Kamihimo im Test

Newsletter sind gemein, meistens lösche ich sie gleich wieder oder bestelle sie ab. Doch bei manchen Online-Shops bei denen ich regelmäßig einkaufe, schaue ich dann doch öfter mal rein, um zu sehen, was es neues gibt. Da flatterte mir doch unlängst ein Newsletter von VBS in die Mailbox mit einem neuen Basteltrend, genannt Kamihimo.

Das Wort kommt wie das Produkt selbst aus Japan. Und bedeutet »Kami« = Papier und »Himo« = Schnur. Das sind Papierstreifen, die früher zum Verpacken von Paketen oder Reissäcken verwendet wurden, bis man Plastikstreifen dafür hernahm. Heute werden diese Papierstreifen auch »Paper strap« genannt, nur noch zu künstlerischen Zwecken verwendet.

Die Buntpapier-Papierfabrik URSUS in Deutschland hat den Trend aufgeschnappt und stellt nun solche Streifen in verschiedenen Farben her. Eine Rolle mit 15 Metern kostet etwa 5 Euro. Damit kommt man schon ganz schön weit. Das Schöne, die Streifen lassen sich beliebig teilen, kleben und leicht schneiden. Außerdem sind sie sehr stabil und können sogar nass werden. Man kann daraus allerlei Dinge flechten, Körbe, Taschen oder Untersetzer. Bei YouTube gibt es unzählige Anleitungen (auf Japanisch allerdings). Wer es ausprobieren mag, der findet bei VBS die Anleitung zu Untersetzern und bei URSUS die Anleitung für ein Körbchen. Ein Buch gibt es auch, das habe ich mal auf meinen Wunschzettel gesetzt.

Hier meine Kunstwerke aus den letzten drei Wochen.

Perlen, Perlen, Perlen

Für alle, die sich fragen, warum ich in letzter Zeit so wenig gebloggt habe. Ich fröhnte mal wieder einem Hobby, das ich lange Zeit vernachlässigt habe. Wie ich schon mal erzählt habe, mag ich die Perlentörtchen von Beadsmania.

Unter dem Namen »Gateau de Bijoux« bringt Beadsmania Bastelsets für kleine Törtchen aus Perlen heraus. Seit mehr als zehn Jahren gibt es regelmäßig neue Sets. Diese sind limitiert und nur für den japanischen Markt gedacht. Eigentlich werden sie als Sammlerstücke gehandelt.

Da es die Sets ausschließlich in Japan gibt, habe vor zehn Jahren damit angefangen zumindest die Bilder zu sammeln. So sind im Laufe der Zeit, eine Menge Fotos zusammengekommen. Ich hatte mir schon vor Jahren vorgenommen, diese entsprechend zu sortieren und schön auszudrucken, damit ich sie mir immer anschauen kann. Nun kam mir unlängst die Idee, dass ich die Bilder in einem Fotobuch verewigen könnte.

Gesagt getan. Zwischendrin stellte ich aber fest, dass sich inzwischen so viel verschiedene Törtchen angesammelt hatten, dass ich die nie alle in ein Fotobuch bekomme. So wurden es drei Fotobücher. Zwei sind schon fertig, an einem arbeite ich noch.

Ich freue mich, denn jetzt kann ich mich auf die Couch setzen und Perlentörtchen anschauen oder sie nachbasteln. Material hätte ich genug, allein es fehlt die Zeit. Wobei ich feststellen muss, dass ich wohl niemals alle werde nachmachen können. Macht aber nichts, anschauen ist auch schön.

Für alle die jetzt denken: Die hat ’nen Knall. Ja! In Sachen Perlen habe ich das tatsächlich. Ich gebe es offen zu. Aber so ein bisschen verrückt ist jeder irgendwie.

Noch eine Ananas

Irgendwie bin ich gerade im Ananas-Himmel. Ich habe noch eine Ananas aus Perlen gemacht, dieses Mal etwas größer. Sie ist ganz schön schwer, schaut aber echt gut aus. Interessenten finden das Muster bei Preciosa Ornela, das ist eine Tschechische Firma, die Perlen herstellt. Apropos Perlen, die Ananas hat allein einen Materialwert von 15 Euro. Verkaufen kann man sowas also nicht, aber das Basteln hat Spaß gemacht.

Im Zusammenhang mit Perlen habe ich heute gelesen, das Swarovski im letzten Jahr den Verkauf von losen Kristallen gestoppt hat. Dazu gehören auch die Kristallperlen, aus denen ich schon viele Sachen gemacht habe. Das alles um den Markenwert von Swarovski zu steigern. Wahrscheinlich haben die mitbekommen, dass die Leute aus den Steinen viel schönere Sachen kreieren als Swarovski selbst und die nicht exorbitant teuer sind.

Preciosa hat die Marktlücke erkannt und beliefert seit dem die Großhändler und Privatleute mit geschliffenen Glasperlen, die sich kaum von den Swarovski Steinen unterscheiden.

Die Ananasse

Ich habe am Wochenende kleine Ananasse (das heißt wirklich so) aus Perlen hergestellt. Zwar musste ich erst ein bisschen tüfteln, bis ich das Muster raus hatte, aber nun geht es wie am Schnürchen. Ich habe schon eine ganze Kollektion in verschiedenen Farben gefertigt als Ohrringe oder Anhänger.

Die auf dem Bild sind die ersten.


Sweets and Charms

Seit langer Zeit habe ich mal wieder geperlt. Ich habe tonnenweise Perlen daheim liegen, aber seit sich meine Tätigkeiten für den unsterblichen Perry potenziert haben, komme ich kaum mehr dazu, etwas daraus zu basteln. Jetzt habe ich mir einfach die Zeit genommen, dafür musste der Blog darunter leiden.

Heute verbinde ich das Bloggen und das Perlen mal miteinander und zeige, was ich denn so Schönes gemacht habe. Einige Projekte liegen noch auf meinem Schreibtisch, die möchte ich unbedingt zeitnah realisieren. Außerdem habe ich wieder viele neue Perlen gekauft. Ich bin schon eine echte Sammlerin, das muss ich zugeben und wenn ich etwas Ausgefallenes sehe oder ein tolles Muster entdecke, muss ich das einfach ausprobieren. Wenn ich ganz kreativ bin, denke ich mir auch selbst etwas aus.

Unteranderem habe ich mich in den vergangenen Wochen mit Chilli-Beads beschäftigt. Die stammen aus Tschechien. Böhmische Glasperlen habe eine sehr lange Tradition und ich weiß, dass mein erster Perlenkasten, den ich als Kind bekam aus der damaligen ČSSR stammte. Das Muster stammt aus Japan, dafür musste ich ein bisschen improvisieren, weil ich die Broschensiebe nicht in der geforderten Größe hatte. Aber es hat super geklappt und schaut echt schick aus. Das Muster gibt es übrigens bei KIWA-Beads. Die machen zu jeder Anleitung YouTube-Videos. Da wird alles verständlich erklärt und ist eigentlich Idiotensicher. Mir reicht inzwischen aber das Muster als Bild.

Meine Lieblingsquelle für Perlenobjekte ist Beadsmania. Das ist ein japanischer Händler, der sich auf Bastelsets mit Perlen spezialisiert hat. Speziell haben es mir die kleinen Torten angetan. Leider kann man dort nur bestellen, wenn man in Japan lebt. Es gibt auch keine Muster, wie bei KIWA. Daher kann ich mir nicht einfach so ein »Bead-Kit« bestellen, sondern muss herausfinden, wie es gemacht wurde, um es selbst herzustellen. Das ist nicht so einfach, aber wenn man mal ein paar von den winzigen Kuchen gemacht hat, weiß man ungefähr wie es geht. Notwendig ist eben nur eine breite Variation an Perlen, die man zu Hause haben muss. Ich will nicht sagen, dass ich alles habe, aber das meiste und wenn nicht, improvisiere ich eben.

Dann kommt eben das dabei raus:

Meine Galerie
Die Neuzugänge
Eine Eigenkreation
Eine ältere Arbeit

Neues Jumbo-Spielzeug

Ich habe ein neues großes »Spielzeug« zum Basteln.

Weil ich es irgendwann leid war, für die Weihnachtskarten Tannenbäume auszuschneiden, habe ich mir in diesem Jahr einen Jumbo-Stanzer bestellt. Was soll ich sagen: Das ist ein so cooles Teil. Das Ding ist riesig. Ich stanze schon die ganze Woche Tannenbäumchen aus verschiednen Papieren und kann gar nicht genug davon bekommen. Jetzt muss ich erstmal die gestanzten Karten und Bäume verzieren. Das gibt dann eine komplett neue Collection an Weihnachtskarten.

Ich weiß, Weihnachtskarten schreiben ist altmodisch. Heute schreibt man E-Mails oder WhatsApp-Nachrichten. Ich bastle trotzdem Karten, einfach, weil ich Freude daran habe. Inzwischen verschicke ich die Karten aber nur noch an einen erlauchten Kreis von Leuten, die es zu schätzen wissen und von denen ich auch jedes Jahr Grüße oder eine Karte bekomme. Es werden merklich weniger, wie ich zu meinem Bedauern feststellen muss. Einfach weil viele ältere Leute darunter sind, die so nach und nach wegsterben.

Hin und wieder verkaufe ich auch Karten an Verwandte oder Bekannte. Das ist okay. Obwohl ich mich von meinen Eigenkreationen mitunter schlecht trennen kann. Es sind ja schließlich Unikate.

Zu Bruch gegangen

Muss ich mir jetzt Gedanken machen, dass ich eventuell zu viel gehäkelt habe? Vorgestern ist nämlich meine Lieblingshäkelnadel zu Bruch gegangen, die mit dem ergonomischen Griff.

Es hatte sich schon am Dienstag mit einem verdächtigen Knacken angekündigt. Ich war ganz erschrocken und habe die Nadel hin und her gedreht, aber nichts erkennen können. Da war kein Riss oder Sprung. Vorgestern brach sie dann völlig unerwartet mitten beim Häkeln durch. Ich nehme mal an, dass der Weichmacher aus dem Plastik diffundiert ist. Kunststoffgriffe halten eben nur eine begrenzte Zeit, dann werden sie spröde oder klebrig. Wie die Griffe unserer Lichtschwerter, die fassen sich ebenfalls so an. Also besser, wenn man die Lichtschwerter nur anschaut und nicht anfasst. Nicht, dass die guten Master Replicas noch auseinanderfallen.

Jetzt ist es nicht so, dass ich keine Häkelnadeln mehr hätte. Im Gegenteil, ich habe eine ganze Schachtel voll, aller Stärken. Die meisten haben aber leider keinen ergonomischen Griff. Noch besser wäre es, wenn es die ergonomischen Griffe aus Holz gäbe. Die Häkelnadeln meiner Mutter haben einen Holzgriff und sind bestimmt schon mehr als sechzig Jahre alt. Aber dann könnten die Hersteller nicht mehr so viele verkaufen, wenn die so lange halten.

Ach ja. Jetzt will bestimmt jemand wissen, was ich gehäkelt habe. Ich habe das Muster für die Baby-Chucks vergrößert. Die Kleinen wachsen so schnell raus und ich hatte inzwischen mehrere Anfragen für die Schuhe. So wie ich sie gehäkelt hatte, gingen sie weg wie warme Semmeln. Ich kam gar nicht hinterher. Von denen auf dem Bild geht am Wochenende wieder ein Paar weg. Dieses Mal sogar nach Malawi.

Converse für Babys

Weil in meinem näheren Umfeld zur Zeit viele Babys zur Welt gekommen und weitere unterwegs sind. habe ich mich mal an einer Anleitung für Baby-Turnschuhe versucht. Ich hatte mehrere Vorlagen im Internet gefunden, aber keine war so richtig passend. Ich habe also so lange probiert, bis ich mir die richtige Häkelvorlage selbst erarbeitet hatte. War ein bisschen mühsam, aber jetzt kann ich die Schühchen auch in verschiedenen Größen häkeln. Als Wolle verwende ich die No.2 von My Boshi, man kann aber anderes ähnliches Baumwollgarn nehmen. Es sollte weicher als übliches Schulgarn und nicht allzu fest sein.

Ich habe sogar mit mehrfarbigen Mustern experimentiert, weil ich die Wollreste verarbeiten wollte. Das ist aufwendiger, hat aber auch geklappt. Die schwarz-weiß-karierten Schühchen sind eine Erinnerung an meine Jugend. Ende der Achtziger hatte ich auf einem Bild in der Bravo meinen Lieblingssänger mit solchen karierten Converse Schuhen gesehen. Natürlich war in der DDR nicht daran zu denken, solche Schuhe zu bekommen. Aber es gab für 12,60 M weiße Basketballschuhe aus Stoff, die so ähnlich aussahen, allerdings ohne den Converse Stern. Ich bat meine Mutter mir solche weißen Turnschuhe zu kaufen und dann druckte ich mittels Kartoffeldruck und schwarzer Farbe, Karos auf die Schuhe. Leider gibt es kein Foto von mir mit den Schuhen.

Wer Interesse an der Anleitung hat, kann sich melden.

Diamond Painting

Wegen meines leicht erhöhten Blutdrucks sollte ich mir ein entspannendes Hobby suchen. Etwas, das mich beruhigt und wo ich nicht nachdenken muss.

Nun, ich hätte Mandalas ausmalen können oder eines der Erwachsenenmalbücher, die ich herumliegen habe. Ich hätte auch den neuen Aquarellkasten auspacken oder etwas aus den Millionen von Perlen basteln können, die die Schränke einer ganze Zimmerhälfte füllen. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht etwas Neues ausprobieren müsste. Ich gestehe, dass ich extrem anfällig für neue Basteltrends bin. Die Bastelkataloge, die mir regelmäßig ins Haus flattern, sind ein wahrer Quell an Inspiration und ziemlich schlecht für mein Konto.

Jedenfalls entdeckte ich im letzten Katalog Diamond Painting. Das ist wie ein Kreuzstichbild ohne zu Sticken. Stattdessen klebt man winzige farbige Steinchen auf ein mit Klebstoff überzogenes Stück Leinwand. Das ist sehr meditativ und entspannend. Man muss nichts denken, pickt einfach nur mit einem Wachsstift die Teilchen auf und ordnet sie der Vorlage nach an. Dazu hörte ich Podcasts.

Das erste Bild habe ich fertig. Knapp eine Woche mit je zwei Stunden Arbeit pro Tag habe ich gebraucht. Keine Ahnung, was ich mit dem Bild mache, aber das nächste liegt schon bereit.

Ein Perlenei zu Ostern

»Ich hätte Lust mal wieder etwas zu basteln«, verkündete ich am Karfreitagabend. »Ich weiß bloß nicht, was.«

Mein Mann nahm’s gelassen, der weiß, dass seiner Frau immer was einfällt. Weil ich an diesem Ostern bewusst darauf verzichten wollte, stundenlang vor dem Computer zu verbringen, war mir nach irgendetwas, mit dem ich meine Finger beschäftigen konnte.

Die erlösende Idee kam mir am Vormittag des Ostersamstags, als uns die Nachbarin ein gebackenes Osterlamm vor die Tür stellte. Ich beschloss für ihren Ostereierbaum auf der Terrasse ein Osterei zu basteln. Nicht irgendeines, sondern eins mit Perlen. Das Muster hatte ich mir vor Jahren mal ausgedacht. Dabei kann man Perlenreste verarbeiten und allzu schwer ist es auch nicht herzustellen. Wobei ich dann doch länger gebraucht habe, als gedacht. Ich scheine nicht mehr in Übung zu sein. Die Augen machen auch nicht mehr so mit, wie früher, habe ich festgestellt.

Aber letztendlich konnte ich es ihr heute an die Tür hängen und sie hat sich von ihrer Terrasse herauf auch herzlich bedankt.

Damit ich’s hier teilen kann habe ich es schnell noch fotografiert. Ich glaube ich mache auch noch ein Zweites für mich selbst.

In dem Sinne wünsche ich meinen Lesern noch ein frohes Osterfest.