Christinas Multiversum

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Archiv der Kategorie ‘Allgemein’



Hinweis für Autoren und Verlage

In den vergangenen Wochen erhielt ich vermehrt Rezensionsanfragen von Verlagen und Selfpublishern. Wenn ich wollte, könnte ich quasi den ganzen Tag nichts anderes tun, als zu lesen und zu rezensieren. Da ich aber irgendwie auch Geld verdienen muss und ich meinen Blog bewusst werbefrei halten möchte, kann ich nicht auf alle Rezensionsanfragen eingehen. Ich habe daher beschlossen, folgenden Text auf meine Infoseite zu stellen:

Ich nehme nur Rezensionswünsche entgegen, wenn sie sich auf das Genre Science Fiction beschränken. Ich lese keine Fantasy oder dystopische Romane! Ich rezensiere gern auch Romane, die sich mit Subkulturen des späten 20. Jahrhunderts beschäftigen. Ich behalte mir vor, keine Rezension zu veröffentlichen, wenn ich den Text als nicht lesbar erachte. Ich bin nicht daran interessiert, Verrisse zu schreiben oder Autorenbashing zu betreiben. Bin aber gern bereit, dem/der Autor/in meinen persönlichen Eindruck zum Roman in einer persönlichen E-Mail zu schildern.

Das klingt jetzt wahrscheinlich ein wenig arrogant, aber ich weiß mir momentan nicht anders zu helfen, da ich nicht die Zeit habe, auf jedes Angebot mit einer E-Mail einzugehen. Sorry!

Sommer im Herbst

Nachdem sich der Nebel lichtet, knallt die Sonne vom Himmel, als müsse sie die verlorene Zeit aufholen. Sie bringt die Farben des Herbstes zum Leuchten und den blauen Himmel gleich mit. An den Wegen blüht der Löwenzahn, gleichzeitig hat er Pusteblumen ausgebildet, die hoffen, beim nächsten Windhauch ihre Samen der Luft zu übergeben. Das Laub raschelt unter meinen Füßen. Es riecht nach Erde und modrigem Holz. Selbst das Licht scheint anders. Weich und mild senkt es sich über die Landschaft, lockt noch die letzten Pigmente aus Laub und Boden. Obwohl es in diesem Jahr so trocken war, zeigen sich die Bäume erstaunlich bunt. Selbst jetzt noch Mitte November. Die Wiesen sind grüner als im Sommer und weil es so warm und mild war, blüht der Raps. Die letzten Schmetterlinge flattern auf der Suche nach einem Winterquartier über die blattlosen Hecken. Zugvögel ziehen in Formation über den Himmel und machen mit lautem Geschnatter auf sich aufmerksam. Der See liegt da wie ein bleierner Spiegel, eingerahmt vom hellbraunen Schilfgürtel und reflektiert das flach einfallende Sonnenlicht.

Ich bin ein großer Herbstfan, in keiner Jahreszeit fühle ich mich wohler als im Herbst. Da kann der Himmel auch mal grau sein, denn es gibt dazwischen immer Tage wie gestern, an denen mich Licht und Farben begeistern. Nirgends im Jahr ist das Farbspektrum der Natur so umfangreich wie in den Monaten Oktober und November. In diesem Jahr scheint die Sonne besonders warm und hinterlässt am Abend einen rosa Schimmer in meinem Gesicht. Ich habe mir auf unserem zweistündigen Spaziergang tatsächlich einen Sonnenbrand geholt – im November! Nun, die Fotos waren es wert.

Mission complete

In dieser Woche ist unsere Wohnung fertig geworden. Am Mittwoch kam die Küche und gestern haben meine lieben Kollegen noch den Waschtisch im Bad angebracht. Jetzt ist alles so wie wir es uns vorgestellt haben.

Die neuen Küchenschränke und die Arbeitsplatte passen gut zu unserer vorhandenen Spaceküche. Wir haben nun nicht nur genug Raum für alle Koch- und Backutensilien, sondern endlich auch Platz für eine Brotschneidemaschine. Etwas, was ich in den vergangenen Jahren schmerzlich vermisst habe. Pünktlich zur Vorweihnachtszeit ist jetzt auch genügend Fläche vorhanden zum Teig ausrollen und Plätzchen dekorieren. Wir stehen uns zu zweit nicht mehr im Weg. Selbst die Lieferung und der Aufbau lief dieses Mal glatt, kein Vergleich zu dem Theater, was wir mit unserer Spaceküche erlebt hatten. Wir haben die Schränke bei einem anderen Möbelhaus bestellt, weil es unsere Küche leider nicht mehr gibt.

Den Badschrank hatten wir im Sommer in der Baywa entdeckt und uns sofort darin verliebt. Das Waschbecken ist aus mintgrünem Floatglas und könnte von hinten beleuchtet werden. Darauf haben wir dann aus Umweltgründen verzichtet. Es sieht auch so ganz schön aus.

Kassettenkind

Mein SKR-700

Viele Punkbands bringen ihre Songs wieder oder immer noch auf Vinyl heraus. Mangels Plattenspieler könnte ich die nicht mal abspielen. Ich könnte den wahrscheinlich auch gar nicht bedienen. Wenn ich als Kind irgendwas auf Platte anhören wollte, so haben die immer meine Eltern aufgelegt. Fasziniert war ich damals aber nicht von dem Plattenspieler, sondern am meisten von dem Marderhaarpinsel, mit dem man die Staubkörner von den Platten entfernte.

Später besaß ich selbst auch ein oder zwei eigene Platten. Eine haben mir meine Eltern im Intershop gekauft, eine andere erreichte mich in einem Westpaket. Irgendwo habe ich die auch noch und meine Eltern haben noch mindestens zwei, wenn nicht gar drei Plattenspieler herumstehen (und ein Grammophon), aber wie gesagt, ich wüsste wirklich nicht mehr, wie man die bedient.

Ab 1988 war ich Kassettenkind, denn da bekam ich zur Jugendweihe und Konfirmation meinen ersten Kassettenrekorder. Einen SKR 700 – gute DDR-Ware. Der hat damals mit 1540 Ostmark ein Vermögen gekostet (für das Geld mussten meine Eltern zwei bis drei Monate arbeiten), aber dafür funktioniert er heute noch. Der Rekorder hatte den Vorteil, dass ein Radio integriert war und man die Lieblingssongs direkt und ohne Kabel aufnehmen konnte. Ein Mikro hatte er aber auch. So kam es, das ich 1988 und 1989 jeden Freitagabend vor dem Radio verbrachte und bei der Hitparade auf Bayern 3 eifrig mitgeschnitten habe. Und wehe der Moderator hat in den noch laufenden Song reingequatscht …

Irgendwann kam ich auf die Idee mangels Videorekorder auch Filme und Serien vom Fernsehen aufzunehmen. Leider hatte unser alter Fernseher keine Buchse für das »Überspiel- /Diodenkabel« und ich musste das integrierte Mikrophon des SKR benutzen. So wurden die Eltern kurzerhand zum Schweigen verurteilt, während im Fernsehen der Lieblingsfilm lief und ich hektisch die Kassette drehte, wenn eine Seite fertig bespielt war. Später hörte ich das Aufgenommene immer während der Hausaufgaben. So kommt es, dass ich einige Filme aus meiner Jugendzeit noch heute Wort für Wort mitsprechen kann – so oft habe ich die Kassetten gehört.

Happy Halloween in Space

Das ungewöhnlichste Foto zu Halloween stammt in diesem Jahr nicht von der Erde sondern aus dem All. Die drei Astronauten der ISS haben es sich nicht nehmen lassen, sich zu kostümieren. Es wird ihnen allerdings schwerfallen, mit ihren Kostümen um die die Häuser zu ziehen. Denn nach dem fehlgegangenen Start der Sojusrakete, werden die drei noch eine Weile an Bord ausharren müssen. Angesichts des Bildes scheint das den Dreien nicht viel auszumachen.

Interessant finde ich ja die Auswahl der Kostüme … ein Russe als Elvis, eine Amerikanerin als Geisterjägerin und Alexander Gerst als Darth Vader. Einfach genial!

In dem Sinne Happy Halloween!

Quelle: dpa

Zweites Berliner Sci-fi Filmfest

Sci-fi Filmfest

Nach der sehr erfolgreichen ersten Veranstaltung findet in Berlin das zweite Sci-fi Filmfest vom 16. bis 17. November 2018 statt.

Dieses Jahr werden 144 Filme aus über 30 Ländern in allen 3 Kinosälen im Babylon (Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin) gezeigt. Darunter viele Kurz- und Independence-Filme, sowie die Dokumentation ZERO GRAVITY-MISSION IN SPACE – Das Weltraumabenteuer von Alexander Gerst

Außerdem erwartet die Besucher ein buntes Zusatzprogramm rund um das Thema Science Fiction, z.B: Panels, Workshops, Cosplayer, eine Ausstellung, Games und vieles mehr.

Informationen, Programm und Online Tickets gibt es hier:

https://babylonberlin.eu/programm/festivals/berlin-science-fi-filmfest

Wenn Berlin nicht so weit weg wäre, würde ich glatt mal dorthin gehen.

Ernüchternde Diagnose

Meine Endometriose ist wieder da.

Nach sechs Jahren Ruhe meldet sie sich mit einer eindrucksvollen Zyste zurück. Was ich schon seit Frühjahr befürchtet habe und was mir seit Juni gesundheitlich zu schaffen macht, hat sich nun bewahrheitet. Vier Zentimeter und kugelrund klebt sie im linken Unterbauch zwischen Bauchdecke und Darm. Das erkannte ich auf dem Ultraschall diese Woche beim Frauenarzt sofort. Normalerweise verursacht ein Zyste von dieser Größe noch keine Probleme. Bei mir aber schon, was wahrscheinlich an meiner Krankengeschichte liegt, über die ich hier schon mal berichtet habe.

Nach der letzten großen OP, mit Hysterektomie und Darmresektion hatte ich eigentlich gehofft, endlich Ruhe zu haben, aber die Natur lässt sich halt nicht austricksen. Dabei wäre es nicht sinnvoll, mich vorzeitig in die Wechseljahre zu schicken, denn meine Mutter hatte mit über siebzig noch eine Zyste. Nun muss ich mal sehen, wie lange ich die monatlichen Schmerzen und Darmprobleme aushalte. Früher oder später werde ich mich wieder unters Messer legen müssen.

Seufz!

»Kannst du dir das vorstellen?!«

… Diesen Satz habe ich am Freitag gefühlt einhundert mal gehört.

Auf der Zugfahrt nach Wolfenbüttel, stieg in Nürnberg eine ältere Dame zu. Sie platzierte sich in die Sitzreihe schräg hinter mir. Kurz nachdem der Zug losgefahren war, klingelte ihr Handy. Sie nahm ab und stellte es auf Lautsprecher. Was danach kam, kann man eigentlich nicht beschreiben, das muss man erlebt haben. »Waltraud und Mariechen«, von den fränkischen Komödianten Heißmann und Rassau, wären angesichts der Vorstellung, die die beiden Damen im ICE lieferten vor Neid erblasst.

Ob es um das, von der Krankenkasse nicht genehmigte, Hörgerät ging oder um die polnische Putzfrau, die Schmuck klaut und der man nicht trauen kann, bis hin zum Betrug durch RFID-Chips, der Gesprächsstoff ging den beiden nicht aus. Das Faszinierende war, dass man beide perfekt verstehen konnten, weil sie ziemlich laut sprachen. Im fränkischen Dialekt versteht sich. Dabei fiel fast jede Minute einmal der Satz »Kannst du dir das vorstellen?!« Ja, inzwischen kann ich das und das sogar sehr lebhaft. Die unfreiwillige Comedyeinlage hat übrigens nicht nur mich unterhalten, sondern auch das Ehepaar mir gegenüber. Der Mann feixte so sehr, dass seine Frau ihn ständig anrempelte. Aber auch ihr fiel es schwer, ein Lachen zu unterdrücken. Ich nehme mal an, dass sich der Rest des Großraumabteils ebenfalls köstlich amüsiert hat. Zumindest weiß ich jetzt, was ältere Witwen so bewegt.

Schlecht war nur, dass ich eigentlich arbeiten wollte. Aber sowohl schreiben als auch lesen ging gar nicht. Immer wieder riss mich ein: »Kannst du dir das vorstellen?!« aus der Konzentration. Uns so musste ich mir anhören, wie ihr Auto stehen geblieben war, weil die Batterie schwächelte, wie der Werkstattservice Starthilfe gab und wie die Dame dann mit laufenden Motor vor ihrem Haus stand und nicht reinkam, weil der Haustürschlüssel am Autoschlüssel hing. Sie ihn aber nicht abnehmen konnte, weil sie noch weiterfahren wollte, und die Batterie nach den fünf Kilometern noch nicht wieder aufgeladen war. Das war so lebensnah geschildert, dass ich die Situation bildlich vor Auge hatte. Eigentlich hätte man das Gespräch mitschneiden sollen. Das wäre wahrscheinlich ein viraler Hit im Internet geworden.

Ich war dann aber doch froh, dass ein Funkloch das Telefongespräch kurz vor Würzburg nach einer halben Stunde beendete. Sonst wäre ich mit meiner Lektüre des Seminar-Readers wahrscheinlich nie fertig geworden. Aber Live-Comedy im ICE hat man nicht alle Tage, obwohl ich glaube, dass es öfter vorkommt als man denkt. Zumindest ahne ich, woher die Künstler ihr Material haben. Niemand schreibt bessere Geschichten als das Leben selbst.

Gärtnerglück

Die ersten Minichilis werden rot

Im Frühjahr schrieb ich hier über meinen Versuch kleine Chilipflanzen zu ziehen. Es hat zwar sehr lange gedauert, aber der Versuch war erfolgreich. Inzwischen sind nicht nur kleine Schoten dran, sondern sie werden auch rot. Ich habe die beiden Pflanzen jetzt vom Balkon ins Wohnzimmer gestellt und hoffe, das ihnen der Ortswechsel bekommt.

Es ist schon erstaunlich, wie viel Mühe es macht eine kleine Pflanze aus einem Samenkorn zu ziehen. Acht Monate hat es gedauert, bis sie Früchte getragen hat, die man ernten kann. Die lange Zeitspanne hat mich überrascht. Acht Monate regelmäßig gießen und pflegen. Wenn man dann sieht, für wie wenig Geld in den Supermärkten das Gemüse verramscht wird, kann man eigentlich nur mit dem Kopf schütteln. Da sind jegliche Relationen verloren gegangen. Vielleicht müssten wir alle unser Gemüse wieder selbst anbauen, um dessen Wert und den Wert bäuerlichen Schaffens wieder mehr zu würdigen.

Daheim angekommen

So, die letzten Kartons sind ausgepackt, die Bilder hängen und die Bücher, Blu-Rays und DVDs wurden ins Regal sortiert. Auch die Raumschiffflotte steht wieder in Reih und Glied.

Seit dem Wochenende können wir sagen, dass sich unsere Wohnsituation normalisiert hat. Ein paar Kleinigkeiten, wie die zweite Küchenzeile und der Badunterschrank, fehlen zwar noch, aber da braucht es Geduld.

Dafür habe ich im Wohnzimmer ein Wandtattoo aufgeklebt. Ein Blick in die Zentrale eines … was auch immer. Sieht jedenfalls ziemlich cool aus. Nun muss es nur noch halten. Der Untergrund ist anscheinend nicht glatt genug. Im Zweifelsfall hilft doppelseitiges Klebeband.

Einen Blick ins neue Heim könnt ihr hier schon mal riskieren, zumindest in Hobbyraum und Wohnzimmer.

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