Die Bürokratie und die Steuer

Diese Woche bekam mein Mann Post von der Zollbehörde. Seit einiger Zeit ist diese für die Kraftfahrzeugsteuer zuständig. Jeder der ein Auto hat weiß, dass man deshalb eine Bankverbindung und eine Einzugsermächtigung hinterlegen muss, wenn man ein Auto anmeldet.

Soweit, so gut. Seit 2021 fahren wie ein E-Auto. Bekanntlich sind diese Autos zehn Jahre von der KFZ-Steuer befreit. Nun erhielt mein Mann diese Woche ein Schreiben vom Zoll, dass er ab dem Jahr 2031 68 Euro Steuern für unser E-Auto zu zahlen hat. Und dass er diesen Betrag ab Januar 2031 jährlich zu überweisen hat. (Eine Einzugsermächtigung gilt in der Regel nur drei Jahre, wenn nichts eingezogen wird.)

Halten wir fest: Die Zollbehörde verschickt einen Steuerbescheid für eine Steuer, die erst in 5 – in Worten FÜNF – Jahren fällig wird. Habt ihr sie noch alle? Was ist, wenn wir in fünf Jahren das Auto gar nicht mehr haben? Was ist, wenn die Bundesregierung das Gesetz noch drei Mal ändert? In fünf Jahren kann so ungefähr alles geschehen. Man sieht das ja gerade.

Ich frage mich, ob den Bürokraten in den Ämtern langweilig ist. Haben die nichts wichtigeres zu tun, als einen Steuerbescheid zu verschicken, der erst in fünf Jahren relevant wird? Offenbar nicht. Offenbar haben die immer noch genug Zeit und Geld um tausende Mitteilungen an KFZ-Halter zu verschicken, bei denen nicht sicher ist, ob sie ihr Auto in fünf Jahren überhaupt noch besitzen, oder sich nicht vielleicht schon ein neues gekauft haben.

Vielleicht ist es auch so, dass sie darauf wetten, dass die Leute das Schreiben bis dahin vergessen haben und auch vergessen die 68 Euro zu überweisen. Dann kann man schnell eine Mahnung mit Mahngebühr verschicken und verdient so noch mehr.

Übrigens wird die Steuer für ein E-Auto durch das zulässige Gesamtgewicht bestimmt. Sprich man zahlt quasi für ein vollbesetztes und beladenes Auto auch wenn man die meiste Zeit alleine drin sitzt. Eine Methode, die man bei den riesigen SUVs auch mal anwenden sollte.

Die Prophezeiung der Nakken

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 376 – »Als die Flüsse schwiegen« von Stefan Pannor und Oliver Müller

Mit dem Tesserakt bringt der Posbi Algron Perry Rhodan und Sud zum neuen Exilplaneten der Nakken in der Milchstraße. Hier soll Perry Rhodan Näheres über das Projekt Metamorph erfahren, das die Ursache für die Angriffe der Posbis auf terranische Raumschiffe und Planeten ist. Doch die Lage ist komplizierter. Seit ihrem Übergang ins Einsteinuniversum tragen die Nakken eine Prophezeiung weiter. Es geht um einen Mann der nicht stirbt und der die Bildung des vereinten Bewusstseins der Nakken verhindern wird. Das bringt Perry Rhodan in höchste Gefahr, denn die Nakken versuchen mit geistigen Mitteln zu beweisen, das er nicht der Unsterbliche sein kann und versuchen ihn aus der Raumzeit und damit aus der Erinnerung aller zu tilgen.
Perry entkommt nur knapp der Vernichtung und die Verbindung der Nakken nimmt irreparablen Schaden. Er erfährt aber, dass sich die Nakken mit dem Zellplasma der Posbis zu einem Bewusstsein vereinen wollen.
Währenddessen reisen Perrys Frau Thora und seine Tochter zu einem Planeten von dem sie Hypersignale empfangen. Auf der vorindustriellen Welt treffen sie eine Zivilisation, deren Existenz von einer Hyperquelle abhängt. Doch diese wird gerade von einem unbekannten Wesen attackiert.
Nathalie und Thora gelingt es, das Wesen an der vollständigen Zerstörung der Quelle zu hindern und so die Zivilisation zu retten. Im Anschluss versetzt die durch die Auseinandersetzung erstarkte Nathalie sich und Thora zu Perry Rhodan auf den Tesserakt.

Nach den bodenständigen Romanen aus dem ersten Teil der Staffel »Metamorph« wird es nun wieder kosmisch. Grundsätzlich finde ich die Idee mit den Nakken und ihrer selbsterfüllenden Prophezeiung gut. Mit der Umsetzung hatte ich allerdings ein paar Probleme. Die Namen der beteiligten Nakken sind mal gleich und mal ähnlich und dann wieder verschieden. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich so beabsichtigt war. Es hat mich aber verwirrt. Die Prophezeiung von Bethanya, die im Rest des Romans Svaethanya genannt wird, entsteht aus einer Rivalität zwischen ihr und einem Nakken namens Zhemlon und zwar noch in dem Universum vor dem von Perry. Auch Zhemlon taucht in den Erzählungen der Nakken in diversen Inkarnationen wieder auf, allerdings ohne Namensänderung. Das ist alles ein wenig verwirrend.

Hinzu kommt, das sich diese Kapitel mit denen von Thora und Nathalie abwechseln. Das nimmt der Geschichte einen Großteil der Spannung, weil man immer wieder herausgerissen wird und sich auf die andere Handlung einstellen muss, aus der man dann ebenfalls wieder herausgerissen wird. Beide Geschichten wären in separaten Romanen besser aufgehoben gewesen.

Die Idee mit der vorindustriellen Zivilisation, die von einer Priesterkaste geführt wird, ist zwar reichlich Klischeebelastet, lebt aber durch seine lebendig gezeichneten Protagonisten. Allerdings frage ich mich, ob es nicht besser wäre, auch bei PERRY RHODAN eine »Oberste Direktive« einzuführen, welche die Einmischung in fremde Zivilisationen verbietet. Denn Thora und Nathalie verhalten sich doch sehr blauäugig beim Umgang mit den Dorfbewohnern.

Ich möchte mich nicht festlegen, wer von den beiden Autoren welchen Teil geschrieben hat. Ich habe einen Verdacht, der aber auch falsch sein kann. Es ist aber ein gutes Zeichen, denn die beiden Handlungsstränge wirken zumindest stilistisch homogen. Für sich alleinstehend, wären sie eine runde Sache gewesen. Dann hätte man beide Handlungen auch ausweiten können. So sind sich die beiden Handlungen eher gegenseitig im Weg.

In »Als die Flüsse schwiegen« erfährt man endlich etwas mehr über das Projekt Metamorph, das eine Vereinigung der Nakken mit dem Zentralplasma der Posbis darstellt. Dazu muss man sich aber zuerst durch zwei kosmische und teils verwirrende Handlungen arbeiten.

Krimidinner auf der MAGELLAN

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 375 – »Die MAGELLAN-Intrige« von Dietmar Schmidt

Die Eltern, der von den Posbis verschleppten Cybora-Kinder, haben die MAGELLAN gekapert. Obwohl ihnen das Schicksal der Kinder unbekannt ist, wollen sie von den Posbis gewaltsam ihre Freilassung erpressen. Damit ihnen auf dem Weg zur Heimatwelt des Zentralplasmas Perry Rhodan nicht in die Quere kommt, haben sie ihn und die Besatzung der MAGELLAN in einem Beiboot ausgesetzt und sogar einen Mordversuch an Rhodan und seiner Crew verübt, in dem sie Mikrobomben in dem Beiboot versteckten. Als diese Information zu den Eltern durchdringt, kommt es zum Streit zwischen den Eltern und Ex-Admiral Zurn, der sich zum Anführer der Mission ernannt hat. Als dieser auch noch erklärt, dass man das Zentralplasma mit der nicht mehr funktionsfähigen Transformkanone auf der MAGELLAN erpressen will, beginnen einige der Eltern am Erfolg der Mission zu zweifeln und senden ein Signal aus, damit Perry Rhodan die MAGELLAN orten kann.
Mit Algrons Tesserakt kann Rhodan die MAGELLAN einholen. Kurz darauf materialisieren drei Dreizackschiffe der Anderposbis und greifen die MAGELLAN an. Die Menschen können kurzzeitig flüchten, werden von den Anderposbis unter dem Kommando von Rhodans Sohn Thomas aber schnell wieder eingeholt. Es entbrennt ein Raumgefecht, in dem die MAGELLAN und die Flotte der Cyboraner über kurz oder lang unterliegen werden. Doch bevor es zur Vernichtung der Schiffe kommen kann, taucht ein weiterer Fragmentraumer der Posbis auf. Es sind die Cybora-Kinder, die die Lage entschärfen, in dem sie die Dreizackschiffe vernichten.
Sid Gonzales bewohnt nun allein den Körper von Sud. Er erhält die Diagnose, dass er nur noch Tage überleben wird, wenn er das Intarsium nicht zurückerhält. Rhodan bittet Algron um Hilfe. Die Posbis bieten Sid an, ihn und Sue, deren Bewusstsein in einem Vario 800 steckt, wieder zu vereinen, doch die beiden wollen ihre Individualität behalten. Da wird bei dem Gefecht mit den Dreizackschiffen eines der Cybora-Kinder verletzt. Die Verletzung ist so schwer, das nur die Heilkräfte von Sud den Jungen retten können. Da beschließen Sid und Sue sich wieder zu Sud vereinigen zu lassen.
Das Elternpaar, das für den Einsatz der Mikrobomben verantwortlich ist, wird vom eigenen Sohn entlarvt und zur Erde gebracht. Während die MAGELLAN ihre Reise zur Welt des Zentralplasmas fortsetzt, fliegen Perry Rhodan und Sud mit Algrons Tesserakt ein anderes Ziel an.

Bei der ersten Hälfte des Romans fühlte ich mich in eine Episode von »Law and Order« versetzt. Da wird diskutiert und ermittelt, dass es eine wahre Freude ist. Gut fand ich, wie Dietmar Schmidt aus der Sicht einer Mutter erzählt, die Anwältin ist, und die schnell begreift, wir hirnrissig diese Mission zur Befreiung der Kinder ist. Das hätte ihr vielleicht schon früher klar werden müssen, aber durch das irre Gebaren des Ex-Admirals werden alle zunächst manipuliert. Nach und nach wird ihnen aber klar, dass die Rettungsmission kaum umsetzbar ist, und die Eltern beginnen miteinander zu streiten. Als Rhodan dann auch noch jene Elternteile anschleppen lässt, die bisher nicht an der Rettungsmission beteiligt sind, eskaliert die Lage. Der Ex-Admiral hat sich die Loyalität der Cyboranischen Besatzung und der Positronik DIDEROT versichert. Rhodan muss argumentieren und Kompromisse eingehen, wenn er die Situation entschärfen will. Das ist eine sehr clevere und für NEO ungewöhnliche Handlung, die sich die Exposéautoren da ausgedacht haben. Und bei der man erkennt, dass sie auf die Stärken des Autors zugeschnitten ist.

Das einzige was man dem Roman vielleicht vorwerfen kann, ist die Menge an Personal. Zwei Elternteile von je sieben Kindern, dazu noch das bekannte Personal und die eine oder andere Personalie aus der Crew der MAGELLAN. Schon das Triumvirat Sid+Sue=Sud sind drei Leute, die allein schon den Roman füllen könnten. Es ist nicht ganz einfach in der Fülle der Protagonisten und Antagonisten den Überblick zu behalten. Dennoch, der Spaß an der Geschichte überwiegt und man freut sich tatsächlich auf den nächsten Roman. Etwas das in den vergangenen Staffeln nicht immer der Fall war.

»Die MAGELLAN-Intrige« ist ein spannender Roman, der sich nahtlos an den Erfolg der Vorgängerromane anschließt. Der Handlungsfortschritt in der Staffel ist zwar nur marginal, aber die Ausführung des Krimis durch Dietmar Schmidt absolut lesenswert.

Schnee, Streckensperrung und ein umsichtiger Bahnangestellter

Rosenheim am Freitagvormittag

Was für eine Odyssee!

Als ob ich es gewußt hätte, habe ich die Nacht von Donnerstag auf Freitag schlecht geschlafen. Das mulmiges Gefühl ging auch nicht weg, als mich mein Mann um 5 Uhr morgens nach Traunstein zum Bahnhof brachte. Wir sind extra etwas früher losgefahren, weil es die ganze Nacht über geschneit hatte. Es lag Schnee, aber nicht so schlimm wie angesagt. Und mein Zug nach München kam sogar pünktlich. Erst als ich drinnen saß, nahm das Drama seinen Lauf.

Wir fuhren nicht los. Ich bekam es live mit, weil ich in der Nähe der Zugbegleiter saß, von der eine gerade ihre erste Ausbildungsfahrt absolvierte. Streckensperrung! Warum, weshalb und wie lange, konnte keiner sagen.

Nach 25 Minuten ging’s dann weiter, wir fuhren bei dichtem Schneefall durch die Dunkelheit. Die Fahrt endete zwei Stationen weiter in Übersee am Chiemsee. Auch hier hieß es wieder warten. Niemand wusste, was passiert war. Ein mitfahrender Polizist rief seine Kollegen an, doch die wussten auch nichts. Irgendwann kamen dann die Info über meine Navigator-App, dass die Strecke wegen Vandalismus gesperrt sei. Die Zugbegleiter tuschelten etwas von einem Baumstamm, von dem niemand wusste, ob er absichtlich aufs Gleis gelegt wurde oder umgefallen war.

Kurz vor 7 Uhr dann die Nachricht, es würde ein Schienenersatzverkehr nach Prien eingerichtet. Der Bus sollte um 7:15 Uhr am Bahnhof Übersee abfahren. Zu der Zeit hätte ich eigentlich in München in meinen ICE umsteigen sollen. Alle Leute stiegen aus und stellten sich bei dichtem Schneefall in die Kälte vorm Bahnhof Übersee. Aus Erfahrung weiß ich, dass das mit dem Schienensatz niemals so schnell funktioniert – was letztendlich auch so war – und blieb erstmal im warmen Zug sitzen. Als dann die Zugbegleiter ausstiegen, musste ich auch mit raus. Ich stapfte mit meinem Koffer durch 30 Zentimeter hohen Schnee am Bahnsteig durch die Unterführung bis zur Bushaltestelle. Da standen wir nun, zirka 50 Leute, darunter eine ältere Frau, die nach Kiel wollte.

Die Zeit verging, es war schon weit nach 7:15 Uhr. Damit wir warm wurde, ging ich um das Bahnhofsgebäude herum und entdeckte, dass es einen Wartesaal gab. Ich ging rein und habe mich aufgewärmt. Zu meiner großen Überraschung gab es dort nicht nur einen Heizkörper, sondern sogar einen besetzten Fahrkartenschalter. Der Bahnangestellte war eifrig am Telefonieren, wusste auf Anfrage aber auch nicht genau, was los ist und wann es weitergehen würde. Er wusste nicht mal, dass es einen Schienenersatzbus geben sollte. (Der Mann ist bei der Südostbayernbahn angestellt, während der Zugführer und die Zugbegleiter bei der Bayrischen Oberlandbahn beschäftigt sind, eine Privatbahn, die die Strecke betreibt.) Ich schaute immer mal wieder raus, ob der Bus schon da ist, weil man das vom Wartesaal aus nicht sehen konnte. Zwei Frauen, die schon total durchgefroren waren (es war unter Null Grad Celsius), erzählte ich, dass es einen Wartesaal gab, wo es warm war. Einer der Männer versprach uns zu informieren, wenn der Bus kommt und die Damen folgten mir in den Wartesaal. Der Bahnangestellte am Schalter hatte inzwischen herausgefunden, dass es wohl einen Personenunfall gegeben hatte und alles noch länger dauern würde. Er fragte in die Runde, ob wir einen Tee haben wollen. Ich war baff. Die reisenden drei Frauen waren hoch erfreut und der Bahnangestellte kochte allen einen Tee, so richtig mit Tasse, Untertasse und Teebeutel. Es gab sogar Zucker.

Inzwischen war es um 8 Uhr und ich hatte eigentlich schon mit meiner Reise abgeschlossen. Ich hatte keine Lust mehr weiterzufahren. Da mein Mann nicht verfügbar war, rief ich meinen Chef an. Einer meiner Kollegen wohnt in der Nähe, und wenn der noch nicht auf Arbeit war, hätte er mich mitnehmen können. Der Kollege hatte aber am Freitag frei, dafür bot mein Chef mir an, mich abzuholen. Zehn nach Acht kam der Bus. Der Zug, mit dem ich bis Übersee gefahren war, kehrte um und fuhr nach Traunstein zurück. Ich blieb, wo ich war. Laut Fahrplan wäre ich zu diesem Zeitpunkt nämlich inzwischen schon in Nürnberg gewesen. Dabei sprach ich mit dem Bahnangestellten und bat ihn mein Ticket abzustempeln, damit ich gegebenenfalls am nächsten Tag einen zweiten Anlauf wagen konnte. Dabei erfuhr ich, dass auch er schon Erfahrungen mit Gewalt gegen ihn gemacht hatte. Er sprach von zunehmender Verrohung und ungehaltenen Fahrgästen, weil es immer mehr Zugausfälle und Verspätungen gibt.

Es dauerte nicht lange und mein Chef fuhr vor. Im Auto fragte er mich, ob er mich nicht nach Rosenheim fahren soll, von dort käme ich besser weg. Es war mir zwar etwas unangenehm, weil ich seine Zeit nicht überstrapazieren wollte, stimmte aber zu. Meine Eltern hatten am Telefon schon sehr verzweifelt geklungen, als ich ihnen mitgeteilt hatte, dass ich an diesem Tag wahrscheinlich nicht heimkommen würde.

Hübsch anzusehen ist der von den Leitungen herabfallende Schnee

Trotz starkem Schneefalls war die Autobahn frei und wir waren Ruck Zuck in Rosenheim. Inzwischen war es 9 Uhr. Am Servicepoint, bekam ich die Information, dass der nächste Zug nach München um 9:35 Uhr fahren sollte. Ich hatte also noch ein wenig Zeit, um mir beim McDonalds noch ein Frühstück zu gönnen. Ich hatte ja noch nichts gegegessen. Anschließend ging ich zum Bahnsteig und beobachtete, wie der tauende Schnee in langen weißen Strichen von den Leitungen fiel.

Tatsächlich kam der Zug pünktlich. Und siehe da, ich entdeckte den einen oder anderen, der mit mir auf den Bus gewartet hatte. Ich war also schneller in Rosenheim gewesen, als wenn ich in den Bus gestiegen wäre. Die Regionalbahn nach München hielt an jedem Bahnhof und wurde mit jeder Station voller.

Auch in München Ost liegt Schnee

In München Ost leerte sich der Zug dann, da die meisten Pendler dort austiegen. Ich fuhr bis zum Hauptbahnhof durch und hatte dort die Wahl zwischen zwei Fernzügen. Einem völlig überfüllten Sprinter, mit dem ich bis Erfurt hätte fahren können und von dort aus mit der Regionalbahn nach Saalfeld. Da wäre ich um 14:45 Uhr angekommen. Oder einem ICE nach Hamburg, mit dem ich bis Bamberg fahren und dann in die Regionalbahn nach Saalfeld einsteigen konnte. Ankunft 15 Uhr. Ich entschied mich für den ICE, weil ich für den Sprinter hätte »sprinten« müssen und dann vielleicht gar nicht hätte einsteigen können, weil er in der App als überfüllt angezeigt wurde.

Der ICE nach Hamburg war nicht weniger gut gefüllt, aber ich bekam noch einen Platz zwischen sehr vielen Bundeswehrsoldaten und -Soldatinnen. (Nur so viel: Freitags dürfte in Deutschland kein Krieg ausbrechen!) Da die Bahn es nicht auf die Reihe bekommt, die Taktung so zu legen, dass man möglichst gute Anbindungen an den Regionalverkehr hat, hatte ich in Bamberg 48 Minuten Zeit, um bei McDonalds mein Mittagessen einzunehmen. Der ICE kommt nämlich zehn Minuten nachdem die Regionalbahn nach Saalfeld abgefahren ist in Bamberg an. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Die Fahrgäste sollen doch gefälligst über die teure Schnellstrecke durch den Thüringer Wald fahren, damit die Milliarden, die in das Projekt geflossen sind, auch irgendwann mal wieder reinkommen. Nun, im nächsten Jahrhundert vielleicht.

Die Sonne schien und in Bamberg lag auch kein Schnee. Der Regionalzug nach Saalfeld kam pünktlich und nach vielen Zwischenhalten war ich um 15 Uhr – vier Stunden später als geplant – in Saalfeld. Um 16:30 Uhr habe ich die Haustür aufgeschlossen. Hinter mir lagen fast elf Stunden von Haustür zu Haustür.

Den Grund der Sperrung erfuhr ich später in den Nachrichten. Ein Zugführer hatte einen lauten Knall gehört und den Zug gestoppt. Die herbeigerufene Polizei und die Feuerwehr suchten mit Drohnen die Strecke ab, fanden aber nichts. Die Sperrung war erst kurz vor 10 Uhr wieder aufgehoben worden. Vier Stunden Sperrung wegen eines Knalls, der ein herabgefallener Eisbrocken gewesen sein könnte! Sicherheit in allen Ehren, aber ginge das nicht schneller?

Im Nachhinein meinen herzlichen Dank an den freundlichen Mitarbeiter der Südostbayernbahn – Herrn Walser – für die nette Bewirtung der Fahrgäste im Bahnhof Übersee. Es geht doch!

Eher Thriller als Requiem

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 374 – »Requiem für eine Unsterbliche« von Stefan Pannor

Nachdem Perry Rhodan ins Solsystem zurückkehrt, wird er sofort in eine Auseinandersetzung zwischen den Terranern und Algrons Posbis verwickelt. Der Tesserakt der Perry Rhodan und die Einzelteile von Roi Danton ins Solsystem eskortiert hat, hatte seitdem Position über der Lunar Research Area und damit über NATHAN bezogen. Nun dringen die Posbis ins Innere der Forschungsstation auf dem Erdmond ein. Die Terraner sehen darin einen Angriff und wollen die Posbis aufhalten. Es droht die Zerstörung der Basis. Rhodan verhandelt mit Algron und kann ihn und seine Posbis zum Rückzug bewegen. Dafür will dieser Rhodan und die MAGELLAN zur Zentralwelt der Posbis begleiten.
Bei einem Zwischenstopp im Spica-System erzwingen die Eltern der Cybora-Kinder ihre Teilnahme an der Expedition, um die Verschollenen mit einer eigenen Streitmacht zurückzuholen. Dabei gelingt es den Cyboranern, die Besatzung der MAGELLAN mittels Naniten auszuschalten und das Fernraumschiff zu übernehmen. Rhodan und die Mannschaft werden in der CIRINJA, einem der Cyboranischen Schiffe, mit defektem Antrieb und ausgefallenem Hyperfunk im All ausgesetzt.
Hilfe kommt aus einer unerwarteten Richtung. Das Mentamalgam Sud arbeitet als Ärztin an Bord der MAGELLAN. Sie wird von den Posbis Algrons entführt und ihrem Intarsium beraubt. Dadurch trennen sich die vor knapp 400 Jahren verschmolzenen Bewusstseine von Sue Mirafiore und Sid Gonzales wieder. Beide ringen um die Vorherrschaft über Suds Körper. Sid geht als Gewinner aus dem inneren Konflikt hervor, während Sue verschwindet. Der Teleporter kann seine einstigen Fähigkeiten abrufen und teleportiert von Bord. Mit Hilfe des Hyperfunks in seinem Raumanzug kann er Rhodan kontaktieren und von der CIRINJA eingefangen werden. Mit seinem Anzug-Hyperfunk ist die Besatzung der CIRINJA in der Lage Hilfe herbeizurufen.

Wow! Was für eine Geschichte. Da ist alles dabei, was Spannung erzeugt. Außerdem wird es von Stefan Pannor so glaubhaft geschildert, dass man den Roman nur schwer wieder aus der Hand legen kann. Ich finde es gut, dass Perry Rhodan in dieser Staffel mal nicht wie der große Held dargestellt wird, dem alle zu Füßen liegen, und der nur mit dem Finger schnippen braucht, damit ihm jeder Wunsch erfüllt wird. Denn, wenn wir ehrlich sind, würden wir uns doch auch nicht von jemandem etwas sagen lassen, der schon vor 400 Jahren gelebt hat.

Insofern finde ich es ein bisschen schade, dass es keine großen Reibereien gibt, ob Rhodan die MAGELLAN für die Expedition bekommen kann, wie im ersten Band der Staffel, als Reglinald Bull nur ein kleines Schiff für Perry abstellen wollte. Aber offenbar ist den Politikern um den Ersten Terraner Aurelian Voss ein Schulschiff wie die MAGELLAN nicht so wichtig, inklusive der jungen Kadetten an Bord. Man lässt Rhodan also mit einer unerfahrenen Besatzung in die Tiefen den Leerraums aufbrechen, damit er das Posbiproblem lösen kann. Wahrscheinlich glaubt eh keiner der Bürokraten der Terranischen Union an einen Erfolg, was die Selbstüberschätzung von Politikern sehr plastisch macht. Man kennt das aus eigener Erfahrung.

Der Hammer ist aber die Übernahme der MAGELLAN durch die Cyboraner. Da wird Rhodan mit seinen eigenen Waffen geschlagen und ihm das Raumschiff unter dem Hintern weg geklaut. Sensationelle Idee. Wobei die Vorbereitung des Coup einen kleinen Haken hat. Wieso führt die erste Transition der MAGELLAN ausgerechnet ins Spicasystem zu den Cyboranern? Wenn da nicht die neue Kommandantin der MAGELLAN mit den Cyboranern unter einer Decke steckt. Oder sie hat den Befehl, ins Spicasystem zu fliegen, direkt von Aurelian Voss bekommen und es Perry Rhodan verschwiegen. Hin wie her, das alles ist ein brillanter Plot, der zudem noch perfekt umgesetzt wurde.

Nostalgisch wird es in den Kapiteln um das Mentamalgam Sud. Da lässt der Autor die Geschehnisse aus den allerersten NEO-Bänden aufleben. Damals als die Serie eigentlich »John Marshall« hätte heißen müssen, weil sich ein großer Teil der Handlung, um den Telepathen und seine Arbeit im Shelter dreht. Ich gestehe, dass ich mit der Figur der Sud nie richtig warm geworden bin, aber wie Stefan Pannor ihr »Ende« schildert, finde ich sehr gelungen.

»Requiem für eine Unsterbliche« ist ein großartiger NEO-Roman, der mir unheimlich viel Freude bereitet hat. Und das nicht nur wegen der vielen tollen Wendungen in der Handlung, sondern auch durch die erzählerische Stärke mit der der Autor die Geschichte umsetzt. Was mich zu der Frage bringt: Warum hat man Stefan Pannor nicht schon früher in die NEO-Serie geholt?

Ein Original ist gegangen

Tante Eva mit der kleinen Christina (Ende der 70er Jahre). Ich glaube, ich lecke da gerade ein Glas mit Eierlikör aus.

Gestern ist meine Tante Eva gestorben. Sie war meine letzte Tante, die noch gelebt hat, und die Tante, mit der ich am meisten Kontakt hatte. Mit 95 Jahren hat sie ein erfülltes Leben gehabt. Die letzten Wochen musste sie nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim und im Krankenhaus verbringen, etwas, das sie so nie gewollt hat. Insofern bin ich froh, dass sie nicht länger leiden muss.

Meine Tante war ein besonderer Mensch – eine starke Persönlichkeit, die sich von niemandem etwas sagen ließ, die ihren eigenen Kopf hatte und bis ins hohe Alter einen unbeugsamen Willen und große Disziplin besaß. Ihre Kindheit war kurz, nachdem ihre Mutter früh gestorben ist und sie und ihre fünf Geschwister mit dem Vater zurückließ. Der heiratete nochmal und bekam mit seiner neuen Frau nochmal sechs Kinder, die meine Tante quasi mit aufziehen musste. Eigentlich wollte meine Tante zur Polizei und hat dort auch eine Ausbildung angefangen. Dann hat sie aber meinen Onkel, den Bruder meiner Mutter kennengelernt, geheiratet und einen Sohn bekommen. In den Fünfziger Jahren war es selbst in der DDR schwierig, mit Familie als Frau bei der Kriminalpolizei zu arbeiten. So wurde sie Verkäuferin in einem Laden für Sportartikel und bekam noch zwei Kinder.

Meine Tante, war dennoch jemand, der sein Leben fest in der Hand hatte. Sie mochte Kung Fu-Filme und begeisterte sich für echte Kriminalfälle. Mit Mitte Achtzig erfüllte sie sich den Wunsch einmal mit einem Trike mitzufahren. Sie war bis zuletzt geistig fit, was nicht zuletzt an ihrer großen Familie lag. Drei Kinder, fünf Enkel und zwölf Urenkel, die sie oft um sich hatte und die ihre »Oma Eva« immer ins Familienleben eingebunden haben. Und weil meine Tante sehr unternehmungslustig und für jeden Spaß zu haben war, hat sie auch alles mitgemacht. Dazu gehörte mindestens einmal im Jahr ein Besuch im Europapark, weil zwei ihrer Enkelinnen in Rust wohnen. Mit über Neunzig ging sie nochmal mit ihrem Sohn auf Kreuzfahrt und auch sonst nahm sie alles mit, was ging.

Tante Eva im August 2022 im Alter von 92 Jahren.

Das Markanteste an ihr war aber ihr Humor. Zu jeder Gelegenheit hatte sie einen trockenen Spruch auf den Lippen oder brachte einen lustigen Kommentar an. So war sie bei einem Besuch auf dem Friedhof einmal gestürzt. Als der Rettungssanitäter die rhetorische Frage stellte: »Was haben Sie denn gemacht?«, antwortete meine Tante: »Was denken Sie, ich bin hier zum Probeliegen«. Noch im November hat sie bei einem Besuch am Grab ihres Mannes (der schon 2012 an Altersleukämie gestorben ist) gesagt: »Rutsch rüber Helmut, ich komme!«

Wir haben oft telefoniert, sie wollte immer wissen, was ich gerade mache, und war zu jedem meiner Geburtstage. Ich denke, sie hat gewusst, dass das Ende nah ist. Bei einem unserer letzten Telefonate hat sie mir gebeichtet, dass sie auf nichts mehr Lust hat, auch nicht darauf, rauszugehen. Und das obwohl sie jeden Tag spazieren gegangen ist, um sich zu bewegen. Das kannte ich nicht von ihr, weil sie sonst so streng mit sich war und immer zu sich sagte: »Eva, reiß dich zusammen!«, egal wie schlecht es ihr ging. Dabei hatte sie in den letzten Jahren viele gesundheitliche Probleme, ist oft gestürzt und hat sich dabei verletzt. Die Augen wollten auch nicht mehr so und auf einem Ohr hat sie nichts mehr gehört. Sie hat aber nie Schwäche gezeigt oder sich bemitleidet. Das habe ich an ihr am meisten bewundert.

Nun ist sie fort. Ich werde ihre lustigen Kommentare, ihr offenes Interesse an ihrer Umwelt und ihre liebenswürdig pragmatische Art sehr vermissen.

Mein Perryregal

Lange genug hat es gedauert. Endlich habe ich ein Regal für meine PERRY RHODAN-Bücher.

Vor ein paar Jahren habe ich mir die Platinbände gekauft. Einige Silberbände habe ich schon seit 2014. (Die Ausgelesenen habe ich schon wegen Platzmangels wieder verkauft.) Die guten Stücke lagerten jetzt jahrelang eingeschweißt im Schrank. Hinzu kommen diverse Publikationen, die ich zu Recherchezwecken für die SOL gekauft habe und natürlich die Fanromane von der PRFZ und vom TCE, die sich in den Jahren angesammelt haben.

Vor ein paar Monaten habe ich von einem Bekannten eine große Tüte Heyne-Taschenbücher von PERRY RHODAN geschenkt bekommen. Das nahm ich zum Anlass meine Perry-Schätze aus dem dunklen Schrank ans Licht zu holen. Im gleichen Zuge habe ich mein Bastelregal ausgebaut. Ich hatte in den letzten Jahren einiges bestellt, das einfach so herumlag und darauf wartete, einsortiert zu werden. Mit großem Glück habe ich noch eine FIRA-Kommode von IKEA bei eBay-Kleinanzeigen entdeckt. Diese Teile gibt es seit 2012 nicht mehr. Leider muss man sagen, denn die sind unglaublich geräumig und passen perfekt in meine IVAR-Regale (auch von IKEA).

Kurzum, nach den Umbauarbeiten hatte ich noch zwei IVAR-Seitenteile übrig und wir haben bei IKEA noch die passenden Einlegeböden gekauft. Woraus dann das Perryregal wurde. Hintereinander gestellt, passen auch alle Bücher rein und es ist sogar noch etwas Platz für Neuanschaffungen.

Inside Rosenheim

Da ich zur Zeit eine Laserbehandlung für meine Augen brauche, muss ich dafür regelmäßig nach Rosenheim in eine Augenklinik. In dem Zuge bin ich diese Woche endlich mal in die Rosenheimer Innenstadt gekommen. Bisher kannte ich nur den Bahnhof und den Lockschuppen (dort finden regelmäßig große Ausstellungen statt).

Die Stadt Rosenheim hat etwa 67.000 Einwohner. Die Stadt ist eine krude Mischung aus historischen Gebäuden, wie man sie aus kleineren Orten in Oberbayern kennt, modernen Neubauten und Industrieanlagen. Dazwischen stehen immer mal wieder heruntergekommene Altbauten. Je weiter man aus der Innenstadt hinauskommt, desto mehr werden die Industrieniederlassungen. Das erzeugt ein eigenartiges Flair, bei dem man nicht so recht weiß, ob man jetzt in einem Dorf oder einer Stadt unterwegs ist.

Der weitläufige Max-Josefs-Platz mit seinen historischen Gebäuden erinnert mich ein wenig an die Innenstadt von Innsbruck. In den kleineren Straßen dahinter wähnt man sich in Waging und auf der Parallelstraße stehen neben einem modernen Parkhaus nichts sagende Neubauten.

Interessant ist, dass der Lokschuppen fast ein Kilometer vom Bahnhof entfernt ist. Schienen sieht man keine mehr. Ihm gegenüber liegt das Rathaus und daneben ein weiteres großes Parkhaus. Überhaupt verfügt Rosenheim über viele Parkhäuser, in denen man eine Stunde lang kostenlos parken kann.

Es hat jetzt fast zwanzig Jahre gedauert, bis ich es mal in die Rosenheimer Innenstadt geschafft habe. Es gibt ein paar hübsche Ecken, aber auch viel Leerstand wie überall. So richtig sehenswert finde ich die Stadt nicht. Da habe ich schon hübschere Städte besucht, die weniger provinziell wirkten.

Kinder, Posbis und ein Sternenschwarm

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 373 – »Mission Kristallberg« von Marlene von Hagen

Die durchdrehende Nathalie Rhodan da Zoltral hält ihre Eltern Perry und Thora sowie die Sicherheitschefin der AENEAS auf Trapp. Nachdem die Besatzung seltsame Hypersignale aus einem Sonnensystem am Rande der Lokalen Blase empfangen hat, versucht Nathalie das Schiff mit allen Mitteln zu verlassen, dabei wendet sie sogar Telekinese an. Perry Rhodan und seine Frau Thora drängen den Kommandanten der AENEAS sie und ihre gemeinsame Tochter Nathalie auf den bislang unerforschten Planeten im Nerythsystem abzusetzen. Auf der Suche nach der Quelle der Hypersignale erklimmen sie den dort befindlichen Kristallberg und treffen überraschend auf die sieben Cybora-Kinder.
Die Kinder haben nach ihrem vorgetäuschten Tod keinen Plan, wie es weitergehen soll. Der Empfang des Hypersignals ist eine willkommene Abwechslung von der sie sich eine Idee für die Zukunft erhoffen. Doch der Ausflug auf den fremden Planeten geht gründlich schief. Zwei der vier Shuttles stürzen ab. Die mitgereisten Posbis versuchen die Kinder vor eventuellen Gefahren zu beschützen und einige opfern sogar ihre Existenz. In einer Kaverne stoßen sie nicht nur auf eine insektoide Spezies, die sie als Götter verehren, sondern auch auf den Sternenschwarm von dem die Hypersignale ausgehen. Die Projektion hat eine hypnotische Wirkung, von der eine Gefahr für die Kinder auszugehen scheint. Nur durch das Eingreifen von Nathalie, die mit dem Sternenschwarm kommunizieren kann, verliert das Phänomen seine Wirkung auf die Kinder.

In dem Chaos, das Nathalies Eingreifen auslöst, können die Sieben zusammen mit den Posbis fliehen. Bis Perry Rhodan und seine Familie zurück auf der AENEAS ist, hat der Fragmentraumer der Posbis das System bereits verlassen. Zumindest haben die Terraner nun erfahren, dass die Entführten noch am Leben sind.

Raumschiffe, Roboter, Dschungel und Höhlen – alles Dinge, die in der NEO-Serie beliebt sind, finden sich in diesem Roman. Der bunte Mix ist gut zu lesen und die Kinder werden von der Autorin auch wirklich wie Kinder beschrieben und nicht wie kleine Erwachsene. Dass sie sich von den Posbis lieber einen Kletterparcours bauen lassen, als vernünftige sanitäre Anlagen ist durchaus glaubhaft. Auch die Zweifel von einigen, ob die Entscheidung ihren Tod vorzutäuschen wirklich richtig war, zeigt Marlene von Hagen mit großem Gespür für die Psyche von Kindern.

Nicht so gut fand ich die Kapitel über die Sicherheitschefin der AENEAS, Elina Darvos. Mal davon abgesehen, dass sie mir ein bisschen zu militant war. Ihr Narkoknüppel saß jedenfalls ziemlich locker und ihre anderen Waffen auch. Sie sagt, dass sie nur an den Posten der Sicherheitschefin kam, weil andere gescheitert waren. Sie sieht es nicht als ihren Verdienst an, sondern hadert mit Selbstzweifeln. Auch der Spruch ihres Ausbilders, dass sie als Frau zu emotional für einen Job bei der Sicherheit ist … Echt jetzt? Die Geschichte spielt im 25. Jahrhundert. Wenn die Menschen dann immer noch so antiquiert denken, wie wollen sie in der galaktischen Gemeinschaft klarkommen. Nein, ich denke, dass das zu jenem Zeitpunkt keine Rolle mehr spielen wird. Wenn nicht, wäre die Menschheit nie so weit gekommen.

All zu viel passiert in dem Roman nicht, außer das wieder ein Nakk auftaucht. Selbst dieser mysteriöse Sternenschwarm verschwindet schnell wieder in der Versenkung, so dass man ihn schneller vergisst, als ein Posbi sich individualisieren kann. Die skurrilen kleinen Roboter, die Marlene von Hagen den Kinder zur Seite stellt, vergisst man definitiv nicht. Ein Posbi im Uhu-Kleid, eine kleine Anspielung an Ruben Wickenhäuser (von denen es im Roman noch sehr viel mehr gibt) und ein Medo-Posbi namens Hildegard (nach Hildegard von Bingen), mangelnde Kreativität kann man der Autorin nicht nachsagen. Ich beginne mich aber inzwischen ernsthaft zu fragen, wo die Reise bzw. die Staffelhandlung hingehen wird. Lassen wir uns überraschen.

»Mission Kristallberg« hat mich auf einer Zugfahrt gut unterhalten. Ich habe den Roman in einem Rutsch durchgelesen, was man vom Vorgängerroman nicht sagen konnte. Insofern kann ich diesen NEO guten Gewissens empfehlen.

Umweltangepasste in der SOL

Warum es hier in den letzten Wochen so ruhig war, lag unteranderem daran, dass ich die SOL 121 auf den Weg gebracht habe. Mit 76 Seiten ist sie dieses Mal fast zehn Seiten dicker als normal. Was bedeutet, dass ich auch deutlich mehr Arbeit damit hatte. Aber was macht man nicht alles für die Mitglieder der PRFZ.

Wie ist das, wenn Menschen auf einem fremden Planeten siedeln wollten, dessen Umweltbedingungen sich von denen auf der Erde extrem unterscheiden? Diese Frage wird im Schwerpunkt der ersten SOL-Ausgabe im Jahr 2026 beantwortet.

Stefan Wepil stellt mit Zhygor eine solche fremde Welt vor. Norbert Fiks und Frank G. Gerigk beschäftigen sich mit Sternen im Allgemeinen und den Plejaden im Besonderen.

Aus der Fanszene stellt Dieter Reich das Rollenspiel »Varynkor« vor und Dieter Bohn unterhält mit einer sehr lustigen STELLARIS-Kurzgeschichte.

Für alle, die wissen wollen, was sich inhaltlich bei PERRY RHODAN in der zweiten Hälfte 2025 getan hat, gibt es die Besprechungen zur Hauptserie, den Silberbänden und zu NEO. Außerdem sprechen wir mit dem Neuen in der PERRY RHODAN-Redaktion – Adnan Turan.

Das Titelbild zeigt den Planeten Ertrus und stammt von Robert Schweizer-Haubrich, der noch weitere schöne Illustrationen zum Schwerpunkt geliefert hat.

Nur noch wenige Tage und die SOL 121 wird in den Briefkästen der Mitglieder landen.