Literaturbetrieb zwischen Handwerk und Wirklichkeit

Mit BuCon feiert sich hierzulande jedes Jahr die Szene der phantastischen Literatur. Verglichen mit dem großen Literaturgeschäft in Deutschland, das sich zur gleichen Zeit auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert, ist die Gemeinschaft der Phantastikfreunde eher klein. Neben den obligatorischen Messeständen der Kleinverlage finden auf dem BuCon Lesungen und Workshops statt. Hier haben Debüt-Autoren und Autoren von Kleinverlagen sowie Selfpublisher die Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren. Was ich wichtig finde, nicht nur aus persönlichen Sicht, sondern auch weil hier fernab des Mainstream eine bunte Vielfalt an Genres und Sub-Genres etabliert und am Leben erhalten wird. Unverzichtbar für eine vielfältige Literaturlandschaft in Deutschland.

Was mir aber hier immer wieder auffällt, ist, wie viele gute bis sehr gute Autoren sich innerhalb des Literaturbetriebs seit Jahren abmühen und nur die wenigsten die Chance bekommen, ihre Romane bei Verlagen zu veröffentlichen. Während Promis und Menschen, die es irgendwie schaffen, medial präsent zu sein, veröffentlicht werden, meist ohne dass sie das Rüstzeug zum Schreiben haben. Heute, so scheint es, kann jeder, der mal etwas Ungewöhnliches erlebt hat, oder es in den Medien zur drittklassigen Berühmtheit erlangt hat, ein Buch schreiben, ohne zuvor das Handwerk zu erlernen. Gleiches gilt für etablierte Autoren. Hat man mal den Fuß in der Tür und eine Fanbasis aufgebaut, kann man eigentlich schreiben, wie und was man will – es wird gedruckt werden. Während sich manch Nachwuchsautor noch so sehr abmühen kann, das perfekte Manuskript abzuliefern. Dies wird meistens nicht mal gelesen.

Das Schreiben ein Handwerk ist, das erlernt werden kann, ist in Deutschland nicht so bekannt und anerkannt wie in den USA, wo »Writing Classes« in den Colleges zum Standard gehören. In Deutschland wird, gerade wegen der vielen schreibenden Promis, deren Bücher manchmal kaum lesbar sind, der Eindruck vermittelt, als könne jedermann ein Buch schreiben. Als wäre Literatur etwas, wo keinerlei Regeln gelten und was man mit ein wenig Talent einfach aus dem Ärmel schüttelt.

Ich persönlich finde dies mehr als ungerecht, denn ich kenne ganz viele Leute, die sich seit Jahren intensiv mit dem Schreiben beschäftigen, die Lehrgänge besuchen und Bücher lesen, die an Workshops teilnehmen und Schreibgemeinschaften angehören. Autoren, die mit viel Einsatz richtig gute Geschichten schreiben, aber nicht veröffentlicht werden, weil sie nicht zur rechten Zeit am richtigen Ort sind, oder nicht die richtigen Leute kennen.

Eben weil viele Leute meinen, es könne jeder ein Buch schreiben, der einen Stift halten oder eine Tastatur bedienen kann, werden die Verlage mit schlechten Manuskripten geradezu überhäuft. So wird abgelehnt meist ohne zu sichten, einfach weil es arbeitstechnisch ansonsten kaum zu bewältigen ist. So ist es inzwischen bei den großen (aber auch kleinen) Verlagen Usus, das man einen Fürsprecher braucht, damit die Lektoren überhaupt in ein eingereichtes Exposé oder eine Textprobe hineinschauen. Um bei den ganz großen Verlagen Gehör zu finden, kommt man ohne einen Literaturagenten, der einem die Türen öffnet, nicht mehr hinein. Und selbst die Kleinverlage werden mit teils minderwertigen Manuskripten so zugeschüttet, dass sie verständlicherweise nur mit Leuten arbeiten, die sie kennen.

Vielen bleibt da nur der Ausweg sein Glück als Selfpublisher zu versuchen und sich mit viel medialem Einsatz eine möglichst große Fangemeinde zu erschließen, Aufmerksamkeit zu erzielen und zu hoffen, gehört beziehungsweise gelesen zu werden. Marketing ist alles, denn auch Literatur ist nur ein Geschäft. Wie überall geht es nur ums Geld. Was sich verkauft ist gut und richtig, egal ob es handwerklich gut geschrieben ist.

Ich weiß nicht, ob die Leser heute anspruchsloser geworden sind, oder ob es nur darum geht, möglichst das Buch zu lesen, was gerade »In« ist und wovon alle reden. Gerade in Zeiten sinkender Leserzahlen und hart umkämpfter Märkte finde ich es schade, dass so viele Geschichten unerzählt bleiben, dass spannende Storys auf Festplatten zu Datenmüll werden und dass Menschen, die sich intensiv mit dem Handwerk Schreiben beschäftigen, irgendwann resigniert aufgeben. Dass sie möglichst die Ausnahmen bleiben, dafür sind solche Veranstaltungen wie der BuCon wichtig.

Im Übrigen haben wir am Freitagabend an meinem Zeitreise-Roman geplottet. Esther ist Expertin auf dem Gebiet und gibt sogar Kurse dazu. Zusammen haben wir einige markante Punkte meines Romans präzisiert und verfeinert, die mir bislang noch unklar waren. Ich kann jetzt sogar abschätzen, wie lang er werden wird. Ich werde auf jeden Fall weiter daran arbeiten, damit er wirklich gut wird, auch wenn meine Aussichten eher schlecht sind, dass dieses Buch jemals gedruckt wird. Denn inzwischen weiß ich, dass für einen No-Name-Autor die Veröffentlichung seines Buches mehr vom Glück abhängig ist, als von Können. Das finde ich irgendwie schade.

Jugendstil, Perry und eine Bahnschranke

NEO auf dem BuCon

Das Wochenende verbrachte ich in Frankfurt. Am Samstag fand dort parallel zur Buchmesse der BuchmesseConvent statt. Es war bereits mein dritter BuCon. Inzwischen kenne ich sowohl das Prozedere und auch einige der Leute, die sich dort jährlich treffen. Wobei ich jedes Mal neue Autoren und Fans kennenlerne. In diesem Jahr hatte ich sogar eine Übernachtungsmöglichkeit in Frankfurt, so dass ich nicht völlig gestresst und umweltschädigend mit dem Flieger an- und abreisen musste.

Ich fuhr entspannt mit der Bahn am Freitagmittag nach Frankfurt, stieg dort instinktiv, ohne den Fahrplan näher zu inspizieren in die nächste S-Bahn und an der Hauptwache in die nächste U-Bahn und kam tatsächlich dort an, wo ich hin wollte. Es macht sich bezahlt, wenn man mal in Großstädten gelebt hat. Der städtische Nahverkehr scheint einem ins Blut überzugehen, oder er funktioniert halt überall ähnlich. Außerdem lag mein Ziel ziemlich zentral.

Von meiner Gastgeberin Esther Schmidt wurde ich sehr herzlich empfangen. Wir kennen uns von den Seminaren in Wolfenbüttel, bei denen sie fast schon zum Inventar gehört und gern ihr Wissen übers Schreiben an andere weitergibt. Sie wohnt in einem hundertjährigen Stadthaus im klassischen Jugendstil, mit hohen Räumen, Stuckdecken und passend eingerichtet mit edlen Tapeten und Antiquitäten. (Ich habe das ganze Wochenende nachgerechnet, wie viel es kosten würde, so ein Haus energetisch zu sanieren. Das ist zur Berufskrankheit von mir geworden.) Zwischen all den antiquarischen Schätzen entdeckte ich immer wieder nerdige Dinge, die scheinbar nicht dahin gehören, z. B. eine Tartis oder Star Trek-Postkarten. Wenn man die Bewohnerin kennt, passte dann doch alles sehr schön zusammen. Ich durfte in der Bibliothek übernachten, einem Eckzimmer mit gut gefüllten Bücherschränken bis unter die Decke und einem beeindruckenden Blick auf die Straßenkreuzung vorm Haus.

Am Freitagabend saßen wir bei thailändischen Essen noch lange zusammen und wälzten Autorenprobleme. Nach Mitternacht kam dann auch der zweite Übernachtungsgast (die Autorin Ann-Kathrin Karschnik) vom Galaktischen Forum nach Hause, so dass wir in dieser Nacht und am Morgen als kleine Autorinnen-WG verbrachten und auch gemeinsam zum BuCon fuhren, inklusive eines Zwischenstopps an der Tankstelle, weil Esthers Auto wegen der ungewohnten Beladung – drei Leute plus Gepäck – zu wenig Reifendruck meldete.

Vor dem Bürgerhaus in Dreieich war schon einiges los. Ich verbrachte ein paar Minuten in der Schlange am Einlass, bis ich meinen Eintritt zahlen konnte und meine Contüte entgegennehmen durfte. Danach ging es auch schon in die »heiligen« Hallen. Entweder waren es mehr Stände als in den vergangenen Jahren, oder sie lagen weiter auseinander, jedenfalls kam es mir voller vor, als beim letzten Mal. Allein den Lärmpegel empfand ich wegen meiner Kopfschmerzen zunächst als unangenehm. Spätestens nach dem ersten Bekannten, der mir in die Arme lief und dem ersten Gespräch waren die jedoch vergessen.

Ich führte viele Gespräche an diesem Tag, hörte mir sogar zwei Lesungen an. In einer erzählte Robert Corvus über seine Erlebnisse in Darjeeling. Ich verquatschte mich aber auch und verpasste leider die Lesung von Oliver Plaschka, die ich eigentlich hören wollte. Nahm aber am PERRY RHODAN NEO Programmpunkt teil, bei dem neben den beiden Exposé-Autoren Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm auch Oliver Plaschka, Michelle Stern und NEO-Neuzugang Lucy Guth angekündigt waren. PR-Chefredakteur Klaus N. Frick war ebenfalls gekommen, ihm versagte aber im entscheidenen Moment die Stimme, so dass Rüdiger gut vorbereitet und souverän durch die Stunde führte.

Nachdem meine Mitfahrgelegenheit schon früher hatte gehen müssen, suchte ich für die Rückfahrt nach Frankfurt eine Alternative. Rüdiger Schäfer war mein Retter, der brachte Rainer Schorm zum Frankfurter Hauptbahnhof und nahm mich kurzerhand mit. Wir warteten in Buchschlag zwar eine gefühlte Ewigkeit an einer Bahnschranke, kamen aber pünktlich an, so dass Rainer seinen Zug noch bekam. Ich fuhr voller Euphorie vom Hbf weiter und als ich aus der U-Bahn ausstieg und am Fahrkartenautomaten vorbeikam, stellte ich mit Entsetzen fest, dass ich mir gar keine Fahrkarte gekauft hatte. Unfassbar, jetzt war ich auch noch zum Schwarzfahrer geworden. 

Nach einer kurzen erholsamen Nacht, trotz des Verkehrslärms – ich bin das echt nicht mehr gewohnt, seit ich nicht mehr in München wohne  – und einem guten Frühstück fuhr ich am Sonntagmorgen wieder nach Hause. Diesmal nahm ich bis zum Bahnhof den Bus, um noch ein bisschen von der Stadt zu sehen. Der fuhr tatsächlich zwischen den Wolkenkratzern hindurch, was mich ein bisschen an meine Zeit in New York City erinnerte. So ging ein schönes und ereignisreiches Wochenende mit einem Blick auf die Frankfurter Skyline zu Ende.

Mondlandung in Salzburg

Salzburg von oben

Den Feiertag, so dachten wir, besuchen wir endlich die Ausstellung »Fly Me to the Moon« zu 50 Jahre Mondlandung in Salzburg.

Das Wetter passte, es war zwar frisch, aber die Sonne schien hin und wieder. So fuhren wir nach Freilassing, stellten das Auto auf den P+R-Parkplatz, um mit der S-Bahn nach Salzburg hereinzufahren. Dass wir ein halbe Stunden brauchen würden, um am Bahnhof herauszufinden, mit welchem Zug von welchem Bahnsteig wir abfahren müssen, damit hatte ich allerdings nicht gerechnet. Wir waren übrigens nicht die einzigen, die dort hilflos umhergeirrt sind und Gleis 96 gesucht haben, bzw. die nicht wussten, welcher Zug an der Haltestelle Mülln/Altstadt hält.

Liebe Deutsche Bahn, nehmt euch ein Beispiel an den Österreichern und hängt bitte so einen Fahrplan der S-Bahn auf, wie er an den Haltestellen in Salzburg hängt. Da erkennt man nämlich auf den ersten Blick, mit welchem Zug man fahren kann.

In Salzburg angekommen wanderten wir auf den Mönchsberg. Eine schöner Weg mit einem grandiosen Ausblick auf die Stadt an der Salzach. Die Ausstellung war im Museum der Moderne untergebracht, was mich eigentlich hätte stutzig machen müssen. Denn es entpuppte sich als reine Kunstausstellung. Also keine Raumfahrtoriginale, sondern Gemälde und schräge Kunstinstallationen (eine weiße Plüschrakete oder das Video einer Frau, die wie ein Mann pinkelt). Das meiste hatte nur am Rande mit Raumfahrt oder dem Mond zu tun. In einer Vitrine waren Romane, Schallplatten und Kassetten mit Science Fiction-Inhalten und Spielzeug ausgestellt. Star Trek war mit einer Hörspielkassette vertreten, aber ein PERRY RHODAN-Heft habe ich vergeblich gesucht. Skandal!

Blick über den Dom zur Festung

Der Museumsbesuch war ganz nett, aber nicht das, was wir erwartet hatten. Dafür ist das Museum – ein über mehrere Etagen in den Berg reichender Betonbau – imposant anzusehen. Leider durfte man nicht fotografieren. Wir tranken noch einen sündhaft teuren Cappuccino im Museumscafé »m32«, bei dem man die Aussicht mitbezahlt und spazierten in Richtung Innenstadt. Ich habe die Treppenstufen nicht gezählt, die wir zum Festspielhaus heruntergestiegen sind, aber es waren einige. Hoch möchte ich da nicht unbedingt gehen.

Von oben konnte man bereits die Touristenmassen sehen, die sich in der Altstadt drängten. Viele waren aus Deutschland gekommen, um in Salzburg shoppen zu gehen. Dementsprechend voll war es überall. Wir statteten dem Geburtshaus von Mozart einen Besuch ab. Das eigentlich nur ein normales Stadthaus ist, in dem ein Spar-Supermarkt untergebracht ist. In einer kleinen Bäckerei holten wir uns eine Leberkässemmel und schlenderten anschließend am Salzachufer zurück zur S-Bahn. Inzwischen war die Sonne weg und der Wind hatte aufgefrischt. Es war entsprechend kalt und ich froh, als wir wieder am Auto waren.

Unterwegs entdeckte ich an einem Fenster einen tollen Spruch für Autoren. Den musste ich unbedingt fotografisch festhalten. Ich denke, da steckt viel Wahres drin.

 

Star Trek-Fan und Multitalent

Quelle: Dahkur on DeviantArt

Wir kennen uns schon eine kleine Ewigkeit. Damals Anfang der Neunziger, als ich ganz neu im Star Trek-Fandom war, zählte sie schon zu den »alten Hasen«. Wir teilten unsere Leidenschaft für Star Trek – Deep Space Nine mit weiteren Fans im »Star Trek Forum«. Der Club war damals einer von vielen Fanclubs, aber einer der Wichtigsten für Hobbyautorinnen wie mich. Ich habe sie immer bewundert, dafür dass sie so gut schreiben und noch viel besser zeichnen konnte. Irgendwann wollte ich auch mal so gut sein wie sie, das hatte ich mir fest vorgenommen. Aber zumindest was das Zeichnen angeht, ist sie mir heute noch um Längen voraus.

Die Rede ist von Gabi Stiene. Sie hat einige meiner DS9-Kurzgeschichten für die »Starbase« illustriert, dem Fanzine des Clubs. Dafür habe ich hin und wieder eine Geschichte für die Anthologien beigesteuert, die sie im Rahmen des Club veröffentlichte. Mitte der Zweitausender wurde der Fanclub aufgelöst und jeder von uns zog sich ins Privatleben zurück. Seit ein paar Jahren ist Gabi wieder aktiv. Sie schreibt wieder – für das Fan-Fiction-Portal »TrekNation.net« – und sie zeichnet wieder. Ihre beeindruckenden Werke kann man bei DeviantArt bewundern.

Schön, wie manche Leidenschaft nach so langer Zeit wieder aufflammt.

Nebenstehendes Bild gehört zu meinen Lieblingsbildern von Gabi. Sie zeichnete es für meine Kurzgeschichte »Dem Land dienen«. Es zeigt Gabis Lieblingscharaktere die Bajoraner Shakaar Edon und Barail Antos. Die Kurzgeschichte, sowie mehr Bilder von Gabi findet man in meiner Kurzgeschichten-Sammlung »Am Rande des Wurmlochs«.

 

Vom Lesen und Schreiben

Aufmerksame Leser meines Blogs werden festgestellt haben, dass ich in der letzten Zeit nicht mehr täglich blogge. Das liegt schlicht daran, dass ich neben der SOL jetzt auch für meine eigene Kolumne in der PERRY RHODAN Erstauflage schreibe. Textlich sind das zwar nur vier Seiten, die ich meist an einem Vormittag zusammenschreibe. Davor aber steht die Lektüre der Fanzines an, die ich von der Redaktion zugeschickt bekomme. Und das sind nicht wenige. Irgendwann muss ich die ja lesen, wenn ich darüber schreiben will. Also sitze ich meist abends da und schmökere in Fanzines, statt zu bloggen. Das ist okay, denn dafür werde ich bezahlt. Wer kann schon von sich behaupten, fürs Lesen bezahlt zu werden.

Es sind immer wieder richtig tolle Magazine dabei. Heute habe ich beispielsweise das EXODUS gelesen, das ist ein regelmäßig erscheinendes Heft mit Kurzgeschichten. Allesamt von professionellen Autoren geschrieben und von Künstlern illustriert, sehr hochwertig gefertigt, nicht nur inhaltlich. Ich bin begeistert.

Morgen werde ich mir die LARPzeit näher anschauen und die Andromeda-Nachrichten des Science-Fiction-Club-Deutschlands. Die SOL ist heute übrigens auch eingetroffen. Gut, die kann ich natürlich nicht besprechen, aber ich freue mich, denn das Heft ist nicht nur optisch ein Hingucker, auch die Beiträge passen schön zusammen. Es war bis zuletzt eine schwere Geburt, aber es hat sich gelohnt. Ich bin ja gespannt, was die Leser sagen.

Und so werde ich mich auch die nächsten Tage quer durch Fanzines und Magazine lesen. Ach ja … die Comics vom Gratis-Comic-Tag sind ja auch noch da. Da muss ich wohl Prioritäten setzten.

DS9-Dokumentation vor Veröffentlichung

»What you leave behind« – die Dokumentation über Star Trek DS9 ist fertiggestellt. In den USA wird sie in ausgewählten Kinos am 13. Mai zu sehen sein. Danach sollen die DVDs und Blu-Rays an die Unterstützer ausgeliefert werden. Außerdem ist der Film für Unterstützer der Produktion auf einer Plattform als Stream zu sehen.

Wann der Film auch für das normale Publikum erhältlich sein wird, steht noch nicht fest. Auch nicht wann und ob man die Doku außerhalb der Staaten z. B. in Deutschland kaufen kann.

Ich hoffe sehr, dass dies nicht mehr so lange dauern wird. DS9 war die Star Trek Serie, mit der ich mich am meisten identifizieren konnte und über die ich die meisten Kurzgeschichten verfasst habe. Vielen deutschen Fans aus dem damaligen Fandom ging es ähnlich. Ich würde mich freuen, wenn diese besondere Serie eine würdige Dokumentation erhalten könnte, wenn schon eine Wiederaufbereitung und Veröffentlichung auf Blu-Ray nicht möglich zu seien scheint.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die Dokumentation liefert der aktuelle Trailer.

SOL die zehnte

Und jetzt gehts wieder an die Arbeit für die SOL

Heute eine weitere Folge: »Aus dem Alltag einer Hobby-Redakteurin«

Die SOL 94 war eine schwere Geburt in vielerlei Hinsicht. Schon im Vorfeld lief nicht alles so, wie ich mir das gewünscht hätte. Die angekündigten Artikel trudelten nicht ein oder nicht rechtzeitig. Ich musste mehrfach bei den Autoren per E-Mail nachhaken und mir Gedanken über einen adäquaten Ersatz machen, was zu noch mehr E-Mail-Konversation führte.

Nach Redaktionsschluss am 5. März hatte ich gerade Mal ein Drittel des Heftinhalts zusammen. Also dachte ich mir noch schnell ein Interview aus und fragte bei meinen Redaktions-Kollegen an, ob sie Beiträge für die SOL liefern könnten. Ende März wurde ich dann unerwartet mit so viel Material bombardiert, dass ich meine Planung umwerfen musste. Viele Artikel waren zu lang und mussten gekürzt werden, weil wir sonst die 64 Seiten-Marke überschritten hätten. Artikel, die ich gar nicht eingeplant hatte, mussten berücksichtig werden.

Das vorbereitete Interview klappte dagegen leider nicht, dafür bekam ich aus heiterem Himmel ein anderes angeboten. Also noch mal umplanen, Zeichen zählen und rechnen, ob der Text für 64 Seiten reicht oder ob es mehr werden wird.

Von der neuen Druckerei hatte ich mir Papierproben bestellt. Ich wollte wissen, auf welchem Papier sich die SOL gut anfühlt, ohne die Kosten unnötig in die Höhe zu treiben. Beim letzten Mal war das Heft auf zu starkem Papier bestellt worden, was es nicht nur teuer, sondern auch schwer gemacht hatte.

Als ich heute das Editorial geschrieben habe, dachte ich kurz daran, dass dies bereits die zehnte Ausgabe der SOL ist, die ich betreue. Inoffiziell jedenfalls. Offiziell bin ich erst seit SOL 85 Chefredakteurin, aber im Hintergrund hatte ich 2016 schon die SOL 84 koordiniert.

Unglaublich wie viel Zeit in ein solches Heft fließt, bis man es gedruckt in der Hand halten kann. Zeit die gleichsam von meinen Redaktions-Kollegen und mir aufgebracht wird und die die Leser hoffentlich zu würdigen wissen.

Eine Überraschung haben wir mit der SOL 94 allerdings für die Fans der PRFZ noch parat. Ich verrate noch nicht, was es sein wird, bin aber schon auf die Reaktionen gespannt.

Im Auftrag der Fans

Quelle: www.perry-rhodan.net

Nun ist es endlich offiziell. Nachdem ich das jetzt mehr als ein halbes Jahr mit mir herumschleppen durfte, ohne etwas zu verraten, bin ich jetzt einigermaßen erleichtert.

Ich trete die Nachfolge von Hermann Ritter an, der in den vergangenen 15 Jahren die Clubnachrichten in der PERRY RHODAN-Erstauflage betreut hat. Ich habe also gewissermaßen meine eigene vierwöchentlich erscheinende Kolumne bekommen, in der ich über die Fan-Szene berichten darf. Das umfasst das Internet, genauso wie Magazine und Fanzines sowie Veranstaltungen. Es ist im Endeffekt dasselbe, was ich seit Jahren in meinem Blog mache. Mit dem Unterschied, dass es nun gedruckt und von viel mehr Menschen gelesen wird. Das ist ein schöner Gedanke, an den ich mich erst noch gewöhnen muss.

An dem Tag an dem mich Klaus N. Frick per E-Mail fragte, ob ich den Job übernehmen will, ging es mir gesundheitlich gar nicht gut. Am Abend brachte mich mein Mann noch ins Krankenhaus und ich verbrachte eine schlaflose Nacht in der Notaufnahme. Ich hatte also viel Zeit, um darüber nachzudenken, ob ich das Angebot annehmen soll oder nicht. Im Nachhinein fühlte es sich so an, als sei mir in der dunkelsten Stunde ein Lichtstrahl geschickt worden. Das war derart bezeichnend, dass ich gar nicht ablehnen konnte. Und so sagte ich wenige Tage später zu. Inzwischen habe ich bereits zwei Ausgaben zusammengestellt. Es macht Spaß und ich lerne nach und nach all die Fanzines und Clubs kennen, die sich mit PERRY RHODAN und Science Fiction beschäftigen. Ich habe festgestellt, dass es meist dieselben Leute sind, die in der Szene aktiv sind.

Weil ich immer alles richtig machen will, habe ich mir sogar ein paar alte Perry-Hefte herausgeholt und mir angesehen, wie meine Vorgänger die vier Seiten gefüllt haben. Dabei habe ich eine Menge interessanter Fakten aufgeschnappt und auch festgestellt, dass sich so viel in der langen Zeit nicht geändert hat.

Dass ich ein Fan der PR-Clubnachrichten bin, habe ich hier oft genug erwähnt. Deshalb ist es mir wirklich eine Ehre das »Amt« zu übernehmen. 15 Jahre hat Hermann Ritter die Clubnachrichten gemacht, Klaus N. Frick vor ihm 16 Jahre lang. In 15 Jahren werde ich 60 Jahre alt sein. Mal schauen, ob es bis dahin noch PERRY RHODAN und die Fan-Szene gibt. An mir soll’s nicht liegen.

Für alle die die offizielle Meldung auf der PERRY RHODAN Homepage noch nicht gelesen haben, hier ist der Link:
https://perry-rhodan.net/aktuelles/news/die-perry-rhodan-fan-szene-als-neue-rubrik

Autorengedanken

In den vergangenen Wochen habe ich mir häufig Gedanken über Autoren im Allgemeinen und meine Schreibversuche im Besonderen gemacht. Dabei stellte ich die These auf, dass es drei Kategorien von Autoren gibt. Je nachdem, welcher Kategorie man angehört, hat man mal mehr und mal weniger Erfolg. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Menschen mit einem prominenten Namen lasse ich mal außen vor, weil deren Bücher so oder so verlegt und gekauft werden, egal wie gut oder wie schlecht sie geschrieben sind.

Nein, ich konzentriere mich auf all die namenlosen Autoren da draußen, die jeden Tag mit eigener Kraft versuchen müssen, ihre Geschichten an den Mann oder die Frau zu bringen.

Kategorie 1: Der Phantast

Diese Autor verfügt über eine ungezügelte Phantasie. Er kann sich Welten und Geschichten ausdenken, auf die kein normaler Mensch gekommen wäre. Seine Geschichten sind »bunt« und strotzen vor überraschender Ideen. Doch er scheitert oftmals an den stilistischen Regeln. Denn so blühend seine Phantasie ist, so sehr hat er Probleme sich an die allgemeinen Regel eines Textes zu halten. Seine Manuskripte werden nicht gelesen, weil sie zu viele stilistische Fehler enthalten und daher kaum lesbar sind. Da kann die Geschichte dahinter noch so genial sein, wenn die Form nicht stimmt, liest kein Lektor mehr als die erste Seite. Solch einem Autor helfen meist gute Testleser oder ein guter Freund, der bereit ist, dass Manuskript stilistisch in die richtige Form zu bringen. Dann klappt es vielleicht auch mit einer Veröffentlichung.

Kategorie 2: Der Stilist

Der Stilist ist ein Meister der Regeln. Er kennt sie alle und er weiß sie anzuwenden. Das Manuskript wird hunderte Male durchsiebt, bis jeder Makel im Text ausgebügelt worden ist. Was ihm aber fehlt, sind die brillanten Ideen. Seine Plots sind eher langweilig, zu strukturiert und wenig wendungsreich. Es fehlt ihm an der nötigen Phantasie. Er beschränkt sich zu sehr auf das »Wie schreibe ich« und weniger auf das »Was schreibe ich«. Der Stilist hat trotz perfektem Manuskriptes kaum Chancen das Wohlwollen eines Lektors oder seiner Leser zu gewinnen, noch weniger als der Phantast. Ihm bleibt die Hoffnung, die Geschichten anderer verbessern zu können.

Kategorie 3: Der Allrounder

Er vereint beide Fähigkeiten in sich und vermag sowohl stilistisch perfekt als auch mit viel Phantasie zu schreiben. Ein solcher Autor hat sich meist eine der Fähigkeiten über Jahre hinweg angeeignet, oder ist ein Naturtalent. Seine Manuskripte haben fast immer eine Chance auf Veröffentlichung, auch wenn er vielleicht ein bisschen suchen muss.

So viel zu meiner Theorie. Vielleicht ist das alles auch ganz anders.

Wer jetzt wissen möchte, zu welcher Kategorie ich mich zähle, darf drei Mal raten.

Die drei Weisen aus dem Leerraum

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 191 – »Pilgerzug der Posbis« von Oliver Plaschka

Reginald Bull geht dem Notruf eines Händlerschiffes nach und entdeckt im Kuipergürtel eine erneute Manifestation von ANDROS.
Einundzwanzig Posbi-Schiffe materialisieren in der Plutobahn und bitten um Einlass ins Sonnensystem. Bei den Verhandlungen mit den Positronisch-biologischen Robotern erfährt Perry Rhodan nicht nur, dass die Posbis im Leerraum durch eine Seuche dezimiert wurden. Sie sind auch auf der Suche nach der Einen, dem ersten Prototyp mit stabilisiertem Kern, von NATHAN ins Solsystem gelockt worden. Das Mondgehirn bittet Rhodan die Posbis gewähren zu lassen, die sich daraufhin bei Sedna, der Sonne und dem Mond sammeln und eine Waffe bauen, mit der ANDROS endgültig vernichtet werden soll.
Tifflor und Sud gelingt es derweil John Marshall aus dem Block zu befreien, in dem er aus dem Creaversum zurückgekehrt ist.

Einen Roman von Oliver Plaschka zu lesen, ist immer wieder ein besonderes Vergnügen. Hier stimmen nicht nur die Charakterisierung der Figuren, sondern auch der gesamte Plot. Seine Texte werden aufgelockert durch witzige und gleichzeitig intelligente Bemerkungen und Dialoge, die mir regelmäßig ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Außerdem gibt er sich sehr viel Mühe, die astronomischen und physikalischen Gegebenheiten im Roman möglichst akkurat zu beschreiben. Das ist es, was ich unter professionellem Erzählen verstehe.

Der Roman erschien wenige Tage nach dem 6. Januar. Ich wurde irgendwie den Gedanken nicht los, dass die pilgernden Posbis eine Anspielung auf die heiligen drei Könige (die eigentlich keine Könige waren, sondern weise Männer) sein sollten. Im Roman heißen sie Hek, Mo und Cal. Konsequenterweise hätte ich sie Cas, Mel und Bal genannt. Aber das wäre wahrscheinlich zu viel des Guten gewesen.

Das Besondere an diesem Roman sind die Briefe, die Rhodans Tochter Nathalie ihrer imaginären Freundin Ansa schreibt. Der Leser erhält einen Blick in die Psyche eine Kindes, dass anders ist als seine Spielkameraden. Außerdem beschert uns der Autor das erste Kochrezept innerhalb eines NEO-Romans. Ich hätte es allerdings besser gefunden, wenn sich diese Briefe bis zum Ende des Romans durchgezogen hätten, und Nathalie in die Kommunikation mit den Posbis eingespannt worden wäre.

Sehr gut schildert der Autor die Verunsicherung der Menschen mit dem Auftauchen der Posbis, denen die Menschen an Feuerkraft nichts entgegenzusetzen haben. Man spürt wie misstrauisch Perry Rhodan und die Administration geworden sind, angesichts der wiederholten Eroberungen der Erde durch Außerirdische. Wobei nicht ganz richtig ist, wenn es heißt, dass der Absturz des Posbi-Schiffs auf dem Mond ungeklärt ist. Soweit ich mich erinnere, wurde das Schiff damals (in der MEISTER DER SONNE-Staffel) von den Menschen abgeschossen, weil sie einen Angriff vermuteten.

Ein Wermutstropfen ist die angebliche Romanze zwischen Belle McGraw und John Marshall. Die kam quasi aus dem Nichts. In den vergangenen Staffeln wurde nicht mal ansatzweise angedeutet, dass zwischen den beiden etwas läuft oder gelaufen ist. Belles Motivation hätte der Autor näher erklären müssen. Darauf komme ich aber unten nochmal zurück.

Großartig waren wie immer die Szenen zwischen Eric Leyden und seinen menschlichen Kollegen. Fesselnde Dialoge, die witzig aber nicht albern sind. Oliver Plaschka kommt damit dem großen Leyden-Interpreter Kai Hirdt sehr nahe.

Fazit: Oliver Plaschkas erster Staffeleinstieg »Pilgerzug der Posbis« ist ein absolut lesenswerter Roman, der Hoffnung auf eine spannende Abschluss-Staffel schürt.

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