Das Sanktuarium in der »phantastisch!«

Hatte ich eigentlich erwähnt, dass in der »phantastisch! #99« eine Science-Fiction-Kurzgeschichte von mir abgedruckt wurde?

»Das Sanktuarium« entstand für das Kurzgeschichtenseminar in Wolfenbüttel 2024. Klaus Bollhöfener hatte mich gebeten eine Kurzgeschichte für die »phantastisch!« zu schreiben, weil er so wenige Autorinnen hatte. Also verband ich das Nützliche mit dem Praktischen und schrieb die Geschichte für das Seminar an der Bundesakademie gleich so, dass man sie anschließend veröffentlichen konnte. Danach schickte ich sie an Klaus. Dass es jedoch nochmal zwei Jahre gedauert hat, bis sie veröffentlicht wurde, konnte ich da noch nicht wissen.

Die Umstände der Veröffentlichung waren zudem nicht optimal, schließlich war ich daran beteiligt, dass das Magazin überhaupt gedruckt werden konnte. Man könnte mir also nachsagen, ich hätte ein nicht unerhebliches Eigeninteresse an der Übernahme der Druckkosten für die »phantastisch #99« durch die PRFZ gehabt. Das war aber tatsächlich nicht der Auslöser. Ich weiß, wie viel Schweiß, Arbeit und Herzblut in ein Magazin wie die »phantastisch!« fließt. Daher taten mir alle Beteiligten leid, als Klaus Anfang des Jahres eine E-Mail verschickte und zu einer Spendenaktion aufrief, damit wenigstens diejenigen ein Heft bekamen, die darin veröffentlicht hatten. Das gilt natürlich auch für den Layouter Günter Puschmann, der in die »phantastisch!« ebenso viel Kreativität steckt, wie in die »SOL«. Für meine Geschichte hat er jedenfalls eine sehr schön Grafik gemacht.

Ich hoffe, die Leser und Leserinnen der »phantastisch! #99« haben Freude an meiner Geschichte, auch wenn sie traurig endet.

Kurztrip in die Walhalla

Um mich nach den anstrengenden Wochen nach dem Tod meines Vaters und der Pflege meiner an Demenz erkrankten Mutter ein wenig zu erholen und mal wieder was anderes zu sehen, fuhren wir über das verlängerte Wochenende an Himmelfahrt nach Kehlheim. Ich hatte für uns im Landhotel Schneider in Buch ein Zimmer gebucht. Dort sind wir 2024 schon mal gewesen und es hatte uns sehr gut gefallen. Die Wirtsleute haben uns sogar wiedererkannt und wir haben ein Upgrade aufs Zimmer bekommen. Statt eines normalen Doppelzimmers bekamen wir eine Suite mit Schlaf- und Wohnzimmer sowie einem riesigen Bad mit zwei Eingängen. Sehr nobel.

Auf der Hinfahrt besuchten wir die Walhalla in Donaustauf. Das riesige Monument erinnert ein wenig an den Parthenon-Tempel auf der Akropolis, nur neuer. Innen sind Büsten von den für Deutschland wichtigsten Personen ausgestellt, meistens Könige und Kaiser, aber auch Künstler und Politiker. Es sind sogar ein paar wenige Frauen darunter. Der Ausblick über die Donau von dort oben ist überwältigend, vor allem bei dem schönen Wetter, das ausnahmsweise am Mittag des 14. Mai herrschte. Wenige Minuten später fingen es an zu regnen und wir kehrten in Donaustauf in einer Gaststätte ein. Anschließend besuchten wir noch die Rosenburg in Riedenburg. Sagen wir so, wir wollten sie besuchen, wurden aber von dem horrenden Eintrittspreis (mehr als doppelt so viel wie für die Walhalla) abgeschreckt. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir im Hotel und bestaunten die Regenbögen am düsteren Himmel.

Am nächsten Morgen (unserem Hochzeitstag) überquerten wir den Main-Donau-Kanal auf dem Tatzelwurm. Das ist eine sehr ungewöhnliche Holzbrücke, die sich wie ein Drache über den Kanal windet. Auf der anderes Seite spazierten wir am Fluss entlang und entdeckten eine kleine Höhle. Später konnte ich auch noch ein großes Schiff auf dem Kanal fotografieren. Danach suchten wir den kleinen Blautopf, einen kleinen Teich mit bläulichem Wasser. (Das Original liegt in Blaubeuren, da waren wir auch schon ein paar Mal.) Da der Teich auf einem Privatgrundstück liegt, ist er nur schwer zu erreichen. Offenbar möchten die Eigentümer keinen Massentourismus. Kann man auch irgendwie verstehen. Ausgeschildert ist der Weg zwar, aber nichts für fußkranke Leute oder welche mit Höhenangst.

Im Anschluss besuchten wir das Kristallmuseum in Riedenburg, in dem ein riesiger Bergkristall mit ca. 3 Metern Durchmesser steht und es eine sehr hübsche Ausstellung über Halbedelsteine und Insekten gibt. Danach spazierten wir noch um einen kleinen See in Riedenburg direkt neben dem Kanal, bevor uns der Regen ins Auto zurücktrieb. Wir fuhren ins Hotel zum Mittagessen und speisten wie erhofft sehr gut.

Am Nachmittag wollten wir mit dem Schiff auf der Donau von Kehlheim zum Kloster Weltenburg fahren. Leider hatte die Donau momentan sehr wenig Wasser, so das kaum Schiffe fuhren und diese schon ausgebucht waren. Deshalb bummelten wir noch ein wenig durch die Stadt und fuhren dann mit dem Auto nach Weltenburg. Dieses Mal näherten wir uns von der anderen Seite der Donau. Das ist fast noch schöner, weil man das Kloster in seiner vollen Pracht am Fluss sehen kann, ohne die Menschenmassen. Ich machte ein paar richtig schöne Fotos. Schließlich wurde es kühler und wir kehrten zum Auto zurück. Mein Handy vermeldete an dem Tag mehr als 15.000 Schritte.

Am nächsten Morgen hieß es packen, da wir nur zwei Nächte gebucht hatten. Mein Mann wollte den Sonntag lieber daheim verbringen. Wir frühstückten nochmals ausgiebig (Hatte ich erwähnt, dass das Frühstücksbuffet eine Wucht ist?), dann fuhren wir los. Ich wollte unbedingt noch die Donauschiffahrt machen. Weil bis zur Abfahrt noch etwas Zeit war, schauten wir uns die Schleuse vom Main-Donau-Kanal an. Das ist ein gigantisches Bauwerk und ich hätte gern Zeit gehabt, um zu erleben, wie das Kreuzfahrtschiff, das wir Kanalaufwärts gesehen hatten, durchgeschleust wurde. Leider mussten wir zur Donau, um noch einen Platz auf einem der Schiffe zu bekommen.

Diese fuhren an dem Tag nur bis zur Weltenburger Enge. Der Wasserspiegel war über Nacht noch einmal gefallen, so dass die Schiffe nicht mehr gefahrlos durch den Donaudurchbruch bis nach Weltenburg fahren konnten. Wir buchten also eine Rundfahrt und setzen uns an einen Tisch auf dem überdachten Oberdeck. Ganz so ruhig wie erhofft wurde die Fahrt nicht, denn zwei Busse mit Kindern enterten das Schiff. Es herrschte bald recht viel Trubel. Wir ließen uns aber nicht aus der Ruhe bringen und beobachteten das Ufer vom Schiff aus. Die Felsen rings um den Donaudurchbruch sind schon beeindruckend. Man sieht, wie sich das Wasser in den Jahrmillionen hindurchgegraben hat. An einem Felsen erkennt man noch die Hochwassermarke von 1999 als die ganze Gegend zu Pfingsten überflutet worden war und die Donau das Kloster Weltenburg unter Wasser gesetzt hatte. Nach gut einer Stunde waren wir wieder an Land und setzten unsere Heimreise fort.

Zum Mittagessen hielten wir wieder in Landshut bei Ruffs Burger. Normalerweise laden wir hier das Auto beim ALDI gegenüber auf. Aber auf der kurzen Strecke von Kehlheim bis Waging brauchten wir das nicht.

Wenn auch nur kurz, war es dennoch ein sehr schöner Urlaub. Wir überlegen, ob wir im Herbst wieder hierher fahren. Zu entdecken gibt es noch genug in der Gegend.


SF im Doppelpack

Inzwischen sollte die SOL 122 bei den Mitgliedern eingetroffen sein. Im Gepäck hat sie die »Phantastisch! 99«. Der Ausgabe des SF-Magazins, welches ursprünglich im Oktober beim Atlantis-Verlag erscheinen sollte, drohte die Nichtveröffentlichung. Sehr zum Leidwesen von Chefredakteur Klaus Bollhöfener, den Autoren und Mitarbeitern. Als Klaus im Januar nach einer Lösung suchte, dachten wir vom Vorstand der PRFZ, dass man helfen müsse. Schließlich entstand die »Phantastisch!« einstmals als Beilage der SOL. So entschieden wir uns, den Druck der »Phantastisch! 99« zu übernehmen und das Heft als kostenlose Beigabe zusammen mit der SOL 122 an die Mitglieder auszuliefern zzgl. weiterer Exemplare für den neuen Verlag der »Phantastisch!«, Calliope Media.

Diese Beilage war einmalig und nur für die Mitglieder der PRFZ gedacht. Das heißt, alle SOL 122, die jetzt nachträglich im SpaceShop bestellt werden, beinhalten diese Beilage NICHT! Alle Restexemplare der #99 (fast 200 Stk.) wurden dem Calliope Media Verlag zur Verfügung gestellt und sind dort für Interessierte gegen Bezahlung erhältlich.

Die SOL 122 enthält neben den Besprechungen der PERRY RHODAN-Hauptserie, den Silberbänden und NEO wieder viele spannende Artikel rund ums Perryversum.

Im Schwerpunkt dreht sich alles um Hans Kneifel, der in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden wäre. Im Interview erzählt Ruben Wickenhäuser, warum man das Wort Indianer weiterhin sagen sollte. Und Markus Arnold lässt in seiner Kurzgeschichte Myles Kantor wieder aufleben.

Das Titelbild zeichnete Hendrik Fetz ursprünglich für Band 141 der Comicreihe »Unser Mann im All«. Ich habe es ausgesucht, weil es mich an die Handlung aus der NEO-Staffel »Metamorph« erinnert hat, die in der SOL 122 besprochen wird. Wer sieht auf dem Bild auch noch Posbis und Nakken im Inneren eines Tesserakt?

Der Plan des Keloskers

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 380 – »Jenseits des Schleiers« von Kai Hirdt

Die TERRANIA mit Reginald Bull und Perry Rhodan an Bord macht sich auf die Suche nach mehreren verschwundenen Raumschiffen einer Kolonialwelt. Bei der Untersuchung eines Schiffswracks werden sie von arkonidischen Raumschiffen bedrängt und zur Flucht gezwungen. Die Nottransition führt sie durch eine Raumzeit-Spalte ins Granulon der Kelosker. Die sind alles andere als erfreut über den unfreiwilligen Besuch und beschuldigen Rhodan und die Menschheit am Untergang ihres Granulons und dem Tod tausender Kelosker. Sie entern die TERRANIA und nehmen die Besatzung gefangen, wie sie es schon mit anderen Schiffen zuvor getan haben, darunter auch die vermissten Raumschiffe von der Kolonialwelt und ein Schiff der Arkoniden.
Perry Rhodan und seine Frau Thora können die TERRANIA mit Guckys Hilfe unbemerkt verlassen und machen sich auf die Suche nach einem Rückweg. Auf einem Planeten finden sie weitere im Granulon gestrandete Personen aus dem Einsteinuniversum. Alle leben auf einer Art Gefängniswelt in Anarchie und Chaos. Sie treffen auf eine Gruppe arkonidischer Wissenschaftler, die ebenfalls unbeabsichtigt hier gestrandet sind. Zusammen mit einem verbündeten Kelosker suchen sie einen Stato auf, um in den Einsteinraum zurückkehren können.
Doch irgendeiner der führenden Kelosker verfolgt einen anderen Plan, denn entgegen aller Wahrscheinlichkeiten können Perry und Thora einen Chrono-Korrelator erbeuten, der die TERRANIA und die anderen Raumschiffe durch den Stato zurückschicken könnte. Die Mediker an Bord stellen fest, dass die vor längerer Zeit Gestrandeten mit einem Virus infiziert wurden, der nicht nur die Menschheit, sondern auch alle anderen Völker der Milchstraße vernichten könnte.
Rhodan und seinen Begleitern gelingt es, in ihr angestammtes Universum zurückzukehren. Da taucht Dao Lin H’ay auf. Die Schwester der Tiefe bittet Rhodan um Hilfe zur Rettung seiner Tochter Nathalie benötigen sie ein Artefakt, eine sogenannte Träne der Sterne.

Endlich wieder mal ein Roman von Kai Hirdt. Wie sehr hatte ich mich darauf gefreut. Und tatsächlich kann mich der Co-Exposéautor unterhalten. Die Figuren stimmen, das Timing auch und der Humor sowieso. Dennoch war ich am Ende ein wenig enttäuscht. Vielleicht weil ich schon bessere Romane des Autors gelesen habe, vielleicht auch, weil mich die Darstellung der geheimnisvollen Kelsoker nicht überzeugt hat.

Die bisher als überlegen und weitsichtig beschriebenen Denker mit ihren elf Gehirnen wirken in diesem Roman eher plump und wenig clever. Wenn sie so klug sind, wie bisher beschrieben, müssten sie wissen, das Rhodan nicht für den Schaden an ihrem Granulon verantwortlich sein kann und es wenig Sinn macht, Menschen zu quälen, damit sie ihnen das Gegenteil erzählen. Die Hintergründe des Vorgehens des bösen Keloskers bleiben im Dunkeln, sowohl für Perry, als auch für mich als Leserin. Ich habe hier bewusst alle Namen weggelassen, weil ich im Laufe des Romans bei den vielen Namen irgendwann nicht mehr mitgekommen bin.

Spannend fand ich die Nebenhandlung um den Prospektor, der in einem Asteroiden ein geheimnisvolles Artefakt entdeckt und damit die Machenschaften eines Bergbaukonzerns aufdecken kann. In dieser Geschichte steckt für mich mehr Potenzial als in der Keloskersache. Für einen Roman zum Staffelauftakt hat mir ein bisschen der Wow-Effekt gefehlt.

Ich schreibe diese Rezension zirka vier Wochen nachdem ich den Roman gelesen habe und muss zurückblickend eingestehen, dass mir so gut wie nichts von der Handlung in Erinnerung geblieben ist. Im Gegenteil, ich musste einige Passagen des Romans nochmal querlesen, weil ich nicht mehr wusste, worum es überhaupt ging. Das ist sicher kein gutes Zeichen für einen Roman am Staffelbeginn.

»Jenseits des Schleiers« ist seit langem mal wieder ein NEO-Roman von Kai Hirdt. Zugegeben: es ist kein Highlight auch weil sein Inhalt kaum in Erinnerung bleibt. Es gab aber schon weitaus schlechtere Romane des Autors.

Trauriges Wochenende

Mein Vater ist am Sonntag verstorben.

Nach drei Tagen im Krankenhaus hat er für immer die Augen geschlossen. Am Mittwochabend hatten wir noch miteinander telefoniert und er war wie immer. Donnerstagabend hatte ich dann den Rettungsdienst am Telefon mit einer sehr schlechten Prognose, die der Arzt von der Notaufnahme spät Abends noch mal bestätigte.

Zu aller Überraschung hat er die Nacht und den Freitag überlebt, und ich konnte mich am Samstag noch von ihm verabschieden, auch wenn er nicht bei Bewusstsein war.

Er wurde 89 Jahre alt. Im August hätte er seinen Neunzigsten Geburtstag gefeiert. Auch wenn er in der letzten Zeit nur noch mit Stock durch die Wohnung geschlichen ist und kaum noch das Haus verlassen hat. Er hat ein langes erfülltes Leben zusammen mit meiner Mutter gehabt. Sie sind viel gereist, haben alles mitgenommen was ging. Mein Vater hat im Laufe seines Lebens viel gearbeitet, hat viele Bäder gefliest und kannte daher viele Leute. Mit ihm durch die Stadt zu gehen, war mühsam, weil er alle paar Meter jemanden getroffen hat, der ihn kannte und er immer zu einem Schwätzchen bereit war. Zuletzt hat ihm das gefehlt, weil viele seiner Freunde und Bekannten vor ihm gestorben waren. Ich habe da erst begriffen, was es wirklich bedeutet »älter« zu werden.

Er war bis ins hohe Alter an vielen Dingen interessiert, hat mir immer erzählt, was er in der Zeitung gelesen oder im Fernsehen gesehen hat. Das wichtigste hat er immer in seinen kleinen Kalender geschrieben, auch wenn man die Worte nur schwer entziffern konnte. Das Schreiben lag ihm nicht so. Er war im Imkerverein, im Kegelklub und hat im Männerchor mitgesungen. Bei Festen und Feiern waren wir meistens die Letzten, weil er immer bis zum Schluss bleiben wolle. Die Familie stand für ihn an erster Stelle, egal ob seine Eltern, Geschwister, Nichten und Neffen, meine Mutter oder ich, jeder war ihm gleich wichtig. Er hatte eine starke soziale Ader, war immer für andere da. Die Großzügigkeit und Einsatzbereitschaft habe ich von ihm geerbt. Bei den Menschen, die ihn kannten, war er sehr beliebt, wegen seiner offenen natürlichen Art. Er hat sich nie verstellt und sich nie verbiegen lassen. Er war immer auf Harmonie bedacht und wenn er sich mit meiner Mutter gestritten hat (was in den letzten Jahren häufiger vorkam), dann war es schnell wieder vergessen.

Bis zuletzt hat er jeden Tag sein Saalfelder Premium Pils getrunken und gern mal Kartoffelchips genascht. Obwohl er einen angeborenen Herzklappen-Fehler hatte (das wurde erst nach seinem Achzigsten Geburtstag diagnostiziert) war er nie ernsthaft krank. Die Tage, die er in seinem Leben im Krankenhaus gelegen hat, kann man an zehn Fingern abzählen.

Nun ist er weg und mir bleiben nur die tausenden Fotos, die er im Laufe seines Lebens geschossen hat. Das Leben verweht, aber die Erinnerungen sind unsterblich.

Das obere Bild stammt aus den späten 1950er Jahren, als meine Eltern an der Ostsee Urlaub gemacht haben. Dort waren sie bekannt als Herr und Frau Kennedy. Das volle Haar hat mein Vater bis zu Letzt gehabt, siehe das untere Bild von ihrem 63. Hochzeitstag 2025.

Erwachen einer Superintelligenz

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 379 – »Maschinenzorn« von Rüdiger Schäfer

Den Schaden am Zentralplasma der Posbis den die Rückholung des Bewusstseins von Thomas Rhodan da Zoltral verursacht hat, kann nur die mentale Verschmelzung von Anich mit den Nakken reparieren. Doch die Vereinigung wird von den Cybora-Kindern verhindert. Sie übernehmen die orientierungslosen Raumschiffe der Posbi-Rebellen und greifen das Zentralplasma Anich an. Zuletzt dringen sie durch den Schutzschirm um Pharaduat und versuchen die Realität aufzulösen, damit das Zentralplasma stirbt. Dabei nehmen sie den Tod von Perry Rhodan und seinen Gefährten in Kauf.
Hilfe kommt von Seiten der Schwestern der Tiefe. Die ewige Schwester Vhynja Crii bittet Nathalie Rhodan da Zoltral zu ihnen zurückzukehren. Im Gegenzug würde sie das Konnektiv der Kinder auflösen und die Verschmelzung der Nakken mit dem Zentralplasma vollführen. Sie lässt ein Distanzloses Tor materialisieren, diese riesige Raumstation unterbricht die Verbindung zwischen den Cybora-Kindern und stellt eine Verbindung zwischen den Bewusstseinen der Nakken und Anich her. Doch sie benötigt Perry Rhodan als Geburtshelfer. Der Zeitträger kann der entstehenden Wesenheit ANICHAR Menschlichkeit einimpfen. Die Posbikrise endet, die Kinder werden ihren Eltern übergeben Rhodan und seine Begleiter kehren mit der MAGELLAN zur Erde zurück.

Die Bodenständigkeit aus den ersten Romanen der Staffel wurde zuletzt schon reduziert. In Rüdiger Schäfers Roman geht sie gänzlich verloren. Ein wilder Mix aus Bewusstseinsanalyse, Quantentheorien und metaphorischen Formulierungen führt die Geschichte ihrem Ende zu. Die Schwestern der Tiefe mischen wieder mit und Perry Rhodan muss als Zeitträger erneut Unmögliches leisten. Ich bin tatsächlich froh, dass das Kapitel Posbikrise damit endlich abgeschlossen ist, hätte mir aber eine, sagen wir, weniger komplexe Lösung gewünscht.

Gewohnt gefühlvoll und mit vielen klugen Worten macht einem der Autor die Lektüre der hochkomplexen Vorgänge erträglich. Dieses Mal rührt er mich zwar nicht zu Tränen, erntet aber meinen Respekt für den Versuch die quantenmechanischen Vorgänge irgendwie rational erklären zu wollen. Das gelingt ihm mehr oder weniger gut. Spannend ist die Geschichte allemal, allein durch die bildhaften Beschreibungen vom Beinaheuntergang Pharaduats.

Bei den Cybora-Kindern wählt er wieder die Erzählperspektive von Lyrie Arbas, macht jedoch einen Fehler, in dem er Taro Jen zum aggressiven Part der Sieben ernennt. Das war in der Vergangenheit jedoch immer Darrow Myel gewesen. Taro war eher der in sich gekehrte Außenseiter, der überlegt und behutsam vorgegangen ist.

»Maschinenzorn« beendet die Posbikrise und damit die Staffel »Metamorph« mit einem Feuerwerk aus Quantentheorie und ausufernder Action. Das wird sicher nicht jedem gefallen, ist aber in sich schlüssig erzählt.

Albtraumhafte Posbi-Action

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 378 – »Welt der Albträume« von Ruben Wickenhäuser

Nach einem Zwischenstopp bei NATHAN auf Luna fliegen Perry Rhodan und seine Familie sowie Roi Danton und dem Mentamalgam Sud zum Heimatplaneten der Posbis. Dort gelingt es ihnen mit Unterstützung des Posbis Algron, die sich belauernden Flotten zwischen anich-treuen Posbis und Rebellen-Posbis zu durchqueren und ins Heiligste der Roboterzivilisation vorzudringen. Auf Pharaduat lebt das intelligente Zentralplasma Anich, von dem Anteile in jeden Posbi integriert sind. Hier ist auch das Bewusstsein von Rhodans totgeglaubtem Sohn Thomas gefangen. Und nicht nur das, auch sein Körper wurde hier über die vielen Jahrhunderte unversehrt von den Posbis aufbewahrt. Doch eine Überführung von Toms Bewusstsein zurück in seinen Körper stellt sich als schwierig heraus. Thomas Rhodan da Zoltral will nicht mehr zurück, weil er sich an der Macht berauscht, die ihm die Existenz im Zentralplasma verleiht. Er fühlt sich wie ein Gott und handelt entsprechend. Mit aller Macht versucht er eine Übertragung seines Bewusstseins in seinen menschlichen Körper zu verhindern und nimmt dabei selbst den Tod seiner Familie in Kauf.
Roi Danton kämpft dagegen mit den Geistern der Vergangenheit. Er muss zusammen mit Nathalie von Echo-TOOR, einem Planeten außerhalb der Zeit, Technologie der Schwestern der Tiefe besorgen, damit Thomas in seinen menschlichen Körper zurückübertragen werden kann. Sein bestehender Hass auf die Schwestern wird noch größer, als unvermittelt die Kartanin Dao-Lin-H’ay auftaucht und ihnen helfen will.
Letztendlich kann Thomas in seinen angestammten Körper zurückgeholt werden. Allerdings bringt dies Anich in Lebensgefahr. Offenbar kann das Zentralplasma nur gerettet werden, wenn es eine Mentalverschmelzung mit dem Volk der Nakken eingeht.

Okay, das ging jetzt schnell. Nachdem Rhodan und Co endlich auf Pharaduat angekommen sind, geht es Schlag auf Schlag. Man erfährt, wie Thomas Rhodan dorthin gelangt ist, warum er nicht zurückwill – ein wenig größenwahnsinnig war er ja schon immer – und warum die Rebellen-Posbis so skrupellos agieren.

Die Lösung, Technik der Schwestern der Tiefe vom Planeten Echo-TOOR zu holen, fand ich zwar etwas weit hergeholt, aber der Autor schafft es, mir durch die Auseinandersetzung zwischen Nathalie und Roi Danton die ethischen Konsequenzen der Taten der Schwestern sehr plastisch zu vermitteln. Der Albtraum von Roi, seine Kenntnisse aus den Zeiten der Französischen Revolution und sein Leidensweg, der von den Schwestern der Tiefe in Gang gesetzt wurde, ist großartig ausgearbeitet und lässt mich die eine oder andere Schwäche im Plot vergessen.

Zumindest einen Fehler muss ich anmerken. Als ich bei Romanbeginn las, dass man wieder bei NATHAN ist, um ein paar Dinge abzuholen, habe ich mich schon gefragt, wann wollen die denn nun endlich mal nach Pharaduat fliegen. Die MAGELLAN müsste nach dem vielen Hin und Her doch längst dort angekommen sein. Und dann: sind sie innerhalb von drei Stunden da. Echt jetzt? Sie fliegen zwar mit einem Tesserakt, aber bitte: Pharaduat liegt im Leerraum zwischen den Galaxien. Selbst ein Posbi-Raumschiff sollte mehr als drei Stunden für diese riesige Entfernung brauchen.

Dass in den letzten drei Romanen nicht ein einziges Mal von der MAGELLAN oder von den cyboranischen Kindern die Rede ist, finde ich ebenfalls befremdlich. Waren sie doch zu Beginn der Staffel deren Aufhänger.
»Welt der Albträume« offenbart, dass bei der Verfolgung hehrer Ziele sehr oft die Menschlichkeit geopfert wird. Das ist bei den Schwestern der Tiefe genauso wie in der richtigen Welt.

Bewusstseinskrise

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 377 – »Invasion der Posbis« von Lucy Guth

Dem Solsystem steht wieder einmal eine Invasion bevor. Tausende von Fragmentraumern und Dreizackschiffen der Posbi-Rebellen dringen ins Heimatsystem der Terraner und in die Systeme ihre Kolonien ein. Zunächst üben die Posbis Zurückhaltung, doch dann beginnen sie mit einem Angriff auf die Flottenwerft der Terraner auf Titan. Protektor Reginald Bull bittet alle Verbündeten der Menschheit um Hilfe. Als einzige schicken die Arkoniden eine Flotte unter der Führung von Zalara da Keranth, die sich Bulls Kommando nur wiederstrebend unterstellt.
Derweil wollen Perry Rhodan, seine Frau Thora und seine Tochter Nathalie mit Thomas Rhodan Kontakt aufnehmen. Dessen Bewusstsein wurde offensichtlich in das Zentralplasma der Posbis integriert und hat sich inzwischen über einen Großteil der Posbis verteilt. Für den Kontakt brauchen sie Roi Danton, dessen Bewusstsein von NATHAN wieder in seinen Robotkörper zurückübertragen werden konnte.
Auf einem Asteroiden in einem Sonnensystem am Rande der Lokalen Blase versuchen sie mit Dantons Hilfe ins Kommunikationsnetzwerk der Posbis einzudringen und an Thomas Rhodan zu appellieren. Sie erfahren das Thomas befürchtet, im Zuge des Projekts Metamorph ausgelöscht zu werden. Perry kann  seinen Sohn Thomas umstimmen, den Angriff auf die Erde abzubrechen, kurz bevor die Rebellen-Posbis die Verteidiger der Erde vernichtend schlagen können.
Doch Thomas richtet seine Angst und Wut nun gegen die Nakken. Gemeinsam mit den Hamamesh und den Arkonidischen Schiffen kann die Terranische Flotte den Heimatplaneten der Nakken so lange verteidigen, bis alle Nakken evakuiert sind.
Danach setzt Perry Rhodan gemeinsam mit Thora und Nathalie die Reise zur Hauptwelt der positronisch-biologischen Roboter fort, um seinen Sohn aus dem Zentralplasma zu befreien.

Uff! Irgendwie habe ich das Gefühl, das hier ein Roman fehlt. Denn die Erkenntnisse die Lucy Guth zu Beginn des Romans über Thomas Rhodan zusammenfasst, wurden bisher nicht in dieser Deutlichkeit vermittelt. Es gab Andeutungen um den Sohn Rhodans. Es gab Vermutungen, aber es wurde in den bisherigen Romanen der Staffel nie geklärt, wie genau er mit den Posbi-Rebellen in Verbindung steht. Das jetzt in einem Rückblick zu erfahren, irritiert mich. Gab es doch im vorangegangenen Roman genug Platz um das groß und breit zu erzählen. So ist es nun mehr »Tell« statt »Show«. Das ist der erste große Negativpunkt in einer bisher sehr gut funktionierenden Staffel.

Lucy Guth gelingt es jedoch, durch ihre schön gezeichneten Figuren diesen Fauxpas zu überspielen. Herausragend ist dabei die Beziehung zwischen Reginald Bull und der Arkonidin Zalara da Keranth erzählt. Mit Bulls Assistentin Hollie Delacour hat die Autorin wieder einen sogenannten Underdog-Charakter etabliert, also jemanden der nicht zu den zentralen Figuren der Serie gehört, sondern der den Blickwinkel eines Normalsterblichen hat. Das ist ihr schon einmal mit der Positronikspezialistin Donna Stetson geglückt.

Wegen des Romantitels, hatte ich zunächst befürchtet, den halben NEO lang von irgendwelchen Raumschlachten lesen zu müssen. Das hielt sich zum Glück die Waage mit den Abenteuern von Rhodans Familie und Roi Danton in der Posbistation auf dem Asteroiden. Wobei es hier ein Wiedersehen mit den beiden Posbis Kaveri und Atju aus der Posbistaffel gibt. Die hatte ich so gar nicht mehr in Erinnerung.

Höhepunkt war jedoch die »geistige« Auseinandersetzung zwischen Roi Danton und Thomas Rhodan, die sich mal einen Körper geteilt haben. Der Showdown im Spiegelsaal von Versailles mit den verschiedenen Inkarnationen von Roi Danton ist gut geschrieben und wunderbar auf dem Titelbild des Romans visualisiert.

Die einzige Stelle an der ich ein wenig die Stirn runzeln musste, war beim Angriff von Thomas‘ Posbis auf den Heimatplaneten der Nakken. Im Vorgängerroman haben wir mitbekommen, wozu die Nakken fähig sind. Sie waren in der Lage Perry Rhodan kurzzeitig aus dem Gefüge der Raumzeit und sogar aus den Erinnerungen eines jeden Menschen zu tilgen. Nun scheinen sie gegenüber des Angriffs der Posbi komplett hilflos zu sein und müssen von den Hamamesh evakuiert werden. Wenn sie eine derartige mentale Macht besitzen, warum haben sie die Posbis nicht selbst aufhalten können? Sie hätten sie doch ebensogut aus der Raumzeit tilgen können.

»Invasion der Posbis« bringt viele Erkenntnisse zum Verhalten der Posbis und dem Zusammenhang mit Thomas Rhodan da Zoltral. Leider werden die mir diese nicht gezeigt, sondern nur erzählt. Das finde ich ausgesprochen schade.

Eine spektakuläre Verfilmung

Normalerweise sind Buchverfilmungen nicht immer so nah am Original, wie es die Autoren gern hätten oder wie es für die Geschichte zuträglich wäre. Bei der Verfilmung von Andy Weirs Roman »Der Astronaut« ist das anders. Der gerade in den Kinos angelaufene Streifen ist eine eins zu eins Verfilmung des Buchs. Ich habe jedenfalls nichts vermisst, was im Roman angesprochen worden wäre.

Zum Inhalt (Auszug aus meinem Blogeintrag zum Roman »Der Astronaut«): Wissenschaftler Ryland Grace wacht in einem Raumschiff auf und kann sich an nichts mehr erinnern. Er stellt fest, dass seine beiden Mitastronauten tot sind und sein Raumschiff sich in einem fremden Sonnensystem befindet. Nach und nach kommen seine Erinnerungen zurück und er erkennt, warum er auf diese Mission geschickt wurde. Es geht darum, an dem fremden Ort das Überleben der Menschheit zu sichern. Eine Aufgabe die schier übermenschlich ist. Doch da bekommt Ryland Hilfe, die er nie erwartet hätte.

Als ich 2022 den Roman gelesen habe, hat er mich schwer beeindruckt. Es ist eine unglaublich spannende Geschichte, die ein bisschen technisches Hintergrundwissen erfordert. Beim Film braucht man das Wissen nicht unbedingt, da stehen die Bilder im Vordergrund. Es ist also ein Film, der jeden anzusprechen vermag. Dabei wechseln sich die Szenen auf der Haile Mary im fremden Sonnensystem mit den Erinnerungen von Ryland auf der Erde ab.

Die schauspielerischen Leistungen sind ebenfalls großartig, allen voran die von Sandra Hüller. Die Thüringerin brilliert in der Rolle einer Regierungsvertreterin, kühl, distanziert und bestimmt, dennoch merkt man ihr an, das ihr das Schicksal von Ryland nahe geht. So wie Matt Damon in »Der Marsianer« trägt Ryan Gosling beinahe den kompletten Film. Den etwas unkoordinierten Lehrer, der unfreiwillig zum Retter der Menschheit wird, nimmt man ihm in jeder Szene ab. Er ist beinahe noch näher an der Romanfigur wie seinerzeit Matt Damon an Mark Watney.

Unterstützt werden die genialen Aufnahmen aus dem Raumschiff und im All von einem bunten Soundtrack, bei dem von Country über Klassik bis hin zum Pop eigentlich alles dabei ist. Sogar Sandra Hüller wagt sich ans Mikrophon und singt mit »Sign of the Times« einen Song, der wie die Faust aufs Auge zur Untergangsstimmung auf der Erde passt.

Besonders gut finde ich, dass das überraschende Ende genauso umgesetzt wurde wie im Buch. Das wird vielen Zuschauer, die den Roman von Andy Weir nicht kennen, den Boden unter den Füßen wegziehen.

Das Besondere an dem Film, obwohl der Untergang der Menschheit droht, ist es keine Dystopie. Im Gegenteil es ist ein mutmachender Streifen mit viel Humor und einem Weitblick, was wir gemeinsam erreichen könnten, wenn wir aufhören würden uns die Köpfe einzuschlagen.

Mein Tipp für alle SF-Fans, geht ins Kino und schaut euch diesen Film an. Die zweieinhalb Stunden sind spannend bis zum Schluss.