Christinas Multiversum

Ansichten, Rezensionen, Kommentare

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Von der Schlossruine zu den Schlosslichtspielen

Den sonnigen Vormittag nutzen wir in Heidelberg zu einem Spaziergang durch den Schlossgarten. Der Schlossberg ist zwar steil, aber so kurz, dass wir binnen fünf Minuten oben waren. Die ausgedehnte Parkanlage ist kostenlos, wohingegen man für den Besuch des Schlosses und des Schlosshofs Eintritt zahlen muss. Wir verschoben das auf einen späteren Zeitpunkt und bummelten lieber durch den in Terrassen angelegten Schlossgarten, der eine unglaubliche Aussicht auf Heidelberg bietet. Man versteht, warum die Stadt bei Touristen so beliebt ist. Es ist die Lage im engen Flusstal, das sich zu einer weiten Ebene öffnet, die bemerkenswert anmutet.

Für den Abstieg vom Berg nutzen wir einen verschlungenen Waldweg und standen alsbald in der historischen Altstadt. Hier jedoch dominierten wie scheinbar überall in Deutschland Baustellen das Bild. Am Neckar entlang bummelten wir zurück zum Bismarckplatz, von wo uns die Straßenbahn bis zum Hotel zurückbrachte.

Punkt 12 Uhr Mittags starteten wir zur nächsten Etappe unseres Kurzurlaubs. Es ging nach Karlsruhe. Wie immer um diese Jahreszeit. Die Schlosslichtspiele lockten und auch das Treffen mit dem Autor des Totengräber-Tagebuchs.

Überrascht davon, dass die beiden Städte so nahe beieinander liegen, kamen wir schon 40 Minuten später am Hotel AVISA an. Drehten hier aber drei Ehrenrunden, bis wir einen Parkplatz gefunden hatten. Nett, das uns die Dame an der Rezeption anbot, ihr Fahrzeug umzuparken, damit wir einen Stellplatz bekommen. Zum Glück fuhr aber gerade jemand weg. So nah am Bahnhof ist es nicht leicht einen Parkplatz fürs Auto zu bekommen. Ehrlich gesagt, war dies eine meiner größten Sorgen vor der Reise gewesen. Normalerweise reisen wir immer mit dem Zug an.

Nach einer Stärkung in unserem Lieblingscafé »Tante Emma« und einer längeren Ruhepause war es auch schon soweit, in Richtung Marktplatz aufzubrechen. Dort hatten wir uns u.a. mit Volker Langenbein verabredet, dessen »Totengräbers Tagebuch« ich unlängst hier rezensiert habe. Organisiert hat das Treffen Lektor und Mitautor Klaus N. Frick, der ebenfalls vor Ort war.

Es wurde ein lustiger Abend, mit leckerem Essen und spannenden Geschichten. Volker beantwortete mir noch die eine oder anderer Frage, die nach der Lektüre seines Buchs noch übrig geblieben war. Es blieb Zeit für ein Foto und die Signatur des Romans. Volker hatte sich extra auf einem Zettel notiert, was er mir ins Buch schreiben wollte. Das fand ich sehr nett und ich bedanke mich an dieser Stelle nochmal für seine lieben Worte.

Die Vorführung hatte längst begonnen, als wir zum Karlsruher Schloss aufbrachen. Wie immer saßen und standen viele Leute auf dem Platz vor dem Schloss. Leider war es schon so dunkel, dass man es nicht genau schätzen konnte, wie viele es wirklich waren. Mir kam es jedoch so vor, als wären es mehr gewesen, als in den Jahren zuvor.

Die ersten drei Präsentationen hatten wir verpasst, gerade aber begann »300 Fragments« von Maxin10sity, das für die ersten Schlosslichtspiele 2015 entworfen wurde. Es ist immer wieder ein Erlebnis die Show live auf der Fassade des Schlosses zu sehen und nicht nur als Clip bei YouTube. Dieses Mal standen wir ziemlich weit vorn im Schlosshof, also ganz nah dran. Die darauffolgende Präsentation »Noise3« hatten wir in den vergangenen Jahren auch schon gesehen, aber das anschließende »Our only blue One« von Maxin10sity war neu. Es ging um nichts Geringeres als die Geschichte des Universums vom Urknall bis heute, mit einem Ausblick auf die Zukunft. Eigentlich zwei Ausblicken: einem der eine vermüllte Erde zeigt und einem, in dem die Menschen in Harmonie mit der Natur leben, ohne das sie auf Wohlstand und Technik verzichten. Die Show entstand in Zusammenarbeit mit dem KIT (Karlsruher Institut für Technologie) und enthält eindrucksvolle Bilder aus unserem Kosmos.

Kurz bevor wir gingen, projizierte man noch eine Aufnahme von Alexander Gerst auf die Schlossfassade. Bei seiner Rede vom November 2018 von der Internationalen Raumstation an die zukünftigen Generationen – bei denen er sich entschuldigt, dass seine Generation, also wir, die Erde in keinem guten Zustand hinterlassen – bekam ich wiederholt Gänsehaut. Den Astro- oder besser Kosmonauten so überlebensgroß zu sehen, war echt beeindruckend und ein würdevoller Abschluss eines wirklich gelungenen Tages. Danke an alle indirekt Beteiligten!

Das Heidelberger Schloss

Hübsche Häuser neben der Baustelle

Am Neckarufer

Mit Volker Langenbein

Eindrucksvolle Show auf der Schlossfassade

Stadt am Neckar

Heidelberg von oben

Ich gestehe, wenn mich vor einer Woche jemand gefragt hätte, an welchem Fluss Heidelberg liegt, hätte ich erst überlegen müssen. Gestern Nachmittag und heute Vormittag habe ich es mit eigenen Augen nachprüfen dürfen.

Eigentlich wollten wir auf die schwäbische Alb zum Verwandtenbesuch, doch der musste krankheitsbedingt ausfallen. Wir entschlossen uns zu einer spontanen Planänderung. Da weder mein Mann noch ich je in Heidelberg gewesen sind, buchten wir kurzerhand ein Hotelzimmer und fuhren zum Feiertag (in Bayern zumindest) in die Stadt am Neckar.

Es regnete unterwegs und die A8 war ab Ulm ziemlich bevölkert, also fuhren wir über die Bundesstraße nach Ludwigsburg und anschließend über die A81 und die A6 nach Heidelberg. Wir hatten es nicht eilig und sahen so etwas vom schwäbischen Hinterland. Das kann übrigens idyllisch aussehen oder ziemlich industriell, je nachdem wo man entlangfährt. Blühende Landschaften gibt es dort auch nicht überall, wie man vielleicht glaubt. Manch kleiner Ort sah schon etwas heruntergekommen aus. Das erzähle ich hier nur, weil es im allgemeinen heißt, dass Schwabenländle wäre so reich.

In Heidelberg bezogen wir unser Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofs, mit Gleisblick, aber einer unschlagbaren Verkehrsanbindung und Hoteleigenen Parkplätzen. Anschließend fuhren wir mit der Straßenbahn in die Altstadt und bummelten die Hauptstraße entlang. Die ähnelte der Kaufinger Straße in München, die gleichen Geschäfte und genauso viele Touristen. Sie war nur schmäler und die Häuser älter.

Am Kornmarkt tranken wir einen Kaffee und beobachteten wie sich langsam aber bedrohlich der Himmel zuzog. Wir entdeckten die Bergbahn zum Schloß und beschlossen am nächsten Morgen dort hoch zu laufen, oder zu fahren. Dann fuhren wir mit dem Bus zum S-Bahnhof in der Altstadt, weil die Wolken immer mehr und immer dunkler wurden.

Am S-Bahnhof goss es in Strömen, doch als die S-Bahn kam und wir in der Weststadt ausstiegen, schien schon wieder die Sonne. Wir spazierten durch die ruhige Weststadt, entdeckten einen Fußweg, der auf einer ehemaligen Bahnstrecke angelegt worden war und aßen eine Kleinigkeit, bevor wir wieder ins Hotel gingen. Wieder zogen dichte Wolken auf, aus denen vereinzelt Regen fiel. So musste das Abendprogramm ausfallen.

Die Eichhörnchen von Manhattan

Hörnchen in NYC

Wer an Manhattan denkt, hat meist Hochhäuser und Straßen mit gelben Taxis im Kopf. Das es auf der Insel im Herzen New York Citys auch eine quicklebendige Tierwelt gibt, wissen nur diejenigen, die es erlebt haben. Und dabei rede ich nicht von den Mäusen und Ratten, die sich in den U-Bahnschächten tummeln und sich von der Bahnsteigkante gut beobachten lassen. (Das kann man übrigen auch in der Münchner U-Bahn.) Ich meine auch nicht die vielen Seevögel, die die Stadt und die Hafenanlagen bevölkern. Ich meine die Tierwelt in den Parks, dem großen Central Park, sowie den vielen kleineren Grünflächen, die es in der Stadt gibt.

Ich habe dort Waschbären gesehen und natürlich jede Menge Eichhörnchen. Genauer gesagt, das Amerikanische Grauhörnchen. Die sind etwas größer, als die bei uns heimischen Hörnchen und in den USA fast schon sowas wie eine Plage. Zugegeben, eine ziemlich niedliche Plage, wenn sie in den Ästen der Bäume umherspringen, oder auf den Wegen sitzen und die Passanten anbetteln. Die Eichhörnchen Manhattans sind an Menschen gewöhnt und können mitunter ziemlich dreist werden. Die Frechsten unter ihnen klettern einem schon mal die Hosenbeine hoch, wenn sie merken, das man etwas Fressbares in der Hand hält. Nur außerhalb der Innenstadt, beispielsweise in Flushing Meadow, verhalten sie sich noch wie scheue Wildtiere.

Ich war im Winter in NYC und da schlafen die Tiere eigentlich. Da sie jedoch auf Grund der begrenzten Fläche nicht genügend Wintervorräte anlegen können, sind sie in ihren Wachphasen oft am Betteln. Tierschützer haben damals aufgefordert, die Tiere mit Nahrung zu unterstützen. Deshalb hatte ich meist, wenn ich spazieren ging, eine Handvoll Erdnüsse in der Tasche, ungesalzen mit Schale, versteht sich. Das nebenstehende Foto zeigt mich und meine Mutter, wie wir im Januar 1999 im Washington Square Park ein Grauhörnchen füttern.

Das Amerikanische Grauhörnchen wurde übrigens nach England und Italien eingeschleppt und droht inzwischen das Eurasische Eichhörnchen zu verdrängen. Weshalb es in Großbritannien bereits zum Abschuss freigegeben wurde. Da die Tiere robuster sind, mehr Junge bekommen und eine Krankheit übertragen, gegen die das Eurasische Eichhörnchen nicht immun ist, wird es wohl nicht lange dauern, bis es auch bei uns heimisch ist.

Geistergeld

Quelle: gratiscomictag.de

Der Gratis Comic Tag 2019 ist schuld, dass ich nun eine fünf-bändige Reihe mit Graphic Novels im Schrank stehen habe. Die Ausgabe von »Ghost Money«, von der Band 1 – »Die Dame aus Dubai« – im Mai beim Gratis Comic Tag erschien, hat mich schlicht umgehauen. Der Politik-Thriller aus einer nahen Zukunft, ist nicht nur ausdrucksstark gezeichnet ist, sondern die Handlung weist viele spannende Facetten auf.

Die Geschichte spielt in den späten zwanziger Jahren des 21. Jahrhunderts. Hauptpersonen sind zwei junge Frauen. Lindsey ist Studentin in London und wird bei einer Demonstration auf der Flucht vor der Polizei von Chamza gerettet. Die schöne und außerordentlich reiche Frau verbirgt ein Geheimnis, dessen Ausmaß Lindsey nur bedingt erahnen kann und das die unschuldige Frau zunehmend in Gefahr bringt. Denn auch der amerikanische Geheimdienst ist an Chamzas Vermögen interessiert. Eine Bande ehemaliger Marines, die vor Jahrzehnten in Afghanistan gegen die Taliban gekämpft haben, werden auf Chamza angesetzt. Während sich Lindsey und Chamza dem Glanz des globalen Jet-Sets hingeben und Chamza sich in den Emir el Nur verliebt, sind ihnen die Männer vom Geheimdienst immer auf der Spur. Sie vermuten das Chamzas Geld aus dem Schatz der Taliban stammt, die kurz vor den Anschlägen vom 11. September 2001 an der Börse auf fallende Kurse gesetzt und nach dem Fall des World Trade Centers viel Geld verdient haben. Am Ende des ersten Bandes nehmen sie Chamza gefangen und setzen ihr heimlich einen Kamerachip ins Auge ein, so das sie fortan genau wissen, wo sie sich aufhält und mit wem sie redet. Doch das ist nur der Anfang der spannenden Geschichte um Verrat, Terror und die Freundschaft zwischen den beiden Frauen.

Die Handlung mäandert durch die fünf Bände. Es werden falsche Fährten gelegt und unerwartete Wendungen eingestrickt. Immer fragt man sich, aus welcher Richtung Gefahr für die jungen Frauen droht und wer mit wem unter einer Decke steckt. Die Antagonisten wechseln häufig von der bösen zur guten Seite und wieder zurück. So wissen Lindsey, Chamza und auch der Leser nie, wen man trauen darf. Erst kurz vor Schluss erfährt Lindsey, woher das Vermögen von Chamza tatsächlich stammt. Dazwischen wird ein komplexes Zusammenspiel von Geheimdiensten, Regierungen und Wirtschaftsunternehmen aufgedeckt. Am Ende steht die Welt vor einer unerwarteten Katastrophe. Es ist ein Ende, das man so nicht erwartet hat, obwohl es sich vorher ankündigt.

Der Szenerist Thierry Smolderen und der Zeichner Dominique Bertail haben visionären Weitblick bewiesen, als sie die Geschichte 2008 starteten. Denn die von ihnen beschriebene Welt mit einem geheimen weltumspannenden Bankensystem (der Black Cloud) ist heute schon Realität. Das Zusammenspiel aus Politik, Wirtschafts-Krimi und Science Fiction ist perfekt komponiert und fesselte mich Tage lang. Dazu kommen realistisch gezeichneten Bilder, die eine fast schon strenge Kühle ausstrahlen und sowohl modern als auch sehr natürlich wirken. Obwohl Band 5 bereits 2015 erschien, ist die erzählte Geschichte aktueller denn je.

Das Comics nichts für Kinder sind, und auch bei Erwachsenen funktionieren beweist »Ghost Money« höchst eindrucksvoll. Es ist ein Gesamtkunstwerk, das nach dem Lesen noch lange in Gedanken nachhallt. Sei es durch die Bilder oder durch die erschreckend wirklichkeitsnahe Geschichte zweier Frauen. Es erschien bei »Schreiber & Leser« und kann bei jedem Buchhändler bestellt werden. Es lohnt sich.

Medizin vs. Unsterblichkeit

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 206 – »Letzte Hoffnung Mimas« von Arno Endler

Bei der Rückkehr der CREST II ins Sol-System kommt es zu Komplikationen während des Wiedereintritts aus der Transition. Nicht nur landet die CREST II weit von der berechneten Eintrittsstelle entfernt, es kommt zudem zu Schäden auf dem Schiff, die viele Verletzte und auch einige Todesopfer fordern. Der Protektor ist plötzlich ohne Bewusstsein und scheint rapide zu altern. Aber auch Ronald Tekener ringt mit dem Tode. Bei ihm sind die Lashat-Pocken wieder ausgebrochen. Thora steuert daraufhin das Medizinische Zentrum auf Mimas an.
Ebenfalls auf dem Weg nach Mimas ist ein Raumschiff des Roten Kreises, einer Hilfsorganisation, die infektiöse Imarter zur Behandlung nach Mimas bringt. Als beide Schiffe fast zeitgleich dort eintreffen, sind die Ressourcen des medizinischen Zentrums schnell erschöpft.
Als Sud und ihr Team herausfinden, dass sowohl Tekener als auch Rhodan mit Dunkelleben infiziert sind und Rhodans Zellaktivator seinen Dienst versagt, beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod.

Der Name des Autors auf einem NEO-Titel lässt mich immer kurz zusammenzucken. Mit Band 206 hat er einen seiner besseren Romane abgeliefert. Die Geschichte erinnert an einen Episoden-Mix aus Dr. House und Emergency Room. Übrigens zwei Serien, die ich sehr schätze. Ein hypochondrisch veranlagter Mensch wie ich, fühlte sich während der Lektüre mitunter leicht fiebrig, bei so vielen Symptome und Behandlungsmethoden.

Wie gewohnt stellt der Autor wieder die »unteren Decks« in den Fokus seiner Erzählung. Das finde ich nach wie vor gut. Andererseits wäre es mir lieber, wenn Arno Endler sich dabei auf einige wenige Charaktere und Perspektiven beschränken und dafür die Figuren tiefer ausarbeiten würde. So bleibt er an der Oberfläche und verschenkt dadurch viel Potential. Erfreulich war, dass er die Kapitel dieses Mal etwas länger formuliert hat, als in seinen Vorgängerromanen, was den Lesefluss deutlich verbessert.

Man muss den Autor fast bedauern. Denn ausgerechnet den Protektor als Angriffsziel für das Dunkelleben zu wählen, war wenig geschickt. Jedem Leser ist bewusst, dass Rhodan innerhalb der Serie nicht so schnell sterben wird, schon gar nicht innerhalb der Auftaktstaffel zur nächsten Epoche. Die Wahl eines anderen Charakters hätte deutlich mehr Spannung erzeugt. So muss Arno Endler fast schon krampfhaft versuchen, den Stoff spannend zu gestalten. Ein Vorhaben, das ihm aber nur bedingt gelingt. Ich habe den Roman auf einer langen Zugfahrt gelesen und nach mehr als der Hälfte zur Seite gelegt, und lieber aus dem Fenster gesehen. Erst nach zwei Tagen konnte ich mich zwingen, weiterzulesen, was nicht unbedingt für die Geschichte spricht.

Mich irritiert, dass diese fortschrittliche und allseits gerühmte Klinik so schnell überfordert ist. Zweihundert »angekündigte« Patienten und der erkrankte Protektor und schon kommen Klinik und Angestellten an ihre Grenzen. Medo-Roboter die nur der Positronik gehorchen und nicht dem Medopersonal, sind meiner Meinung nach bei der Behandlung von ausgefallenen Krankheiten fehl am Platz. Da ist Kreativität gefragt. In einem solchen Fall muss der Arzt das letzte Wort haben und nicht die Positronik.

Zu den Isolationsbedingungen gab es einige erzählerische Lücken. Warum legt man den potentiell hochansteckenden Tekener zusammen mit dem Protektor in einen Raum? Warum blieb Tekeners Eindringen in den Isolationsbereich der kranken Imarter ohne Konsequenz, sprich Ansteckung? Vor allen warum steckte sich der Medotechniker Fanroda nicht bei Tekener an, als dieser ihn niederschlug und den Schutzanzug raubte? Und warum dulden die Kommandantin der CREST II und die Kliniksicherheit die Alleingänge von Tekeners Schwester Jessica. Sie hat mit ihrem fast schon kriminellen Vorgehen Patienten in Gefahr gebracht.

Überhaupt wundert mich, warum die Imarter nicht innerhalb ihrer Kolonie behandelt, sondern dem Transitionstress ausgeliefert und ins SOL-System gebracht werden. Wäre da nicht ein Sanitätsschiff innerhalb des Canopus-Systems sinnvoller? All die Fragen haben mir etwas die Lektüre verleitet.

»Letzte Hoffnung Mimas« ist kein Highlight, aber zumindest ein lesbarer Roman von Arno Endler. Durch die vielen Nebengeschichten leidet die bisher spannende Staffelhandlung. Vielleicht wäre es bei solch wichtigen Vorgängen, wie dem Ausfall von Zellaktivatoren oder der Entdeckung des Dunkellebens, besser, sich auf ein oder zwei Hauptcharaktere zu konzentrieren. Wer Arztserien mag, dem wird der Roman vielleicht gefallen. Der NEO-Leser vermisst womöglich die gewohnte Qualität und den Bezug zum großen Ganzen.

Buch zum Flug

Das Buch zum Flug

Nebenstehendes Werbeplakat entdeckte ich vor ein paar Wochen auf dem Bahnhof. Da wirbt die Fluggesellschaft Condor mit einem Kilogramm Extra-Gepäck für Bücher.

Ernsthaft? Laufen der Fluggesellschaft jetzt die Kunden weg? Soll es eine Aufforderung des Buchhandels an die Urlauber sein, mehr zu lesen? Oder was soll die Aktion?

Ich bin früher gern mit Condor in den Urlaub geflogen. Früher heißt, vor zehn bis fünfzehn Jahren, als es noch keine Beschränkungen beim Gepäck gab, als noch kostenlose Mahlzeiten im Flieger serviert wurden und als es sogar noch Wein und Bier gab.

Ich erinnere mich an einen Flug auf die Kanaren, als jeder Fluggast eine Gürteltasche mit Zahnbürste und Kopfhörern bekam. Bei dem ich auf dem Rückflug eine Miniflasche Frankenwein getrunken habe und anschließend so beschwipst war, dass ich mir sogar den ersten Harry Potter-Film bis zu Ende angesehen habe. In dem Fall hätte auch das Flugzeug abstürzen können, ich war so blau, es war mir alles egal. Seitdem trinke ich definitiv keinen Alkohol mehr in Flugzeugen.

Was auch immer der Grund für die Werbekampagne ist, bin ich nach wie vor der Meinung, dass Fliegen heutzutage viel zu billig ist. Mir wäre lieber teurer und dafür mit besserem Service für alle Fluggäste. Da könnte man dann vielleicht auch mehr als ein Kilo Bücher mit in den Urlaub nehmen. Wobei die Vielleser wahrscheinlich eh einen E-Book-Reader dabei haben werden.

Weltkatzentag 2019

Heute zum Weltkatzentag gibt es an dieser Stelle selbstverständlich ein Video von Simon’s Cat. Da es momentan nichts aktuelles gibt, hier ein Zusammenschnitt einiger älterer Clips. Die sind so lustig, dass man sie nicht oft genug sehen kann.

Viel Spaß!

Improvisation im Zugverkehr

Wagenanzeige anno 2019

Man muss sich nur zu helfen wissen, dachte wahrscheinlich der Zugchef des Ersatz-ICE, mit dem ich unlängst unterwegs war. Weil mal wieder die Anzeigen nicht funktionierten, beschriftete er die Fläche mit einem weißen Filzschreiber.

Ich hatte die Fahrkarte schon vor Monaten gebucht. Etwa vier Wochen vor Reiseantritt bekam ich eine E-Mail mit einem Verspätungsalarm. Es hieß, der ICE würde ausfallen, dafür würde ein Ersatz-ICE eingesetzt. Bei dem funktionierten offensichtlich die Anzeigen nicht. Wenigstens lief die Klimaanlage auch bei Außentemperaturen von mehr als 35 Grad Celsius, und er fuhr. Was man von dem ICE 4, der normalerweise auf der Strecke eingesetzt wird, nicht sagen konnte. Die hatten ein Elektronik-Problem und waren allesamt kurzfristig aus dem Verkehr gezogen worden, bis der Hersteller eine Lösung gefunden hatte.

Früher war vieles einfacher, aber es funktionierte. Ich denke da an die Platzkartenhalter in die kleine Papierkärtchen eingeschoben wurden. Wenn heute die Anzeige ausfällt, fallen gleich die Leute übereinander her. Willkommen im Hightech-Zeitalter des Reisens!

Die Natur als Vorbild

Manchmal würde ich gern wissen, woher die Kostüm- und Maskenbildner in den Science-Fiction-Filmen ihre Ideen nehmen. Die oftmals schrägen Kreaturen müssen irgendeiner Vorlage entstammen. Dass sich die Künstler öfters bei Mutter Natur bedienen, ist zu vermuten. Gibt es doch viele ungewöhnlich aussehende Tiere und Pflanzen auf der Welt, von deren Existenz die wenigsten von uns eine Ahnung haben.

Unlängst vertilgte ich einen Pfirsich, einen dieser platten Bergpfirsiche, die es seit einigen Jahren im Handel gibt. Als ich mir den Kern näher betrachtete, entdeckte ich eine verblüffende Ähnlichkeit mit einer Figur aus den neuen Star Trek-Filmen …

Keenser ist der Assistent von Chefingenieur Scotty und gibt sich meist recht schweigsam. Vielleicht ging es dem Maskenbildner ähnlich und er ließ sich von einem Pfirsichkern inspirieren.

Quelle: Memory-Alpha

Das Pfirsich-Alien

Quer durch die bayrische Provinz

Stadtansichten: Wasserburg

Wir haben zwar keinen Urlaub, aber wenn man da wohnt, wo andere Urlaub machen, braucht man nur ein paar Kilometer zu fahren, um sich wie im Urlaub zu fühlen. Manchmal reicht auch schon ein Spaziergang vor der Haustür.

Weil uns das Olivenöl mit Limone ausgegangen ist, fuhren wir am Samstagvormittag nach Wasserburg. In der dortigen Filiale »Vom Fass« hatten wir das gewünschte Spezialöl beim letzten Mal gekauft. Wir fuhren also zeitig los, die Sonne schien, es war nicht allzu heiß und auch der Verkehr war nicht übermäßig. Doch dann, keine zwanzig Minuten später die erste Umleitung. Kilometerweit gondelten wir durch die Gegend, bis wir endlich wieder zur Bundesstrasse geleitet wurden. Dort erwartet uns gleich die zweite Umleitung. Als wir wenige Kilometer später auch noch die dritte Straßensperrung vor uns hatten, wollte ich am liebsten gleich wieder umdrehen. Doch da waren wir schon kurz vorm Ziel. Mein Mann fuhr weiter und so kamen wir etwas gestresst in Wasserburg an. Daher meine Empfehlung: die B304 momentan lieber meiden.

Im Parkhaus direkt am Inn bekamen wir auch einen der kostenlosen 4-Stunden Parkplätze. Es ist ohnehin nicht ratsam, durch die verwinkelte Innenstadt zu fahren. Ich frage mich immer wieder, warum die Leute es trotzdem tun. Parkplätze gibt es dort kaum und die Umfahrung über die Bundesstraße ist auch schneller. Egal! Wir spazierten über den Inn, ich fotografierte die in der Sonne schimmernden Fassanden über dem Fluss und tauchte anschließend in die Atmosphäre der mittelalterliche Innenstadt ein.

Wasserburg zeichnete sich durch eine Architektur aus großen alten Häusern aus, mit Lieden und Kreuzgängen unter denen man wandeln kann und in denen kleine Geschäfte und Boutiquen untergebracht sind. Die Fassaden sind schön hergerichtet, und vor den Cafés und Restaurants saßen die Leute auf der Straße, um zu frühstückten. Weil es vor zehn Uhr war, waren noch nicht alle Geschäfte geöffnet.

Wir suchten eine Weile nach der Filiale »Vom Fass« fanden sie aber nicht. Ein Blick aufs Smartphone genügte, um zu erfahren, dass das Geschäft vor ein paar Monaten geschlossen wurde. Vielleicht hätte ich mich vor der Fahrt informieren sollen. Wir bummelten also ein wenig umher, kauften in bei einer Drogeriemarktkette ein und fanden schließlich doch noch einen Laden, in dem man sich Öl, Wein und Spirituosen abfüllen lassen konnte. Die hatten auch das gesuchte Olivenöl und füllten es in unsere mitgebrachte Flasche.

Im Anschluss steuerten wir die Eisdiele an, in der wir immer einkehren, wenn wir in Wasserburg sind und holten uns ein Eis, das wir uns auf einer Bank vorm Rathaus schmecken ließen. Die Sonne schien inzwischen stärker und so verkrochen wir uns bald in den Schatten. Gegenüber vom Rathaus gab es einen Bio-Laden, in dem man unverpackte Waren in mitgebrachte Gefäße abfüllen konnte. Dort kauften wir Gemüse und Milch ein, weil unser Bio-Laden im Ort seit 1. August geschlossen hat.

Inzwischen war der Verkehr dichter geworden. Autokolonnen schoben sich lärmend durch die Straßen. SUV-Fahrer irrten auf der Suche nach einen Parkplatz umher, so dass man als Fußgänger aufpassen musste, damit man auf den schmalen Gehwegen nicht umgefahren wurde. Ich frage mich echt, warum die Stadt dem Verkehr nicht Einhalt gebietet. Die kostenlosen Parkhäuser sind keine 500 Meter entfernt. Was ist so schwer daran, die paar Schritte zu laufen? Ich würde eine Maut einführen oder den Innenstadtbereich nur für den Lieferverkehr und die Anwohner freigeben. Eine großzügige Fußgängerzone, würde der Stadt noch mehr Charme verleihen.

Wir machten also, dass wir wieder davon kamen. Für die Rückfahrt beschlossen wir nicht über die Bundesstraße mit den ewig langen Umleitungen zu fahren, sondern stattdessen querfeldein über die Dörfer. Das machte richtig Spaß. Es herrschte kaum Verkehr, die Aussichten waren idyllisch und man kam durch Orte mit lustigen Namen. Einer hieß »Bahnhof« und hatte sogar einen Gleisanschluss. Wir fuhren durch Pittenhart. Der eine oder andere wird den Ort aus der Serie »Bauer sucht Frau« kennen. Dort wohnt der Bauer, der die Thailänderin Narumol geheiratet hat.

Eine Dreiviertelstunde später erreichten wir, um viele tolle Ausblicke und neue Eindrücke reicher, unser Zuhause, wo Urlauber auf Fahrrädern den Ort bevölkern und auf dem Marktplatz jeden Montag die Blaskapelle spielt. Bayern pur! Wie im Urlaub eben.