Buchmesse mal anders

Am Wochenende war ich auf der Buchmesse Saar. Richtig gehört, es gab wieder eine Buchmesse, auf der man sich mit Autoren und Verlagsmitarbeitern treffen konnte, an richtigen Messeständen …

Nein, natürlich bin ich dafür nicht ins Saarland gefahren, das musste ich auch nicht. Die ganze Veranstaltung fand online statt. Jeder Verlag hatte einen eigenen kleinen dreidimensional gestalteten virtuellen Messestand, auf dem man sich umsehen und informieren konnte. Und wenn jemand da war, konnte man sich mit demjenigen mittels Videochat unterhalten. Ein clevere Idee, die auch die PERRY RHODAN-Redaktion genutzt hat. An drei Tagen standen Mitarbeiter aus der Redaktion und Autoren den Lesern Rede und Antwort.

Nun ja, wenn sich mehr Leser dorthin verirrt hätten und man ihnen zuvor klar erklärt hätte, wie das alles funktioniert. Am Freitag habe ich mich noch nicht getraut, da ich nicht wusste, wie ich an der »Live Beratung« teilnehmen konnte und was mich da erwartet. Bin ich dort allein oder sind andere auch dort? Ist das wie eine Zoom-Konferenz oder erwartet mich etwas ganz anderes? Da war sicher die Hemmschwelle gerade für viele ältere Leser einfach zu groß. Selbst internetaffine Menschen wie ich, die sich normalerweise nicht in den sozialen Medien tummeln, hatten Berührungsängste. Wenn man nicht weiß, was passiert, dann klickt man nicht so einfach auf einen Link. Sollte das Format in Zukunft weiter Bestand haben, dann müsste das im Voraus besser kommuniziert werden. Da reicht ein Link auf den Messestand nicht aus, der ist nämlich nicht selbsterklärend.

Diejenigen Fans, die nicht dort waren, haben aber definitiv etwas versäumt. Denn es war aus meiner Sicht eine schöne Gelegenheit mal wieder mit alten Bekannten zu plaudern. So führte ich am Samstagmittag fast zwei Stunden quasi ein Privatgespräch mit Rüdiger Schäfer über NEO und das PERRY RHODAN-Fandom. Am Nachmittag hatte ich dann eine nette Unterhaltung mit Ben Calvin Hary und einer jungen Frau, die gerade das Perryversum entdeckt. Am Freitag hatte Janina Zimmer aus der PERRY RHODAN-Redaktion »Standdienst.« Am Sonntag sollte Klaus N. Frick dort sein. Ob er da war, kann ich nicht sagen, denn es war keine Uhrzeit angegeben und kein Leser setzt sich stundenlang vor den Computer und wartet, bis die Live-Beratung irgendwann vielleicht mal freigeschaltet wird.

Übrigens auch die Autoren hatten kleinere Probleme mit der Technik. So konnte Rüdiger Schäfer mich zwar sehen, ich ihn aber nicht. Bei Ben hat es dann besser geklappt, auch wenn die Internetverbindung ab und zu schwächelte. Wie gesagt, ich glaube, das Format hätte sicher auch anderen Fans gut gefallen, aber die wenigsten haben es wahrgenommen oder haben sich nicht getraut.

Es geht auch ohne

Das Autodromo Internacional do Algarve

»Ich binne nur Fan von die Ferrari«, hätte ich noch vor zwei Jahren Luigi aus dem Pixarfilm »Cars« zitiert. Inzwischen geht mir die gesamte Formel 1 am Hintern vorbei. Das liegt nicht nur daran, dass die Rennen nicht mehr von RTL ausgestrahlt werden, sondern nur noch im Bezahlfernsehen.

Früher habe ich kein Rennen versäumt, kannte die Fahreraufstellung und die Hintergründe. Fast hätte man mich als Experten bezeichnen können. Ich liebte es am Sonntagnachmittag auf der Couch zu sitzen und dem Start entgegenzufiebern und nach ein paar Runden sanft dahinzudämmern (das Geräusch macht müde). Doch in den letzten Jahren ließ mein Interesse an dem »Sport« immer mehr nach. Es waren immer die gleichen Fahrer bzw. der Gleiche, der gewann. Die Überlegenheit eines Rennstalls sorgte dafür, dass die Rennen langweilig wurden, da halfen auch die ständigen Reglement-Änderungen nicht. Coronabedingt begann letztes Jahr die Saison spät und ich sah, glaube ich, nur ein einziges Rennen und zwar das aus Portugal. Und das auch nur, weil wir in unserem Urlaub an der Algarve an der Rennstrecke vorbeigefahren sind.

In diesem Jahr habe ich noch keine Minute von der Formel 1 gesehen und stelle fest: Es fehlt mir nicht. Ich glaube, dass sich das Format überholt hat. Angesichts von Umweltschutz und Klimakrise ist es einfach nicht mehr zeitgemäß, sinnlos Ressourcen zu verpulvern, für eine Technologie wie den Verbrennungsmotor, der im nächsten Jahrzehnt ohnehin eingestampft werden wird. Es gibt die Formel E, die aber lange nicht so viel Aufmerksamkeit bekommt. Obwohl sie besser dazu geeignet ist, Praxistest für neue Fahrzeug-Technologien für zu sein.

Es ist so wie mit der Tour de France, die ich Ende der Neunziger bis Ende der Zehnerjahre mit großem Interesse verfolgt habe. Nach den ganzen Doping-Skandalen hatte ich irgendwann keine Lust mehr. Es wurde auch von den öffentlich-rechtlichen Sendern eine zeitlang nicht mehr ausgestrahlt. Das kann ich gut verstehen, denn es gibt sicher genug Leute, die das damals nicht interessiert hat. Wobei ich bei den Übertragungen eigentlich die Landschaften und die Hintergrundinformationen zu den Ortschaften am besten fand. Man lernte Frankreich auf eine schöne Art und Weise kennen. Das Rennen war da fast zweitrangig.

And the winner is … not

Gestern wurden die Gewinner des Kurd Laßwitz Preis‘ bekanntgegeben. Es freut mich zu lesen, dass Andreas Eschbach mit »Eines Menschen Flügel« den Preis für den besten Roman gewonnen hat. Er steht bei mir im Regal, aber ich habe ihn noch nicht angerührt. Bei den Kurzgeschichten gewann eine Geschichte aus der Mars-Ausgabe des »Exodus«-Magazins. Ich habe sie damals gelesen, erinnere mich aber nicht mehr, um was es ging, sie kann also nicht sehr einprägsam gewesen sein. Die Geschichte von Carsten Schmidt, über eine KI und einen Alzheimer-Patienten, die mir so gut gefallen hat, ist leider auf den hinteren Plätzen gelandet. Schade.

Die SOL-Redaktion war ja ebenfalls nominiert. Wir sind, wie erwartet, Letzte geworden. PERRY RHODAN ist halt in diesen Kreisen nicht so angesehen. Außerdem war die Konkurrenz stark. Ich hätte den Preis Hardy Kettlitz oder Dieter von Reeken gegönnt, die seit vielen Jahren im Verlagsgeschäft sind und sich viel für die deutschsprachige SF verdient gemacht haben. Gewonnen haben aber andere, nämlich der Freundeskreis Science Fiction Leipzig e.V. Ob verdient oder nicht, aber über die Begründung für den Preis kann sich jeder selbst seine Gedanken machen: »… für die kontinuierliche Organisation des ElsterCons auch in Pandemie-Zeiten«. Sie waren die einzigen die vergangenes Jahr in Deutschland einen Con veranstaltet haben. Tja, den Mutigen gehört eben die Welt.

Solche Preisverleihungen sind nie fair, weil sie immer subjektiv sind, und die Menschen, die dafür abstimmen, immer wieder Leute aus den eigenen Reihen nominieren. Daher hat es mich schon sehr gewundert, überhaupt nominiert worden zu sein. Allein das sollte mich schon stolz machen.

Exemplarischer Schäfer

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band – »Die Exemplarische Instanz« von Rüdiger Schäfer

Die Überschweren haben im Handstreich das Solsystem eingenommen. Sie scheinen sehr viel über die Menschen zu wissen und setzen dieses Wissen strategisch ein. Protektor Reginald Bull setzt auf Kooperation mit den Invasoren, auch weil die dezimierte Terranische Flotte nicht in der Lage ist, gegen die Tausenden mit Transformkanonen bestückten Schiffe der Invasoren vorzugehen. Der Befehlshaber der Überschweren, Leticron, lässt sich auf dem Mars nieder und macht Bull zu seinem Handlanger. Später bricht Leticron mit einem Teil seiner Flotte ins Wegasystem auf, um auch die Ferronen in sein Sternenreich einzugliedern.
Auf dem Mars formiert sich derweil Widerstand. Einige Menschen wollen die Besatzung durch die Überschweren nicht hinnehmen und verüben einen Anschlag. Thomas Rhodan da Zoltral, der unter einer Tarnidentät auf dem Mars unterwegs ist, will sich die Rebellen näher ansehen.
Auch das Medizinische Zentrum auf Mimas wird von den Überschweren in Besitz genommen. Als Ronald Tekener seine Schwester beschützen will, gerät er mit zwei Überschweren zusammen. Bevor die ihm aber ernsthaft schaden können, bekommt er Unterstützung von Jennifer Thyron der Sicherheitschefin der Whistler Corporation. Gemeinsam fliehen sie von Mimas auf den Mars.

Rüdiger Schäfer weiß, wie man Frauen rumkriegt, zumindest als Leserinnen von NEO. Die Romanze zwischen Ronald Tekener und Jennifer Thyron war exzellent geschrieben mit der richtigen Dosis Humor und Romantik. Damit bekommt er mich eigentlich immer. (Thyron war übrigens in der Erstauflage lange Zeit Tekeners Frau.) Nur ihre Reise mit dem Müllfrachter war nicht gut durchdacht. Warum sollte Mimas seine medizinischen Abfälle erst mit einem Raumschiff auf den Mars schicken, um sie dann dort mittels Desintegratorentechnologie aufzulösen? Das hätte man auch auf Mimas machen können, zum einen weil es billiger wäre und zum anderen würde man die Gefahren minimieren, die ein Transport medizinischer Abfälle mit sich bringt. Außerdem müssen Tekener und Thyron zwei Tage ohne zu Trinken auskommen und sind am Ende noch so fit, dass sie einen drohenden Absturz aus dem Müllcontainer überleben. Das halte ich für realitätsfern. Da wäre ein Versorgungsfrachter, der Güter aus den Kolonien durch das Solsystem transportiert, glaubhafter gewesen.

Spannend ist ebenfalls der Handlungsstrang um Thomas Rhodan in seiner Tarnidentität. Er muss untertauchen, als das Quinto-Center von den Überschweren entdeckt und übernommen wird. Auf dem Mars kommt er nicht nur in Kontakt zu den Rebellen, die den Besatzern um Leticron Widerstand leisten, sondern er erfährt auch, dass das Langstrecken-Kurierschiff ERNSTING mit Neuigkeiten von der Erde und von Perry Rhodan im Solsystem eingetroffen ist. Das einzig nervige an den Kapitel ist, dass der Name von Thomas Rhodan da Zoltral in gefühlt jedem zweiten Absatz voll ausgeschrieben wird.

Nicht weniger bewegend ist Reginald Bulls »Auseinandersetzung« mit Leticron. Der Überschwere ist schwer einzuschätzen. Er gibt sich kumpelhaft aber verschlagen. Rüdiger Schäfer gelingt es sehr gut, den Konflikt darzustellen, den Bull mit sich selbst und seiner aufbrausenden Natur durchlebt. Um die Menschen im Solsystem zu schützen, muss er dem Besatzer bedingungslos gehorchen. Leticrons Ziele dagegen sind schwer zu fassen, zumal seine Herkunft nach wie vor ein Geheimnis bleibt. Viel wichtiger ist, dass er offenbar einen Verbündeten hat, der die Menschen sehr gut zu kennen scheint und von dessen Wissen Leticron profitiert. Der maskierte Mensch nennt sich Braas’cooi. Der Beschreibung nach, steckt kein anderer als Alaska Saedelaere hinter der Maske.

Die Handlungsebene im Solsystem finde ich nach diesem Roman fast noch spannender als Perrys Abenteuer mit der SOL in M3. Ich bin hin- und hergerissen, möchte ich jetzt doch wissen, wie die Geschichte um Leticron und die Terraner weitergeht. Was Leticron und die Überschweren angeht, bin ich mir sicher, das sie irgendwas mit den Mehandor Schwestern zu tun haben, die damals die Pläne der Transformkanone gestohlen haben. Offensichtlich sind sie nicht von einem Saurier gefressen worden, sondern vermutlich in die Vergangenheit gereist.

Noch zu erwähnen sind die kurzen Szenen über einen Akonen, der durch die Versetzung auf dem Mars materialisiert ist und von zwei Farmern gerettet wird. Auch da bin ich gespannt, wie es mit ihm weitergeht. Eines ist mir jedoch noch nicht klar: Was ist mit dem Planeten und seinem Mond aus dem Akon-System, stehen die jetzt anstelle der Erde, oder ist da nichts? Das wurde nicht explizit beschrieben.

»Die Exemplarische Instanz« ist ein typischer Roman von Rüdiger Schäfer, der die Charaktere in den Vordergrund stellt und mit viel Emotion eine ausgesprochen spannende Geschichte erzählt. Großartig.

Vierzehn Jahre

Heute vor vierzehn Jahren traf ich mich zum ersten Mal mit meinem Mann. Das erste Date quasi. Vorangegangen waren wochenlange E-Mail-Wechsel und ein Abend beim Trekdinner in München.

Eigentlich kannten wir uns schon seit 2004, sahen uns fast jeden Monat beim Star Trek-Stammtisch, aber irgendwie kamen wir nie richtig ins Gespräch. Im April 2007 war meine Mutter mit beim Trekdinner. Es war ein sehr warmer Abend, wir saßen draußen im Biergarten und ich saß meinem Mann gegenüber. Wir unterhielten uns über Fanfiction zu »Star Trek: Enterprise« und das ich ein tolle Seite mit englischsprachiger Fanfiction entdeckt hatte. Als ich damals sagte: »Ich schick dir mal den Link.«, hatte ich keine Ahnung, dass daraus eine Beziehung werden sollte, vor allem eine, die so lange anhält.

Am 15. Juni 2007 fuhr ich mit dem Zug zum ersten Mal nach Waging. Es war ein sonniger Freitag und wir verbrachten ein schönes Wochenende, bevor ich am Sonntag nach München zurückfuhr.

Unser Jubiläum werden wir heute Abend mit einem Spaziergang im Kurpark begehen, so wie damals vor vierzehn Jahren.

In der grünen Hölle zuhause

Wie jedes Jahr ist unser Balkon inzwischen zur grünen Hölle mutiert. Neben den unzähligen Tomaten,- Kartoffelpflanzen, Paprika, den Him- und Erdbeeren haben wir in diesem Jahr auch eine Gurke. Die hat sogar schon kleine Früchte dran. Der Weinstock rankt inzwischen über dem Fenster entlang und blüht. Wenn nichts dazwischenkommt, erwarten wir auch da wieder eine reiche Ernte.

Seit letztem Jahr haben wir auch den Tisch und die Stühle auf diesem Balkon, weil es auf dem anderen immer so zieht und ich dort außerdem die Wäscheleinen gespannt habe. Ein bisschen eng ist es ja, aber man sitzt dadurch mitten im Grünen. In den letzten Tagen haben wir immer, wenn es möglich war, draußen gegessen. An der frischen Luft schmeckt das Essen gleich viel besser und es fühlt sich ein bisschen wir Urlaub an. Auf unserer Terrasse die wir zuvor hatten, saßen wir nicht so oft draußen, weil es im Sommer einfach viel zu heiß war. Aber auch da hatten wir immer viel Grün um uns herum.

Legionellenprüfung ad absurdum geführt

Trinkwasserhygiene ist eines der wichtigsten Themen in der Baubranche. Die Vorschriften, Regeln und Gesetze füllen ganze Bücherregale. Ein Grund sind Legionellen, das sind Bakterien, die sich in stehenden lauwarmen Wasser sehr gut vermehren, zum Beispiel in Rohrleitungen, in denen das Wasser nicht regelmäßig zirkuliert. Wenn das Wasser beim Duschen beispielsweise verwirbelt wird und die Legionellen an Aerosole gebunden werden, können sie vom Menschen eingeatmet werden und dessen Lunge befallen. Die Krankheitssymptome ähneln einer schweren Grippe und im schlimmsten Fall bekommt derjenige dann die Legionärskrankheit, die sich in einer akuten Lungenentzündung äußert, die unbehandelt zum Tod führt oder bei der selbst nach erfolgreicher Behandlung mit Antibiotika, Schäden im Lungengewebe zurückbleiben können. In Deutschland gibt es jedes Jahr bis zu 30.000 Erkrankungen, die Dunkelziffer wird aber viel höher liegen, weil nicht bei jeder Lungenentzündung nach Legionellen untersucht wird.

Es gibt also auch noch Lungenkrankheiten neben dem Corona-Virus. Ich sage das nur, weil viele Leute das in den vergangenen eineinhalb Jahren offensichtlich vergessen haben. Die Coronakrise hat das Problem verschlimmert. Weil Schulen, Hotels und Ferienwohnungen lange Zeit leer standen und damit auch das Wasser in den Rohren, konnten sich dort womöglich Legionellen stark vermehren, wenn in der Zwischenzeit nicht regelmäßig gespült wurde. Ich bin mir nicht sicher, ob vor allem in den Schulen und Kitas die Hausmeister jeden Tag durchs Haus gegangen sind und die Wasserhähne überall aufgedreht haben. Ebenso sieht es in den Ferienwohnungen aus. Bei Hotels könnte es anders sein, die werden vom Gesundheitsamt strenger überwacht und müssen meistens einen Spülplan vorlegen. Die Frage ist natürlich, ob sich jeder daran gehalten hat, denn der Wasserverbrauch ist enorm und wenn kein Geld hereinkommt … Ich denke das jetzt mal nicht zu Ende.

Auch Vermieter und Verwalter von Mehrfamilienhäusern müssen die Trinkwasseranlagen alle drei Jahre auf Legionellen prüfen. Bei uns in Wohnanlage steht der Termin zur Prüfung Anfang Juli wieder ins Haus. Normalerweise kommt da jemand und entnimmt in den Wohnungen in den obersten Stockwerken der vier Häuser Wasserproben. Jetzt las ich doch auf dem Zettel der Hausverwaltung, das seit neuestem Wohnungen, die leer stehen oder die als Ferienwohnungen genutzt werden (das sind in unserer Gegend nicht wenige) aus der Prüfung herausfallen. Dort darf nicht getestet werden. Das heißt, man wird in unserer Wohnung die Wasserproben entnehmen, da über uns eine Ferienwohnung ist.

Es kann also gut sein, dass das Trinkwasser in der Wohnung über uns verseucht ist, weil die Leute nur sehr selten da sind. Es bekommt aber keiner mit, weil nicht hingeschaut wird. Wie jetzt? Da, wo sich potentiell Legionellen angesammelt haben könnten, schaut man einfach nicht hin? Was macht dann diese Legionellenprüfung überhaupt noch für einen Sinn? In dem man die Wohnungen herausnimmt, in denen nicht so oft jemand da ist, und das Wasser Wochenlang (in Zeiten von Corona Monatelang) in den Leitungen steht, will man offensichtlich nicht riskieren, das dort eventuell etwas gefunden wird. Ganz ehrlich, dann kann man das Prozedere auch gleich ganz sein lassen. Das haben sich bestimmt irgendwelche Wohnungsgenossenschaften und Hausverwaltungen ausgedacht und sind damit vor Gericht gezogen und haben Recht bekommen. Nur damit sie die Kosten nicht tragen müssen, wenn tatsächlich Legionellen gefunden werden. Dann muss nämlich die komplette Anlage aufwendig gespült werden und das kann sehr teuer werden.

Vervirte Zeiten

Quelle: Amazon

Vergangenes Jahr berichtete ich an dieser Stelle über Ralf Königs Twitter-Experiment, jeden Tag einen Comic-Strip zum Thema Corona zu veröffentlichen.

Inzwischen sind die Comics als gesammeltes Werk erhältlich »Vervirte Zeiten« ist eine schöne Dokumentation über die Corona-Krise 2020. Die kurzen Geschichten berichten über das Leben eines Autors, seiner Familie und seines Freundeskreis und sind in eine größere Rahmenhandlung eingebettet. Das die Protagonisten meist schwul sind, ist dabei tatsächlich nebensächlich, die Nöte und Probleme aller sind gleich.

Mit viel Witz und Augenzwinkern verhalf der Autor sich und seinen Lesern über eine schwere Zeit hinweg, die so ungewöhnlich war, das wir darüber in ein paar Jahren wahrscheinlich nur noch ungläubig den Kopf schütteln werden. Ich kann den Comic-Band nur jedem ans Herz legen, der die schnoddrige Art des Künstlers mag. Und vielleicht (Achtung Insidergag!) hält der eine oder andere beim nächsten Besuch im REWE nach dem Filialleiter Ausschau.

Ich erwarte nun sehnsüchtig das nächste Abenteuer von Barry Hoden.

Haluter und Bestie in Nöten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 253 – »Die Amber-Protokolle« von Rainer Schorm

Die Bestie Tro Khon und der Haluter Icho Tolot, wurde von Perry Rhodan in M3 von einem Planeten gerettet. Nun erzählen sie der Crew der SOL, wie sie dort gelandet sind.
Tro Khon war zuletzt mit dem Leyden-Team zusammen, bevor sie in Kreell eingeschlossen und durch eine Anomalie in die Zeit vor Beginn des Universums gezogen wurden und er anschließend allein auf der Bernsteinwelt Amber in M3 strandet. Wo er von der Wesenheit Tiamat festgehalten wird.
Icho Tolot untersucht Jahre lang einen Datenspeicher, den er auf bei einer Mission im Monoceros-Ring erhalten hatte. Die Erforschung der Daten gestaltet sich schwierig und so erhält er erst spät einen Hinweis in Form eines Signals, das ihn durch den Sonnentransmitter von Algol C ebenfalls auf die Bernsteinwelt führt. Hier befreit er Tro Khon und beide entkommen der ungewöhnlichen Welt.
Auf ihrer Suche nach dem Zielort des Signals gelangen sie auf einen Planeten
 mit einer verlassenen Station der Loower oder der Vorgänger. Hier treffen sie wieder auf das scheinbar körperlose Wesen Tiamat, das in Tolot die ideale körperliche Hülle sieht. Tolots geistige Übernahme durch Tiamat kann von Tro Khon verhindert werden, aber die Station erkennt in den beiden eine Gefahr und setzt sie so lange fest, bis Rhodan sie befreien kann.
Das ambivalente Wesen Tiamat, mit dem auch schon Omar Hawk und Sofgart Kontakt hatte, scheint eine nicht unwichtige Rolle zu spielen. Noch offenbaren sich nur Puzzleteile des kosmischen Plans, in den die Menschen und ihre Freunde hineingezogen wurden. Selbst die Versetzung der Erde nach M3 und der Bau der SOL durch NATHAN sind offensichtlich kein Zufall.

Rainer Schorm, bekannt für seine detaillierten technischen Beschreibungen, schöpft bei diesem Roman aus dem Vollen. Ob es bei der Untersuchung des Datenträgers ist oder bei der Reise von Tro Khon bis hin zu der negativen Sonne, um die sich die Bernsteinwelt Amber dreht, vieles ist komplex geschrieben und erfordert erhöhte Aufmerksamkeit. Ich konnte den Roman nur Kapitelweise lesen, alles andere wäre mir zu viel geworden. Dennoch habe ich, glaube ich, nicht alles verstanden, was der Autor mir erzählen wollte. Vieles wird über quantenphysische Zusammenhänge erklärt, die sich mir jedoch verweigern.

Auch dachte ich zunächst die Bernsteinwelt sei das Zentrum der Dunkelwolke und das Ziel von Tolot. So wunderte ich mich, dass er das System so schnell verlassen hat, um dann wieder der Signalspur aus dem Datenspeicher zu folgen. Etwas ermüdend fand ich am Ende die Spekulationen von Rhodan und der Crew der SOL über die Wesenheit von Tiamat. Das hat weder mich noch die Beteiligten weitergebracht.

Die Charaktere allerdings sind gelungen. Das Zusammenspiel der beiden so unterschiedlichen oder doch gleichen Individuen ist unterhaltsam geschrieben. Die oft zynischen Kommentare der Bestie lassen tief blicken. Tro Khon, durch die Infektion mit Cruum-Sporen beinamputiert und höllische Schmerzen erleidend, hat dazu noch Depressionen und nun kommt auch noch »Darmfraß« dazu. Die Bestie kann einem echt leid tun. Der Blick in Tolots Kopf ist ebenfalls nicht ohne Reiz. Wie er die Menschen sieht und wie er über die Bestie denkt, wirkt einerseits sehr menschlich, andererseits aber dennoch fremd.

Das Schicksal des Leyden-Teams ist endlich geklärt, wenn auch nicht so spektakulär wie ich es mir gewünscht hätte.

»Die Amber-Protokolle« ist ein sehr schwieriger Roman voller technischer und quantenphysikalischer Vorgänge. Viel passiert in der laufenden Handlung nicht, aber es werden einige Puzzleteile aus der Vergangenheit zusammengefügt. Der Datenträger aus Band 188 taucht wieder auf und man erkennt, wie tief die Handlung der NEO-Serie trotz ihrer kurzen Staffeln inzwischen verknüpft ist.

Design trifft auf Physik – Update

Nach der Besprechung mit den Architekten.

Ein Hamburger und eine Thüringerin versuchen in einer Zoom-Konferenz zwei Tirolern zu erklären, warum das und das nicht geht. Mit einem einzigen Mikrofon an einem Headset und dem nach hinten ausstrahlenden Lautsprecher des Monitors …

Sagen wir mal so: Der Wille nach Verständigung war da, allein es scheiterte am Dialekt und der geringen Lautstärke. Zumindest optisch konnte ich, durch das Teilen meines Bildschirminhalts, die Problematik vermitteln.