Autors auszeichnen und natürlich seine ausgefallenen Figuren, in diesem Fall der Arkonide Tirako Gamno.

Trailer für PERRY RHODAN-Film

Beim Thema PERRY RHODAN-Film spitzen die Fans die Ohren, zumindest diejenigen, die seit Jahren auf einen neuen Film hoffen. Bisher leider vergeblich. Bisher … wohlgemerkt. Andreas Eschbachs Roman »Perry Rhodan – Das größte Abenteuer« eignet sich prima für eine Verfilmung, die auch nicht Perry-Fans in die Kinos locken wird. Ihr werdet es nicht glauben, aber es gibt auch schon einen Trailer.

Na, gut. Bevor jemand zu laut jubelt, muss ich die Euphorie einbremsen. Ein Fan hat sich dem Projekt angenommen und einen fiktiven Trailer produziert. So richtig im Charme der sechziger Jahre, mit Originalaufnahmen der NASA und Ausschnitten aus einem russischen Science-Fiction-Film. Das finde ich richtig toll. Und weil er am Ende auch noch viel Humor beweist, muss ich den YouTube-Clip hier unbedingt teilen.

Bitte beachten:

Kreisch! Großartiges Wortspiel.

100 Jahre Clark Darlton

Ich bin mir nicht sicher, wie oft ich diese Überschrift in den letzten Monaten geschrieben habe. Das ist nämlich der Schwerpunkt der nächsten SOL. In den vergangenen Wochen habe ich unter diesem Betreff gefühlt einhundert E-Mails verschickt, um bei Autoren, Fans und Freunden des Autors kleine Textbeiträge über Clark Darlton anzufragen. Fast alle haben mitgemacht. Was mich besonders freut, der Autor kommt sogar selbst zu Wort. Ich habe einen seiner Texte erhalten, der so noch nie veröffentlicht wurde. Da bin ich gespannt, was die Leser der SOL dazu sagen.

Gestern wäre Walter Ernsting alias Clark Darlton 100 Jahre geworden. Ihm zu Ehren haben viele Fans, die PERRY RHODAN-Redaktion und Menschen, die mit ihm befreundet waren Artikel in Blogs und auf Webseiten veröffentlicht. Einen besonders schönen Beitrag hat allerdings Ben Calvin Hary für den YouTube-Kanal der PR-Redaktion gemacht. Sein bester bisher, würde ich behaupten. Und weil er so gut ist, möchte ich ihn an dieser Stelle gern teilen.

Vielen Dank, Ben! Und alles Gute an Clark Darlton, von wo auch immer er uns jetzt zuschauen mag. Ad Astra!