Schönes Weltraumbuch für Kinder

Wenn ich ein besonders schönes Buch sehe, kann ich selten daran vorbeigehen, ohne es zu kaufen.

Das ging mir am Wochenende in Bad Reichenhall nicht anders. Als wir an der Buchhandlung Rupprecht vorbeigingen, entdeckte ich im Schaufenster viele Bücher über Astronomie und Weltraum. Unteranderem gab es da ein großes dickes Buch mit Goldschnitt und goldenen Verzierungen über Sterne. Da konnte ich echt nicht widerstehen. Ich war offenbar nicht die einzige, denn es stellte sich heraus, dass das Buch im Schaufenster das letzte Exemplar war. Die Verkäuferin ist extra wegen mir ins Schaufenster gekrochen und hat das Buch geholt.

Nun liegt es vor mir und ich kann mich an den Bildern und der Aufmachung nicht sattsehen. Gut, es ist für Kinder gemacht und die meisten Informationen aus dem Inhalt kenne ich in- und auswendig, aber es gab doch ein paar Kleinigkeiten, die ich nicht gewusst habe. So zum Beispiel, dass alle Planeten zusammengeschoben, genau die Entfernung zwischen Erde und Mond ausfüllen. Oder dass der Saturnmond Iapetus wie ein Kugelraumer mit Ringwulst aussieht. Das hat mich überrascht.

Die meisten Fotos im Buch sind Aufnahmen des Hubble-Teleskops, dazu kommen schöne Illustrationen, die (welch Wohltat) nicht von einer KI stammen, sondern von zwei Illustratorinnen. Wer auf der Suche nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk für ein Kind ist, macht mit dem Buch keinen Fehler. Es ist die 26 Euro auf alle Fälle wert. Und vielleicht weckt man damit ja das Interesse eines Kinds für die Astronomie. Bei mir hätte das bestimmt funktioniert.

Wer mal in Bad Reichenhall ist, sollte unbedingt in die Buchhandlung Rupprecht gehen, die haben eine tolle Auswahl an Büchern und kümmern sich sehr um ihre Kunden.

Perry’s Eleven

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 386 – »Sammler der Kuriositäten« von Antares Bottlinger

Um ihrer Tochter Nathalie zu helfen, benötigen Perry Rhodan und seine Frau Thora die Hilfe von Atlans Sohn Eric Weidenburn, zu dem sie aber nur vordringen können, wenn sie ein anderes Artefakt auftreiben.
Ihre Suche nach einem Artefakt führt sie auf den Planeten Agemas im Kugelsternhaufen M13. Dieser Planet wird seit kurzem von schweren tektonischen Erschütterungen heimgesucht. Sie brechen bei einem Kuriositätensammler ein und klauen das Artefakt, doch kaum sind sie zur TERRANIA II zurückgekehrt, bewegt sich das Artefakt eigenständig an seinen Ausgangsort zurück.
Dao-Lin-H’ay schlägt vor, den geheimnisvollen Veiyerdal um Hilfe zu bitte, da er sich offenbar mit den Artefakten auskennt. Mit seiner Hilfe gelingt der Diebstahl. Der Abtransport des Artefakts durch die Menschen geschieht gerade noch rechtzeitig, bevor ein Vulkan die Gegend um das Anwesen des Kuriositätensammlers unter Lava begräbt und tausende Arkoniden in Gefahr bringt. Der Ausbruch wurde durch die Anwesenheit des Artefakts ausgelöst.

Wenn im Abspann des Romans nicht auf den Inhalt des Romans eingegangen wird, wirft das in der Regel kein gutes Licht auf die Handlung. Die Geschichte rund um Perry und Co ist in der Tat etwas dürftig und stellenweise auch nicht nachvollziehbar.

Den Roman rettet die Nebenhandlung, die deutlich spannender ist und das Leben der Arkoniden auf einem paradiesischen Planeten zeigt, der von lauter superreichen Touristen heimgesucht wird. Es stecken viele gute Ideen in der Story aber auch eine Vielzahl an Klischees, dennoch spiegelt sie parallele Entwicklungen aus unserer Wirklichkeit gekonnt wieder. Das hätte sich genauso gut auf La Palma abspielen können. Korrupte Politiker und rücksichtslose Superreiche auf der einen Seite sowie die arbeitende Bevölkerung als Leidtragende auf der anderen Seite, ergibt ein in sich stimmiges Bild. Die sympathischen Charaktere und die bodenständige Geschichte sind ein großer Pluspunkt für den Roman.

Dagegen wirken Perry und seine Begleiter »out of character« wie man so schön sagt. Der moralisch überlegene Perry Rhodan bricht in eine Millardärsvilla ein und entwendet das Eigentum eines anderen ohne auch nur ein einziges Mal über eine Alternative zu dem Diebstahl nachzudenken. Er versucht es nicht mal. Erst beim zweiten Versuch wird zumindest ein Grund geliefert, warum es notwendig ist, das Artefakt zu entfernen, da es den Vulkan ausbrechen lässt. Gucky und Dao spielen Taxi, wobei sie mal erschöpft und mal weniger erschöpft sind. Jedenfalls waren sie immer dann fit, wenn sie gebraucht wurden, was der Geschichte die Spannung genommen hat. Dao erschien mir zudem etwas zu kratzbürstig zu sein. Und über den Maahk als Sicherheitschef reden wir lieber nicht.

Das Auftauchen von Veiyerdal war für mich die größte Überraschung. Er war es, der Nathalie angegriffen und mit ihr verschwunden ist. Und keiner, weder Dao, die dabei gewesen ist, noch Perry, dem Dao es erzählt hat, kommt auf die Idee, Veiyerdal nach Nathalie zu fragen. Also irgendwie war das für mich nicht schlüssig. Ich hätte eher gedacht, man wendet sich an Prospektor Lee Norskwod. Veiyerdal erschien mir nach den vergangenen Romanen eher der geheimnisvolle Bösewicht zu sein.

Davon abgesehen, dass man Reginald Bull erstmal wieder auf der Erde geparkt hat und Atlan sich von seinem Kryoschlaf erholen muss – seltsam für einen Zeitträger – fand ich das schnelle hin- und herfliegen zwischen Milchstraße und M13 schon in den vergangenen Romanen unglaubwürdig. Hier wieder. M13 ist 23.000 Lichtjahre entfernt. Früher drehten sich ganze Staffeln nur um den Flug dorthin. In der Zeit der Symaios war es unmöglich M13 zu erreichen und nun reicht ein Fingerschnipsen der Autoren und schon ist man da. Hm!

»Sammler der Kuriositäten« ist ein schwacher NEO mit einer guten Nebenhandlung. Dieser Roman beweist, dass ein guter Autor nicht zwingend auch ein guter NEO-Autor sein muss.

Von Katzen und hohen Mächten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 385 – »Das Erbe der Kartanin« von Rüdiger Schäfer

Das Tor zum Larengranulon steht offen. Das Volk des Konzils der Sieben startet seine Invasion des Einsteinuniversums am Vela-Pulsar in der Milchstraße. Trotz diverser Anpassungsschwierigkeiten der Larischen SVE-Raumer droht den Terraner eine verheerende Niederlage gegen die Larenflotte. Da hilft auch nicht die Unterstützung ihrer Verbündeten, den Arkoniden und den Akonen. In buchstäblich letzter Sekunde greifen die Posbis in den Konflikt ein und schließen vorerst die Transgranulare Schwelle. Es wird sich zeigen für wie lange.
Durch die Erzählung der Erlebnisse von Dao-Lin-H’ay und Nathalie Rhodan da Zoltral erfährt Perry Rhodan, dass die Artefakte eine zentrale Ursache für den Einfall der Laren in die Milchstraße darstellen. Doch der Ursprung dafür könnte noch viel weiter zurückliegen und viel tiefer gehen, als es sich selbst das Konzil der Sieben jemals vorstellen könnte – im Subkosmischen Kontinuum.

Okay! Jetzt sind wir bei Thez angelangt. Das war mein erster Gedanke, als die Schwestern der Tiefe ihre Theorie des Subkosmischen Kontinuum vorgestellt haben. Dies existiert noch unterhalb (oder oberhalb) des Quantenraums und hier sollen die Entscheidung getroffen werden, welche der Quantenrealitäten Wirklichkeit werden. Es ist also doch nicht alles Zufall im Quantenraum. So habe ich das zumindest verstanden. Eigentlich wollte man bei NEO auf das Zwiebelschalenmodell verzichten, aber offensichtlich kommt man auch bei dieser Serie nicht daran vorbei, um die Geschehnisse irgendwie plausibel zu erklären.

Rüdiger Schäfer liefert in der Haupthandlung des Romans eine gigantische Weltraumschlacht und lässt seine Protagonisten an der Irrsinnigkeit dieses Unterfangens verzweifeln. Es ist schwer, nicht die Moral zu verlieren, wenn man derartig angegriffen wird. Auch ein Perry Rhodan muss einsehen, dass manchmal der Angriff die beste Verteidigung ist.

Im zweiten Handlungsstrang erfahren wir mehr über die Kartanin Dao-Lin-H’ay. Ihrem Schicksal widmete der Autor bereits mindestens drei Romane in denen er ihren Lebensweg und ihre Beziehung zu Nathalie Rhodan beschreibt. Er führt das in diesem Roman konsequent fort und wirft dabei etwas Licht auf die Artefakte und ihre Herkunft. Ich erfahre zudem, wie Nathalie verschwunden ist und warum es so wichtig ist, die Träne der Sterne zu finden.

Am Ende sind sich alle einig, dass man Eric Weidenburn finden muss, um mehr über die Artefakte und ihre Wirkung zu erfahren.

»Das Erbe der Kartanin« erklärt ein wenig die Hintergründe zu den Artefakten, ergeht sich aber zu sehr in philosophischen Betrachtungen über Moral und Wissenschaft, als dass mich die Romanhandlung wirklich fesseln konnte. Und nein, bei diesem Rüdiger Schäfer-Roman musste ich nicht ein einziges Mal weinen.

Das Ganglion

Der Arzt hielt mir mit der Pinzette das Haselnussgroße Stück Gewebe hin und sagte: »Schauen Sie, es ist ein Junge. Wollen Sie ihn mitnehmen?«

Ich musste schmunzeln, obwohl mir momentan nicht danach war. Mein halber Fuß war betäubt. Ich war noch immer aufgeregt. Die OP war notwendig, weil mir seit Monaten der rechte Zeh schmerzte, wenn ich geschlossene Schuhe anhatte. Die Hausärztin hatte mich an den Orthopäden überwiesen und bei dem hatte ich relativ schnell einen Termin bekommen. Sehr zu meiner Überraschung. Nun lag ich da und der Arzt operierte an meiner Zehe herum. Dort hatte sich ein Ganglion gebildet. Das eine deutlich sichtbare Beule an meiner Zehenspitze hinterlassen hatte und empfindlich schmerzte, wenn ich dran kam.

Nun ist es endlich raus. Die Zehe tut noch etwas weh. Morgen muss ich nochmal zum Verbandswechsel und danach habe ich es hoffentlich überstanden. Witzig finde ich den Spruch des Arztes immer noch. Ich ärgere mich, dass ich ihm nicht geantwortet habe, dass ich lieber ein Mädchen gehabt hätte.

Kurioser Wunschzettel

Durch den Tod meines Vaters musste ich in letzter Zeit in alten Unterlagen kramen. Dabei stieß ich auf so manches kuriose Fundstück. Zum Beispiel einen Wunschzettel für den Weihnachtsmann, den ich irgendwann mit sieben oder acht Jahren geschrieben haben muss. Man beachte, dass ich sogar ein Feld für Rückantworten eingefügt habe. Ich kann mich tatsächlich noch erinnern, wie ich ihn im Wohnzimmer von innen an die Scheibe geklebt habe. Mir war aber nicht bewusst, dass meine Eltern ihn über all die Jahrzehnte aufgehoben hat.

Beachtenswert sind weder der Schlafanzug noch die dringend benötigte Federmappe. Nein, spannend finde ich das Gewehr. Ich war damals durch die Karl-May-Verfilmungen besessen von Cowboys und Indianern. Und zur Ausstattung eines Cowboys gehört nun mal ein Gewehr. Ich besaß übrigens auch einen Bogen, mit dem ich im Wochenendhaus immer Schießübungen veranstaltete.

Eine Pistole besaß ich auch. Die kauften mir meine Eltern mal, als wir an der Ostsee auf einem Markt in Polen waren. Damals konnte man noch mit einem Tagesvisum über die Grenze. Wir waren in einem Ferienheim vom Betrieb, in dem mein Vater gearbeitet hat. Und wir waren eine ganze Truppe Kinder, alles Jun, nur ich als einziges Mädchen. Jeder bekam an diesem Tag eine Pistole, die man mit Knallplättchen füllen und mit denen man dann richtig Krach machen konnte.

Kinder und Waffen! Da schlagen Pädagogen heutzutage die Hände über den Kopf zusammen. Ich kann nur von mir sprechen, dass es, obwohl ich so jung war, mir offenbar nicht geschadet hat. Ich habe bisher niemanden erschossen und stehe heute eher auf der Seite der Pazifisten. Ich könnte weder Mensch noch Tier etwas zu leide tun.

Zurück zum Wunschzettel. Die Schlittschuhe habe ich leider nie bekommen, auch wenn ich sie jedes Jahr auf den Wunschzettel geschrieben habe. Die habe ich mir dann erst im Studium selbst gekauft. Bei der Federmappe und dem Schlafanzug bin ich mir nicht sicher, ob ich sie bekommen habe, aber den Springball (aus dem Intershop) und das Spielzeuggewehr besitze ich heute noch.

Ein Tipi hatte ich auch und eine Turnstange aus verzinktem Wasserrohr.

Zurück aus der Kälte

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 384 – »Der Macht zu nah« von Kai Hirdt

Atlan da Gonozal erwacht aus sem Kryotank und greift seine Freunde an Bord der TERRANIA II an. Warum, erfahren sie, als der Arkonide ihnen erzählt, wie es ihm in den vergangenen Jahren ergangen ist. Auf der Suche nach seinem Sohn Eric Weidenburn reiste er bis in den Kugelsternhaufen M 13, wo er jedem Hinweis nachging. Die Spur führte ihn zur Taryshsippe der Mehandor. Diese Sippe arbeitet verdeckt und scheint mit echten Artefakten zu handeln. Im Hintergrund agiert dort der Terraner Lee Norskwod. Der Empfänger der Artefakte ist ein mysteriöser schwarzhaariger Arkonide namens Varek da Sharib, der Experimente mit den hyperphysikalischen Objekten anstellt.
Atlan und die Besatzung der TERRANIA II versuchen das Rätsel zu lüften, wie die Artefakte, die Mehandor, Eric Weidenburn und der entartete Raum zusammenhängen, da erhalten sie die dramatische Nachricht, dass eine Invasionsflotte aus dem Granulon der Laren ausgebrochen ist und die Milchstraße und ihre Völker bedroht.

Man muss es ihm lassen, Kai Hirdt weiß, wie man Dialoge und Geschichten so schreibt, dass man das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Und das funktioniert sogar, wenn er seine Figuren nur erzählen lässt, was sie erlebt haben.

In diesem Roman ist das neben Atlan der ehemalige Prospektor Lee Norskwod. Der vom armen Prospektor zum Großindustriellen mutierte Terraner hat durch den Kontakt mit der »Träne der Sterne«, einen großen Plan, den er still und heimlich verfolgt. Jeden von dem er denkt, er könne bei der Verwirklichung seines Plans helfen, macht er zu seinem Verbündeten. Lässt ihn aber auch schnell wieder fallen, wenn es seinem Plan zuwiderläuft.

Sowohl durch Atlan als auch durch Norskwods Erzähliungen fügen sich die Puzzlteile dieser Staffel nach und nach zusammen. Das ist gut gemacht, denn anscheinend unbedeutende Ereignisse aus den ersten vier Romanen werden plötzlich relevant und erscheinen in anderem Licht. Andererseits werden in diesem Roman aber neue Baustellen eröffnet, von denen ich nicht weiß, ob und wie sie die nächsten Romane beherrschen werden. Ich befürchte, dass man sich im zweiten Teil der Staffel mal wieder verzettelt – es wäre nicht das erste Mal – lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

Meine Spekulation ist ja, dass die Laren die Artefakte in den Einsteinraum geschickt haben, um die Barriere zwischen ihrem Granulon und dem Universum der Menschen zu überwinden und es gleichzeitig ihren Lebensbedingungen anzugleichen.

»Der Macht zu nah« ist ein ausgesprochen spannender Roman, obwohl er eigentlich nur zwei Geschichten im Zeitraffer erzählt.

Alles andere als abgründig

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 383 – »Spur in den Abgrund« von Stefan Pannor

Perry Rhodan, Thora Rhodan da Zoltral, Reginald Bull und Gucky sowie Dao-Lin-H’ay reisen auf die Freihandelswelt Lepso um ein Artefakt zu erwerben, dass ihnen den Zugang zum Taschalonsystem ermöglichen soll. Auf Lepso stoßen sie auf Märkte voller Fälschungen, hinterlistige Betrüger und auf erschreckende soziale Missstände. Die Stadt Orbana ist an der Oberfläche ein glitzerndes Juwel, doch unterhalb in der Tiefe eines alten Meteroidenkraters tut sich ein Abgrund auf und das nicht nur im wörtlichen Sinn.
Reginald Bull steigt in diese Tiefe und entdeckt ein System, dass auf illegale Geschäfte, geduldete Kriminalität und Ausbeutung beruht. Je tiefer die Etage, desto erbärmlicher das Leben der Bewohner. Doch seine Suche nach einem echten Artefakt bleibt erfolglos. Genauso ergeht es Thora und Perry an der Oberfläche. Das einzige was sie herausfinden ist, dass eine Mehandorsippe den Artefaktenhandel übernehmen will. In einem ihrer Lagerhäuser espert Gucky ein bekanntes Bewusstsein. Kann aber nicht sagen, wer es ist.
Vor Ort finden sie einen Kryotank, dessen Inhalt sowohl für die Mehandor als auch für einen mysteriösen schwarzhaarigen Arkoniden ein höchst wertvolles Gut darstellt. Perry und Co verfolgen heimlich den Weg des Tanks und können die Mehandor mit einem Bluff davon überzeugen, die Empfänger der Lieferung zu sein. Statt des schwarzhaarigen Arkoniden nimmt die TERRANIA II den Kryotank an Bord. Als man ihn öffnet, findet man den seit Jahren verschollenen Atlan da Gonozal.

Wie schon Ruben Wickenhäuser im Vorgängerroman zeigt uns Stefan Pannor die Gesellschaft eines fremden Planeten. Dabei kann das Leben auf der Handelswelt Lepso im Gegensatz zu Arkon I unterschiedlicher nicht sein. Der Autor erzählt dies mittels der Diebin Ssonja Arnon, die auf ihre Art unsterblich ist. Wird sie getötet, wacht sie immer wieder auf. Deshalb ist sie für das gefährliche Leben in der Unterwelt der Stadt Orbana wie geschaffen. Dort unten dominieren Armut und Verbrechen, Dreck und Gestank aber auch Hoffnung. Mir hat es unheimlich gut gefallen, wie es Stefan Pannor gelingt, diese Hoffnung darzustellen.

Die Storyhandlung in Orbana und dessen Unterstadt allein hätte mir gereicht. Die Geschichte um den Kryotank und Perry Rhodans Jagd nach diesem Tank am Ende des Romans, wirkte für mich aufgesetzt. Auch wenn es gut erzählt ist, es gehört nicht zu der Geschichte und fühlt sich wie ein Fremdkörper an. Das Atlan dem Kryotank entsteigt, war keine Überraschung, war der Arkonide doch schon auf dem Titelbild des Folgeromans zu sehen. Insofern bin ich mir nicht sicher, ob das Titelbild von Band 384 eine so gute Wahl gewesen ist, und ob es nicht besser gewesen wäre, die Jagd nach dem Tank lieber in Band 384 zu erzählen.

Die Geschichten abseits der Artefaktsuche haben mir bisher in dieser Staffel am besten gefallen. Mit dem Rest werde ich noch nicht so richtig warm. Aber »Spur in den Abgrund« fand ich absolut lesenswert.

Rasanter Politthriller auf Arkon

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 382 – »Der getäuschte Celista« von Ruben Wickenhäuser

Thora Rhodan da Zoltral reist nach Arkon, um mehr über die geheimnisvolle Geisterflotte und die Räuber des Artefakts herauszufinden, welches sie benötigt, um ihrer in Not geratenen Tochter zu helfen. Sie muss mit Pero Yulaf zusammenarbeiten, dem Berater des Präsidenten der Republik Arkon, der Thora wegen ihrer adligen Herkunft verabscheut.
Bei ihrer Suche werden sie von unbekannten Söldnern angegriffen und von dem jungen Celista, Menzun da Orcast, gerettet. Zusammen mit ihm findet Thora heraus, dass die arkonidischen Adelshäuser, das alte Imperium neu errichten wollen, aber nicht hinter den Angriffen der Geisterflotte und dem Raub der Artefakte stecken. Doch als da Orcast herausfindet, dass Thora als Essoya geboren wurde und keine blutreine Adlige ist, wendet er sich gegen sie.
Währenddessen entdeckt Pero Yulaf Hinweise auf die Händlersippen der Mehandor und mehrere sonderbare Raumregionen im Sternenhaufen M13. Er will mit Thoras Leka-Disk auf eigene Faust losziehen, um herauszufinden, was dort vor sich geht. Doch zuvor rettet er Thora noch vor Menzun da Orcast, der die Hochstaplerin Thora am liebsten tot sehen möchte.
Thora und Yulaf flüchten vor ihm in eine der genannten Raumregionen in der sie tatsächlich auf Mehandor treffen, bevor die Raumzeit um sie herum verrückt spielt und sie dort festsitzen. Sie geraten in tödliche Gefahr, aus der Dao-Lin-H’ay sie rettet. Denn Menzun da Orcast ist ihnen gefolgt und greift ihre Leka-Disk an. Aber er kommt dabei ums Leben.

Dieser vielschichtige Politthriller von Ruben Wickenhäuser hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Die politischen Ränkespiele, die Bürokratie, die Unzulänglichkeiten mit der die junge arkonidische Republik zu kämpfen hat, sind aus unserer Wirklichkeit entliehen. Da weiß offensichtlich jemand genau, von was er schreibt.

Der Autor lässt mir zudem als Leserin keine Pause zum verschnaufen. Ständig ist jemand auf der Flucht, oder es wird gekämpft. Dazu kommen unglaublich detaillierte Beschreibung der arkonidischen Kultur und Landschaft. Zwar blickte ich gegen Ende des Romans bei den vielen Namen nicht mehr ganz durch, aber das tat dem Lesespaß keinen Abbruch.

Das einzig Unrealistische, was ich anmerken möchte ist: Die Revolution ist mehr als dreihundert irdische Jahre her und dennoch tun die Arkoniden so, als wären es nur wenige Jahre. Wenn ich überlege, die französische Revolution ist nicht mal 240 Jahre her, und ich sehe nicht, dass der französische Adel nach der Macht strebt. Im Gegenteil, der ist kaum noch existent. Selbst wenn die Entwicklung und der Umbau der Gesellschaft auf Arkon vielleicht langsamer vonstatten ging, aber die Auswirkungen der Symaios und die Jahrzehnte danach, sollten doch spürbare Veränderungen in der Gesellschaft hervorgerufen haben.

»Der getäuschte Celista« ist ein NEO-Roman ganz nach meinem Geschmack. Genau wegen solcher Romane lese ich PERRY RHODAN NEO.

Die KI füttern

Ich habe in den letzten Monaten häufig darüber nachgedacht, ob sich mein Blog hier eigentlich noch lohnt. Gibt es noch Leute, die es interessiert, was ich hier schreibe, oder füttere ich nur noch die KI mit kostenlosem Content?

Anfang des Jahres gingen die Zugriffszahlen meines Blogs durch die Decke. Da freut man sich zunächst, doch irgendwann wurde mir das unheimlich und ich habe mal geschaut, wer da wann von wo auf die Seiten zugreift. Schließlich wurde mir schnell klar, dass es keine realen Personen waren, sondern nur irgendwelche KI Crawler, die den Inhalt meines Blogs ausgelesen haben. Ich habe dann ein größeres WordPress-Update gemacht und ein zusätzliches Plug-In installiert. Seitdem halten sich die Zugriffe in Grenzen. Sie sind immer noch hoch, aber vermutlich muss ich damit leben, dass man die KI Schnüffler nicht mehr los wird.

Die Grundsatzfrage jedoch bleibt: Für wen schreibe ich hier?

Nach dem Tod meines Vaters hatte ich schon daran gedacht, ganz mit dem Bloggen aufzuhören. Doch dann hat mir gerade das Schreiben seines Nachrufs geholfen wieder runterzukommen. Es war irgendwie befreiend und beruhigend zugleich. Die Tage zuvor war ich unruhig, aufgekratzt und nervös. Nachts fand ich keinen Schlaf und tagsüber war ich wie aufgedreht. Nachdem ich den Blogeintrag geschrieben hatte, konnte ich das erste mal wieder eine Nacht durchschlafen.

Ich habe das Schreiben schon immer als Therapie gesehen. Es hat mir bereits in jungen Jahren sehr geholfen, es hat mir die Einsamkeit erleichtert und so manchen Liebeskummer geheilt. Wenn mich Dinge beschäftigen, dann hilft es mir, darüber zu schreiben. Das habe ich in den vergangenen Monaten zeitlich einfach nicht mehr geschafft und das merke ich nun. Obwohl ich regelmäßig E-Mails und Artikel für die PRFZ geschrieben habe, oder meine Kolumne für die PERRY RHODAN-Serie, stelle ich fest, ich muss wieder mehr schreiben und zwar für mich selbst. Ob das allerdings für den Blog hier sein wird, oder ob ich mal wieder eine längere Geschichte schreiben werde, weiß ich noch nicht.

Sollen die KIs meinetwegen hier mitlesen. Bei meinen Tippfehlern und der mangelhaften Zeichensetzung lernen sie vielleicht ein paar Fehler mehr zu machen.