Top Gun – Top Film

Quelle: Amazon

Wir haben uns am Wochenende endlich die Fortsetzung von Top Gun angesehen.

Top Gun – Maverick ist nicht einfach nur eine Fortsetzung, es ist ein filmisches Erlebnis, das man gesehen haben muss. Ich bin immer noch komplett geplättet von dem Film. So echt fühlt sich nicht mal das Original an. Das liegt daran, dass die Schauspieler für die Aufnahmen ins Cockpit echter Jets gesteckt wurden. Die sind also wirklich geflogen. Zuvor bekamen sie eine richtige Pilotenausbildung. Man sieht und hört im Film, welchen Kräften die Piloten ausgesetzt sind. Das ist wahnsinn. Lockheed Martin hat sogar einen Versuchs-Jet konstruiert, der im Film zu sehen ist. Nicht etwa als ein kleines Modell sondern als ein lebensgroßes Flugzeug. Der Aufwand hat sich echt gelohnt. Der Film ist ganz ganz großes Kino.

Die Handlung: Maverick ist nach wie vor in der Navy und fliegt immer noch. Er arbeitet als Testpilot am Mach 10-Projekt. Als das Projekt eingestellt werden soll, riskiert er alles und zerstört dabei das Flugzeug. Er wird suspendiert und zu Top Gun als Ausbilder abgeschoben. Hier soll er die besten Piloten auf einen schwierigen militärischen Einsatz vorbereiten. Das geforderte Manöver ist eigentlich unmöglich ohne Opfer durchzuführen. Er muss also entscheiden, wen er in den Tod schickt. Besonders schwierig: unter den Schützlingen ist der Sohn seines ehemaligen Flügelmanns Gus, der damals unter seinem Kommando verunglückt ist.

Die Geschichte ist glaubhaft und mit jeder Menge Konflikte bestückt. Der Feind bleibt gesichtslos und es wird nicht gesagt, ob es sich um Russen, Iraner oder sonst wen handelt. Das ist aber auch gar nicht so wichtig. Spannender ist, wie sich die Piloten vorbereiten und mit welchen Tricks Maverick arbeiten muss, um die jungen Menschen zu Höchstleistung anzuregen. Hinzu kommen die internen Streitigkeiten der Navy-Admiräle mit Maverick, der nur einfacher Captain ist und seine Gewissensbisse, wegen des Todes von Gus.

Ich habe auffällig viele Filme von Tom Cruise im Regal, obwohl ich nicht unbedingt ein großer Fan des Schauspielers bin (alleine schon wegen seines Scientology Hintergrunds). Aber eines kann man nicht abstreiten, er hat ein Händchen für gute Filme. Nun kommt mit »Top Gun – Maverick« eine weitere Perle hinzu. Ein Verdienst von Tom Cruise, der auch als Produzent mitgewirkt hat und dafür verantwortlich ist, dass mit echten Jets gedreht wurde. Er fliegt in dem Film sogar sein eigenes Flugzeug.

Sehr gut ist auch der Soundtrack. Den habe ich mir gleich mal zugelegt. Hans Zimmer, Harold Faltermeyer und Lady Gaga, das ist eine sensationelle musikalische Kombi, die man lange nicht aus den Ohren bekommt.

Wem schon der erste Top Gun Film gefallen hat, der sollte unbedingt die Fortsetzung sehen. Wer beides nicht kennt, hat eine echte Bildungslücke. Am besten schaut man sich im Anschluss noch das Making of an, um zu verstehen, welcher Aufwand für den Film betrieben wurde.

Einsatz in der Provinz

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 291 – »Verrat am Imperium« von Ruben Wickenhäuser

Reginald Bull leidet darunter, dass er als Protektor unter der Herrschaft von Leticron dessen ausführendes Organ im Solsystem war. Die Politiker des Mars-Rates lassen ihn das auch deutlich spüren. Als ein Walzenschiff der Überschweren im Solsystem auftaucht und eine Rettungskapsel ausschleust – bevor es explodiert – fordern sie dessen sofortige Vernichtung. Bull lässt das nicht zu und die Rettungskapsel landet auf dem Mond. An Bord ist ein schwerverletzter Alaska Seadelaere, der eine düstere Botschaft aus dem arkonidischen Imperium mitbringt.
Die SOL mit Perry Rhodan an Bord reist daraufhin nach Arkon, um Atlan und Mirona zu finden und ihnen von Alaska Saedelaeres Warnung zu berichten. Unterwegs erreicht sie ein Notruf, dem sie mit der FAIRY nachgehen.
Seit Leticron die Herrschaft in Arkon übernommen hat, befindet sich der Imperator Mascudar da Gonozal auf der Flucht. Atlan und Mirona Thetin erhalten die Information, dass sich der Imperator, Atlans Vater, in einem abgelegenen System versteckt halten soll. Die beiden folgen der Spur mit der GARTAVOUR ins Keimosystem nach Sephis. Dort suchen sie Undercover den Ara Payton auf und heften sich an dessen Fersen, um ins Versteck des Imperators zu gelangen. 
Ein arkonidischer Celista unter Leticrons Befehl ist ebenfalls auf Sephis auf der Suche nach dem Imperator. Er entdeckt Atlan und Mirona, wie sie in eine geheime Basis auf dem Planeten eindringen wollen und von Robotern angegriffen werden.
Zunächst entgeht Mascudar da Gonozal seinen Verfolgern, bevor er Atlan auf einer Baustelle auflauert. Atlan ist froh seinen Vater lebend vorzufinden und möchte mit ihm reden, doch da werden sie von Kopfgeldjägern überrascht. Mit einem Mülltransporter fliehen die drei zum Raumhafen von Sephis, wo es zum finalen Kampf gegen die Kopfgeldjäger und Leticron selbst kommt. Der Überschwere möchte den Imperator höchstpersönlich fangen und für die Infinite Todesstrafe mit nach Arkon nehmen.
Mitten im Kampf setzt Atlans Zellaktivator aus und sein Vater versucht ihn zu schützen. Dabei wird er tödlich verletzt. Aber auch Leticron kommt nicht ohne Blessuren davon. Mirona Thetin hält ihn in Schach, kann sich und Atlan aber nicht in der GARTAVOUR in Sicherheit bringen. Da entscheidet sich der Celista auf die Seite Atlans zu wechseln und beschießt Leticrons Schiff mit den Waffen der geheimen Basis, so das dieser abdrehen muss.
Am Totenbett des Imperators auf dem Schaltschiff verrät Mirona Atlan endlich, dass sie in Andromeda einen gemeinsamen Sohn haben. Atlan ist außer sich.

Als einer der wenigen Autoren widmet sich Ruben Wickenhäuser in diesem Roman dem tragischen Charakter Mirona Thetins. Eine 50.000 Jahre alte Unsterbliche, Faktor I der Meister der Insel, Massenmörderin und Diktatorin über ein Sternenreich hadert mit ihrer Vergangenheit und mit der Entscheidung, ihrem Partner den gemeinsamen Nachwuchs vorenthalten zu haben. Dieser Grundtenor liegt wie Blei über der Geschichte. Mich hat es schon lange gewundert, warum dieser Fakt nicht aufgenommen und weitergesponnen wurde. Schließlich ist Atlans Sohn bereits 18 Jahre alt. Was muss in einer Frau vorgehen, damit sie ein Geheimnis so lange für sich behalten kann? Die Charakterisierung von Mirona Thetin ist dem Autor jedenfalls gut geglückt.

Im ersten Teil erleben wir einen Reginald Bull, der ebenfalls mit sich und seinen Entscheidungen während der Besatzung der Überschweren hadert. Mit dem Unterschied, dass er gezwungen wurde und nun von allen Seiten Vorwürfen ausgesetzt ist. Gut, dass er eine Partnerin hat, die Systemadministratorin des Solsystems ist und den überheblichen Mitgliedern des Marsrat gegebenenfalls in den Hintern treten kann. Leider ist Tatcher a Hainu nicht mehr mit von der Partie. Der ist jetzt marsianischer Botschafter auf der Erde, die nach wie vor im System der Akonen ihre Runden dreht. Wie er dahin gekommen ist, und wie die Verbindung zwischen Akon- und Solsystem nach dem Abzug der Überschweren etabliert wurde, erfahren wir leider nicht. Das hätte mich ehrlicherweise mehr interessiert, als die Jagd nach dem Imperator.

Aber so bekomme ich ein Agentenabenteuer mit allem Drum und Dran: Masken, Verkleidungen und Surfbrett-Einlage inklusive. Das ist spannend geschrieben und mit viel Action garniert, kann mich aber nicht vom Hocker reißen. Bei der Jagd nach dem Imperator mit mehr als einer Partei verlor ich bisweilen den Überblick. Woher die Kopfgeldjäger plötzlich kommen und wer die Roboter gesteuert hat, die Atlan und Mirona auf ihren Rennbrettern angegriffen haben, wurde nicht abschließend geklärt. Leticrons Auftritt am Ende, als er sich allein gegen die drei (Atlan, Mirona und den Imperator) stellt, bezeugt seinen Größenwahn, lässt ihn aber nicht wie den hochintelligenten Herrscher aussehen, als der er immer beschrieben wurde. Das war mir dann doch ein wenig zu banal.

Als Botschaft bekomme ich mit auf den Weg, dass mit den arkonidischen Adligen irgendetwas nicht stimmen kann, weil sie Leticron, einen ehemaligen Untergebenen, widerspruchsfrei unterstützten. Da muss mehr dahinter stecken, denn ein solch stolzes Volk wie die Arkoniden (gerade die Adligen) lassen sich sicher nicht einfach von einem ehemaligen Untertanen regieren. Der Celista in Person von Derengor Hubron da Perkoll (offensichtlich ein Nachkomme von Lexx da Perkoll/ einem ehemaligen MdI) scheint noch nicht beeinflusst zu sein, sonst hätte er Atlan nach dem Tod des Imperators nicht unterstützt.

»Verrat am Imperium« ist ein guter Roman von Ruben Wickenhäuser und reiht sich ein in eine lange Liste von Agenten-Abenteuern im arkonidischen Imperium. Ich bin kein großer Arkon-Fan und kann daher weniger damit anfangen, finde in diesem Roman aber die Charakterisierung von Mirona Thetin durchaus gelungen. Wobei es überraschend ist, warum sie erst jetzt, 18 Jahre nach der Geburt des Kindes, solche Skrupel befallen.

Das Titelbild zeigt sehr schön die Szene in der Atlan und Mirona auf ihren »Rennbrettern« von Robotern beschossen werden.

Neues Arbeitsgerät

Diesen Blogeintrag schreibe ich mit meinem neuen Arbeitsgerät. Ich habe den Black Friday genutzt und mir einen Laptop zugelegt. Ich schreibe unterwegs oder abends auf der Couch immer mit dem iPad. Inzwischen machen aber meine Augen das zunehmend nicht mehr mit. (Ein Grund, warum ich nicht mehr so häufig blogge.) Außerdem hatte ich seit dem Tod meines Window-PCs keinen festen Computer mehr, der mit meiner AppleID verknüpft war. Ich konnte also meine gekauften Musik nirgendwo mehr runterladen. Das mit der Familienfreigabe hat irgendwie nicht geklappt, da ich offensichtlich zu blöd dafür bin. Nun habe ich ein schickes kleines MacBookAir in Gold, mit dem ich alles machen kann, was ich möchte, egal wo ich bin.

Ich muss mich nur daran gewöhnen nicht dauernd auf den Bildschirm drücken zu wollen, weil ich das vom Touch-Display des iPads gewohnt bin. Dauert sicher einige Zeit, bis ich das im Griff habe.

Und noch etwas Neues gibt es. Ich war gestern in Trostberg. Dort gibt es einen Laden, in dem man Fächer mieten kann, um seine Bastelarbeiten zu verkaufen. Ich habe erst einmal für 3 Monte einen Mietvertrag unterschrieben und 5 Taschen und jede Menge Baby-Chucks dort abgeliefert. Schauen wir mal, ob und wie sie sich verkaufen.

Wer mal schauen will Wertvoll-Trostberg.

Die 50. FanSzene

Alle vier Wochen bespreche ich Fanzines, Magazine, Blogs, VBlog, Podcasts und andere Internetseiten in der »FanSzene«. Als ich 2018 die Kolumne in der PERRY RHODAN-Erstauflage übernommen habe, habe ich mir nicht träumen lassen, dass es eine so langfristige Sache werden würde.

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2022 und in dieser Woche erscheint bereits die 50. Ausgabe. Anlässlich des Jubiläums wollte ich mal keine Fanzines besprechen. Ich wollte denjenigen danken, ohne die es die FanSzene in dieser Form nicht gäbe: den Redakteuren und Fanzine-Machern, die unentgeltlich und in ihrer Freizeit die Fan-Publikationen zusammenstellen und unter die Leser bringen. Also fragte ich bei den Aktiven nach, ob sie mir nicht ein bisschen was über sich erzählen möchten. Dem sind die meisten nachgekommen und so kann man auf den Mittelseiten in PERRY RHODAN-Heft 3197 lesen, was Menschen umtreibt, die Fanzines und Club-Magazine für andere Fans herstellen.

Natürlich sind das nicht alle, deren Publikationen ich regelmäßig bespreche. Leider habe ich nur vier Seiten zur Verfügung, deshalb beschränke ich mich zunächst auf die Clubs und Vereine mit regelmäßigem PERRY RHODAN Inhalt. Wenn’s ankommt, würde ich das gern wiederholen, dann mit den Redakteuren und Herausgebern der professionellen und semiprofessionellen SF-Magazine.

Angriff auf Rumal

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 290 – »Der Versuchsplanet« von Marlene von Hagen

Nachdem eine Gruppe Mehandor auf Rumal mit Schaltmeisterin Tholia Rabkob mehrere Anlagen zur Wasserversorgung besichtigt haben, kommt es zu seltsamen Krankheitsfällen unter der Bevölkerung. Nach und nach wird klar, dass sich Amöbophagen in den Gehirnen der Bewohner niedergelassen haben und sie erst in den Wahnsinn und später ins Koma fallen lassen.
Die Schaltmeisterin und ihr Wassermeister versuchen der immer chaotisch werdenden Lage Herr zu werden. Als auch noch ein seltsames Gebilde in der Wüste Rumals wächst und die einheimischen Eisenwurzeln zum Angriff übergehen, verkompliziert sich die Lage.
Die SOL fängt den Hilferuf der Schaltmeisterin auf und eilt herbei. Perry Rhodan, Thora, Gucky und Sud stehen den Bewohnern der Kolonie bei. Während Thora mit einer Heerschar an Kampfrobotern versucht die Sicherheit der Bevölkerung wiederherzustellen, entdecken Rhodan, Gucky und Sud, dass Leticron hinter der Infektion mit den Amöbophagen steckt.
Ausgerechnet die Anomalie in der Wüste in Form einer bernsteinfarbenen Blase ist die Lösung des Amöbophagen-Problems. Doch da sind noch die Mehandor und eine Fremde in einem Schaltschiff, die es beide aus unterschiedlichen Gründen auf diese Blase abgesehen haben.
Im Akonsystem bereitet derweil NATHAN die Rückkehr der Erde und des Mondes ins Solsystem vor, was weder den Terranern noch den Akonen so richtig schmecken will. Man ernennt eine Erste Terranerin, die die Wünsche der Menschen gegen NATHAN durchsetzen soll.

Man kann der Autorin nicht nachsagen, sie hätte nicht recherchiert. Was da an Informationen über Rumal aus den NEO-Bänden von Rainer Schorm in der Geschichte verarbeitet wurde, war mir längst nicht mehr alles präsent. Einerseits finde ich es schön, wenn liegengebliebene Handlungsstränge fortgesetzt werden, andererseits war es mir in diesem Fall ein bisschen zu viel. Das triggerte nämlich ständig meinen Redakteurssinn und brachte mich in Versuchung, statt weiterzulesen, lieber in den alten Romanen nachzuschauen, wie das denn damals gewesen ist.

Das ich es letztendlich doch nicht getan habe, lag vor allem am spannenden Aufbau der Handlung. Die ist in viele kurze Kapitel gegliedert und zeigt die Sicht auf die Katastrophe aus verschiedenen Perspektiven. Marlene von Hagen gibt sich unglaublich Mühe möglichst viel in die Handlung hineinzupacken, was bei den zwischenmenschlichen Beziehungen mitunter etwas Überhand nimmt, ohne das die Autorin wirklich Konflikte bearbeitet.

Die Geschichte ist im Großen und Ganzen sehr einfach gestrickt und man weiß als Leser sofort, dass die Mehandor darin verstrickt sind. Die Schaltmeisterin ist bisweilen ein bisschen naiv oder gutgläubig, so dass sie die Gefahr oftmals nicht voraussieht. Was mich ein bisschen gestört hat, war, das die meisten Personen auf Rumal ihren Eltern oder Verwandten in den Job zu folgen scheinen. Das wirkt auf mich so, als würden diese Titel wie Wassermeister oder Schaltmeister vererbt und nicht durch das notwendige Können errungen. Vielleicht agiert Tholia Rabkob deshalb mitunter etwas kopflos.

Viel spannender fand ich das Geschehen im Akonsystem, weil hier ein echter Konflikt tobt. Leider bekommen wir nur ein paar Bruchstücke davon mit. Ich warte schon sehr lange darauf, dass die Situation zwischen den Akonen und den Terranern intensiver beleuchtet wird und fände es extrem schade, wenn die Erde jetzt schon wieder zurückkehren sollte. Meiner Meinung nach, hätte es dem Roman gutgetan, wenn man das Geschehen hinter dem blauen Schirm herausgenommen und ihm einen kompletten Roman gegönnt hätte.

Noch ein paar Worte zu der Fremden aus dem Schaltschiff, die offensichtlich, den planetenweiten Laborversuch von Leticron überwachen sollte. Ihin da Achran ist eine Figur aus jenem Teil von NEO, den ich noch nicht gelesen habe, weshalb mir der Name zwar etwas sagte, ich aber zunächst nichts mit ihr anzufangen wusste. Die Frage ist, wie sie an ein Schaltschiff und einen Dublikator kam. Das wirkt für mich ein wenig aus der Luft gegriffen. Da lasse ich mich aber gern mit weiterführenden Erklärungen überraschen.

Der Staffeleinstieg soll Neuensteiger und NEO-Kenner gleichermaßen begeistern. In Ansätzen gelingt das der Autorin auch, wobei die Lektüre dann doch einiges an Vorwissen voraussetzt. Der gemächliche Beginn hat mich weniger gestört, als die etwas mit Hintergrundinfos überfrachteten Kapitel auf Rumal. Recht emotionslos wird dann auch noch der Tod eines langjährigen Nebencharakters angekündigt, dass hätte man sich in dieser Form sparen und einfach zu gegebenen Zeitpunkt passieren lassen können.

»Der Versuchsplanet« ist spannend und routiniert geschrieben, aber längst nicht so mitreißend wie der von Lucy Guth aus der letzten Staffel. Dafür enthält er einfach zu viele Zufälle.

Nur ein Etikett

Diese ganze Diskussion um das Bürgergeld finde ich wenig zielführend, weil es nicht die wahren Probleme aufdeckt, weshalb manche Menschen genauso viel Geld bekommen, wenn sie daheim bleiben, als wenn sie arbeiten würden.

Fakt ist, das Bürgergeld ist keine neue Erfindung, das gibt es schon seit Jahrzehnten. Vor zwanzig Jahren hieß es Sozialhilfe, später wurde daraus Arbeitslosengeld II, dann Hartz IV und jetzt heißt es eben Bürgergeld. Es wurde immer nur das Etikett getauscht und ein paar kleinere Anpassungen vorgenommen.
Fakt ist auch, es gab schon immer Leute, die staatliche Hilfen ausgenutzt haben und es wird immer Leute geben, die sie ausnutzen werden. Das wird kein Gesetz der Welt verhindern können. Ein Großteil der Menschen, die das Geld bekommen, benötigen es auch, z. B. weil sie schlicht nicht »mehr« arbeitsfähig sind oder weil sie alleinstehend Kinder oder Verwandte versorgen müssen.
Außerdem, die paar Euro, um die das Bürgergeld jetzt erhöht wurde, hat die Inflation schon längst gefressen.

Jeder, der sich darüber aufregt, dass Menschen die arbeiten, oft weniger haben, als Empfänger von Bürgergeld, darf dabei nicht vergessen, dass jeder, der nach Abzug der Miete weniger als das Mindesteinkommen hat, Anrecht auf staatliche Zuschüsse, wie Wohngeld hat. Leider wissen dies nur die Wenigsten. Viele Geringverdiener scheuen sich die Anträge zu stellen, entweder weil es ihnen zu bürokratisch ist, oder weil die Leute zu stolz sind.

Dass immer mehr Menschen staatliche Unterstützung brauchen, obwohl sie einer geregelten Arbeit nachgehen, finde ich sehr problematisch. Hier liegt der Hund begraben. Die Unternehmen machen es sich einerseits einfach in dem sie weniger Gehalt zahlen, um damit ihre Gewinnmargen hochzuhalten. Andererseits müssen Arbeitgeber auch eine Menge Geld für jeden Beschäftigen an den Staat abdrücken. Nirgendwo in Europa ist die Abgabenlast so hoch wie in Deutschland. (Irgendwo muss das Geld für das Bürgergeld und die Renten herkommen.) Ich bin mir sicher, dass viele Arbeitgeber (vor allem Handwerker) ihre Leute besser bezahlen könnten, wenn sie nicht so viele Abgaben an den Staat zahlen müssten. Und viele Arbeitnehmer hätten mehr Geld in der Tasche, wenn sie weniger Steuern und Versicherungen zahlen müssten.

Vielleicht wäre es auf Dauer sinnvoller, weniger Abgaben zu verlangen und den Arbeitgebern Anreize zu geben, mehr Leute einzustellen. Wahrscheinlich müsste man einigen der jungen sowie den langjährigen Beziehern von Sozialleistung, Arbeit erst einmal wieder schmackhaft machen. Wie das gehen soll, dazu habe ich allerdings keine Idee. Ich sehe nur tagtäglich, wie lustlos schon die Azubis bei uns anfangen. Die möchten viel verdienen und möglichst wenig dafür tun. Da würde vielleicht ein Prämiensystem helfen.

Ein weiteres Problem in Deutschland ist der geringe Anteil an Wohneigentum. Die meisten Menschen in Deutschland wohnen zur Miete. In anderen Ländern Europas ist der Anteil an Wohneigentum viel größer. Daher kommen dort die Menschen auch mit weniger Geld zurecht. In Deutschland wird es jedoch immer schwieriger an Wohneigentum zu kommen. Massive Bauvorschriften, dazu steigenden Baukosten und Zinsen haben es für Geringverdiener und die Mittelschicht in den letzten Jahren und Monaten beinahe unmöglich gemacht, an Wohneigentum zu kommen. Da ist durch Spekulation eine gigantische Blase entstanden, die das Dilemma noch befeuert. Auch deswegen brauchen Menschen in Deutschland Bürgergeld, weil sie die hohen Mieten und Nebenkosten nicht zahlen können. Hier hätte schon längst ein staatlicher Eingriff erfolgen müssen. Aber wie so oft wurde darauf gesetzt, dass der Markt das von selbst regelt. Das Ergebnis sehen wir jetzt.

Außerdem fände ich gut, wenn es weniger Abgeordnete in den Parlamenten gäbe und auch Beamte in die Sozialkassen einzahlen würden, im Namen der Gerechtigkeit.

»Einfach« Sonne tanken

Mein Mann liegt mir schon länger damit in den Ohren, dass er ein Balkonkraftwerk möchte. Wir hatten bei der Eigentümerversammlung im Sommer den Antrag gestellt Solarzellen an unserer Brüstung befestigen zu dürfen. Das wurde mit der Begründung abgelehnt: das sähe doch nicht schön aus … und überhaupt, wenn jeder das machen würde, wo kämen wir da hin. Wir dürfen übrigens nicht mal Wäsche oberhalb des Brüstungsgeländers aufhängen, weil: »Wir wollen hier keine italienischen Verhältnisse.« Damit ist wohl alles gesagt.

Wir haben uns trotzdem ein Balkonkraftwerk angeschafft. Es steht nun auf dem Balkon und nimmt die Hälfte des Platzes es. Bin gespannt, wann der erste was sagt. Aber wir sind ein freies Land – auch wenn es sich immer weniger so anfühlt (zumindest für einige) – wir dürfen auf unseren Balkon stellen, was wir wollen. Andere haben einen Gasgrill, wieder andere haben Schirme und Schränke auf dem Balkon. Wir haben nun eine Solarzelle dort stehen.

Es wird im Netz oder in den Medien immer suggeriert, wie einfach so ein Balkonkraftwerk zu installieren ist. Nun ja, das stimmt nur zum Teil. Nämlich dann, wenn man die Vorschriften lax auslegt oder ignoriert. Weil wir beide in der Elektrobranche arbeiten, halten wir uns an die gültigen VDE-Vorschriften. Die wurden schließlich nicht für umsonst erdacht. Also habe ich uns eine Wielandsteckdose nebst Stecker besorgt, die mein Mann installiert hat. Nur den mitgelieferten Schukostecker der Anlage in die Steckdose zu stecken, sollte man aus Sicherheitsgründen nicht machen. Da die Zelle dauernd Strom produziert, könnte man, wenn man die Pins vom Stecker berührt, unter Umständen einen Schlag bekommen. Zumindest, wenn der Wechselrichter nicht rechtzeitig abschaltet. Bei einem Wielandstecker kann das nicht passieren, weil die Pins gekapselt sind, den kann man auch nicht so einfach rausziehen.

Was außerdem recht lästig ist, ist die Anmeldung der Anlage bei den Gemeindewerken. Ich bin mir sicher, dass die Wenigsten ihr Balkonkraftwerk angemeldet haben, weil das echt aufwendig ist. Zuerst muss man ein Formular ausfüllen und dann muss man sich noch ins Marktstammdatenregister eintragen. Dort wird jede Photovoltaikanlage in Deutschland registriert. Damit die Energieunternehmen immer wissen, wie viel Strom in der jeweiligen Region eingespeist werden könnte, und sie gegebenenfalls nachsteuern müssen, um die Netzfrequenz stabil zu halten. Ich hatte hier schon mal über das Problem gesprochen.

Ich kann das verstehen, bei größeren Anlagen die man auf dem Dach hat. Aber unser Minikraftwerk hat 350 Wp also maximal 350 Watt. Das ist, verglichen mit einer Anlage auf dem Dach, wo es bei 5 bis 6 kWp anfängt, so gut wie nichts. Daher weiß ich nicht, ob das jetzt so sinnvoll ist. Vielleicht, wenn sich jeder so ein Ding auf dem Balkon stellt, könnte es evt. Auswirkungen auf das Netz haben. Da will man wohl vorbeugen. Problem ist, dass sich kaum einer registriert. Die meisten, die sich so etwas zulegen, wissen gar nichts darüber oder es interessiert sie nicht.

Am besten finde ich jene, die sich im Internet eine große PV-Anlage kaufen, sie aufs Dach montieren und dann beim nächsten Elektroinstallateur anrufen und fragen, ob er die Anlage anschließen könnten. Meine Antwort darauf, wenn so einer bei uns anruft: »Bestellen Sie sich doch einen Elektriker im Internet.«. Unfassbar! Die kaufen irgendetwas, ohne zu wissen, ob die Komponenten aufeinander abgestimmt sind, oder ob ihre Zähleranlage und die Elektroinstallation ihres Hauses überhaupt dafür ausgelegt ist, installieren sie dann vielleicht auch noch falsch, machen aber dann den Elektriker, der es angeschlossen hat, dafür verantwortlich, wenn was kaputt geht. Das sind mir die richtigen.

Black & White Beauty

Darf ich vorstellen: meine neueste Kreation.

Dieses gute Stück hat mich ganz schön gefordert. Ich habe fast eine Woche dafür gebraucht. Na gut, es waren keine acht Stunden am Tag, aber eine Stunde mindestens. An sich sieht das Muster nicht so schwierig aus, wäre es auch nicht, wenn der Boden nicht wäre. Da gibt es nämlich keine Anknüpfungspunkte. Sprich, ich konnte die Fäden nicht einfach von einer Seite zur anderen durchziehen. Dann geht das nämlich nicht auf. Ich habe dann von beiden Seiten oben angefangen und geschaut, wie ich mit dem Boden zurechtkomme.

Faszinierend finde ich ja, wie das Muster von innen aussieht. Das ist fast noch schöner, als außen.

Trotzdem bin ich froh, dass ich es endlich fertig habe. Als nächstes mache ich etwas einfacheres.

Bürokatze

Ich hatte diese Woche wieder Besuch von Kollege Kater. Dieses Mal hatte ich sogar einen Ruheplatz vorbereitet. Der runde Karton stand schon eine Weile im Flur und immer wenn ich vorbeiging, dachte ich, das wäre etwas für Katzen.

Und dann saß der Kater auf dem Schreibtisch bei der Kollegin. Kaum hatte ich ihm den Karton hingestellt, ist er reingehüpft, hat sich fünfmal hin und her gedreht – der Karton ist schließlich kleiner als der Kater – und hat sich reinfallen lassen. So lässt es sich vortrefflich schlummern.

Katzen sind so berechenbar in manchen Situationen.

Der Karton wird jetzt für den nächsten Besuch aufbewahrt. Und danke an den Kollegen, der das Foto gemacht hat.