Christinas Multiversum

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Das andere Star Trek 2

Quelle: Serienjunkies.de

Eigentlich wollte ich schon die ganze Zeit etwas über »The Orville« schreiben, aber dann dachte ich mir, ich schaue mir erst alle Folgen an. Am vergangenen Montag lief nun die letzte Folge auf ProSieben. Ich versuche, möglichst nichts zu Spoilern, weshalb die Besprechung hier auch eher allgemein ausfällt. Ich möchte den Leuten, die die zweite Staffel der Serie noch nicht kennen, die Chance geben, sie in vollen Zügen zu genießen.

Seth MacFarlane ist es gelungen, Witz, Alltag, Moral und Science Fiction so gekonnt miteinander zu verbinden, dass tatsächlich etwas Eigenständiges dabei herauskommt. »The Orville« bedient sich nicht nur bei Star Trek, sondern auch bei anderen erfolgreichen SF-Serien und Filmen, wie STARGATE oder Star Wars und bleibt dennoch sich selbst treu.

Ich bin völlig begeistert von der Serie. Die zweite Staffel ist noch mehr Star Trek, als es die Folgen der ersten waren. Es gab keine Folge, die Schwächen zeigte. Kein übertriebener Fäkalhumor, kein »Monster of the week« dafür unglaublich komplexe Geschichten, die vor allem im zwischenmenschlichen Bereich rangieren. Manche Folge kam völlig ohne Action-Szenen aus und war dennoch spannend. In anderen wiederum gab es bombastische Raumschlachten und gewagte Verfolgungsjagden. In wieder anderen lernte man exotische Planeten und fremde Völker kennen. Hauptsächlich aber standen die Charaktere an Bord des Schiffs im Mittelpunkt. Es gab einen Abschied von einem Besatzungsmitglied, dessen Ersatz den Verlust aber vollständig aufwiegt. Was vor allem wichtig ist, es wurde eine positive Zukunft gezeigt.

Das große Geheimnis hinter »The Orville« sind nicht unbedingt die vielen bekannten Namen aus dem Star Trek-Umfeld im Abspann oder der eine oder andere bekannte Gaststar. Die Produzenten haben erkannt, was den Erfolg einer guten Serie ausmacht, nämlich die Geschichten. Die sind komplex und ihre Auflösung ist bisweilen verblüffend. Bis auf eine Folge haben sie mich einhundertprozentig überzeugt. Selbst die wissenschaftliche Ungereimtheiten hielten sich in Grenzen. Nicht das es keine gab, aber sie dienten der Geschichte und fielen nicht wirklich auf.

»The Orville« ist mit der zweiten Staffel ernster geworden. Die erzählten Geschichten sind durchdachter und halten zum Nachdenken an. Dennoch stehen nicht die großen kosmischen Probleme im Vordergrund, sondern die Menschen mit all ihren Schwächen. Star Trek-TNG wurde immer Sterilität vorgeworfen, weil die Crew sich stets perfekt und von ihrer besten Seite zeigte, weil es keine Auseinandersetzungen zwischen der Crew gab und kaum Charakterschwächen offenbart wurden. Das ist bei »The Orville« anders. Die Besatzung verhält sich, wie du und ich. Sie haben die gleichen Probleme und die gleichen Sorgen, wie die Menschen von heute, nur das sie auf einem Raumschiff leben. Das macht sie nicht nur glaubhafter, sondern verleiht ihnen einen besonderen Charme. Die Serie erzählt Geschichten, wie sie die PERRY RHODAN-Redaktion gern für die STELLARIS-Kurzgeschichten hätte: Vom Alltag an Bord eines Raumschiffs, dass sich auf friedlicher Forschungsmission befindet.

Warum ProSieben die Serie am Montagabend um 23 Uhr ausgestrahlt hat, weiß ich nicht. Der Sendeplatz war für die Serie äußerst ungünstig, weshalb viele sie gar nicht entdeckt haben dürften. Zum Glück gibt es Mediatheken und Festplatten-Rekorder. Wir haben die Folgen aufgenommen und zu einer vernünftigeren Uhrzeit angesehen. Die zweite Staffel ist auf DVD leider noch nicht angekündigt. Sehr schade!

Neues Mitglied der PRFZ

Am vergangenen Wochenende fand der BrühlCon statt. Ich konnte leider aus vielerlei Gründen nicht teilnehmen. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr. Aber PERRY RHODAN-Autor Robert Corvus war vor Ort. Er hatte mir in dieser Woche schon berichtet, dass er ein neues Mitglied für die PRFZ gewonnen hat. Seit gestern weiß ich auch, um wen es sich handelt.

Jennifer Denter ist Bloggerin bzw. Video-Bloggerin. Sie bloggt quasi vor der Kamera. Unter Letters&Life kann man ihre Videos bei YouTube finden. Jetzt hat sie ein schönes Video über den BrühlCon gemacht. Hier erzählt sie, wie sie zu der Mitgliedschaft in der PRFZ gekommen ist. (Tja, Robert Corvus ist eben ein Verkaufstalent, ihm kann man einfach nichts abschlagen. Danke Robert!)

Mich freut, dass wir ab sofort nicht nur ein junges Mitglied mehr in der PRFZ haben, sondern dass Jennifer so begeistert von der SOL 95 spricht. Da hüpft das Herz der Chefredakteurin. In solchen Momenten weiß ich, warum ich ein großen Teil meiner Freizeit in die SOL investiere. Vielen Dank an Jennifer! Meine Redaktionskollegen und ich würden sich über eine Videobesprechung der SOL 95 sehr freuen.

Hier nun das Video (ab Minute 3:50 gehts um die PRFZ). Im Video zu sehen sind übrigens auch die Aufkleber, die ich anlässlich der 3. PERRY RHODAN-Tage Osnabrück entworfen habe.

Verfrühte Abfahrten und andere Unverschämtheiten im Bahnverkehr

Die Deutsche Bahn hat mich an diesem Wochenende wieder geärgert. Eigentlich sollte ich über die neuen Erfahrungen, dankbar sein, die ich gemacht habe. Aber ich bin einfach nur sauer. Die Verbindungen, die ich nutze, sind ohnehin nicht die attraktivsten. Abweichungen durch Störungen und Baustellen sind daher zusätzlich belastend.

Der Freitag begann mit frühem Aufstehen, da ich den IC kurz nach sechs Uhr nehmen musste und nicht wie sonst den MERIDIAN eine Dreiviertelstunde später. Laut Info war die Strecke zwischen München Ost und München Hbf gesperrt. Da ich keine Lust auf S-Bahn-Lotto am Ostbahnhof hatte, nutzte ich den IC, weil er durchfahren würde, dafür allerdings 45 Minuten länger brauchen sollte. Ich war gespannt, ob der Zug über Holzkirchen umgeleitet werden würde oder über Moosach im Norden von München.

Der Zug nahm die nördliche Strecke vorbei am Kraftwerk und den vielen Güterbahnhöfen. Es ist weniger lang, als über Holzkirchen und wir wären auch wesentlich schneller gewesen, wenn der IC nicht dauernd hätte halten müssen. Zunächst konnte ich mir nicht vorstellen, dass wir für die Umleitung eine Dreiviertelstunde brauchen würden, aber es waren am Ende fast 50 Minuten.

Zum Glück wurde mein Anschluss-ICE in München zu spät bereitgestellt, somit habe ich den geradeso geschafft. Der hatte dann allerdings in Nürnberg keine Einfahrt und so schmolz meine Umsteigezeit von neun Minuten auf vier Minuten zusammen. Wenigstens (oder zufälligerweise) fuhr der ICE am gleichen Bahnsteig ein, an dem der RegionalExpress abfährt und so brauchte ich nur aus- und wieder einsteigen und kam trotz Freitag dem 13. heil und pünktlich an.

Die Rückfahrt hielt dagegen neue Überraschungen parat. Durch diverse Zugüberholungen verspätete sich der RegionalExpress auf der Strecke und es blieben mir in Nürnberg zwei Minuten zum Umsteigen. Da ich nicht die einzige war, hoffte ich, dass das Bahnpersonal Erbarmen hatte. Aber denkste!

Der Zug sollte 13:28 Uhr abfahren. Die Anzeige zeigte 13:27 Uhr, als ich atemlos die Treppe zum Bahnsteig hochrannte. Vorm Zug standen zirka 15 Fahrgäste, die noch mit wollten, doch die Türen waren schon geschlossen. Die Zugbegleiterin sah uns winken und gab dennoch dem Zugführer freie Fahrt, bevor sie selbst einstieg.

So fuhr der ICE 13:27 Uhr eine Minute vor der eigentlichen Abfahrzeit los und ließ eine Meute stinksauerer Fahrgäste zurück, die sich auf die nächstbeste Bahnangestellte stürzten, die ihnen zufällig unter die Augen kam. Dass sie vom Restaurant war, interessierte die meisten nicht, die wollten ihren Frust loswerden.

Ich ging in die Haupthalle zum Reisezentrum, um die Zugbindung für mein Ticket aufheben zu lassen. Es waren so viele Leute da, dass man eine Nummer ziehen musste. Dort wartete ich eine Weile, rief meinen Mann an, dass es wohl später werden würde und entdeckte dann einen provisorischen Schalter neben dem Eingang, an dem man offensichtlich ohne Nummer bedient wurde. Der junge Mann stempelte ohne Kommentar meine Fahrkarte ab und meinte ich solle den ICE 14:07 Uhr nehmen. Auf meinem Hinweis, dass der doch 20 Minuten Verspätung hätte, meinte er, der zweite Teil hätte 15 Minuten, der erste wäre pünktlich.

Ich verstand im wahrsten Sinne nur Bahnhof, ging aber zurück zum Bahnsteig. Im Display wurde der Zug mit der gleichen Nummer zweimal angezeigt. Einmal 14:07 Uhr und einmal 15 Minuten später. Außerdem stimmte die Wagenreihung nicht.

Als dann kurz nach zwei Uhr der Zug angekündigt wurde, hörte ich nochmal genauer hin. »Dieser Zug verkehrt heute mit zwei getrennten Zugteilen.« Ähm, Zugteile bei ICEs sind doch immer getrennt, warum betonte die Sprecherin das? Dann schwante mir, dass die Züge womöglich einzeln fahren. Einer pünktlich und einer 15 Minuten später.

Tatsächlich! Kaum war der ICE wieder losgefahren, sagte der Zugbegleiter durch, dass der zweite Zugteil nicht angekuppelt werden konnte, weil er Verspätung hatte und der erste Zugteil schon mal vorausgefahren ist. – Das war echt mal was Neues! Das hatte ich im Laufe meiner langen Karriere als Zugpassagier noch nicht erlebt.

Der Umstand rette mich jedoch, denn ich hüpfte am Münchner Hbf in die nächste S-Bahn zum Ostbahnhof und erreichte dort gerade noch den MERIDIAN. Ich hätte allerdings keine fünf Minuten später ankommen dürfen. Ortsunkundige Fahrgäste hätten sicher weniger Glück gehabt. Sie hätten erst einmal die S-Bahn finden, und am Ostbahnhof in den richtigen MERIDIAN einsteigen müssen.

Im Übrigen wurde ich in den sechs Stunden, in denen ich mit vier verschiedenen Zügen gefahren bin, nicht ein einziges Mal kontrolliert. Weder in der Regionalbahn, noch im ICE, in der S-Bahn schon gar nicht und ungewöhnlicherweise auch nicht im MERIDIAN ließen sich Zugbegleiter blicken. Das war wahrscheinlich einer der Gründe für das Chaos beim Umsteigen in Nürnberg.

Brückenschlag

Fußgängerbrücke der Superlative

Ich war am Wochenende mal wieder daheim in Thüringen. In den vergangenen 30 Jahren nach der Wende hat sich vieles in und um die Stadt verändert, das meiste zum Besseren. Es wurde viel Geld in die Hand genommen, um Denkmäler und Straßen zu sanieren oder um neue Gewerbegebiete und Siedlungen zu bauen.

Nicht alles, was dabei entstanden ist, begeistert mich. Vieles hätte man anders und besser machen können. Vor allem hätte man mehr für die Geschäfte in der Innenstadt tun müssen und dafür weniger Flächen an den Stadträndern zubetonieren dürfen. Aber das ist bekanntlich in fast jeder deutschen Stadt ein Problem.

Bei einigen Projekten haben die Stadtoberen aber übers Ziel hinausgeschossen. So bei der zweifelhaften Sanierung des Marktplatzes, bei dem man nicht nur das bestehende antike Kopfsteinpflaster durch Pflaster aus Vietnam ausgetauscht hat, sondern auch gleich mal die alten Linden gefällt und anschließend für teures Geld neue gesetzt hat. Die zweihundertjährige Linde vor der Kirche wurde gefällt, weil sie angeblich morsch war, was aber nicht bewiesen werden konnte, weil der Baum in einer Nacht und Nebelaktion gefällt und weggebracht wurde. Später wurde dann argumentiert, die Linde hätte dem Umbau des Platzes vor der Kirche im Weg gestanden. Der Umbau lässt allerdings seit Jahren auf sich warten.

Auf sich warten lassen hat auch der sogenannte »Zeiss-Steg«. Eine Fußgängerbrücke, die über die Saale führte und die in der frühen DDR errichtet wurde, damit die Leute schneller zur Arbeit ins Zeisswerk kamen, ohne dafür den Umweg über die große Saalebrücke zu nehmen. Die einfache Betonbrücke war über die Jahrzehnte marode geworden und wurde vor ein paar Jahren weggerissen. Seitdem baut die Stadt an einem Ersatzbau. Jahrelang bewegte sich nicht viel. Es hieß, dass die neuen Fundamente nicht passten und wieder abgerissen werden mussten. Wie das eben so ist.

Jedenfalls konnte ich am Wochenende, die nun fast fertige Brücke endlich besichtigen. Ganz ehrlich, ich dachte, ich sehe nicht richtig. Statt eines einfachen Fußgängerstegs, den man mit schlichten Betonteilen relativ einfach und unkompliziert hätte setzen können. (Funktioniert bei jeder Eisen- und Autobahnbrücke) starrte mir ein monströses Designobjekt entgegen. Mit Tragseilen und gebogener »Fahrbahn«.

Echt jetzt, musste das sein. Das Ding hat sicher Millionen verschlungen. Millionen, die in sozialen Projekten oder bei der Sanierung einiger Seitenstraßen sicher besser aufgehoben wären, als in einer  Miniausgabe der Golden Gate Bridge. Ich frage mich, was die Mitglieder des Stadtrats geritten hat, so einem Projekt zuzustimmen.

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wurde jetzt daneben noch das Saalewehr aufgerissen. Dort sieht es aus, als wolle man den halben Fluss ausbaggern. Begründung, die Fische kämen nicht über das Wehr. Dabei wurde dort Ende der Neunziger für viel Geld eine Fischtreppe errichtet.

Als ehemalige Bewohnerin kann ich darüber nur den Kopf schütteln und mich fragen, ob wir momentan keine dringenderen Probleme haben und Steuergelder nicht besser angelegt werden können.

Crop-A-Dile in Action

Crop-A-Dile mit farbigen 3 mm Ösen

Sie ist da und sie ist beeindruckend … Mein »Mercedes« der Ösenzangen ist eingetroffen und ich habe auch schon damit gearbeitet. Allein das Gewicht, was die Crop-A-Dile auf die Waage bringt … Sie liegt in der Hand wie ein schwerer Hammer. Na, ja vielleicht hinkt der Vergleich, aber sie fühlt sich zumindest wertig an.

Das Wichtigste ist aber, dass sie genau das tut, wofür ich sie gekauft habe. Sie stanzt 3 und 5 Millimeter große Löcher und setzt dann die dazu passenden Ösen perfekt in jedes Material. Sogar in 2 Millimeter dicken Buchbinderkarton. Ich bin beeindruckt. Laut Beschreibung kann sie auch Druckknöpfe setzen, das habe ich noch nicht ausprobiert.

Was ich doof finde, dass die Crop-A-Dile – wie fast alles – in China produziert wird. Typisch! Es steht groß »American Crafts« drauf und dann lassen die Amis sie in China produzieren. Dabei ist das Ding nicht mal billig.

Bei den Amazon-Bewertungen finden sich Hinweise, dass die Plastikgriffe Chemikalien enthalten, die in Kalifornien dafür bekannt sind, Geburtsschäden und Krebs hervorzurufen. Auf meiner Zange fehlt dieser Hinweis. Also entweder, hat der Hersteller reagiert und andere Materialen verwendet. Oder, was nahliegender ist, es gibt eine spezielle internationale Verpackung, auf der das einfach nicht mehr draufsteht.

Wahrscheinlich geht es um die Weichmacher, die in flexiblen Plastikmaterialien Probleme verursachen. Ich arbeite zwar nicht den ganzen Tag damit und ich kaue nicht darauf herum. Außerdem wasche ich mir nach dem Basteln die Hände. Blöd ist es trotzdem.

Kosmische Berufung

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN Mission SOL Band 07 – »Eine Kosmische Bestimmung« von Marc A. Herren

Alaska Saedelaere ist zurück. Mit seiner kosmologischen Aura und seinem Cappin-Fragment holt er Mahlia Meyun auf den Boden der Tatsachen zurück. Dieser Teil des Romans hat mich ein wenig versöhnt, auch wenn mir das »Wie« ein wenig zu abgehoben ist. Die Vorgänge im Archiv sind für mich nicht fassbar. Das liegt womöglich an meiner naturwissenschaftlichen Natur, die alles genau verstehen will. Da fehlt mir schlicht die notwendige Fantasie.

Perry Rhodan lässt sich mal wieder festnehmen, befreien und wieder festnehmen. Das wievielte Mal innerhalb der Miniserie ist das jetzt? Ich habe nicht mitgezählt, aber die Häufung ist auffällig. Seine Mission mit Pravo Ylapp erscheint mir bereits im Vorfeld kaum durchführbar. Evolux ist eine Welt der Kosmokraten, welche Chancen hat da ein einzelner Mensch, auch wenn er ein Unsterblicher ist, vor allem wenn er gerade aus einem Gefängnis geflohen ist. Damit, dass er das Siegel, welches er von Alaska bekommen hat, wider dessen Warnung für seine eigenen Zwecke missbraucht, wirft erneut ein ungünstiges Licht auf ihn. Ihm muss bewusst sein, dass er damit Alaskas Posten als Statthalter aufs Spiel setzt.

Überraschend ist die Information, dass sich die Proto-Chaotische-Zelle innerhalb von Evolux befindet. In dem Fall haben mich Autor und Exposéautor gelungener Maßen an der Nase herum geführt. Das ist richtig gut.

Marc A. Herren erzählt die Geschichte spannend und verleiht den Schauplätzen den notwendigen Flair. Dennoch sind mir einige unlogische Stellen vor allem am Ende des Romans aufgefallen. Wieso dürfen Mitglieder des Sequenz-Rats den planetaren Transport nicht benutzen, ihre Fußsoldaten aber schon? Vereinfacht würde dies in unserer Realität bedeuten, dass Regierungsmitglieder nicht in Polizeiautos mitfahren dürfen. Oder: wenig später reichen Alaskas technische Möglichkeiten nicht aus, um die LEUCHTKRAFT zu kontaktieren, aber er kann so einfach das multidimensionale Lebewesen aus dem Archiv befreien? Das sind zwar Kleinigkeiten, aber sie stören mich, weil sie das positive Gesamtbild beschmutzen, was ich von dem Roman habe.

Fazit: Marc A. Herren liefert einen sehr guten Roman ab. Ich erkenne so langsam die Struktur in Kai Hirdts Dramaturgie. Der Einsatz von Alaska Saedelaere ist überzeugend und ein schönes Geschenk an die Fans des Maskenträgers. Der Figurenzeichnung des Schweizer Autors ist es zu verdanken, dass sich Mahlia Meyun in meinen Augen rehabilitiert hat. Mit der Darstellung Perry Rhodans habe ich dagegen immer noch meine Probleme. Vielleicht werde ich in den verbleibenden Bänden noch geläutert.

Fakt ist, dass ich gern wieder einen Gastroman von Marc A. Herren lesen würde. Denn mir scheint, Autor zu sein, ist seine kosmische Berufung.

Gefahr aus dem Pilzwald

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 208 – »Die Winde von Epsal« von Rainer Schorm

Eine Gruppe Pilzsammler wird auf Epsal von agressiven Sporen angefallen. Im MIMERC sind die Ärzte ratlos und bitten die Ärztin Sud um Rat, die gerade den Protektor nach Epsal begleitet. Auch sie steht zunächst vor einem Rätsel, weil sich der infektöse Herd jeglichen Untersuchungen entzieht. Auf Grund seiner schnellen Anpassung und Agressivität empfielt sie der Obfrau, Epsal unter Quarantäne zu stellen. Daraufhin kommt es zu Unruhen unter der ahnungslosen Bevölkerung. Sud und ein Einsatzteam von Epsalern stößt in den Pilzwald vor, um nach dem Ursprung der Sporen zu suchen.
Dann wird auch die CREST II im Orbit von Sporenwolken gezielt attakiert. Sie dringen durch Strukturlücken im Energieschirm ins Schiff ein und setzen sich im Haupthangar fest. Der Besatzung gelingt es vorerst ihre Ausbreitung innerhalb des Schiffes zu verhindern. Doch die Sporenwolken lernen und zeigen zunehmend intelligentes Verhalten. Als sie gezielt einen Techniker angreifen, bleibt der Crew nur die Möglichkeit die Sporen mittels eines Plasmabrandes zu vernichten.
Hinter den ominösen Geschehnissen steckt kein anderer als Iratio Hondro, dessen Versuch jedoch scheitert, die Kolonie auf Epsal unter seine Kontrolle zu bringen.

Pünktlich zur Pilzsaison entführt uns Rainer Schorm in die wundersame Welt der Pilze. Durch akribische Recherche vermittelt der Autor nicht nur aktuelles Wissen über Mykologie, sondern zeigt auch die Faszination der Fungi. Es macht richtig Spaß zusammen mit den Protagonisten, allen voran Paulus Moron, in die Pilzwälder einzutauchen und die Umwelt mit allen Sinnen zu genießen.

Rainer Schorm stattet seine skurrilen Figuren stets mit Wortwitz und Schlagfertigkeit aus. Wobei er manchmal übers Ziel hinausschießt, doch in diesem Roman hat er das richtige Maß gefunden. Überhaupt! Seit der Zusammenarbeit mit Rüdiger Schäfer als Exposéautor sind seine Romane qualitativ immer besser geworden. Waren mir seine Geschichten früher zu technisch und zu trocken, beweist er mit dem aktuellen Roman, wie vielseitig sein wissenschaftliches Interesse ist.

Leider weiß man als Leser bereits sehr früh, dass nur Iratio Hondro hinter dem Sporen-Phänomen stecken kann. Interessant ist dagegen der Hintergrund, den der Autor dieser Figur mitgibt. Wir erfahren, wie Hondro zu dem werden konnte, was er ist. Damit erlangt der Antagonist der Staffel erstmals mehr Tiefe.

Was den Staffelfortgang angeht, steuert die Handlung langsam einem Höhepunkt zu. Das es Iratio Hondro erneut gelingt, unbehelligt zu fliehen, ist allerdings etwas ärgerlich. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Einsatz der CREST II gewünscht, aber die Crew versucht es nicht einmal.

Gut gefallen haben mir die Zwischenkapitel von Kor Staal. Der Grunner übt Widerstand gegen die Konzerne, die sein Genom als ihr Eigentum betrachten und ihn und alle anderen Kolonisten ebenfalls. Da deutet sich der nächste spannende Handlungsbogen an. Diese innenpolitischen Probleme sind, wie ich finde, eine der Stärken der NEO-Serie und machen die Geschichten deshalb so authentisch.

»Die Winde von Epsal« ist ein Roman mit viel exotischem Flair, einer überaus spannenden Handlung, die unteranderem die Geschichte Iratio Hondros erzählt. Herausragend ist allerdings die Beschreibung der Kolonie Epsal. Da ist dem Autor ein großer Wurf gelungen. Ich werde daran denken, wenn ich das nächste Mal Pilze esse.

Die »Panzer« und der Umweltschutz

»Jetzt sollen wir nicht mal mehr in die Stadt fahren dürfen«, jammern derzeit viele Autofahrer wegen der Diskussion um Fahrverbote für SUVs in Innenstädten. Das der Aufhänger ausgerechnet ein tödlicher Unfall ist, bei dem vier Menschen von einem SUV überfahren wurden, ist zwar diskussionswürdig.

Andererseits reden alle von Klimaschutz und schreien nach dem Staat, dass er sich doch gefälligst etwas einfallen lassen soll. Aber keiner kommt auf die Idee, dass sein geliebter SUV mehr CO2 ausstößt als ein Kleinwagen, dass er viel mehr Platz wegnimmt und dass er allein schon wegen seines Gewichtes zu einer potentiellen Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer werden kann.

Warum muss es immer dieses Schneller-Höher-Weiter sein? Warum geht es nicht mal eine Nummer kleiner? Auch beim Auto. Nur weil man höher und bequemer sitzt? Ich sitze in unserem Corsa nicht unbequem. Natürlich fühlt man sich in einem SUV sicher. Aber was ist mit den anderen, dürfen die nicht auch Sicherheit für sich beanspruchen?

Vom Umweltgedanken ist ein SUV das genaue Gegenteil dessen, was wir jetzt gerade brauchen. Das Auto verbraucht zu viel Sprit, es stößt zu viel CO2 aus, es nimmt zu viel Platz ein und es gefährdet andere. Warum also fahren inzwischen fast 30 Prozent aller Deutschen einen SUV? Weil sie es können! Weil es für ihr Ego richtig ist! Und weil es den meisten egal ist, welche Auswirkungen ihr Handeln hat. Frei nach dem Motto: »Hauptsache mir passiert nichts.«

Ich wäre für eine generelle Einschränkung, nicht nur für eine SUV-Maut in Innenstädten, sondern auch für höhere Parkgebühren, eine dreifache höhere Kfz-Steuer, und höhere Versicherungsbeiträge für SUVs. Nur so kann man die Leute zwingen auf kleinere Autos umzusteigen. Von alleine werden sie es nicht tun. Das wäre schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung.

Ach ja, SUVs mit Elektroantrieb finde ich noch schwachsinniger. Die braucht kein Mensch. Mit dem was allein der Akku an CO2 verursacht, das erzeugen zwei Diesel-Kleinwagen auf 100 000 Kilometer nicht.

Versorgungsengpass

Jetzt ist es soweit. Wir bekommen den dörflichen Verfall mit aller Macht zu spüren. Wie ich an anderer Stelle bereits erwähnte, haben in den vergangenen Jahren erst der Penny, dann der Metzger und letztes Jahr der Bäcker zugemacht. Seit Anfang September bleibt jetzt auch der Edeka in der Ortsmitte und der Bioladen für immer geschlossen. Einen Drogeriemarkt gibt es schon seit Jahren nicht mehr und wenn man sich biologisch ernähren möchte, muss man 12 Kilometer in die nächste Stadt fahren.

Lebensmittel gibt es nur noch beim Lidl oder im völlig überlaufenen Edeka am Kreisverkehr. Obwohl auch in diesem Jahr jede Menge Urlauber den Ort bevölkerten. Aus der Luft betrachtet ist der größte der fünf Campingplätze etwa so groß wie der komplette Ortskern. Zwei Geschäfte für eine Ortschaft, die im Sommer (wegen der Urlauber) über 10 000 Einwohner hat. Im Winter sind es nur 6 000, aber das sind immer noch viel für nur zwei Lebensmittelmärkte. Nachbarn haben mir erzählt, dass der Lidl abends so gut wie ausgekauft ist. Zumindest was Backwaren, Fleisch und Gemüse angeht. Und die Kollegen meiden Mittags den überlaufenen Edeka, weil sie sonst ihre ganze Pause dort verbringen würden, ehe sie an der Kasse durch sind.

Mein Mann trauert am meisten um den kleinen Bioladen, dessen Besitzerin aus gesundheitlichen Gründen schließen musste. Jetzt bestellen wir Biobrot und -semmeln fürs Wochenende im Reformladen. Die Besitzerin hat schon gejammert, dass Freitags eine Schlange von bis zu zwanzig Leute vor ihrem Laden steht und auf die Brotlieferung wartet.

Ich vermisse schmerzlich den Edeka um die Ecke, in den man schnell mal gehen konnte, wenn man was vergessen hatte. Jetzt ist der Weg dreimal so lang und es ist nicht sicher, ob man auch das bekommt, was man möchte. Vor dem geschlossenen Laden steht jetzt übrigens ein Wagen jenes Bäckers, der drinnen eine Filiale hatte. Aber wer dort Brot und Semmeln kaufen will, muss es tagsüber tun, denn der Wagen schließt um 16 Uhr. Leuten, die Arbeiten gehen, bleibt oftmals nur der Lidl.

Der Besitzer vom Edeka, schreibt auf einem Hinweisschild, ihm sei der Vertrag gekündigt worden. Doch so richtig glaube ich das nicht. Denn der NKD, der im gleichen Gebäude seine Filiale betreibt, bleibt drin. Es fragt sich nur wie lange, jetzt wo keine Kunden mehr zum Edeka kommen.

Das Inventar des Ladens landete übrigens im Müll-Container (der steht noch davor). Es ist traurig, dass Dinge, die bis dahin noch völlig in Ordnung waren, plötzlich nichts mehr wert sein sollen und weggeworfen werden.

Ach ja, demnächst schließt noch der Schuhladen und die Gastwirtschaft ums Eck. Das kleine Café in der Straße hat vergangenes Jahr schon dichtgemacht. Die einzigen, die sich noch halten sind die Italiener und der Grieche.

Es ist schon bedauerlich, dass die Versorgung so miserabel geworden ist. Als ich vor zehn Jahren hierher kam, sah es noch ganz anders aus. Jetzt ist es in etwa so wie im Osten in den neunziger Jahren, wo die kleinen Geschäfte schließen mussten, weil an den Ortsrändern die Gewerbegebiete wie Pilze aus dem Boden schossen.

Hier ist es umgekehrt, da schließen die Geschäfte schon lange vorher. Ende Oktober eröffnen endlich ein Rossmann und ein REWE am Ortseingang. Ich hätte mir mal nicht träumen lassen, wie sehr ich das begrüße und die neuen Einkaufsmöglichkeiten herbeisehne.

Im Bastelfieber

Minibücherregal

Warum ich in den vergangenen Wochen nicht jeden Tag gebloggt habe, liegt unteranderem an nebenstehenden Bastelprojekt. Nachdem ich die Idee in einem Buch gesehen habe, hat es mich gepackt. Das wollte ich auch mal basteln. Wobei es mir dabei grundsätzlich um den Prozess geht. Ist das Ding dann fertig, verschenke ich es meist. Egal, wie viele Stunden ich rein gesteckt habe.

Bei dem angesprochenen Projekt konnte ich viele neue Dinge ausprobieren. Zum Beispiel, wie man 2 mm starken Buchbinderkarton schneidet, ohne sich mit dem Teppichmesser zu verletzten. Wo man selbstklebenden Stoff findet und wie man ihn möglichst faltenfrei aufzieht. Oder wie man aus einem Bilderrahmen ein Regal baut.

In den vergangenen Tagen habe ich mit Cabouchons experimentiert. Es ist tatsächlich schwierig a den richtigen Kleber für das Glasstück zu finden und b das fertige Stück mit dem richtigen Kleber in die Fassung zu kleben. Beim ersten Versuch hat es nicht geklappt, weil der eine Kleber das Papier auf- und das Bild vom Cabouchon abgelöst hat. Der zweite Versuch mit doppelseitigem Klebeband hat dann geklappt. Es geht übrigens nichts über doppelseitiges Klebeband. Es ist meines Erachtens eine der wichtigsten Erfindungen der letzten hundert Jahre.

Im nächsten Schritt muss ich Ösen anbringen. Dummerweise ist meine Ösenzzange zu groß. Da musste ich mir doch tatsächlich den Rolls-Royce unter den Ösenzangen kaufen, in der Hoffnung, dass ich meine Miniaturösen damit setzen kann. Schauen wir mal!

Wenn ich das Projekt beendet habe, werde ich noch mal ein paar Fotos präsentieren. Um was es sich dabei handelt? Das sollte eigentlich nicht so schwer zu erraten sein.