Christinas Multiversum

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Nochmal Strand

Die Praia da Marinha

Zu den schönsten Stränden zählt die Praia da Marinha, nicht weit von den berühmten Benagilgrotten entfernt. Einem Felsendom, der nur schwimmend oder per Boot erreicht werden kann.

Da ich mich wegen meiner »Motionsickness« ungern auf ein schaukelndes Boot begebe, reichte mir der Besuch des Strands. Und tatsächlich ist schon die Aussicht über den Strand und auf die Felsentore ein Gedicht. Die vom Wasser ausgespülten Hohlräume sind von der Ferne gut zu sehen und ihre Erhabenheit ist zu erahnen. Wir spazierten zunächst über die Klippen oberhalb des Strandes. Obwohl Montag, war richtig viel los. Irgendwie schienen alle Touristen, darunter viele Deutsche, sich genau diesen Tag und diesen Ort für ihren Besuch ausgesucht zu haben.

Eine schön angelegte Treppe führte die steile Felswand zum Strand hinunter, wo der Sand sehr grobkörnig und locker war. Die Tide war hoch und der Strand dementsprechend schmal. Einige Sonnenhungrige ließen sich schon braten. Wir spazierten am Strand entlang und machten ein paar Fotos. Wobei es fast unmöglich war, allein auf einem Bild zu sein. Immer wieder kamen Schiffe und Ausflugsboote in die Bucht und umrundeten die Felsentore. Es herrschte reger Verkehr und es war laut. Zum Sonnenbaden hätte ich mir persönlich einen ruhigeren Strand ausgesucht. Einen, an dem auch der Sand schöner ist.

So verließen wir den Strand schnell wieder und wanderten einen Weg an den Klippen entlang zum nächsten Strand. Obwohl er zu Fuß nicht zu erreichen ist, waren auch hier Leute: Schnorchler, die mit Neoprenanzügen herübergeschwommen waren.

Wir beobachteten, wie immer mehr Boote kamen, sogar der Nachbau eines Piratenschiffs schipperte herbei, aber auch Paddelboote und ein Segel-Katamaran. Als wir zum Parkplatz gingen, begegneten wir Touristen aus aller Welt, mit Sonnenschirmen und Gummitieren bewaffnet. Es war Mittags und wir flüchteten regelrecht, vor den Menschen und dem Lärm.

Da spazierten wir lieber nochmal an der Praia do Falesia vor unserem Hotel herum und beobachteten die Süßwasserquellen am Strand, die bei Ebbe aus dem Sand sprudeln. Das Meerwasser war deutlich wärmer als an den vergangenen Tagen und ich traute mich sogar bis zu den Knien ins Wasser.

Heute nun, gaben wir unseren Mietwagen zurück und gingen zu Fuß zurück zum Hotel. Eigentlich wollten wir für die fünf Kilometer den Bus nehmen, aber, da den Tafeln an den Bushaltestellen nicht zu entnehmen ist, wann ein Bus fährt, sind wir einfach weitergegangen. Ach ja, mal einfach ein Taxi heranwinken, wie in New York City hat auch nicht funktioniert. Das nächste Mal buchen wir den Mietwagen wieder gleich am Flughafen, dass erspart eine Menge vergeudete Zeit.

Seltenheit: Eine Menschenleere Bucht

Der Anblick von oben ist schöner als von unten.

Reste einer Brücke oder ein trinkendes Pferd?

Piratenschiff in Sicht

Wind und Wetter

An der Praia Bordeira

An der Westküste der Algarve wähnt man sich ein bisschen wie am Ende der Welt und irgendwie war es das ja auch viele Jahrhunderte lang. Bevor Eroberer wie Kolumbus nach Westen über den Atlantik segelten, endete die Welt hier an diesen steilen Felsen. An denen sich die Wellen des Ozeans brechen und salzhaltiges Wasser in weißen Gichtwolken in der Luft verteilen.

Auch am gestrigen Sonntag gab es hier eine eindeutige Grenze. Nämlich die zwischen Sonnenschein und dichter Wolkendecke. Die Wolken zogen vom Meer heran und legten sich als kalter Nebel bis zu einem Kilometer ins Landesinnere. Sehen konnte man die Klippen nur unscharf und an dem Strand, den wir angefahren hatten, blies ein kräftiger Wind. Dummerweise hatte ich nicht daran gedacht, eine Jacke mitzunehmen, denn noch wenige Minuten zuvor hatte das Thermometer des Autos 25 Grad angezeigt. Auf den Felsen über der Praia Bordeira waren es nur noch 17 Grad und der strenge Wind von der See ließ einem die Temperatur noch kühler erscheinen.

Ich kam mir vor wie an einem Novembertag in Deutschland. So richtig hell würde es nicht mehr werden und gemütlich war es auch nicht. Wir fuhren von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt des angelegten Weges, den man auch zu Fuß erkunden kann. Einige taten das sogar, aber noch interessanter fand ich die Indie-Camper in ihren Fahrzeugen. So eine Mischung aus Kelly-Family und Windsurfer, mit Rastalocken und Jesuslatschen. Die Caravans hatten Bambusvorhänge an den Türen und Wäscheberge auf dem Beifahrersitz. Um das Klischee perfekt zu machen, fehlten eigentlich nur noch die kreisenden Joints. Es waren erstaunlich viele Deutsche darunter. Sicher eine spannende Art Urlaub zu machen, aber definitiv nichts für mich. Da ziehe ich das gemachte Hotelbett am Abend doch der freien Natur vor. Spießig, ich weiß.

Der Landstrich im Westen wirkt verlassen, verglichen mit dem quirligen Leben entlang der Touristenzentren. Doch die Vegetation aus Pinienwäldern und sanften von bunten Blumen bewachsenen Hügeln, hat durchaus ihren Reiz. Vom nahen »Weltende« spürt man auf der Hauptstraße nach Norden nichts. Nichtmal das schlechte Wetter war von hier aus zu erahnen. In Aljezur bogen wir Richtung Monchique in die Berge ab, machten eine kurze Rast zwischen Eukalyptus und Kiefern und fuhren dann eine steile und abenteuerliche Straße hinunter Richtung Meer.

Ich wollte unbedingt die Rennstrecke sehen, die man hier vor Jahren in die Landschaft gesetzt hat. Und die durchaus Formel Eins tauglich ist. Doch ohne das Navi vom Handy wären wir daran vorbei gefahren, da die Straße nur noch einer Schotterpiste glich und wir uns nach der Ausschilderung richteten, die wahrscheinlich Touristen und Einheimische an dem Wunderwerk vorbeileiten soll. So drehten wir wieder um und vertrauten uns den Schlaglöchern und staubigen Untergrund an, um nach einer Hügelkuppe, plötzlich auf der modernsten Straße zu stehen, die man sich vorstellen kann. Aus der Piste wurde eine vierspurige Autobahn mit riesigen Kreisverkehren und gesäumt von gigantischen Parkplätzen. Von der Rennstrecke sieht man nur die Hauptribüne von hinten. Die lässt jedoch erahnen, wie spektakulär und groß das Gelände ist. Den abrupten Übergang von Buckelpiste zu Autobahn diskutierten wir fassungslos noch auf der Heimfahrt.

Kurz vor der Abfahrt von der Autobahn begann es zu tröpfeln. Die dicken Regenwolken, die vom Land zum Meer zogen, hatten wir schon von weitem bemerkt. Bisher hatte sich stets die Sonne durchgesetzt und die Wolken aufgelöst, dieses Mal jedoch nicht. Im Hotel angekommen, brach ein Gewitter herein, dass uns eine Stunde lang mit Blitz, Donner und kräftigen Regen unterhielt. Ein Schauspiel, das man im Sommer hier nicht oft erlebt. Danach schien aber wieder die Sonne, bevor sie im Westen hinter der Silhouette von Albufeira unterging.

Das Autodromo Internacional do Algarve

Der »wilde« Westen der Algarve

Durch Pinienwälder

Kontrastprogramm

Stausee in den Bergen

Auch das ist die Algarve: grüne Hügel, bewaldete Berghänge und ausgedehnte Orangenheine. Lavendel und Ginster färben die Straßenränder lila und gelb. Zwischen den Hügeln liegen Stauseen, die entfernt ans Thüringer Meer erinnern, kleine Ortschaften oder weidende Tiere. Die Kühe tragen sogar Glocken um den Hals, so dass man sich, wenn man die Augen schließt, wie auf einer Alm vorkommt. Und dann sind noch die vielen Vögel, in etwa 150 Arten.

All das stand gestern auf unserem Urlaubsprogramm. Wir fuhren mitten hinein ins Hinterland, über schöne und kaputte Straßen, durch Korkeichenwälder und trieben eine Gruppe Rennradfahrer vor uns her.

Wenn man möchte, kann man die Gegend mit allen Sinnen genießen. Neben großartigen Ausblicken, gehört der Duft der Eukalyptus- und Pinienwälder ebenso dazu, wie das Vogelgezwitscher und der Geschmack einer frisch gepflückten Orange. Bauern stehen an der Straße und verkaufen für wenig Geld Säckeweise Orangen oder Zitronen direkt von ihrer Plantage.

Ach ja, allerlei Getier ist uns auch begegnet. Streunende Hunde, die die Straße als Schlafplatz verwenden, eine Kolonie Störche und sogar eine 1,50 Meter lange Schlange, die vorm Auto schnell ins Gebüsch flüchtete.

Wer gern wandern geht oder allgemein Naturliebhaber ist, kann hier so manches Kleinod entdecken. Man braucht aber unbedingt ein Auto.

Im Hotel lösten wir am Nachmittag noch unseren Gutschein für einen Willkommenstrink ein und nach dem Abendessen stand ein Klippenspaziergang auf dem Programm.

Sonnenuntergang auf den Klippen

Störche okkupieren jeden Mast, nisten aber auch in Bäumen

Zitronen wachsen hier wie bei uns die Äpfel

Korkeichenwälder

Lavendel am Straßenrand

Strände, Strände, Strände

Praia do Vau

80 Strände gibt es an der Algarve – in Worten: achtzig! Um an jedem Strand nur einen Tag zu verbringen, braucht man also ziemlich viel Urlaub. Wir haben am Freitag nur wenige besucht, aber die waren richtig cool.

Bevor es los ging, haben wir uns eine Gezeitentabelle an der Rezeption geholt. Diese ist ganz wichtig, weil man wissen muss, wann Ebbe und wann Flut ist. Manche Strände sind nämlich nur bei Ebbe zu erreichen. Die niedrigste Tide war am Freitagvormittag um 11:11 Uhr und wir sind daher kurz nach zehn losgefahren, um gegen elf an der Praia dos Três Irmãos einzutreffen.

Am großen breiten Sandstrand war schon einiges los, aber die Leute verliefen sich in der Weitläufigkeit des Geländes. Die Ebbe hatte neben Felsen auch jede Menge Muscheln freigelegt, darunter handtellergroße Exemplare, die bunt schillerten. Manche sogar in einem dunklen Violett. Nein, ich konnte nicht widerstehen und musste ein paar davon in den Rucksack stecken.

Zwischen den Felsen führte ein schmaler Pfad zum nächsten Strand. Von da aus musste man über einen Felsen klettern und durch eine ausgewaschene Felsengrotte gehen, um zum nächsten Strand zu gelangen und zum übernächsten und zum überübernächsten. Das Spiel hätten wir noch eine Weile fortsetzen können, aber die vielen mit Seegras überwucherten Steine dämpften irgendwann meinen Entdeckerdrang. Auch setzte inzwischen die Flut wieder ein und ich hatte keine Lust an einem der Strände festzusitzen. Sicher, allein wären wir nicht gewesen, weil es viele Touristen dorthin gezogen hatte. Und im Notfall hätte man über eine Steintreppe auch die Felsen hinaufklettern können, aber irgendwann tun einem auch die Füße weh. So gingen wir zurück zum breiten Strand und sahen noch eine Weile dem Spiel der Wellen zu.

Diese waren nicht sehr hoch, dennoch trauten sich nur ganz Mutige ins Wasser. Das war uns schon am Strand vorm Hotel aufgefallen. Als wir die Füße ins Wasser tauchten, wussten wir auch warum. Die Wassertemperatur liegt bei 17 Grad Celsius, nicht gerade die angenehmste Badetemperatur. Selbst im Sommer wird das Meer hier nicht wärmer als 23 Grad. Atlantik eben.

Zurück im brütendheißen Auto fuhren wir ins wenige Kilometer entfernte Zentrum von Portimao, einer großen Stadt mit vielen Hochhäusern. Hier liegen die Praia do Vau und die Praia da Rocha, wobei letztere »nur« ein breiter flacher Sandstrand ist. An der Praia do Vau kann man dagegen jede Menge großer Felsen bewundern, umrunden oder hindurchgehen. Doch Vorsicht! Überall stehen hier Schilder, die vor Felsabbrüchen und Steinschlag warnen. So war ein Teil eines stattlichen Felsmassivs, das wir vor sechs Jahren noch bewundert hatten eingestürzt und es war nur noch ein einzelner Felszahn übrig.

Von der Sonne und vom barfuß durch den Sand laufen, waren wir am Nachmittag so erschöpft, dass wir ins Hotel zurückfuhren und uns im kühlen Hotelzimmer ersteinmal erholen mussten.

Strand eins

Durch diese hohle Gasse …

Vorsicht, Steinschlag möglich.

Strand zwei

Strand drei

Strand, Berge und römische Villen

Ein Yoda aus Sand

Nach unserem Strandspaziergang am Dienstagnachmittag hatte ich am Mittwoch erstmal tierischen Muskelkater in den Waden. Weshalb wir beschlossen, uns das Sandskulpturenfestival anzusehen. Leider hat es in diesem Frühjahr sehr viel geregnet, was viele der eindrucksvollen Gebilde zerstört oder zumindest lädiert hat. Es ist aber dennoch beeindruckend, was man alles aus Sand machen kann.

Danach fuhren wir auf den Foia, mit 902 Metern die höchste Erhebung an der Algarve. Dieses Mal war es deutlich wärmer hier oben und auch voller. Es ist übrigens überall zu spüren, dass deutlich mehr Touristen in der Region unterwegs sind als 2012. Damals befand sich das Land mitten in der Immobilienkrise, wovon es sich gut erholt hat. Denn es gibt nur noch wenige marode Häuser und Bauruinen. Auch die Straßen sind, bis auf wenige Ausnahmen, in besserem Zustand als 2012.

Heute fuhren wir nach Osten an die Sand-Algarve. Die Strände sind hier flach und breit, immer wieder unterbrochen von Flussdeltas, in denen es vor Vögeln, Fischen und anderem Meerestier wimmelt. Dementsprechend streng riecht es überall. Genauso wie in der Markthalle, die wir heute Mittag in Tavira betraten. Die Mischung aus Fisch, Gemüse und Gewürzen hat mich fast erschlagen und schnell wieder ins Freie getrieben.

Auf dem Rückweg haben wir uns noch die ausgegrabenen Reste einer römischen Villa aus dem 1. Jahrhundert angesehen. Besonders beeindruckt haben mich die gut erhaltenen Mosaike. Ihre Pracht ist selbst zweitausend Jahre später noch zu erahnen.

Morgen werden wir ein paar der gut 80 Strände unsicher machen.

Blick vom Foia

An der Ria Formosa

Marktplatz von Tavira

Maritimes Mosaik aus der Römerzeit

Das Ameisenzimmer

Das Porto Bay Falesia

Okay, der Urlaubsbeginn lief nicht so perfekt wie erwartet. Was mich Perfektionistin dann immer ein wenig aus der Bahn wirft.

Erst einmal gab es für unseren Flug kein Vorabend-CheckIn. Was bei einem Flug, der 5:50 Uhr starten soll, irgendwie seltsam ist. Aber okay, dann sind wir eben schon um vier Uhr aufgestanden und haben anschließend noch gefrühstückt. Im Flieger bekommt man heutzutage ohnehin nicht mal mehr ein Wasser.

Der Flug war pünktlich und wir saßen am Notausstieg, was erheblich mehr Beinfreiheit bedeutet. Mein Mann kam sogar an mir vorbei, ohne das ich aufzustehen brauchte. Die knapp drei Stunden verbrachte ich mit der Lektüre eines Katzenromans. Auch gut. In Faro gelandet, bekamen wir auch ziemlich schnell unser Gepäck. Im Herbst hatten wir in Lanzerote mehr als eine Stunde darauf warten müssen.

Der Ärger begann im Bus, weil die Gruppe auf zwei Mitreisende warten musste, die meinten, im Flughafen noch einen Kaffee trinken zu können, oder was auch immer sie in der halben Stunde gemacht haben. Der Bus fuhr also spät los und gondelte dann fast nochmal zwei Stunden in der Gegend rum, weil zwei Leute ein Hotel am Ende der Welt gebucht hatten. Alle anderen waren auf drei Hotels innerhalb von 500 Quadratmetern verteilt. Vielleicht hätte man erst die abladen sollen, bevor man die anderen …

Egal, wir waren da. Einchecken war zehn Uhr morgens natürlich noch nicht möglich. Man versprach uns aber, dass wir unser Zimmer in 20 Minuten beziehen können. Wir bummelten also durch das Hotelgelände und bestaunten den tollen Ausblick über Klippen und Strand. Als wir später dann die Zimmerkarten in der Hand hielten – Ernüchterung! Unser Zimmer lag im ersten Stock hinter einem Baum mit Blick auf den Parkplatz. Beim letzten Mal hatten wir ein schönes Zimmer mit Meerblick bekommen. Unteranderem weil wir Inhaber einer Prestige Card sind, die von der Hotelgruppe an Stammgäste ausgegeben wird. Doch dieses Mal ist das Hotel so gut wie ausgebucht, so dass wir nur das gebuchte Standardzimmer und kein Upgrade bekamen.

Meine Stimmung war erstmal dahin. Sie verschlechterte sich noch mehr, als wir abends völlig übermüdet ins Bett wollten und unter uns plötzlich das Abendprogramm mit lauter Musik losging. Dazu kam, dass sich auf dem Zimmertisch, auf dem das Hotel einen Obstkorb abgestellt hatte, eine Kolonie Ameisen zum Abendessen eingefunden hatte. Als sie dann auch noch auf mir herumkletterten, reichte es und ich ging zur Rezeption. Die junge Frau empfahl uns, den Obstkorb auf die Terrasse zu stellen und versprach uns am nächsten Tag ein neues Zimmer im dritten Stock.

Vor dem Frühstück packten wir unsere Koffer und checkten anschließend aus. Das neue Zimmer sollte frühestens nach dem Mittag verfügbar sein. Das Personal würde die Koffer vom alten Zimmer aufs neue bringen.

Wir kümmerten uns zunächst um unseren Mietwagen. Entgegen dem letzten Mal konnten wir das Auto nicht am Flughafen mitnehmen. Weil die gebuchte Mietwagenstation fünf Kilometer entfernt war, nahmen wir ein Taxi, dass uns zu einem kleinen Laden am »Strip« von Albufeira brachte. Obwohl es gleich zehn war, hatte das Büro geschlossen, eigentlich sollte es seit 8.30 Uhr besetzt sein. Schließlich kamen zwei junge Frauen, die uns unseren Mietwagen übergaben – ein anthrazitfarbener Polo mit einem Kennzeichen, das in Deutschland unzulässig ist. Schweigen wir lieber darüber. Mit dem Gefährt fuhren wir ins nächste Shopping-Center und deckten uns mit Wasser ein.

Als wir am Nachmittag unser Zimmer beziehen konnten, ein Lichtblick. Kein Baum, der die Aussicht versperrt, keine Ameisen, und wir können von hier oben sogar ein bisschen vom Meer sehen. Die Musik hört man Abends zwar noch immer ein wenig, aber es ist ertragbar. So lässt sich das aushalten.

Wie wir den Rest unseres Hochzeitstages verbrachten, erzähle ich später.

Klippen aus Sand

Vogelbeobachtungen inklusive

Die Praia do Falesia

Wohnen der Zukunft

Bei unserer Übernachtung im Hilton durften wir die Zukunft des Wohnens erleben.

Der Anbau, in dem unser Zimmer lag, war 2016 errichtet worden und mit allem ausgestattet, was man sich heutzutage einbauen kann. Das Zimmer war modern eingerichtet mit schlichten aber funktionalen Möbeln, großem Flatscreenfernseher und bis zum Boden reichenden Fenstern. Was in der 5. Etage schon ein bisschen Überwindung kosten kann, um hinaus zu schauen. Deswegen und wegen des Schallschutz konnte man die Fenster auch nicht öffnen. Für das richtige Klima sollte die hochmoderne Lüftung sorgen, aber es war irgendwie nicht dasselbe. Auch die Hitze ließ sich trotz Klimaanlage über Nacht nicht aus dem Zimmer vertreiben. Es war ziemlich warm. Eine Daunendecke für zwei Personen war dabei auch keine sonderlich gute Idee.

Dafür gab es ein Beleuchtungskonzept, dass wie alles im Zimmer über eine KNX-Steuerung und berührungssensitiven Schaltern gesteuert wurde. Es dauerte eine Weile, bis ich herausbekommen hatte, auf welches Symbol ich drücken musste, um die oder die Lampe anzumachen. Die Klimaanlage steuerte man genauso damit wie die Toilettenspülung. Ja, richtig gehört, die Toilettenspülung. Darauf komme ich später noch zurück.

Das Bad war nach aktuellem Standard ausgestattet, mit bodenebener Dusche (mit Regenbrause), Badewanne ohne erkennbare Armatur und einem riesigen beleuchteten Spiegel über dem Waschtisch. Alles in dezentem Beige gefliest und sogar mit einem Milchglasfenster zum Wohnraum und einer Glasschiebtür versehen. Alles sehr schick! Auch hier konnten wieder unterschiedliche Beleuchtungszustände ein- und ausgeschaltet werden. Es gab sogar einen Nachtmodus, bei dem nur zwei gedimmte LED-Lampen angingen. Da hatte sich der Planer echt austoben können.

Die technischen Spielereien haben aber auch ihre Tücken. Zum Beispiel sind die Lichtschalter beleuchtet. Das bedeutet unnötiger Stromverbrauch. Nachts werden sie zwar dunkler, aber leuchten immer noch das halbe Zimmer aus. Nichts für Leute die zum Einschlafen absolute Dunkelheit brauchen. Andererseits sind die Schalter auch nicht für Menschen mit Sehschwäche geeignet. Ich hatte das Ding neben dem Bett, konnte ohne Brille aber nicht erkennen, wo ich drücken musste, um das Licht an- oder auszumachen.

Das heikelste aber war die Toilettenspülung. Die funktionierte Berührungslos, wenn man die Finger vor ein silbernes Panel mit LED-Beleuchtung hielt. Kurzer Streifen hieß weniger Wasser, langer Streifen größerer Wasserverbrauch.

Kurz vorm Duschen sagte ich noch zu meinem Mann, dass man bei einem Stromausfall nicht auf Klo gehen könnte, weil dann die Spülung nicht funktioniert. Kurze Zeit später wusste ich, dass es dazu nicht mal eines Stromausfalls bedurfte. Ich stand nämlich nach erledigtem Geschäft vorm Klo und die Spülung ging nicht. Ich wedelte mit der Hand vor dem Sensor rum, aber außer, dass die Streifen die Farbe wechselten und den ganzen Regenbogen durchspielten, passierte nichts. Es war zum Heulen. Mein Mann stand unter der Dusche und meinte, dass ich irgendwas falsch machen würde. Aber als er es selbst probierte, brachte er es auch nicht hin. Die Spülung leuchtete wie ein Weihnachtsbaum, aber sie spülte nicht und war auch mit putzen und streicheln nicht dazu zu überreden. Irgendwann klopfte es an der Tür und als mein Mann aufmachte, stand ein Angestellter vom Hotel davor und meinte. »Okay!« Entschuldigte sich und verschwand wieder, ohne zu sagen, was er wollte. Dafür flackerte wenig später die Streifen der Toilettenspülung und als ich probierte, ging sie wieder. Da scheint das System einen Fehler gemeldet haben und der freundliche Herr hat wohl einen Reboot gemacht.

Als wir später im Bett lagen, lächelte mein Mann und meinte: »Solche Dinge passieren nur dir.« Wo recht er hat, hat er recht. Schließlich brauche ich Material zum Bloggen.

Fazit: Schön das es solche technischen Spielereien gibt, braucht man im Grunde alles nicht, ist aber ganz nett, wenn man’s hat. Aber manchmal tut es auch ein einfacher Knopf oder Hebel.

Multifunktionale Lichtschalter

Das Corpus Delicti

Fünf Sterne und viele Flugzeuge

Das Hilton am Münchner Flughafen

Auf dem Weg in den Urlaub haben wir eine Zwischenübernachtung eingelegt und zwar in dem schicken Glaspalast auf dem Bild. Nicht ganz billig aber von der Lage her nicht zu toppen, wenn man vier Uhr morgens am Flughafen sein muss.

Wir haben den Sonntag also kurzerhand als zusätzlichen Urlaubstag drangehängt und einen Nachmittag am Flughafen verbracht. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass es im Terminal 2 in München eine Aussichtsterrasse gibt und die ist im Gegensatz zu der in Düsseldorf sogar kostenlos. Wobei man in Düsseldorf aber auch mehr zu sehen bekommt.

Ich bin fasziniert von Flugzeugen und kann ihnen stundenlang beim Starten und Landen zuschauen. Das Gewusel rings um das Terminal ist genauso spannend. Wir haben zwei Airbus A380 bewundern können, die ans Gate geschleppt wurden. Die Maschinen sind schon riesig.

Beeindruckend war auch der Blick auf die Taxi-Schlange vor dem Terminal. Wir konnten vom Hotelzimmer aus direkt beobachten, wie die Taxen ankamen, in drei Reihen warteten und wieder abfuhren. Es müssen Hunderte gewesen sein.

Am Abend zog es sich der Himmel zu und es ergoss sich ein Gewitter über den Flughafen. Es landeten nur noch wenige Maschinen und den vielen schlafenden Menschen am Morgen im Terminal nach zu urteilen, sind wohl viele Abflüge kurzerhand gechancelt worden.

Die Hotelhalle bei Nacht

Der A380 im Schlepp

Taxi-Schlange vorm Terminal

Gratis Comic Tag 2018

Ausbeute vom Gratis Comic Tag 2018

Das ist unsere Ausbeute vom Gratis Comic Tag 2018. Dafür sind wir extra ins 35 Kilometer entfernte Bad Reichenhall gefahren. Die Bahnhofsbuchhandlung dort ist der einzige Laden zwischen Rosenheim und Salzburg, der an der Aktion teilnimmt. In diesem Jahr waren wir auch nicht die Einzigen, die sich für die kostenlosen Comichefte interessierten. Es gibt also doch mehr Comicfans in der Gegend.

Die schmalen Comichefte sind Leseproben, die nur ein Kapitel oder kleinere Kurzgeschichten enthalten. Zum »anfixen« sozusagen. Im vergangen Jahr hat das geklappt, da haben wir uns tatsächlich anschließend ein paar Comichefte gekauft. In diesem Jahr gab es unter den Heften allerdings viele Mangas, was mich persönlich nicht so reizt, weil ich Probleme mit der Leserichtung habe. Und auch die Themen haben mich nicht so interessiert.

Ein paar Perlen habe ich zwischen den Comics aber doch entdeckt. »Unerschrocken« von Penelope Bagieu, die außergewöhnliche Frauen porträtiert, oder »Schattenspringer« von Daniela Schreiter, die ihr Leben als Autistin und das anderer Autisten bildlich vorstellt. Natürlich kam ich nicht an Klassikern wie Garfield, Snoopy und Star Wars vorbei. Wobei sich Garfield nach 40 Jahren immernoch gut macht.

Gespannt bin ich auf den Comic von Nail Gaiman »American Gods« und die Geschichte der Spiegelwelt »Ekhö«. Superhelden Comics mit Deadpool und Co. habe ich in der Kiste gelassen. Die interessieren mich weniger. Dafür habe ich den chinesischen Comic der Reihe »Der freie Vogel fliegt« mitgenommen. Die Geschichte hat mich durch die schönen Zeichnungen angesprochen.

Material genug um mich in den nächsten Tagen und Wochen zu beschäftigen.

Ein Western zum Debüt

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO – Band 173 »Lockruf des Kreells« von Ruben Wickenhäuser

Die MAGELLAN kommt einer Kolonie Blues aus dem Tentra-Gelege zu Hilfe. Ein Asteroid ist auf einer ihrer Schürfwelten eingeschlagen und hat schwere Verwüstungen hinterlassen. Betroffen sind besonders die einheimischen Hemasch, welche die Tentra bisher mit Nahrung beliefert haben. Sie geben den »Himmelssammlern« die Schuld an der Katastrophe und verweigern ihre weitere Versorgung. Perry Rhodan und seine Crew versuchen einen kriegerischen Konflikt zwischen den Tentra und den Hemasch zu verhindern. Und dann ist da auch noch ein Energiesignal auf dem Planeten, das den Memeteranzug, des aus dem Kreell befreiten Tuire Sitareh, gelb färbt.

Ein Western ist es also, den uns der neue Autor im NEO-Team präsentiert. Die klassische Geschichte einer Goldgräbersiedlung, die in Streit mit Indianern gerät. Ein Trapper, der den Greenhorns das Jagen beibringt; ein Handlungsreisender, der in den Konflikt hineingezogen wird und Perry Rhodan, der in Old Shatterhand-Manier die Parteien zum Frieden anstiftet. Nicht zu vergessen Gucky, der in die Rolle eines Sam Hawkins gepresst wird und immer für einen witzigen Spruch sorgen muss.

Keine ganz so schlechte Idee. Aber möchte ich das bei PR-NEO lesen? Vielleicht hätte der Autor ein paar weniger Klischees bedienen und sich ein wenig mehr Zeit für seine Figuren nehmen sollen. Der Anfang mit dem Tentra Jepprafomm war nämlich richtig gut geschrieben. Doch die Figur versackt im Strudel der weiteren Ereignisse und leidet wie vieles unter dem rasanten Tempo, mit dem der Autor die Leser durch den Roman jagt. Ähnlich wie es die PR-Autoren zu Beginn der klassischen Serie taten. Ich fühlte mich wie eine Getriebene, es passiert viel (vielleicht zu viel) und das in relativ kurzer Zeit.

Zumindest nimmt sich Ruben Wickenhäuser Zeit für die Beschreibungen des Planeten Rivar, die ihm gut gelungen sind. Weniger gut sind die Anschlussfehler aus den Vorgängerromanen. Icho Tolot tut, als würde er Tuire schon immer kennen, ohne das dies erklärt wird. Er stieß ja erst zur MAGELLAN, als der Aulore längst von Bord gegangen war. Die erkrankten Blues im Sanatorium scheinen schon Monate oder gar Jahre dort zu sein, obwohl wir im letzten Roman gelernt haben, dass die Infektion innerhalb weniger Tage zum Tod führt. Was auch das abgelegene Sanatorium ad absurdum führen müsste, weil die Infizierten bei den Strapazen der Anreise wahrscheinlich längst tot sind, bevor sie dort ankommen. An dieser Stelle hätte mich eher interessiert, wie die Blues ihre Toten bestatten. Und das am Ende einer der geheilten Blues mit der rührseligen Geschichte um die beiden kranken Blueskinder seine Artgenossen beeindruckt, ist schlicht falsch. Denn wie Susan Schwartz in Band 172 festgestellt hat, kennen die Blues-Völker kein Mitleid. Nun, vielleicht ist das auf Rivar anders, aber dann hätte es einer Erklärung bedurft.

Die großartigste Szene jedoch hat der Autor an den Anfang gestellt. Eine Raumschlacht zwischen zwei Blues-Raumschiffen kommentiert wie ein Fußballspiel. Sehr schön und sehr lustig. Weniger lustig finde ich dagegen die Darstellung von Gucky. Da fehlt mir der Ernst, den die anderen Autoren dem Mausbiber verleihen. Auf mich wirkt er in diesem Roman zu oft wie eine Witzfigur.

»Lockruf des Kreells« trägt den Titel zurecht. Es ist im Grunde ein Western der im NEOversum spielt. Der Stil des Autors ist gut lesbar. Er baut die Geschichte zusammenhängend und logisch auf, rast aber so schnell durch die Handlung, dass er dadurch viel vom Potenzial seiner Figuren verschenkt. Mein Fazit: Einstand geglückt, es gibt aber noch Raum nach oben.

Eine Frage aber bleibt unbeantwortet: Wie passt das Titelbild zum Roman?