Dies und das aus dem Krankenbett

… okay, okay, die Überschrift suggeriert, dass es mir schlimmer geht, als es tatsächlich ist. Aber mir fiel nichts Schlaueres ein, um all die Dinge aus den vergangenen Tagen zusammenzufassen.

Fakt ist, mein Hals nervt, die Schmerzen gehen einfach nicht weg. Mal ist es besser, mal wieder schlimmer. Heute kann ich zumindest wieder reden, das ging die letzten beiden Tage gar nicht. Der Schnupfen hält sich in Grenzen, aber der Hals kribbelt, weshalb mir die Hausärztin Tabletten verschrieben hat. Die helfen zwar, machen mich aber etwas benommen, was ich so gar nicht leiden kann. Nehme sie daher nur widerwillig.

Ansonsten habe ich die Zeit sinnvoll genutzt, lang geschlafen, gelesen und tatsächlich endlich meine Einkommensteuererklärung für 2021 gemacht. Ich hasse das, es muss aber sein und mit der Steuersoftware ging’s auch ganz gut.

Da ich ja am Samstag schon unpässlich war, ist mein Mann alleine nach Bad Reichenhall zum Bahnhof gefahren. Es war nach einem Jahr Pause wieder Gratis-Comic-Tag. Die Ausbeute, die er mitgebracht hat, lässt sich sehen. Die Mangas hat er dort gelassen. Er hat auch wieder einen Comic gekauft, damit die Bahnhofsbuchhandlung auch etwas Umsatz hatte. Jetzt bin ich gespannt auf die Comics.

Probiert haben wir heute das erste Erdbeer-Tiramisu des Jahres. Das gab es heute Nachmittag statt Kuchen. Hat lecker geschmeckt, war aber noch nicht ganz durchgezogen, obwohl ich es gestern schon gemacht hatte.  Ich hätte ruhig noch mehr Kirschwasser über die Löffelbiskuits geben können.

Apropos Erdbeeren. Zur Eröffnung der Eis-Saison habe ich mir vorletzte Woche einen Eisbecher gegönnt. Ich wüsste nicht, wann ich das letzte Mal einen gegessen hätte. Muss 2019 gewesen sein. Jedenfalls sah er nicht nur gut aus, sondern hat auch super geschmeckt. Nur geschafft habe ich ihn nicht alleine. Mein Mann musste mithelfen, drei Kugel Eis, Erdbeeren und Sahne sind mir dann doch zu viel gewesen.

Zu guter Letzt. Das hier kam heute mit der Post: Frische Datteln aus Tunesien. Danke an Insaf, die sie uns mitgebracht und geschickt hat. Die werden heute Abend gleich probiert.

Hinter dem Gartenzaun

Quelle: Amazon

Die Serie lief in den neunziger Jahren vor »Star Trek: The next Generation« auf Sat 1. Daher kannte ich sie, auch wenn ich damals wahrscheinlich nicht alle Folgen gesehen habe. Ich erinnerte mich gern an die skurrile Mischung aus Krimi-, Gerichts- und Familienserie. Erst später wurde mir bewusst, das sie von David E. Kelley, dem gleichen Serienmacher war, der »Ally McBeal« und »Bosten Legal« geschaffen hat.

Für diejenigen, die die Serien nicht kennen. »Picket Fences – Tatort Gartenzaun« spielt in der Kleinstadt Rome in Wisconsin. Porträtiert wird die Familie von Sheriff Brock (gespielt von Tom Skerrit) sowie einige weitere Bewohner der Stadt. Gezeigt wird, wie traditionelle konservative Werte auf die Offenheit der modernen Neunziger treffen. Anhand von Kriminalfällen, Prozessen und Auseinandersetzungen innerhalb der Familien bekommt man ein Bild von den Menschen in den ländlichen Regionen der Vereinigten Staaten mit all ihren Vorurteilen und Sorgen.

Lange gab es die Serie nicht auf DVD zu kaufen. Da waren wohl ein paar Dinge bezüglich der Musikrechte ungeklärt. Inzwischen ist die Serie längst auf DVD erschienen und stand eine Weile bei uns im Regal. Innerhalb eines guten Jahres habe wir sie uns komplett angesehen und sind immer noch positiv gestimmt.

Die komplexen Fragestellungen, die in der Serie behandelt werden, sind überraschend aktuell für eine fast 30 Jahre alte Serie und lassen einen mitunter nachdenklich zurück. Das ist noch intelligentes Fernsehen, das seine Zuschauer ernst nimmt und keine Angst hat, unbequeme Wahrheiten anzusprechen. Von Mord, Totschlag, Vergewaltigung, über UFO-Glauben bis hin zur Leihmutterschaft und Transsexualität, immer werden alle Seiten der Medaille beleuchtet. Auf jedes Argument folgt ein Gegenargument und stellt die Blickwinkel aller Beteiligten dar. Derjenige, der meist darüber entscheiden muss, ist Richter Bone – glänzend gespielt von Ray Walston alias Gärtner Boothby aus TNG. In seiner Haut hätte ich bei einigen Fällen nicht stecken wollen.

David E. Kelley hat ein Händchen für ungewöhnliche Figuren und geschliffene Dialoge. Man merkt ihm das Jurastudium an, wenn sich Richter Bone mit Anwalt Douglas Wambaugh vor Gericht fetzt. Dass er auch einen Blick fürs menschliche hat, beweist er in dieser Serien durch die Beziehungen zwischen den Figuren, besonders die der Brocks, die damals schon als Patchwork-Familie angelegt war. Bis zur dritten Staffel hat er jede Folge selbst geschrieben.  In der Vierten musste er aus zeitlichen Gründen an andere Autoren abgeben und das merkt man leider. Die Folgen, in denen es vor Gericht ging, wurden weniger und es wurde mehr Augenmerk auf die Lebensgeschichten der Charakteren gelegt. Nichtsdestotrotz ist »Picket Fences« auch nach 30 Jahren ein sehenswertes Stück Fernsehen, das heute noch genauso aktuell ist, vor allem weil es nicht nur schwarz und weiß, sondern alle Nuancen von Grau zeigt und jedem Argument Gehör schenkt.

Manchmal kommt es anders

Da könnte man nach mehr als zwei Jahren zum Hochzeitstag endlich mal wieder einen Ausflug machen und in einem Restaurant essen gehen und dann das: Ich liege mit einer verschnupften Nase, Husten und Gliederschmerzen auf der Couch. Mein Mann war schon die ganze Woche krank, der hat sich noch eine Seitenstrangangina angelacht. Ich habe zumindest bis Donnerstag noch durchgehalten, am Freitag hat’s mich dann niedergestreckt.

Besonders schlimm finde ich ja, dass es warm ist und draußen die Sonne scheint. Erkältungen im Sommer machen irgendwie noch weniger Spaß. So saßen wir heute auf dem Balkon mit bestellten Essen anstatt in Garching im Planetarium uns die Sterne anzusehen. Na, ja besser dieses Wochenende als Nächstes, wo wir in den Urlaub fahren.

An diesem Wochenende fand auch der ColoniaCon statt. Scheint schön gewesen zu sein, wenn man den Kommentaren und Bildern bei Twitter glauben darf. Weil es soweit weg ist und weil wir Hochzeitstag hatten, den zwölften übrigens schon, stand Köln nicht auf unserer Con-Liste in diesem Jahr. Dafür haben wir schon unsere Fahrkarten für Braunschweig im August. Sofern uns bis dahin nicht der Himmel auf den Kopf fällt.

PERRY RHODAN-Verfilmung in der SOL

Die Druckdaten sind in der Druckerei, damit kann ich nun endlich die neue Ausgabe der SOL ankündigen.

Die 106. Ausgabe widmet sich im Schwerpunkt einem heißdiskutierten und reichlich umstrittenen Thema, nämlich der Verfilmung von PERRY RHODAN. »Kenne ich schon«, werden einige sagen. Andere wiederum werden genervt mit den Augen rollen. Ging mir auch so, als mich der Vorschlag erreichte, aber …
Es gibt tatsächlich noch etwas zu dem Thema zu erzählen und zwar mehr, als man denkt. Kurt Kobler zum Beispiel schaut sich die entfallenen Szenen aus dem ersten und bisher einzigen PERRY RHODAN-Film »SOS aus dem Weltraum« an. PR-Chefredakteur Klaus N. Frick, der wohl am meisten über dieses Thema schreiben könnte, steuert Informationen zu der TV-Miniserie bei, die Anfang des Jahrtausends geplant, aber nie verwirklicht wurde. Und ich erkläre, was Betondosen, Teneriffa und der Film »Forbidden Planet« mit dem PERRY RHODAN-Film zu tun haben.

Außerdem im Heft: Ein Beitrag von Norbert Fiks über das wahre Atlantis. Thomas Harbach schreibt über Marianne Sydow – ein Nachzügler aus der letzten Ausgabe – sowie über das Vurguzz-Imperium nebst hochprozentigen Informationen zum legendären Getränk von Dr. Franz Ettl aus Unterwössen.

Die in der 105 begonnene Geschichte von Götz Roderer findet ihren Abschluss, ebenso wie der Bericht vom Online-Abend. Teil 4 von Alexandra Trinleys beliebter Serie zu den 60 Geburtstagen wird die Leser hoffentlich genauso erfreuen, wie Guckys Rückblick auf den GarchingCon 2018.

In den Interviews erzählt Sascha Vennemann über Heftromane und wie es ist zum PERRY RHODAN-Autor berufen zu werden. Peter Hopf berichtet von der Verlagsarbeit des Hopf-Verlags und der von ihm herausgegebenen Autorenkollektion.

Die aktuellen Romane der Erstauflage und von NEO werden wie gewohnt ausführlich besprochen. Das Titelbild stammt von Thomas Rabenstein.

Ein PERRY RHODAN-Kinderbuch

In den letzten Wochen war ich an einem tollen Projekt beteiligt, das mir viel Arbeit beschert, aber auch viel Spaß gemacht hat. Für die PERRY RHODAN-FanZentrale habe ich die Redaktion eines Kinderbuchs übernehmen dürfen. Lie H. Ard ist eine junge Frau, die nicht nur auf ihrem Blog Fan-Fiction-Storys über Atlan veröffentlicht, sondern auch eine Bildergeschichte über Perry Rhodans Mondflug gezeichnet hat.

Gemeinsam haben wir Layout und Texte soweit bearbeitet, dass am Ende ein kleines Hardcover Büchlein herausgekommen ist. Am kommenden Wochenende wird es auf dem ColoniaCon in Köln für alle erhältlich sein. Anschließend kann man es im SpaceShop der PRFZ bestellen.

Es war mein erstes Kinderbuch, dass ich redaktionell betreuen durfte und es hat mehr Arbeit gemacht, als ich mir das anfangs gedacht habe. Denn man muss bei einem solchen Projekt nicht nur auf den Text achten, sondern auch die Bilder im Zusammenspiel betrachten. Der Text darf nicht zu lang sein und sollte die Bilder begleiten und nicht erklären. Die richtige Positionierung ist ebenfalls enorm wichtig. Er muss gut vorzulesen sein, sollte aber auch für Leseanfänger leicht zu lesen sein.

Wichtig war auch die Kommunikation mit der PERRY RHODAN-Redaktion. Die PRFZ muss sich die Veröffentlichungen von Fan-Publikationen genehmigen lassen und bestimmte Vorgaben einhalten, damit es im SpaceShop verkauft werden darf.

Auch technisch ist so ein Bilderbuch anspruchsvoll. Die Angaben der Druckerei müssen genau eingehalten werden, damit es am Ende auch so aussieht, wie es aussehen soll. Außerdem muss ein Umschlag-Layout für einen Hardcover-Band ganz anders angelegt werden. Noch wichtiger war es, eine Druckerei zu finden, die das Buch möglichst kostengünstig druckt, damit es zu einem einigermaßen bezahlbaren Preis verkauft werden kann. Das ist momentan nämlich echt schwierig, weil sich die Druckpreise in den letzten Monaten beinahe verdreifacht haben.

Letztendlich hat alles geklappt. Und ich durfte es gestern aus der Folie wickeln und das erste Mal in der Hand halten. Ich finde, es ist wirklich schön geworden und Lie kann zurecht stolz auf ihr Werk sein. Mal sehen, wie gut es sich verkauft, dann gibt es vielleicht eine Fortsetzung. Beim nächsten Mal gehts sicher einfacher, dann weiß ich, worauf ich als Redakteurin besonders achten muss.

Die Katakomben des Mars

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 277 – »Die schlafende Göttin« von Lucy Guth

Die SOL empfängt eine verschlüsselte Botschaft, die offensichtlich an Atlan gerichtet ist. Der unbekannte Absender deutet an, dass die Imperatrix noch am Leben sei und Atlans Hilfe braucht. Die Koordinaten verweisen auf einen Ort unterhalb von Leticrons Festung auf dem Mars.
Nach einem Streit mit Perry Rhodan, der hinter der Botschaft eine Falle vermutet, brechen Atlan und Mirona Thetin auf, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Allerdings fällt es ihnen schwer auf dem Mars zu agieren, ohne von den Überschweren entdeckt zu werden. Nach mehreren Fehlschlägen und einer Beinaheverhaftung, bietet ihnen die Alt-Marsianerin Toja Hainu ihre Hilfe an, doch zuvor müssen die beiden eine Art Prüfung ablegen. Unter dem kräftezehrenden Marsch über- und unterhalb der marsianischen Wüste leidet vor allem Mirona Thetin, deren Zellaktivator immer häufiger aussetzt. Diese Aussetzer setzen ihr nicht nur körperlich zu, sondern vor allem psychisch.
Am Ende finden sie Atlans Mutter und der Arkonide kann sich von ihr verabschieden, bevor sie stirbt. Nachdem er sie dreimal verloren hat, findet er nun endlich seinen Frieden mit sich. Nur Mirona treiben nach wie vor jene Geheimnisse um, die sie nicht mit Atlan geteilt hat.

Ich hatte mich sehr auf diesen Roman gefreut und darauf, dass die Geschichte um Atlan und seine Mutter endlich aufgeklärt wird. Das Ergebnis hat mich jedoch enttäuscht.

An der Perspektive der Figuren liegt es nicht. Ich finde, dass Mirona Thetin noch nie so »menschlich« auf mich gewirkt hat, wie in diesem Roman. Auch Atlans Beweggründe sind stets nachvollziehbar. Die Streiterei zu Beginn mit Perry Rhodan, der als der große Warner auftritt, gefiel mir nicht so gut. Sie wirkte aufgesetzt. Rhodan hat schon mehrmals in ähnlichen Situationen gesteckt und dann ebenfalls Atlans Warnungen ausgeschlagen. Es ist nur legitim, wenn Atlan den Spieß nun umdreht. Soweit sollte Rhodan den Arkoniden inzwischen kennen.

Wobei die Reise zum Mars nicht einer gewissen Blauäugigkeit entbehrt. Die beiden landen ohne jeglichen Plan auf dem roten Planeten und laufen stets Gefahr, erkannt zu werden. Sowas ist entweder Leichtsinn oder Größenwahn. Dass durch ihre Aktion eine Marsianerin stirbt, nehmen beide billigend in Kauf und schieben es auf die Überschweren. Zumindest macht sich Atlan später nochmal Gedanken darüber. Ich denke, sie hätten sich leichter getan, wenn sie Gucky mitgenommen oder zuvor besser recherchiert hätten. So tappen sie mehr oder weniger blind umher und müssen von Glück reden, dass sich die Alt-Marsianerin, bei der es sich wahrscheinlich um eine Schwester der Tiefe handelt, ihnen hilft.

Und da sind wir auch schon bei den Kapiteln im Roman, die mir so gar nicht gefallen haben. Der ewig lange Marsch durch die Wüste, sowohl oberhalb als auch unterhalb der Oberfläche. Da war nicht viel Neues zu lesen. Leute laufen durch dunkle Höhlen, treffen auf exotische Lebewesen, die sie sofort angreifen und gegen die sie sich verteidigen müssen, bevor sie am Ende ans Ziel kommen. Wie oft habe ich das in der letzten Zeit bei NEO gelesen? Gefühlt jeder zweite Roman enthält solche oder ähnliche Szenen. Diese sind von Lucy Guth zwar spannend geschrieben, logisch sind sie aber nicht. Mal davon abgesehen wie die Würmer und der Krake überhaupt auf den Mars gekommen sind, stellt sich die Frage: warum stürzen sich diese Lebensformen immer gleich auf die Humanoiden? Die Würmer ernähren sich offensichtlich von Gestein, Menschen oder Arkoniden passen also gar nicht in ihr Beuteschema. Außerdem, müssten sie nicht eigentlich inzwischen den ganzen Mars untergraben haben? Der Autorin sei dank, machen sich zumindest die Protagonisten ähnliche Gedanken darüber.

Diese ganze Prüfungsgeschichte fand ich überflüssig. Der Titel des Buches lgeht nahe, dass es um Atlans Mutter geht. Und ich hätte lieber mehr über die Imperatrix erfahren. Zum Beispiel woher sie die Position der SOL kannte? Oder woher sie plötzlich die telepathischen Fähigkeiten hat, um Atlan den Plan der Höhlen ins Gehirn zu transferieren? War es vielleicht gar nicht Atlans Mutter sondern eine Schwester der Tiefe, die in ihren Körper geschlüpft ist? Mir war das jedenfalls alles zu spekulativ, zu wenig greifbar und durchdacht.

Es ist offensichtlich, dass das Thema der Staffel – Leticron – zwar am Rande immer wieder angesprochen wird, letztendlich es aber keine Konfrontation mit dem Überschweren oder gar eine Lösung des Konfliktes gibt.

»Die schlafende Göttin« ist ein gutes Beispiel dafür, das spannendes Erzählen nicht ausreicht, wenn die Handlung nicht bis zum Ende durchdacht ist oder der Romantitel mehr suggeriert, als er halten kann.

Freigesetzt

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 276 – »Die Cybora- Etappe« von Rainer Schorm

Der Emotionaut Mentro Kosum, der Haluter Icho Tolot und die Bestie Tro Khon fliegen mit der DOLAN in das von Leticron besetzte Spicasystem. Sie landen unentdeckt auf Cybora, NATHANs Kolonie, auf der von den Posbis Emotionauten ausgebildet werden. Mentro Kosum als eingeborener Cyborianer mischt sich unter die Einheimischen, um Kontakt zu einem Ministrel zu bekommen. Denn nur NATHAN selbst kann ihnen den Weg zu seiner geheimen Enklave Makko weisen, um dort die Informationen aus der Bulle auszulesen.
Bei der Freisetzungszeremonie eines neuen Jahrgangs von Emotionauten, geht etwas mächtig schief. Leticron hat die Posbis gezwungen auch Überschwere zu Emotionauten auszubilden. Der Versuch schlägt fehl und die Männer verlieren den Verstand. Es kommt zu Kämpfen, die in der Zerstörung des Gebäudes gipfeln und einen Konflikt zwischen Posbis und Leticrons Anhänger auslösen.
Mentro Kosums cybernetische Implatate werden beschädigt. Mit Hilfe eines alten Freundes kann er fliehen und zu einem NATHAN-Interpreter gelangen, der nicht nur seine Implantate reparieren kann. Im gleichen Zuge bekommt er endlich Kontakt zu einem Ministrel.
Da werden sie von den Überschweren entdeckt. Einer der gescheiterten Emotionauten hat mit Kosum noch eine Rechnung offen. Zum Glück greift Icho Tolot in den Kampf ein und kann sowohl Mentro Kosum, als auch den Ministrel und seinen Interpreter in Sicherheit bringen.

Der Roman ist sehr technisch und relativ Ereignisarm. Mir fiel das Lesen schwer, denn die komplexen technischen Details taugen definitiv nicht als Gute-Nacht-Geschichte. Ich habe meist nur abends Zeit und Ruhe zum Lesen, deshalb hat es auch so lange gedauert, bis ich den Roman durchhatte.

Inhaltlich bringt Rainer Schorm viele Details zu Cybora, der einzigen Kolonie, die bisher noch nicht im Mittelpunkt eines NEO-Romans stand. Auch die Hintergrundgeschichte von Mentro Kosum wird erstmals in der NEO-Serie aufgegriffen. Das ist umso verwunderlicher, da der Charakter bereits seit Band 210 dabei ist. Dem Autor gelingt es, Mentro Kosums Gefühlsleben und seine Vergangenheit gut zu vermitteln, vor allem dessen Blindheit, mit der er nach dem Ausfall seiner Implantate erneut konfrontiert wird.

Es gibt eine Menge technischer Erklärung, die zwar allesamt logisch klingen, bei denen dennoch ein paar Fragen in mir zurückbleiben. Wer hat den Impuls ausgelöst, der zum Ausfall von Kosums Implantaten führte? Warum lassen die Posbis zu, dass die Überschweren eine Emotionautenausbildung machen, obwohl sie offensichtlich nicht dafür geeignet sind. Posbis sind biomechanische Roboter, die als unbestechlich gelten. Warum rebellieren sie erst jetzt und nicht schon früher? Warum arbeitet NATHAN überhaupt mit Leticron zusammen? Wer hat das Lykeion gesprengt? Leticron selbst? Zur Ablenkung oder aus Frust?

Immer noch ungeklärt ist, was es mit der Bulle auf sich hat. Das von den Posbis als CLAVIS bezeichnete Artefakt, scheint etwas Wichtiges zu beherbergen, das Leticron am besten nicht in die Hände bekommt. Dieses Rätselraten zieht sich für meinen Geschmack schon etwas zu lange hin. Rainer Schorm gibt zwar ein paar Hinweise, aber den wirklichen Sinn und Zweck der ganzen Geschichte rund um die Posbi-Bulle habe ich noch nicht erfasst. Das wirkt mir alles irgendwie zu konstruiert.

Die Staffel hat toll und ereignisreich begonnen, aber nach mehr als der Hälfte der Romane scheint inzwischen die Luft raus zu sein. Alles dient nicht der Auflösung des Konflikts um Leticron, sondern eher der Vorbereitung der nächsten Staffel. Ich vermisse die innenpolitische Auseinandersetzung mit den Überschweren, die in diesem Roman nur am Rande passiert. Und ich vermisse Perry Rhodan, der jetzt im vierten Band in Folge keine Rolle spielt.

»Die Cybora-Etappe« ist ein schwierig zu lesender Roman, der zwar einiges über die Kolonie NATHANS zu erzählen weiß, aber wenig zum Handlungsfortschritt der Staffel beiträgt.

Das Elsternest

Vergangene Woche wurde ich bei jedem Blick aus dem Bürofenster bestens unterhalten. Das war wie Kino. Elsterkino quasi.

Eine der Erlen vorm Haus hatten zwei Elstern zum Bauplatz für ihr Nest auserkoren. Der Baum hat keine Blätter und so konnte ich alles gut beobachten. Fleißig schafften die beiden Vögel Äste herbei. Das Nest wuchs, wurde dichter und dichter. Jeden morgen sah ich ihnen bei der Paarung zu. Es war wie ein Ritual. Erst wurde sich gepaart und dann ging es mit dem Nestbau weiter. Am Donnerstag saß einer der schwarzweißen Vögel bereits im Nest, während der andere immer noch Baumaterial heranschaffte.

Gegen Mittag lenkte lautes Gezeter meine Aufmerksamkeit zum Fenster. Eine der Elstern, ich vermute das Männchen, flog aufgeregt umher und schimpfte. Ein riesiger Rabenvogel hatte es auf das Nest abgesehen. Er war mindestens doppelt so groß und hatte einen grauen Rücken. Vermutlich war es eine Nebelkrähe oder eine Dohle. Das Elsterweibchen saß im Nest, wahrscheinlich brütete sie bereits. Der Rabenvogel war so massig, das er immer wieder in den Ästen hängenblieb, zwischen denen das Nest gebaut war. Er ignorierte den Elstermann, der immer wieder um ihn herumschwirrte und ihn auch direkt angriff. Irgendwann flog auch das Weibchen auf und attackierte den Rabenvogel.

Es war ein Drama, was sich vor dem Bürofenster abspielte. Irgendwann ging der Rabenvogel zum Angriff über und scheuchte die beiden Elstern vom Baum, um sich über das Nest herzumachen. Er hatte es offensichtlich auf die Eier angesehen. Die Elstern ließen aber nicht locker und attackierten den viel größeren Vogel von allen Seiten. Erst als ich raus auf den Balkon trat, flog der schwarze Vogel weg. Eine der Elstern verfolgte ihn.

Es dauerte bis zum späten Nachmittag bis sich die Elstern wieder an ihrem Nest blicken ließen. Als ich am Dienstag wieder zur Arbeit kam, war das Nest verlassen. Die ganze Woche über habe ich immer wieder hoffnungsvoll nach draußen geblickt, aber keine Elstern mehr gesehen. Sie haben sich offensichtlich einen neuen Bauplatz gesucht, einen, der besser versteckt ist.

Abenteuer der 2 Aliens

Und noch ein Tipp den ich beim Ernst-Ellert-Con am Wochenende aufgeschnappt habe. Die beiden Aliens, Comicfiguren von Thomas Zeug, sind nicht nur super lustig, da steckt auch immer eine Botschaft in den Filmen. Leider gibt es die Kurzfilme nicht bei YouTube, sondern nur auf Filmfestivals zu sehen. Aber Thomas Zeug plant in den nächsten Jahren eine Serie mit den beiden auf Blu-Ray herauszubringen.

Auf seinem YouTube-Kanal findet sich dann doch das eine oder andere Häppchen rund um die beiden chaotischen Raumfahrer. Besonders gut gefällt mir der Trailer für den Film »PROLL OUT« komplett auf bairisch. Klasse!

Musikalisches von der ESOC

Robert Vogel machte mich gestern auf ein Musikvideo aufmerksam, was die Mitarbeiter der ESOC (European Space Operations Centre) Ende 2020 bei YouTube veröffentlicht haben.

Die Wissenschaftler haben ein Musikvideo gedreht, in dem sie auf originelle Weise ihre Arbeit vorstellen. Als Musiktitel wählten sie »Bohemian Rapsody« von Queens. Mit neuem Text zu dem genialen Musikstück, beweisen sie nicht nur künstlerisches Können, sondern auch viel Humor.

Das Weltraum-Nerd Robert Vogel zugestimmt hat da mitzumachen, ist keine Überraschung. Überraschend ist allerdings, welcher Astrophysiker noch in dem Video zu sehen ist. Schaut mal genau hin.

Ich habe mich gestern richtig gut amüsiert und wünschte die Verantwortlichen bei der ESOC würde begreifen, was für Möglichkeiten das Video bietet, um ihre wissenschaftliche Arbeit bei der Bevölkerung besser verständlich zu machen. Das Video gehört auf die Startseite der ESOC und nicht nur in den YouTube-Kanal eines Mitarbeiters.