Christinas Multiversum

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Posts Tagged ‘Sprachunfälle’



Vermurkster Flyer

peinlicher Druckfehler

Die Deutsche Post hat ein Problem.

Jahrelange Einsparungen und der Börsengang haben dazu geführt, dass sie kaum noch zuverlässiges Personal hat und solches auch nicht mehr findet. Verständlich, denn wer möchte schon unter den derzeitigen Bedingungen arbeiten. Einige wenige Mitarbeiter müssen viel zu viel Post austragen und machen teilweise unbezahlte Überstunden, damit sie ihr Pensum schaffen und das zu einem Lohn, der kaum über dem des Versandriesen Amazon liegt. Glück haben jene Mitarbeiter, die verbeamtet sind, denen geht es nicht ganz so schlecht, aber auch hier herrscht Frustration über die widrigen Bedingungen.

Für Zulieferdienste zwischen den Zentren nutzt die Post vereinzelt sogar externe Firmen, und schreibt diese Aufträge jedes Jahr neu aus. Die meist unerfahrenen Mitarbeiter dieser Dienste verursachen schon mal, dass die Briefe und Pakete nicht rechtzeitig vom Verteilzentrum in den lokalen Verteildepots ankommen. So passiert es, dass bei uns Montags grundsätzlich keine Post ausgetragen wird, weil der Lieferwagen aus dem Verteilzentrum Rosenheim erst mittags ankommt, wenn die Postboten schon unterwegs sind. Auch Samstags verirrt sich selten ein Brief oder ein Paket in den Briefkasten.

Auffällig ist auch, das jede Woche ein neuer Zusteller bei uns klingelt. Früher kam immer ein und derselbe Postbote. Man kannte sich, was vieles erleichterte. Heute steht man ständige einem Fremden gegenüber.

Anscheinend will die Deutsche Post dem Personalmangel nun mit einer Job-Kampagne begegnen. In der hiesigen Postagentur entdeckte ich am Freitag einen Flyer auf dem Brief- bzw Paketzusteller gesucht wurden. Und nicht nur das. Auf der Rückseite ist eine Anzeige, die sich an Schüler und Studenten richtet. Beim Blick auf den Zettel fragte mich mein Mann, was ein »Semster« wäre. Ich guckte und da las ich es auch, da war ein Schreibfehler, ein ziemlich offensichtlicher sogar. Statt Semester stand da »Semster«. Im gleichen Moment fragte ich mich, in welcher Auflage die Flyer wohl gedruckt worden waren, es müssen zehntausende sein. Anscheinend hat niemand den Fehler bemerkt, weder der Designer, noch der Verantwortliche bei der Post, der das Ding abgesegnet hatte, noch diejenigen, die das Ding verteilt haben. Nicht einmal der Angestellten der Postagentur, die die Flyer ausgelegt hatte, war es aufgefallen. Erst als ich sie darauf aufmerksam machte, wusste sie, warum ihr der Text so seltsam vorgekommen war.

Es scheint, als wären die Probleme bei der Deutschen Post noch größer als angenommen.

Vegetarisch offen

Offen & Vegetarisch

Das selbst die Angestellten eines Bundeswehrkasinos Probleme mit der deutschen Sprache haben, entdeckte ich vor gut zwei Jahren, als wir einer größeren Hochzeitsfeier beiwohnen durften. Die fand nämlich auf einem Bundeswehrstützpunkt auf der Schwäbischen Alb statt.

Beim Warten aufs Brautpaar fiel mir die Speisekarte des Restaurants ins Auge. Ich brauchte eine Weile, bis ich entziffert hatte, was mir der Küchenchef sagen wollte. Wobei ja nicht nur Vegetarisches aus dem »Ofen« kommen kann, sondern auch fleischige Genüsse … Was ich mir aber unter »Rösti mit gebratenen Pilzen im Gemüsebeet« vorstellen muss, weiß ich nicht so recht. Ist da auch Erde mit dabei? Ich meine, so ein Gemüsebeet enthält bestimmt eine Menge Mineralien und andere tolle Sachen, vielleicht sogar ein paar nicht-vegetarische Würmer und Insekten. Ob es dem Magen und dem Gaumen jedoch genauso zusagt wie ein Gemüsebett, sei dahin gestellt.

Was mich bei den »Kässpätzle« brennend interessieren würde: Wer ist »Buffe«? Ist das der Name des Gärtners von dem der Salat stammt, oder ist das vielleicht eine besondere Kreation?

Leider konnte ich das nicht herausfinden, weil es auf dem Buffet für die Hochzeitsgäste weder »Gemüsebeete« noch »Salat vom Buffe« gab. Aber einiges kam ganz sicher aus dem »Offen«.

Verwirrung im Sportgeschäft

Ganz schön down diese Jacken

Das ich gern Plakate oder Schilder mit Schreibfehlern fotografiere und sammle, habe ich ja bereits erzählt. Ein paar Beispiele kann man in der Rubrik Sprachunfälle bestaunen. Dazu inspiriert hat mich Bastian Sicks Buchreihe »Happy Aua«.

Eine besonders reichhaltige Quelle in solchen Dingen ist der hiesige Intersport. Bei der Beschilderung der Kleiderständer finde ich häufig Tippfehler, ungelenke Formulierungen oder Wortschöpfungen, die mich in Erstaunen versetzen. Meist sind es unglückliche Kombinationen aus Deutsch und Englisch, die einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Ob Downenjacken oder Thermonhosen, es ist faszinierend, was es so alles gibt. Einmal standen sogar reduzierte »Erwachsen« und Kinder vom FC Bayern zur Auswahl. Wer da nicht zugreift, ist selbst schuld.

Stretchthermon das neue Material für Experimentierfreudige

Bayern Fans reduziert

Rezept für heißen Ofen

Was haben wir gelacht.

Wie jedes Jahr in der Adventszeit holten wir dieser Tage unsere liebsten Weihnachtsfilme aus dem Regal und schwelgten in weihnachtlicher Vorfreude. So auch vorgestern, als wir uns »Familie Stone – verloben verboten« angesehen haben. Nach dem Film entdeckten wir bei den Extras auf der DVD ein Rezept, dass im Film gekocht wird.

Ich wunderte mich schon, dass die Zutaten zwar in Gramm angegeben waren, die Größe der Auflaufform jedoch in Zoll. Bei den Angaben zur Backzeit und zur Backtemperatur stutzte ich kurz, bevor ich laut auflachte. 1,5 Stunden bei 325 Grad – da wird von dem Auflauf nur noch ein Häuflein Asche übrig sein und auch die Backform sollte nicht mehr ganz frisch aussehen. Da hat der Übersetzer wohl nicht bedacht, dass er auch die Temperatur von Fahrenheit in Celsius hätte umrechnen müssen. 325 °F sind zirka 160 °C was für einen Auflauf eine typische Temperatur ist.

Derjenige, der das Rezept für die DVD übersetzt hat, kannte sich mit Kochen und Backen nicht aus, sonst wäre ihm das sicher aufgefallen. Das ein normaler Ofen keine 325 °C kann (sondern höchstens 300 °C und wenn doch, dann nur im Pyrolyse-Modus), weiß jeder, der mal einen Ofen bedient hat. Der Übersetzer hätte vielleicht mal jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt. Oder er hätte einfach Fahrenheit dahintersetzen müssen, dann wäre die Angabe korrekt gewesen.

In den USA wäre die Produktionsfirma der DVD wegen der falschen Angaben längst verklagt worden. Zum Glück sind wir hier noch nicht so weit und zum Glück sieht sich kaum einer die Extras auf den DVD’s an. Manchmal ist es aber ganz lustig, was man dort findet.

Leere Tine

Witziger Statusbericht

Heute am Plotter: Ich rief den Status meines Druckauftrages ab und bekam nebenstehende witzige Meldung angezeigt.

Da ist also die Tine fast leer. Das arme Tinchen. Hat man sie nicht richtig gefüttert oder droht ihr der Sprit auszugehen? Fragen über Fragen.

Ich finde es immer höchst erfreulich, wenn ich in Fehlermeldungen (auch am Computer) Tippfehler entdecke, dass macht den Computer oder das Gerät irgendwie menschlich. Obwohl ich weiß, dass es eigentlich der Programmierer war, der in diesem Fall geschludert hat. Aber ich freue mich trotzdem über solche kleinen Nachlässigkeiten, schließlich tun sie niemandem weh.

Nun bin ich gefragt, damit die Tine nächste Woche nicht mehr so darben muss, sollte ich die Tin(t)enkartuschen im Plotter tauschen. Nur sehe ich dann ich nicht mehr diese nette Anzeige. Schade eigentlich!

Nur für Schachspieler

Speiseplan für Schachfreunde

Seit Jahren halte ich Sprachunfälle aller Art mit der Kamera fest. Vor einiger Zeit entdeckte ich nebenstehenden Speiseplan im Schaufenster einer einheimischen Metzgerei.

Das angebotene Tagesgericht am Montag richtet sich wohl speziell an Schachspieler.

Wobei ich – selbst wenn es richtig geschrieben wäre – nicht genau wüsste, was man unter einem Schaschliktopf versteht. Wenn ich mich recht erinnere, ist Schaschlik ein Gericht aus dem Kaukasus bei dem Fleisch mit Paprika, Zwiebel und Speck auf Spieße gesteckt und gegrillt wird. Alles in einen Topf geworfen und gekocht, wird bei uns daheim eher als Soljanka bezeichnet.

So gut kann der »Schachlicktopf« jedenfalls nicht gewesen sein. Der Metzger hat seit einem Jahr geschlossen.

Steckerlfischer

regionale Bräuche

Heute gibt es mal wieder ein Highlight aus der Rubrik »Sprachunfälle«.

In der Gegend in der ich wohne, gibt es seltsame Bräuche, zum Beispiel »Fischerstechen«.

Den Begriff »Steckerlfisch« habe ich schon gehört. Das ist ein Fisch am Spieß über dem Feuer gebraten. Was es aber genau mit dem »Fischerstechen« auf sich hat und wer da wen sticht oder ersticht, dass weiß ich nicht so genau, aber es klingt ziemlich blutig. Vielleicht ist es so eine Art Angler am Spieß – zwecks ausgleichender Gerechtigkeit?

Da das Ganze nur bei guter Witterung stattfindet, nehme ich an, dass es sich um eine »Outdoor«-Aktivität handelt. Wahrscheinlich um so eine Art Lanzenstechen in Booten. Das hört sich spannend an, wenn … ja wenn dabei nicht auch noch »zünftige Blasmusik« gemacht würde. Das wiederum ist für mich ein Grund dort nicht aufzutauchen. Es reicht schon mitzubekommen, wenn bei uns die Straße rauf im Hotel mal wieder Heimatabend ist … dann gehe ich doch lieber auf ein Punkrockkonzert.

Schi-latten und Wellenreiterbrett

Vor fast genau zwei Jahren fand ich einen Zettel im Briefkasten. Eigentlich wollte ich ihn gleich wegwerfen, doch dann sah ich genauer hin. Die Wortschöpfungen des Autors, der vermutlich aus Ungarn stammt, waren so kreativ, dass sie mein Interesse weckten.

Da sind richtig tolle Übersetzungen dabei. Schi latten = Ski, Komputer maschine = Computer oder – mein persönlicher Favorit – Wellenreiterbrett für Surfbrett.

Interessant sind auch die Begriffe »Gestrüpp Schnittmeister« oder »Aggregat Schweißer«.  Ich nehme an, dass damit Heckenscheren und Schweißaggregate gemeint sind. Wobei »Bildrand« und »Kettensagen« auch ganz hübsch klingen. Faszinierend frage ich mich, was sich wohl hinter einer »Bastelei Maschine« verbirgt.

Was jedoch »Kolter« und »Gastfreund« bedeuten sollen, bleibt das Geheimnis des Verfassers.

Urlauberverkauf

Essener im Bioladen

Heute starte ich eine neue Rubrik im Blog, mit dem Titel: Sprachunfälle.

Als Fan der Happy-Aua-Bücher von Bastian Sick sammle ich Fehltritte der deutschen Sprache, die ich auf Schildern oder in Zeitungen entdecke. Eines meiner Fotos hat es sogar in Band 5 der Happy-Aua-Reihe geschafft.

Jetzt präsentiere ich hier in unregelmäßigen Abständen meine Fundstücke. Nicht immer sind es Schreibfehler, über die man lächeln muss, manches ist einfach nur missverständlich formuliert. So wie im heutigen Fall.

Waging ist ein Urlauberort. Im Sommer hat die Gemeinde doppelt so viele Einwohner wie im Winter. Das da hin und wieder mal ein Urlauber aus Norddeutschland verschwindet, fällt scheinbar nicht auf. Spätestens wenn die Waginger wieder unter sich sind, wird der Verschwundene dann an die Einheimischen verkauft. Anders kann ich mir das Schild vorm Bioladen nicht erklären.

An alle Urlauber aus dem Ruhrpott: Vorsicht! Wenn Sie in Waging Urlaub machen, könnten Sie im Regal im Bioladen landen.