Besuch in Übermorgen

Die Übermorgenwelt in Ulm war am Freitagabend Schauplatz einer besonderen Veranstaltung. Exposé-Autor Christian Montillon las aus PR 3200.

Weil wir ohnehin jedes Jahr vor Weihnachten meinen Schwager in Ulm besuchen und das stets mit einem Weihnachtsmarktbummel verbinden, war es keine Frage, dass wir auch zu dem PERRY RHODAN-Event anlässlich des Erscheinens von Band 3200 gehen. Das Wetter war zwar nicht gerade optimal zum Fahren, vor allem nicht mit einem E-Auto. Wir sind trotzdem mittags aufgebrochen. Es schneite, aber die Straßen waren einigermaßen geräumt. Auf dem Ring rund um München herrschte enorm viel Verkehr. Es staute sich aber nur auf der entgegengesetzten Fahrbahnrichtung. Trotzdem brauchten wir länger als sonst bis nach Ulm. Hier haben wir uns gleich mal verfahren. Obwohl unser Hotel verkehrsgünstig lag, sind wir im Kreisverkehr eine Ausfahrt zu früh rausgefahren und auf der falschen Seite gelandet. Letztendlich kamen wir doch an und checkten gleich ein. Die anschließende Suche nach einer Ladesäule war dann doch kniffliger als gedacht. Die Ladeplätze in der Tiefgarage am Rathaus waren voll, draußen an der 53 kW Ladesäule besetzte ein Benzin-SUV den Ladeparkplatz. Schließlich fanden wir in Neu-Ulm einen freien Platz an einer 53 kW-Säule, gleich neben dem Neu-Ulmer Weihnachtsmarkt.

Obwohl ich schon oft in Ulm war, waren wir bisher nie über die Donau drüben in Neu-Ulm. Das holten wir heute also nach. Der mittelalterliche Weihnachtsmarkt dort ist zwar viel kleiner als der vor dem Ulmer Münster, aber es gab allerlei leckere Sachen und ein paar Handwerker die alte Handwerkstechniken aus dem Mittelalter vorführten. Fans diverser Fantasy- und Mittelaltergewandungen wären hier auf ihre Kosten gekommen. Ich kann dem ganzen Mittelalterzeugs nicht so wirklich was abgewinnen, aber die mit Raclettekäse überbackenen Kartoffeln schmeckten und der Baumstriezel auch. Getrunken haben wir aber nur einen Pfefferminztee mit frischer Minze. Denn für die Lesung wollte ich einen klaren Kopf bewahren. Nach einer guten Dreiviertelstunde waren meine Füße durchgefroren und das Auto halbwegs geladen.

Wir fuhren durch die Stadt hoch nach Fort Albeck. Das ist eine Festung aus dem 19. Jahrhundert, die tatsächlich wie ein Fort aussieht, mit dicken Mauern und Geschütztürmen. Die Straße war zwar geräumt, aber dennoch steil und rutschig. Im Hof lag der Schnee 10 cm hoch und es war kurz nach 19 Uhr bitter kalt. In einem der Wehrtürme wurden wir von den Mitglieder der Übermorgenwelt e. V. freundlich empfangen. Wir bezahlten brav den Eintritt von zehn Euro, den der Verein sicher gut gebrauchen kann. Dann traten wir durch eine stählerne Tür ins Übermorgen. Die Wände sind mit Bücherregalen vollgestellt. Im Flur sind auf Glasplatten jede Menge Raumschiffmodelle ausgestellt. Die Idee finde ich so gut, dass ich überlege, ob wir das nicht auch in unseren Hobbyraum installieren sollten. Bei den vielen Raumschiffen, die bei uns stehen, lohnt sich das. Im großen Hauptraum warteten schon die ersten Besucher inklusive des Vortragenden Autors. Als Christian Montillon mich entdeckte, meinte er witzelnd, dass er sich an diesem Abend wohl benehmen müsse, weil jetzt jemand da war, der ihn kennen würde.

Einer der Vereinsmitglieder führte uns rum und erklärte, was es mit der Übermorgenwelt auf sich hat. Der Verein wurde vor zehn Jahren gegründet und verwahrt 42.000 Bücher und andere Medien zum Thema Science Fiction und Fantasy. Es gibt mehrere Gruppen, die sich verschiedenen Interessen widmen. Man veranstaltet regelmäßig Lesungen und Spieleabende und eine Jugendgruppe gibt es auch. Klemmbaustein-Liebhaber haben sich ebenfalls hier zusammengefunden und bauen Raumschiffmodelle und allerlei andere hübsche Dinge. So gibt es eine Voyager sowie eine Szene aus Star Wars Episode V in einer Flasche. Coole Idee!

Das Programm begann um 20 Uhr mit einer Lesung. Christian Montillon las aus Band 3200 von Robert Corvus. Weil das etwas komisch ist, wenn ein Autor aus dem Roman eines anderen Autors vorliest, hat er dann noch ein Kapitel aus seinem eigenen Romanheft Band 3198 vorgelesen. So bekamen die Zuhörer gleich einen Eindruck, wie unterschiedlich PERRY RHODAN klingt. Es waren nämlich nicht nur Fans und Leser der Serie gekommen. Anschließend wurden Fragen gestellt und rund um das Schreiben für PERRY RHODAN diskutiert. Es ging weniger um die Inhalte der Serie und mehr um das Drumherum. Was ich sowieso interessanter finde, als zu wissen, wie der Zyklus endet.

Gegen 23 Uhr traten wir den Weg ins Hotel an, das gleich unterhalb von Fort Albeck liegt. Zum Glück war im Hotel noch jemand da, damit wir unser Auto in die hoteleigene Tiefgarage stellen konnten, aus der wir am nächsten Morgen nur schlecht wieder rauskamen. Die Einfahrt ist schon echt eng. Leider hat das Hotel keine Wallbox, das hätte uns das Ladesäulensuchen erspart und wäre das i-Tüpfelchen gewesen.

Nach einer sehr erholsamen Nacht und einem sensationell guten Frühstück (Der Kaffeeautomat war der Hammer), sind wir dann in die Stadt gefahren. Dieses Mal haben wir vorher geguckt, ob die Ladeplätze in der Tiefgarage frei sind. Das hat uns eine Ehrenrunde durch die schönste Tiefgarage, die ich kenne, erspart. Dieser Bau ist echt ein Hingucker, toll ausgeleuchtet mit großen Parkplätzen und einem Fußgängerweg auf dem definitiv kein Auto fahren kann. Beim Rausgehen kann man sich die alten Gewölbe anschauen, die beim Bau archäologisch freigelegt wurden.

Der Weihnachtsmarkt hatte noch nicht geöffnet. Es war mit -7,5 °C ziemlich kalt aber die Sonne schien. So sind wir erstmal zum »Müller« Drogeriemarkt und haben uns aufgewärmt. Ich hatte noch eine Gutscheinkarte vom Geburtstag, die wir gleich eingelöst haben. Die Spielzeugabteilung im 3. Stock ist der Wahnsinn. Anschließend ging’s dann auf den Weihnachtsmarkt. Wir hatten uns mit meinem Schwager vor dem Münster verabredet.

Während mein Mann unsere Einkäufe ins Auto geschafft hat, habe ich ein paar Fotos von der lebenden Krippe gemacht. Den Tieren schien die Kälte nichts auszumachen. Dann haben wir zu dritt Glühwein und Punsch getrunken und die Verkaufsstände angeschaut. Das war viel schöner, als abends, weil es nicht so voll war und man nicht durchgeschoben wurde. Ich habe ein paar Kleinigkeiten erstanden. Zu guter Letzt haben wir uns schnell noch was zum Essen geholt. Aber der mit Kässpatzen gefüllte Laugenfladen war so sättigend, dass ich nach drei Bissen voll war und wir das Essen haben einpacken lassen.

Um halb zwölf sind wir dann wieder Richtung Heimat gefahren. Auf der Autobahn herrschte abwechselnd Sonnenschein und Nebel, aber es war trocken und relativ wenig Verkehr.

Auf der Webseite der Übermorgenwelt gibt es einen virtuellen Rundgang. Der ist nicht mehr ganz aktuell, denn inzwischen sind weitere Publikationen und Modelle hinzugekommen.

Panorama im Hotel

Am Wochenende war ich im Thüringer Wald und zwar ganz oben.

Meine Eltern hatten zur Diamantenen Hochzeit von unseren Nachbarn eine Übernachtung im Panoramahotel in Oberhof geschenkt bekommen. Weil ich selbst noch nie dort war, habe ich sie begleitet.

Das Panoramahotel ist eine ostdeutsche Legende. Ende der 60er Jahre erbaut, war ein Aufenthalt hier meist den Parteigenossen oder Devisenbringern aus dem Ausland vorbehalten. Das Hotel bot alles was man in der DDR sonst nicht bekommen konnte. Hier gab es sogar das erste japanische Restaurant im Osten.

Heute kann jeder eines der 442 Zimmer buchen, inklusive Panoramablick über die Gipfel Thüringens. Leider hatten die Nachbarn bei der Buchung nicht berücksichtigt, dass momentan in mehreren Bundesländern Ferien sind. Also war das Haus entsprechend voll. Großeltern, Eltern und Kinder jeden Alters bevölkerten in großer Zahl das Hotel. Zum Abendbrot gab’s die obligatorische Schlacht ums kalte Buffet. Zum Frühstück auch. Das Gewusel und der Krach von hunderten Leuten im riesigen Speisesaal erinnerte ein wenig an die All-Inklusive-Hotels auf den Kanaren. Das ist dann definitiv nicht meine bevorzugte Art von Urlaub.

Wir hatten Zimmer im 10. Stock. Über uns waren nur noch zwei Stockwerke mit Suiten und Technikräumen. Die Zimmer sind nicht besonders groß, vor allem nicht die Bäder. Aber für ein Hotel dass schon so viele Jahrzehnte auf dem Buckel hat, ist es modern und funktionell eingerichtet. Das beste ist aber der Ausblick. Ich bekam den spektakulärsten Sonnenaufgang seit langem zu sehen, sowie nachts einen wunderbaren Sternenhimmel.

Mir fehlte nur ein wenig die frische Luft. Ich habe keine Lüfungsanlage gesehen. Und leider ließen sich in meinem Zimmer die Fenster nur kippen. Unten waren kleine Schlösser dran, wahrscheinlich wegen der Höhe, damit niemand rausspringen kann. Meine Eltern konnten ihr Fenster ganz aufmachen. Mir war es jedenfalls ständig zu warm, was allerdings auch an dem ungewöhnlich warmen Wetter gelegen haben kann.

Von Oberhof selbst habe ich nicht viel gesehen. Wir sind auf der Heimfahrt mal kurz durchgefahren. Es ist alles super hergerichtet, sogar die Straßen, was man nicht von allen Straßen sagen kann, auf denen wir nach Oberhof unterwegs waren. Rückwärts sind wir über die Thüringer Wald-Autobahn gefahren, durch den Rennsteig-Tunnel und über die neue Bundesstraße, die von Saalfeld zur A71 führt.

Alles in allem war es kein schlechter Miniurlaub, wir hatten Spaß und das Wetter hat mitgespielt. Nach Oberhof fahre ich mit meinem Mann sicher nochmal, aber ob wir dann im Panoramahotel übernachten, weiß ich noch nicht.

Sonnenaufgang im Oktober
Von hier kann man bis Erfurt blicken.
Oberhof von oben.
Der Wald beginnt nur wenige Schritte vom Hotel.

Ein paar Tage frei

Ich hatte jetzt gut zwei Wochen Urlaub, weshalb es hier auch so ruhig war. Ich hatte gedacht, ich käme dazu, weiterhin zu bloggen, aber es ging einfach nicht. Erholsam waren die Tage nicht, dafür ist zu viel passiert, aber es gab zumindest einige schöne Momente.

Ein paar will ich hier zumindest fotografisch teilen.

So schaut ein Wintereinbruch in den Bergen aus. Am Wochenende vom 17.-18. September war es nicht nur regnerisch, sondern auch so kalt, dass es in den Bergen geschneit hat. Die Spitzen ab 1000 Meter waren leicht gepudert. Es sah schön aus, für die Wanderfreunde, die sich auf einen sonnigen Wanderherbst gefreut hatten, war es eher unangenehm. Das Bild entstand am 20.9. am Abtsdorfer See und zeigt den Untersberg mit der längsten und tiefsten Höhle Deutschlands. Hier konnte 2014 ein verletzter Forscher vom KIT Karlsruhe nach einem Steinschlag in einer aufwendigen Rettungsaktion erst nach mehreren Tagen geborgen werden. Seit dem ist die Höhle gesperrt.

Das hier ist ein Eisvogel. Aufgenommen in der Hirschauer Bucht am Chiemsee. In dem Biosphärenreservat tummeln sich jede Menge seltene Vögel. Unteranderem soll es hier auch Flamingos geben, die irgendwann aus einem Zoo entkommen sind. Ich habe aber noch keine gesehen. Die Hirschauer Bucht beherbergt das Mündungsdelta der Tiroler Ache. Der Fluss fließt in einem weit verzweigten Netz aus Nebenflüssen in den Chiemsee und bringt dabei viel Schwemm-Material mit. Es gibt hier mehrere Aussichtsplattformen, von denen man die Vögel im Schutzgebiet beobachten kann. Der Chiemsee-Radweg führt direkt hindurch.

Der Chiemsee zeigte sich am Mittwoch von seiner sonnigen Seite. Noch waren die Berge in dichte Wolken gehüllt und zeigten ihre weißen Kuppen nur sporadisch. Dafür strahlte der See. In der Nachsaison sind weniger Urlauber hier und weil es früher Vormittag war, waren auch noch nicht so viele Radwanderer unterwegs. Wir spazierten ein wenig in der Sonne am Seeufer von Chieming entlang. Ein Arbeiter war damit beschäftigt den Unrat vom mit Kieselsteinen bedeckten Strand zu entfernen. Eine anhängliche Ente verfolgte uns auf Schritt und Tritt, um etwas Fressbares zu erhaschen. Ich habe ein paar sehr schöne Panoramafotos machen können.

Zu guter Letzt noch dieses Bild. So sieht es aus, wenn bei uns der Notarzt kommt. Mein Schwiegervater hatte einen Kreislaufkollaps. Es ist zwar alles gut gegangen, aber es war eine Erfahrung, auf die ich gern verzichtet hätte.

 

Nachtrag zu Braunschweig …

… das Drumherum.

Über den Con hatte ich ja bereits berichtet. Heute möchte ich noch ein bisschen was zur An- und Abreise, sowie dem ganzen Drumherum erzählen.

Eigentlich wollten wir ja mit der Bahn fahren, wir hatten auch schon die Tickets gekauft. Nun kam es anders und ich weiß jetzt, dass man die Sitzplatz-Reservierungen nicht erstattet bekommt, wenn man seine Buchung von sich aus storniert. Das finde ich ein wenig frech von der Deutschen Bahn. Es ist quasi eine zusätzliche Strafgebühr, denn die Stornierung eines Spartickets kostet grundsätzlich 10 Euro. Nicht, dass mir die 18 Euro im Geldbeutel fehlen würden, aber in Ordnung finde ich es nicht. Ich hoffe nur, dass die Bahn das Geld zumindest vernünftig investiert.

Ostramondra. Ob da Mondra Diamond herkommt.

Wir sind also mit dem Auto nach Braunschweig gefahren. Damit die Fahrt nicht so stressig ist, fuhren wir in zwei Etappen, mit Zwischenstopp in Thüringen, wo ich gleich noch ein paar Termine erledigen konnte. Mit unserem Corsa fand ich Autobahnfahrten belastend. Ich war danach immer völlig erschöpft. Mit dem ID3 ist das nicht so. Es ist tatsächlich ein so entspanntes Dahingleiten, dass ich anschließend nicht müde bin.

Das Laden hat wie immer anstandslos geklappt. Und bei dem warmen Wetter hat das Auto kaum etwas verbraucht. Wir sind auf 12,9 kWh pro 100 km gekommen, dies sind umgerechnet 1,3 l Diesel pro 100 km. Nach dem letzten Update hat das Auto auch signifikant mehr Reichweite. Bei 100 Prozent Ladung zeigt es jetzt 620 km Reichweite an. Wir sind am Donnerstag mit 90 Prozent losgefahren und hatten in Plech (nach 310 km) noch 43 Prozent Restreichweite. Wir hätten also locker bis Saalfeld durchfahren können. Haben das aber nicht gemacht, weil wir sowieso stehengeblieben wären und was gegessen hätte. So war es halt so, dass das Auto schneller mit Laden fertig war, als wir mit Toilettenbesuch und Mittagessen. Das Laden in Saalfeld beim Nachbarn hat nicht geklappt, der hat sich zwar eine Wallbox installieren lassen, hat aber kein E-Auto. So ist ihm nicht aufgefallen, dass die Wallbox nur mit einer RFID-Karte zu bedienen ist, die er aber vom Monteur nicht bekommen hat. So haben wir das Auto wieder an der Ladesäule am Bahnhof geladen. Die zehn Minuten Fußweg sind dann auch nicht schlimm.

In Braunschweig fand sich eine Schnellladesäule in Hotelnähe, die wir am Sonntagfrüh angesteuert haben. Wobei ich es gut fände, wenn die Hotels den Gästen eine Lademöglichkeit anbieten würden. Es muss ja kein Schnelllader sein. Auf der Rückreise nach Waging haben wir am Montag dann wieder in Greting gehalten und auch hier hatten wir so viel Restreichweite, dass das Auto nur zwanzig Minuten laden musste.

Was mir während der Fahrt aufgefallen ist, war die extreme Trockenheit. Bei uns in Oberbayern ist es nicht ganz so schlimm, aber je weiter man nach Norden fährt, umso trostloser sieht die Landschaft aus. Besonders auffällig ist es im Erfurter Becken und oberhalb des Harz. Hier wägte man sich schon fast in der afrikanischen Savanne und glaubte jederzeit auf den gelben vertrockneten Feldern Elefanten und Giraffen zu sehen. Der Mais war zirka einen Meter hoch und komplett dürr. Das habe ich so noch nicht gesehen. Die Wälder im Thüringer Wald oberhalb der Saale sind inzwischen großflächig gerodet. Auf manchem Bergkamm steht nicht ein Baum mehr. Das ist ein grusliger Anblick.

In den Dörfern rund um den Harz sieht es nicht weniger gruslig aus. Wir fuhren durchs Mansfelder Land und waren auf der Suche nach einer Gaststätte oder einer Bäckerei, wo wir hätten Mittagessen können. Fehlanzeige. Die Dörfer wirken runtergekommen und verlassen, die Geschäfte waren geschlossen und die Fenster verbarrikadiert. Die Gaststätten, die in der Google-App angezeigt wurden, existieren schon länger nicht mehr oder hatten geschlossen. Als Alternative blieb uns da tatsächlich nur ein Besuch im Kaufland in Aschersleben. Auf der Rückfahrt sind wir auf der westliches Seite des Harz entlanggefahren, da sah die Welt tatsächlich noch ein wenig freundlicher aus. Es ließ sich auch besser fahren, deswegen brauchten wir bis Saalfeld keinen Stopp.

Von Braunschweig selbst habe ich nicht viel gesehen. Ich wünschte, ich hätte mehr Fotos gemacht. Aber irgendwie war ich die ganze Zeit über zu beschäftigt, das ich daran einfach nicht gedacht haben. Das einzige, was ich außerhalb des Congebäudes fotografiert habe, war das pompöse Treppenhaus im Hotel. Das war aber auch das einzige Highlight des Hauses. Unser Zimmer ist in den Neunzigerjahren das letzte Mal renoviert worden. Man erkennt das immer gut an den Bädern. Die Fenster sind noch aus den Siebzigern oder Achtzigern. Man kann sie nicht kippen, dafür sind Haken an den Seiten angebracht, um sie einzuhängen, damit nicht zugehen.

Großartig gedämmt scheint das Haus auch nicht zu sein, sonst wäre es tagsüber nicht so irre warm und nachts so frisch gewesen. Energetisch ist das Gebäude ein Alptraum, auch wegen des Treppenhauses. Die Austattung war recht einfach. Keine Minibar, dafür ein Föhn und ein elektrischer Heizlüfter im Bad. Mein Handtuch hatte Löcher, der Duscheinstieg war ein Abenteuer und für bewegungseingeschränkte Menschen nicht nutzbar. Die Ablagemöglichkeiten im Bad waren kaum vorhanden und die Sitzverhältnisse auf der Toilette so beengt, dass sie die Norm für Bewegungsflächen in Bädern locker unterschritten haben. Zudem herrschte ein Geruch, der einem schon den Atem verschlug, wenn man zur Tür hereinkam. Dafür dann noch 100 Euro pro Nacht zu verlangen, fand ich nicht gerechtfertigt. Es soll aber bereits renovierte Zimmer geben. Ob die dann teuer sind, weiß ich nicht. Das Frühstück war okay, auch wenn der Saft von Discounter stammte.

Ich weiß noch nicht, ob wir beim nächsten Mal wieder dort absteigen werden. Wobei es andere Conteilnehmer schlimmer getroffen hatte. Bei denen war das Hotel überbucht, und sie wurden ins Umland ausquartiert oder mussten sich eine neue Unterkunft suchen.

Die Gaststätten, in denen wir gegessen haben, waren jedenfalls sehr gut. Am Freitag waren wir im »Lord Helmchen« und am Samstag in »Schadts Brauereigasthaus«. Hier stimmt das Preis-Leistungsverhältnis und geschmeckt hat es auch.

Endlich wieder Freibad

Über zwei Jahre waren wir jetzt nicht im Freibad. Das lag nicht nur unbedingt an den Auswirkungen der Pandemie, sondern auch am Wetter. Vergangenes Jahr war der Sommer bei uns im Alpenraum meist kühl und nass.

Es hat sich in der Zeit einiges geändert. Viele Freibäder haben das Problem, dass sie nicht genug Personal haben, sprich Bademeister, die aufpassen, dass niemand ertrinkt. Deshalb bleiben Bäder geschlossen oder haben ihre Öffnungszeiten angepasst. So auch das Freibad in Bergen, wo wir immer hingefahren sind. Als ich letztens nachschaute, stellte ich fest, dass das Bad nicht mehr um neun Uhr morgens öffnet, sondern erst um elf. Das ist uns schlicht zu spät, weil wir ja mindestens eine halbe Stunde brauchen, bis wir dort sind. Außerdem ist das Bad zu dieser Zeit dann auch entsprechend voll, das von entspanntem Schwimmen nicht mehr die Rede sein kann.

Also hab ich mich umgesehen, welche Alternativen es in der Gegend gibt und bin auf das Freibad in Neukirchen am Teisenberg gestoßen. Das wurde von einem Verein mit privaten Mitteln aufgebaut und öffnet schon um acht Uhr morgens.

Heute morgen waren wir dort und sind echt angetan. Alles sieht neu aus, man riecht noch das frische Holz. Die Duschen, WCs und Umkleidekabinen sind sauber und funktional. Das Wasser wird über eine Solaranlage erhitzt. Es gibt ein kleines Nichtschwimmerbecken, das auch für Kleinkinder geeignet ist und ein 25 Meter Schwimmerbecken, eine große schattige Liegewiese, einen Spielplatz, kostenlose Sonnenschirme und Poolliegen.

Als wir kurz vor zehn kamen, war es noch ruhig. Das Wasser war 22 Grad Celsius warm oder kalt, je nachdem wie man es nimmt. Zum Schwimmen war es jedenfalls ideal. Wir waren die einzigen im Schwimmerbecken, später kam noch ein älterer Herr dazu.

Nach den ersten Runden streckten wir uns zum Trocknen auf den Sonnenliegen aus und beobachteten die Kälber (mit Glöckchen) auf der Wiese gegenüber. Man hat von hier einen schönen Blick auf die Berge. Den Straßenlärm von der nahen A8 hört man überraschenderweise gar nicht.

Doch dann strömten die ersten Familien ein und mit der Ruhe war es vorbei. Die herumtobenden Zehnjährigen wurden allerdings vom etwas kühlen Nass ausgebremst und tummelten sich erstmal im etwas wärmeren Kinderplanschbecken.

Mit den nächsten Runden hoffte ich, dass ich das Wasser, das mir in die Ohren gelaufen war, wieder rausbekommen würde. Die Hoffnung erfüllte sich allerdings nicht. Nach zehn Bahnen wurde es mir dann auch ein bisschen zu kalt. Frisch Geduscht verließen wir das Bad nach einer Stunde wieder.

Fazit: Schön war’s. Hierher kommen wir sicher bald wieder.

Ach, ja, der Eintritt kostet 3 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder ab Sieben. Kinder unter Sechs in Begleitung eines Erwachsenen müssen nichts bezahlen. Das finde ich absolut fair.

In der Entenlochklamm

Nachdem unser Ausflug in die Entenlochklamm am Donnerstag buchstäblich ins Wasser gefallen war, zogen wir am Freitag los. Es war schon am Morgen schwül und die Sonne brannte unerbittlich vom Himmel, als wir in Richtung Kössen fuhren. Für einen Freitag kurz vor Pfingsten war auf den Straßen erstaunlich wenig los. Genauso wie auf den Parkplätzen am Durchbruch der Tiroler Ache. Hier verläuft die Grenze zu Österreich mitten durch einen Straßentunnel. Ob deshalb eine Seite des Tunnels betoniert ist und die andere aus Fels besteht, kann ich nicht sagen. Es ist aber auffällig. Optimal sind die Parkplätze nicht, wegen der engen Straße direkt am Berghang geht es wahrscheinlich nicht besser. Dafür gibt es zwei Bushaltestellen, eine auf deutscher und eine auf österreichischer Seite. Das einzige was es nicht gibt, ist ein Fußweg dazwischen. Es ist schon ziemlich nervig, wenn die Autos gefühlt einen halben Meter an einem vorbei rauschen.

Der Wanderweg nach unten ist relativ verborgen und recht steil bzw. steinig. Zuerst kommt eine Kapelle und anschließend eine Gaststätte, die just Freitags geschlossen hat. Unterhalb beginnt der Rundwanderweg und der Schmugglerweg, der offensichtlich bis Kössen reicht. Am Grund der Schlucht angekommen hat man ein großartigen Blick auf zwei enge Felsdurchbrüche die von Hängebrücken überspannt werden. Dazwischen weitet sich der Fluss und fließt gemächlich dahin. Ganz oben thront eine Aussichtsplattform über der Schlucht. Selbst für verwöhnte Alpenländler wie uns ist das ein wirklich schönes Fleckchen.

Wir beschlossen uns dem Rundwanderweg anzuvertrauen. Doch dazu musste ich mich erstmal überwinden, über die Hängebrücke zu gehen. Zuerst stand ich nur da und hielt mich krampfhaft fest. Unter uns schwammen zwei Schlauchboote mit Rafftern vorbei, die von einem Mann auf der Brücke fotografiert wurden. Erst als niemand mehr auf der Brücke war, tastete ich mich vorwärts. Höhenangst ist doof und wenn dann auch noch die Brücke schwankt, ist das noch schlimmer. Mein Mann machte Fotos und war gleich drüben. Nur ich hing ans Geländer geklammert und traute mich nicht weiter. Er sprach mir Mut zu, aber irgendwann wollte ich eigentlich nur noch umkehren. Da war ich aber schon auf der Hälfte. Ich ärgerte mich über mich selbst, dass ich so ein Angsthase bin, also riss ich mich zusammen und ging auf die andere Seite, dabei immer den Blick das Ende der Brücke gerichtet. Den Ausblick von der Brücke würde ich mir dann halt auf den Fotos ansehen müssen.

Der schmale Weg führt in Serpentinen steil bergauf. An einer Abzweigung beschlossen wir zu der Aussichtsplattform zu gehen, obwohl der Boden der Plattform nur aus löchrigem Metall war und ich sicher nicht draufgehen würde. Nun, ich schaffte es zumindest bis kurz vors Geländer. Anschließend setzten wir uns auf eine Bank und erholten uns von dem anstrengenden Anstieg, bevor wir wieder bis zur Abzweigung abstiegen.

2017 ist der Weg angelegt oder ausgebaut worden. Er ist relativ gut gesichert und auch mit Kindern zu begehen. Wir folgten dem Pfad an den Felsen entlang bis zum zweiten Felsendurchbruch. Die zweite Brücke führt zwar etwa doppelt so hoch über die Schlucht, ist aber keine Hängebrücke. Ich machte es wie zuvor und konzentrierte mich auf das Ende des Übergangs und ging einfach ohne hin- oder herzusehen (geschweige denn nach unten) drüber. Das klappte ganz gut.

Hinter der Brücke kann man eine Gletschermühle bewundern. Das ist ein Loch im Felsen, in dem ein Stein durch Wasser rundgeschliffen wurde. Es gibt auch Tische und Bänke zum Rasten. Wir beobachtete Angehörige der Wasserwacht, bei einer Übung zur Rettung von Leuten aus dem Fluss. An dieser Stelle ist man etwa in Höhe der Straße, leider gibt es keinen direkten Weg dorthin. Man muss erst wieder nach unten zum Beginn des Rundwegs, um dann wieder über die Gaststätte und die Kapelle nach oben zu steigen.

Am Auto angekommen war ich ziemlich fertig. Die Hitze und die starke Sonneneinstrahlung machte mir zu schaffen. Zum Glück hatten wir genug zu Trinken im Auto und eine kühlende Klimaanlage. Wir fuhren zurück in Richtung Unterwössen, wo wir in dem Restaurant Mittagessen wollten, in dem wir vergangenes Jahr bei OldieCon waren. Leider haben die wie die meisten Gaststätten erst abends geöffnet. Also fuhren wir weiter und fanden schließlich in Staudach-Egerndach ein Lokal das Mittagstisch anbot. In einem großzügigen Biergarten unter großen Bäumen wurden wir gut und günstig bewirtet. Es war so viel, das ich mir einen Teil einpacken lassen musste.

Also wer auf Bergwandern mit einem bisschen Nervenkitzel steht, dem kann ich den Ausflug zur Entenlochklamm nur empfehlen. Das schaffen selbst ungeübte Stadtmenschen. Bergschuhe sollte man aber anhaben.

Im Märchenwald

Eigentlich wollten wir an diesem Donnerstag zur Entenlochklamm, aber das Wetter zeigte sich morgens trübe und regnerisch. Eine Wanderung entlang eines Bergbachs verbot sich daher. Ich war auch irgendwie nicht so recht in Stimmung. Ab Mittag hellte es auf und dann schien plötzlich die Sonne vom tiefblauen Himmel. Ich machte meinem Mann den Vorschlag nach Ruhpolding in den Märchenwald zu fahren. Mein Schwager hatte dort vergangenes Jahr mit seinen Kindern einen Star Wars-Fanfilm gedreht.

Also fuhren wir die 20 Minuten nach Ruhpolding und tauchten in einen grünen geheimnisvollen Wald ein. Erfreulicherweise waren wir hier wieder die einzigen. Vor Pfingsten ist touristisch in unserer Gegend noch nicht viel los und man ist fast überall unter sich. Der Märchenwald ist ein Gebiet in dem es im 13. Jahrhundert zu einem Felssturz kam. Inzwischen sind die Felsen verwittert und von Moos und Bäumen bewachsen. Leider ist der Pfad durch den Wald nicht eindeutig erkenntlich gemacht. Wir irrten ein paar mal zwischen den Felsen umher. Das Gebiet steht unter Naturschutz, weshalb auch die Bäume kreuz und quer liegen und man nur bedingt jede Stelle im Wald erreichen kann. Aber schön ist es anzusehen und ein bisschen fühlt man sich wie auf dem Waldmond Endor. Man erwartet fast jeden Moment ein Speederbike an einem vorbei rauschen zu sehen.

Da die Wanderung durch den Märchenwald nicht so lang ist, sind wir noch ein paar Kilometer weitergefahren auf den Wanderparkplatz Urschlau. Hier waren wir vor zwei Jahren schon mal, da war es entsprechend voller. Wir spazierten den Bergerlebnispfad entlang, vorbei an einer Kiesgrube, entdeckten in einem kleinen Tümpel Kaulquappen, einen Molch, zwei kleine Ringelnattern und in der nächsten Pfütze auch einen Frosch. Wir erfreuten uns an seltenen Blumen und dem Rauschen der Urschlauer Ache. Natur pur und ungestört.

Weil wir schon in Ruhpolding waren, kehrten wir auf dem Rückweg bei der »Windbeutelgräfin« ein. Hier waren wir schon oft. Das Lokal serviert die berühmten Lohengrin-Windbeutel. Jeder einzelne ist nummeriert und wird gezählt. Ich hatte die Version 8 mit frischen Erdbeeren und Sahne und meiner hatte die Nummer 2961572. Wir saßen draußen, hatten geradeso einen Tisch ergattern können und ließen uns den Windbeutel mit einem Cappuccino schmecken.

Das ist Urlaub, den wir, wenn wir wollten, eigentlich jeden Tag haben könnten.

Hier noch ein paar Impressionen:

 

Burg und Wasser

»Du wolltest doch immer mal auf die Burg nach Stein an der Traun«, schlug mein Mann vor.

Gesagt getan, fuhren wir am Mittwoch in Richtung Altenmarkt. Ich bewundere die Burg jedes Mal, wenn wir daran vorbeifahren. Auf einem Felsen über der Traun gelegen, ist sie weithin sichtbar. Dabei liegt der Großteil der Räume im Berg selbst. Wir beschlossen uns aber nur den oberen Teil anzusehen und auf die Höhlenbesichtigung zu verzichten. Hier verlief über 500 Jahre lang die Landesgrenze zwischen Bayern (Chiemgau) und Salzburg (Rupertiwinkel), bis Napoleon beschloss, das zu ändern.

Ein schmaler fast schon zugewachsener Weg schlängelt sich auf den Berg. Oben kann man rund um die Burg gehen, kommt aber nicht rein, dazu muss man wahrscheinlich die Führung buchen. Ich fand es dennoch schön. Es gibt Bänke und hier und da stehen runde Türme, die der Belüftung der Höhlen dienen. Auf engen Pfaden kann man die teilweise eingestürzten Mauern umrunden, es ist alles sehr zugewachsen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es auf der großen Rasenfläche vor der Burg regelmäßig Veranstaltungen gibt. Laut meinem Mann konnte man früher von oben direkt in der Felswand entlanglaufen. Aber seit vor ein paar Jahren ein Teil des Felsen abbrach und ein Wohnhaus mitsamt seinen Bewohnern unter sich begrub, sind die Wege offenbar gesperrt.

Wir waren an diesem Vormittag die einzigen und hatten bei schönstem Sonnenschein einen super Blick auf die Umgebung. Irgendwann jedoch spuckte eine versteckte Treppe aus dem Untergrund eine Schulklasse mit lärmenden Kindern aus, die an einer der Höhlenführungen teilgenommen hatten. Also gingen wir auf einem vom Regen aufgeweichten Reitweg zurück. Unten am Parkplatz beobachtete ich fasziniert die Fische in einem kleinen Teich.

Hinter Altenmarkt fließen die Traun und die Alz zusammen. Etwa einen Kilometer hinter Stein an der Traun direkt in Altenmarkt befindet sich an der Alz ein Wasserwerk. Wir sind dort schon so oft entlang gefahren, haben es aber nie genau angesehen. Dieses Mal nahmen wir uns die Zeit. Leider kommt man aus Sicherheitsgründen nicht mehr an den Fluss heran, das Gelände ist weiträumig eingezäunt. Die Kaskaden sehen auch nicht ungefährlich aus.

Eigentlich wollten wir danach irgendwo einkehren, leider machen die meisten Restaurants erst am Abend auf. So kauften wir uns auf der Rückfahrt zwei Tiefkühlpizzas und setzen uns auf den Balkon.

Wenn das Schöne liegt so nah

… also warum in die Ferne schweifen.

Da wir diese Woche noch frei haben und wir in einer Urlaubsregion wohnen, haben wir das genutzt, um Orte in der Nähe zu besuchen, an denen wir noch nicht waren.

Am Montag sind wir bei schönstem Wetter nach Laufen gefahren. Das liegt nur 18 Kilometer entfernt an der Salzach. Ich hatte letztens auf der Webseite der Stadt ein Luftbild gesehen und war ganz fasziniert, dass die Stadt direkt an einer Flussschleife liegt.

Wir stellten unser Auto am Rathaus ab und spazierten am Salzachufer entlang, an der Europabrücke vorbei – einem Fußgängersteg nach Österreich –, sammelten Steine am Flussstrand, bewunderten die Kirche hoch über dem Fluss und machten Fotos von der historischen Brücke nach Oberndorf, wo die »Stille Nacht, heilige Nacht« Kapelle steht. Hier wurde das Weihnachtslied zum ersten Mal gesungen.

Inmitten der Salzach verläuft die Grenze nach Österreich. Spaziert man über eine der Brücken ist man in einem anderen Land. Ich finde das immer wieder faszinierend, wenn wir nach Oberndorf zum Einkaufen in den Hofer (dem österreichischen Aldi) fahren. Das haben wir auch dieses Mal gemacht, nachdem wir ein Eis gegessen und durch die Gassen der Innenstadt spaziert sind.

Nach unserem Einkauf (beim Hofer gibt es viel mehr Bioprodukte als beim Aldi) fuhren wir wieder zurück und weil es noch früh am Vormittag war, sind wir in Leobendorf abgebogen zum Abtsdorfer See. Der kleine See liegt sehr idyllisch und man hat hier einen sensationellen Blick auf die Berge. Auf dem Parkplatz und am See war nichts los. Wir waren so gut wie allein. Im Sommer sind die Liegeflächen am See sicher brechend voll.

Eigentlich wollten wir um den See herumfahren, aber die Straßen endeten im Nirvana, also sind wir durch viele kleine Bauernhöfe gefahren, um zurück zur Hauptstraße zu kommen. Mit dem Fahrrad kann man da gut spazieren fahren.

Hier noch ein paar Eindrücke:

 

 

Laden oder nicht laden …

Unser erster längerer Urlaub mit dem E-Auto – ein Erfahrungsbericht.

»Da kann man ja nicht so weit fahren … da muss man ja dauernd stehen bleiben … und was wenn es keine Ladesäule gibt … das kostet doch viel mehr, weil man viel öfter laden muss als tanken«

Das sind die gängigen Argumente, mit denen man als Besitzer eines E-Autos konfrontiert wird. Ich trete mal den Gegenbeweis an. Wir sind in acht Tagen etwa 1400 Kilometer gefahren, haben unterwegs fünfmal geladen, dreimal davon kostenlos. Sprich, wir haben ungefähr 30 Euro für die 1400 Kilometer bezahlt. Und nein, wir haben nirgendwo außerplanmäßig stehenbleiben müssen, weil unser Auto leer war und wir haben auch immer eine funktionierende Ladestation gefunden, wenn wir eine gebraucht haben. Außerdem verbrauchen E-Autos deutlich weniger … vorausgesetzt, man fährt vernünftig und rast nicht.

In der Pfalz und in Baden-Württemberg, zumindest in den Gegenden, in denen wir waren, gibt es nämlich in jedem kleinen Dorf mindestens eine öffentliche  22 kw Ladestation. Die Wanderparkplätze im Pfälzer Wald sind meist mit Ladesäulen ausgestattet. Wenn man will, kann man dort sein Auto laden, so lange man Wandern geht oder irgendwelche Burgen besichtigt. Da haben wir in Bayern noch deutlichen Nachholbedarf. Wenn es in der größten Stadt im Landkreis Traunstein nur eine mickrige öffentliche Ladesäule gibt und auf den umliegenden Dörfern gar keine, kann das nichts werden mit der E-Mobilität. Zumindest einige Hotels haben das Potenzial inzwischen erkannt und bieten ihren Gästen eine Lademöglichkeit (meist gesponsert von Tesla).

Die Ladestationen in den Gemeinden in der Pfalz sind übrigens fast alle von Bund und Ländern gefördert worden. Dass es zu teuer wäre, ist also keine Ausrede. Und inzwischen sind auch die Energieversorger soweit, dass sie die Infrastruktur nach und nach danach ausrichten.

Hier zwei Bilder, die die Unterschiede deutlich zeigen, vielleicht fällt jemandem was auf:

Parkplatz für E-Autos am Bahnhof in Bad Reichenhall (18.530 Einwohner)
Ladestation an einem Wanderparkplatz in Wachenheim (4585 Einwohner)

Wer es nicht gleich sieht. In Bad Reichenhall gibt es zwar einen Parkplatz für E-Autos, aber keine Ladestation.