Zweiter Frühling

Irgendwie leidet einer unserer Apfelbäume auf dem Balkon an Zeitverwirrung, oder bei ihm ist der zweite Frühling ausgebrochen. Nach der Ernte von zwei Äpfeln hat er Ende September wieder angefangen zu blühen. Wahrscheinlich gefällt ihm das schöne warme Wetter. Verrückt ist es trotzdem.

Urlaub ohne Erholung

Fast den ganzen September über hatte ich Urlaub. Ich habe Urlaubstage und Überstunden abgefeiert, bevor ich am Montag in der neuen Firma starte.

Eigentlich hatte ich mir so viel vorgenommen; Lesen, ein paar neuen Taschen flechten, die SOL 112 zusammenstellen, endlich das Betriebssystem vom iMac updaten und die Daten für das Geheimprojekt zusammenzutragen. Gefühlt habe ich nichts davon geschafft. Das Update habe ich gestern noch in aller Eile gemacht, aber der Rest …

Für die SOL 112 fehlt noch ein Schwerpunktartikel, den ich seit zwei Monaten vor mir herschiebe. Die Daten zum Geheimprojekt sollen eigentlich am Sonntag ins Layout, aber mir fehlen noch Bilder und die Texte sind auch noch nicht alle fertig. Gelesen habe ich außer den beiden NEOs 312 und 313 nichts. Halt, das stimmt nicht ganz, ich habe noch den Comic »Der kleine Perry« gelesen. Taschen oder Körbe habe ich gar keine geflochten.

Dafür habe ich bei meinen Eltern Fenster geputzt, Gardinen gewaschen, eingekauft, ein bisschen geputzt, gebacken und gekocht. Sie hatten 61. Hochzeitstag, daher bin ich schon früher als geplant nach Saalfeld gefahren. Mein Mann kam sechs Tage später nach. Und weil meine Eltern einen volleren Terminkalender haben, als wir beide zusammen, war jeden Tag etwas neues, Arztbesuche, Geburtstagsfeiern, Essenseinladungen und anderes. Dazwischen ist dann noch meine Schwiegermutter gestorben …

Vergessen wir nicht die hundert E-Mails, die ich geschrieben habe, um das Material für die nächste SOL und das Geheimprojekt einzutreiben. Da blieb nicht viel Zeit für Urlaub und Sightseeing. Wir waren zumindest einmal in Burghausen auf der Burg und im Rennsteiggarten in Oberhof (ohne Fotos). Seht selbst:

Zeitfressender NEO

Quelle:Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 313 – »Zeitfraß« von Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm

Die Mitglieder der Organisation Guter Nachbar (OGN) suchen nach der Möglichkeit den Hyperperforator nach den Plänen NATHANs bauen zu lassen. Dazu begibt sich Reginald Bull zunächst in einer getarnten Space-Disk zusammen mit Leibnitz zum Titan um dort ein privates Konsortium zum Bau anzuheuern. Doch der Firma ist nicht zu trauen, auch weil sie versuchen Monade positronisch zu infiltrieren.
Erfolglos fliegen sie weiter zum Kupiergürtel, dort haben die Posbis auf dem Planetoiden Ixion eine uralte Werft der Liduuri instandgesetzt und bereiten verborgen vor den Aphilikern bereits die Teile für den Hyperperforator vor. Als Bull ihnen die Pläne NATHANs überreicht, kann die Produktion sofort beginnen. Es fehlen nur noch Hyperkristalle, über die jedoch nur die Aphiliker verfügen und die sie wie einen Schatz hüten. Nun dreht Monade den Spieß um und erzeugt großes Chaos in den Positroniken der Aphiliker-Werft. In dem Durcheinander können Bull und Leibnitz zusammen mit einem Einsatzteam die Hyperkristalle aus dem geheimnisvollen Topf entwenden und sich mittels eines Posbiraumers unbemerkt zum Kuipergürtel absetzen. Auf Ixion kann der Hyperperforator zusammengesetzt und in Betrieb genommen werden. Er reißt tatsächlich kurzzeitig ein Loch in den Sperrschirm und hält es zumindest so lange offen, bis die PERLENTAUCHER ins Solsystem eingeflogen ist. Danach schließt sich der Schirm wieder. Das Vorhaben, die komplette Hilfsflotte ins Solsystem zu holen, ist jedoch gescheitert. Außerdem bleibt die Aktion nicht unbemerkt. Die Flotte der Aphiliker eilt herbei und attackiert die PERLENTAUCHER. Reginald Bull muss zähneknirschend die OGN-Flotte enttarnen, um das Beiboot der SOL mit Thora an Bord zu schützen. Die OGN ist damit bloßgestellt, der offenen Kampf gegen die Aphiliker hat begonnen.
Perry Rhodan, Sylvia Demmister, Sergio Percellar und Roi Danton versuchen derweil in einer Positronikstation auf dem Mars an Daten zu kommen, die ein Geheimnis der Aphiliker lüften. Eines, das die Wut der Immunen entzürnen wird und zu einem Bürgerkrieg führen könnte. Denn unterhalb der Positronikstation sind die Gehirne ehemaliger Widerständler zur gesonderten Verwendung aufbewahrt. Auf dem Rückweg zur Erde werden Perry Rhodan und Roi Danton jedoch geschnappt und verhaftet.

Es passiert viel in diesem Roman und dennoch habe ich fast zehn Tage gebraucht, bis ich ihn durchlesen hatte. Ich kämpfte mich von Kapitel zu Kapitel und wenn ich ihn nicht hätte rezensieren müssen, hätte ich wahrscheinlich aufgegeben. Die Geschichte macht ihrem Namen alle Ehre und frisst einem die Zeit. So hart muss ich das hier sagen. Ich habe lange überlegt, woran es liegt, denn die beiden Autoren haben mich doch sonst meist überzeugen können. Letztendlich kam ich zu dem Schluss, dass die Geschichte im Grunde mehr eine Handlungszusammenfassung ist als ein Roman. Die Charaktere haben mich zu keiner Zeit wirklich überzeugen können. Der einzige mit dem ich mitgelitten habe, war Reginald Bull. Alle anderen scheinen austauschbar. Dazu ist der Plot nicht immer glücklich ausgearbeitet. Einerseits gibt es bei dem Handlungsteil um Reginald Bull zu wenig Hindernisse und andererseits scheint es bei Perry Rhodan genau umgekehrt zu sein.

Geschadet hat wahrscheinlich auch, dass das Timing der beiden Handlungsstränge weit auseinander klaffte. Obwohl sich die Kapitel abwechseln, vergeht bei Reginald Bull die Zeit viel schneller (da liegen mitunter Wochen zwischen den einzelnen Aktionen) als bei Perry Rhodan. Sein Datenklau aus der Positronikstation auf dem Mars passiert innerhalb von Stunden und die Flucht davor zog sich sicher auch nicht über Wochen hin. Das kann man dramaturgisch so machen, auf mich wirkt es aber irritierend. Besonders schlimm fand ich aber, dass der Geschichte am Ende offensichtlich der Platz ausgegangen ist, denn die letzten vier Seiten waren eine Zusammenfassung von Ereignissen, die ich gern miterlebt hätte. Sie wurden mir aber lieblos im Rückblick präsentiert und klangen wie der Inhalt eines frühen Silberbandes.

Allein durch die Fülle an Handlung wäre es in diesem Fall notwenig gewesen die Handlung auf mindestens zwei Romane aufzuteilen. Dann hätte jeder der Autoren auch Zeit gehabt, sich um die Charakterisierung der Figuren zu kümmern, die hier gänzlich vernachlässigt wurde. Und man hätte die Chance bekommen, Rhodans Rückkehr und seine Verhaftung zu zeigen und nicht nur darüber zu reden.

Was die Fehlentscheidungen angeht, die die Charaktere teils unüberlegt treffen, nehme ich nur mal ein Beispiel heraus. Als Monade das Aphilikerschiff HADRIAN infiltriert, um Daten über die Zeiteffekte des Schirms aus deren Datenbanken zu ziehen, warum hat sie dann nicht gleichzeitig dafür gesorgt, die Kommunikationskanäle der HADRIAN zu blockieren? Damit hätte das Schiff nicht so schnell um Hilfe rufen können und die Enttarnung der OGN-Flotte wäre vermieden worden. Wobei ich mir ohnehin nicht vorstellen kann, wie die OGN es geschafft hat, ganze Raumschiffe inklusive der Besatzung vor den Aphilikern zu verbergen.

Die Nummer dreizehn hat den beiden Autoren kein Glück gebracht. »Zeitfraß« ist wahrlich ein zeitverzehrender Roman, bei dem es kaum etwas gibt, was mich begeistert hat. Nicht mal die Rückkehr Roi Dantons löste bei mir so etwas wie Freude am Lesen aus. Ich bin mir sicher, hätte man beide Handlungsstränge in getrennten Romanen veröffentlicht und den Autoren mehr Platz eingeräumt, wären zwei solide NEOs dabei herausgekommen. So vermute ich mal, dass hier das Exposé kurz vor knapp eintraf und den Autoren gar nichts anderes übrig blieb. Schade für die Autoren und die Leser, die damit einen echten Tiefschlag in dieser Staffel hinnehmen müssen.

Zum Titelbild: Warum sind da eigentlich Sterne zu sehen? Ich denke durch den Sperrschirm sieht man keinen Sternenhimmel mehr?

Verschnörkelt und geradlinig

Zwei neue Kamihimo-Projekte möchte ich heute vorstellen. Sie entstanden in den letzten beiden Wochen.

Die Rosentasche finde ich besonders gelungen, dabei habe ich sie quasi in Rekordzeit innerhalb von zwei Tagen gemacht. Das mehrfarbige Band hatte ich in Japan bestellt. Ich finde die Farbe ist so schön herbstlich und passt gut zu dem weiß. Die Henkel haben eine zusätzliche Verzierung bekommen, was schick aussieht und gar nicht so schwierig ist.

Die Röschen gehen eigentlich ganz einfach, in dem man einen dünnen Streifen beim Flechten einzieht und dann einen weiteren Streifen mehrfach darumwickelt. Mit grünem Band werden dann oben und unten je ein Streifen eingezogen und immer wieder verdreht.

Die Schwarz-Weiße-Tasche mit den breiten Streifen sieht einfacher aus, war aber schwieriger zu fertigen. Da ich leider kein breites Kamihimo-Band bekommen konnte, weil es ausverkauft ist, musste ich improvisieren. Zuerst dachte ich, es reicht, die beiden Bänder einfach nebeneinander zu legen und zu verflechten. Es hat sich aber rausgestellt, dass, wenn ich die weißen Bänder eingezogen habe, sich die zwei schwarzen Bänder übereinander schieben. Ich musste also alles noch mal aufmachen und die schwarzen Bänder miteinander verkleben.

Dazu klebt man die Bänder auf einer Seite mit Tesafilm zusammen und streicht auf der anderen Seite dünn Kleber auf die Kante an denen sie zusammenkleben sollen. Mit einem Stück Papierband oder einem Stück Plastik presst man dann den Kleber wie Silikon in den Schlitz. Das Ganze lässt man gut trocken und man bekommt aus zwei 12-fädigen Bändern ein 24-fädiges Kamihimoband.

Die Henkel habe ich wieder verziert und am unteren Ende noch zweigeteilt, damit sie auf dem breiten Bügel nicht so rutschen.

Rhodan unter Verdacht

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 312 – »Spiel des Todes« von Ruben Wickenhäuser

Kaum kommt Perry Rhodan im Geheimsitz der Organisation Guter Nachbar (OGN) auf Borneo ein wenig zur Ruhe, trifft eine Botschaft von NATHAN ein, die ihn des Verrats bezichtigt. Er soll das geheimnisvolle Oberhaupt der Aphiliker sein, dass gekommen ist, um die OGN zu infiltrieren. Die Beweislast in Form von Videos wiegt schwer. Sylvia Demmister verhilft Rhodan zur Flucht. Die Doppelagentin gehört neben der OGN auch der Widerstandsgruppe »Regeneration« an. Sie hofft, Rhodan für »Regeneration« zu gewinnen. Ihr Rückzug aus der OGN hat jedoch zur Folge, dass Demmister auch bei der »Regeneration« in Ungnade fällt, und niemanden auf der Erde mehr kontaktieren kann. Beide tauchen unter und fliegen zum Mars, wohin die meisten Immunen geflüchtet sind. Dort stellt Rhodan fest, dass man zwar sehr leicht zum Mars kommt, aber nicht mehr zurück zur Erde. Damit sitzen sie erst einmal fest.
Überraschenderweise entpuppt sich Stella Michelsen als Regierungschefin des Mars. Rhodan nimmt mit ihr Kontakt auf und vereinbart ein Treffen. Michelsen ist misstrauisch und schlägt als Treffpunkt die Pyramide vor, die einst von Eric Leyden entdeckt wurde. Sie sichert sich mit mehreren Sicherheitsteams ab. Darin wiederum wähnt Demmister eine Falle und will Rhodan rausholen. Michelsen sieht sich durch den Angriff Demmisters auf ihre Leute von Rhodans Schuld bestätigt und beendet das Treffen. Von da an sind Rhodan und Demmister auf der Flucht. Sie fliehen nach Vikingby einer Siedlung auf dem Mars.
Hier versucht Demmister Rhodan bei einem Kedälium-Team unterzubringen, dass gleichzeitig eine Zelle von »Regeneration« ist. Rhodan gefällt nicht, dass die Mitglieder von »Regeneration« sehr viel gewalttätiger gegen die Aphiliker vorgehen als OGN und auch den Tod Unschuldiger in Kauf nehmen. Es dauert nicht lange und er wird auf Grund seines Charismas dem Chef von »Regeneration« vorgestellt. Zu Rhodans großer Überraschung ist es jemand, den er niemals auf dem Mars bzw. im Solsystem erwartet hätte – Roi Danton. Durch ihn bekommt er mit, dass die Spieler des Kedälium-Teams einen Anschlag auf Stella Michelsen verüben wollen. Sofort macht er sich auf den Weg, um das zu verhindern. Es gelingt ihm, nicht ohne jedoch den Anführer der Widerstandszelle zu töten. 
Durch die Rettung von Stella Michelsen wird klar, dass die Vorwürfe gegenüber Rhodan unberechtigt sind. Die Regierungschefin des Mars heißt ihn willkommen. Von Roi Danton fordert Perry Rhodan, dass »Regeneration« ab sofort auf das Ermorden von Zivilisten verzichtet.

Der Autor hat mir einen Wunsch erfüllt. Ich hatte ihn beim NEO-Panel in Garching gefragt, ob er seine Lieblingssportart Jugger nicht irgendwann mal bei NEO unterbringen könnte. Dies hat er in diesem Roman getan und das richtig, richtig gut. Denn in einer Nebenhandlung, die fast die Hälfte des Romans ausmacht, erfahren wir durch die Augen eines vierzehnjährigen Jungen nicht nur, wie katastrophal das Leben in den heillos überfüllten Marsstädten ist, sondern auch, was es mit Kedälium auf sich hat und wie man es spielt. Das Schicksal des Jungen ist stellenweise so rührend geschrieben, dass ich Tränen in den Augen hatte. Normalerweise schafft das sonst nur Rüdiger Schäfer. Dazu passt auch das dynamische Titelbild von Dirk Schulz.

Dieser gutgeschriebene Teil der Geschichte kann aber leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Rhodan-Handlungsstrang einige Schwächen aufweist. Rhodan fällt es sichtlich schwer in der veränderten Gesellschaft der Terraner zu agieren. Noch immer weiß er zu wenig, um aktiv zu werden und ihm fehlt Unterstützung. Seine einzige Verbündete ist Sylvia Demmister, die wegen Rhodan ihren Agentstatus in beiden Widerstandsorganisatoren verliert. Offensichtlich sieht sie in ihm, was viele Terraner in Rhodan sehen, den Erlöser. Zwar ist er nur ein Mythos, dennoch er wird verehrt wie ein Gott. Das wissen auch die Aphiliker und das wissen auch die OGN und »Regeneration«. Ich finde gut, dass Rhodan, obwohl die Lage für ihn aussichtslos scheint, dennoch an seinen Prinzipien festhält. Das Leben Unschuldiger für seine Sache zu opfern, würde er niemals tun. Die Frage ist, wie realistisch ist so etwas? Kann man eine solche Diktatur wie die der Aphiliker friedlich stürzen? Ich bezweifle es.

Ebensowenig verstehe ich, warum sowohl die OGN als auch »Regeneration« eine so wertvolle Agentin wie Demmister einfach fallen lassen. Haben die so viel Personal, um sich das leisten zu können? Zumindest den Versuch einer Erklärung hätte man ihr einräumen können.

Es gab noch weitere Stellen, an denen ich irritiert war. Stella Michelsen lebt noch? Echt jetzt! Die Frau war schon 2088 Administratorin der TU, da wird sie vielleicht Mitte bis Ende dreißig oder vielleicht noch älter gewesen sein. 2112 erschien der Sperrschirm, von da an vergingen 82 Jahre. Das heißt, die Frau ist jetzt mindestens 140 Jahre alt und sieht noch aus wie eine Sechzigjährige. Laut ihr hat sich die Medizintechnik gegen Alterung weiterentwickelt. Aha, das wurde also weiterentwickelt, während man auf dem Mars nicht mehr in der Lage zu sein scheint, Serviceroboter oder andere Technik zu reparieren oder zu warten. Da müssen Kinder ran, um den Boden eines Stadions zu flicken und die Sitze zu polieren. Die Leute leben in Slums mit einer rudimentären medizinischen Versorgung und einer unzureichenden technischen Ausstattung, aber die Regierungschefin gönnt sich das neueste medizinische Lifting. Nein, das glaube ich nicht. Da möchte ich eine handfestere Erklärung dafür. Und wenn es nur die ist, dass die Altmarsianer irgendein Ritual an ihr zelebriert haben.

Außerdem finde ich die Idee, Rhodan als Spieler in das Untergrundteam aufzunehmen, um ihn dann als sich selbst auszugeben, ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Ich verstehe die Intension dahinter. Selbstverständlich hat Rhodan Vorteile, wenn es um Taktik oder das Agieren in der Schwerelosigkeit geht. Aber ist ein potentiell Unsterblicher in Rhodans Alter tatsächlich einem Fünfzehnjährigen gewachsen?

Was mich ebenfalls irritiert hat: Warum glaubt man bei der OGN eigentlich dem Hinweis von NATHAN, dass Rhodan ein Verräter ist? Bull war mit Rhodan auf dem Mond, er hat gesehen, dass NATHAN mit den Aphilikern kooperiert. Selbst wenn die Information von seiner Tochter Laura stammt, wäre ich an seiner Stelle misstrauischer gewesen und hätte zumindest eine Überprüfung der Daten gefordert, bevor ich meinen eigenen Freund verleumne, der eine so wichtige Bedeutung für den Kampf gegen die Aphiliker hat. Vielleicht hätte man diesem Teil der Geschichte ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken müssen, um es für die Leser nachvollziehbarer zu machen.

Sehr gespannt bin ich zu erfahren, wie Roi Danton ins Solsystem gekommen ist. Das werden Rüdiger Schäfer und Olaf Brill in einem der kommenden Romane erzählen.

»Spiel des Todes« ist mit Abstand der bisher beste Roman von Ruben Wickenhäuser. Der Handlungsstrang über den Jungen und das Spiel ist rasant und emotional geschrieben. Die Rhodanhandlung fällt dagegen durch einige logische Schwächen ab. Dennoch überwiegt bei mir der positive Eindruck, weil mir die Nebenhandlung so gut gefallen hat.

Geknotet statt geflochten

Neues Aus der Kamihimo-Werkstatt gefällig? Ich habe die vergangenen Wochen nicht auf der faulen Haut gelegen und neben meiner Arbeit und den Aktivitäten für PERRY RHODAN wieder ein paar schöne Taschen gemacht.

Wobei schön im Auge des Betrachters liegt. Zuerst habe ich ein Muster ausprobiert, das einfacher aussieht, als es dann war, weil die Streifen doppelt liegen und ich eine Weile gebraucht habe, um daran zu denken eine Paketnadel zu benutzen, um die Verzierungen anzubringen. Diese Tasche ist besonders stabil, und mit dem gemusterten Henkel auf optisch ansprechend.

Die Bänder sind geteilt, um den Faden besser durchziehen zu können. Wobei ich zu spät gemerkt habe, das ich die vor dem Flechten der Seiten hätte teilen müssen. Also habe ich sie nachträglich mit einem dünnen Messer aufgeschlitzt. Was am Ende mehr Arbeit verursacht hat, als wenn ich die Seiten gleich komplett nochmal aufgemacht hätte. Nun ja! Fehler sind dazu da gemacht zu werden. Mein Mann hat mich jedenfalls ziemlich schimpfen hören, während ich an der Tasche gearbeitet habe.

Man beachte die gemusterten Henkel. Die waren leichter herzustellen, als ich vorher gedacht habe. Einfach Wickeln und den zusätzlichen Strang einflechten. das gibt einen schönen Abschluss. Ebenso wie das Zick-Zack-Muster oben am Rand, das hatte ich so auch noch nicht gemacht. Sieht aber gut aus, finde ich.

Schwierig war auch, die dünnen Schnüre, mit denen die Seiten bestickt sind, im Innenteil so zu verflechten und zu verkleben, damit es einigermaßen sauber aussieht.

 


Die zweite Tasche hat mich mehr als zwei Wochen beschäftigt. Ich hatte das Muster gesehen und extra passendes Band bestellt. Letztendlich ist trotz der Arbeit das Ergebnis nicht befriedigend.

Aus insgesamt 1085 Knoten besteht das gute Stück. Eine mitunter knifflige Angelegenheit, weil das Band teilweise geteilt war. Ich hatte nicht die notwenige Menge an Material und musste improvisieren.

Das Ergebnis hat mich etwas ernüchtert. So viel Arbeit und dann sieht die Tasche billig und zerknautscht aus. Das hätte ich nicht erwartet. Sie ist irgendwie durch das Knoten unförmig geworden und nicht so gerade, wie erhofft. Da hat es auch nicht geholfen, sie nass zu machen und anschließend zu pressen. Dabei ist sie durchaus stabil.

Die Tasche werde ich wohl für mich behalten, weil so viel Arbeit darin steckt, möchte ich sie nicht hergeben. Auch wenn sie nicht so perfekt aussieht, wie ich es mir gewünscht hätte.

Von Stummhäusern und Mondintelligenzen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 311 – »Stumm« von Robert Corvus und Marie Erikson

Sylvia Demmister, eine Agentin der Organisation Guter Nachbar (OGN), dringt zusammen mit Sergio Percellar in Terrania in eine Anstalt ein, in der alte und irrelevante, weil unproduktive, Menschen festgehalten werden. Sie dienen den Aphilikern zur Organspende oder als Forschungsobjekte. Demmister und Percellar sind hergekommen um Leibnitz zu befreien. Der Mann der von einer Posbi mit dem Namen Monade Jahrzehnte lang NATHAN gedient hat, soll Perry Rhodan und Reginald Bull helfen, Kontakt zum abgeschirmten Mondgehirn herzustellen. Während Rhodan und Bull sich auf dem Weg zum Mond machen, stoßen Demmister und Percellar in der Anstalt immer wieder auf entsetzliches Leid. Demmister, die in einem Trakt dieser Anstalt aufgewachsen ist, kämpft mit ihren Erinnerungen und will eigentlich nur von da weg. Doch nachdem sie Leibnitz gefunden haben und Percellar die demontierte Monade wieder zusammengesetzt hat, erhält Demmister den geheimen Befehl einer dritten Partei herauszufinden, was die Aphiliker in der Anstalt erforschen. Dabei werden die Drei entdeckt, können letztendlich aber die Wachen und den Anstaltsleiter ausschalten.
Auf dem Mond erweisen sich Leibnitz‘ Hinweise nur bedingt als nützlich. Denn NATHAN scheint sich den Aphilikern gebeugt zu haben. Bull findet seine Tochter Laura und erweckt sie aus der Stasis. Sie berichtet, dass ihre Zwillingsschwester Sophie zur Aphilikerin geworden ist und NATHAN erpresst, damit er den Aphilikern zu Diensten ist. Rhodan kann NATHAN dazu bewegen, sich auf die Seite der OGN zu schlagen. Mittels einer geschickten Täuschung können Rhodan und Bull Sophie gegen ihre Schwester Laura austauschen. Damit hat die OGN nun indirekte Unterstützung von NATHAN.

Ich muss gestehen, dass ich skeptisch war, ob und wie die Aphilie bei NEO dargestellt werden könnte und ob es möglich ist, die Beschreibung aus der Erstauflage in die heutige Zeit und nach NEO zu übertragen. Ich ziehe den Hut vor Kai Hirdt, dass er dies sehr glaubhaft konzipiert hat, und die beiden Autoren es sehr lebensnah umsetzen konnten. Besondern gut gefiel mir der Part mit Sylvia Demmister, der wahrscheinlich von Marie Erikson stammt, und mir den einen oder anderen Gänsehautmoment beschert hat. Das klang alles sehr authentisch. Nur Sergio Percellar hatte ich aus dem vorherigen Roman irgendwie anders in Erinnerung, weniger flapsig und sehr viel ernster, als er hier dargestellt wurde.

Die Geschichte um Reginald Bull und Perry Rhodan auf dem Mond hat mich weniger überzeugt. Bull hatte 82 Jahre Zeit, um das Phänomen des Schirms, der das Solsystem isoliert, zu erforschen bzw. etwas gegen die Allmacht der Aphiliker zu unternehmen. Aber erst jetzt, nachdem Rhodan auftaucht, macht er sich auf den Weg zum Mond, um NATHAN um Hilfe zu bitten. Warum nicht schon früher? Bevor die Aphilie ausbrach, hatte NATHAN Zeit genug, sich mit dem Phänomen zu beschäftigen. Und als dann die Aphiliker die Macht übernahmen und Reginald Bull in den Untergrund ging, hatte dieser sicher ebenfalls genug Möglichkeiten, zu intervenieren. Der Aufbau eines Widerstands dauert zwar Jahre, aber so ungeduldig wie Bull ist, sollte er schon längst etwas unternommen haben. Dass er so lange »stumm« geblieben ist (um auf den Titel des Romans einzugehen), wirft ein schlechtes Licht auf den ehemaligen Protektor der Terranischen Union.

Klar, Reginald Bull hat viel mitgemacht. Zuerst musste er als »Schoßhund« von Leticron dessen Herrschaft ertragen, bis er schließlich nach der Rückkehr der Erde von den Kritikern zerfetzt wurde. Nun wurde er auch noch von den Aphilikern abgesetzt und in den Untergrund gezwungen. Was macht das aus einem Menschen? Wieso ergibt sich Bull so lange seinem Schicksal? Dass gerade er, so viele Jahre braucht, bis er tätig wird, kann ich kaum glauben. Außerdem, warum muss es immer Rhodan sein, der den großen Helden spielt und das Ruder herumreißt? Waren wir bei NEO nicht schon mal weiter und haben das Augenmerk und die Macht oft genug in andere Hände gelegt? Warum hatte man denn Rhodan den Posten des Protektors entzogen und stattdessen Bull eingesetzt? Eben weil man nicht immer nur Rhodan als den Ritter in weißer Rüstung haben wollte. Ich empfinde das als Rückschritt in der NEO-Serie.

Es gibt noch weitere Dinge, die mir in diesem Zusammenhang negativ aufgefallen sind. Dass die beiden Töchter von Bull noch leben, geht mir noch irgendwie ein. Aber das Reg mit Perry nicht über seine Vergangenheit spricht, weder seine Beziehung zu Stella Michelsen (die inzwischen längst tot sein müsste) erwähnt, noch über seinen Kampf gegen die Aphiliker spricht, das verstehe wer will. Dazu hätte es unbedingt einer Szene bedurft. Der Reginald Bull aus diesem Roman hat wenig mit dem Charakter zu tun, den ich aus den vorangegangenen Romanen bei NEO kenne. Das mag daran liegen, dass Robert Corvus einfach zu wenig Erfahrung mit NEO hat und hier mehr den Bully aus der Erstauflage im Kopf hatte.

NATHAN lässt sich erpressen! Echt jetzt? Die übermächtige Hyperinpotronik, die bisher im Geheimen alle Strippen gezogen hat, wird von ein paar gefühllosen Individuen mittels eines Asteroiden erpresst. Wo kommt der her und warum konnte NATHAN die Positionierung des Geschosses nicht verhindern? Weil Sophie Bull-Legacy zur Aphilikerin wurde und ihn manipuliert hat? Schwer zu glauben, dass sich NATHAN überhaupt darum schert, was die Menschen auf der Erde machen. Der Handlungsplot war mir dann doch etwas zu dünn. Ich hatte eher damit gerechnet, dass NATHAN von den Auswirkungen des Schirms beeinflusst wird und nur durch einen Zeitträger wie Rhodan befreit werden kann. Das hätte ich irgendwie glaubhafter gefunden.

Ohne Zweifel, der Roman war sehr spannend geschrieben, vor allem als am Ende beide Handlungsstränge parallel in kurzen Abschnitten nebeneinanderher erzählt werden. Da hat die Abstimmung zwischen den Autoren sehr gut funktioniert. Das hat mir beim Lesen viel Vergnügen bereitet. Was ich mich noch frage: Was ist eigentlich aus Weidenburn geworden? Und wieso glaubt Rhodan, dass hinter dem Schirm eine Raumschiffflotte auf die Befreiung der Erde wartet? Wo soll die herkommen? Da ist doch nur die PERLENTAUCHER.

»Stumm« ist ein packender Roman, in dem die Auswirkungen der Aphilie sehr drastisch dargestellt werden und der stellenweise echt ans Herz geht. Ein Roman, der aber auch einen Reginald Bull zeigt, der wenig mit dem beliebten Charakter aus NEO gemein hat. Während Perry Rhodan sehr viel blasser erscheint als in dem furiosen Auftaktroman von Kai Hirdt.

Im Seenland Südostoberbayern

Außer dem Chiemsee und dem Waginger See gibt es in Südostoberbayern viele weitere Seen. Die meisten sind eher klein aber lauschig. Ein paar habe ich schon besucht, aber einige kannte ich noch nicht. Einer davon ist der Wössener See, den wir am Wochenende besuchten.

Von der Größe her ist es eigentlich ein Teich. Aber der See ist tief, weil es ein Stausee ist. Da ist der Begriff See dann schon wieder richtig. Wenn man sich den Wössener See auf Satellitenbildern ansieht, hat er eine Herzform. Davon bemerkt man vor Ort jedoch nichts. Dafür ist das Drumherum wirklich idyllisch und man kann dort gut baden, wenn man Naturgewässer mag. Wir waren am Samstag dort und es war nichts los, außer den Leuten, die ihre Hunde spazieren führten. Es gibt offenbar mehr Hunde als ich gedacht habe, manche hatten sogar vier bis sechs an der Leine. Jedenfalls ist der Wössener See leicht zu erreichen, es gibt sogar eine Bushaltestelle von der man etwa 400 Meter auf einer bequemen Asphaltstraße bis zum See laufen kann.

Wir wollten jedoch etwas mehr wandern als nur einmal um den See herum, daher fuhren wir auf der Deutschen Alpenstraße weiter über Reit im Winkel nach Seegatterl und vorbei am Weitsee zum Mittersee. Der hatte im Frühsommer überraschend viel Wasser gehabt, das wollte mein Mann mir zeigen. Doch das Wasser war abgelaufen und der Seespiegel so niedrig, wie ich ihn kannte. Mein Mann erzählt immer, dass der See Anfang der Neunziger bis hoch zum Wald reichte. Durch die wenigen Niederschläge in den letzten Jahren/Jahrzehnten und die ausgefallenen Schneeschmelzen der letzten Winter ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Wir spazierten so lange am Seeufer entlang, bis mir die Sonne zu sehr brannte, dann gingen wir durch den Wald zurück zum Auto. Interessant: auch hier waren viele Urlauber mit Hunden unterwegs. Zumindest waren die meisten angeleint.

Hier ein paar Impressionen vom Wössener See:

Wössener See
Wössener See
Wössener See
Wössener See
Mittersee
Mittersee
Mittersee
Mittersee

Neuanfang nach Pleite

Gestern war mein letzter Arbeitstag. Es fühlt sich noch ein bisschen komisch an, zu wissen, dass man die Kollegen nicht mehr regelmäßig sehen wird, und ich auch keinen »Kampf gegen das Chaos« mehr zu führen habe, wie ich meine Arbeit immer bezeichnet habe. Ich bin jetzt noch bin Ende September im Urlaub, dann fange ich einen neuen Job an. Das ist zumindest die erfreuliche Aussicht nach all dem Stress der letzten Zeit.

Die vergangenen Monate waren nicht einfach. Es ist schlimm mitanzusehen, wie eine Firma den Bach runter geht. Da spielt sich jeden Tag ein neues Drama ab, teilweise so absurd, dass man sich an den Kopf greift. Irgendwann werde ich mal einen Roman darüber schreiben. Die Abläufe werden in einem Artikel der Wirtschaft Woche sehr gut beschrieben, auch wenn es sich bei mir nicht um einen großen Konzern gehandelt hat, sondern nur um einen mittelständischen Handwerker, aber es passt alles. Man glaubt gar nicht, welches Spektrum an Gefühlen man da durchlebt. Ich war verärgert, frustriert und fühlte mich oft hilflos. Gleichzeitig staunte ich über die absurden Geschehnisse (manches erträgt man tatsächlich nur mit Humor) und hegte immer die Hoffnung, es würde schon wieder werden, aber das war ein Irrtum. Die Problematik war, dass am Ende jeder nur für sich kämpfte, aber nicht für die Firma. Die wenigen, die sich noch engagierten, waren die Dummen. Wobei ich nicht sicher bin, ob man die Insolvenz mit eigenem Engagement noch hätte abwenden können. Zumindest nicht in den letzten sechs Monaten, da war eigentlich alles schon gelaufen.

Ich habe bereits im Mai begonnen, mir eine neue Arbeit zu suchen und auch recht schnell einen neuen Arbeitsvertrag in einem Ingenieurbüro unterschrieben. Auf Grund der langen Kündigungsfrist konnte ich aber nicht gleich wechseln. Mich für die Zeit krankschreiben, wie es andere getan haben, widersprach meinen Prinzipien und es kann dazu führen, dass man kein Geld bekommt. Außerdem hätte ich dann das Spannendste verpasst. Daher blieb ich bis kurz vorm bitteren Ende. Am 1.10. wird das Insolvenzverfahren eröffnet und die Firma abgewickelt. Ich hoffe, dass ich zumindest bis dahin meine aussehenden Gehälter bekomme, wie es der Insolvenzverwalter versprochen hat.

Starke Biopics

Das Leben schreibt oftmals die besten Geschichten. Das ist der Grund, warum ich gern Filme ansehe, die auf wahren Begebenheiten beruhen oder die Biografie eines Menschen erzählen. Als wir unlängst unser Bücher-und Filmregal umgeräumt haben, stellte ich fest, dass wir viele solcher Filme haben. In den vergangenen Wochen liefen auch einige im Fernsehen oder erschienen neu bei den zwei Streamingdiensten, die wir abonniert haben. Drei davon möchte ich hier vorstellen.

»Air: Der große Wurf«

Als der Trailer letztes Jahr herauskam, machte dieser mich sofort neugierig. Unteranderem auch deshalb, weil ich den Schauspieler Matt Damon gerne sehe. In dem Film geht es um den Marketingmann Sonny Vaccaro, der in den Achtzigern beim Sportschuhhersteller Nike arbeitet. Er möchte den jungen Basketballer Michael Jordan zu Nike holen, was keiner in der Firma für möglich hält. Zum einen weil das Budget dafür nicht da ist und zum anderen, weil Addidas und Converse das Geschäft mit den Basketballschuhen dominieren. Doch Sonny Vaccaro läßt sich nicht beirren. Er setzt alles auf eine Karte und damit auch seine Karriere aufs Spiel. Der Coup gelingt unteranderem wegen des Schuhdesigners von Nike, der für Jordan einen eigenen Schuh kreiert und damit die Regeln des Sportverbands bricht (zu viel Farbe). Außerdem wurde der Vertrag mit dem Spieler zu einem Novum in der Geschichte des Sports. Erstmals wurde ein Sportler an jedem verkauften Schuh prozentual beteiligt.

Obwohl man weiß, wie die Geschichte endet, finde ich es spannend zu sehen, auf welchem Weg und mit welchen Mitteln Sonny Vaccaro um den Vertragsabschluss kämpft. Der Soundtrack mit vielen bekannten Songs aus den Achtzigern ist ebenfalls absolut hörenswert.

»Love & Mercy«

Wo wir gerade bei Musik sind. Unlängst lief auf 3Sat ein Biopic über die Beach Boys. Der Film stammt schon von 2015 und war irgendwie an mir vorbei gegangen. Auch über die Band wusste ich wenig bis gar nichts. Klar, man kennt die Lieder, aber die Geschichte dahinter oftmals nicht. Brian Wilson war einer dieser Menschen, bei denen Genie und Wahnsinn eng beieinander lagen. Er hatte fast schon autistische Züge, musikalisch war er ein Genie, der Umgang mit seien Mitmenschen lag ihm eher weniger. Das lag unteranderem daran, dass er vom Vater gnadenlos zum Erfolg angetrieben wurde und statt Lob meist Undank erntete. Später war es sein Manager, der ihn mit Psychopharmaka unter Kontrolle hielt und seine Genialität und seinen Erfolg zum eigenen Wohl ausnutzte.

Der Film gefiel mir deshalb so gut, weil er ein Happy End hat und nicht, wie zunächst befürchtet mit dem Tod von Brian Wilson endet. Nicht nur wegen der ins Ohr gehenden Musik ist dieser Film absolut sehenswert.

»Der Mauretanier«

Seit »Sherlock« bin ich großer Anhänger von Benedict Cumberbatch. Er ist einer der wenigen Schauspieler der in jeder Rolle überzeugt, egal was er spielt. Ich fand ihn auch als Khan in »Star Trek – Into Darkness« sehr stark. Als ich ihn im Trailer zu »Der Mauretanier« sah, wusste ich, den Film musste ich mir ansehen. Und weil auch noch Jodie Forster darin eine Hauptrolle spielt erst recht. In der wahren Geschichte geht es um einen jungen Mann aus Mauretanien, der nach den Anschlägen vom 11.9.2001 verhaftet und in Guantanamo eingesperrt wird. Ohne Chance auf einen fairen Prozess oder überhaupt einen Prozess wird er verhört, gefoltert und beinahe getötet. Schließlich soll er zum Tode verurteilt werden. Da wird eine Anwältin auf ihn aufmerksam und erzwingt vor Gericht Einsicht in die Beweise, was ihr nicht gelingt, weil die CIA und die Bush-Regierung blockieren. Aber auch der Ankläger hat Probleme Einsicht in die Verhörprotokolle zu erhalten und das nicht von ungefähr …

Wer wissen will, wie dieser juristische Thriller ausgeht, sollten ihn sich unbedingt anschauen. Die Geschichte ist so unglaublich und berührend, die muss man gesehen haben.