Herbstliches

Der Herbst ist mit Abstand meine Lieblingsjahreszeit. Zu keiner Zeit im Jahr ist das Licht weicher, die Farben kräftiger und der Himmel blauer. Auch in diesem Jahr ist es nicht anders. Ich streife dann ganz gern durch die Gegend und halte die Stimmung fotografisch fest. Im Bild rechts sieht man das Dach des Pavillons am See. Aus dieser Perspektive habe ich ihn noch nie fotografiert.

Vorletzte Woche hatten die Flieger, die jetzt wieder reichlich über uns hinwegschwirren, einen Stern am Himmel über Südostoberbayern gezeichnet. Da hat wohl jemand das Kolvoord-Sternenmanöver geübt. Ich habe das Bild aus dem Auto heraus aufgenommen.

Am gestrigen Sonntag war nach anfänglichem Nebel wunderbar klares Wetter. Das nutzten wir um ins Schönramer Filz zu fahren. Dort im Wald zwischen den Bäumen war der Boden stellenweise noch gefroren. Die Kälte kneifte an den Oberschenkeln, aber als wir auf dem Rundweg dann in Richtung Sonne gingen, wurde uns schnell warm. Der viele Regen in diesem Jahr hat dem Hochmoor gutgetan. Der Weg war schon fast zugewachsen von den Büschen und vom Gras. Die Tautropfen an den Gräsern und Ästen glitzerten wie Edelsteine.

Der See mitten im Moor war bis zum Rand voll und die Oberfläche so ruhig, das die Spiegelungen des Ufers phantastische Muster ergaben. Wer entdeckt im Bild das Gesicht des außerirdischen Insektoiden? Da könnte ich stundenlang stehen und entdecke ständig neues.

Daheim vor der Haustüre habe ich noch die Bäume vorm Haus fotografiert. Diese Farben! Genau aus diesem Grund liebe ich den Herbst.

 

Die Welt geht den Bach runter …

… Der Gedanke kam mir in dieser extrem stressigen Woche ein paar Mal.

Früher hat man gesagt: »Einmal mit Profis arbeiten«, heute muss man froh sein, einmal nicht mit Idioten zu arbeiten. Seit ein paar Jahren beobachte ich diese Besorgnis erregende Entwicklung. Das Wissen unter den Menschen scheint abzunehmen, der gesunde Menschenverstand wird immer weniger und es macht sich eine Bequemlichkeit breit, die zu Ignoranz führt und nicht selten Schaden anrichtet.

Gerade im Handwerk sind viele Dinge, die noch vor ein paar Jahren selbstverständlich waren, plötzlich scheinbar irrelevant. Entweder die Leute wissen es nicht besser oder es ist ihnen schlicht egal. Ich gehe jetzt nicht ins Detail, aber unter diesen Umständen verliere ich zunehmend die Lust an der Arbeit. Es ist ermüdend immer wieder an Dinge erinnern oder sie einfordern zu müssen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, oder Leute auf die Konsequenzen ihres Handelns aufmerksam zu machen. Umsichtigkeit scheint nicht mehr in Mode zu sein, Dinge zu hinterfragen sowieso nicht.

Am Freitag früh kaufte ich im REWE Gemüse. An der Kasse legte ich meine Ware aufs Band. Bei der Kohlrübe zögerte die junge Verkäuferin, sah mich groß an und fragte, was das sei. Ich sagte, das sei eine Kohlrübe. Doch die Bezeichnung fand sie auf ihrer großen Liste nicht. Also ging ich ans Gemüseregal las den Preis ab und die Bezeichnung, die dort als Steckrübe ausgezeichnet war. Unter dem Begriff Steckrübe fand sie schließlich die Nummer, die sie in die Kasse eintippen musste. Ich sah es positiv. An dem Tag hat die Verkäuferin etwas dazugelernt.

Vor unserem Haus wird seit Mitte September gegraben. Eigentlich ging es ursprünglich darum, ein neues Baugebiet anzuschließen. Erst wurde eine Seite aufgegraben und die Wasserleitung neu verlegt. Dann wurde wieder zugemacht und die Erde festgerüttelt. Zwei Tage später wurde wieder aufgebaggert und ein gelbes Band eingelegt, das auf die Gasleitung hinweist. (Das hatte man wohl in der Eile vergessen.) Wieder wurde zugemacht und gerüttelt, dass die Gläser im Schrank klirrten. Einige Tage später begann das Spiel von vorn. Dieses Mal war es das Telefonkabel. Vorletzte Woche ging es dann wieder los, dieses Mal wurde sogar der Gehweg weggebaggert und so tief aufgegraben, dass wir drei Tage lang nicht in die Tiefgarage fahren konnten. Die oberirdischen Parkplätze sind entweder mit Baumaterialen belegt oder weitläufig abgesperrt. Die Bewohner müssen auf dem öffentlichen Gemeindeparkplatz parken. Einer der Anwohner konnte sein Auto nicht rechtzeitig entfernen. Das steht nun schon seit zwei Wochen auf der Wohnanlage, denn rauskommen tut er nicht. Zumindest kann es nicht geklaut werden. Inzwischen wurden alle Hausanschlüsse erneuert und man kam auf die glorreiche Idee, die noch asphaltierte Straßenhälfte ebenfalls wegzufräsen, um die Straße komplett neu zu machen. Es wurden neue Bordsteine verlegt und es soll neu asphaltiert werden, angeblich in zwei Wochen. Wer es glaubt! Angekündigt wurden diese immer weiter ausufernden Baumaßnahmen übrigens nicht. Die Bewohnerin unter uns, die bis Ende Oktober ausziehen muss, findet das nicht so toll. Die bekommt ihre Möbel nicht weg, weil der Möbelwagen nirgendwo halten kann.

Zwischenzeitlich wurde zweimal das Wasser für neun Stunden abgestellt, weil man gemerkt hat, dass man die Hydranten eigentlich auch erneuern müsste. Neun Stunden ohne Wasser ist schon echt lang, wenn man Urlaub hat. Beim zweiten Mal wurde die Absperrung nur angekündigt, fand aber nicht statt. Der Hydrant hing wohl doch an einer anderen Leitung. Jetzt stehen zwei Eimer Wasser bei uns im Bad. Das reicht für die nächsten Wochen zum Blumengießen.

Im Baugebiet zwei Straßen weiter, welches vor einem Jahr erschlossen wurde, hat man jetzt festgestellt, dass man das Telekomkabel bei der Erschließung vergessen hat. Das fiel erst auf, nachdem einer der dortigen Häuslebauer seinen Anschluss bei der Telekom beantragt hat.

Ich könnte noch weiter erzählen von Bauherren und Baufirmen, von Gemeinden und ihren Schildbürger-Streichen, aber ich hör an der Stelle auf. Man mag über die Planwirtschaft der DDR streiten, aber da wurde wirklich erst geplant und dann gearbeitet. Es hat zwar meist länger gedauert, das lag aber an anderen Dingen. Heute scheint alles ohne Plan und vor allem ohne Verstand zu laufen. Hauptsache jeder bekommt Recht und Vorrang, ob es im Sinne der Gemeinschaft ist oder nicht.

Ich sags ja. Die Welt geht den Bach runter!

Nusslos

Unsere diesjährige Nussernte fällt desaströs aus. Das ist ein Negativrekord. So wenige Walnüsse hatten wir in den letzten Jahren nie gesammelt. Obwohl das Frühjahr gut anfing. Sprich, es gab keinen späten Frost, wie zum Beispiel im vergangenen Jahr. Doch die meisten Nussbäume trugen heuer keine Früchte und wenn, dann nur sehr wenige.

Einer der Gründe warum die Nussernte so gering ausfiel, könnte ein guter sein. Es hat in diesem Jahr häufiger geregnet. Die Böden waren feuchter und die Bäume bekamen offensichtlich genug Wasser. Bei Trockenheit bekommen Nussbäume wie andere Bäume Stress und produzieren sehr viel mehr Früchte, weil sie sich unbedingt vermehren müssen. Für den Fall, dass der Mutterbaum eingeht, hätte er somit nochmal für ausreichend Nachwuchs gesorgt. Es ist also ein gutes Zeichen, wenn es nicht so viele Nüsse gibt, dann scheint es den Bäumen gut zu gehen.

Ein weiterer Grund ist, dass wir zur Hauptzeit, in der die Nüsse vom Baum fielen, an den Wochenenden nicht da waren und unter der Woche keine Zeit hatten. Außerdem hat jemand »unseren« Nussbaum entdeckt. Dort wo sich bisher keiner hinverirrte, war heuer alles abgesucht. Derjenige hatte sich aus einer Stange und einem Küchensieb sogar eine Vorrichtung gebaut, um die herunter gefallenen Nüsse aus dem Bach zu fischen. Soviel Professionalität ist irgendwie erschreckend.

Zum Glück haben wir noch ausreichend Nüsse aus dem vergangenen Jahr übrig, so dass wir durch den Winter kommen werden, ohne welche kaufen zu müssen. Denn ich habe keine Lust, Walnüsse aus Kalifornien zu kaufen. Eher verzichte ich ganz darauf. Übrigens habe ich unlängst gelesen, dass je nördlicher ein Walnussbaum steht, desto bitterer schmecken die Nüsse. Das wusste ich noch nicht.

Verwirrung um Faktor 1

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 262 – »Die Zeit aus den Fugen« von Kai Hirdt

Auf dem Weg nach Arkon empfängt die SOL Notrufe arkonidischer Schiffe, die gegen die Maahks kämpfen. Atlan und Perry Rhodan wissen, dass jede Einmischung eine Änderung der Zeitlinie bedeuten kann. Aber um das arkonidische Begleitgeschwader weiterhin zu täuschen, müssen die Terraner hin und wieder in den Konflikt eingreifen. Bei einem der Einsätze erfahren sie, dass die Hyperfunk-Relaiskette nach Arkon von den Maahks unterbrochen und manipuliert worden ist. Das heißt, dass auch die Nachrichten des Vergangenheits-Atlan von Larsaf III nicht mehr bis nach Arkon durchgedrungen sind, mit ihnen die Pläne der Konverterkanone.
Atlan beschließt, diese Kriegsentscheidende Information zu finden und weiterzuleiten, daher greift die SOL eines der Relaisschiffe der Maahks an.
Sie finden die Informationen bei dem arkonidischen Celista Lexx da Perkoll, doch sie sind verschlüsselt und da Perkoll, der einzige, der sie zu entschlüsseln weiß, ist ein gewiefter Doppelspion der Meister der Insel.
Mirona Thetin muss erneut in die Rolle von Faktor I schlüpfen, um da Perkoll die Pläne abzuluchsen, ohne das Atlan davon Wind bekommt. Doch da Perkolls Loyalität scheint weder Arkon noch den Meistern der Insel zu gehören. Am Ende stehen Atlan und die Besatzung der SOL trotz schwerer persönlicher Verluste mit leeren Händen da und eine Änderung der Zeitline scheint unabwendbar.

Die Romane von Kai Hirdt waren in der Vergangenheit immer ein Garant für spannende Unterhaltung. Das ist bei diesem Roman nur zum Teil der Fall. Die erste Hälfte des Buches habe ich mit großem Widerwillen und einem unterdrückten Gähnen überwunden. Das war zum einen extrem gewalttätig und zum anderen nicht wirklich spannend. Ich fragte mich die ganze Zeit, wozu ich mir das überhaupt antue.

In der zweiten Hälfte wird es etwas besser, aber auch hier fehlten mir die plastischen Figuren- und Szenenbeschreibungen, die die Romane des Autors immer ausgemacht haben. Gut ausgetüftelte Handlungstwists sind eine Sache, sie funktionieren jedoch nur im Zusammenspiel mit den Figuren. In diesem Fall aber haben mich weder Atlan noch Mirona oder Lexx da Perkoll wirklich vom Hocker gehauen.

Das hat möglicherweise damit zu tun, dass ich ständig das Gefühl hatte, mir fehlen Informationen. Es war als hätte ich einen Roman übersprungen. Da wurden Dinge wie selbstverständlich benannt, die ich nicht in Erinnerung hatte. Ich lese NEO seit vielen Jahren und ich verfüge eigentlich über ein gutes Detail-Gedächtnis, dennoch war mir der Grund der Streitigkeiten zwischen Atlan und Mirona lange nicht klar.

Zur Erklärung: Mirona hatte einen Sohn, den sie während der Methankriege in die Milchstraße beordert hat, um den Maahks zum Sieg zu verhelfen, ähnlich wie später ihr zweiter Sohn Agaior Thoton. Dieser erste Sohn wurde bisher nur ein einziges Mal erwähnt und zwar vor knapp hundert Romanen in NEO 161.

Das musste ich erst in der Perrypedia recherchieren. Selbst ich, als jemand, der sich bei NEO leidlich auskennt, hatte es nicht mehr im Kopf. Hier hätte es definitiv mehr Erklärungen bedurft. Schon allein, weil es Leser gibt, die erst sehr viel später eingestiegen sind. Dafür hätte man meiner Meinung nach, sich das mitunter heftige Maahk-Gemetzel sparen können. Mir ist ohnehin nicht klar, wie sich Perry Rhodan darauf einlassen konnte, Maahks reihenweise abzuschlachten und Besatzungsmitglieder der SOL als Kanonenfutter zu opfern. Hat er seine Moral im Solsystem zurückgelassen? Es scheint fast so.

Der Autor versucht einen Faupax des Vorgängerautors zu kitten (Transmitter an Bord der SOL), den ich als nicht so problematisch angesehen hatte. Und der durch den Verbesserungsversuch eigentlich erst recht auffällt.

Fazit: »Die Zeit aus den Fugen« bietet zumindest in der zweiten Hälfte spannende Unterhaltung und einige überraschende Wendungen. Kai Hirdt kann leider nicht an die genialen Romane anknüpfen, die er in den vergangenen Jahren für NEO geschrieben hat. Das war der zweite NEO des Autors in Folge, bei dem ich das Gefühl hatte, dass irgendwie die Luft raus zu sein scheint.

Genial finde ich das Titelbild. Da ist Dirk Schulz ein richtig tolles Motiv gelungen.

Feindbild E-Auto

Es ist traurig. Als bekennender E-Autofahrer sieht man sich in letzter Zeit häufiger Anfeindungen ausgesetzt. Man muss sich dafür rechtfertigen, dass man ein E-Auto fährt und daran auch noch Spaß hat.

Da werden die wildesten Vorurteile vorgebracht. Zum Beispiel, dass man mit einem E-Auto die Umwelt viel mehr schädigen würde, wegen der Akkus. Weil die so viel Strom brauchen, dass uns deswegen noch der Strom ausgehen wird. Oder dass man daran schuld sei, wenn Kinder in Afrika in den Kobalt-Minen mit den Fingern das Erz für den Akku aus dem Fels kratzen müssen oder, dass man in vollem Bewusstsein eine Brandbombe in der Tiefgarage parkt. Und außerdem sind E-Autos für Langstrecken total ungeeignet, weil die so oft geladen werden müssen und überhaupt ist so ein Elektroauto absolut unpraktisch usw.

Wir fahren unseren ID3 jetzt seit Februar und wenn man uns fragt, möchten, sowohl mein Mann als auch ich, kein anderes Auto mehr. Ich gebe zu, ich hatte anfangs ebenfalls meine Zweifel, aber ich bin inzwischen überzeugt, dass der Kauf eine sehr gute Idee war. Auf dem Tacho stehen inzwischen 11000 gefahrene Kilometer. Wir hatten in der ganzen Zeit nie Probleme eine Ladesäule zu finden, oder das dieselbige nicht funktioniert hätte. An der Ladesäule der Gemeinde, an der wir das Auto regelmäßig laden, wurde es zwar im Sommer oftmals eng, wegen der vielen Urlauber und weil das Laden dort kostenlos ist. Auf den Autobahnfahrten aber hatten wir keinerlei Einschränkungen und die Fahrt ist deutlich entspannter.

Was die Vorurteile der Leute angeht: Entgegen den Vorstellungen, die manch einer hat, brauchen E-Autos nur einen Bruchteil des Stroms, den zum Beispiel die Industrie und die Haushalte benötigen. Selbst wenn wir alle Autos in E-Autos umwandeln würden, wäre der Anteil am gesamten Strombedarf immer noch gering. Die meiste Energie in Deutschland geht für Industrie und Heizung drauf.

Dennoch wird die Umstellung auf E-Mobilität nicht von heute auf morgen funktionieren. Selbst wenn wir genug Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, wir bekommen ihn meist nicht dorthin, wo er gebraucht wird, weil es an der Infrastruktur hapert. Hier wurde über viele Jahre einfach nicht genug getan. Sei es weil wegen Profitgier kein Geld in das Netztinvestiert wurde oder weil Leute gegen Stromtrassen, Windräder und Solarparks geklagt haben.

Was die in den Akkus verbauten Materialien angeht. Kobalt steckt auch in jedem Smartphone, das sollte sich jeder klar machen, der sich jedes Jahr ein neues Smartphone leistet. Ich bin sicher, dass es sehr viel mehr Smartphones auf der Welt gibt als Akkus für E-Autos. Wenn sich die Leute ein Smartphone oder ein anderes technisches Gerät kaufen, denkt auch kaum einer dran, dass für die seltenen Erden, die in dem Gerät stecken, vielleicht Menschen gestorben sind. Was das Lithium angeht, was momentan meist aus Südamerika stammt, so ist wegen der Nachfrage der Preis inzwischen so gestiegen, dass sich eine Gewinnung des Rohstoffs inzwischen auch in Deutschland lohnt. Momentan wird daran gearbeitet, dem Thermalwasser, das für geothermische Zwecke an die Oberfläche gepumpt wird, das Lithium zu entziehen. Thermalwasser ist sehr reich an Lithium und die Pumpanlagen überall bereits vorhanden.

Reichweite: In den nächsten Jahren werden Feststoffakkus serienreif werden. Diese enthalten dann keine seltenen Erden mehr, können schneller geladen werden und sind kälteunempfindlicher. Das heißt, die Technologie entwickelt sich ständig weiter, weil jetzt auch der Druck da ist. Selbst bestehende Autos können durch Firmware-Updates höhere Reichweiten erreichen, wie wir selbst feststellen konnten.

Brandgefahr: Die Allianz Versicherung hat eine umfangreiche Studie in Auftrag gegeben, in der unteranderem untersucht wurde, ob E-Fahrzeuge häufiger brennen. Nein, sie brennen nicht häufiger, sondern eher seltener als normale Fahrzeuge. Jedes Jahr brennen in Deutschland ca. 15.000 Autos mit Verbrennermotor, darüber berichtet kaum jemand. Ja, E-Autos sind schwerer zu löschen, wegen des Wiederentzünden des Akkus. Bisher wurden die Autos in einen Wassercontainer gesteckt, inzwischen werden sie in eine spezielle Folie gesteckt. Bei neuen Technologien sind die Menschen immer skeptisch und suchen Argumente, um sie zu verhindern. Würde man zum Beispiel heute den Verbrennungsmotor erfinden, bekäme er keine Zulassung. Übrigens, laut Feuerwehr sind Flüssiggas-Autos sehr viel gefährlicher.

Laden: An den Autobahnen existiert bereits ein funktionierendes Schnellladenetz. Mit einem bisschen Aufmerksamkeit wird man dort nicht stranden. Auch in den Städten, vor allem in den Großstädten gibt es ein dichtes Ladenetz, das oftmals sogar kostenlos ist, zum Beispiel bei Supermärkten und FastFood-Restaurants. Probleme gibt es vor allem auf dem Land. Hier sind die Gemeinden gefordert, denn so eine Ladesäule kann auch eine Einnahmequelle sein. Durch die KfW-Förderung in diesem Jahr gab es einen wahren Boom bei den Wallboxen. Ganz viele Privatleute haben sich eine Wallbox angeschafft, obwohl sie noch kein E-Auto haben. Meist haben sie sich aber kurze Zeit später eins gekauft.

Ich bin mir sicher, dass sich E-Autos in den nächsten Jahren sehr viel schneller verbreiten werden, als viele denken. Schon allein, weil die Hersteller inzwischen das Potenzial erkannt haben und sicher nicht zwei Antriebssysteme parallel entwickeln und bauen werden. Die ersten haben schon ihren Ausstieg aus der Verbrennertechnologie bekannt gegeben. Die Vorurteile werden bald der Vergangenheit angehören und man wird sich nicht mehr rechtfertigen müssen. Und die Städte werden früher oder später ebenfalls vorangehen und Autos mit Verbrennungsmotoren verbieten.

Einen ersten persönlichen Sieg gegen die Vorurteile unserer Mitbewohner haben wir schon davon getragen. Nach Beratung durch zwei Anwälte habe ich eine fünfseitige Erklärung an die Hausverwaltung und die Eigentümergemeinschaft geschrieben, wegen der Wallbox, die wir in der Tiefgarage installieren lassen wollten. Was man uns untersagen wollte. Am Donnerstag fand eine erneute Eigentümerversammlung statt und wir haben Recht bekommen. Wir dürfen die Wallbox einbauen lassen und unser Auto dann endlich von unserem eigenen Stromzähler aus laden.

Ich im SAMMLERHERZ

Diese Woche erreichte mich die Ausgabe 27 des SAMMLERHERZ. Etwas früher als erwartet, aber dafür war ich umso erfreuter, dass ich auf Seite 66 zu sehen und zu lesen bin.

Mit Hans Simon dem Herausgeber stehe ich seit Anfang des Jahres in Kontakt. Der ehemalige PERRY RHODAN-Leser gibt eine Zeitschrift für Nostalgiker heraus. Also für Freunde von Comicserien, Magazinen und anderem aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren. Der Inhalt der schön gestalteten Hefte ist aber auch für unsereiner interessant, weil man einen Einblick bekommt, was es denn alles schon gab und darüberhinaus sein Weltbild ein wenig erweitern kann.

Die Ausgabe 26 hatte ich in der FanSzene im August besprochen. Außerdem erschien in der SOL 103 ein Artikel von Hans Simon darüber, wie er als junger Mann zu PERRY RHODAN kam. Hans Simon und die Mitarbeiter des SAMMLERHERZ haben sich über beides so gefreut, dass sie eine ganze Seite gestaltet haben. Die möchte ich natürlich niemandem vorenthalten.

Captain Kirk im All

Es gibt sie noch, die positiven Nachrichten auf der Welt.

Heute flog der Darsteller des Captain Kirk, der Schauspieler William Shatner, ins All. Mit 90 Jahren ist er damit der älteste Mensch, der je ins All geflogen ist. Der Aufenthalt im All dauerte zwar nur 10 Minuten, aber immerhin. Er war oben.

Von seinen ehemaligen Schauspielkollegen aus Star Trek ist das bisher nur James Doohan vergönnt, bzw. seiner Asche, die wurde an Bord der ISS geschmuggelt und umrundet dort seit 2008 die Erde.

Nicht nur als Star Trek-Fan finde ich Shatners Raumflug gut. Es ist für viele Menschen ein Symbol, den berühmtesten Raumschiffcaptain der Welt ins All fliegen zu sehen. Und es macht deutlich, dass Raumfahrt auch für Normalbürger gesundheitlich möglich ist.

Tolle Aktion! Hier ist die Aufzeichnung des Geschehens. Sehr beeindruckend sind William Shatners Erzählungen nach seiner Rückkehr (ab 2:45:00).

 

Das Grüne Herz ist krank

Kulmberg Frühjahr 2021 – Ein paar dürre Fichten sind erkennbar anderenorts sieht es verheerender aus

In den Achtzigern wurde viel über das Waldsterben geredet, über Sauren Regen und den Tod der Bäume. In Thüringen merkte ich davon nicht viel. Waldsterben mit dürren, abgestorbenen Bäumen kannte ich nur aus dem Fernsehen. Ich war damals Kind und die Wälder kamen mir dicht und grün vor. Ich hatte keinen Vergleich.

Wenn ich heute durch Thüringen fahre, dann schmerzt es. Ganze Berghänge sind braun, überall klaffen kahle Stellen, wo die toten Bäume schon gefällt wurden. Es gibt im Grunde kein Waldstück mehr, das intakt ist und in dem keine kranken Bäume stehen. In diesem Herbst ist es besonders sichtbar. Ganze Hänge im Oberland der Saale sind voller brauner Fichten. Wenn man sie sich näher ansieht, hängt nicht eine Nadel mehr an den Zweigen. Es sieht aus wie in einem Endzeitfilm. Grund dafür ist nicht nur der Borkenkäfer, sondern vor allem die Dürre, die in den vergangenen drei Jahren in Ostthüringen herrschte. Da hat es oft monatelang nicht geregnet. Das machen die stärksten Bäume nicht mit, auch die Laubbäume nicht.

Ich glaube, unsere Wälder sind kränker als sie es in den achtziger Jahren je waren. Wenn wir uns heute in den Mittelgebirgen umsehen, sind wir umgeben vom Waldsterben und zwar im fortgeschrittenen Stadium. An der A9 bei Hof ist der Wald rechts und links der Autobahn schon seit Jahren kaputt. Jetzt hat man dort angefangen, die gerodeten Flächen mit Photovoltaikanlagen vollzupflastern. Ob sinnvoll oder nicht, Bäume werden dort ohnehin nicht mehr wachsen. Nicht, wenn es weiterhin so trocken ist. Und es wird durch den Klimawandel immer trockener werden. In diesem Jahr hat es zwar wieder mehr geregnet als in den Jahren zuvor, aber nicht so viel, dass sich die Natur hätte erholen können.

Ein anderes Problem sind die vielen privaten Waldbesitzer, die ein vom Borkenkäfer befallenes Waldstück einfach stehen lassen. Früher hat man die Bäume umgehend gefällt, damit sich die Käfer nicht weiter ausbreiten. Außerdem hat man Fallen aufgestellt, damit werden die männlichen Käfer angelockt und eine weiter Paarung verhindert. Das waren Holzgestelle mit weißen Folien mit Lockstoff und Auffangschalen, in denen die Käfer dann landeten, wenn sie gegen die Folien geflogen waren. Man erwischt dadurch zwar nur einen kleinen Teil der Population aber immerhin einen Teil. Leider sind das Kosten, die die privaten Waldbesitzer heute nicht aufbringen können oder wollen. Also lassen viele alles so wie es ist und die Käfer vermehren sich unkontrolliert.

Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass das Grüne Herz Deutschlands immer mehr braune Flecken bekommt. Dass von den dichten Nadelwäldern in den nächsten Jahren nur noch wenige stehenbleiben werden. Man versucht zwar die gerodeten Flächen mit Laubbäumen und Temperaturresistenteren Bäumen wie der Douglasie wieder aufzuforsten, aber es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Im Unterschied zum Sauren Regen, den man mit Filteranlagen beenden konnte, ist dem Klimawandel nicht so leicht beizukommen.

Das Schlimme jedoch ist, es scheint niemanden zu interessieren. Kein Fernsehsender, keine Zeitung berichtet groß und medienwirksam vom Sterben der Wälder. Stattdessen diskutieren wir über Gendersternchen und Doppelmoral, während unsere Lebensgrundlage gerade aufgefressen wird oder verdorrt. Denn ohne Wald wird es auf lange Sicht keine saubere Luft und kein sauberes Wasser mehr geben. Vielleicht sollten sich »Die Grünen« wieder auf ihre eigentlichen Werte besinnen, anstatt Rassismus- und Genderdebatten zu führen.

Es kotzt mich so an.

Callie auf dem Mond

Quelle: NASA

Mit »First Woman« hat die NASA eine digitale Graphic Novel herausgebracht, die sich an Kinder und Jugendliche richtet. Die NASA ist seit langem für ihre ungewöhnlichen Rekrutierungsprogramme bekannt, bei denen bekannte Persönlichkeiten aus Film und Fernsehen oder der Wissenschaft für die NASA als Arbeitgeber werben.

Das neueste Idee, junge Frauen für das Mondprogramm »Artemis« anzuwerben, finde ich großartig. Als ich davon gelesen habe, bin ich gleich auf die NASA Seite gegangen und habe mir die Graphic Nobel als PDF heruntergeladen. Es gibt sie aber auch online zu lesen oder zu hören und sie wurde am National Comic Book Day in gedruckter Form verteilt.

Der Comic handelt von der Astronautin Callie Rodriguez und ihrem Roboter RT, der sie auf einer Mondmission begleitet. Der möchte nämlich von ihr wissen, wie er entstanden ist. Während einer lunaren Außenmission erzählt Callie die Geschichte von RT, die gleichzeitig auch ihre Geschichte ist. Sie berichtet, wie sie von einem kleinen Mädchen, das zum Mond fliegen möchte, letztendlich zur Astronautin wird und dafür einen langen steinigen Weg zurücklegen muss.

Im englischsprachigen Heft gibt es viele interaktive Features, die man mittels einer APP und QR-Codes aktivieren kann. Man erhält dabei zusätzlich Informationen über die Raumfahrt, vom Mondauto bis zur Raumschifftoilette. Das Ganze ist schön gezeichnet und die Geschichte rührend erzählt. Dass sie am Ende in einem Cliffhanger endet, deutet an, dass es eine Fortsetzung geben wird. Darauf freue ich mich schon.

Wer die Graphic Novel lesen möchte, der findet sie auf den Seiten der NASA.

30+1

Im vergangenen Jahr sollte Ende September unser dreißigjähriges Klassentreffen der POS stattfinden. Wir treffen uns regelmäßig alle fünf Jahre. Aus bekannten Gründen fiel es im letzten Jahr aus und gleichzeitig starb diejenige, die die Treffen immer organisiert hat. Ein sehr schmerzhafter Verlust in vielerlei Hinsicht.

Im Juni diesen Jahres bekam ich eine SMS, mit der Frage welcher Termin Ende September Anfang Oktober mir für ein Klassentreffen lieber wäre. Ich antwortete und hielt mir den 2. Oktober frei. Lange Zeit hörte ich nichts mehr, bis mich vorige Woche Donnerstag eine ehemalige Schulfreundin anrief und mir mitteilte, dass das Klassentreffen stattfinden würde.

Und so trafen wir uns am Samstagabend in einer Saalfelder Lokalität. Nicht alle konnten aufgetrieben werden, bei einigen stimmte die Handynummer nicht mehr, die sie beim letzten Mal hinterlassen hatten. Aber es kam der harte Kern der Klasse zusammen. Drei Leute aus der Parallelklasse waren auch gekommen. Man unterhielt sich, trank Cocktails und Bier, bestellte eine Kleinigkeit von der Speisekarte und schwelgte in Erinnerungen.

Manch einer hatte sich kaum verändert, andere erkannte man erst auf den zweiten Blick wieder. Viel Aufmerksamkeit bekam der süße Hund, den eine der Schulfreundinnen mitgebracht hatte. Und so vergingen die Stunden wie im Flug. Weil ich am Sonntagmorgen mit meinen Eltern schon sehr früh nach Waging zurückfahren wollten, verabschiedete ich mich gegen zehn und trat den Heimweg an.

Es war schön, alle mal wiederzusehen. Zu hören, wie es den einen oder anderen ergangen ist und ein paar Neuigkeiten aufzuschnappen. Ich freue mich schon aufs nächste Mal in fünf Jahren. Zuvor steht aber nächstes Jahr noch dreißig Jahre Abi an. Da werde ich wie immer bei der Organisation helfen.