Als Eichhörnchen unterwegs

Dieses Jahr gibt es wieder Nüsse! Nach einem mageren Jahr – im Frühjahr 2021 hatte es noch spät Frost gegeben – fällt die Nussernte in diesem Jahr wieder reichlich aus. Wir waren erst zwei Mal an unserem Lieblingsbaum. Ein paar haben wir noch in der Gemeinde gesammelt. Dennoch ist unser Trockengestell schon voll. Dabei ist die Saison noch nicht vorüber. Mich juckt es zumindest noch in den Fingern, das sind wohl die Eichhörnchengene.

Apropos Finger. Wenn meine Hände nach dem Sammeln nur nicht so schlimm aussehen würden. Die Fingerkuppen und Fingernägel sehen aus, als hätte ich im Schlamm gewühlt oder wäre Kettenraucher. Das dauert ein paar Wochen, bis die färbende Schicht der Nussschalen wieder weg geht. Früher hat man die grünen Hüllen der Walnüsse tatsächlich zum Färben verwendet. Manch einer macht’s heute noch. Vor ein paar Jahren bin ich einer Frau begegnet, die nur die Schalen aufgesammelt hat. Als ich sie verwundert ansah, meinte sie, sie braucht sie zum Färben. Wenn ich meine Finger momentan so ansehe, glaube ich das sofort.

Ein NEO-Adelsroman

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 287 – »Die Blume des Raytschats« von Lucy Guth

Naupaum, Planet Yanzaar. In der Hauptstadt Nopaloor wird die Zofe Daschkoram am Hofe von Raytscha Antorschok zur Favoritin (Blume) des Herrschers gewählt. Der jungen Yaanztronerin ist in ihrer neuen Rolle nicht wohl. Vor allem die Avancen, die ihr der als Nachfolger des Raytscha gehandelte Yaanztroner Heltamosch macht, verwirren sie. Und noch ein anderer hat ein Auge auf die Blume geworfen. Der Palastdiener Soykascht hat sich unsterblich in Daschkoram verliebt. Er riskiert seine Stellung und seinen Ruf, um in der Nähe der Zofe zu sein. Dabei bekommt er mit, dass gegen den Herrscher eine Verschwörung im Gang ist.
Auf der Versammlung des aus achtzehn Rayts bestehenden Regierungsgremiums wird ein Attentat auf Antorschok verübt. Daschkoram und Soykascht geraten zwischen die Fronten. Für Antorschok und Soykascht nimmt das ein tödliches Ende. Heltamosch dagegen beerbt den Raytscha und nimmt Daschkoram zur Gefährtin. Drahtzieher hinter den Vorgängen sind Dao-Lin-H’ay und die Schwestern der Tiefe. Sie wollen verhindern das Perry Rhodan den Planeten Payntec erreicht.

Schon einmal haben die NEO-Exposéautoren die Leser mit einem besonderen Roman überrascht. In Band 234 »Die Himalaya-Bote« erzählt Rüdiger Schäfer von einer Terranerin aus Köln, die in kosmische Verwicklungen verstrickt wird. Der Liebesroman hat mich damals sehr begeistert. Lucy Guth setzt mit »Die Blume des Raytschats « noch einen drauf. Die unglückliche Liebesgeschichte zwischen der Zofe und dem Palastdiener am Hof von Yaanztron berührt und ist zugleich spannend. Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen.

Die Autorin erzählt ein Märchen im Gewand eines SF-Szenarios. Ich bin mir sicher, dass dies nicht jedem gefallen wird. Bei mir funktioniert es. Ich fühlte mich großartig unterhalten. Das ist mal etwas völlig anderes. Und ich bin mir sicher, dass manch Nicht-PERRY RHODAN-, Nicht-NEO- und Nicht-SF-Leser ebenfalls Gefallen an der spannenden Geschichte finden könnte. Denn man benötigt keinerlei Vorkenntnisse, um die Handlung zu verstehen. Das heißt gleichermaßen aber auch, dass der Roman die Staffelhandlung nicht voranbringt. Damit habe ich jedoch kein Problem, wenn ich dafür ein solche Geschichte zu lesen bekomme.

Die Darstellungen des Yaanztronischen Hofs und Adels sind stimmig und fremdartig zugleich. Lucy Guth hat ein Händchen für Charaktere. Die beiden Hauptakteure sind so sympathisch beschrieben, dass sie einem sofort ans Herz wachsen. Man leidet mit den Zweien mit. Von mir aus darf es eine Fortsetzung geben. Jedenfalls würde ich gern mal wieder etwas von Daschkoram lesen.

Es war schon vor diesem Roman klar, dass die Schwestern der Tiefe in die Geschehnisse um Rhodans Gehirnodyssee verwickelt sind. Insofern hat es mich nicht überrascht, Dao-Lin-H’ay in dem Roman zu begegnen. Dass sie aber verhindern will, dass Rhodan Payntec erreicht, verwundert mich allerdings. Hatte Rhodan nicht in Band 283 eine Vision von Dao, die ihn erst auf Payntec aufmerksam gemacht hat? Und ist sie nicht eigentlich außer Gefecht gesetzt, nach der Verletzung durch die Ceynach-Jägerin? Aber vielleicht ist das ja eine Dao aus der Vergangenheit, das weiß man bei den Schwestern ja nie. Jedenfalls, sehr rätselhaft das Ganze.

Mit »Die Blume des Raytschats« ist Lucy Guth wieder ein echter Knaller gelungen. Einen Adelsroman bei NEO hat es noch nicht gegeben. Mit ihren spannenden Geschichten und den gut ausgearbeiteten Charakteren läuft sie meinen bisherigen Lieblingsautoren Oliver Plaschka und Rüdiger Schäfer so langsam den Rang ab.

Andor

Quelle: Wikipedia

2016 kam ein Star Wars Film in die Kinos, der die Fans spaltete. »Rogue One« war anders als die Filme zuvor. Es ging rauer zu, die Geschichte hatte kein Happy End und es unterschied sich von den märchenhaften Filmen, die Star Wars bisher gezeigt hatte. Es gibt Fans, die hassen »Rogue One« bis heute. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass dieser Film der Erwachsenste unter den Star Wars-Filmen ist und viel besser, als er gemeinhin bewertet wird.

Nun gibt es eine Fortsetzung als Serie, wobei es keine Fortsetzung im eigentlichen Sinne ist. Es ist ein Prequel, das die Vorgeschichte des Hauptdarstellers aus »Rogue One« – Cassian Andor – erzählt. Die Serie ist vor zwei Wochen bei Disney+ angelaufen. Die vier bisher veröffentlichten Episoden haben mich vollends überzeugt. Das ist nicht nur gut gemacht, sondern erzählt eine spannende Geschichte, obwohl man das Schicksal von Cassian Andor kennt.

Die Serie beschäftigt sich mit brandaktuellen Fragen, wie: Wo hört Rebellion auf und fängt Terrorismus an? Inwieweit muss man seine Moral über Bord werfen, um eine totalitäres, menschenverachtendes System zu bekämpfen?  Ist Töten im Sinne einer Rebellion erlaubt? Genau diesen Fragen geht die Geschichte um Cassian Andor nach und das auf eine sehr glaubhafte und realistische Weise. Sie zeigt uns die andere Seite von Star Wars, die der Erniedrigten und Normalsterblichen, die unter dem Konflikt zwischen Imperium und Rebellenallianz stehen und sich für eine Seite entscheiden müssen, mit allen Konsequenzen. Das ist stark gemacht, ohne Lichtschwert schwingenden Helden und märchenhaften Kräften wie der Macht. Das ist fast schon Military SF.

Wenn ich mich im Netz umsehe, finde ich auf den einschlägigen Seiten, die sonst über jede neue Serie berichten, keinerlei Besprechungen. Man hat fast das Gefühl, als versuchten viele, die Serie zu ignorieren. Vielleicht weil sie nicht in die Schublade passt, in der Star Wars normalerweise liegt. Vielleicht weil sie uns mit den Fragen konfrontiert, die uns aktuell gestellt werden. Auf welcher Seite wollen wir stehen? Wie viele unserer moralischen Werte müssen wir aufgeben, um diese Werte zu verteidigen? Das ist eben nicht die seichte Kost, die man von Star Wars gewohnt ist.

Die Serie wird zwei Staffeln mit je zwölf Episoden haben. Für mich ist sie heute schon das Serienhighlight des Jahres.

Seltenheitswert

Da habe ich innerhalb einer Woche zum ersten Mal in meinem Leben zwei extrem seltene Vogelarten gesehen. Letzte Woche war es ein Eisvogel und diese Woche spazierte ein junger Schwarzstorch bei uns im Bach herum. Ich habe ihn natürlich gleich fotografiert.

Schwarzstörche leben eigentlich im Wald und sind sehr scheu, weshalb man sie kaum zu Gesicht bekommt. Dass einer am hellichten Tag direkt neben der Straße gegenüber vom Käsewerk auf Nahrungssuche geht, ist vielleicht der Tatsache geschuldet, dass es sich um einen Jungvogel handelt. Womöglich hat er den Anschluss verpasst, als seine Mitstörche gen Süden geflogen sind. Oder er hatte einfach Hunger.

Nachdem mein Mann am Bach auch schon mal einen Eisvogel gesehen hat und wir regelmäßig Wasseramseln beobachten, jetzt noch einen Schwarzstorch zu sehen, freut mich. Offenbar ist das Gewässer sauberer, als ich dachte.

Ein paar Tage frei

Ich hatte jetzt gut zwei Wochen Urlaub, weshalb es hier auch so ruhig war. Ich hatte gedacht, ich käme dazu, weiterhin zu bloggen, aber es ging einfach nicht. Erholsam waren die Tage nicht, dafür ist zu viel passiert, aber es gab zumindest einige schöne Momente.

Ein paar will ich hier zumindest fotografisch teilen.

So schaut ein Wintereinbruch in den Bergen aus. Am Wochenende vom 17.-18. September war es nicht nur regnerisch, sondern auch so kalt, dass es in den Bergen geschneit hat. Die Spitzen ab 1000 Meter waren leicht gepudert. Es sah schön aus, für die Wanderfreunde, die sich auf einen sonnigen Wanderherbst gefreut hatten, war es eher unangenehm. Das Bild entstand am 20.9. am Abtsdorfer See und zeigt den Untersberg mit der längsten und tiefsten Höhle Deutschlands. Hier konnte 2014 ein verletzter Forscher vom KIT Karlsruhe nach einem Steinschlag in einer aufwendigen Rettungsaktion erst nach mehreren Tagen geborgen werden. Seit dem ist die Höhle gesperrt.

Das hier ist ein Eisvogel. Aufgenommen in der Hirschauer Bucht am Chiemsee. In dem Biosphärenreservat tummeln sich jede Menge seltene Vögel. Unteranderem soll es hier auch Flamingos geben, die irgendwann aus einem Zoo entkommen sind. Ich habe aber noch keine gesehen. Die Hirschauer Bucht beherbergt das Mündungsdelta der Tiroler Ache. Der Fluss fließt in einem weit verzweigten Netz aus Nebenflüssen in den Chiemsee und bringt dabei viel Schwemm-Material mit. Es gibt hier mehrere Aussichtsplattformen, von denen man die Vögel im Schutzgebiet beobachten kann. Der Chiemsee-Radweg führt direkt hindurch.

Der Chiemsee zeigte sich am Mittwoch von seiner sonnigen Seite. Noch waren die Berge in dichte Wolken gehüllt und zeigten ihre weißen Kuppen nur sporadisch. Dafür strahlte der See. In der Nachsaison sind weniger Urlauber hier und weil es früher Vormittag war, waren auch noch nicht so viele Radwanderer unterwegs. Wir spazierten ein wenig in der Sonne am Seeufer von Chieming entlang. Ein Arbeiter war damit beschäftigt den Unrat vom mit Kieselsteinen bedeckten Strand zu entfernen. Eine anhängliche Ente verfolgte uns auf Schritt und Tritt, um etwas Fressbares zu erhaschen. Ich habe ein paar sehr schöne Panoramafotos machen können.

Zu guter Letzt noch dieses Bild. So sieht es aus, wenn bei uns der Notarzt kommt. Mein Schwiegervater hatte einen Kreislaufkollaps. Es ist zwar alles gut gegangen, aber es war eine Erfahrung, auf die ich gern verzichtet hätte.

 

60 Jahre

Herr und Frau Kennedy an der Ostsee

Das hier sind nicht die Kennedys, wie man vielleicht auf den ersten Blick denken könnte. Das sind meine Eltern, etwa in dem Jahr als sie geheiratet haben. Das ist jetzt 60 Jahre her. Vor zwei Wochen haben sie ihre Diamantene Hochzeit gefeiert. Ein Jubiläum, das nicht jedes Paar feiern kann.

60 Jahre Ehe sind eine lange Zeit und etwas ganz Besonderes. Es sind 60 Jahre Freude und Schmerz, 60 Jahre Einigkeit und Streit, 60 Jahre Gesundheit und Krankheit und 60 Jahre Eheglück. Ich wünsche beiden noch viele weitere gemeinsame Jahre in Gesundheit und Zufriedenheit.

Schnitzeljagd im Paradies

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 286 – »Kartell der Pilgerväter« von Ruben Wickenhäuser

Der als Paradies beworbene Planet Parimar entpuppt sich als übervölkerte Technowelt, auf der viele Pilger gestrandet sind. Die wenigen Biosphärenreservate dienen als Prüfungsort für die Pilger. Es geht um Zielstrebigkeit und dem Widerstehen von Versuchungen. Die wenigsten können sich den Freuden des Müßiggangs entziehen.
In dieses Szenario werden Perry Rhodan und seine Begleiter geworfen. Rhodan und Gayt-Coor werden von Doyntscho, Roi Danton und Torytrae getrennt. Nach einer Nacht im Paradies verlassen sie das Tal auf der Suche nach ihren Freunden und dürfen weiterziehen. Auf ihrer Suche in den überbevölkerten Städten werden sie in die Machenschaften eines Drogenkartells verwickelt. Sie kehren zurück in eines der Biosphärenreservate, in dem die Yaanztronischen Militärs gegen eine einheimische intelligente Spezies, die Batrachen, kämpfen. 

Rhodan und Gayt-Coor geraten zwischen die Fronten. Der Terraner im Körper eines Yaanztroners schwingt die Moralkeule und verhilft den bedrängten Ureinwohnern zu einer Verteidigungsstrategie, die den Krieg beenden könnte. Ganz nebenbei findet er auch die gesuchten Freunde wieder und enttarnt die Pilgerväter als Köpfe des Drogenkartells. Um Rhodan zum Schweigen zu bringen, bieten die Pilgerväter ihm und seinen Freunden das Siegel an, um zur nächsten Station weiterzureisen.

So langsam wird es ein wenig ermüdend. Noch eine Pilgerprüfung und wieder bekommt man erklärt, wie die yaanztronische Kultur tickt. Inzwischen habe ich das verstanden und die meisten anderen Leser und Leserinnen sicher auch.

Der Autor gibt sich Mühe mit allerlei Reminiszenzen und Vergleichen zur terranischen Kultur das Leben auf Parimar zu beschreiben. Das klappt mal mehr und mal weniger gut. Zumindest bringt er zwei Botschaften an den Mann oder die Frau, nämlich, dass Krieg für welchen Zweck auch immer nie eine Lösung sein kann und das Drogenkonsum nicht nur dem eigenen Körper schadet, sondern vielen anderen auch.

Die Romanhandlung ist zwar extrem wendungsreich und teilweise echt spannend, aber durch die vielen Wiederholungen aus den vorangegangenen Romanen liest sich so manch anderes Kapitel dagegen zäh wie Leder. Das kann auch der opulente Weltenbau nicht wettmachen. So langsam ist man übersättigt, von all den Spezies, den Landschaften, den vor Leben überquellenden Städten, mit all ihren Einrichtungen, die den Pilgern die Kuschtas aus den Kristallen ziehen sollen.

Der Titel des Romans »Kartell der Pilgerväter« verrät schon im Voraus, wer hinter dem Drogenhandel steckt. Da kann der Autor noch so viel Mühe auf seine Nebenfiguren verwenden, es wird keinen überraschen, was Rhodan am Ende herausfindet. Zumal dem Terraner offensichtlich nicht daran gelegen ist, dass System zu zerschlagen, denn er lässt sich auf den Deal der Pilgerväter ein, um die nächste Etappe zu erreichen. Die eigentliche Arbeit überlässt er den Batrachen, die die halluzinogenen Pflanzen genetisch verändern, damit aus ihnen keine Drogen mehr hergestellt werden können. Da stellt man sich doch die Frage, warum die offensichtlich so intelligenten Batrachen nicht schon längst selbst darauf gekommen sind und erst ein Perry Rhodan daherkommen muss, um ihnen die Erleuchtung zu schenken.

Genau das ist es, was ich an manchen PERRY RHODAN-Romanen so hasse. Perry Rhodan der Held, der allem und jedem moralisch überlegen ist und der für jedes Problem eine Lösung zu haben scheint. Das ist so unglaubwürdig, da waren wir bei NEO schon mal weiter.

»Kartell der Pilgerväter« ist kein Roman, den man gelesen haben muss, um die Staffelhandlung zu verstehen. Dessen exotischer Weltenbau sich aber durchaus mit den Vorgängerromanen messen kann. Gayt-Coor wirkt auf diesem Cover auf mich irgendwie, als stamme er aus der Serie »Die Dinos«.

Kalter Einstand

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 285 – »Im Kältewald« von Marlene von Hagen

Auf der Pilgerreise zum Peregrosch erreichen Perry Rhodan und seine Freunde Roi Danton, Doynschto und Gayt-Coor die ersten Stationen. Mit ein bisschen Unterstützung der terranischen Freihändler werden sie als Pilger zugelassen und treten auf einem Eisplaneten zur ersten Prüfung an.
Auch die Yaanztronerin Saddrayasch möchte das Peregrosch erreichen, doch sie hat ein zerebrales Defizit und wird nicht als geeignet eingestuft. Als ein Pilger direkt vor ihren Augen stirbt, nimmt sie ihm den Pilgerbrief ab, der sie für die Pilgerreise qualifiziert. Auch sie muss ihre erste Prüfung im Kältewald auf Veltyr ablegen, doch sie gerät in Schwierigkeiten aus denen Perry Rhodan sie selbstlos retten kann.
Dadurch entdecken die Prüfer die Besonderheit von Rhodans Ceynach und beenden die Prüfung. Rhodan kann sie überzeugen, dass alle Mitglieder seiner Gruppe zur nächsten Prüfung auf Parimar zugelassen werden. Was er nicht weiß, die Pilgerreise dient ausschließlich der Suche nach besonders geeigneten Ceynachs. Wozu die Ceynachs gebraucht werden und was mit den Pilgern passiert, die nicht während der Prüfungen sterben oder aufgeben, bleibt unklar.
Am Ende kommt es zum Showdown zwischen Perry Rhodan und der Ceynachjägerin Torytrae, bei der sich die Jägerin plötzlich erinnert, dass auch sie eine Zeiträgerin ist wie Rhodan. Daraufhin schließen die beiden einen Waffenstillstand, um herauszufinden, was in Naupaum wirklich vor sich geht.

Marlene von Hagens erster NEO ist eine spannende Schnitzeljagd durch vielerlei unterschiedliche Umgebungen. Trotz der vielen Wendungen und des recht umfangreichen Personals gelingt es der Autorin mich bei der Stange zu halten und nicht zu verwirren. Sie schafft es sogar an einer Stelle ihr Lieblingsthema Einhörner in der Handlung zu platzieren.

Mit der Figur der Yaanztronerin Saddrayasch, die an einer Art Tourette-Syndrom leidet, erschafft sie eine glaubwürdige Heldin, die trotz all ihrer Schwächen viel Stärke zeigt und einen positiven Eindruck hinterlässt. Schön, dass sie am Ende zwar Rhodan und die anderen nicht begleitet, aber dennoch ein Happy End bekommt.

Überrascht hat mich an dem Roman, dass man als Leser schon so früh erfährt, was mit der Pilgerreise insgeheim bezweckt wird. Dass das Ganze eigentlich ein riesiger Schwindel ist, um passende Ceynachs zu finden. Ich frage mich, für was man die braucht, um so einen riesigen Aufwand zu rechtfertigen. Zumindest reduziert man auf diese Art ein wenig die Überbevölkerung.

Überhaupt scheint diese ganze Pilgermaschinerie ein riesen Geschäft zu sein. Ein bisschen erinnern mich die Bewohner Naupaums an die Ferengi aus Star Trek, die selbst ihre Großmutter verkaufen würden, wenn der Preis stimmt.

Was mir nicht so gut gefiel, war die Wendung um Torytrae. In einem Moment will sie Rhodan noch töten und im nächsten schließt sie mit ihm Frieden. Das kam mir ein bisschen zu plötzlich. Eine solche radikale Sinneswandlung ausgelöst durch eine einzelne Erinnerung war mir ein bisschen zu wenig.

»Im Kältewald« überzeugt mit einer stringenten Handlung, einem fantasievollen Weltenbau und gut ausgearbeiteten Charakteren. Sieht man von einigen unglaublichen Zufällen ab, ist Marlene von Hagen damit ein spannender Roman gelungen, der die Staffelhandlung in Naupaum wieder ein Stück vorantreibt.

Licht und Magie

Für alle die sich fürs Filmemachen und für Spezialeffekte interessieren, bei Disney+ läuft derzeit eine tolle Doku. »Industrial, Light and Magic« (ILM) so heißt die Firma, die bei vielen Hollywoodfilmen für die Effekte sorgte und sorgt und nicht nur das. Viele Technologien im Spezial Effekt-Bereich wurde von den Mitarbeitern bei ILM entwickelt, seien es Motion Control, Compositing oder Computeranimationen. Die meiste Technologie der Effekte, die wir in den heutigen Filmen bewundern können, stammen ursprünglich von ILM.

Die Dokumentation erzählt in sechs Teilen die Geschichte von ILM von der Gründung durch George Lukas für »Krieg der Sterne« bis hin zu den aktuellen Star Wars-Produktionen wie »The Mandalorian«. Es kommen die Menschen zu Wort, die diese magischen Welten geschaffen haben, die Regisseure, deren Filme durch die Effekte zu Blockbustern wurden und man bekommt mit viel Archivmaterial einen Eindruck von den auswendigen Entstehungsprozessen vieler bekannter Filme.

Duch mein Studium (Medientechnik) wusste ich schon einiges über Spezialeffekte, aber durch die Doku habe ich noch viel Neues dazugelernt. Am beeindruckendsten fand ich die »Virtual Production« mit dem Stage Craft, die bei »The Mandalorian« eingesetzt wurde. Das ist eine echte Revolution im Filmbusiness und hat fast schon den Charakter eines Holodecks.

Die sehr schöne Dokumentation »Light & Magic« ist leider nur bei Disney+ zu sehen. Bei YouTube gibt es einen Trailer.

Richtigstellung

Nebenstehendes Foto mit Sprechblasen erschien in der letzten ESPost Sonderausgabe. Ich muss dazu etwas sagen, damit das keinen falschen Eindruck hinterlässt.

Also, Ben und ich haben in dem Augenblick tatsächlich über ein Buchprojekt gesprochen, das hat aber in keiner Weise mit PERRY RHODAN zu tun. Es geht um etwas völlig anderes. Außerdem, wenn ein neuer Autor rekrutiert wird, dann macht das die PR-Redaktion und nicht der Exposéautor. Und dann würde das Gespräch auch nicht in der Öffentlichkeit stattfinden.

Was mich betrifft, so werde ich über kurz oder lang nicht bei irgendeiner Miniserie mitschreiben, auch nicht bei NEO oder STELLARIS. Zum einen, weil ich das zeitlich momentan nicht hinbekommen würde und zum anderen, weil ich es nicht könnte. Ich habe die letzten Jahre, seit ich die FanSzene schreibe, häufig darüber nachgedacht und bin zu folgendem Schluss gekommen: Es ist eine Sache über etwas zu schreiben, was man sich selbst ausgedacht hat und eine andere, die Idee eines anderen zu erzählen. Ich fürchte, dass ich damit nicht klar kommen würde. Außerdem wäre mir der Druck einfach zu groß. Ich schreibe in meiner Freizeit und ich schreibe meine Geschichten vorwiegend für mich selbst. Ich will mir die Liebe zum Schreiben nicht damit zerstören, nur weil ich mich unbedingt veröffentlicht sehen will.

Also, wenn irgendjemand die irrige Vorstellung hatte, ich würde demnächst irgendwo mitschreiben, dann muss ich denjenigen leider enttäuschen. Selbst dann nicht, wenn ich gefragt würde. Was aber sowieso nicht passieren wird.