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Kleiner Urlaubsrückblick

Brücke bei Portimao

Der Urlaub ist vorbei und ich blicke mit positiven Gefühlen zurück.

Das Wetter war genau richtig, nicht zu warm aber auch nicht zu kalt. Ich habe mir einen neuen Sonnenhut gekauft, der sehr viel schicker aussieht als der Alte. Wir haben uns viel bewegt, sind viel gelaufen, vor allen an den unzähligen Stränden entlang. Nur mit den bloßen Füßen im Sand bekommt man einen richtigen Eindruck vom Untergrund, mal weich und nachgiebig, mal steinhart, mal grobkörnig und mal wie Samt. Ich habe das dieses Mal so richtig genossen, auch wenn ich an einem Tag ockerfarbene Fußsohlen hatte (es ist immer noch ein wenig zu sehen).

Wir sind über 800 Kilometer durch die Gegend gefahren, haben tolle Ausblicke und Anblicke genossen und kleine Abenteuer durchlebt. Wir haben unseren Hochzeitstag und meinen Geburtstag am Strand gefeiert, außerdem haben wir jeden Tag lecker gegessen.

Atlan bzw. Arraúl – der einzige Überlebende von Atlantis

Und wir haben Atlan getroffen. In Olhão stießen wir bei einem Stadtbummel auf eine Statue. Mein erster Gedanke war: Das ist Atlan. Erst dann entdeckten wir das Schild, auf dem die Legende von Arraúl erzählt wurde. Arraúl war der einzige Überlebende von Atlantis. Er strandete an der Küste vor Olhão, die ihm so gut gefiel, dass er Inseln aus Sand baute um den Ort vor dem Meer zu schützen.

Ich bin mir sicher, dass wir irgendwann wieder an die Algarve fahren. Wenn dann auch wieder ins Porto Bay Falesia, denn der Service war sehr gut, man ging auf unsere Wünsche ein, sofern sie erfüllbar waren, das Essen war lecker und die Aussicht ist durch nichts zu toppen. Das nächste Mal buchen wir aber gleich ein Zimmer mit Meerblick, dann gibt es auch keine Enttäuschungen.

Die Praia do Falesia

 

Nochmal Strand

Die Praia da Marinha

Zu den schönsten Stränden zählt die Praia da Marinha, nicht weit von den berühmten Benagilgrotten entfernt. Einem Felsendom, der nur schwimmend oder per Boot erreicht werden kann.

Da ich mich wegen meiner »Motionsickness« ungern auf ein schaukelndes Boot begebe, reichte mir der Besuch des Strands. Und tatsächlich ist schon die Aussicht über den Strand und auf die Felsentore ein Gedicht. Die vom Wasser ausgespülten Hohlräume sind von der Ferne gut zu sehen und ihre Erhabenheit ist zu erahnen. Wir spazierten zunächst über die Klippen oberhalb des Strandes. Obwohl Montag, war richtig viel los. Irgendwie schienen alle Touristen, darunter viele Deutsche, sich genau diesen Tag und diesen Ort für ihren Besuch ausgesucht zu haben.

Eine schön angelegte Treppe führte die steile Felswand zum Strand hinunter, wo der Sand sehr grobkörnig und locker war. Die Tide war hoch und der Strand dementsprechend schmal. Einige Sonnenhungrige ließen sich schon braten. Wir spazierten am Strand entlang und machten ein paar Fotos. Wobei es fast unmöglich war, allein auf einem Bild zu sein. Immer wieder kamen Schiffe und Ausflugsboote in die Bucht und umrundeten die Felsentore. Es herrschte reger Verkehr und es war laut. Zum Sonnenbaden hätte ich mir persönlich einen ruhigeren Strand ausgesucht. Einen, an dem auch der Sand schöner ist.

So verließen wir den Strand schnell wieder und wanderten einen Weg an den Klippen entlang zum nächsten Strand. Obwohl er zu Fuß nicht zu erreichen ist, waren auch hier Leute: Schnorchler, die mit Neoprenanzügen herübergeschwommen waren.

Wir beobachteten, wie immer mehr Boote kamen, sogar der Nachbau eines Piratenschiffs schipperte herbei, aber auch Paddelboote und ein Segel-Katamaran. Als wir zum Parkplatz gingen, begegneten wir Touristen aus aller Welt, mit Sonnenschirmen und Gummitieren bewaffnet. Es war Mittags und wir flüchteten regelrecht, vor den Menschen und dem Lärm.

Da spazierten wir lieber nochmal an der Praia do Falesia vor unserem Hotel herum und beobachteten die Süßwasserquellen am Strand, die bei Ebbe aus dem Sand sprudeln. Das Meerwasser war deutlich wärmer als an den vergangenen Tagen und ich traute mich sogar bis zu den Knien ins Wasser.

Heute nun, gaben wir unseren Mietwagen zurück und gingen zu Fuß zurück zum Hotel. Eigentlich wollten wir für die fünf Kilometer den Bus nehmen, aber, da den Tafeln an den Bushaltestellen nicht zu entnehmen ist, wann ein Bus fährt, sind wir einfach weitergegangen. Ach ja, mal einfach ein Taxi heranwinken, wie in New York City hat auch nicht funktioniert. Das nächste Mal buchen wir den Mietwagen wieder gleich am Flughafen, dass erspart eine Menge vergeudete Zeit.

Seltenheit: Eine Menschenleere Bucht

Der Anblick von oben ist schöner als von unten.

Reste einer Brücke oder ein trinkendes Pferd?

Piratenschiff in Sicht

Wind und Wetter

An der Praia Bordeira

An der Westküste der Algarve wähnt man sich ein bisschen wie am Ende der Welt und irgendwie war es das ja auch viele Jahrhunderte lang. Bevor Eroberer wie Kolumbus nach Westen über den Atlantik segelten, endete die Welt hier an diesen steilen Felsen. An denen sich die Wellen des Ozeans brechen und salzhaltiges Wasser in weißen Gichtwolken in der Luft verteilen.

Auch am gestrigen Sonntag gab es hier eine eindeutige Grenze. Nämlich die zwischen Sonnenschein und dichter Wolkendecke. Die Wolken zogen vom Meer heran und legten sich als kalter Nebel bis zu einem Kilometer ins Landesinnere. Sehen konnte man die Klippen nur unscharf und an dem Strand, den wir angefahren hatten, blies ein kräftiger Wind. Dummerweise hatte ich nicht daran gedacht, eine Jacke mitzunehmen, denn noch wenige Minuten zuvor hatte das Thermometer des Autos 25 Grad angezeigt. Auf den Felsen über der Praia Bordeira waren es nur noch 17 Grad und der strenge Wind von der See ließ einem die Temperatur noch kühler erscheinen.

Ich kam mir vor wie an einem Novembertag in Deutschland. So richtig hell würde es nicht mehr werden und gemütlich war es auch nicht. Wir fuhren von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt des angelegten Weges, den man auch zu Fuß erkunden kann. Einige taten das sogar, aber noch interessanter fand ich die Indie-Camper in ihren Fahrzeugen. So eine Mischung aus Kelly-Family und Windsurfer, mit Rastalocken und Jesuslatschen. Die Caravans hatten Bambusvorhänge an den Türen und Wäscheberge auf dem Beifahrersitz. Um das Klischee perfekt zu machen, fehlten eigentlich nur noch die kreisenden Joints. Es waren erstaunlich viele Deutsche darunter. Sicher eine spannende Art Urlaub zu machen, aber definitiv nichts für mich. Da ziehe ich das gemachte Hotelbett am Abend doch der freien Natur vor. Spießig, ich weiß.

Der Landstrich im Westen wirkt verlassen, verglichen mit dem quirligen Leben entlang der Touristenzentren. Doch die Vegetation aus Pinienwäldern und sanften von bunten Blumen bewachsenen Hügeln, hat durchaus ihren Reiz. Vom nahen »Weltende« spürt man auf der Hauptstraße nach Norden nichts. Nichtmal das schlechte Wetter war von hier aus zu erahnen. In Aljezur bogen wir Richtung Monchique in die Berge ab, machten eine kurze Rast zwischen Eukalyptus und Kiefern und fuhren dann eine steile und abenteuerliche Straße hinunter Richtung Meer.

Ich wollte unbedingt die Rennstrecke sehen, die man hier vor Jahren in die Landschaft gesetzt hat. Und die durchaus Formel Eins tauglich ist. Doch ohne das Navi vom Handy wären wir daran vorbei gefahren, da die Straße nur noch einer Schotterpiste glich und wir uns nach der Ausschilderung richteten, die wahrscheinlich Touristen und Einheimische an dem Wunderwerk vorbeileiten soll. So drehten wir wieder um und vertrauten uns den Schlaglöchern und staubigen Untergrund an, um nach einer Hügelkuppe, plötzlich auf der modernsten Straße zu stehen, die man sich vorstellen kann. Aus der Piste wurde eine vierspurige Autobahn mit riesigen Kreisverkehren und gesäumt von gigantischen Parkplätzen. Von der Rennstrecke sieht man nur die Hauptribüne von hinten. Die lässt jedoch erahnen, wie spektakulär und groß das Gelände ist. Den abrupten Übergang von Buckelpiste zu Autobahn diskutierten wir fassungslos noch auf der Heimfahrt.

Kurz vor der Abfahrt von der Autobahn begann es zu tröpfeln. Die dicken Regenwolken, die vom Land zum Meer zogen, hatten wir schon von weitem bemerkt. Bisher hatte sich stets die Sonne durchgesetzt und die Wolken aufgelöst, dieses Mal jedoch nicht. Im Hotel angekommen, brach ein Gewitter herein, dass uns eine Stunde lang mit Blitz, Donner und kräftigen Regen unterhielt. Ein Schauspiel, das man im Sommer hier nicht oft erlebt. Danach schien aber wieder die Sonne, bevor sie im Westen hinter der Silhouette von Albufeira unterging.

Das Autodromo Internacional do Algarve

Der »wilde« Westen der Algarve

Durch Pinienwälder

Kontrastprogramm

Stausee in den Bergen

Auch das ist die Algarve: grüne Hügel, bewaldete Berghänge und ausgedehnte Orangenheine. Lavendel und Ginster färben die Straßenränder lila und gelb. Zwischen den Hügeln liegen Stauseen, die entfernt ans Thüringer Meer erinnern, kleine Ortschaften oder weidende Tiere. Die Kühe tragen sogar Glocken um den Hals, so dass man sich, wenn man die Augen schließt, wie auf einer Alm vorkommt. Und dann sind noch die vielen Vögel, in etwa 150 Arten.

All das stand gestern auf unserem Urlaubsprogramm. Wir fuhren mitten hinein ins Hinterland, über schöne und kaputte Straßen, durch Korkeichenwälder und trieben eine Gruppe Rennradfahrer vor uns her.

Wenn man möchte, kann man die Gegend mit allen Sinnen genießen. Neben großartigen Ausblicken, gehört der Duft der Eukalyptus- und Pinienwälder ebenso dazu, wie das Vogelgezwitscher und der Geschmack einer frisch gepflückten Orange. Bauern stehen an der Straße und verkaufen für wenig Geld Säckeweise Orangen oder Zitronen direkt von ihrer Plantage.

Ach ja, allerlei Getier ist uns auch begegnet. Streunende Hunde, die die Straße als Schlafplatz verwenden, eine Kolonie Störche und sogar eine 1,50 Meter lange Schlange, die vorm Auto schnell ins Gebüsch flüchtete.

Wer gern wandern geht oder allgemein Naturliebhaber ist, kann hier so manches Kleinod entdecken. Man braucht aber unbedingt ein Auto.

Im Hotel lösten wir am Nachmittag noch unseren Gutschein für einen Willkommenstrink ein und nach dem Abendessen stand ein Klippenspaziergang auf dem Programm.

Sonnenuntergang auf den Klippen

Störche okkupieren jeden Mast, nisten aber auch in Bäumen

Zitronen wachsen hier wie bei uns die Äpfel

Korkeichenwälder

Lavendel am Straßenrand

Strände, Strände, Strände

Praia do Vau

80 Strände gibt es an der Algarve – in Worten: achtzig! Um an jedem Strand nur einen Tag zu verbringen, braucht man also ziemlich viel Urlaub. Wir haben am Freitag nur wenige besucht, aber die waren richtig cool.

Bevor es los ging, haben wir uns eine Gezeitentabelle an der Rezeption geholt. Diese ist ganz wichtig, weil man wissen muss, wann Ebbe und wann Flut ist. Manche Strände sind nämlich nur bei Ebbe zu erreichen. Die niedrigste Tide war am Freitagvormittag um 11:11 Uhr und wir sind daher kurz nach zehn losgefahren, um gegen elf an der Praia dos Três Irmãos einzutreffen.

Am großen breiten Sandstrand war schon einiges los, aber die Leute verliefen sich in der Weitläufigkeit des Geländes. Die Ebbe hatte neben Felsen auch jede Menge Muscheln freigelegt, darunter handtellergroße Exemplare, die bunt schillerten. Manche sogar in einem dunklen Violett. Nein, ich konnte nicht widerstehen und musste ein paar davon in den Rucksack stecken.

Zwischen den Felsen führte ein schmaler Pfad zum nächsten Strand. Von da aus musste man über einen Felsen klettern und durch eine ausgewaschene Felsengrotte gehen, um zum nächsten Strand zu gelangen und zum übernächsten und zum überübernächsten. Das Spiel hätten wir noch eine Weile fortsetzen können, aber die vielen mit Seegras überwucherten Steine dämpften irgendwann meinen Entdeckerdrang. Auch setzte inzwischen die Flut wieder ein und ich hatte keine Lust an einem der Strände festzusitzen. Sicher, allein wären wir nicht gewesen, weil es viele Touristen dorthin gezogen hatte. Und im Notfall hätte man über eine Steintreppe auch die Felsen hinaufklettern können, aber irgendwann tun einem auch die Füße weh. So gingen wir zurück zum breiten Strand und sahen noch eine Weile dem Spiel der Wellen zu.

Diese waren nicht sehr hoch, dennoch trauten sich nur ganz Mutige ins Wasser. Das war uns schon am Strand vorm Hotel aufgefallen. Als wir die Füße ins Wasser tauchten, wussten wir auch warum. Die Wassertemperatur liegt bei 17 Grad Celsius, nicht gerade die angenehmste Badetemperatur. Selbst im Sommer wird das Meer hier nicht wärmer als 23 Grad. Atlantik eben.

Zurück im brütendheißen Auto fuhren wir ins wenige Kilometer entfernte Zentrum von Portimao, einer großen Stadt mit vielen Hochhäusern. Hier liegen die Praia do Vau und die Praia da Rocha, wobei letztere »nur« ein breiter flacher Sandstrand ist. An der Praia do Vau kann man dagegen jede Menge großer Felsen bewundern, umrunden oder hindurchgehen. Doch Vorsicht! Überall stehen hier Schilder, die vor Felsabbrüchen und Steinschlag warnen. So war ein Teil eines stattlichen Felsmassivs, das wir vor sechs Jahren noch bewundert hatten eingestürzt und es war nur noch ein einzelner Felszahn übrig.

Von der Sonne und vom barfuß durch den Sand laufen, waren wir am Nachmittag so erschöpft, dass wir ins Hotel zurückfuhren und uns im kühlen Hotelzimmer ersteinmal erholen mussten.

Strand eins

Durch diese hohle Gasse …

Vorsicht, Steinschlag möglich.

Strand zwei

Strand drei

Strand, Berge und römische Villen

Ein Yoda aus Sand

Nach unserem Strandspaziergang am Dienstagnachmittag hatte ich am Mittwoch erstmal tierischen Muskelkater in den Waden. Weshalb wir beschlossen, uns das Sandskulpturenfestival anzusehen. Leider hat es in diesem Frühjahr sehr viel geregnet, was viele der eindrucksvollen Gebilde zerstört oder zumindest lädiert hat. Es ist aber dennoch beeindruckend, was man alles aus Sand machen kann.

Danach fuhren wir auf den Foia, mit 902 Metern die höchste Erhebung an der Algarve. Dieses Mal war es deutlich wärmer hier oben und auch voller. Es ist übrigens überall zu spüren, dass deutlich mehr Touristen in der Region unterwegs sind als 2012. Damals befand sich das Land mitten in der Immobilienkrise, wovon es sich gut erholt hat. Denn es gibt nur noch wenige marode Häuser und Bauruinen. Auch die Straßen sind, bis auf wenige Ausnahmen, in besserem Zustand als 2012.

Heute fuhren wir nach Osten an die Sand-Algarve. Die Strände sind hier flach und breit, immer wieder unterbrochen von Flussdeltas, in denen es vor Vögeln, Fischen und anderem Meerestier wimmelt. Dementsprechend streng riecht es überall. Genauso wie in der Markthalle, die wir heute Mittag in Tavira betraten. Die Mischung aus Fisch, Gemüse und Gewürzen hat mich fast erschlagen und schnell wieder ins Freie getrieben.

Auf dem Rückweg haben wir uns noch die ausgegrabenen Reste einer römischen Villa aus dem 1. Jahrhundert angesehen. Besonders beeindruckt haben mich die gut erhaltenen Mosaike. Ihre Pracht ist selbst zweitausend Jahre später noch zu erahnen.

Morgen werden wir ein paar der gut 80 Strände unsicher machen.

Blick vom Foia

An der Ria Formosa

Marktplatz von Tavira

Maritimes Mosaik aus der Römerzeit

Das Ameisenzimmer

Das Porto Bay Falesia

Okay, der Urlaubsbeginn lief nicht so perfekt wie erwartet. Was mich Perfektionistin dann immer ein wenig aus der Bahn wirft.

Erst einmal gab es für unseren Flug kein Vorabend-CheckIn. Was bei einem Flug, der 5:50 Uhr starten soll, irgendwie seltsam ist. Aber okay, dann sind wir eben schon um vier Uhr aufgestanden und haben anschließend noch gefrühstückt. Im Flieger bekommt man heutzutage ohnehin nicht mal mehr ein Wasser.

Der Flug war pünktlich und wir saßen am Notausstieg, was erheblich mehr Beinfreiheit bedeutet. Mein Mann kam sogar an mir vorbei, ohne das ich aufzustehen brauchte. Die knapp drei Stunden verbrachte ich mit der Lektüre eines Katzenromans. Auch gut. In Faro gelandet, bekamen wir auch ziemlich schnell unser Gepäck. Im Herbst hatten wir in Lanzerote mehr als eine Stunde darauf warten müssen.

Der Ärger begann im Bus, weil die Gruppe auf zwei Mitreisende warten musste, die meinten, im Flughafen noch einen Kaffee trinken zu können, oder was auch immer sie in der halben Stunde gemacht haben. Der Bus fuhr also spät los und gondelte dann fast nochmal zwei Stunden in der Gegend rum, weil zwei Leute ein Hotel am Ende der Welt gebucht hatten. Alle anderen waren auf drei Hotels innerhalb von 500 Quadratmetern verteilt. Vielleicht hätte man erst die abladen sollen, bevor man die anderen …

Egal, wir waren da. Einchecken war zehn Uhr morgens natürlich noch nicht möglich. Man versprach uns aber, dass wir unser Zimmer in 20 Minuten beziehen können. Wir bummelten also durch das Hotelgelände und bestaunten den tollen Ausblick über Klippen und Strand. Als wir später dann die Zimmerkarten in der Hand hielten – Ernüchterung! Unser Zimmer lag im ersten Stock hinter einem Baum mit Blick auf den Parkplatz. Beim letzten Mal hatten wir ein schönes Zimmer mit Meerblick bekommen. Unteranderem weil wir Inhaber einer Prestige Card sind, die von der Hotelgruppe an Stammgäste ausgegeben wird. Doch dieses Mal ist das Hotel so gut wie ausgebucht, so dass wir nur das gebuchte Standardzimmer und kein Upgrade bekamen.

Meine Stimmung war erstmal dahin. Sie verschlechterte sich noch mehr, als wir abends völlig übermüdet ins Bett wollten und unter uns plötzlich das Abendprogramm mit lauter Musik losging. Dazu kam, dass sich auf dem Zimmertisch, auf dem das Hotel einen Obstkorb abgestellt hatte, eine Kolonie Ameisen zum Abendessen eingefunden hatte. Als sie dann auch noch auf mir herumkletterten, reichte es und ich ging zur Rezeption. Die junge Frau empfahl uns, den Obstkorb auf die Terrasse zu stellen und versprach uns am nächsten Tag ein neues Zimmer im dritten Stock.

Vor dem Frühstück packten wir unsere Koffer und checkten anschließend aus. Das neue Zimmer sollte frühestens nach dem Mittag verfügbar sein. Das Personal würde die Koffer vom alten Zimmer aufs neue bringen.

Wir kümmerten uns zunächst um unseren Mietwagen. Entgegen dem letzten Mal konnten wir das Auto nicht am Flughafen mitnehmen. Weil die gebuchte Mietwagenstation fünf Kilometer entfernt war, nahmen wir ein Taxi, dass uns zu einem kleinen Laden am »Strip« von Albufeira brachte. Obwohl es gleich zehn war, hatte das Büro geschlossen, eigentlich sollte es seit 8.30 Uhr besetzt sein. Schließlich kamen zwei junge Frauen, die uns unseren Mietwagen übergaben – ein anthrazitfarbener Polo mit einem Kennzeichen, das in Deutschland unzulässig ist. Schweigen wir lieber darüber. Mit dem Gefährt fuhren wir ins nächste Shopping-Center und deckten uns mit Wasser ein.

Als wir am Nachmittag unser Zimmer beziehen konnten, ein Lichtblick. Kein Baum, der die Aussicht versperrt, keine Ameisen, und wir können von hier oben sogar ein bisschen vom Meer sehen. Die Musik hört man Abends zwar noch immer ein wenig, aber es ist ertragbar. So lässt sich das aushalten.

Wie wir den Rest unseres Hochzeitstages verbrachten, erzähle ich später.

Klippen aus Sand

Vogelbeobachtungen inklusive

Die Praia do Falesia

Fauler letzter Urlaubstag

Am Donnerstag brachten wir den Mietwagen zurück und spazierten quer durch Playa Blanca zurück ins Hotel. Es war brütend heiß, mehr als dreißig Grad und die Sonne ballerte nur so vom Himmel. Das machte den Abschied einerseits leichter, weil es daheim nicht so heiß sein würde, andererseits aber auch schwerer, weil in Deutschland für die nächsten Tage ziemlich mieses Wetter angesagt war.

Wir erledigten noch schnell die letzten Einkäufe und zogen uns dann auf den Hotelbalkon zurück. Ich nutzte später die Gelegenheit, um ein paar Runden im Pool zu schwimmen. Ansonsten verbrachten wir den Tag mit Erholen, Kofferpacken und gutem Essen.

Der Abreisemorgen begann früh, weil wir schon um 7:40 Uhr abgeholt wurden. Der Flieger sollte zwar erst um 11 Uhr gehen, aber die Reiseunternehmen gehen auf Nummer sicher. Deshalb schwitzten wir am Flughafen nochmal zwei Stunden sinnlos vor uns hin und dann noch mal eine halbe Stunde im Flieger, weil die Flugsicherung keine Starterlaubnis gab. Dafür durften wir in der ersten Reihe sitzen. Da saß ich noch nie. Man hat zwar mehr Beinfreiheit, aber weil die Tische in den Armlehnen verstaut sind, kann man diese nicht hochklappen und fühlt sich etwas eingeengt. Sehr zum Leidwesen eines etwas beleibten Herrn, der in meiner Reihe saß und extra den Platz gebucht hatte und nun im Sitz eingeklemmt ausharren musste. Ich fand den Platz auch nicht so prickelnd, zumal ich schreiben wollte, und der versenkbare Klapptisch ziemlich unhandlich war. Dennoch schaffte ich es in drei Stunden meine Schreibaufgabe für Wolfenbüttel zu erledigen.

In München angekommen, fuhren wir zum Ostbahnhof und gingen gleich zum Trekdinner ins Restaurant-Bar-Portugal, wo wir uns völlig ausgehungert über das leckere portugiesische Essen her machten. Die Runde war für ein Halloween-Trekdinner klein und übersichtlich. Aber es waren Leute da, die ich schon ewig nicht mehr gesehen hatte. Das war sehr schön. Nur waren wir so müde, dass wir uns halb acht schon wieder verabschiedeten. Schließlich stand uns bis nach Hause noch mehr als eine Stunde Zugfahrt bevor. Dafür hatten wir am Bahnsteig dann die Qual der Wahl. Wegen diverser Verspätungen bei der Deutschen Bahn fuhren gleich drei IC/EC-Züge hintereinander. Wir entschieden uns für den, der nicht so voll war.

Mein Fazit als ich später in die Kissen sank: auch wenn der Urlaub noch so toll war, im eigenen Bett schläft es sich doch am besten.

So! Und jetzt gehts wieder an die Arbeit für die SOL.

Im Kaktusgarten

Jardin de Cactus

Mit Kakteen stehe ich eigentlich auf Kriegsfuß, weil ich mich an den Exemplaren, die ich bisher besaß, immer verletzt habe, egal wie vorsichtig ich war. Aber im Kaktusgarten auf Lanzarote, geschaffen von Cesar Manrique, gibt es so außergewöhnliche Exemplare zu bestaunen, daran kommt man eigentlich nicht vorbei. Die Anlage ist wunderschön gestaltet und beherbergt Kakteen aus aller Welt. Es war das letzte touristische Highlight der Insel, das wir besuchten. Und weil das Wetter am Morgen ein wenig trüb, dafür aber umso wärmer war, passte der Besuch perfekt.

Unterwegs holten wir uns wieder eine Leckerei aus dem Café, das wir in Tahiche entdeckt hatten und nahmen auch gleich noch belegte Baguettes für Mittag mit. Die verspeisten wir im Hotel und ließen uns am Nachmittag noch ein wenig von der Sonne bescheinen, die inzwischen hervorgekommen war. Ich bewunderte das Kreuzfahrtschiff (Mein Schiff 4), das vorbei schipperte und kurz vor Sonnenaufgang fuhren wir ein letztes Mal mit unserem Mietwagen los.

Sonnenuntergang bei El Golfo, dass hatte ich mir schon zu Beginn des Urlaubs gewünscht. Und weil der Himmel im Gegensatz zum Vormittag wolkenlos war, bot sich am gestrigen Abend die Gelegenheit. Die Bucht sieht im Abendlicht noch viel romantischer aus, als am Tag. Und auch die Berge in der Vulkanlandschaft hatte einen besonderen Reiz. Wir machten ein paar Fotos bevor uns die Hitze zurück ins klimatisierte Auto trieb. Es war nach 18 Uhr und immer noch über 30° C warm, so heiß, wie an keinem der Tage zuvor.

Auf dem Weg zurück ins Hotel bewunderte ich ein letztes Mal, wie große Wellen gegen die Felsen der Küste schlugen, den Kontrast zwischen dem Schwarzgrau der Felsen, der weißen Gischt und dem tiefblauen Wasser. Das wirkt auf einem Foto bei Weiten nicht so beeindruckend, wie mit eigenen Augen beobachtet.

Was für eine Aussicht.

Beim Abendessen tobte die übliche Schlacht ums Buffet. Weil wir später dran waren, waren die Plätze draußen auf der Terrasse bereits besetzt und wir mussten uns drinnen in dem großen Saal mit Kantinencharakter platzieren. Es macht echt keinen Spaß zwischen Hunderten von Leuten, mit quiekenden Kleinkindern und maulenden Pubertieren zu speisen. Zumal die Engländer ohnehin einen etwas seltsamen Geschmack haben, was Essen betrifft. (Ich sage nur frittierte Marshmallows.) Zumindest die Pizza und die Tomatensuppe schmeckten, und das Geschirr war einigermaßen sauber, was an den letzten Tagen nicht immer so war. Sauberes Geschirr sollte man in einem Sterne-Hotel eigentlich erwarten können.

Den Abend verbrachten wir am Strand. Es war ungewöhnlich warm. Die Sterne und der Mond funkelten und die Lichter von Corralejo schienen über das Wasser zu uns herüber. Von fern erklang Musik aus einem der Hotels. Wir spazierten durch die Wellen, die sich am Strand brachen und nahmen später jede Menge Sand an den Füßen mit ins Hotelzimmer. Ein gelungener Tagesabschluss.

Mit dem Boot zum Strand

Caleton Blanco

Die ausgefallene Bootsfahrt von Montag holten wir gestern nach. Aber nicht nach Fuerteventura, sondern nach La Graciosa. Die Insel fehlte mir noch auf meiner Liste der besuchten Kanarischen Inseln.

Wir standen dafür ein bisschen früher auf als sonst und fuhren bis zum nördlichsten Ort Lanzarotes nach Orzola, wo wir genau zur Abfahrt des Bootes eintrafen. Ein paar Minuten später und die Fähre wäre weg gewesen. So setzten wir bei trüben Wetter und stürmischer See über. Ein paar Mal schwankte das Boot bedrohlich nach rechts und links und ich hatte echt Bedenken, dass ich bei dem Auf und Ab Seekrank werden würde. Doch der Skipper fuhr langsam und sehr vorsichtig, so dass es kein Problem war.

Auf der kleinen Insel nördlich von Lanzarote scheint die Zeit stehengeblieben. Es gibt keine asphaltierten Straßen, sondern nur Sandpisten und ein kleines Fischerdorf mit einem Hafen. In wenigen Minuten ist man aus dem Dorf heraus und kann entweder zur anderen Seite der Insel laufen oder am Wasser entlang. Die Strände sind naturbelassen. Sand wechselt sich mit blank geschliffenen Vulkangestein ab, in dem bei Ebbe kleine Wasserpfützen stehen. Dort kann man wunderbar Fischschwärme und kleine Krebse beobachten. Ich frönte meiner Sammelleidenschaft und tütete Muscheln und kleine Steine ein. Eine Hand voll grobkörniger Sand landete in einer Kaugummiverpackung. Den muss ich daheim mal mit der Lupe betrachten, da er nur aus den Resten von Meerestieren besteht. Fast zwei Stunden verbrachten wir auf diese Weise am Strand, bevor wir mit dem Boot nach Lanzarote zurückfuhren.

Wellenbrecher

An der Straße hielten wir noch einmal an der Caleton Blanco und spazierten durch Lavafelder zu einem kleinen Strand mit schneeweißem Sand, an den riesige Wellen brandeten. Das ist echt ein Geheimtipp, denn hier kommen normalerweise keine Touristenbusse vorbei. Ich sah staunend dem Wasser zu, wie es türkisfarben und weiß auf die schwarzen Lavafelsen traf. Mein Mann musste mich regelrecht von dem Anblick losreißen, sonst würde ich wahrscheinlich immer noch dort stehen. Zumindest hatte ich das Handy dabei und konnte ein paar Fotos machen. Denn der Akku unserer Kamera hatte schon auf der Rückfahrt mit dem Boot schlapp gemacht.

Im Hotel stellte ich dann fest, dass ich mir trotz Sonnenschutzcreme auf der Rückfahrt mit dem Boot einen kleinen Sonnenbrand am Arm geholt habe. Da sieht man später zu Hause wenigstens, dass ich im Urlaub war.