Der große Abschied

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 279 – »Leticrons Fall« von Rüdiger Schäfer

Eine Flotte aus 10.000 Tesserakten taucht am Rand des Solsystems auf. Die Posbis stellen den Überschweren ein Ultimatum. Wenn Leticron und seine Flotte nicht innerhalb von 48 Stunden die Lokale Blase verlassen, greifen die Tesserakte an.
Perry Rhodan fliegt daraufhin mit der FAIRY ins Sonnensystem, um Schlimmeres zu verhindern.
Leticron antwortet selbst mit einem Ultimatum. Sollten die Posbis angreifen, wird er drei Arkonbomben auf dem Mars zünden und damit den Planeten zusammen mit der im Solsystem zurückgebliebenen Menschheit auslöschen.
Entgegen den Warnungen seiner Freunde stellt sich Perry Rhodan dem Überschweren, um zu verhandeln. Er will den Mars und die restlichen Planeten des Solsystems vor den Auswirkungen einer Raumschlacht zwischen Posbis und Überschweren zu bewahren.
Zwei der Bomben können von Mitgliedern des marsianischen Widerstands erobert und entschärft werden. An die Dritte jedoch kommen Rhodans Sohn Thomas und Jessica Tekener selbst mit Gucky Hilfe nicht heran.
Als Leticron droht, diese Bombe zu zünden, taucht Dao-Lin-H’ay auf und warnt ihn. Als er sich weigert den Finger vom Auslöser zu nehmen, bittet sie Alaska Saedelaere die Maske abzunehmen und Leticron zu zeigen, welche Bedrohung sie alle erwartet, wenn er nicht ihrem Plan folgt. Der Überschwere ist von dem Anblick so eingeschüchtert, dass er aufgibt und seine Flotte aus allen Sonnensystemen der Kolonien und dem Solsystem abzieht und sich nach M13 zurückzieht.
Die Regierung der Terranischen Union, die Bewohner des Mars und der Kolonien sowie der SOL sind erleichtert. Drei Tage später jedoch bricht Perry Rhodan in der Zentrale der SOL zusammen und stirbt.

»This is not the end. This is only goodbye« Mit diesen Worten aus einem Songtext von Amy MacDonald lässt sich der Roman zusammenfassen. Es ist kein endgültiges Ende von Leticron. Das wäre auch zu unbefriedigend gewesen, nachdem der Überschwere in der gleichnamigen Staffel viel zu wenig präsent war. Nun zieht er sich in das von ihm eroberte Arkonsystem zurück. Er verabschiedet sich sozusagen aus der aktuellen Handlung und wird sicher irgendwann zurückschlagen.

Auch Perry Rhodan verabschiedet sich. Wie aus den Ankündigungen der Redaktion zu lesen war, geht Rhodans Gehirn auf eine Reise in eine ferne Galaxie. Das klingt zwar vielversprechend. Ich bin dennoch ein wenig enttäuscht, dass sich Leticron so einfach fügt. Da hätte ich mir mehr Konflikt gewünscht. Wobei das schwer ist, da man den Überschweren für meinen Geschmack zu übermächtig gemacht hat. Zumindest findet Leticrons skrupellose Geliebte Kyuna den Tod.

Rüdiger Schäfer erklärt in diesem Roman einiges aus der Zeit Leticrons, bevor er ins Solsystem eingefallen ist. Die Kapitel aus Alaska Saedealaers Perspektive geschrieben, sind allerdings etwas eigenwillig nichtlinear angeordnet. Da hätte ein kleiner Hinweis auf die Handlungszeit größere Verwirrung verhindert. Ich habe ein paarmal hin- und herblättern müssen. Zumindest erfahren wir, woher Leticron die Transformkanonen hat. Obwohl mir bisher nicht bewusst war, dass die arkonidische Flotte auch über Transformkanonen verfügte. Es gibt nach der Zerstörung von Archetz also mindestens einen weiteren Ort, an dem die Mehandor in Kooperation mit den Posbis Transformkanonen bauen. Nun, vielleicht gehört diese ungewöhnliche Kooperation ebenfalls zum Langzeitplan der Schwestern der Tiefe.

Thomas Rhodan da Zoltras Einsatz auf dem Mars, Rhodans Diskussion mit Leticron und die Sorge Reginald Bulls sind glaubhaft und spannend verfasst. In die Dialoge hat der Autor viele Gedanken eingebracht, die genauso gut zum derzeitigen Krieg in Osteuropa passen. Man merkt, dass Rüdiger Schäfer das Thema Krieg emotional sehr beschäftigt.

Überraschend ist für mich das Auftauchen der Kartanin. Hier wird wieder auf die kosmische Bedrohung angespielt und wenig bis gar nichts verraten. Nachdem sich das Nonagon wieder einschaltet, kurz bevor Perry Rhodan tot zusammenbricht, nehme ich an, dass wir in den nächsten Staffeln wieder etwas über das Dunkelleben lesen werden.

Wer die Romanzusammenfassung liest, wird feststellen, dass sie etwas kürzer ausfällt. Das liegt daran, dass die Haupthandlung nur etwa zwei Drittel des Romans ausmacht. Im verbliebenen Drittel zeigt uns der Autor wie es dem einen oder anderem Charakter geht, der im Laufe der vergangenen Staffel eine Rolle spielte. Mit den kurzen Schlaglichtartigen Kapiteln zieht der Autor gleichzeitig ein Fazit und bringt uns Leser auf den aktuellen Stand.

Das hat mir im Grunde gut gefallen. Nur bei dem Kapitel zu Sofgart war ich etwas verwirrt. Wann ist der Arkonide auf die SOL zurückgekehrt? Er war zuletzt im Akonsystem in M3. Hätte er überhaupt innerhalb der kurzen Zeit zwischen Band 273 und 279 die knapp 30.000 Lichtjahre aus M3 in die Milchstraße überwinden können? Ich denke, da wäre ein kleiner Nebensatz hilfreich gewesen.

Mit »Leticrons Fall« hat mich Rüdiger Schäfer wieder mit NEO versöhnt. Nach den letzten etwas unbefriedigenden Romanen hatte ich nämlich meine Zweifel, ob ich die Serie weiterlesen möchte.

Von der Burgruine zu PERRY RHODAN

Der Turm der Ruine Wachtenburg

Am Mittwochvormittag haben wir unseren Besuch der Burgruine in Wachenheim nachgeholt. Bei schönstem Sonnenschein und blauem Himmel. Der Aufstieg war recht anstrengend aber kurz. Auf den Turm bin ich aber nicht geklettert, das überlasse ich meinem Mann. Früher hat mir sowas nichts ausgemacht, aber je älter ich werde, desto schlimmer wird meine Höhenangst. Der Ausblick war aber auch von unten sehr schön. Man konnte bei klarem Himmel bis nach Speyer blicken. Zwischen den Steinen der alten Mauern jagten sich die Eidechsen. Die Sonne schien in den Wald. Es war richtig romantisch als wir zum Auto zurückwanderten.

Klaus N. Frick und ich im Marketingbüro

Wenn ich schon mal in der Nähe bin, sollte ich auch mal im Verlag vorbeischauen, dachte ich mir. Die PERRY RHODAN-Redaktion in Rastatt darf auch wieder Besuch empfangen. Also machte ich einen Termin für Mittwoch den 25.5. aus. Unterwegs hielten wir noch in einer Konditorei in Neustadt an der Weinstraße, um Kuchen zu kaufen. Schließlich wollte ich nicht mit leeren Händen kommen. Es sind etwa 80 Kilometer von Deidesheim bis Rastatt und der Verkehr, besonders rund um Karlsruhe, war recht dicht. Trotzdem waren wir eine Viertelstunde früher da als verabredet und warfen damit die Pläne von Chefredakteur Klaus N. Frick über den Haufen, der noch schnell eine E-Mail schreiben wollte.

Klaus N. Frick, Madlen Bihr und Katrin Weil

Wir bekamen die große Tour durch die neuen Redaktionsräume, die übrigens sehr ansprechend sind und die, wenn irgendwann alle Umzugkartons verstaut sind, auch repräsentativ sein werden. Katrin Weil und Madlen Bihr kamen gerade vom Mittagessen zurück und wir setzten uns alle auf die große aber etwas kahle Außenterrasse. Bei Kaffee und Kuchen besprachen wir Details zu vergangenen und zukünftigen Projekten der PERRY RHODAN-FanZentrale, über Cons im Allgemeinen und die bevorstehenden PERRY RHODAN-Tage Braunschweig im Besonderen. Die Zeit verging, und nach zwei Stunden gingen die Mitarbeiter der Redaktion wieder an die Arbeit und wir machten uns auf den Heimweg.

Blick auf Deidesheim und Umgebung

Da ich außer dem Kuchen den ganzen Tag über nichts gegessen hatte, war ich entsprechend hungrig als wir wieder im Hotel waren. Ich studierte online die Speisekarten der Restaurants in Deidesheim, die übrigens ziemlich zahlreich sind. Wir entschieden uns für ein Lokal mit pfälzischer Küche und wurden nicht enttäuscht. Gutes Essen zu fairen Preisen mit schneller und freundlicher Bedienung, was will man mehr.

Beim anschließenden Abendspaziergang entdeckten wir noch zwei Mammutbäume, die in einem Park in Deidesheim wachsen und von denen der größere bereits 1880 gepflanzt worden war. Der Baum ist inzwischen 30 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 1,80 Meter. Fotos liefere ich nach.

Anschließend noch ein paar Impressionen von der Ruine Wachtenburg.

Worms

Gestern Vormittag sind wir nach Bad Dürkheim gefahren, das ist nur ein paar Kilometer entfernt. Wir haben auch schnell einen Parkplatz am Bahnhof gefunden und sind dann in Richtung Stadtkern gelaufen. Wir haben den Toskana-Garten angeschaut und einen Blick in den Kurpark geworfen. Mehr war nicht möglich, weil dort gerade Abwasserrohre verlegt werden.

Dann wollten wir gemütlich durch die Innenstadt bummeln, aber da wurde gerade für ein Weinfest aufgebaut. Überall standen Buden oder Zelte herum, Lieferwagen verstopften die wenigen freien Straßen. Ständig musste man aufpassen, dass man niemandem im Weg war. Kurzum, es war kein Genuss, man hat auch nicht wirklich viel gesehen vom Ort. Dann kam Wind auf und die Sonne ging weg. Wir sind wieder zum Auto und wollten vom Parkplatz fahren, haben aber den Automaten nicht gefunden. Der war in einem der vielen Parkhäuser versteckt, die drumherum standen. Das findet echt nicht jeder. Kaum waren im Auto, fing es an zu regnen. Die Besichtigung einer Burgruine musste buchstäblich ins Wasser fallen. Dafür haben wir uns im REWE mit belegten Semmeln und Wasser eingedeckt.

Nach dem Mittag sind wir dann nach Worms aufgebrochen. Wir hatten uns mit einem PERRY RHODAN-Fan verabredet, der in Worms lebt. Er führte uns durch die Nibelungenstadt in der es reichlich Kirchen und einen Dom gibt. Sowohl den Dom haben wir besichtigt als auch den jüdischen Friedhof, auf dem es Gräber gibt, die fast 1000 Jahre alt sind. Ein älterer Herr hat uns und einem Ehepaar ganz spontan einiges über den Friedhof erzählt, unteranderem vom aronitischen Segen. Davon hat Leonard Nimoy sich den vulkanischen Gruß abgeschaut.

Anschließend waren wir noch einen Kaffee trinken und haben ein bisschen geschwatzt. Bevor wir gegen 17 Uhr wieder zurückgefahren sind.

PERRY RHODAN-Verfilmung in der SOL

Die Druckdaten sind in der Druckerei, damit kann ich nun endlich die neue Ausgabe der SOL ankündigen.

Die 106. Ausgabe widmet sich im Schwerpunkt einem heißdiskutierten und reichlich umstrittenen Thema, nämlich der Verfilmung von PERRY RHODAN. »Kenne ich schon«, werden einige sagen. Andere wiederum werden genervt mit den Augen rollen. Ging mir auch so, als mich der Vorschlag erreichte, aber …
Es gibt tatsächlich noch etwas zu dem Thema zu erzählen und zwar mehr, als man denkt. Kurt Kobler zum Beispiel schaut sich die entfallenen Szenen aus dem ersten und bisher einzigen PERRY RHODAN-Film »SOS aus dem Weltraum« an. PR-Chefredakteur Klaus N. Frick, der wohl am meisten über dieses Thema schreiben könnte, steuert Informationen zu der TV-Miniserie bei, die Anfang des Jahrtausends geplant, aber nie verwirklicht wurde. Und ich erkläre, was Betondosen, Teneriffa und der Film »Forbidden Planet« mit dem PERRY RHODAN-Film zu tun haben.

Außerdem im Heft: Ein Beitrag von Norbert Fiks über das wahre Atlantis. Thomas Harbach schreibt über Marianne Sydow – ein Nachzügler aus der letzten Ausgabe – sowie über das Vurguzz-Imperium nebst hochprozentigen Informationen zum legendären Getränk von Dr. Franz Ettl aus Unterwössen.

Die in der 105 begonnene Geschichte von Götz Roderer findet ihren Abschluss, ebenso wie der Bericht vom Online-Abend. Teil 4 von Alexandra Trinleys beliebter Serie zu den 60 Geburtstagen wird die Leser hoffentlich genauso erfreuen, wie Guckys Rückblick auf den GarchingCon 2018.

In den Interviews erzählt Sascha Vennemann über Heftromane und wie es ist zum PERRY RHODAN-Autor berufen zu werden. Peter Hopf berichtet von der Verlagsarbeit des Hopf-Verlags und der von ihm herausgegebenen Autorenkollektion.

Die aktuellen Romane der Erstauflage und von NEO werden wie gewohnt ausführlich besprochen. Das Titelbild stammt von Thomas Rabenstein.

Ein PERRY RHODAN-Fanzine für Kinder

In den letzten Wochen war ich an einem tollen Projekt beteiligt, das mir viel Arbeit beschert, aber auch viel Spaß gemacht hat. Für die PERRY RHODAN-FanZentrale habe ich die Redaktion eines Fanzines für Kinder übernehmen dürfen. Lie H. Ard ist eine junge Frau, die nicht nur auf ihrem Blog Fan-Fiction-Storys über Atlan veröffentlicht, sondern auch eine Bildergeschichte über Perry Rhodans Mondflug gezeichnet hat.

Gemeinsam haben wir Layout und Texte soweit bearbeitet, dass am Ende ein kleines Hardcover Büchlein herausgekommen ist. Am kommenden Wochenende wird es auf dem ColoniaCon in Köln für alle erhältlich sein. Anschließend kann man es im SpaceShop der PRFZ bestellen.

Es war mein erste Publikation dieser Art, dass ich redaktionell betreuen durfte und es hat mehr Arbeit gemacht, als ich mir das anfangs gedacht habe. Denn man muss bei einem solchen Projekt nicht nur auf den Text achten, sondern auch die Bilder im Zusammenspiel betrachten. Der Text darf nicht zu lang sein und sollte die Bilder begleiten und nicht erklären. Die richtige Positionierung ist ebenfalls enorm wichtig. Er muss gut vorzulesen sein, sollte aber auch für Leseanfänger leicht zu lesen sein.

Wichtig war auch die Kommunikation mit der PERRY RHODAN-Redaktion. Die PRFZ muss sich die Veröffentlichungen von Fan-Publikationen genehmigen lassen und bestimmte Vorgaben einhalten, damit es im SpaceShop verkauft werden darf.

Auch technisch ist so ein Bilderbuch anspruchsvoll. Die Angaben der Druckerei müssen genau eingehalten werden, damit es am Ende auch so aussieht, wie es aussehen soll. Außerdem muss ein Umschlag-Layout für einen Hardcover-Band ganz anders angelegt werden. Noch wichtiger war es, eine Druckerei zu finden, die das Buch möglichst kostengünstig druckt, damit es zu einem einigermaßen bezahlbaren Preis verkauft werden kann. Das ist momentan nämlich echt schwierig, weil sich die Druckpreise in den letzten Monaten beinahe verdreifacht haben.

Letztendlich hat alles geklappt. Und ich durfte es gestern aus der Folie wickeln und das erste Mal in der Hand halten. Ich finde, es ist wirklich schön geworden und Lie kann zurecht stolz auf ihr Werk sein. Mal sehen, wie gut es sich verkauft, dann gibt es vielleicht eine Fortsetzung. Beim nächsten Mal gehts sicher einfacher, dann weiß ich, worauf ich als Redakteurin besonders achten muss.

Die Katakomben des Mars

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 277 – »Die schlafende Göttin« von Lucy Guth

Die SOL empfängt eine verschlüsselte Botschaft, die offensichtlich an Atlan gerichtet ist. Der unbekannte Absender deutet an, dass die Imperatrix noch am Leben sei und Atlans Hilfe braucht. Die Koordinaten verweisen auf einen Ort unterhalb von Leticrons Festung auf dem Mars.
Nach einem Streit mit Perry Rhodan, der hinter der Botschaft eine Falle vermutet, brechen Atlan und Mirona Thetin auf, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Allerdings fällt es ihnen schwer auf dem Mars zu agieren, ohne von den Überschweren entdeckt zu werden. Nach mehreren Fehlschlägen und einer Beinaheverhaftung, bietet ihnen die Alt-Marsianerin Toja Hainu ihre Hilfe an, doch zuvor müssen die beiden eine Art Prüfung ablegen. Unter dem kräftezehrenden Marsch über- und unterhalb der marsianischen Wüste leidet vor allem Mirona Thetin, deren Zellaktivator immer häufiger aussetzt. Diese Aussetzer setzen ihr nicht nur körperlich zu, sondern vor allem psychisch.
Am Ende finden sie Atlans Mutter und der Arkonide kann sich von ihr verabschieden, bevor sie stirbt. Nachdem er sie dreimal verloren hat, findet er nun endlich seinen Frieden mit sich. Nur Mirona treiben nach wie vor jene Geheimnisse um, die sie nicht mit Atlan geteilt hat.

Ich hatte mich sehr auf diesen Roman gefreut und darauf, dass die Geschichte um Atlan und seine Mutter endlich aufgeklärt wird. Das Ergebnis hat mich jedoch enttäuscht.

An der Perspektive der Figuren liegt es nicht. Ich finde, dass Mirona Thetin noch nie so »menschlich« auf mich gewirkt hat, wie in diesem Roman. Auch Atlans Beweggründe sind stets nachvollziehbar. Die Streiterei zu Beginn mit Perry Rhodan, der als der große Warner auftritt, gefiel mir nicht so gut. Sie wirkte aufgesetzt. Rhodan hat schon mehrmals in ähnlichen Situationen gesteckt und dann ebenfalls Atlans Warnungen ausgeschlagen. Es ist nur legitim, wenn Atlan den Spieß nun umdreht. Soweit sollte Rhodan den Arkoniden inzwischen kennen.

Wobei die Reise zum Mars nicht einer gewissen Blauäugigkeit entbehrt. Die beiden landen ohne jeglichen Plan auf dem roten Planeten und laufen stets Gefahr, erkannt zu werden. Sowas ist entweder Leichtsinn oder Größenwahn. Dass durch ihre Aktion eine Marsianerin stirbt, nehmen beide billigend in Kauf und schieben es auf die Überschweren. Zumindest macht sich Atlan später nochmal Gedanken darüber. Ich denke, sie hätten sich leichter getan, wenn sie Gucky mitgenommen oder zuvor besser recherchiert hätten. So tappen sie mehr oder weniger blind umher und müssen von Glück reden, dass sich die Alt-Marsianerin, bei der es sich wahrscheinlich um eine Schwester der Tiefe handelt, ihnen hilft.

Und da sind wir auch schon bei den Kapiteln im Roman, die mir so gar nicht gefallen haben. Der ewig lange Marsch durch die Wüste, sowohl oberhalb als auch unterhalb der Oberfläche. Da war nicht viel Neues zu lesen. Leute laufen durch dunkle Höhlen, treffen auf exotische Lebewesen, die sie sofort angreifen und gegen die sie sich verteidigen müssen, bevor sie am Ende ans Ziel kommen. Wie oft habe ich das in der letzten Zeit bei NEO gelesen? Gefühlt jeder zweite Roman enthält solche oder ähnliche Szenen. Diese sind von Lucy Guth zwar spannend geschrieben, logisch sind sie aber nicht. Mal davon abgesehen wie die Würmer und der Krake überhaupt auf den Mars gekommen sind, stellt sich die Frage: warum stürzen sich diese Lebensformen immer gleich auf die Humanoiden? Die Würmer ernähren sich offensichtlich von Gestein, Menschen oder Arkoniden passen also gar nicht in ihr Beuteschema. Außerdem, müssten sie nicht eigentlich inzwischen den ganzen Mars untergraben haben? Der Autorin sei dank, machen sich zumindest die Protagonisten ähnliche Gedanken darüber.

Diese ganze Prüfungsgeschichte fand ich überflüssig. Der Titel des Buches lgeht nahe, dass es um Atlans Mutter geht. Und ich hätte lieber mehr über die Imperatrix erfahren. Zum Beispiel woher sie die Position der SOL kannte? Oder woher sie plötzlich die telepathischen Fähigkeiten hat, um Atlan den Plan der Höhlen ins Gehirn zu transferieren? War es vielleicht gar nicht Atlans Mutter sondern eine Schwester der Tiefe, die in ihren Körper geschlüpft ist? Mir war das jedenfalls alles zu spekulativ, zu wenig greifbar und durchdacht.

Es ist offensichtlich, dass das Thema der Staffel – Leticron – zwar am Rande immer wieder angesprochen wird, letztendlich es aber keine Konfrontation mit dem Überschweren oder gar eine Lösung des Konfliktes gibt.

»Die schlafende Göttin« ist ein gutes Beispiel dafür, das spannendes Erzählen nicht ausreicht, wenn die Handlung nicht bis zum Ende durchdacht ist oder der Romantitel mehr suggeriert, als er halten kann.

Freigesetzt

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 276 – »Die Cybora- Etappe« von Rainer Schorm

Der Emotionaut Mentro Kosum, der Haluter Icho Tolot und die Bestie Tro Khon fliegen mit der DOLAN in das von Leticron besetzte Spicasystem. Sie landen unentdeckt auf Cybora, NATHANs Kolonie, auf der von den Posbis Emotionauten ausgebildet werden. Mentro Kosum als eingeborener Cyborianer mischt sich unter die Einheimischen, um Kontakt zu einem Ministrel zu bekommen. Denn nur NATHAN selbst kann ihnen den Weg zu seiner geheimen Enklave Makko weisen, um dort die Informationen aus der Bulle auszulesen.
Bei der Freisetzungszeremonie eines neuen Jahrgangs von Emotionauten, geht etwas mächtig schief. Leticron hat die Posbis gezwungen auch Überschwere zu Emotionauten auszubilden. Der Versuch schlägt fehl und die Männer verlieren den Verstand. Es kommt zu Kämpfen, die in der Zerstörung des Gebäudes gipfeln und einen Konflikt zwischen Posbis und Leticrons Anhänger auslösen.
Mentro Kosums cybernetische Implatate werden beschädigt. Mit Hilfe eines alten Freundes kann er fliehen und zu einem NATHAN-Interpreter gelangen, der nicht nur seine Implantate reparieren kann. Im gleichen Zuge bekommt er endlich Kontakt zu einem Ministrel.
Da werden sie von den Überschweren entdeckt. Einer der gescheiterten Emotionauten hat mit Kosum noch eine Rechnung offen. Zum Glück greift Icho Tolot in den Kampf ein und kann sowohl Mentro Kosum, als auch den Ministrel und seinen Interpreter in Sicherheit bringen.

Der Roman ist sehr technisch und relativ Ereignisarm. Mir fiel das Lesen schwer, denn die komplexen technischen Details taugen definitiv nicht als Gute-Nacht-Geschichte. Ich habe meist nur abends Zeit und Ruhe zum Lesen, deshalb hat es auch so lange gedauert, bis ich den Roman durchhatte.

Inhaltlich bringt Rainer Schorm viele Details zu Cybora, der einzigen Kolonie, die bisher noch nicht im Mittelpunkt eines NEO-Romans stand. Auch die Hintergrundgeschichte von Mentro Kosum wird erstmals in der NEO-Serie aufgegriffen. Das ist umso verwunderlicher, da der Charakter bereits seit Band 210 dabei ist. Dem Autor gelingt es, Mentro Kosums Gefühlsleben und seine Vergangenheit gut zu vermitteln, vor allem dessen Blindheit, mit der er nach dem Ausfall seiner Implantate erneut konfrontiert wird.

Es gibt eine Menge technischer Erklärung, die zwar allesamt logisch klingen, bei denen dennoch ein paar Fragen in mir zurückbleiben. Wer hat den Impuls ausgelöst, der zum Ausfall von Kosums Implantaten führte? Warum lassen die Posbis zu, dass die Überschweren eine Emotionautenausbildung machen, obwohl sie offensichtlich nicht dafür geeignet sind. Posbis sind biomechanische Roboter, die als unbestechlich gelten. Warum rebellieren sie erst jetzt und nicht schon früher? Warum arbeitet NATHAN überhaupt mit Leticron zusammen? Wer hat das Lykeion gesprengt? Leticron selbst? Zur Ablenkung oder aus Frust?

Immer noch ungeklärt ist, was es mit der Bulle auf sich hat. Das von den Posbis als CLAVIS bezeichnete Artefakt, scheint etwas Wichtiges zu beherbergen, das Leticron am besten nicht in die Hände bekommt. Dieses Rätselraten zieht sich für meinen Geschmack schon etwas zu lange hin. Rainer Schorm gibt zwar ein paar Hinweise, aber den wirklichen Sinn und Zweck der ganzen Geschichte rund um die Posbi-Bulle habe ich noch nicht erfasst. Das wirkt mir alles irgendwie zu konstruiert.

Die Staffel hat toll und ereignisreich begonnen, aber nach mehr als der Hälfte der Romane scheint inzwischen die Luft raus zu sein. Alles dient nicht der Auflösung des Konflikts um Leticron, sondern eher der Vorbereitung der nächsten Staffel. Ich vermisse die innenpolitische Auseinandersetzung mit den Überschweren, die in diesem Roman nur am Rande passiert. Und ich vermisse Perry Rhodan, der jetzt im vierten Band in Folge keine Rolle spielt.

»Die Cybora-Etappe« ist ein schwierig zu lesender Roman, der zwar einiges über die Kolonie NATHANS zu erzählen weiß, aber wenig zum Handlungsfortschritt der Staffel beiträgt.

Eisige Zeiten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 275 – »Kriechende Kälte« von Ruben Wickenhäuser

Thomas Rhodan da Zoltral gelingt es mit Hilfe der Vitalier aus einem havarierten Raumschiff der Gon-Mekara eine Datenbulle zu bergen. Dem Artefakt hängt allerdings eine ansteckende Kälte an, die alles erstarren lässt, was ihr zu nahe kommt und die sich wie ein Organismus ausbreitet. Selbst im SPEICHER, der geheimen Raumstation der Vitalier im Solsystem, können die Daten der Bulle nicht ausgelesen werden. Nur die Überschweren auf dem Mars haben die Technologie, mit der die Botschaft aus der Bulle extrahiert werden kann.
Thomas bricht mit Jessica Tekener zu einer Undercover-Mission auf den Mars auf. Dort treffen sie auf einen Posbi, der sie zu einem geheimen Stützpunkt der Überschweren führt. Nur hier im Aerarium kann die Bulle ausgelesen werden. Sie können erfolgreich ins Aerarium eindringen, werden dann aber kurze Zeit später von den Überschweren entdeckt. Der Posbi opfert sich und zerstört das Aerarium, damit die beiden mit der Bulle und den entschlüsselten Daten entkommen können.
Die Vitalier besitzen nun geheime Informationen über die von NATHAN gegründetes Kolonie Cybora und machen sich auf den Weg dorthin.

Das ist jetzt schon der dritte Roman in Folge, ohne Perry Rhodan. Nicht das ich ihn vermissen würde, aber es ist schon auffällig, dass der Namensgeber der Serie so lange aus der Handlung verschwindet.

Ruben Wickenhäuser beleuchtet in diesem Roman die Gesellschaft der Vitalier. Was er sehr ordentlich macht. Dennoch frage ich mich ernsthaft, warum die Überschweren, die Vitalier noch nicht entdeckt haben, so fahrlässig, wie sich die Piraten verhalten. Thomas Rhodan da Zoltral bildet da keine Ausnahme, auch er geht sehr blauäugig mit der Gefahr um, die von der Bulle ausgeht. Er hat gesehen, was die kriechende Kälte mit der Besatzung des Schiffs der Überschweren angerichtet hat, dennoch riskiert er es, das Ding in den SPEICHER zu bringen, wo er doch weiß, dass die technischen Einrichtungen der Vitalier nicht optimal funktionieren. Letztendlich wird es für ihn und andere beinahe zur tödlichen Gefahr. Anschließend schleppt er sie auch noch in einem Rucksack auf dem Mars mit sich herum.

Wobei ich nicht ganz verstanden habe, woher die Überschweren dieses Artefakt haben. Haben sie es den Posbis geklaut? Arbeiten die Posbis mit den Überschweren zusammen? Ist es etwas, dass die Schwestern der Tiefe Leticron in die Finger gespielt haben? Wie kommen die Überschweren sonst zu solcher exotischer Technologie, wie sie im Aerarium steckt. Das alles hat sich mir im Roman nicht erklärt. Im Gegenteil, einerseits scheinen die Überschweren und Leticron viel zu übermächtig und an anderer Stelle lassen sie sich einfach überlisten. Da fragt man sich, ob das tatsächlich ein und der gleiche Gegner ist.

Apropos Gegner. Zuerst dachte ich der Posbi steht auf der Seite der Überschweren, weil er mit großer Leichtigkeit an Informationen über das eigentlich geheime Aerarium kommt. Seinem Ende geht eine Infektion mit dem Posbivirus voraus, gegen das er eigentlich immun sein sollte, das aber offensichtlich in die Systeme der Überschweren und des Mars übergreifen kann. Anders kann ich mir das Chaos, das am Ende auf dem roten Planeten ausbricht, nicht erklären. Da fehlen meiner Meinung nach ein paar Details. Vielleicht erpressen die Überschweren die Posbis mit dem Virus, damit sie ihnen die Transformkanonen bauen. Wir werden es erfahren.

Die Nebenhandlung des Romans ist das eigentliche Highlight. Hier geht es um den »Bastler« Sec Tinker, einem Menschen, der von den Überschweren einer Gehirnwäsche unterzogen wurde und der sich nun unter die Vitalier gemischt hat, um sie auszuspionieren. Was in seinem Kopf vorgeht, und wie die beiden Meinungen, seine ursprüngliche und die konditionierte, immer wieder in Konflikt geraten, ist großartig erzählt. Die Nebenhandlung endet leider mitten im Roman auf sehr abrupte Weise und ohne Konsequenzen für die Haupthandlung. Das hat mich etwas enttäuscht. Ich hätte mir gewünscht, dass Sec Tinker als Bösewicht Widerwillen, Thomas Rhodan und Jessica Tekener aufzuhalten versucht. So bleibt ein fader Beigeschmack und viel verschwendetes Potenzial.

»Kriechende Kälte« – der Titel verspricht mehr, als er halten kann. Denn über das Phänomen, welches sehr spannend beschrieben wird, erfährt man letztendlich nichts und ab einem bestimmten Punkt spielt es auch keine Rolle mehr. Das fand ich schade. Ansonsten ist es ein lesbarer Roman, bei dem zu oft der Zufall den Protagonisten zu Hilfe kommt.

Irrfahrt durch die Vergangenheit

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 274 – »Alaskas Odyssee« von Rüdiger Schäfer

Der in der Vergangenheit gestrandete Alaska Saedelaere wird kurz vor seinem Tod von einer Springersippe gerettet. Er bleibt eine Weile bei ihnen, bevor er sich auf die Suche nach der Mehandor Katrinka macht, die er bei seinem Besuch auf Archetz kennengelernt hatte. Die beiden verbindet mehr als die große Liebe, auch sie wurde von Perry Rhodan zurückgelassen, wie Alaska selbst.
Zusammen mit der Wissenschaftlerin verlebt Alaska ein paar schöne Jahre, dann kommt ihnen ein Kopfgeldjäger auf die Spur, der den Auftrag hat, Katrinka zu töten, weil sie zu viel über Patriarch Titon, dem Herrscher von Archetz weiß. Lange Zeit fliehen sie kreuz und quer durch M13, können dem Kopfgeldjäger aber nicht auf Dauer entkommen. Am Ende wird Katrinka auf Arkon I von einem Giftpfeil getroffen und stirbt.
Alaska ist verzweifelt und denkt daran Selbstmord zu begehen. Da taucht Dao-Lin-H’ay auf und verspricht ihm die Rückkehr in seine Zukunft, wenn er ihren Anweisungen Folge leistet. Die Katzenfrau ist Alaska nicht unbekannt. Seit seiner Kindheit ist sie immer wieder in seinem Leben aufgetaucht, doch er hat sie stets für ein Hirngespinst gehalten. Sie schickt Alaska zunächst zu einem abgelegenen Planeten. Auf dem er den neunten Atorakt findet und dieser sich auf sein Gesicht legt. Der sogenannte Imprint, hat die Nebenwirkung, dass nun jeder, der Alaska ansieht, stirbt. Deshalb fertigt er sich eine Maske an.
Dao-Lin-H’ay schickt ihn weiter. An den Koordinaten auf einem Wüstenplaneten trifft er auf den Überschweren Leticron. Auch ihm ist Dao-Lin-H’ay erschienen. Leticron braucht Alaska für seinen großen Plan und bietet ihm eine Zusammenarbeit an. Der Überschwere hat in den vergangenen Jahrzehnten eine riesige Flotte geschaffen und eine Armee aufgestellt, mit der er in der Zukunft ein neues Reich errichten will. Nachdem die Arkoniden dabei sind die Überschweren komplett aus der Gegenwart zu tilgen.
Zusammen mit Leticron, seinen Schiffen und einer Million Kriegern begibt Alaska sich in Tiefschlaf, um die nächsten 10.000 Jahre zu überdauern.

Der Roman hat mir erneut keine Tränen oder auch nur den Hauch von Mitleid für Alaska Saedelaere beschert. Ich werde nach wie vor nicht warm mit dem Charakter. Obwohl er sich in diesem Roman nicht ganz so blauäugig anstellt. Das ist unteranderem das Ergebnis seiner Erlebnisse nach seinem Zurückbleiben in der Vergangenheit, die glaubhaft geschildert werden. Obwohl von dem schüchternen Techniker aus Ben Calvin Harys Roman »Die Imperatrix« (NEO 261) nicht mehr allzu viel übrigen geblieben ist. Im Roman vergehen mehrere Jahrzehnte und die Erfahrung, die den zunächst jungen Alaska prägen, verändern ihn dementsprechend. Rüdiger Schäfer gibt der Figur eine Hintergrundgeschichte und bereitet sie für die Ereignisse in der Gegenwart der SOL vor. Mehr aber auch nicht.

Der für seine Charakterromane bekannte Autor vermag sich eigentlich gut in seine Figuren hineinzuversetzen und auch die Leser mitzureißen. Warum es ihm bei Alaska Saedelaere nicht so richtig gelingen will, weiß ich nicht. Aber »Alaskas Odyssee« kommt nicht an die Vielzahl herausragender Romane des Autors aus der Vergangenheit heran.

Allerdings birgt der Roman ein paar Überraschungen, die ich so nicht erwartet hatte. Eine davon ist das direkte Eingreifen der Schwestern der Tiefe. Dao-Lin-H’ay sagt, dass sie versucht, mit Alaska die veränderte Zeitlinie zu korrigieren. Leider ist nach wie vor nicht klar, wer die Gegner in diesem »temporalen« Krieg sind. Eine weitere Überraschung ist Atlans Mutter – die Imperatrix – die auf Leticrons Schiff im Kälteschlaf liegt.

Auch wenn Rüdiger Schäfer sehr viel für die Glaubwürdigkeit der Handlung tut, bleibt bei mir dann doch ein Stirnrunzeln zurück. Ich rede dabei nicht vom Atorakt, der sich als Imprint auf Alaskas Gesicht legt – im Übrigen eine originelle Idee, die sehr gut mit der Gesamthandlung der Serie verzahnt ist. Mir bereitet etwas anderes Kopfschmerzen: Ich glaube nicht so recht, dass die Walzenschiffe der Überschweren 10.000 Jahre in unterplanetaren Silos überdauern, und anschließend noch funktionieren. Selbst mit Wartung geht die beste Technik über lange Zeiträume kaputt, einfach weil das Material altert. Noch schlimmer ist es, wenn sie nicht benutzt wird. 10.000 Jahre sind eine sehr lange Zeit für Technologie, selbst für arkonidische. Das halte ich für kaum möglich, außer es gibt einen nichtgenannten Faktor, der irgendwann in den kommenden Romanen erwähnt wird.

Literatur ist immer ein Spiegel ihrer Zeit und so finden sich viele Anspielungen auf die derzeitige politische und gesellschaftliche Situation zwischen den Zeilen des Buches wieder. Vermutlich wird das nicht jeden freuen, aber Geschichte wiederholt sich nunmal. Eine Tatsache, die wir gerade wieder einmal lernen müssen. So lange eine positive Zukunftsvision im Vordergrund steht, ist alles gut.

»Alaskas Odyssee« erzählt die Lebensgeschichte eines Menschen, dessen Rolle in der Serie noch nicht ganz klar zu sein scheint und auch nicht, auf wessen Seite er steht. Bei der Figur ist noch viel Gestaltungspotential offen, bei der Staffelübergreifenden Handlung ohnehin. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Vom Mahlstrom zerrieben

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO – Band 273 – »Der Mahlstrom« von Rainer Schorm

Die SOL schickt den Langstreckenversorger SLITHRUGTANNI nach M 3, um einem Hyperimpuls aus dem Akonsystem auf den Grund zu gehen. Mit an Bord ist der alte Arkonide Sofgart. Doch schon der Ausflug aus dem Wegasystem gestaltet sich schwierig, denn Leticron setzt seinen besten Kommandant auf die SLITHRUGTANNI an. Die Überschweren können das Schiff bis zum Blauen System der Akonen verfolgen. Am stark pulsierenden Blauen Schirm stellen die drei Schiffe das der Menschen. Die SLITHRUGTANNI ruft die terransiche Flotte um Hilfe, doch es scheint sie keiner zu hören.
Hinter dem pulsierenden Blauen Schirm passieren derweil unerwartete Dinge. Zwischen Erde und Mond hat sich ein Raum-Zeit-Strudel manifestiert, der mit den Zeitbrunnen auf Erde und Mond reagiert und droht, das ganze System mit Sonne und Planeten zu verschlingen. NATHAN bittet darum, das die CREST II, das System verlässt, weil er glaubt, dass die Zeitpfütze auf dem Schiff den Mahlstrom hervorruft. Die CREST II fliegt durch den Blauen Schirm direkt in die Schlacht zwischen der SLITHRUGTANNI und den Schiffen der Überschweren hinein. Sie können den Langstreckversorger retten und ziehen sich wieder hinter den Schirm zurück, weil die Zeitpfütze mit zunehmender Entfernung außer Kontrolle gerät. Die drei Schiffe der Überschweren versuchen daraufhin den Schirm zu durchdringen, werden aber einer nach dem anderen zerstört.
Am Ende bricht Sofgart zum Mahlstrom vor. Er kann mittels seines F’Atkor und der plötzlich auftauchenden Dao-Lin-H’ay die Anomalie schließen. Er droht aber in die Anomalie gezogen zu werden. Die SLITHRUGTANNI kann ihn rausholen, wird aber selbst in den Mahlstrom gezogen und verschwindet.

Ich habe außergewöhnlich lange für diesen NEO gebraucht. Und das lag nicht nur daran, dass ich wenig Zeit zum Lesen hatte. Es lag vor allem am ersten Teil des Romans, der sich ewig hinzuziehen schien. Die Handlung mäandert zwischen den Überschweren und der SLITHRUGTANNI, ohne sie entscheidend voranzubringen.

Erst mit dem Auftreten von Auris von Las-Toór kommt Bewegung in den Roman. Die Handlung im Akonsystem riss mich dann endlich mit. Dazwischen haderte ich mit der Besatzung der SLITHRUGTANNI (Wer sucht sich eigentlich solche Namen aus?) und den Überschweren und ihren Taten. Beide handeln oftmals unklug und man fragt sich, wie sie es überhaupt geschafft haben a (die Menschen): erfolgreich Handel zu treiben und b (die Überschweren): ein Imperium aufzubauen. Wenn ich weiß, dass ich verfolgt werde, dann führe ich doch den Feind nicht zum geheimsten Ort der Galaxis. Oder, wenn ich ahne, was sich hinter dem Schirm verbergen könnte, schicke ich doch sofort ein Schiff zurück, um meinem Oberboss davon zu erzählen. Diese Katz-und-Maus-Spiel zwischen den beiden Parteien ist nicht nur ermüdend, sondern man zweifelt oftmals auch an der Intelligenz aller Beteiligten.

Wie schon häufig erwähnt: Rainer Schorm liebt es technisch, das merkt man dem Roman an. Wobei ich es dieses Mal als nicht so schlimm empfunden habe. Viele Dinge waren für mich nachvollziehbar. Der Stammleser bekommt einige Zusammenhänge präsentiert, die absolut spannend sind und von denen man gern mehr erfahren würde. Das kommt sicher noch.

Gut getroffen fand ich Sofgart, bei dem ich schon fürchtete, er würde den Roman nicht überlegen. Aber er ist weiter mit dabei und ich glaube, dass die Figur noch lange nicht auserzählt ist. Rainer Schorm kann dem alten Arkoniden einfach am besten Leben einhauchen. Aber auch Gabrielle Montoya und Auris von Las-Toór bereichern die Handlung ungemein.

Übrigens hinter der Besatzung der SLITHRUGTANNI verbergen sich bekannte Namen aus der PERRY RHODAN-Serie, wie Gregor Sedlak und Janina Zimmer.

Manche Aussagen in Rainer Schorms Romanen sollte man herausschreiben und in einer Zitatensammlung verewigen. Auch in diesem NEO konnte ich wieder viele schlaue Sätze lesen, wie: »Das politische Establishment musste einfach so tun, als habe es alles unter Kontrolle, auch wenn genau das Gegenteil zutraf.«

»Der Mahlstrom« fängt zäh an, steigert sich aber in der zweiten Hälfte zu einem wahren Feuerwerk an Ideen. Wir erfahren endlich, dass die Versetzung von Erde und Mond ins Akonsystem nicht zufällig passiert ist. Was wir immer noch nicht wissen, wer hinter dem Ganzen steckt.