Christinas Multiversum

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Bluespolitik

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 178 – »Krisenzone Apas« von Kai Hirdt

Lukosta Atisi Kommandantin der Wissenschaftsflotte und Tochter von Regierungschefin Waikara Atisi will eigentlich nur den Nachweis erbringen, das sich im Pahlsystem eine weitere Raumanomalie etabliert, die das System unbewohnbar machen würde. Doch der Tod ihres Bruders, einem hohen Regierungsmitglied, und das Auftauchen eines fremden Schiffs (die FERNAO mit Perry Rhodan) verändert alles. Lukosta sieht sich plötzlich in die Rolle einer Politikerin gedrängt, die nicht nur gegen ihren politischen Gegner Aan Hadralok antreten muss, sondern auch in die Intrigen ihrer Mutter verwickelt wird. Die wiederum steht vor der Entscheidung mit Hilfe der Fremden ihre langfristigen Expansionspläne für Apas zu verwirklichen oder ihr Gesicht zu wahren. Dabei bieten die Fremden ein Mittel gegen die unheilbare Seuche, den Gelben Tod, fordern dafür aber eine große Menge Katlyk. Es entbrennt eine Raumschlacht um das Katlyk, in der nicht nur die Wissenschaftsflotte von Lukosta Atisi unterzugehen droht, sondern auch Perry Rhodan selbst. Er konnte die Kommandantin überzeugen, ihm zu helfen, die Ruptur bei Droo Karuuhm zu schließen, um damit ihr eigenes Volk zu retten.
Und dann ist da noch der Rückkehrer Ussein Parkh, einer der aus den Kältekammern auf Impos gerettet Blues. Seine Heimkehr nach 718 Apasjahren hält einige Überraschungen bereit. Am Ende ist er gefordert zu zeigen, wem seine Loyalität gilt Perry Rhodan oder seinem Volk.

Stark, so lässt sich der Roman in einem Wort zusammenfassen. Der Autor liefert eine Politposse und das im positiven Sinne. Wendungsreich, durchdacht und mit vielen pointierten Spitzen auf unsere Gegenwart lässt uns Kai Hirdt teilhaben am Leben der Blues. Beeindruckend sind die Details mit denen das Blues-Volk präsentiert wird. Da wird nicht nur die Verwicklungen innerhalb der Regierung gezeigt, sondern auch die Struktur der Gesellschaft im Kleinen, mit all ihren Absonderlichkeiten. Da steckt sehr viel Detailarbeit drinnen, die sicher auch zum Teil von den Exposé-Autoren geleistet wurde. So ein komplexer Weltenbau erfordert gewaltige Anstrengungen, damit er stimmig wirkt. Und das ist in diesem Fall allen Beteiligten gelungen.

Der Roman wird ausschließlich aus der Sicht der Außerirdischen erzählt. Perry Rhodan, Tifflor und Sud sind nur Nebencharaktere. Aber das macht nichts, weil die Protagonisten, die der Autor beschreibt, so lebensnah erscheinen. Kai Hirdt ist der Spagat gelungen, einer fremden Spezies soviel Menschlichkeit zu verleihen, dass der Leser sie wie selbstverständlich akzeptiert, ja sogar mit ihnen mitfiebert.
Das Besondere an dem Roman ist, dass man nicht mal viel darüber wissen muss, was zuvor passiert ist. Man könnte die Geschichte verstehen, ohne die Staffelhandlung – ich wage sogar zu sagen – die Serienhandlung zu kennen. So gesehen ist »Krisenzone Apas« der perfekte Einsteigerroman.

Auch wenn die Geschichte nahezu perfekt erzählt wurde, stellen sich mir einige Fragen. Bei der Lebensspanne eines Blues, sind 718 Apasjahre (4000 Erdjahre) eine sehr lange Zeit. Dennoch scheint die Spezies sich nicht großartig weiterentwickelt zu haben. Ich würde erheblich größere Probleme erwarten. Man stelle sich vor, ein Mensch kommt nach 4000 Jahren zurück zur Erde. Das fängt bei der Sprache an und endet bei der fortgeschrittenen Technik. Ussein Parkh kehrt nach 718 Jahren in seine Heimat zurück. Es mag sich die Architektur der Stadt geändert haben, die Bewohner anscheinend nicht. Da hätte ich mir auf seinem Weg zurück ins Leben noch ein paar mehr Hindernisse und Missverständnisse gewünscht, vor allem solche, an die man nicht sofort denkt.

Das Hauptproblem ist jedoch die Sache mit der Seuche. Ich möchte an dieser Stelle meinem Bloggerkollegen Sven Fesser recht geben, der sich unlängst darüber gewundert hat. Warum die Blues nicht schon längst selbst ein Heilmittel für die Krankheit entwickelt bzw. die Hintergründe der Erkrankung herausgefunden haben? Nach so langer Zeit in der die Blues das Molkex schon verarbeiten und dafür das Enzym ihren Kindern entziehen, sollte irgendwann einmal jemand auf die Verbindung zwischen beiden Ereignissen gekommen sein. Außer – das wäre für mich die einzige Erklärung – das diejenigen, die auf des Rätsels Lösung stoßen, sofort von der Neunzehnten Vorsicht (dem Geheimdienst) aus dem Verkehr gezogen und alle Informationen darüber vernichtet werden.

Nichtsdestotrotz ist »Krisenzone Apas« ein exzellenter Roman von Kai Hirdt, der damit wieder einmal beweist, wie viel Kreativität in ihm steckt. Dass er das auch eins zu eins umzusetzen vermag, nötigt mir großen Respekt ab. Umso mehr freue ich mich darauf seinen nächsten Beitrag zu PERRY RHODAN NEO zu lesen, ein Doppelroman der die Staffel »Die Allianz« einleiten wird.
Großartig!

Die 71er phantastisch!

Die phantastisch! 71

Vorgestern flatterte die neue phantastisch! ins Haus. Ein sehr schönes und vielseitiges Heft. Zwar ist nicht alles für mich interessant, aber einige Artikel und Interviews sind lesenswert. Absolutes Muss ist wie immer der Comic »Ein seltsamer Tag« von Olaf Brill und Michael Vogt. Folge 31 ist eine Hommage an Stephen Hawking. Da fällt mir ein, dass ich mir noch den Sammelband von »Ein seltsamer Tag« bestellen wollte, den es seit kurzem im Atlantis-Verlag gibt. Interessant fand ich auch das Interview mit Tom Hillenbrand, der über seine Romane »Drohnenland« und »Hologrammatica« spricht. Die Kurzgeschichte habe ich noch nicht gelesen, das wird aber bei Gelegenheit nachgeholt.

Auch ich bin dieses Mal wieder mit zwei kleinen Beiträgen vertreten: den Rezensionen zu »New Sol« und »Artemis«. Ich habe mir vorgenommen, demnächst mal einen größeren Artikel zu schreiben. Aber dafür muss ich noch ein wenig recherchieren und dazu habe ich momentan keine Zeit. Kommt aber sicher.

Ich finde die phantastisch! 71 rundum gelungen. Für Freunde der phantastischen Literatur ist das Heft unentbehrlich. Erhältlich ist es im Atlantis-Verlag oder in ausgesuchten Zeitschriftenläden.

Das Verzascatal II

Sonogno 2013

Ganz am Ende des Verzascatals liegt das Dorf Sonogno.

Bei meinem ersten Besuch im Oktober 2006 war es ein verschlafenes Örtchen. Die Sommer-Touristen waren abgereist und die Bewohner bereiteten sich auf den Winter vor. Die engen mit Natursteinen gepflasterten Straßen waren verwaist. Nur die Ziegen tummelten sich noch auf den umliegenden Wiesen.

2013 besuchte ich mit meinem Mann erneut das Dorf. Die Ziegen gab es immer noch, aber inzwischen war alles auf den Tourismus ausgerichtet. Das Natursteinpflaster hatte man gegen schnödes Betonpflaster ausgetauscht und so dem Ort viel von seiner Ursprünglichkeit geraubt. Ich war ein wenig enttäuscht, dass sich die Dorfbewohner der Diktatur des Tourismus gebeugt hatten. Wo das Verzascatal doch zu den geschützten Regionen der Schweiz zählt.

Besonders schön sind aber nach wie vor die vielen Wasserfälle, die hinter der Ortschaft von den Felsen stürzen. Ab hier kann man den Rest des Tals zu Fuß erkunden. Das habe ich mir jedenfalls für einen den nächsten Urlaube vorgenommen.

Ebenfalls toll ist das Nachbartal des Verzascatals. Das Maggiatal ist größer, weiter und länger, das Flüsschen Maggia nicht weniger imposant. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal.

Hier noch ein paar Fotos, die den Wandel in Sonogno dokumentieren.

Sonogno 2006

Sonogno 2006

Sonogno 2006

Sonogno 2013

Sonogno 2013

Der perfekte Sonntag

Sonnenschein und zwanzig Grad bereits am Morgen. Ausschlafen bis halb acht. Ein leckeres Frühstück mit gekochtem Ei und frischen Semmeln. Dann die Sachen gepackt und ab ins Freibad nach Bergen.

Über dem Hochfelln türmen sich weiße Wolken, ansonsten ist der Himmel blau und klar. Auf den grünen Wiesen flimmert die Hitze, die Dorfstraßen sind wie leergefegt. Wie immer ist im Bad wenig los. Im Schwimmerbecken tummeln sich nur ein paar Rentner. Im Naturbecken pumpt der Bademeister gerade Luft in die aufblasbare Wasserrutsche. Die Dusche ist eiskalt, das Wasser im 25-Meter-Becken aber mit 26 Grad perfekt.

Ich ziehe meine Bahnen und meinen Mann wegen seines hilflos aussehenden Schwimmstils auf. Er ist nach drei Runden völlig kaputt, da bin ich noch nicht mal eingeschwommen. Dann raus und sich an der Sonne trocknen und die Leute beobachten, die ins Freibad strömen. Als es zu warm wird, zurück ins Wasser und noch ein paar Runden schwimmen, bis mich der Hunger plagt. Wir duschen, ziehen uns an und fahren nach Traunstein zum Inder.

Wir nehmen an einen Tisch vor dem Restaurant platz. Es ist wenig los und keine Bedienung zu sehen. Ich gehe rein und suche nach dem Kellner. Ein Mann mit Turban kommt aus der Küche und ich sage: »Grüß Gott!« Später denke ich ernsthaft darüber nach, was ich geantwortet hätte, hätte er gefragt: »Welchen?«. Das Essen ist göttlich. Das Maharaja hat wahrscheinlich die größte Auswahl an vegetarischen Gerichten der gesamten Umgebung. Das nächste Mal probiere ich aber etwas mit Hühnchen oder Lamm. Anschließend zu Hause noch ein Eis.

Nach dem Mittagsschläfchen trinken wir auf der Terrasse Kaffee und beobachten die Bienen im Lavendel. Ich schreibe an meinem Blog. Mein Mann liegt auf der Terrasse und liest. Das Abendessen müssen wir nach drinnen verlegen, weil es donnert. Leider muss wegen des Gewitters unser täglicher Abendspaziergang ausfallen, dafür schauen wir uns einen schönen Film auf DVD an.

Als wir im Bett liegen, sagt mein Mann: »Das war ein schöner Tag.« Dem kann ich nur uneingeschränkt zustimmen. Nur Fotos haben wir mal wieder keine gemacht.

Das Verzascatal I

Blick von der Ponte Verzasca 2005

Ich dachte mir, ich stelle hier mal Orte vor, an die ich einzigartige Erinnerungen habe. Den Anfang macht das Verzascatal, und zwar weil ich in dieser Woche eine Dokumentation dazu gesehen habe.

Das Verzascatal liegt im südlichen Teil der Schweiz und zwar im Tessin. Das zirka 35 km lange Alpental ist eng und die steilen Hänge mit dichten Wäldern bewachsen. Das Flüsschen Verzasca mündet bei Locarno in einem Delta in den Lago Maggiore. Gleich am Anfang des Tals begrenzt eine Talsperre, die den Fluss auf 6 Kilometern anstaut. Die über zweihundert Meter hohe Mauer ist vor allem deshalb bekannt, weil sie die Kulisse zu einem Bond-Film stellte. Im Film Goldeneye springt James Bond (gespielt von Pierce Brosnan) an einem Seil von der Staumauer. Besonders Mutige können das nachmachen und an dieser Stelle einen Bungeesprung buchen.

Ich weiß nicht mehr genau, wie oft ich schon in dem Tal war, aber so vier bis fünf Mal werden es gewesen sein. Das bemerkenswerte ist tatsächlich das Flussbett mit dem klaren grün schimmernden Wasser und den riesigen glattpolierten Felsen. Die Dörfer am oder besser über dem Fluß sind aus grauen Felssteinen gebaut, sogar die Dächer bestehen aus dem Material. Das verleiht ihnen etwas urwüchsiges. Die Straßen sind meist eng und steil. Von den wenigen Brücken über den Fluss hat man eine tolle Aussicht auf die vom Wasser geschliffenen Felsen. Bei Lavertezzo gibt es eine schmale gemauerte Brücke, die zwar Römerbrücke heißt, aber erst im 18. Jahrhundert gebaut wurde. Hier ist immer was los, weil der Ort viele Touristen anlockt. Weiter oben im Tal gibt es eine große Brücke, von der man die riesigen Felsblöcke im Flussbett bewundern kann.

Überall an der Verzasca gibt es schöne Badestellen. Das Wasser bildet immer wieder kleine Pools in denen es sich gut schwimmen lässt. Sogar tauchen kann man hier, weil manche Stellen bis zu zehn Meter tief sind. Doch Vorsicht, das Wasser ist eiskalt. Im Höchstfall erwärmt es sich auf 18 Grad, meist ist es aber kälter.

Im Juni 2005 war ich hier baden. Es herrschten Temperaturen von über 30 Grad im Schatten, die Sonne brannte. Wir parkten das Auto auf einer Wiese neben der Straße. Das grüne Wasser funkelte verlockend zwischen den Granitfelsen. Ich traute mich zunächst nur mit den Füßen ins kalte Nass. Später lag ich auf einem flachen Felsen und hörte dem Gurgeln des Wassers und den Vögeln in den Wäldern auf der anderen Flussseite zu. Später ließ ich mich dann doch noch von meinem Begleiter ins drei bis vier Meter tiefe Wasser locken. Es war eine echte Erfrischung, auch wenn ich es in der Kälte nicht lange aushielt. Dieser Nachmittag am Fluss gehört zu den Erinnerungen, die ich nicht vergessen werde. Sommerhitze, in grüner Alpenlandschaft und ein Fluss wie aus einer anderen Welt, das vergisst man nicht so schnell.

Das Verzascatal ist jetzt bei GoogleMaps auch in der Streetview verfügbar. Wer Lust hat kann dort eine virtuelle Tour durchs Tal machen. Und wer sich die schöne Dokumentation über das Verzascatal ansehen möchte, findet sie noch in der 3sat-Mediathek.

Von mir gibt es hier noch ein paar Bilder.

Ponte dei Salti 2006

Unterhalb von Lavertezzo 2013

Baden in der Verzasca 2005

Verzasca 2005

Inside MADDRAX

MADDRAX 475

Dieses hübsche Romanheft trudelte dieser Tage bei mir ein. Etwas verspätet zwar, aber ich habe mich trotzdem darüber gefreut.

Der Roman wurde von Ben Calvin Hary verfasst, der inzwischen schon den nächsten Roman abgeliefert hat. Durch Ben bekomme ich hin und wieder die Gelegenheit in die Romanserie MADDRAX hinein zu schnuppern. Die apokalyptische Welt von Matthew Drax ist eigentlich nicht so mein Ding, obwohl es sich um eine Science-Fiction-Serie handelt. Ich bin kein großer Fan von Dystopien, weshalb mich die Handlung von MADDRAX nicht richtig anspricht.

Warum ich die Romane von Ben dennoch lese, liegt schlicht daran, dass ich als Testleserin fungiere. Der Autor bezeichnet mich gern als »Bluthund« oder »Endgegnerin«, weil ich streng und unnachgiebig alles ankreide, was mir am Roman missfällt, oder wo ich ein Plothole vermute. Natürlich ist vieles davon Geschmacksache. Ich vertraue dem Autor dahingehend, dass er nur das übernimmt, was ihn überzeugt. Weshalb ich mich immer freue, wenn ich im Belegexemplar den einen oder anderen Vorschlag von mir umgesetzt wiederfinde.

Ich bin gern Testleser, weil ich dabei viel über mich selbst und für mein eigenes Schreiben lernen kann. Ich wünschte mir nur, dass ich etwas mehr Zeit bekäme. Meist erreicht mich das Manuskript erst kurz vor Abgabetermin und dann ist Schnelligkeit gefragt. In dem Fall kann ich es leider nicht so sorgfältig überarbeiten, wie ich gern möchte. Aber wenn ich das Heft dann in der Hand halte, macht es mich stolz einen kleinen Beitrag dazu geleistet zu haben.

Ohne Brot nix los

Die ortsansässige Bäckerei hat ihr Angebot eingeschränkt und lässt jetzt ein Teil seiner Backwaren außerhalb in einer Brotfabrik fertigen. Das finde nicht nur ich sehr schade. Grundproblem: es mangelt an Fachkräften. Der Bäcker ist nicht mehr der jüngste und wollte sein Geschäft schon längst an einen Nachfolger abgeben. Leider findet sich heutzutage niemand mehr, der Bäcker werden will. Genauso wenig wie Elektriker, Klempner und all die anderen Handwerksberufe.

Der Handwerksbetrieb in dem ich arbeite, hatte in diesem Jahr enorme Probleme Azubis zu finden. Der Ausbildungsplatz für Anlagenmechaniker bleibt unbesetzt, der Azubi für Systemplanung Elektro hat sich dann doch entschlossen, lieber zu studieren. Nur ein zukünftiger Elektriker konnte gewonnen werden, und das obwohl der Chef sogar Plakatwerbung gemacht hat.

Wer zum Teufel macht den Jugendlichen eigentlich weis, dass sie unbedingt Abitur machen und studieren müssen? Es ist ein Wunder, dass wir so viele Akademiker haben, die von Hartz leben müssen. Ein Realschulabschluss scheint irgendwie nichts mehr wert zu sein, oder wie? Dabei kann man als Ausgelernter mitunter mehr verdienen, als nach einem Studium. Das habe ich am eigenen Leib erlebt. Ich hatte nach meiner Ausbildung doppelt so viel im Geldbeutel, als nach meinem Ingenieurstudium. Ein Grund, warum ich das auch nie wieder machen würde.

Zurück zu Brot und Semmeln. Das Angebot ist jetzt also deutlich reduziert, vor allem bei den Vollkornprodukten. Wie lange wird es dauern, bis der Bäcker ganz aufhört und der einzige Bäcker, der noch im Ort bäckt, schließen wird und von irgendeiner Kette ersetzt wird? Der Metzger hat schon vor zwei Jahren aufgehört. Es stellt sich die Frage wovon wir in Zukunft leben wollen? Von industriell gefertigten Backwaren oder von handwerklich gefertigten Produkten, die nicht nur besser schmecken, sondern auch gesünder sind. Wenn das mit dem Fachkräftemangel im Handwerk so weitergeht wie bisher, dann haben wir bald keine Wahl mehr.

Schnipp, schnapp!

Dieses neue Video von Simon’s Cat möchte ich niemandem vorenthalten. Da geht es schließlich um ein wichtiges Thema. Unkastrierte streunende Katzen können zu einem echten Problem werden, deshalb ist es sinnvoll bei den kleinen Lieblingen Schnipp Schnapp zu machen.

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß!

Die zehn Gesänge

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 177 – »Die Kavernen von Impos« von Oliver Plaschka

Während Perry Rhodan und die Eisbrecher auf der Oberfläche noch immer die Angriffe der Hornschreckwürmer abwehren müssen, erforschen Eric Leyden, Icho Tolot und Tuire Sitareh die Unterwelt des Mondes Impos. Dabei stoßen sie auf eine Kontrollstation der Memeter. Mit jener Technik könnte das drohende Erwachen des Suprahets aufgehalten werden, doch die Installationen sind an vielen Stellen zerstört. Leyden beweist Mut als er sich in eine gefährliche Situation begibt, um einen Teil der Anlage wieder in Gang zu setzen. Aber es wartet noch eine weitere Überraschung in den Tiefen des Mondes. Eine Gruppe Blues ist vor vielen Jahrtausenden abgestürzt. Drei Überlebende konnten sich in Schlafkapseln über die Zeit hinweg retten und bekommen Hilfe durch die Menschen. Die FERNAO soll nach Apas aufbrechen, um die gefundenen Blues nach Hause zu bringen und um das Enzym Katlyk zu besorgen, das zur Befreiung der Arche benötigt wird.

Die Expedition durch den Untergrund von Impos beschreibt Oliver Plaschka mit viel Fantasie. Das Menschliche seiner Figuren steht dabei im Vordergrund. Ausführliche Technikbeschreibungen oder ausschweifende Actionszenen sucht man in seinen Romanen vergebens. Sie fehlen aber auch nicht. Er bezieht Spannung aus dem Zusammenspiel der Figuren und das ist oft schwieriger als ein gut geschilderter Zweikampf. So gehört der kurze Dialog zwischen Perry Rhodan und Mama Suk zum besten, was ich bisher bei NEO gelesen habe. In wenigen Absätzen charakterisiert der Autor die Figur der alten Vietnamesin besser, als alle Autoren in den Romanen zuvor.

Neben Kai Hirdt gehört Oliver Plaschka zu jenen NEO-Autoren, die Eric Leyden am intensivsten Leben einhauchen. Dabei ist gerade bei solch einer Figur der Grat besonders schmal, zwischen ernsthafter Charakterisierung und dem Abgleiten in Klischees. Sein Leyden ist glaubwürdig und bleibt trotz seiner Exzentrik liebenswert.

Jeder NEO-Roman des Autors wies bisher eine Besonderheit auf, bei »Die Kavernen von Impos« ist es eine ungewöhnliches Erzählweise. Die Geschichte der gestrandeten Blues erzählt der Autor nämlich rückwärts. Ich fand das ungeheuer faszinierend. Obwohl man wusste, was mit ihnen geschieht, war es doch spannend zu erfahren, wie sie dorthin gekommen sind und vor allem warum. Dabei gelingt es Oliver Plaschka wie schon Rainer Schorm in Band 175, die Außerirdischen in ihrem Kampf ums Überleben plastisch zu schildern und Mitgefühl für sie zu wecken. Die Kapitelüberschriften deuten auf eine Charakteristik der Blues hin, bei denen der Gesang ein wichtiger Teil ihres Lebens ist. Es ist vor allem dieser Handlungsstrang, der dem Roman seinen Reiz verleiht.

Die Staffelhandlung bringt er dagegen kaum voran, liefert aber zumindest ein befriedigendes Ende des Impos-Szenarios. Die Bedrohung durch die Hornschreckwürmer und die hyperphysikalischen Effekte im Ovi-System können vorerst eingedämmt werden. So dass die MAGELLAN den Planeten anfliegen und die Gestrandeten an Bord nehmen kann. Wobei noch zu klären ist, was mit der AVEDANA-NAU und den 11 Milliarden Menschen passieren soll. Ganz ehrlich, es wurde auch langsam Zeit für einen Schauplatzwechsel. So spannend das Ovi-System auch sein mag, aber nach drei Romanen bestand die Gefahr, dass sich die Handlung wiederholte.

Mit »Die Kavernen von Impos« zeigt Oliver Plaschka erneut, das ausgefeilte Figurenzeichnung, ein harmonischer Plot und ein außergewöhnlicher Handlungstwist die Qualität eines Romans ausmachen. Da spielt es auch keine große Rolle, dass der Staffelfortgang dahinter zurücksteht.

Mehr als ein Conbuch

Quelle: Garching-Con.net

Bei all den großen Conventions, die ich im Verlauf meines Lebens besuchen durften, beinhalteten die Conbücher meist Informationen zu Stargästen, den Räumlichkeiten, den Dos and Don’ts auf den Veranstaltungen und jede Menge Werbung. Ein Conbuch zu einem PERRY-Con ist dagegen ein kleiner Reader, eine Sammlung spannender Artikel, witziger Geschichten und schöner Grafiken. Es ist im Grunde ein Fanzine.

Das Conbuch des diesjährigen GarchingCon sticht hierbei noch einmal heraus. Es ist mit 168 Seiten umfangreicher als das Conbuch des letzten Cons. Redakteur Ekkehardt Brux hat viel Material mit einem großen Spektrum zusammengetragen. Neben 13 Kurzgeschichten finden sich Beiträge zum Perryversum, aber auch zu Raumfahrt und Astronautengötter, viele Informationen für die Conbesucher, die, so wie ich, sicher einige Zeit brauchen werden, bis sie die Fülle des Inhalts komplett bewältigt haben.

Es fällt mir in der Tat schwer aus den Beiträgen die Besten herauszupicken, denn ich werde an dieser Stelle nicht auf jeden Artikel oder jede Story eingehen können. Für mich am spannendsten waren die Interviews mit den PERRY RHODAN-Autoren Christian Montillon, Michael Marcus Thurner und Roman Schleifer, aber auch den Bericht aus der Exposéwerkstatt von Rüdiger Schäfer habe ich gern gelesen und neues erfahren.

Des weiteren fesselten mich der Bericht über die aktuelle Mission von Alexander Gerst und die Artikel zur Prä-Astronautik (Nennt man das so?). In ersterem lernte ich tatsächlich etwas über die Raumfahrt, was ich zuvor nicht wusste. Nämlich, dass auf der ISS totale Schwerelosigkeit nur in der Mitte der Station herrscht, und das deshalb dort das Labor verankert ist. Auf dem Rest der Station, herrschen nämlich μg-Bedingungen. Das hat etwas mit der Zentrifugalkraft und dem Schwerefeld der Erde zu tun.

In den Texten von Gisela Ermel, Walter-Jörg Langbein und Alexander Knörr gefiel mir der Mix aus Archäologie und Astronautik. Das die Autoren dabei sachlich ihre Forschungsergebnisse präsentierten und dem Leser die Interpretation derer selbst überließen, fand ich bemerkenswert und gut.

Es gäbe noch viel mehr Artikel hervorzuheben, so wie den von Norbert Fiks über Science Fiction in Afrika oder die Laudatio auf Arndt Elmer von Uschi Zietsch oder die Abenteuer Kurt Koblers bei den Dreharbeiten zu dem Trashstreifen SKY SHARKS.

Bei den Kurzgeschichten gab es auffallend viele mit einem düsteren Ende. Es muss wohl an der derzeitig schlechten Stimmung in der Gesellschaft liegen, von der sich einige Autoren beeinflussen ließen. Aber es gab auch einige, bei denen ich schmunzeln musste. Als besonders gelungen halte ich die Geschichte »Nachts in Terrania« von Alexander Kaiser. Sie war witzig und überzeugte mit verspielter Lockerheit. Überraschend war das Ende von »Helden ohne Orden« von Christian E. Jäkel, der sehr viel Gesellschaftskritik in der Handlung verarbeitete. Eigentlich sollte man jede Geschichte hervorheben, weil sie allesamt auf einem hohen Niveau geschrieben sind. Dank Ekkehardt Brux, der mit kritischem Auge darüber wachte. (Was ich am eigenen Leib an meinem Beitrag fürs Conbuch erfahren durfte.)

Bilder gibt es natürlich auch. Viele schwarzweiß Abbildungen aber auch einige farbige Grafiken. Die Werbung hält sich angenehm in Grenzen und ist ausschließlich Fandombezogen.

Das »ConBuch« des GarchingCon 11 ist das Paradebeispiel eines klassischen Fanzines. Ein bebildertes Lesebuch, in dem Conbesucher auch noch lange nach dem Con stöbern können. Allein es fehlen die klassischen Seiten mit den Abbildungen der Stargäste für die Autogrammsammler. Aber das wäre meckern auf hohem Niveau, man kann eben nicht alles haben.

Die Besucher des GarchingCon 11 bekamen das Buch zusammen mit der Contüte. Die Daheimgebliebenen können es im ConShop des GarchingCon für 9 EUR zzgl. Versandkosten bestellen.