Kleines Wochenendglück

Was macht man, wenn man nicht rausgehen kann, weil a) eine Ausgangssperre verhängt wurde und b) draußen Mistwetter herrscht? Richtig, man macht es sich zu Hause gemütlich. Wobei ein bisschen gearbeitet haben wir auch.

Vom Putzen und Waschen abgesehen, war mal wieder Fanzine-Wochenende angesagt. Soll heißen, ich lege mir am Freitag zurecht, welche Fanzines ich in der FanSzene besprechen möchte und schreibe schon mal das Vorwort. Dann setze ich mich übers Wochenende hin und lese die Magazine und Fanzines. Man muss ja wissen über was man schreibt. Zumeist ist das unterhaltsam, nur manchmal wird es … sagen wir … zäh. Am Montag kann ich dann mein angelesenes Wissen niederschreiben.

Samstag hat es draußen gestürmt und geregnet, am Sonntag war es trocken, dafür kalt und windig. Heute scheint die Sonne bei knapp über Null Grad. Dennoch zieht es den Nachbarn auf den Balkon. Der sitzt dort nämlich jeden Tag, morgens und abends, ob bei schlechten oder gutem Wetter. Wir glauben, dass er vielleicht unter Platzangst leidet.

An den Wochenenden ist bei uns Kochen und Backen angesagt. Nachdem ich schon am Freitag einen Kuchen gebacken hatte, durfte mein Mann am Sonntag das Brot backen. Das kann er ohnehin besser als ich. Gekocht wird zusammen, vor allem wenn wir mal wieder Rezepte ausprobieren. Mein Mann hat an diesem Wochenende aus eigener Erfahrung gelernt, was blanchieren ist … zumindest eher unbeabsichtigt. Aber voilá, die Kartoffel-Muffins mit Knoblauch-Spinat-Butter sehen nicht nur gut aus, die schmecken auch lecker. Das Rezept wandert somit sofort ins Rezeptbuch.

Definitiv nicht so glücklich bin ich mit der letzten Lieferung aus dem Versandhaus. Die sauteueren Slips aus Bio-Baumwolle lösen sich schon nach der ersten Wäsche auf, ohne das ich auch nur die Chance erhielt, sie anzuziehen. Ich habe jetzt Fotos gemacht und sie reklamiert. Mal sehen, welche Antwort zurückkommt.

Einkaufen war nur mein Mann. Ich muss mir das nicht auch noch geben. Außerdem reicht es, wenn einer geht. Nein, Klopapier haben wir genug. Nur Hefe hätten wir gebraucht, die gab es leider nicht.

Ansonsten haben wir telefoniert, Liebes- und SF-Filme angeschaut und, wie gesagt, gelesen. So bringt man das düsterste Wochenende rum. Kreativ Schreiben geht allerdings momentan gar nicht. Ich stecke bei meinem Roman gerade mitten in einer Krankenhausszene. Puhh! Da muss ich mir echt was einfallen lassen. Vielleicht kümmere ich mich mal wieder, um die angefangene Kurzgeschichte.

Die Schreie der Geräte

Am Freitagvormittag fiel es mir mal wieder besonders auf. Wie sehr wir uns eigentlich von technischen Geräten gängeln lassen. Und ich rede hier noch nicht mal von Smartphones oder Tablets.

Ich wollte schreiben, doch zunächst forderte mich mein Computer zu einem Update auf. Gut, ich machte das Update. Kaum hatte ich eine halbe Stunde geschrieben, piepste die Waschmaschine. Also stand ich auf, machte sie aus und schaffte die Wäsche in den Keller, um sie dort zum Trocknen aufzuhängen. Danach machte ich Muffin-Teig und schob das Blech in den Ofen.

Eine halbe Stunde später, ich war gerade mitten im Schreibfluss, piepste der Backofen. Die Muffins wollten raus. Ich stand also auf, schaltete den Ofen ab und nahm das Blech heraus.

Gerade hatte ich mich wieder hingesetzt und einen Satz geschrieben, meldete sich das Telefon. Der Akku war leer. Prima! Ich steckte das Telefon lieber gleich in die Ladeschale, weil es sonst keine Ruhe geben würde.

Zurück am Computer waren inzwischen mehrere E-Mails gekommen, die ich dringend beantworten musste. Danach versuchte ich wieder in den Text einzutauchen, da meldete die Spülmaschine mit einem hartnäckigen Piepton, dass sie jetzt fertig wäre und ausgeräumt werden wollte. Der Versuch sie zu ignorieren, misslang. Ich schaltete sie aber nur aus und ließ sie offen stehen.

Ein Blick zur Uhr und mein knurrender Magen zeigten mir an, dass es Zeit war, das Mittagessen zu bereiten. Ich setzte Wasser auf den Herd und schaltete die Kochsensorik ein, dann kehrte ich an den Computer zurück. Keine zehn Minuten später meldete der Kochsensor mit lautem Piepsen, dass das Wasser jetzt kochte und ich die Nudeln hereingeben konnte. Wieder ging ich in die Küche und schüttete die Nudeln ins Wasser. Setzte die Soße auf den Herd und stellte den Timer. Der Herd würde sich nach Beendigung des Kochvorgangs selbst abschalten, damit ich nicht wieder aufstehen musste.

Mir blieb noch zirka eine halbe Stunde, um an meinem Roman zu schreiben, dann kam mein Mann zum Essen nach Hause.

Soviel dazu, dass man an einem freien Tag doch ganz viel Zeit zum Schreiben hat. Dabei war das war nicht mal ein typischer Freitagvormittag, meisten klingelt nämlich noch das Telefon oder der Postbote. Und zwar genau dann, wenn man gedanklich einen perfekten Satz formuliert hat. Aber ich will nicht meckern. Ich habe am Freitag fast 15.000 Zeichen geschrieben. Das ist nicht schlecht für einen Vormittag, an dem einen die Haushaltsgeräte auf Trapp gehalten haben.

Ach, so. Nachts um zwölf hat uns dann noch der Radiowecker in der Küche aus dem Schlaf gerissen. Irgendeiner von uns war tagsüber beim Anschalten mal wieder auf den Alarmknopf gekommen. Er liegt direkt über dem Einschalter. Mein Mann hat sich erbarmt und ist aufgestanden, um ihn auszumachen. Manchmal kann die Technik auch zum Fluch werden, vor allem Nachts.

Nussernte 2019

Nach der Rekordernte im vergangenen Jahr gibt es heuer weniger Walnüsse. Das kann man als gutes Zeichen interpretieren. Weil es bei uns im Alpenraum deutlich mehr geregnet hat, als im Rest der Republik sind die Bäume nicht zu sehr gestresst und gönnen sich eine Auszeit.

Gesammelt haben wir aber dennoch einiges, obwohl wir vom letzten Jahr noch zweieinhalb Boxen im Keller haben. Da sind meine Eichhörnchen-Gene dann doch zu dominant. Ich schlug meinem Mann schon vor, einen Nussgroßhandel zu eröffnen. Er hielt aber nicht viel davon. Deshalb wird es jetzt öfters mal Walnuss-Bananen-Kuchen oder Rote Beete Flammkuchen mit Walnüssen geben. In der aktuellen »Schrot und Korn« ist ein Rezept für Walnuss-Suppe, das wir unbedingt ausprobieren werden. Ansonsten geben wir die Nüsse an Familie und Freunde ab. Auf das sich die Speicher leeren werden.

Eine Neuerung gibt es allerdings. Weil wir auf unserem Balkon nicht mehr so viel Platz haben, wie auf der Terrasse, mussten wir uns zum Trocknen der Nüsse etwas einfallen lassen. Dafür besorgten wir uns gestern im Baumarkt Maschendraht und mein Mann bastelte daraus eine Nuss-Trocken-Anlage. Da kann nichts mehr schimmeln.

Feucht und flauschig

Brücken-Restaurants gibt es nicht nur an der Autobahn

Der Samstag begann trist, außerdem hatten wir verschlafen. Wir gingen – für unsere Verhältnisse ziemlich spät – erst nach neun Uhr frühstücken. Wie immer war das Frühstück im Hotel reichhaltig und schmackhaft. Dieses Mal schmeckte auch der Kaffee. Da hat sich die Investition in eine neue Kaffeemaschine gelohnt.

Ich fühlte mich, analog zum tristen Wetter draußen, ein wenig deprimiert. Da hilft meist ein ausgedehnter Spaziergang. Mein Mann wollte sich den Campus des KITs (Karlsruher Institut für Technologie) ansehen und so schlenderten wir quer durch die Südstadt nach Norden. Trotzdessen es immer wieder leicht nieselte, war es ziemlich warm. Ich hatte die Regenjacke übergezogen und schwitzte die ganze Zeit.

Es gibt eine Menge sehr schöner Ecken in Karlsruhe, Parkanlagen zwischen den Häuserfronten, durch die schmale Wege führten. Viele alte Bäume und auch sonst viel Grün. Dann wieder weite Anlagen mit großen modernen Betonbauten, Springbrunnen und glänzenden Fassaden, ein Brücken-Restaurant und Gassen wie in einer Kleinstadt. Wir ließen uns durch die Stadt treiben.

Ich marschierte wie immer zielstrebig voran und stieß dabei unbeabsichtigt auf die Rotlichtmeile der Stadt. Ehrlich, ich war völlig verblüfft, als wir plötzlich in die Brunnenstraße abbogen und mitten zwischen Laufhäusern und Erotic-Bars standen. Es war Samstagvormittag und das einzige, was sich in der Straße bewegte, waren die Lieferwagen. Dennoch saßen ein paar Damen in den Schaufenstern der Etablissements und warteten auf Kundschaft. Wir stiefelten hindurch, als wäre es nur eine von vielen Straßen. Auf der Kreuzung dahinter waren schon die ersten Gebäude des KITs zu sehen, doch in dem Moment hattet mein Mann nur Augen für … nein, nicht das was jetzt manchen denken … das Autohaus auf der anderen Straßenseite. Dort standen ein paar Old- und Youngtimer im Schaufenster, die mussten genauer betrachtet werden. Die freizügigen Damen in der Brunnenstrasse, waren für ihn hingegen nicht so interessant gewesen. Sehr brav!

Vom KIT-Campus steuerten wir das Schloss an. Die Fassade ist auch tagsüber beeindruckend, nicht nur wenn die Projektoren auf sie gerichtet sind. Das Gelände rund ums Schloss war nur mäßig besucht, einige wenige Touristen drängten ins Museum für Kulturgeschichte. Wir saßen ein Weile davor und bewunderten die Anlagen. Als es anfing stärker zu regnen, gingen wir weiter.

Wir wollten etwas nachholen, was wir beim letzten Mal nicht geschafft hatten – einen Besuch im »Cats Café« in der Kaiserpassage. Das Münchner Katzen-Café haben wir bereits zweimal besucht und wollten uns nun das Katzen-Café mit den meisten Katzen in Deutschland ansehen. Es ist überraschend groß, es gibt 13 Katzen und außer lecker aussehendem Kuchen auch veganes und vegetarisches Essen. Kurz nach zwölf war es schon ziemlich voll, die meisten Tische waren reserviert. Da wir nicht vor hatten, allzu lange zu bleiben, setzten wir uns an einen Tisch, der ab 13 Uhr reserviert war. Die Einrichtung des Cafés ist recht originell und man sieht, dass dabei viel von Hand selbst gestaltet wurde. Überall gibt es Schlafplätze für Katzen und sogar eine kleine Terrasse, wo Gäste essen und die Vierbeiner frische Luft schnappen können. Das Desinfizieren der Hände vor dem Eintreten ist Pflicht und ein Regelwerk auf jedem Tisch klärt die Besucher über das richtige Verhalten auf. Die Bedienung war ausgesprochen freundlich. Wir bestellten eine Flasche Wasser und »Schwäbische Lasagne«. Das einzige, was mich störte, war die Wärme. Ich schwitzte und fühlte mich wie in den Tropen. Den Katzen schien es nicht zu warm zu sein, sie spazierten unter den Tischen hindurch und ließen sich von den Besuchern streicheln. Manch ein Gast spielten mit ihnen, andere machten Fotos oder filmten. Es waren vor allem sehr viele junge Leute da. Ich glaube, wir fielen wegen unseres Alters schon auf.

Kurz vor ein Uhr gingen wir wieder. Draußen waren die Temperaturen angenehmer und es hatte auch aufgehört zu regnen. Nach einem kurzen Zwischenstopp im »Füllhorn«, einem riesigen Bioladen, spazierten wir zum Hotel zurück. Ich duschte ausgedehnt und am späten Nachmittag genehmigten wir uns noch einen Kaffee im »Tante Emma«. Anschließend organisierten wir uns im Hauptbahnhof noch eine Kleinigkeit zum Abendessen.

Der Abend zeigte sich verregnet, so dass wir nicht, wie geplant, nochmal zu den Schlosslichtspielen gingen.

Lauschige Parks …
… Pflaster-Kunst …
… und kuschelige Miezen

Zurück aus Lemuria

Quelle: Perrypedia

Seit ich 2013 angefangen habe, die Silberbände zu lesen, bin ich leider noch nicht so weit gekommen, wie ich gehofft habe. Gut, ich habe auch die Taschenbücher des Plophos-Zyklus gelesen, der bekanntlich nicht in den Silberbänden enthalten ist, aber durch manchen Silberband habe ich mich regelrecht quälen müssen. Ich denke dabei an die Bände über die Hohlwelt Horror oder über die Mobys.

Diese Woche habe ich Band 30 ausgelesen und das war mal wieder ein Silberband, der mich richtig begeistert hat. In »Bezwinger der Zeit« kehren Perry Rhodan und die Crew der Crest III aus der Vergangenheit zurück. Im Anschluss müssen sie einen geheimen Angriff der Meister der Insel auf die Erde abwehren. Das war sehr spannend.

Was mich an dem Roman aber besonders angesprochen hat, war der innenpolitische Konflikt um Perry Rhodan in seiner Rolle als Administrator. Die Heimtücke der MdI zielt darauf ab, das Solare Imperium zu destabilisieren und Rhodan politisch in Bedrängnis zu bringen. Am Ende steht sogar die Vernichtung der Erde als Ziel. Natürlich kommen Rhodan und die Terraner davon. Was sie nicht nur den Mutanten, sondern auch einigen exzentrischen Mitgliedern der Solaren Abwehr zu verdanken haben.

Amüsant fand ich die Handlungsebene um den Matten-Willy, der nichts unversucht lässt, um Perry Rhodan zu helfen. Auch wenn er dabei mehr Glück als Verstand beweist. Das war für einen Roman der EA aus dieser Zeit eine ungewöhnlich Charakterbezogene Geschichte.

Sehr schön! Wenn der nächste Silberband auch so spannend ist, schaffe ich es vielleicht doch noch meinen Mann einzuholen. Der ist nämlich schon bei Band 41.

Quiz, Geschenke und Trekkies

Tolle Preise zu gewinnen

Am vergangenen Freitag war es wieder soweit. Das obligatorische Weihnachtstrekdinner der Star Trek-Fans aus München und Umgebung stand an. Wie immer waren richtig viele Leute gekommen. Auch einige, die ich noch nicht kannte.

Es gab wieder ein Quiz mit vielen tollen Preisen. Daniel hatte sich in diesem Jahr als Quizmaster gemeldet und ein ordentliches Quiz auf die Beine gestellt. Auch wenn sich ein paar kleine Fehler eingeschlichen hatten und die Frage zum Alien-Film definitiv zu stark gewichtet war. Jedenfalls haben dieses Mal die Besucher aus Hamburg gewonnen und nicht wir. Worüber ich einigermaßen froh war. Sonst hätten wir uns wieder unzufriedene Bemerkungen anhören müssen. Mein Vorschlag ans Veranstaltungsteam: Macht nächstes Jahr mal eine Tombola, da fühlt sich keiner auf den Schlips getreten.

Wir haben in unserer Ecke angeregt mit Alfred, Julia und Elisabeth geplaudert und dabei hervorragend getafelt. Der Koch vom Restaurant-Bar Portugal hat wieder leckere Gerichte gezaubert. Ich hatte die Tagliatelle mit Gambas und meine bessere Hälfte das Putensteak in Madeirasoße. Zum Abschluss haben wir uns noch zwei Pastei de Nata gegönnt. Schließlich ist das ein traditionelles Weihnachtsgebäck. Wir hätten dieses Mal sogar einen der Cocktails probieren können, weil wir ganz entspannt mit dem Zug angereist waren.

Die Zugfahrt (plus Parkgebühren am Bahnhof) kostet zwar das Dreifache, als wenn wir mit dem Auto fahren. Dafür spart man sich die leidige Parkplatzsuche, die ständigen Staus auf der A8 und als Bonus hat man Gelegenheit zum Lesen. Weshalb ich den NEO von Rainer Schorm schon zwei Tage nach Erscheinen besprechen konnte.

Auf der Rückfahrt fragte tatsächlich einer im Zug, ob wir für eine Weltraumbehörde arbeiten, weil wir unsere Star Trek-Uniformen trugen. Besonders der Enterprise-Overall von meinem Mann, kommt so einem Astronauten-Overall ziemlich nahe. Das fand ich witzig.

Fazit: Es war ein schöner Abend, auch wenn wir wegen des ungünstigen Fahrplans schon vor 22 Uhr gehen mussten.

In Sandras Blog gibt es noch ein paar Bilder vom Event. Man beachte bitte mein Weihnachtsmützchen.

Orangen-Glühwein und Weihnachtskäufe

Meine neue Kuh

Ich bin kein großer Freund von Menschenansammlungen, auch wenn ich mich (dank meines Aufenthaltes in NYC) recht souverän und flink hindurch bewegen kann. Wie mir auch mein Schwager gestern bescheinigte, als wir den Ulmer Weihnachtsmarkt besuchten.

So ein großer Weihnachtsmarkt am Fuße des höchsten Kirchturms der Welt ist schon beeindruckend. Das letzte Mal waren wir 2008 hier und mein Mann scheuchte mich bei Minusgraden bis in die Kirchturmspitze. Gestern ließen wir es geruhsamer angehen. Vielleicht ein Zeichen, dass wir älter werden oder einfach nur, weil es ziemlich windig war. Dafür machte ich viele stimmungsvolle Fotos. Zwar tröpfelte es hin und wieder vom Himmel, aber davon ließen sich weder wir, noch die tausenden Menschen auf dem Markt irritieren.

Eigentlich wollte ich nichts kaufen, aber gleich nachdem wir den Markt betreten hatte … war da der Stand mit den Kuhfell-Taschen. Schlagartig war es um mich geschehen. Mein Mann grinste schon. (Er kennt halt die Kuhfell-Macke seiner Frau.) Ich muss dazu sagen, dass ich schon seit einer Weile nach einer neuen Aktentasche suche, und schon kurz davor stand, mir eine von diesen Taschen aus LKW-Plane zu bestellen. Doch dann stand ich gestern vor der Auslage, sah die Filztaschen mit den wechselbaren Klappen in allerlei buntem Kuhfell und war schockverliebt. Der Preis war allerdings preisverdächtig. Ich sage hier lieber nicht, was eine der Taschen kosten sollte. Ich nahm einen Flyer des Herstellers mit und sagte dem Verkäufer, dass ich es mir überlegen würde.

Wir spazierten eine ganze Stunde über den Markt, wärmten uns an Orangen-Glühwein und Punsch und aßen ein leckeres Ulmer Ofenbrot. Wir bestaunten die Dampflok im Märchenwald und die Stände mit ausgefallenem Kunsthandwerk. Ich biss in eine mit Schokolade überzogene Chilischote und kaufte ein neues Küchenmesser. Als wir dann gehen wollten, hatte ich mich entschieden. Ich würde so eine Tasche mitnehmen, auch wenn sie ein kleines Vermögen kostet. Meine letzte Handtasche hatte ich vor ewigen Zeiten in Traunstein gekauft. Das muss so 2011 gewesen sein. Nach sieben Jahren war es an der Zeit, sich wieder etwas Neues zu gönnen. Obwohl ich ja das Klischee mit den Frauen und den Handtaschen nicht mag.

Zumindest ist es ein echtes Einzelstück, was ich erwarb, von einer Ulmer Künstlerin die jedes Stück in Handarbeit fertigt. Da zahle ich den Preis gern, weil ich weiß, wie viel Arbeit darin steckt.

Hier die Impressionen vom Ulmer Weihnachtsmarkt:

Arbeitsreiche Urlaubswoche

Wer macht den sowas?

Ich bin völlig fertig. Vier Tage Wohnung streichen, ein Tag Küche abbauen und dabei feststellen, dass die Wand nicht komplett gefliest ist. Also in den Baumarkt rennen, Fliesen und Kleber kaufen und auch noch die Wand fliesen. Zum Glück bin ich Tochter eines Fliesenlegers und habe schon als Kind zugesehen, wie das geht. Am Montag kommt der Elektriker und verlegt noch zwei Steckdosen in der Küche und einen Kabelanschluss im Hobbyraum, damit wir dort auch Fernsehen können. Dann heißt es Regale bauen und Möbel schleppen.

Es ist erstaunlich, was man in einer Woche so alles schaffen kann, wenn man sich reinhängt. Dabei waren wir nur zu dritt – mein Mann, mein Schwiegervater und ich. Hilfe hatten wir nur, als es daran ging, die sperrige Arbeitsplatte aus der alten Küche über den Balkon nach draußen zu hieven. Nach sieben Zimmern weiß ich jetzt, dass ich perfekt im Abkleben von Türen, Fenstern und Sockelleisten bin. Mein Mann rannte die ganze Zeit mit der Spachtel und der Farbrolle durch die Gegend, während mein Schwiegervater für die Ecken und Kanten zuständig war. Ich habe auch ab und zu mal den Pinsel geschwungen und die vergessenen Stellen nachgestrichen. Zum Glück deckte die Farbe gleich, obwohl alle Wände farbig gestrichen waren. Insgesamt haben wir fünfeinhalb Eimer Farbe verstrichen.

Den Küchenabbau brachten wir auch gut über die Runden. Ich habe alle Schränke nummeriert und die Löcher in der Wand dokumentiert, damit sie in unserer bisherigen Wohnung wieder aufgebaut werden kann. Das muss aber der neue Besitzer machen. Das mit den fehlenden Fliesen war natürlich eine höchst unerwartete Überraschung. Wer denkt sich denn, dass die Wand nicht bis zum Ende gefliest ist und sie vier Zentimeter hinter dem Schrank aufhören. Selbstverständlich gab es die Fliesen nicht mehr im Baumarkt. 20 x 20 Fliesen sind schon seit Jahren out. Heute gibt es nur noch diese riesigen Fliesen. Als Alternative haben wir jetzt drei 20 x 50 Fliesen genommen. Es kommt ein schmaler Schrank davor, so dass es nicht auffällt.

Und wir mussten die Steckdosen und Schalter auswechseln, weil sie schon ziemlich vergilbt und teilweise auch gebrochen waren. Bloß habe ich von dem neuen Schalterprogramm zu wenig Steckdosen und Rahmen bestellt, weil einige der Dosen erst nach dem Abbau der Küche zutage gekommen sind. Bei einem Blick ins Internet habe ich dann festgestellt, dass die Steckdosen und Schalter bei Amazon mit Mehrwertsteuer weniger kosten, als wenn ich sie über die Firma beim Großhandel bestelle. Unglaublich!

Wenn alles fertig ist, haben wir jedenfalls sehr viel mehr Platz. Wir freuen uns schon darauf, alles einzurichten.

Home Sweet Home

Seit heute ist es amtlich und endlich kann ich auch darüber bloggen. Weil nach dem Desaster vom vergangenen Jahr mit dem missglückten Hauskauf, habe ich mir das ehrlich gesagt nicht getraut. Aber jetzt ist alles gut verlaufen und in sicheren Tüchern.

Wovon ich rede? Wir haben eine neue Wohnung gekauft und ziehen demnächst um. Ergeben hat sich das Ganze vor ein paar Wochen bei einem Schwatz mit unserer Hausmeisterin. Die erzählte mir, dass im Nachbarhaus eine Wohnung zum Verkauf steht. Ich habe sofort meinen Mann angerufen. Er hat das Angebot bei der Sparkasse auch schnell entdeckt und sich vormerken lassen. Zuerst hieß es, die Wohnung wäre schon reserviert, aber dann ist der Interessent doch abgesprungen und wir durften sie besichtigen. Wir haben uns sofort dafür entschieden, weil es mehrere große Vorteile hat. Zum Einen: es ist in etwa unsere Wohnung nur mit einem Zimmer mehr. Zum Zweiten: befindet sie sich im baugleichen Nachbarhaus, was den Umzug erheblich erleichtert. Wir benötigen keinen Möbelwagen und brauchen unsere Sachen einfach nur die 15 Meter rübertragen. Zum Dritten: bei unsere Adresse ändert sich einzig der Zusatz zur Hausnummer. Und Viertens: wir behalten unseren Tiefgaragenstellplatz.

Wir ziehen nur vom Erdgeschoß in den ersten Stock, aber das ist zu verkraften. Statt einer großen Terrasse haben wir jetzt zwei Balkons. Das ist auch nicht schlecht. Vor allem haben wir endlich genügend Platz für unsere Hobbys. Ich meine, 200 Raumschiffe und gefühlt eine Millionen Perlen brauchen eben Raum. Von den Büchern und DVDs bzw. BluRays ganz zu schweigen. Die Räume in der neuen Wohnung (blau) sind sehr viel großzügiger als in unserer alten (gelb, gleicher Schnitt nur mit Terrasse). Sogar die Küche ist vom Raum her identisch, so dass wir unsere Spaceküche einfach nur abbauen und wieder aufbauen brauchen.

Unsere alte Wohnung werden wir verkaufen, um die neue bezahlen zu können. Wie schon erwähnt, sind die Immobilienpreise in Waging sehr hoch. Wir hoffen, dass wir für unsere Wohnung den gewünschten Preis bekommen, so dass wir den Kredit schnell abzahlen können. Aber zumindest ist die Finanzierung überschaubar. Was ich in Zeiten wie diesen besonders wichtig finde.

Jetzt sind wir am Planen und Packen. Außerdem kommen regelmäßig Interessenten, die sich unsere Wohnung anschauen möchten. Und auch das ist ein Grund, warum ich in den vergangenen Wochen hin und wieder mal keine Zeit zum Bloggen hatte. Das kann in der nächsten Zeit noch häufiger passieren, weil ab September starten die Renovierungs- und Umzugsarbeiten.

Von kleinen und großen Chilipflanzen

Die Babychilis sind gewachsen.

Im April berichtete ich hier von meinem Versuch Sämlinge einer Chilipflanze zu vermehren. Es hat geklappt. Auch wenn nur drei Pflanzen durchgekommen sind.

Ich muss gestehen, dass ich nicht erwartete hatte, dass es so lange dauert. Aber die kleinen Pflänzchen haben einige Zeit gebraucht, um sich zu entwickeln. Zwischenzeitlich sah es so aus, als würde gar keine durchkommen. Doch dann pflanzte mein Mann sie kurzerhand in einen großen Topf um und siehe da, es regte sich was. Inzwischen zeigen sich die ersten Blüten, womit ich eigentlich in diesem Jahr nicht mehr gerechnet habe. Aber das liegt vielleicht daran, das sich mein Mann um die Pflanzen kümmert. Er hat einfach mehr Geschick darin. Deshalb sieht unsere Terrasse zur Zeit aus wie eine grüne Hölle, mit all den Kartoffeln, Tomaten, Kräutern und dem Weinstock, der sogar schon Trauben trägt.

Heute Morgen beim Frühstück entpuppten sich dann, die Früchte einer von meinem Mann als Gemüsepaprika gekauften Pflanze, als ziemlich scharf, um nicht zu sagen höllisch scharf. Wobei wir also jetzt nicht nur kleine Chilischoten ernten können, sondern auch große. Da können wir im Winter jede Menge Chili con Carne kochen.

Nun müssen wir die Pflanzen nur noch über den Winter bekommen. Das wird die nächste Herausforderung.