Christinas Multiversum

Ansichten, Rezensionen, Kommentare

rainbow

Archiv der Kategorie ‘Perry Rhodan’



Die zehn Gesänge

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 177 – »Die Kavernen von Impos« von Oliver Plaschka

Während Perry Rhodan und die Eisbrecher auf der Oberfläche noch immer die Angriffe der Hornschreckwürmer abwehren müssen, erforschen Eric Leyden, Icho Tolot und Tuire Sitareh die Unterwelt des Mondes Impos. Dabei stoßen sie auf eine Kontrollstation der Memeter. Mit jener Technik könnte das drohende Erwachen des Suprahets aufgehalten werden, doch die Installationen sind an vielen Stellen zerstört. Leyden beweist Mut als er sich in eine gefährliche Situation begibt, um einen Teil der Anlage wieder in Gang zu setzen. Aber es wartet noch eine weitere Überraschung in den Tiefen des Mondes. Eine Gruppe Blues ist vor vielen Jahrtausenden abgestürzt. Drei Überlebende konnten sich in Schlafkapseln über die Zeit hinweg retten und bekommen Hilfe durch die Menschen. Die FERNAO soll nach Apas aufbrechen, um die gefundenen Blues nach Hause zu bringen und um das Enzym Katlyk zu besorgen, das zur Befreiung der Arche benötigt wird.

Die Expedition durch den Untergrund von Impos beschreibt Oliver Plaschka mit viel Fantasie. Das Menschliche seiner Figuren steht dabei im Vordergrund. Ausführliche Technikbeschreibungen oder ausschweifende Actionszenen sucht man in seinen Romanen vergebens. Sie fehlen aber auch nicht. Er bezieht Spannung aus dem Zusammenspiel der Figuren und das ist oft schwieriger als ein gut geschilderter Zweikampf. So gehört der kurze Dialog zwischen Perry Rhodan und Mama Suk zum besten, was ich bisher bei NEO gelesen habe. In wenigen Absätzen charakterisiert der Autor die Figur der alten Vietnamesin besser, als alle Autoren in den Romanen zuvor.

Neben Kai Hirdt gehört Oliver Plaschka zu jenen NEO-Autoren, die Eric Leyden am intensivsten Leben einhauchen. Dabei ist gerade bei solch einer Figur der Grat besonders schmal, zwischen ernsthafter Charakterisierung und dem Abgleiten in Klischees. Sein Leyden ist glaubwürdig und bleibt trotz seiner Exzentrik liebenswert.

Jeder NEO-Roman des Autors wies bisher eine Besonderheit auf, bei »Die Kavernen von Impos« ist es eine ungewöhnliches Erzählweise. Die Geschichte der gestrandeten Blues erzählt der Autor nämlich rückwärts. Ich fand das ungeheuer faszinierend. Obwohl man wusste, was mit ihnen geschieht, war es doch spannend zu erfahren, wie sie dorthin gekommen sind und vor allem warum. Dabei gelingt es Oliver Plaschka wie schon Rainer Schorm in Band 175, die Außerirdischen in ihrem Kampf ums Überleben plastisch zu schildern und Mitgefühl für sie zu wecken. Die Kapitelüberschriften deuten auf eine Charakteristik der Blues hin, bei denen der Gesang ein wichtiger Teil ihres Lebens ist. Es ist vor allem dieser Handlungsstrang, der dem Roman seinen Reiz verleiht.

Die Staffelhandlung bringt er dagegen kaum voran, liefert aber zumindest ein befriedigendes Ende des Impos-Szenarios. Die Bedrohung durch die Hornschreckwürmer und die hyperphysikalischen Effekte im Ovi-System können vorerst eingedämmt werden. So dass die MAGELLAN den Planeten anfliegen und die Gestrandeten an Bord nehmen kann. Wobei noch zu klären ist, was mit der AVEDANA-NAU und den 11 Milliarden Menschen passieren soll. Ganz ehrlich, es wurde auch langsam Zeit für einen Schauplatzwechsel. So spannend das Ovi-System auch sein mag, aber nach drei Romanen bestand die Gefahr, dass sich die Handlung wiederholte.

Mit »Die Kavernen von Impos« zeigt Oliver Plaschka erneut, das ausgefeilte Figurenzeichnung, ein harmonischer Plot und ein außergewöhnlicher Handlungstwist die Qualität eines Romans ausmachen. Da spielt es auch keine große Rolle, dass der Staffelfortgang dahinter zurücksteht.

Mehr als ein Conbuch

Quelle: Garching-Con.net

Bei all den großen Conventions, die ich im Verlauf meines Lebens besuchen durften, beinhalteten die Conbücher meist Informationen zu Stargästen, den Räumlichkeiten, den Dos and Don’ts auf den Veranstaltungen und jede Menge Werbung. Ein Conbuch zu einem PERRY-Con ist dagegen ein kleiner Reader, eine Sammlung spannender Artikel, witziger Geschichten und schöner Grafiken. Es ist im Grunde ein Fanzine.

Das Conbuch des diesjährigen GarchingCon sticht hierbei noch einmal heraus. Es ist mit 168 Seiten umfangreicher als das Conbuch des letzten Cons. Redakteur Ekkehardt Brux hat viel Material mit einem großen Spektrum zusammengetragen. Neben 13 Kurzgeschichten finden sich Beiträge zum Perryversum, aber auch zu Raumfahrt und Astronautengötter, viele Informationen für die Conbesucher, die, so wie ich, sicher einige Zeit brauchen werden, bis sie die Fülle des Inhalts komplett bewältigt haben.

Es fällt mir in der Tat schwer aus den Beiträgen die Besten herauszupicken, denn ich werde an dieser Stelle nicht auf jeden Artikel oder jede Story eingehen können. Für mich am spannendsten waren die Interviews mit den PERRY RHODAN-Autoren Christian Montillon, Michael Marcus Thurner und Roman Schleifer, aber auch den Bericht aus der Exposéwerkstatt von Rüdiger Schäfer habe ich gern gelesen und neues erfahren.

Des weiteren fesselten mich der Bericht über die aktuelle Mission von Alexander Gerst und die Artikel zur Prä-Astronautik (Nennt man das so?). In ersterem lernte ich tatsächlich etwas über die Raumfahrt, was ich zuvor nicht wusste. Nämlich, dass auf der ISS totale Schwerelosigkeit nur in der Mitte der Station herrscht, und das deshalb dort das Labor verankert ist. Auf dem Rest der Station, herrschen nämlich μg-Bedingungen. Das hat etwas mit der Zentrifugalkraft und dem Schwerefeld der Erde zu tun.

In den Texten von Gisela Ermel, Walter-Jörg Langbein und Alexander Knörr gefiel mir der Mix aus Archäologie und Astronautik. Das die Autoren dabei sachlich ihre Forschungsergebnisse präsentierten und dem Leser die Interpretation derer selbst überließen, fand ich bemerkenswert und gut.

Es gäbe noch viel mehr Artikel hervorzuheben, so wie den von Norbert Fiks über Science Fiction in Afrika oder die Laudatio auf Arndt Elmer von Uschi Zietsch oder die Abenteuer Kurt Koblers bei den Dreharbeiten zu dem Trashstreifen SKY SHARKS.

Bei den Kurzgeschichten gab es auffallend viele mit einem düsteren Ende. Es muss wohl an der derzeitig schlechten Stimmung in der Gesellschaft liegen, von der sich einige Autoren beeinflussen ließen. Aber es gab auch einige, bei denen ich schmunzeln musste. Als besonders gelungen halte ich die Geschichte »Nachts in Terrania« von Alexander Kaiser. Sie war witzig und überzeugte mit verspielter Lockerheit. Überraschend war das Ende von »Helden ohne Orden« von Christian E. Jäkel, der sehr viel Gesellschaftskritik in der Handlung verarbeitete. Eigentlich sollte man jede Geschichte hervorheben, weil sie allesamt auf einem hohen Niveau geschrieben sind. Dank Ekkehardt Brux, der mit kritischem Auge darüber wachte. (Was ich am eigenen Leib an meinem Beitrag fürs Conbuch erfahren durfte.)

Bilder gibt es natürlich auch. Viele schwarzweiß Abbildungen aber auch einige farbige Grafiken. Die Werbung hält sich angenehm in Grenzen und ist ausschließlich Fandombezogen.

Das »ConBuch« des GarchingCon 11 ist das Paradebeispiel eines klassischen Fanzines. Ein bebildertes Lesebuch, in dem Conbesucher auch noch lange nach dem Con stöbern können. Allein es fehlen die klassischen Seiten mit den Abbildungen der Stargäste für die Autogrammsammler. Aber das wäre meckern auf hohem Niveau, man kann eben nicht alles haben.

Die Besucher des GarchingCon 11 bekamen das Buch zusammen mit der Contüte. Die Daheimgebliebenen können es im ConShop des GarchingCon für 9 EUR zzgl. Versandkosten bestellen.

Lob für die SOL 90

SOL 90 mit einem Cover von John Buurman

Ich bin einigermaßen stolz auf die zurückliegende Ausgabe der SOL. Für das Jubiläumsheft habe ich einiges an Zeit und Arbeit investiert. Dass sich die Mühe gelohnt hat, beweisen die positiven Rückmeldungen.

Besonders gefreut hat mich die Besprechung von PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick im Redaktionsblog, die am Donnerstag erschienen ist. Der Themenschwerpunkt des Heftes über die internationalen PERRY RHODAN-Ausgaben, scheint ihm gefallen zu haben, denn er schreibt dazu: »Solche Beiträge zeichnen die »SOL« aus und heben sie über das Niveau eines »gewöhnlichen« Fanzines weit hinaus.« Das finde ich sehr schmeichelhaft und lässt mich den einen oder anderen Ärger vergessen, der die Produktion des Heftes überschattet hat.

Das alles wäre aber nicht möglich, ohne das Team an Mitarbeitern an meiner Seite. Im Fall der SOL 90 danke ich besonders Norbert Fiks und Günter Puschmann, für ihre Geduld und ihr Engagement, ohne das die SOL 90 niemals das Licht der Welt erblickt hätte.

Wer sich für die vollständige Besprechung von Klaus N. Frick interessiert, kann sie hier nachlesen.

Kampf gegen die Schreckwürmer

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 176 – »Arche der Schläfer« von Madeleine Puljic

Perry Rhodan hat die Arche mit der vermissten Menschheit gefunden, doch sie wird von Hornschreckwürmern bedroht. Die aus dem Kreell hervorgegangenen Bestien saugen nicht nur jegliche Energie ins Creaversum ab, sondern stürzen sich auf alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Rhodan und die erwachten Schläfer aus der Arche führen einen fast aussichtslosen Kampf gegen die Angreifer. Derweil wird das Schiff immer mehr mit Kreell zugedeckt, das sich verfestigt. Wenn es nicht bald von Impos startet, werden Milliarden Menschen im Kreell gefangen sein.
Rhodan, Tolot, Leyden und Sitareh versuchen die Zentrale des Riesenschiffes zu erreichen, um die Memeter zu wecken, damit die AVEDANA-NAU den Mond verlassen kann. Das Vorhaben schlägt fehl, weil niemand weiß, wie die Schafkapseln zu öffnen sind. Eine weitere Frage treibt Rhodan um: ist den Vorfahren der Menschen überhaupt zu trauen? Der Journalist Ambrose Escher berichtet von seinen Erlebnissen als Prophet der Memeter und von ihren wahren Absichten.
Erst als es Icho Tolot gelingt, zur DOLAN zurückzukehren und Schirm-Emitter für das Riesenschiff herzustellen, können die Hornschreckwürmer abgehalten werden. Die Menschen bekommen eine kurze Verschnaufpause, bevor sie ins Innere des Mondes Impos vordringen müssen, um das Rätsel des Creaversums zu lösen.

Eigentlich müsste der Titel des Romans »Kampf gegen die Hornschreckwürmer« heißen, weil es von der ersten bis zur letzten Seite nur darum geht. Das ist von Madeleine Puljic spannend geschrieben, abwechslungsreich und immer scheinbar ausweglos. Aber … es funktioniert nicht. Zumindest nicht im Fall von Rhodan und seinen Begleitern. Da man als Leser weiß, dass die Serie weitergeht, und man den Protektor schlecht mittendrin umbringen kann, geht die Spannung verloren. So wartete ich immer darauf, dass die Kämpferei endlich mal zu Ende ist und sich das Team jener vorrangigen Aufgabe annimmt, die 11 Milliarden Menschen zu retten. Doch das passiert nicht, bzw. nicht in dem Maße, weil sie ständig die Bedrohung durch die Hornschreckwürmer abzuwehren haben. Es hätte funktioniert, wenn die Nebencharaktere den Kampf ausgefochten hätten, wenn man jederzeit damit hätte rechnen müssen, dass einer von ihnen stirbt. So bleiben gut ausgearbeitete Kampfszenen, vor denen ich meiner Hochachtung Ausdruck verleihe, weil das für die meisten Autoren für eine große Herausforderung darstellt. Madeleine Puljic meistert sie mit Bravour und hätte mit den richtigen Protagonisten einen genialen Pageturner gelandet.

So richtig voran bringt der Roman die Zyklus-Handlung nicht, abgesehen von ein paar neuen Informationen über die Memeter, die von Ambrose Escher geliefert werden. Der Mann wurde ohne seinen Willen von den Memetern als Werkzeug benutzt, um die Menschen auf die Arche zu treiben. Unverständlich ist mir, warum keiner seiner Leidensgenossen an Bord der AVEDANA-NAU ihm glaubt. Es müsste doch klar sein, dass sich ein Mann wie Escher nicht von einer höheren Autorität einfach so bekehren lässt.

Ebenfalls unklar ist nach wie vor die Situation um die Memeter. Die Arche ist gestrandet. Warum haben sich die Memeter in Schlafkapseln zurückgezogen und nicht versucht, das Schiff wieder flottzumachen? Konnten sie nicht, oder wollten sie nicht? Eine Frage, die sich Rhodan stellen sollte. Denn selbst wenn er die Memeter aufwecken könnte, wären sie überhaupt in der Lage die Arche wieder flugtauglich zu machen? Man darf gespannt sein, wie die Expokraten das auflösen werden.

»Arche der Schläfer« ist ein kurzweiliger Roman, der das Können der Autorin in den Fokus setzt, aber leider nur wenige Details zur Zyklushandlung beiträgt. Der Roman bekommt trotzdem von mir das Prädikat lesenswert.

Alles eine Frage des Alters?!

Quelle: Twitter @Teilzeithelden

Schön!

Die PERRY RHODAN-Redaktion hat heute auf dem Litcamp in Heidelberg, bekanntgegeben, dass sie im Herbst ein Casting für neue Autoren startet. Das ist löblich und auch notwendig. Mich irritiert nur eine Anforderung an die Autoren (siehe Bild). Schon klar, PERRY RHODAN ist ein Generationenprojekt.

Aber … Warum sollte es im Literaturgeschäft anders sein, als auf dem Rest des Arbeitsmarktes – mit 40 ist der Zug abgefahren? Bei allen Bemühungen der Redaktion, aber diese Aussage finde ich zutiefst diskriminierend. Auch im Hinblick auf das Alter der Leser, die müssen sich von solchen Botschaften fast schon bedroht fühlen.

Was kommt als nächstes? Müssen die Autor/innen auch noch vorzeigbar sein?

Ich bin gerade ein wenig fassungslos, deswegen möchte ich auch nichts weiter dazu sagen.

Im Übrigen: einer der PERRY RHODAN-Gründerväter Clark Dalton war 41.

Nachlese zum GarchingCon

Da ich heuer auf dem Con selbst keine Fotos gemacht habe, muss ich hier auf andere Quellen verweisen. Eine davon ist das YouTube-Video von meines Freundes Ben, der am Samstag mit der Kamera den Con unsicher gemacht hat. Unteranderem ist auch ein Teil des SOL-Redaktionsteams zu sehen.

Ben erklärt und zeigt wie es auf einem Con zugeht, welchen Leuten man dort begegnet und was man dort so alles tun kann. Alle, die das interessiert und die noch nie auf einem PERRY RHODAN-Con waren, denen sei das Video wärmstens empfohlen.

Auf dem Eisplaneten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 175 – »Der Moloch« von Rainer Schorm

Die MAGELLAN stößt in Droo Karuuhm auf ein konstruiertes Sonnensystem, das viele Merkwürdigkeiten aufweist und für Raumschiffe nicht ungefährlich ist. Mit der DOLAN gehen Perry Rhodan, Icho Tolot, Tuire Sitareh und Eric Leyden einem Impuls nach und landen hart auf einem Eisplaneten. Dort entdecken sie nicht nur ein überdimensionales Physiotron, dessen Wächter ihnen eine beunruhigende Botschaft mit auf den Weg gibt, sondern sie finden auch die AVEDANA-NAU, die Memeterarche mit den 11 Milliarden verschollenen Terranern.
Fünf Menschen und ein Memeter erwachen aus den Schlafkapseln der AVEDANA-NAU. Das Schiff ist gestrandet und größtenteils funktionsuntüchtig. Der Memeter, ein kleiner Techniker, hat nur eingeschränkten Zugriff auf die Schiffspositronik. Zusammen mit den Menschen gelingt es ihm, einige Vorratslager zu öffnen und Waffen herzustellen, um sich gegen die Bohrschredden, ein gefährliches »Ungeziefer«, zu verteidigen.
Der Tentra Herxxell überlebt als einziger den Absturz seines Raumschiffes und schlägt sich auf der Eiswelt bis zum Wrack der AVEDANA-NAU durch. Hier wird er von den Menschen aufgenommen und kämpft die nächsten Jahre mit ihnen gemeinsam ums Überleben.

Rainer Schorm teilt den Plot in drei zunächst unabhängige Handlungsstränge, die er am Ende harmonisch zusammenfügt. Das ist spannend und klug umgesetzt. Wobei mich besonders die Geschichte um den Blues Herxxell und seinen tierischen Begleiter Slam fasziniert hat. In die Wandlung vom verwöhnten Muttersöhnchen zum geläuterten Schiffbrüchigen hat der Autor viel Mühe investiert und die Gefühlswelt des Außerirdischen mir als Leser gut nahegebracht.

Auch die Truppe um Perry Rhodan stolpert auf der Eiswelt Impos (Eric Leyden konnte sich nicht zurückhalten) von einem Wunder ins nächste. Das der Wächter ein Konglomerat aus mehreren Memeter-Bewusstseinen ist, die sich von den Memetern distanzieren, darauf konnte nur ein Eric Leyden kommen, denn es es gibt kaum Hinweise, die diese Theorie stützen. Die reichlich kryptische Botschaft des Wächters hat mich allerdings mehr verwirrt, als das sie mir die Augen geöffnet hat. Wir haben also mit zwei Gruppen von Memetern zu tun, die einen die eine universelle Katastrophe verhindern möchten, es aber nicht können und die anderen die … ja was eigentlich. Noch ist nicht klar, was die Memeter mit der Entführung der Menschheit im Sinn haben. Ich hoffe, dass dies in den nächsten Romanen aufgeklärt wird.

So gar nicht klar kam ich mit der AVEDANA-NAU. Die Handlung orientiert sich ein wenig an dem Film »Passengers« und ist nicht unspannend, aber ich hatte dabei immer die Schiffsdimensionen im Hinterkopf. Ein Raumschiff von zwölf Kilometern Länge macht eine Bruchlandung auf dem Planeten und bricht dabei nicht auseinander? Man stelle sich ein zwölf Kilometer langes Gebäude vor, dessen Statik schon im Ruhezustand enormen Belastungen ausgesetzt sein müsste. Da die Schiffsysteme der Arche ausgefallen zu sein scheinen, existieren anscheinend auch keine stabilisierenden Kraft- und Antigrav-Felder mehr – zumindest wird dies nicht angesprochen. Egal wie stabil die Schiffshülle ist, der Schwerkraft und vor allem den Kreellablagerungen kann sie auf Dauer nicht trotzen. Ich möchte gar nicht wissen, wie das Schiff wieder in den Weltraum gebracht werden soll. Dazu müssen die Expokraten ganz tief in die Trickkiste greifen und das sollte eigentlich nicht so sein. Auch die handelnden Charaktere bleiben mir bis zum Schluss rätselhaft. Wieso gibt es bei den hochentwickelten Memetern niedrige Ränge? Das zeugt mir nicht von großer intellektueller Reife, schließlich sollte die Funktion eines Schiffs in Extremsituationen auch von einzelnen Personen gesteuert werden können. Wozu braucht es eine Figur wie Mama Suk, und in welcher Beziehung steht die alte Frau zu dem Journalisten? Fragen, auf die ich in den nächsten Bänden hoffentlich eine Antwort komme.

»Der Moloch« ist ein guter Roman von Rainer Schorm, der zumindest in einem Handlungsstrang bewiesen hat, dass er nicht nur über Technik schreiben kann, sondern auch eine intensive Figurencharakterisierung abzuliefern vermag. Die Physik wird wieder einmal bis aufs Äußerste gedehnt, was mich persönlich nicht so richtig überzeugen konnte. Für die Handlungsentwicklung des Zyklus‘ und der Serie ist der Roman aber durchaus wichtig und lesenswert.

Ein halber Con ist besser als gar kein Con

www.2018.Garching-Con.net

Nachdem es mir am Sonntag wieder besser ging, wollte ich wenigsten noch ein bisschen vom GarchingCon mitbekommen. Ich ließ mich also von meinem Mann auf dem Weg nach Ulm in Trudering absetzen.

Während mein Mann ausgiebigst unser neues Auto testete, konnte ich mit Autoren, meinen Kollegen aus der SOL-Redaktion und vielen Foristen schwatzen. Auch wenn am Sonntagvormittag bereits viele abreisten, traf ich viele bekannte Gesichter. So durfte ich ein längeres Gespräch mit Rüdiger Schäfer über die NEO-Serie führen. NEO-Band 200 ist sicher. Über die Zeit danach wird im Verlag noch verhandelt werden müssen. Die überraschendste Info für mich war, dass zwei NEO-Autoren im Herbst Eltern werden. Es darf sich jeder selbst ausmalen, wen es betrifft. Ich konnte der werdenden Mutter und dem werdenden Papa am Nachmittag noch persönlich gratulieren. Und wenn ich mich nicht getäuscht habe, ist noch eine PERRY RHODAN-Autorin guter Hoffnung. Die PR-Redaktion wird sich freuen, da ist für Autorennachwuchs gesorgt.

Den Stand der PRFZ haben wir um 12 Uhr geschlossen und bis 13 Uhr abgebaut. So gut wie beim vergangenen GarchingCon waren die Geschäfte nicht gelaufen, aber darüber klagten fast alle Händler, die ins obere Stockwerk verbannt worden waren.

Am Nachmittag nahm ich am Programmpunkt von Wim Vandmaan teil, in dem er sehr viele Worte über Kurs 3000 sprach und dennoch wenig sagte. Nach einer Dreiviertelstunde wurde es mir im Saal aber zu heiß, der Schweiß lief mir den Rücken herab und die Luft war auch nicht die beste. Draußen im Biergarten warteten nette Gespräche mit den Haensels, Uwe Anton sowie weiteren Autoren und Fans. Bis es um halb vier noch einmal alle in den großen Saal zur Verabschiedung zog. Wim Vandemaan, Hubert Hansel und Uwe Anton enterten nach dem Schlusswort von Moderator Stefan Friedrich die Bühne und bedankten sich im Namen aller Autoren für die Einladung zu dem gelungenen Con.

Anzumerken ist noch das umfangreiche Conbuch, welches wieder Ekkehardt Brux zusammengestellt hat. Die 168 Seiten sind gefüllt mit interessanten Themen, tollen Kurzgeschichten und schönen Abbildungen. Sobald ich es durchgelesen habe, werde ich es an dieser Stelle besprechen.

Die Con-Profis vom PERRY RHODAN-Stammtisch »Ernst Ellert« haben wieder viel Mühe und Zeit investiert, um einen gelungenen Event auf die Bühne zu stellen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der GarchingCon 11 in Trudering war vielleicht nicht so groß und hatte nicht ganz so viele Ehrengäste wie die vergangenen Cons, zählt aber trotzdem zu dem Großereignis im PERRY RHODAN-Jahr.

Fotos habe ich leider nicht gemacht, dafür war ich viel zu sehr mit Reden beschäftigt. Aber mein SOL-Redaktionskollege Norbert Fiks hat auf seinem Blog bereits ein paar Eindrücke aus Trudering gepostet. Außerdem sei auf den Blog von Volker Hoff und die Twitter-Timeline vom Heftehaufen (Martin Ingenhoven) verwiesen.

Kein Confeeling

Eigentlich müsste ich heute auf dem GarchingCon hinter dem Stand der PRFZ schwitzen oder mich mit Fans und Autoren der PR-Serie austauschen. Stattdessen liege ich mit Kamillentee auf der Couch, bastle Perry-Schneekugeln und achte darauf, dass der Weg zur Toilette möglichst frei ist. Dumm, sehr dumm sogar. Ausgerechnet zum wichtigsten Event der PR-Fanszene leide ich unter einer Darmentzündung.

Zumindest war ich gestern vor Ort, um die Sachen zum Stand zu bringen und meinen Programmpunkt mit der PRFZ zu absolvieren. Es war heiß, mir war den ganzen Tag über schlecht und die Tatsache, das die Fantische im ersten Stock in einem Raum sind, hat mir nicht zu einer besseren Laune verholfen. Dabei ist es eigentlich nicht so schlimm, wenn ich die Programmpunkte verpasse, schließlich wird es wieder eine DVD geben. Was mir leid tut, ist die Kommunikation mit den Fans. Hier bekommen die Namen und Forennamen endlich ein Gesicht, man lernt die Leute kennen, mit denen man sonst nur E-Mails austauscht oder Forenthreads.

Statt Confeeling also Bauchweh. Das Leben kann schon manchmal gemein sein.

Auf dem richtigen Pfad

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 174 – »Der Pfad den Auloren« von Kai Hirdt

Von seinem Bett in der Medostation aus, erzählt Tuire Sitareh seinem Freund Perry Rhodan, was ihm in der vergangenen Monaten zugestoßen ist. Wie er auf Multidon den Menschen zur Flucht verhalf, indem er als Meister der Insel auftrat … wie er in einem Situativ fliehen konnte und wie er auf den Geist des toten Meisters Kolin-Uns traf. Er berichtet von Thaynar seinem geistigen Begleiter, von seiner Abhängigkeit vom Memeteranzug, von den beiden sich ständig streitenden Stimmen in seinem Kopf. Zu denen sich schließlich noch die Stimme des Meisters gesellt, als dieser die Kontrolle über den Memeteranzug übernimmt.
Und er erzählt von seiner Vergangenheit, Erinnerungen an Liebe, Schuld und Verzweiflung, die ihm der Memeteranzug schenkte.
Seine Reise durch den Sonnentransmitter endet genauso wie die von Perry Rhodan in der Eastside der Milchstrasse. Mit ihm unterwegs ist Kolin-Uns. Als er erfährt, das der Imperator Regnal-Orton tot und das Imperium der Arkoniden gefallen ist, versucht er mittels der Blues das totalitäre System der MdI in der Milchstraße zu etablieren. Tuire kann ihn nur aufhalten, indem er sich selbst opfert. Und das tut er gern, denn er weiß jetzt, wer er ist: Der Schlächter von Ul (Taui).

Ich gebe zu, dass mich selten ein NEO-Roman so gefesselt hat, wie die Erzählung über Tuire Sitareh. Hier stimmt jedes Detail. Die vielen Puzzleteile, die man bisher über den Auloren sammeln konnte, ergeben plötzlich ein Bild. Aus dem geheimnisvollen Fremden wird endgültig ein Charakter, der dem Leser ans Herz wächst und dem man bedingungslos folgen möchte.

Kai Hirdt hat sich mit diesem Roman als Autor erneut gesteigert. Er beweist, dass es nicht viel Action und viele Erzählperspektiven braucht, um eine lebendige Geschichte zu erzählen. Die gut strukturierte Handlung wartet mit einigen Überraschungen auf. Das ist zwar keine Hard SF mehr, aber in diesem Fall hat mich das nicht gestört, weil es stimmig war.

Die Figur des Tuire Sitareh in die NEO-Handlung einzuführen, war ein kühner Schachzug der Expokraten. Einer, der sich vor allem jetzt auszahlt, wenn sich die Handlungsfäden verdichten und so langsam zu einem Muster verwoben werden. Wenn das weiterhin so konsequent und intelligent fortgesetzt wird, so stehen den NEO-Lesern noch spannende Romane bevor.

Fazit: »Der Pfad des Auloren« ist ein toller Roman, atemberaubend zu lesen und mit einer Menge Querverweisen gespickt, die das Große und Ganze des NEOversums Gestalt werden lassen. Absolute Leseempfehlung von mir.

Sie durchsuchen gerade die Kategorie Perry Rhodan .