Perry im Schwarzwald

Quelle: www.mein-schwarzwald-magazin.de

Das Magazin »Mein Schwarzwald« berichtet in seiner aktuellen Ausgabe unteranderem über die PERRY RHODAN-Serie. Der Artikel richtet sich vor allem an Unkundige des Perryversums, hält aber auch für Fans ein paar interessante Informationen sowie Fotos aus den Räumen der PERRY RHODAN-Redaktion parat. Da findet sich auch mal die Auflagenzahl im Kleingedruckten oder die Anzahl der Anschläge für einen Erstauflagen-Roman. Und wer schon immer mal wissen wollten, was die Mitarbeiter des PERRY RHODAN-Marketings denn so im Schrank stehen haben, oder wie Chefredakteur Klaus N. Frick seine Heftromane archiviert, kommt an dem Magazin nicht vorbei.

Doch auch die anderen Beiträge im Heft sind interessant geschrieben und schön bebildert. Beispielsweise erfährt man wie aufwendig der Anbau von Meerrettich ist, wo man aufbereitete Lederschuhe bekommt, oder welche Leute eine Autobahnkirche besuchen. Das Geheimnis des Schwarzwälder Schinkens wird gelüftet, das Rezept für einen perfekten Glühwein abgedruckt und wofür Zitronenverbene gut ist. Die Hornisgrinde, ein legendärer Gipfel des nördlichen Schwarzwalds, wird genauso vorgestellt wie das »Molerhüsli« am Herzogenhorn und zehn Wein-Erlebnisse im Badischen. Daneben gibt es jede Menge Tips zu Ausflügen und Insider-Informationen rund um die Schwarzwald-Region.

»Mein Schwarzwald« richtet sich an Bewohner der Region, aber auch an Leser, die gern ihren Urlaub im Schwarzwald verbringen oder verbringen möchten. Das Magazin erscheint zweimal im Jahr und kann hier abonniert oder als Einzelheft bestellt werden. Es ist allerdings auch in Zeitschriftenläden zu bekommen. Einfach mal nachfragen.

 

Blauer Sonntag

Blick aus dem Hotelfenster zum »Affenberg«

Im Gegensatz zum tristen Samstag überraschte uns der Sonntag mit strahlend blauem Himmel. Ich machte gleich ein paar Fotos aus dem Hotelzimmer.

Nach dem Frühstück packten wir unsere sieben Sachen und machten uns auf den Rückweg. Schnell waren wir aus Karlsruhe heraus und auf der A8. Die war schon recht bevölkert. Zwar kamen wir bis Stuttgart gut durch, standen aber anschließend mehrere Kilometer im Stau.

Weil wir noch Zeit hatten, schlug ich vor, von der Autobahn abzufahren und in Blaubeuren Mittagessen zu gehen. Die Parkplatzsuche gestaltete sich schwierig, wir fanden erst einen am Ortsausgang. Dafür war in der Stadt trotz schönstem Sonnenschein und warmen Temperaturen erstaunlich wenig bis gar nichts los. Fast alle Restaurants oder Gaststätten hatten entweder Urlaub oder waren geschlossen. Die Touristen und Ausflügler irrten durch die Straßen. Das einzig offene Lokal, was wir fanden, war ein Italiener der mit kreativer Küche warb. Hier ergatterten wir die letzten freien Plätze. Die vegetarische Pasta war schmackhaft und auch die Preise waren moderat, man kann das Lokal also weiterempfehlen. Warum die anderen Gaststätten an einem Sonntagmittag im Hochsommer nicht offen hatten, wissen wohl nur sie selbst. Denn der Andrang an Gästen bei dem Italiener war so groß, das viele weggeschickt werde mussten. Denen blieben nur die Imbissbuden rund um den Blautopf.

Nach dem Essen bewunderten wir das türkisfarbene Wasser des Blautopfs. Die Quelle des Flüsschens Blau sollte man einmal mal besucht haben. Wenn möglich bei Sonnenschein, damit die Farben richtig zur Geltung kommen. Ich machte eine Menge Fotos, weil ich mich nicht sattsehen konnte. Von dort spazierten wir zurück zum Auto und fuhren ins wenige Kilometer entfernte Ulm, die Verwandtschaft besuchen.

Die Heimfahrt über die Autobahn und die baustellengeplagte B304 zog sich am Abend scheinbar ewig hin. Bei Wasserburg stauten sich die Autos sogar auf der Gegenspur über mehrere Kilometer. Das hatte ich auch noch nicht erlebt. Aber wir kamen heil daheim an und das ist das Wichtigste.

hier noch ein paar Eindrücke vom Blautopf:

Blautopf
Orgie in blau und Grün

Feucht und flauschig

Brücken-Restaurants gibt es nicht nur an der Autobahn

Der Samstag begann trist, außerdem hatten wir verschlafen. Wir gingen – für unsere Verhältnisse ziemlich spät – erst nach neun Uhr frühstücken. Wie immer war das Frühstück im Hotel reichhaltig und schmackhaft. Dieses Mal schmeckte auch der Kaffee. Da hat sich die Investition in eine neue Kaffeemaschine gelohnt.

Ich fühlte mich, analog zum tristen Wetter draußen, ein wenig deprimiert. Da hilft meist ein ausgedehnter Spaziergang. Mein Mann wollte sich den Campus des KITs (Karlsruher Institut für Technologie) ansehen und so schlenderten wir quer durch die Südstadt nach Norden. Trotzdessen es immer wieder leicht nieselte, war es ziemlich warm. Ich hatte die Regenjacke übergezogen und schwitzte die ganze Zeit.

Es gibt eine Menge sehr schöner Ecken in Karlsruhe, Parkanlagen zwischen den Häuserfronten, durch die schmale Wege führten. Viele alte Bäume und auch sonst viel Grün. Dann wieder weite Anlagen mit großen modernen Betonbauten, Springbrunnen und glänzenden Fassaden, ein Brücken-Restaurant und Gassen wie in einer Kleinstadt. Wir ließen uns durch die Stadt treiben.

Ich marschierte wie immer zielstrebig voran und stieß dabei unbeabsichtigt auf die Rotlichtmeile der Stadt. Ehrlich, ich war völlig verblüfft, als wir plötzlich in die Brunnenstraße abbogen und mitten zwischen Laufhäusern und Erotic-Bars standen. Es war Samstagvormittag und das einzige, was sich in der Straße bewegte, waren die Lieferwagen. Dennoch saßen ein paar Damen in den Schaufenstern der Etablissements und warteten auf Kundschaft. Wir stiefelten hindurch, als wäre es nur eine von vielen Straßen. Auf der Kreuzung dahinter waren schon die ersten Gebäude des KITs zu sehen, doch in dem Moment hattet mein Mann nur Augen für … nein, nicht das was jetzt manchen denken … das Autohaus auf der anderen Straßenseite. Dort standen ein paar Old- und Youngtimer im Schaufenster, die mussten genauer betrachtet werden. Die freizügigen Damen in der Brunnenstrasse, waren für ihn hingegen nicht so interessant gewesen. Sehr brav!

Vom KIT-Campus steuerten wir das Schloss an. Die Fassade ist auch tagsüber beeindruckend, nicht nur wenn die Projektoren auf sie gerichtet sind. Das Gelände rund ums Schloss war nur mäßig besucht, einige wenige Touristen drängten ins Museum für Kulturgeschichte. Wir saßen ein Weile davor und bewunderten die Anlagen. Als es anfing stärker zu regnen, gingen wir weiter.

Wir wollten etwas nachholen, was wir beim letzten Mal nicht geschafft hatten – einen Besuch im »Cats Café« in der Kaiserpassage. Das Münchner Katzen-Café haben wir bereits zweimal besucht und wollten uns nun das Katzen-Café mit den meisten Katzen in Deutschland ansehen. Es ist überraschend groß, es gibt 13 Katzen und außer lecker aussehendem Kuchen auch veganes und vegetarisches Essen. Kurz nach zwölf war es schon ziemlich voll, die meisten Tische waren reserviert. Da wir nicht vor hatten, allzu lange zu bleiben, setzten wir uns an einen Tisch, der ab 13 Uhr reserviert war. Die Einrichtung des Cafés ist recht originell und man sieht, dass dabei viel von Hand selbst gestaltet wurde. Überall gibt es Schlafplätze für Katzen und sogar eine kleine Terrasse, wo Gäste essen und die Vierbeiner frische Luft schnappen können. Das Desinfizieren der Hände vor dem Eintreten ist Pflicht und ein Regelwerk auf jedem Tisch klärt die Besucher über das richtige Verhalten auf. Die Bedienung war ausgesprochen freundlich. Wir bestellten eine Flasche Wasser und »Schwäbische Lasagne«. Das einzige, was mich störte, war die Wärme. Ich schwitzte und fühlte mich wie in den Tropen. Den Katzen schien es nicht zu warm zu sein, sie spazierten unter den Tischen hindurch und ließen sich von den Besuchern streicheln. Manch ein Gast spielten mit ihnen, andere machten Fotos oder filmten. Es waren vor allem sehr viele junge Leute da. Ich glaube, wir fielen wegen unseres Alters schon auf.

Kurz vor ein Uhr gingen wir wieder. Draußen waren die Temperaturen angenehmer und es hatte auch aufgehört zu regnen. Nach einem kurzen Zwischenstopp im »Füllhorn«, einem riesigen Bioladen, spazierten wir zum Hotel zurück. Ich duschte ausgedehnt und am späten Nachmittag genehmigten wir uns noch einen Kaffee im »Tante Emma«. Anschließend organisierten wir uns im Hauptbahnhof noch eine Kleinigkeit zum Abendessen.

Der Abend zeigte sich verregnet, so dass wir nicht, wie geplant, nochmal zu den Schlosslichtspielen gingen.

Lauschige Parks …
… Pflaster-Kunst …
… und kuschelige Miezen

Von der Schlossruine zu den Schlosslichtspielen

Den sonnigen Vormittag nutzen wir in Heidelberg zu einem Spaziergang durch den Schlossgarten. Der Schlossberg ist zwar steil, aber so kurz, dass wir binnen fünf Minuten oben waren. Die ausgedehnte Parkanlage ist kostenlos, wohingegen man für den Besuch des Schlosses und des Schlosshofs Eintritt zahlen muss. Wir verschoben das auf einen späteren Zeitpunkt und bummelten lieber durch den in Terrassen angelegten Schlossgarten, der eine unglaubliche Aussicht auf Heidelberg bietet. Man versteht, warum die Stadt bei Touristen so beliebt ist. Es ist die Lage im engen Flusstal, das sich zu einer weiten Ebene öffnet, die bemerkenswert anmutet.

Für den Abstieg vom Berg nutzen wir einen verschlungenen Waldweg und standen alsbald in der historischen Altstadt. Hier jedoch dominierten wie scheinbar überall in Deutschland Baustellen das Bild. Am Neckar entlang bummelten wir zurück zum Bismarckplatz, von wo uns die Straßenbahn bis zum Hotel zurückbrachte.

Punkt 12 Uhr Mittags starteten wir zur nächsten Etappe unseres Kurzurlaubs. Es ging nach Karlsruhe. Wie immer um diese Jahreszeit. Die Schlosslichtspiele lockten und auch das Treffen mit dem Autor des Totengräber-Tagebuchs.

Überrascht davon, dass die beiden Städte so nahe beieinander liegen, kamen wir schon 40 Minuten später am Hotel AVISA an. Drehten hier aber drei Ehrenrunden, bis wir einen Parkplatz gefunden hatten. Nett, das uns die Dame an der Rezeption anbot, ihr Fahrzeug umzuparken, damit wir einen Stellplatz bekommen. Zum Glück fuhr aber gerade jemand weg. So nah am Bahnhof ist es nicht leicht einen Parkplatz fürs Auto zu bekommen. Ehrlich gesagt, war dies eine meiner größten Sorgen vor der Reise gewesen. Normalerweise reisen wir immer mit dem Zug an.

Nach einer Stärkung in unserem Lieblingscafé »Tante Emma« und einer längeren Ruhepause war es auch schon soweit, in Richtung Marktplatz aufzubrechen. Dort hatten wir uns u.a. mit Volker Langenbein verabredet, dessen »Totengräbers Tagebuch« ich unlängst hier rezensiert habe. Organisiert hat das Treffen Lektor und Mitautor Klaus N. Frick, der ebenfalls vor Ort war.

Es wurde ein lustiger Abend, mit leckerem Essen und spannenden Geschichten. Volker beantwortete mir noch die eine oder anderer Frage, die nach der Lektüre seines Buchs noch übrig geblieben war. Es blieb Zeit für ein Foto und die Signatur des Romans. Volker hatte sich extra auf einem Zettel notiert, was er mir ins Buch schreiben wollte. Das fand ich sehr nett und ich bedanke mich an dieser Stelle nochmal für seine lieben Worte.

Die Vorführung hatte längst begonnen, als wir zum Karlsruher Schloss aufbrachen. Wie immer saßen und standen viele Leute auf dem Platz vor dem Schloss. Leider war es schon so dunkel, dass man es nicht genau schätzen konnte, wie viele es wirklich waren. Mir kam es jedoch so vor, als wären es mehr gewesen, als in den Jahren zuvor.

Die ersten drei Präsentationen hatten wir verpasst, gerade aber begann »300 Fragments« von Maxin10sity, das für die ersten Schlosslichtspiele 2015 entworfen wurde. Es ist immer wieder ein Erlebnis die Show live auf der Fassade des Schlosses zu sehen und nicht nur als Clip bei YouTube. Dieses Mal standen wir ziemlich weit vorn im Schlosshof, also ganz nah dran. Die darauffolgende Präsentation »Noise3« hatten wir in den vergangenen Jahren auch schon gesehen, aber das anschließende »Our only blue One« von Maxin10sity war neu. Es ging um nichts Geringeres als die Geschichte des Universums vom Urknall bis heute, mit einem Ausblick auf die Zukunft. Eigentlich zwei Ausblicken: einem der eine vermüllte Erde zeigt und einem, in dem die Menschen in Harmonie mit der Natur leben, ohne das sie auf Wohlstand und Technik verzichten. Die Show entstand in Zusammenarbeit mit dem KIT (Karlsruher Institut für Technologie) und enthält eindrucksvolle Bilder aus unserem Kosmos.

Kurz bevor wir gingen, projizierte man noch eine Aufnahme von Alexander Gerst auf die Schlossfassade. Bei seiner Rede vom November 2018 von der Internationalen Raumstation an die zukünftigen Generationen – bei denen er sich entschuldigt, dass seine Generation, also wir, die Erde in keinem guten Zustand hinterlassen – bekam ich wiederholt Gänsehaut. Den Astro- oder besser Kosmonauten so überlebensgroß zu sehen, war echt beeindruckend und ein würdevoller Abschluss eines wirklich gelungenen Tages. Danke an alle indirekt Beteiligten!

Das Heidelberger Schloss
Hübsche Häuser neben der Baustelle
Am Neckarufer
Mit Volker Langenbein
Eindrucksvolle Show auf der Schlossfassade

Stadt am Neckar

Heidelberg von oben

Ich gestehe, wenn mich vor einer Woche jemand gefragt hätte, an welchem Fluss Heidelberg liegt, hätte ich erst überlegen müssen. Gestern Nachmittag und heute Vormittag habe ich es mit eigenen Augen nachprüfen dürfen.

Eigentlich wollten wir auf die schwäbische Alb zum Verwandtenbesuch, doch der musste krankheitsbedingt ausfallen. Wir entschlossen uns zu einer spontanen Planänderung. Da weder mein Mann noch ich je in Heidelberg gewesen sind, buchten wir kurzerhand ein Hotelzimmer und fuhren zum Feiertag (in Bayern zumindest) in die Stadt am Neckar.

Es regnete unterwegs und die A8 war ab Ulm ziemlich bevölkert, also fuhren wir über die Bundesstraße nach Ludwigsburg und anschließend über die A81 und die A6 nach Heidelberg. Wir hatten es nicht eilig und sahen so etwas vom schwäbischen Hinterland. Das kann übrigens idyllisch aussehen oder ziemlich industriell, je nachdem wo man entlangfährt. Blühende Landschaften gibt es dort auch nicht überall, wie man vielleicht glaubt. Manch kleiner Ort sah schon etwas heruntergekommen aus. Das erzähle ich hier nur, weil es im allgemeinen heißt, dass Schwabenländle wäre so reich.

In Heidelberg bezogen wir unser Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofs, mit Gleisblick, aber einer unschlagbaren Verkehrsanbindung und Hoteleigenen Parkplätzen. Anschließend fuhren wir mit der Straßenbahn in die Altstadt und bummelten die Hauptstraße entlang. Die ähnelt der Kaufinger Straße in München, die gleichen Geschäfte und genauso viele Touristen. Sie ist nur schmäler und die Häuser älter.

Am Kornmarkt tranken wir einen Kaffee und beobachteten wie sich langsam aber bedrohlich der Himmel zuzog. Wir entdeckten die Bergbahn zum Schloß und beschlossen am nächsten Morgen dort hoch zu laufen, oder zu fahren. Dann fuhren wir mit dem Bus zum S-Bahnhof in der Altstadt, weil die Wolken immer mehr und immer dunkler wurden.

Am S-Bahnhof goss es in Strömen, doch als die S-Bahn kam und wir in der Weststadt ausstiegen, schien schon wieder die Sonne. Wir spazierten durch die ruhige Weststadt, entdeckten einen Fußweg, der auf einer ehemaligen Bahnstrecke angelegt worden war und aßen eine Kleinigkeit, bevor wir wieder ins Hotel gingen. Wieder zogen dichte Wolken auf, aus denen vereinzelt Regen fiel. So musste das Abendprogramm ausfallen.

Buch zum Flug

Das Buch zum Flug

Nebenstehendes Werbeplakat entdeckte ich vor ein paar Wochen auf dem Bahnhof. Da wirbt die Fluggesellschaft Condor mit einem Kilogramm Extra-Gepäck für Bücher.

Ernsthaft? Laufen der Fluggesellschaft jetzt die Kunden weg? Soll es eine Aufforderung des Buchhandels an die Urlauber sein, mehr zu lesen? Oder was soll die Aktion?

Ich bin früher gern mit Condor in den Urlaub geflogen. Früher heißt, vor zehn bis fünfzehn Jahren, als es noch keine Beschränkungen beim Gepäck gab, als noch kostenlose Mahlzeiten im Flieger serviert wurden und als es sogar noch Wein und Bier gab.

Ich erinnere mich an einen Flug auf die Kanaren, als jeder Fluggast eine Gürteltasche mit Zahnbürste und Kopfhörern bekam. Bei dem ich auf dem Rückflug eine Miniflasche Frankenwein getrunken habe und anschließend so beschwipst war, dass ich mir sogar den ersten Harry Potter-Film bis zu Ende angesehen habe. In dem Fall hätte auch das Flugzeug abstürzen können, ich war so blau, es war mir alles egal. Seitdem trinke ich definitiv keinen Alkohol mehr in Flugzeugen.

Was auch immer der Grund für die Werbekampagne ist, bin ich nach wie vor der Meinung, dass Fliegen heutzutage viel zu billig ist. Mir wäre lieber teurer und dafür mit besserem Service für alle Fluggäste. Da könnte man dann vielleicht auch mehr als ein Kilo Bücher mit in den Urlaub nehmen. Wobei die Vielleser wahrscheinlich eh einen E-Book-Reader dabei haben werden.

Quer durch die bayrische Provinz

Stadtansichten: Wasserburg

Wir haben zwar keinen Urlaub, aber wenn man da wohnt, wo andere Urlaub machen, braucht man nur ein paar Kilometer zu fahren, um sich wie im Urlaub zu fühlen. Manchmal reicht auch schon ein Spaziergang vor der Haustür.

Weil uns das Olivenöl mit Limone ausgegangen ist, fuhren wir am Samstagvormittag nach Wasserburg. In der dortigen Filiale »Vom Fass« hatten wir das gewünschte Spezialöl beim letzten Mal gekauft. Wir fuhren also zeitig los, die Sonne schien, es war nicht allzu heiß und auch der Verkehr war nicht übermäßig. Doch dann, keine zwanzig Minuten später die erste Umleitung. Kilometerweit gondelten wir durch die Gegend, bis wir endlich wieder zur Bundesstrasse geleitet wurden. Dort erwartet uns gleich die zweite Umleitung. Als wir wenige Kilometer später auch noch die dritte Straßensperrung vor uns hatten, wollte ich am liebsten gleich wieder umdrehen. Doch da waren wir schon kurz vorm Ziel. Mein Mann fuhr weiter und so kamen wir etwas gestresst in Wasserburg an. Daher meine Empfehlung: die B304 momentan lieber meiden.

Im Parkhaus direkt am Inn bekamen wir auch einen der kostenlosen 4-Stunden Parkplätze. Es ist ohnehin nicht ratsam, durch die verwinkelte Innenstadt zu fahren. Ich frage mich immer wieder, warum die Leute es trotzdem tun. Parkplätze gibt es dort kaum und die Umfahrung über die Bundesstraße ist auch schneller. Egal! Wir spazierten über den Inn, ich fotografierte die in der Sonne schimmernden Fassanden über dem Fluss und tauchte anschließend in die Atmosphäre der mittelalterliche Innenstadt ein.

Wasserburg zeichnete sich durch eine Architektur aus großen alten Häusern aus, mit Lieden und Kreuzgängen unter denen man wandeln kann und in denen kleine Geschäfte und Boutiquen untergebracht sind. Die Fassaden sind schön hergerichtet, und vor den Cafés und Restaurants saßen die Leute auf der Straße, um zu frühstückten. Weil es vor zehn Uhr war, waren noch nicht alle Geschäfte geöffnet.

Wir suchten eine Weile nach der Filiale »Vom Fass« fanden sie aber nicht. Ein Blick aufs Smartphone genügte, um zu erfahren, dass das Geschäft vor ein paar Monaten geschlossen wurde. Vielleicht hätte ich mich vor der Fahrt informieren sollen. Wir bummelten also ein wenig umher, kauften in bei einer Drogeriemarktkette ein und fanden schließlich doch noch einen Laden, in dem man sich Öl, Wein und Spirituosen abfüllen lassen konnte. Die hatten auch das gesuchte Olivenöl und füllten es in unsere mitgebrachte Flasche.

Im Anschluss steuerten wir die Eisdiele an, in der wir immer einkehren, wenn wir in Wasserburg sind und holten uns ein Eis, das wir uns auf einer Bank vorm Rathaus schmecken ließen. Die Sonne schien inzwischen stärker und so verkrochen wir uns bald in den Schatten. Gegenüber vom Rathaus gab es einen Bio-Laden, in dem man unverpackte Waren in mitgebrachte Gefäße abfüllen konnte. Dort kauften wir Gemüse und Milch ein, weil unser Bio-Laden im Ort seit 1. August geschlossen hat.

Inzwischen war der Verkehr dichter geworden. Autokolonnen schoben sich lärmend durch die Straßen. SUV-Fahrer irrten auf der Suche nach einen Parkplatz umher, so dass man als Fußgänger aufpassen musste, damit man auf den schmalen Gehwegen nicht umgefahren wurde. Ich frage mich echt, warum die Stadt dem Verkehr nicht Einhalt gebietet. Die kostenlosen Parkhäuser sind keine 500 Meter entfernt. Was ist so schwer daran, die paar Schritte zu laufen? Ich würde eine Maut einführen oder den Innenstadtbereich nur für den Lieferverkehr und die Anwohner freigeben. Eine großzügige Fußgängerzone, würde der Stadt noch mehr Charme verleihen.

Wir machten also, dass wir wieder davon kamen. Für die Rückfahrt beschlossen wir nicht über die Bundesstraße mit den ewig langen Umleitungen zu fahren, sondern stattdessen querfeldein über die Dörfer. Das machte richtig Spaß. Es herrschte kaum Verkehr, die Aussichten waren idyllisch und man kam durch Orte mit lustigen Namen. Einer hieß »Bahnhof« und hatte sogar einen Gleisanschluss. Wir fuhren durch Pittenhart. Der eine oder andere wird den Ort aus der Serie »Bauer sucht Frau« kennen. Dort wohnt der Bauer, der die Thailänderin Narumol geheiratet hat.

Eine Dreiviertelstunde später erreichten wir, um viele tolle Ausblicke und neue Eindrücke reicher, unser Zuhause, wo Urlauber auf Fahrrädern den Ort bevölkern und auf dem Marktplatz jeden Montag die Blaskapelle spielt. Bayern pur! Wie im Urlaub eben.

Rückblick: Urlaub auf dem Darß

»Ginko Mare«

Mein Fazit zu unserem Urlaub ist durchweg positiv. Ich wollte schon immer mal auf den Darß, weshalb wir bewußt danach gesucht haben. Das es dann ein Bio-Hotel wurde, war der Wunsch meines Mannes. Außerdem gab es preislich keinen Unterschied zu einem normalen Hotel, vor allem, wenn man die Anwendungen hinzurechnet, die wir bekommen haben.

Grundsätzlich finde ich die Idee mit den Bio-Hotels gut, glaube aber, dass es sinnvoller wäre, wenn sich alle Hotels ein wenig danach richten würden. So ließe sich unteranderem viel Müll vermeiden. Wir hatten beispielsweise beim Frühstück keinerlei Abfall, außer der Serviette. Eier wurden nach Wunsch zubereitet. Das hieß, wer keins wollte, für den wurde auch keins gekocht. Und zweimal in der Woche gab es ausschließlich vegetarisches Frühstück. Die Zimmerreinigung fällt an diesen Tagen ebenfalls weg. Man kann sein Bett auch mal selbst machen. Ob man das mit dem siebenfach-gefilterten, belebten Wasser unbedingt braucht, sei dahingestellt. Aber aufgrund dessen sparten wir uns den Kauf von Wasserflaschen und hatten immer zu trinken.

Sowohl Naturliebhaber, als auch Strandhocker kommen auf dem Darß auf ihre Kosten. Wenn man will, kann man tatsächlich den ganzen Tag am Strand verbringen oder man kann den ganzen Tag mit dem Fahrrad über die Insel fahren. Ich fand es angenehm, dass Auto mal stehenlassen zu können. Teilweise ist ein Auto hier sogar hinderlich. Insofern würde ich es begrüßen, wenn man auch mit der Bahn anreisen könnte. Leider wurde die Bahnstrecke auf der Insel schon vor Jahrzehnten dichtgemacht.

In kultureller Hinsicht gibt es viele Angebote, vom Klavier-Konzert über geführte Wanderungen bis hin zum »Bob Ross«-Malkurs. Aktivitäten für Kinder finden auch statt, zumindest in den Sommerferien.

Wir waren in der Vorsaison dort, weshalb noch einigermaßen wenig Trubel war. Ich möchte allerdings nicht wissen, was hier in der Hauptsaison abgeht.

Machen wir uns nichts vor. Alles vor Ort ist auf den Tourismus ausgerichtet. Die meisten Häuser sind Ferienhäuser, Pensionen oder Hotels. Bei den Immobilienpreisen, die sich etwa auf den Niveau von Waging bewegen, bedeutet das aber auch, dass sich Einheimische hier keinen Wohnraum leisten können. Vergessen wir nicht, der Darß liegt im Osten, in Mecklenburg-Vorpommern, einer ohnehin Strukturschwachen Region, wo Löhne und Gehälter niedrig sind. Das merkt man unteranderem an den niedrigen Preisen in den Restaurants. Wenn ich die beispielsweise mit denen in Osnabrück vergleiche, liegen da Welten dazwischen.

All das sollte man im Hinterkopf haben, wenn man dort Urlaub macht.

Auf der Rückfahrt haben wir dann noch die Borg besucht. Ja, richtig gelesen die Borg. Für Star Trek-Fans wie uns, gehört das zum absoluten Muss. Beweisfoto gefällig?

Abschluss mit Bernstein

Freche Möwen

In der Nacht auf Donnerstag hatte es sich ein wenig abgekühlt. Schon am frühen Morgen riss ich das Fenster auf. Draußen schien die Sonne, dabei war es noch nichtmal halb sechs. Bis wir zum Frühstück gingen, war die Zimmertemperatur nur minimal gesunken. Beim Kaffee schwatzten wir mit unserer Tischnachbarin aus München, die in einer Zeitschriftenredaktion arbeitet.

Anschließend ging ich aufs Zimmer, um selbst an einem Zeitschriften-Artikel zu arbeiten. Die SOL mit der Nummer 95 steht an. Mein Mann nutzte die Zeit und stieg nochmal aufs Fahrrad, um die Gegend zu erkunden. Als er nach zwei Stunden völlig verschwitzt zurückkam, sah er zufrieden aus.

Zum Mittagessen besuchten wir im Ortskern ein Fischrestaurant. Ich meine, wenn ich schon mal an der Küste bin, sollte ich auch mal Fisch essen. Der Dorsch mit Senfsoße schmeckte jedenfalls hervorragend. Nach einem Eis als Nachtisch fuhren wir wieder ins Hotel, um unsere letzte Rückenmassage in diesem Urlaub zu genießen. Am Nachmittag tranken wir einen Kaffee und fuhren nochmal los.

Ich wollte unbedingt noch das Bernsteinmuseum besuchen, da ich leider keinen Bernstein am Strand gefunden habe. Das Museum ist ein kleiner Laden, nicht größer als eine Garage, in denen eine Familie ihre beeindruckendsten Fundstücke ausstellt und teilweise auch verkauft. Ich war überwältigt und kaufte ein kleines Säckchen polierte Bernsteine.

Anschließend wollte ich nochmal zu Strand. Wir radelten durch den Ort und das kleine Wäldchen, was ihn vom Strand trennt. Es waren viele Touristen unterwegs, dieses Mal nicht nur Rentner, sondern auch junge Familien mit kleinen Kindern.

Weil die Sonne so schön schien, spazierten wir über die Seebrücke. Es wehte ein steifes Lüftchen vom Meer. Ein paar Mutige badeten in der 17 Grad kalten Ostsee und die Möwen ärgerten die Touristen am Strand. Es war ein schönes Bild, das mir den Abschied schwer machte.

Morgen würden wir wieder stundenlang im Auto unterwegs sein.

Ein letzter Blick aufs Meer

Nochmal Weststrand

Hafenausfahrt am Nordstrand

Eigentlich hatte ich am morgen keine große Lust mich wieder aufs Fahrrad zu schwingen, aber die Wärme im Hotelzimmer und der Lärm, den die Baumaschinen auf der Straße vorm Hotel verbreiteten, forderten mich zum Umdenken auf.

Dieses Mal fuhren wir wieder durch den Wald zum Weststrand. Das große Naturschutzgebiet »Darßer Wald« ist durchzogen von Radwegen. Wenn man wollte, könnte man den ganzen Tag hier entlangfahren, ohne einen Weg zweimal zu benutzen. Kurz nach neun Uhr morgens war auch noch entsprechend wenig los. Wir radelten ungestört durch den Wald. Die Luft kühlte und duftete nach Pilzen und Laub. Streckenweise zeigte sich der Weg sehr uneben. Dort hätte man ein gut gefedertes Mountainbike gebraucht, an anderen Stellen bestand der Untergrund aus festgefahrenem Sand, auf dem es sich leicht dahinrollte.

Wir kamen auf einem anderen Weg als am Montag an den Dünen an, stellten die Räder ab und stapften durch den tiefen Sand zum Strand hinunter.

Die endlos scheinende weiße Küste ist mit knorrigen Resten abgestorbener Bäume gesäumt. Am Ufer lagen wieder Muscheln und die roten Fetzen von Algen. Stellenweise sahen wir große Fischschwärme im flachen Wasser. Durch den Wellengang wurden einige Fischen ans Land gespült, wo sie zappelnd verendeten. Die Möwen freuten sich über das leicht erbeutete Frühstück.

Wir spazierten auf und ab und wären gern länger geblieben. Aber das einzige, was es an diesem Strand nicht gibt, ist Schatten. Die Sonne brutzelte vom Himmel und der weiße Sand reflektierte das Licht. Ich hatte mich zwar dick mit Sonnenmilch eingecremt, wusste aber, das ich mich dennoch nicht lange in der Sonne aufhalten durfte, weil ich schnell einen Sonnenbrand bekomme. Außerdem lockte der kühle Wald und die Naturschönheiten, die wir noch ansehen wollten.

Nachdem ich auf dem Waldweg erst einmal den halben Strand aus meinen Schuhen gekippt hatte, fuhren wir gen Norden. Ich hatte gesehen, dass es dort einen kleinen Hafen gab, von dem man gut das Naturschutzgebiet in den Dünen einsehen konnte. Und tatsächlich, in dem kleinen Nothafen am Nordstrand sind die Rettungsboote des DLRG stationiert. Das Brackwasser roch entsprechend streng und der über einen Holzsteg zu erreichende Nordstrand war dick mit braunen Algen überzogen, dennoch hatte die Landschaft ihren Reiz.

Auf dem Rückweg kamen wir an einem großen Campingplatz vorbei. Die Autos parkten im Schatten des Waldes, während die Campinganhänger zwischen den Dünen in der prallen Sonne standen. Ich weiß nicht, ob mir das gefallen würde. Auf der Straße daneben herrschte viel Trubel. Wohnmobile warteten darauf eingelassen zu werden, andere wiederum bereitete sich auf die Rückfahrt vor, dazwischen kutschierte eine TschuhTschuh-Bahn Touristen herum.

Wir fuhren ins Hotel zurück, und suchten anschließend nach einem Restaurant, in dem man Mittags etwas zu Essen bekam, was sich echt als schwierig herausstellte. Die meisten Gaststätten öffnen tatsächlich erst ab 17 Uhr. In einem der Cafés wurden wir 20 Minuten nach 12 Uhr gebeten, in einer halben Stunde wiederzukommen. Mitten im Ort entdeckten wir dann doch ein Café, welches auch Mittagstisch anbot und holten uns nach dem Essen noch eine Kugel Eis in der Eisdiele gegenüber.

Den Nachmittag vergammelten wir wieder im Hotelgarten, unterbrochen von einer entspannenden Rückenmassage. Das ist Urlaub!

Lecker! Geschmacksrichtung »schwarze Vanille«