
PERRY RHODAN NEO Band 375 – »Die MAGELLAN-Intrige« von Dietmar Schmidt
Die Eltern, der von den Posbis verschleppten Cybora-Kinder, haben die MAGELLAN gekapert. Obwohl ihnen das Schicksal der Kinder unbekannt ist, wollen sie von den Posbis gewaltsam ihre Freilassung erpressen. Damit ihnen auf dem Weg zur Heimatwelt des Zentralplasmas Perry Rhodan nicht in die Quere kommt, haben sie ihn und die Besatzung der MAGELLAN in einem Beiboot ausgesetzt und sogar einen Mordversuch an Rhodan und seiner Crew verübt, in dem sie Mikrobomben in dem Beiboot versteckten. Als diese Information zu den Eltern durchdringt, kommt es zum Streit zwischen den Eltern und Ex-Admiral Zurn, der sich zum Anführer der Mission ernannt hat. Als dieser auch noch erklärt, dass man das Zentralplasma mit der nicht mehr funktionsfähigen Transformkanone auf der MAGELLAN erpressen will, beginnen einige der Eltern am Erfolg der Mission zu zweifeln und senden ein Signal aus, damit Perry Rhodan die MAGELLAN orten kann.
Mit Algrons Tesserakt kann Rhodan die MAGELLAN einholen. Kurz darauf materialisieren drei Dreizackschiffe der Anderposbis und greifen die MAGELLAN an. Die Menschen können kurzzeitig flüchten, werden von den Anderposbis unter dem Kommando von Rhodans Sohn Thomas aber schnell wieder eingeholt. Es entbrennt ein Raumgefecht, in dem die MAGELLAN und die Flotte der Cyboraner über kurz oder lang unterliegen werden. Doch bevor es zur Vernichtung der Schiffe kommen kann, taucht ein weiterer Fragmentraumer der Posbis auf. Es sind die Cybora-Kinder, die die Lage entschärfen, in dem sie die Dreizackschiffe vernichten.
Sid Gonzales bewohnt nun allein den Körper von Sud. Er erhält die Diagnose, dass er nur noch Tage überleben wird, wenn er das Intarsium nicht zurückerhält. Rhodan bittet Algron um Hilfe. Die Posbis bieten Sid an, ihn und Sue, deren Bewusstsein in einem Vario 800 steckt, wieder zu vereinen, doch die beiden wollen ihre Individualität behalten. Da wird bei dem Gefecht mit den Dreizackschiffen eines der Cybora-Kinder verletzt. Die Verletzung ist so schwer, das nur die Heilkräfte von Sud den Jungen retten können. Da beschließen Sid und Sue sich wieder zu Sud vereinigen zu lassen.
Das Elternpaar, das für den Einsatz der Mikrobomben verantwortlich ist, wird vom eigenen Sohn entlarvt und zur Erde gebracht. Während die MAGELLAN ihre Reise zur Welt des Zentralplasmas fortsetzt, fliegen Perry Rhodan und Sud mit Algrons Tesserakt ein anderes Ziel an.
Bei der ersten Hälfte des Romans fühlte ich mich in eine Episode von »Law and Order« versetzt. Da wird diskutiert und ermittelt, dass es eine wahre Freude ist. Gut fand ich, wie Dietmar Schmidt aus der Sicht einer Mutter erzählt, die Anwältin ist, und die schnell begreift, wir hirnrissig diese Mission zur Befreiung der Kinder ist. Das hätte ihr vielleicht schon früher klar werden müssen, aber durch das irre Gebaren des Ex-Admirals werden alle zunächst manipuliert. Nach und nach wird ihnen aber klar, dass die Rettungsmission kaum umsetzbar ist, und die Eltern beginnen miteinander zu streiten. Als Rhodan dann auch noch jene Elternteile anschleppen lässt, die bisher nicht an der Rettungsmission beteiligt sind, eskaliert die Lage. Der Ex-Admiral hat sich die Loyalität der Cyboranischen Besatzung und der Positronik DIDEROT versichert. Rhodan muss argumentieren und Kompromisse eingehen, wenn er die Situation entschärfen will. Das ist eine sehr clevere und für NEO ungewöhnliche Handlung, die sich die Exposéautoren da ausgedacht haben. Und bei der man erkennt, dass sie auf die Stärken des Autors zugeschnitten ist.
Das einzige was man dem Roman vielleicht vorwerfen kann, ist die Menge an Personal. Zwei Elternteile von je sieben Kindern, dazu noch das bekannte Personal und die eine oder andere Personalie aus der Crew der MAGELLAN. Schon das Triumvirat Sid+Sue=Sud sind drei Leute, die allein schon den Roman füllen könnten. Es ist nicht ganz einfach in der Fülle der Protagonisten und Antagonisten den Überblick zu behalten. Dennoch, der Spaß an der Geschichte überwiegt und man freut sich tatsächlich auf den nächsten Roman. Etwas das in den vergangenen Staffeln nicht immer der Fall war.
»Die MAGELLAN-Intrige« ist ein spannender Roman, der sich nahtlos an den Erfolg der Vorgängerromane anschließt. Der Handlungsfortschritt in der Staffel ist zwar nur marginal, aber die Ausführung des Krimis durch Dietmar Schmidt absolut lesenswert.


















