Ein Perlenei zu Ostern

»Ich hätte Lust mal wieder etwas zu basteln«, verkündete ich am Karfreitagabend. »Ich weiß bloß nicht, was.«

Mein Mann nahm’s gelassen, der weiß, dass seiner Frau immer was einfällt. Weil ich an diesem Ostern bewusst darauf verzichten wollte, stundenlang vor dem Computer zu verbringen, war mir nach irgendetwas, mit dem ich meine Finger beschäftigen konnte.

Die erlösende Idee kam mir am Vormittag des Ostersamstags, als uns die Nachbarin ein gebackenes Osterlamm vor die Tür stellte. Ich beschloss für ihren Ostereierbaum auf der Terrasse ein Osterei zu basteln. Nicht irgendeines, sondern eins mit Perlen. Das Muster hatte ich mir vor Jahren mal ausgedacht. Dabei kann man Perlenreste verarbeiten und allzu schwer ist es auch nicht herzustellen. Wobei ich dann doch länger gebraucht habe, als gedacht. Ich scheine nicht mehr in Übung zu sein. Die Augen machen auch nicht mehr so mit, wie früher, habe ich festgestellt.

Aber letztendlich konnte ich es ihr heute an die Tür hängen und sie hat sich von ihrer Terrasse herauf auch herzlich bedankt.

Damit ich’s hier teilen kann habe ich es schnell noch fotografiert. Ich glaube ich mache auch noch ein Zweites für mich selbst.

In dem Sinne wünsche ich meinen Lesern noch ein frohes Osterfest.

Ich und LEGO

Über die Feiertage habe ich einen Selbstversuch gestartet. Wir hatten seit Oktober beim REWE Treuepunkte gesammelt und eigentlich wollte ich dafür das LEGO-Set mit dem Wal kaufen. Doch das war vor Weihnachten schon weg und so nahm ich dann den Rettungshubschrauber von LEGO-Technics. Schön an dem Modell ist, dass es eigentlich zwei Modelle sind. Auf der Rückseite der Packung ist noch ein Konzeptflugzeug abgebildet, von dem man die Anleitung auf der Internetseite von LEGO herunterladen kann. Also wenn mir der Hubschrauber mal nicht mehr gefällt, kann ich das Flugzeug bauen.

Ich bin kein großer LEGO-Experte. Als Kind hatte ich einen Kasten mit Klemmbausteinen, die aussahen wie LEGO, aber auf denen »PePe« stand. Damit habe ich damals allerhand Sachen gebaut. Unteranderem ein Wohnmobil, für das ich in der Schule sogar einen Preis bekommen habe. Seit dem war mein Kontakt mit LEGO drauf beschränkt, bei Freunden die LEGO-STAR WARS-Modelle zu bewundern. Selbst gebaut hatte ich ein LEGO-Modell also noch nie.

Ich hatte ganz schön zu tun, an dem Nachmittag nach den Feiertagen. Die Anleitung war sehr ausführlich, dennoch steckte ich ein oder zwei Mal die Steine in der falschen Richtung an. Einmal vergaß ich sogar einen Schritt und musste das Modell zum Teil wieder auseinandernehmen. Aber ich habe es geschafft. Der Hubschrauber sieht aus wie auf der Packung und die Rotoren bewegen sich. Anscheinend habe ich alles richtig gemacht.

Was ich festgestellt habe: Man benötigt für LEGO ein gutes dreidimensionales Vorstellungsvermögen, um die Anleitungen richtig zu interpretieren. Insofern wird das beim Zusammenbauen auch geschult, was ich sehr gut finde. Fingerfertig sollte man sein, also für Grobmotoriker ist LEGO eher ungeeignet. Und es macht tatsächlich Spaß. Ist also definitiv für Erwachsene und Kinder gleichzeitig geeignet.

Was ich nicht so gut finde: Bei den LEGO-Technic-Modellen gibt es sehr viele Sonderbauteile, die man eigentlich kaum anders verwenden kann, als in diesem speziellen Modell. Daraus etwas anderes zu bauen, ist nur was für Spezialisten. Kinder werden sich da schwertun. Ich fände es ohnehin für Kinder besser, wenn sie etwas nach ihrer Fantasie bauen, mit einfacheren Teilen und nicht nach Anleitung. Mich würde es auf Dauer langweilen, die Steine nur nach Anleitung zusammenzusetzen. Deshalb habe ich mein Model variiert. Es waren noch ein paar Steine übrig, die ich dann in das fertige Modell integriert habe.

Crop-A-Dile in Action

Crop-A-Dile mit farbigen 3 mm Ösen

Sie ist da und sie ist beeindruckend … Mein »Mercedes« der Ösenzangen ist eingetroffen und ich habe auch schon damit gearbeitet. Allein das Gewicht, was die Crop-A-Dile auf die Waage bringt … Sie liegt in der Hand wie ein schwerer Hammer. Na, ja vielleicht hinkt der Vergleich, aber sie fühlt sich zumindest wertig an.

Das Wichtigste ist aber, dass sie genau das tut, wofür ich sie gekauft habe. Sie stanzt 3 und 5 Millimeter große Löcher und setzt dann die dazu passenden Ösen perfekt in jedes Material. Sogar in 2 Millimeter dicken Buchbinderkarton. Ich bin beeindruckt. Laut Beschreibung kann sie auch Druckknöpfe setzen, das habe ich noch nicht ausprobiert.

Was ich doof finde, dass die Crop-A-Dile – wie fast alles – in China produziert wird. Typisch! Es steht groß »American Crafts« drauf und dann lassen die Amis sie in China produzieren. Dabei ist das Ding nicht mal billig.

Bei den Amazon-Bewertungen finden sich Hinweise, dass die Plastikgriffe Chemikalien enthalten, die in Kalifornien dafür bekannt sind, Geburtsschäden und Krebs hervorzurufen. Auf meiner Zange fehlt dieser Hinweis. Also entweder, hat der Hersteller reagiert und andere Materialen verwendet. Oder, was nahliegender ist, es gibt eine spezielle internationale Verpackung, auf der das einfach nicht mehr draufsteht.

Wahrscheinlich geht es um die Weichmacher, die in flexiblen Plastikmaterialien Probleme verursachen. Ich arbeite zwar nicht den ganzen Tag damit und ich kaue nicht darauf herum. Außerdem wasche ich mir nach dem Basteln die Hände. Blöd ist es trotzdem.

Im Bastelfieber

Minibücherregal

Warum ich in den vergangenen Wochen nicht jeden Tag gebloggt habe, liegt unteranderem an nebenstehenden Bastelprojekt. Nachdem ich die Idee in einem Buch gesehen habe, hat es mich gepackt. Das wollte ich auch mal basteln. Wobei es mir dabei grundsätzlich um den Prozess geht. Ist das Ding dann fertig, verschenke ich es meist. Egal, wie viele Stunden ich rein gesteckt habe.

Bei dem angesprochenen Projekt konnte ich viele neue Dinge ausprobieren. Zum Beispiel, wie man 2 mm starken Buchbinderkarton schneidet, ohne sich mit dem Teppichmesser zu verletzten. Wo man selbstklebenden Stoff findet und wie man ihn möglichst faltenfrei aufzieht. Oder wie man aus einem Bilderrahmen ein Regal baut.

In den vergangenen Tagen habe ich mit Cabouchons experimentiert. Es ist tatsächlich schwierig a den richtigen Kleber für das Glasstück zu finden und b das fertige Stück mit dem richtigen Kleber in die Fassung zu kleben. Beim ersten Versuch hat es nicht geklappt, weil der eine Kleber das Papier auf- und das Bild vom Cabouchon abgelöst hat. Der zweite Versuch mit doppelseitigem Klebeband hat dann geklappt. Es geht übrigens nichts über doppelseitiges Klebeband. Es ist meines Erachtens eine der wichtigsten Erfindungen der letzten hundert Jahre.

Im nächsten Schritt muss ich Ösen anbringen. Dummerweise ist meine Ösenzzange zu groß. Da musste ich mir doch tatsächlich den Rolls-Royce unter den Ösenzangen kaufen, in der Hoffnung, dass ich meine Miniaturösen damit setzen kann. Schauen wir mal!

Wenn ich das Projekt beendet habe, werde ich noch mal ein paar Fotos präsentieren. Um was es sich dabei handelt? Das sollte eigentlich nicht so schwer zu erraten sein.

Handarbeiten für Nerds

Star Trek zum Sticken

Abends vor dem Fernseher muss ich immer irgendwas zwischen den Fingern haben. Meist häkle ich, früher habe ich oft gestickt.

Mein Mann hat mir jetzt zu Weihnachten die passende Lektüre geschenkt. Jetzt kann ich auch im Star Trek- und Star Wars-Universum handarbeitstechnisch unterwegs sein.

Die Stickmuster habe ich tatsächlich auch schon ausprobiert. Damit lassen sich Handtücher und anderes mit witzigen Star Trek-Motiven versehen.

Das Star Wars-Häkelset enthält unter anderem Anleitungen zu allen Star Wars Charakteren aus den klassischen Filmen. Allerdings entpuppt sich das Set bei näherem Betrachten als Mogelpackung. Ein riesiger Karton und kaum Inhalt. Mit der mitgelieferten Wolle kann man gerade mal zwei Figuren (Yoda und Stormtrooper) fertigen. Dabei wäre in dem Karton Platz für Wolle für mindestens die Hälfte aller Figuren. Aber nun ja, so ist das bei Merchandising-Produkten meistens viel Luft und wenig Substanz. Da ich genug Wolle im Schrank habe, versuche ich mich an Ewok Wicket. Ich werde darüber berichten.

 

Peyotemantel für Stift

Seit langem habe ich mal wieder geperlt.

Mein Bamboo-Stift sah nämlich schon etwas abgegriffen aus. Der Lack blätterte immer stärker ab und das blanke Messing fühlte sich nicht gut in der Hand an. Also dachte ich mir, dass der Stift mit Perlen ummantelt bestimmt toll aussehen würde.

Die größte Herausforderung war, ein passendes Muster zu finden. Auf einer japanischen Internetseite wurde ich schließlich fündig, musste es für meine Bedürfnisse aber erst anpassen. Bis ich das soweit hatte, vergingen Stunden.

Auch beim Perlen hatte ich echt Probleme wieder reinzukommen. Schon das Einfädeln der Nadel stellte mich vor Herausforderungen und mit Brille geht gar nichts mehr. Ich muss sie inzwischen absetzen, wenn ich solchen Kleinkram mache.

Aber als der Anfang dann gemacht war, ging die Arbeit in Peyotetechnik flott voran. Jetzt habe ich doch glatt Lust noch einen zu machen.

Alle Jahre wieder …

raketenkalenderHeute war er wieder, der Tag, an dem ich meinem Mann den Weihnachtskalender befüllte. In Sachen Weihnachtskalender lasse ich meiner Kreativität freien Lauf. Wenn ich ganz viel Zeit und Muse habe, bastle ich den Kalender auch mal selbst, so wie 2011. Damals habe ich aus vielen Pappröhren eine Rakete gebaut.

In den vergangenen vier Jahren haben wir aber immer die gleichen Kalender verwendet. Ein Holzauto und einen Lichterbogen, die ich irgendwann einmal gekauft, bemalt und mit Dekoschnee dekoriert habe. Gefüllt wurden die Kalender meist mit allerlei Süßkram, kleinen Aufmerksamkeiten und hin und wieder einem Bayernlos. Letztere kommen in diesem Jahr nicht mehr in den Kalender, weil sie mit zwei Euro das Stück schlicht zu teuer geworden sind. (Außerdem hat sich trotz Preiserhöhung die Anzahl der Nieten nicht reduziert.) Weil bei meinem Mann alles möglichst BIO und nachhaltig sein soll, fällt es mir zunehmend schwerer, die kleinen Kästchen zu füllen. Dieses Mal bin ich im dm-Drogeriemarkt fündig geworden. Ich bin ja mal gespannt, wie es ankommen wird.

Da sich mein Mann in den vergangenen Jahren schwer getan hat, die winzigen Kästchen im Holzauto zu füllen, habe ich in diesem Jahr einen Bastelkalender gekauft und seit Oktober vierundzwanzig kleine Papierhäuschen gefaltet und zusammengesteckt. Die werden nun von ihm gefüllt und in der ganzen Wohnung verteilt, damit ich jeden Tag erst das Häuschen mit der richtigen Nummer suchen muss. Das ist dann so ein bisschen wie Ostern und Weinachten zusammen.

Perlentiere aus Afrika

Es gibt sie schon seit einigen Jahren im Internet zu kaufen. Im Zoo-Shop in Hellabrunn habe ich sie auch schon gesehen. Tiere aus Draht und Perlen die von Künstlern in Afrika hergestellt werden und die damit ihre Familien ernähren. Einer dieser Künstler ist Jimmy Nyaruwa. Er stammt aus Simbabwe, wo er das Arbeiten mit Perlen als Achtzehnjähriger erlernt hat. Heute wohnt er in Johannesburg und versucht dort seine Kunstwerke an den Mann zu bringen.

Hier ein Video von Jimmy, das ein ARD Korrespondent gedreht hat.

Nachdem ich sah, dass Jimmy die Perlen noch per Hand auf den Draht fädelt, wünschte ich mir, ich könne ihm eine der Perlenmühlen schenken, die ich vor Jahren gebaut habe. Ein kleiner Elektromotor dreht einen mit Perlen gefüllten Jogurtbecher. Wenn man den Draht zu einem runden Haken biegt und in die Perlen taucht, fädeln die sich ganz alleine auf. Ich nutze das vorwiegend für Perlenblumen in französischer Technik. Da hat man in einer halben Stunden vier bis fünf Meter Perlen aufgefädelt. Dafür braucht man mit der Hand mehrere Tage. Für Jimmy wäre das sicher eine Erleichterung und er könnte mehr Tiere am Tag herstellen.

Im Video wird auch ein Perlenladen gezeigt. Ich gebe ja zu, dass ich bei dem Anblick weiche Knie bekommen habe. Ganz ehrlich, so stelle ich, Perlenverrückte, mir den Himmel vor.

reiher Horse2flamingo

Stempeln mit Texturmatten

Heute ist in Bayern Feiertag und eigentlich hätte ich die freie Zeit nutzen können, um zu schreiben. Aber das habe ich die letzten Monate so ausgiebig getan, dass ich einfach keine Lust hatte. Dafür packte mich das Bastelfieber. Ich habe schon so lange nichts mehr gemacht, dass ich schon Entzugserscheinungen habe. Außerdem sind meine Geburtstagskarten alle und ich musste Neue machen. Dazu wollte ich unbedingt die Texturmatten ausprobieren, die ich vergangene Woche kaufte.

Wenn man die Newsletter diverser Versandhändler für Bastelbedarf abonniert hat, bekommt man jeden Trend in der Szene mit. Nicht alles gefällt mir – zum Glück. Aber die Texturmatten, die vor Wochen angepriesen wurden, weckten mein Interesse. Die großformatigen Stempel kann man sowohl zum Drucken, als auch für die Arbeit mit Fimo oder Ton verwenden. Mit Fimo kann man sogar zweifarbige Strukturen schaffen (siehe Video). Das wird wohl das Nächste sein, was ich ausprobieren werde.

Heute beschränkte ich mich auf das Drucken von Karten. Wie ich finde, sieht das Ergebnis schon ziemlich gut aus. Ich werde die Karten noch mit einem Wachssiegel verzieren.

Die Texturmatten von efco gibt es im einschlägigen Versandhandel.

DSC09314 DSC09313