Christinas Multiversum

Ansichten, Rezensionen, Kommentare

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Steuerschlupflöcher im Immobiliengeschäft

»Share deals« heißt das Zauberwort, mit dem Immobilienfirmen Milliarden an Steuergeldern jedes Jahr am Fiskus vorbeischleusen.

Steuerrechtler sprechen bei der Grunderwerbsteuer inzwischen von einer »Dummensteuer«. Weil nur diejenigen sie bezahlen, die nicht anders können oder wollen. Nämlich die kleinen Haus- und Wohnungseigentümer, die von dem mühsam zusammengetragenen Geld für den Kaufpreis ihrer Immobile 3,5 – 6,5 Prozent nochmal an die Steuerämter zahlen müssen. Bei unserem Wohnungskauf im letzten Jahr waren das fast 10.000 Euro. 10.000 Euro die wir zusätzlich auf die Kaufsumme aufschlagen mussten. Der größte Batzen, neben Makler-, Notar- und Grundbuchgebühren.

Wie so ein Share Deal abläuft? Ein Beispiel: Eine Wohnungsgesellschaft besitzt mehrere Immobilien mit Wohnungen und möchte oder muss diese veräußern. Der Investor kauft der Wohnungsgesellschaft nicht einfach die Immobilien ab. Nein, das käme wegen die Grunderwerbssteuer viel zu teuer, außerdem hätten in vielen Fällen, bei einem Verkauf der Häuser und Grundstücke die Städte und Gemeinden ein Vorkaufsrecht. Es geht einfacher. Der Investor kauft einfach die Wohnungsgesellschaft. Er muss dafür nur 94,5 Prozent aller Anteile kaufen, dann gehören die Immobilien ihm und er kann damit machen was er will: Mieter aus ihren Wohnungen werfen, Luxussanieren, Neubauten hochziehen etc., eben alles, was man in der letzten Zeit in den Städten und Gemeinden so erlebt. Und das ohne einen Cent Grunderwerbssteuer zu zahlen, das müsste er erst bei 95 Prozent der Anteile. Das ist schon ein starkes Stück.

Und unsere Regierung? Die macht wie immer die Augen zu, obwohl dieses Vorgehen seit Jahren die Regel ist, und den Regionen Milliarden an Steuergeldern flöten gehen, die sie dringend für die Infrastruktur gebrauchen könnten. Die Immobilienlobby argumentierte unlängst bei einer Anhörung im Bundestag, dass die Kosten dann auf die Mieten abgewälzt und damit die Mieten steigen würden. Ja, klar, als ob die Mieten nach einer Übernahme gleich bleiben.

Unfassbar!

Fanzines im Fokus

Dieses Wochenende steht ganz im Zeichen der Fanzines. Für meine Kolumne »Fan-Szene« in der PERRY RHODAN-Erstauflage bekomme ich vom Verlag regelmäßig die Publikationen der Clubs sowie diverse Magazine zum Thema SF- und Comic-Literatur zugesandt. Das alles will konsumiert werden. Und so lese ich mich in diesen Stunden durch die »World of Cosmos« mit der »Time Machine« von »Andromeda« bis ins »Paradise«. Insider werden wissen, was ich meine.

Die Beobachtungen, die ich dabei mache, ist, dass die Beiträge in unterschiedlichen Fanzines meist von den gleichen Leuten stammen. Der Kreis der Schreiber ist klein und man bekommt das Gefühl, sich in einer Blase zu bewegen. Schmoren im eigenen Fett sozusagen. Das macht mich ein wenig nachdenklich. Es gibt da draußen viele aktive Fans, die zeichnen und schreiben, aber meist für ihre eigenen Blogs und in den Sozialen Medien. Was mich zur Frage bringt: Wollen die nicht in den gedruckten Fanzines veröffentlicht werden, oder wollen vielleicht die Fanzine-Macher keine Artikel, die irgendwo im Netz schon mal veröffentlich worden sind?

Ich habe keine Antwort darauf. Ich kann nur für die SOL sagen, dass ich durchaus Leute anspreche, deren Beiträge ich im Netz entdeckt habe und von denen ich gern Artikel in der SOL veröffentlichen würde. In neunzig Prozent der Fälle klappt das auch.

Nicht, dass ich hier einen falsche Eindruck hinterlasse, um Himmels willen. Ich möchte den Fanzine-Machern keinesfalls vorschreiben, wie sie ihren Job zu machen haben. Aber ich kann ihnen den Rat geben, einfach mal ins Netz zu gehen und sich umzuschauen. Da gibt es eine Menge talentierter Leute, die sich freuen, wenn sie auf ihre Texte und Grafiken angesprochen werden. Und die sich durchaus vorstellen können, auch mal einen Beitrag für ein gedrucktes Fanzine zu liefern.

Das belebt die Szene und könnte manchem Club die Existenz sichern.

Punkgirl auf der Jagd nach verlassenen Orten

Quelle: inexplicable-past.de

Ich möchte heute Julia vorstellen und auf ihre Internetseite verweisen.

Julia lernte ich vor einigen Jahren beim Münchner-Trekdinner kennen. Als Star Trek-Fan und jüngstes Stammtisch-Mitglied wusste sie alles über die Serie und war beim Quiz immer mit vorne dabei. Damals schrieb sie auch SF-Geschichten. In den letzten Jahren hat sie zunehmend den Punkrock für sich entdeckt. In letzter Zeit hört sie verstärkt Heavy Metal. Jede Woche bekomme ich von ihr einen Link zu einem Punksong bei YouTube, damit ich mitkriege, was in der Szene gerade angesagt ist. Manchmal schicke ich auch einen Punksong zurück.

Die Zwanzigjährige hat ein spannendes Hobby. Sie fotografiert gern verlassene Orte. Also Gebäude, die aufgegeben wurden und schon viele Jahre leerstehen. Besonders in den neuen Bundesländern gibt es eine Menge solcher Ruinen zu entdecken, aber auch in den Alpen kann man sie finden. Mit einem Freund fährt sie quer durchs Land auf der Suche nach solchen Häusern und auf der Jagd nach neuen Motiven.

Seit ein paar Monaten präsentiert Julia ihre Fotos auf ihrer Internetseite »inexplicable-past«. Vergangene Woche wurde sie sogar von einem Metal-Magazin im Internet interviewt.

Julia möchte gern als Fotografin arbeiten, aber einen Ausbildungsplatz zu finden, ist schwerer als gedacht. Falls jemand einen Tipp für sie hat, kann er sich gern bei mir melden. Ich leite es dann weiter.

Mir gefällt, wenn junge Menschen versuchen, ihre Träume zu verwirklichen und sich eben nicht den Konventionen der Gesellschaft beugen. Außerdem bin ich froh, dass es heute noch Mädchen gibt, die sich für Punkrock interessieren. Bedeutet es doch, dass Punk nicht tot ist.

Erfreuliche Belegexemplare

SOL 93 & PR 3001

Gleich zwei Postsendungen mit höchst erfreulichem Inhalt habe ich diese Woche schon bekommen.

Gestern fischte ich die SOL 93 aus dem Briefkasten. Ich war gespannt, weil wir eine neue Druckerei mit dem Druck beauftragt haben. Die Qualität stimmt, das Heft sieht gut aus, fühlt sich auch so an. Jetzt hoffe ich, den Fans gefällt auch der Inhalt. Übrigens: Skandal! In der SOL 93 sind erstmalig auch nackte Brüste zu sehen. Zumindest für denjenigen, der sie findet. Viel Spaß beim Suchen!

Heute kamen dann auch die Belegexemplare von PR 3001 an. In der Mitte des Heftes die erste Ausgabe meiner Kolumne »Fan-Szene«. Darüber habe ich mich selbstredend sehr gefreut. Auch hier bin ich sehr gespannt, über die Reaktionen aus dem Fandom. Dieser Tage stelle ich bereits die dritte Ausgabe zusammen, noch ist das Ganze im Fluss. Ich möchte möglichst die Erwartungen der Fans erfüllen und bin somit vom Feedback abhängig.

Countdown mit Längen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO 193 – »Countdown für die Menschheit« von Arno Endler

Im Sol-System versucht die terranische Flotte die Bestienraumer von den Posbischiffen wegzulocken, die den Angriff auf ANDROS vorbereiten. Bis NATHAN einen überlichtschnellen Hyperimpuls startet, um die Manifestation des Geisteswesens in der Nähe des Sedna-Nexus zu verhindern, fordert der ungleiche Kampf viele Menschenleben.
Derweil begibt sich Perry Rhodan mit der MAGELLAN zum Planeten Aklur ins Capella-System, um die Transmitterstrasse nach Andromeda zu aktivieren. Beim Kontakt mit der Transmittersteuerung löst sich sein Körper auf. Er erwacht auf einer Welt, auf der es keinerlei Technologie gibt, dafür eine mittelalterliche Gesellschaft, deren Herrscher die Unwissenheit und Not der Bevölkerung ausnutzen. Hier wird Rhodan von einem Erzfeind verfolgt, der ihn denunzieren und auslöschen will, erfährt aber auch Einzelheiten über seine Aufgabe.
Nach seiner Rückkehr zur MAGELLAN besteigt Rhodan ein Situativ und macht sich allein auf den Weg, den Riss zwischen den Dimensionen zu verschließen.

Der Roman erschien parallel mit Band 3000 der EA und hatte damit harte Konkurrenz. Andererseits habe ich mich mit der Geschichte auch ohne diese Tatsache ziemlich schwergetan. Zum einen bringt der Roman die Staffelhandlung nicht wirklich voran, und zum anderen ist mir nach wie vor unklar, welchen Zweck Rhodans »Pilgerfahrt« eigentlich hat.

Diese Handlungsebene nimmt ein Drittel des Romans ein und erinnert mehr an einen Fantasyroman, als an Science Fiction. Außerdem liest sich die Geschichte wegen der ausschweifenden Beschreibungen des Settings sehr zäh. Ich musste mich schon ziemlich zusammenreißen, damit ich den Roman überhaupt zu Ende gelesen habe. Letztendlich wäre das eigentlich auch nicht nötig gewesen, da Rhodans Ausflug – wohin auch immer – ohne nennenswerte Konsequenzen bleibt. Außer, dass er mitgeteilt bekommt, dass er mit dem Situativ allein losziehen muss, um die Transmitterkette zu aktivieren.

In den anderen Handlungssträngen lässt Arno Endler Figuren aus seinen vergangenen Romanen wiederaufleben. Meist handelt es sich um Charaktere mit niedrigen Rängen, die sich beweisen müssen und mit staunenden Augen zu den Handlungsträgern aufblicken. Das finde ich gut.

Ich weiß nicht, ob man mit diesem Roman nicht ein wenig Potential verschwendet, so knapp vor dem Finale in Band 199. Da wären so viele Fragen zu beantworten, so viele Handlungsfäden zu verknüpfen, dass man sich solche »Füllromane« eigentlich nicht leisten kann.

Das Arno Endler, der mich in der Vergangenheit mit vielen kurzen Kapiteln in seinen Geschichten geärgert hat, auch anders kann, beweist er mit diesem Roman. Und dennoch mag er mich auch dieses Mal als Autor nicht zu überzeugen. Was vor allem an Rhodans Pilgerfahrt liegt. Fantasy ist einfach nicht meins und wird es wahrscheinlich auch nie werden.

»Countdown für die Menschheit« ist ein etwas zäh zu lesender Roman, der wenig neue Informationen enthält, aber für Freunde des Fantasy-Genres eine nette Geschichte in der Geschichte zu erzählen weiß. Was den Titel angeht: ein Countdown kommt zwar vor, ist aber weniger dramatisch, als der Titel weismachen will.

PR 3000 Nachlese

Ich teile heute mal zwei Audio-Interviews vom österreichischen Journalisten Christian Wehrschütz. Der auch auf der Veranstaltung im Münchner Literaturhaus war und viele Beiträge zu PERRY RHODAN für den ORF gedreht hat. Einige sind heute bei ORF2 zu sehen. Zumindest für diejenigen, die in Österreich wohnen oder die Sender über das Kabelfernsehen bekommen (wie wir).

Christian Wehrschütz ist selbst Fan und hat neben Interviews mit den beiden Wiener PR-Autoren Michael Marcus Thurner und Leo Lukas, auch mit Andreas Eschbach und Klaus N. Frick gesprochen. Letztere verlinke ich hier mal, weil ich sie auch für Nicht-Perryfans ausgesprochen interessant finde.

Viel Spaß!

#PerryRhodan Band 3000 Interview mit #AndreasEschbach

Eschbach hat eine fiktive Biographie der Jugend von PR geschrieben, bis zum Mondflug. Lesenswert.Perry Rhodan Sendetermine im ORF am 18.2.2019Die Sendungen können über Livestream aber auch danach über die sogenannte TVThek des ORF gehört und gesehen werden. Die TV-Beiträge stelle ich dann auch noch auf meine offizielle Facebook-Seite. Radio:Kulturjournal um 17.09 Ö1 Fernsehen:ORF2, „Mittag in Österreich“ ab 13.15 nach der Zeit im Bild um 13 UhrORF2, „Studio2“ Beginn der Sendung um 17.30 Kultur Montag, ORF2, Beginn um 22.30

Gepostet von Christian Ferdinand Wehrschütz am Mittwoch, 13. Februar 2019

 

#PerryRhodan Band 3000 Interview mit CHefredakteur #KlausFrick

Die Sendetermine für Montag habe ich auf FB bereits angekündigt. Ad astra. CW

Gepostet von Christian Ferdinand Wehrschütz am Freitag, 15. Februar 2019

Risiken und Nebenwirkungen

Da habe ich ja was angerichtet. Na, ja eigentlich war ich es nicht selbst, aber so ganz unschuldig bin ich nicht.

Ich rede von dem Zeitungsbericht, der am Freitag über mich erschienen ist. Die erste Auswirkungen war eine SMS meiner Kollegin um 4:15 Uhr in der Früh, dass sie mich in der Zeitung entdeckt hat.

Das war aber eher harmlos, gegenüber dem was meinem Mann widerfahren ist. Dessen Kollegen haben das natürlich auch spitz gekriegt und den Artikel gleich mal ans Schwarze Brett gepinnt. Und weil er gleich zweimal abgebildet ist, heißt es, dass er einen ausgeben muss, also Leberkäs und Brezn für die ganze Abteilung.

Diese Nebenwirkung habe ich natürlich nicht bedacht. Wo mein Mann doch schon in München leiden musste. Auf dem Event im Literaturhaus kamen viele Leute zu mir, um mich zu begrüßen. Meinen Mann ließen sie links liegen, selbst die, die ihn kannten. Das habe ich in dem Moment gar nicht mitbekommen. Erst als er sich abends bei mir darüber beschwert hat, ist mir das bewusst geworden. Ich kann verstehen, dass ihm das nicht gefiel.

Ansonsten ist der Artikel für mich bislang folgenlos geblieben. Mal sehen, was meine Kollegen am Dienstag sagen. Der Chef ist nicht da und die anderen werden es nicht mitbekommen haben, da komme ich wahrscheinlich gut weg.

Weil der Artikel im Internet nur mit Anmeldung zu lesen ist, habe ich ihn fotografiert und stelle ich ihn hier in voller Auflösung als Bild rein.

Die Rache der Melder

Es ist doch irgendwie verhext. Ich erzählte an dieser Stelle am Donnerstag von dem Rauchmelder-Seminar, was ich besucht habe.

Weil ich neugierig war, ob die beiden Rauchmelder, die wir vor einem halben Jahr im Baumarkt gekauft haben, auch den gültigen Normen entsprechen, habe ich meinen Mann gebeten, den im Wohnzimmer mal runterzuholen. Das Prüfsiegel, war sogar korrekt. Dann forderte ich ihn noch auf, den Rauchmelder gleichmal zu testen. Was auch funktionierte. Nur machte das gute Stück ab da dauernd »Bipp«. Ein Zeichen, dass die Batterie leer ist.

Hm! Bei einem Gerät mit 10 Jahres-Batterie, dass man vor einem halben Jahr gekauft hat, sollte das nicht passieren. Mein Mann nahm ihn ab und drückte nochmal den Testknopf. Schwerer Fehler! Anschließend hörte das Ding nämlich nicht mehr auf, Krawall zu machen. Ich hielt mir die Ohren zu. Mein Mann versuchte es erfolglos zu deaktivieren. Dadurch, dass die Batterien fest verbaut waren, war auch das Entfernen der Batterie keine Option. Es blieb uns nicht anderes übrig, als den Rauchmelder mit brachialen Mitteln zum Schweigen zu bringen. Mein Mann bestellte gleich drei neue (Testsieger bei Stiftung Warentest), die im übrigen pro Stück ganze zwei Euro teurer waren, als die aus dem Baumarkt. Angesichts dieser Erfahrung ließen wir dann von dem Rauchmelder im Schlafzimmer lieber die Finger.

Soll ich euch was sagen … Es hat nichts genützt. Samstagmorgen 2:49 Uhr weckte uns ein lauter durchdringender Piepton. Der Rauchmelder im Schlafzimmer schlug Alarm. Wir standen im Bett im wahrsten Sinne des Wortes, um den Rauchmelder zum Schweigen zu bringen. Eindeutiger Fehlalarm, denn es war weder Rauch zu sehen, noch zu riechen. Dafür war es mit unserer Nachruhe vorbei.

Ich bin mir sicher, die Rauchmelder haben sich untereinander abgesprochen, und dass dies die Rache dafür war, dass wir seinen Kollegen entsorgt hatten. Samstagmittag kamen mit der Post die neuen zertifizierten Rauchmelder, die wir auch gleich installiert haben. Jetzt ist hoffentlich die nächsten zehn Jahre Ruhe.

PERRY RHODAN – Bis zur Unsterblichkeit und darüber hinaus

Heute feiert ein Phänomen Jubiläum, das in Deutschland und auf dem Globus seines Gleichen sucht. Am 15. Februar 2019 erscheint Band 3000 der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Die Rede ist weder von »Star Wars« noch von »Star Trek« sondern von PERRY RHODAN. Die deutsche Heftromanserie aus dem Verlag Pabel-Moewig ist gleichzeitig die längste Fortsetzungsgeschichte der Welt.

Seit dem 8. September 1961 können sich Leser jede Woche am Kiosk ihren Heftroman aus dem Perryversum holen. Kein Ereignis, ob Mauerfall oder 11. September, hat bisher eine Veröffentlichung verhindert. Und so ist PERRY RHODAN ein mediales Phänomen, das inzwischen mehr als fünf Jahrzehnte andauert.

In der DDR verboten

In Ostdeutschland ist die PERRY RHODAN so gut wie unbekannt. Was vor allem daran liegt, dass »Schundliteratur« aus dem Westen in der DDR verboten war. Dabei ist die Serie keineswegs ein blendendes Beispiel für den Kapitalismus, im Gegenteil … Ihr Held der ersten Stunde Perry Rhodan ist Amerikaner und landet 1971 auf dem Mond, wo er ein außerirdisches Raumschiff entdeckt.

Im Laufe der Handlung kehrt er mit Hilfe der Außerirdischen zur Erde zurück und gründet die »Dritte Macht«. Er reißt sich Rangabzeichen und Insignien von der Uniform und bezeichnet sich fortan als Terraner. Mitten im Kalten Krieg setzt er sich für Frieden und Verständigung zwischen den Nationen ein, befriedet die Supermächte und eint die Völker der Welt.

Nachdem unter seiner Ägide Hunger und Not auf der Erde beseitig wurden, führt er die Menschheit hinaus ins All. Aus der »Dritten Macht« wächst zunächst das Solare Imperium, später das Vereinte Imperium, noch später die Liga Freier Terraner bis hin zur Liga Freier Galaktiker. Der Botschaft von Toleranz und Frieden ist er in all der Zeit treu geblieben.

Über 3000 Jahre erstreckt sich inzwischen die Geschichte des Raumfahrers Perry Rhodan. Überleben konnte er den langen Zeitraum – ebenso wie einige seiner engsten Mitstreiter – nur, weil ihnen mittels Zellaktivator die relative Unsterblichkeit verliehen wurde.

Lesestoff für Jahrzehnte

Außer den 3000 Heftromanen vervollständigen unzählige Taschenbücher, das Spinoff PERRY RHODAN NEO und mehrere Nebenserien das umfangreiche Universum, das aus Millionen gedruckter Seiten besteht. Wenn man jeden Tag nur ein Romanheft (65 Seiten) lesen wollte, benötigt man dafür über acht Jahre. Zuzüglich der Romane, die in dieser Zeitspanne noch erscheinen, kommt man auf neuneinhalb Jahre.

Als Karl-Herbert Scheer und Walter Ernsting 1961 die Serie starteten, planten sie dreißig Folgen. Doch die Geschichten um den Raumfahrer Perry Rhodan fielen im Nachkriegsdeutschland auf fruchtbaren Boden. Abenteuer, fremde Welten und exotische Außerirdische zogen in erster Linie ein junges Publikum an. Jungs zwischen 14 und 18 Jahren, die bisher vor allem Karl May gelesen hatten, verschlungen die Hefte, tauschten sie untereinander und mussten sie oft genug vor Lehrern und Eltern verstecken. Denn damals galt die Serie im Westen genauso als Schund wie Liebes-, Arzt- und Westernromane.

Gebrauchsliteratur ist der Fachbegriff für ein Format, das bis in die Neuzeit überdauert hat. Heute sind die Verkaufszahlen von PERRY RHODAN zwar nicht mehr so hoch wie in den siebziger und achtziger Jahren, dennoch konnte sich die Serie eine treue Stammleserschaft bewahren.

Arbeiten im Team

Wie hält man eine solche Serie am Leben? Und wie schafft man es, jede Woche einen Roman herauszubringen? Die PERRY RHODAN-Redaktion kennt die Antworten. Unter der Leitung von Chefredakteur Klaus N. Frick sorgt sie im baden-württembergischen Rastatt für regelmäßigen Nachschub an Lesestoff.

Geschrieben wird die Geschichte von einem derzeit zwölfköpfigen Autorenteam, das im Übrigen schon aus der dritten und vierten Autorengeneration seit Beginn der Serie besteht. Zwei Autoren geben mit Exposés die Handlung jedes Romans vor. Der wiederum von einem Teamautor verfasst wird. Nur wenn ein Heft auf dem anderen aufbaut, ist es möglich, die Kontinuität innerhalb der Serie zu bewahren.

Um Lesern den Einstieg zu erleichtern, unterteilt man die PERRY RHODAN-Serie in Zyklen. Zirka alle einhundert Bände beginnt eine neue Rahmenhandlung.

Vom Fan zum Macher

PERRY RHODAN ist ein Mammutprojekt, denn es muss nicht nur jede Woche pünktlich ein Heftroman, sondern auch alle zwei Wochen ein NEO-Taschenheft herausgegeben werden. Ganz zu schweigen von den parallel erscheinenden Formaten E-Book und Hörbuch.

Das erfordert nicht nur eine ausgeklügelte Koordination und ein gut geöltes Marketing, sondern auch enormen Einsatz für Lektorat und Bearbeitung. Denn die hohen Qualitätsansprüche der Fans wollen befriedigt werden.

Dafür sorgt vor allem Klaus N. Frick, der mit Argusaugen über die Manuskripte wacht und jedes geschriebene Wort liest, bevor es veröffentlicht wird. Keiner kennt die Serie besser als ein Fan wie er.

So wie viele der heutigen Autoren als Fans begonnen haben, las auch Frick bereits als Teenager in den Siebzigern die Abenteuer von Perry Rhodan. In der Schule verfasste er Kurzgeschichten und schrieb Artikel für die Tageszeitung seiner Heimatstadt im Schwarzwald.

Später arbeitete er freiberuflich für Pabel-Moewig in Rastatt, bis er Anfang der Neunziger als Redakteur in die Serie einstieg und 1999 den Posten des Chefredakteurs übernahm.

Umtriebige Fan-Szene

Kaum eine andere Heftromanserie hat eine so enge Beziehung zu ihren Fans. In Leserbriefen, Internet-Foren und den sozialen Medien tauschen sich die Fans über die Romane und Titelbilder aus, äußern Kritik und Lob gleichermaßen.

Bei Stammtischen und auf Veranstaltungen, sogenannten Convents (Cons), treffen sie sich, diskutieren oder erweitern das PERRY RHODAN-Universum auf ihre Weise, mittels Fan-Romanen, animierten Filmen, Hörspielen oder Fanzines (selbst publizierten Magazinen).

Unter anderem entstand aus der Fan-Szene heraus die Perrypedia, eine Online-Enzyklopädie in der Begriffe, Raumschiffe und Charaktere aller bisher veröffentlichten Publikationen beschrieben werden. Mit mehr 43.000 Einträgen ist die sie inzwischen nicht nur für die Fans und Leser zu einem unersetzlichen Wissens-Pool geworden, sondern vor allem auch für die Autoren. Sie haben dieses Geschenk der Fans für ihre Arbeit zu schätzen gelernt.

Blick in die Zukunft

In unserer digitalen Welt hat es der Heftroman jedoch schwer. Vieles funktioniert inzwischen über E-Books, während die gedruckten Romane nur im Abo oder an wenigen Kiosken erhältlich sind. Dass es PERRY RHODAN immer noch gibt, verdankt die Serie der Voraussicht der Redaktionsmitarbeiter, die bereits Anfang der 2000er Jahre ins E-Book-Geschäft eingestiegen sind.

Im Unterschied zu früher sind die Leser jedoch keine Jugendlichen mehr, sondern meist Männer über 50 aus allen Bevölkerungsschichten – vom Arzt, über den Bauarbeiter bis hin zum Bordellbesitzer. Und darin liegt auch das Problem. Die Serie benötigt dringend junges Blut unter den Lesern. Viele der Autoren sind inzwischen jünger als die Leser. YouTube-Videos, vermehrte Präsenz in den sozialen Medien und Publikationen außerhalb des Heftromans sollen helfen, die Serie in die Zukunft zu führen.

Zu diesem Zweck erscheint unteranderem eine Woche nach dem Jubiläum ein Buch von Bestsellerautor Andreas Eschbach. Mit »Perry Rhodan – Das größte Abenteuer« möchte man den Normalleser auf die größte Science-Fiction-Serie der Welt aufmerksam machen. Der Roman erzählt die Geschichte Perry Rhodans bis zu seinem Flug zum Mond und ist für alle Leser und Leserinnen von Spannungsliteratur geeignet.

Im medialen Strudel

Heute weiß ich gar nicht, wo ich zuerst hinsehen oder hinhören soll. Am laufenden Band erscheinen Artikel zur PERRY RHODAN-Serie oder ihren Machern. Es laufen Interviews im Radio oder im Fernsehen, Zeitschriften in ganz Deutschland berichten. (Die OTZ nicht, die wollte nicht, weil das im Osten keiner kennt. Selbst schuld!) Die Sozialen Medien sind voll mit Kommentaren, Glückwünschen und Likes. Das ist schön, das finde ich gut, denn es wird dem großen Jubiläum gerecht.

3000 Heftromane. Diese Zahl muss man sich bildlich vorstellen. Ich habe nur einen halben Zyklus in Heftform im Keller und der füllt bereits eine große Holzkiste. Die Silberbände im Regal nehmen auch nicht wenig Platz ein. Und weil ich es so toll finde, dass meine Lieblingsheftromanserie feiert, habe ich einen Artikel geschrieben und an die Zeitung geschickt. Letztendlich ist das hier dabei rausgekommen.

Passauer neue Presse/Bayern

Damit der Original-Text meines Artikels nicht auf meiner Festplatte ungelesen vergammelt, veröffentliche ich ihn im folgenden Beitrag.

Ich wünsche allen Autoren, der PR-Redaktion und allen anderen Beteiligten herzlichen Glückwunsch zu 3000 Bänden voller phantastischer Geschichten. Macht weiter so, wenigstens bis Band 5000!

Schön wäre es gewesen, wenn ich heute den Band 3000 auch hätte lesen können. Aber weder der Postbote brachte mir mein Exemplar, noch habe ich eines am Dorfkiosk bekommen. Muss ich morgen doch nach Traunstein, um mir das Heft am Bahnhof zu kaufen.