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Inside MADDRAX

MADDRAX 475

Dieses hübsche Romanheft trudelte dieser Tage bei mir ein. Etwas verspätet zwar, aber ich habe mich trotzdem darüber gefreut.

Der Roman wurde von Ben Calvin Hary verfasst, der inzwischen schon den nächsten Roman abgeliefert hat. Durch Ben bekomme ich hin und wieder die Gelegenheit in die Romanserie MADDRAX hinein zu schnuppern. Die apokalyptische Welt von Matthew Drax ist eigentlich nicht so mein Ding, obwohl es sich um eine Science-Fiction-Serie handelt. Ich bin kein großer Fan von Dystopien, weshalb mich die Handlung von MADDRAX nicht richtig anspricht.

Warum ich die Romane von Ben dennoch lese, liegt schlicht daran, dass ich als Testleserin fungiere. Der Autor bezeichnet mich gern als »Bluthund« oder »Endgegnerin«, weil ich streng und unnachgiebig alles ankreide, was mir am Roman missfällt, oder wo ich ein Plothole vermute. Natürlich ist vieles davon Geschmacksache. Ich vertraue dem Autor dahingehend, dass er nur das übernimmt, was ihn überzeugt. Weshalb ich mich immer freue, wenn ich im Belegexemplar den einen oder anderen Vorschlag von mir umgesetzt wiederfinde.

Ich bin gern Testleser, weil ich dabei viel über mich selbst und für mein eigenes Schreiben lernen kann. Ich wünschte mir nur, dass ich etwas mehr Zeit bekäme. Meist erreicht mich das Manuskript erst kurz vor Abgabetermin und dann ist Schnelligkeit gefragt. In dem Fall kann ich es leider nicht so sorgfältig überarbeiten, wie ich gern möchte. Aber wenn ich das Heft dann in der Hand halte, macht es mich stolz einen kleinen Beitrag dazu geleistet zu haben.

Die zehn Gesänge

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 177 – »Die Kavernen von Impos« von Oliver Plaschka

Während Perry Rhodan und die Eisbrecher auf der Oberfläche noch immer die Angriffe der Hornschreckwürmer abwehren müssen, erforschen Eric Leyden, Icho Tolot und Tuire Sitareh die Unterwelt des Mondes Impos. Dabei stoßen sie auf eine Kontrollstation der Memeter. Mit jener Technik könnte das drohende Erwachen des Suprahets aufgehalten werden, doch die Installationen sind an vielen Stellen zerstört. Leyden beweist Mut als er sich in eine gefährliche Situation begibt, um einen Teil der Anlage wieder in Gang zu setzen. Aber es wartet noch eine weitere Überraschung in den Tiefen des Mondes. Eine Gruppe Blues ist vor vielen Jahrtausenden abgestürzt. Drei Überlebende konnten sich in Schlafkapseln über die Zeit hinweg retten und bekommen Hilfe durch die Menschen. Die FERNAO soll nach Apas aufbrechen, um die gefundenen Blues nach Hause zu bringen und um das Enzym Katlyk zu besorgen, das zur Befreiung der Arche benötigt wird.

Die Expedition durch den Untergrund von Impos beschreibt Oliver Plaschka mit viel Fantasie. Das Menschliche seiner Figuren steht dabei im Vordergrund. Ausführliche Technikbeschreibungen oder ausschweifende Actionszenen sucht man in seinen Romanen vergebens. Sie fehlen aber auch nicht. Er bezieht Spannung aus dem Zusammenspiel der Figuren und das ist oft schwieriger als ein gut geschilderter Zweikampf. So gehört der kurze Dialog zwischen Perry Rhodan und Mama Suk zum besten, was ich bisher bei NEO gelesen habe. In wenigen Absätzen charakterisiert der Autor die Figur der alten Vietnamesin besser, als alle Autoren in den Romanen zuvor.

Neben Kai Hirdt gehört Oliver Plaschka zu jenen NEO-Autoren, die Eric Leyden am intensivsten Leben einhauchen. Dabei ist gerade bei solch einer Figur der Grat besonders schmal, zwischen ernsthafter Charakterisierung und dem Abgleiten in Klischees. Sein Leyden ist glaubwürdig und bleibt trotz seiner Exzentrik liebenswert.

Jeder NEO-Roman des Autors wies bisher eine Besonderheit auf, bei »Die Kavernen von Impos« ist es eine ungewöhnliches Erzählweise. Die Geschichte der gestrandeten Blues erzählt der Autor nämlich rückwärts. Ich fand das ungeheuer faszinierend. Obwohl man wusste, was mit ihnen geschieht, war es doch spannend zu erfahren, wie sie dorthin gekommen sind und vor allem warum. Dabei gelingt es Oliver Plaschka wie schon Rainer Schorm in Band 175, die Außerirdischen in ihrem Kampf ums Überleben plastisch zu schildern und Mitgefühl für sie zu wecken. Die Kapitelüberschriften deuten auf eine Charakteristik der Blues hin, bei denen der Gesang ein wichtiger Teil ihres Lebens ist. Es ist vor allem dieser Handlungsstrang, der dem Roman seinen Reiz verleiht.

Die Staffelhandlung bringt er dagegen kaum voran, liefert aber zumindest ein befriedigendes Ende des Impos-Szenarios. Die Bedrohung durch die Hornschreckwürmer und die hyperphysikalischen Effekte im Ovi-System können vorerst eingedämmt werden. So dass die MAGELLAN den Planeten anfliegen und die Gestrandeten an Bord nehmen kann. Wobei noch zu klären ist, was mit der AVEDANA-NAU und den 11 Milliarden Menschen passieren soll. Ganz ehrlich, es wurde auch langsam Zeit für einen Schauplatzwechsel. So spannend das Ovi-System auch sein mag, aber nach drei Romanen bestand die Gefahr, dass sich die Handlung wiederholte.

Mit »Die Kavernen von Impos« zeigt Oliver Plaschka erneut, das ausgefeilte Figurenzeichnung, ein harmonischer Plot und ein außergewöhnlicher Handlungstwist die Qualität eines Romans ausmachen. Da spielt es auch keine große Rolle, dass der Staffelfortgang dahinter zurücksteht.

Nobelpreis und Industriespionage

Quelle: Amazon

»Der Nobelpreis« von Andreas Eschbach

Ganz ohne Zweifel, es ist ein echter Eschbach, komplett mit einem Ende, das jeden unvorbereiteteten Leser, wahrscheinlich die Schuhe ausziehen wird.

Da ich, durch eine Bemerkung von Kathrin Lange, wusste, dass der Roman einen unvorhergesehenen Ausgang nimmt, war es für mich nicht so überraschend. Irgendwie hatte ich immer im Hinterkopf, dass da was nicht stimmen kann. Vielleicht wäre das nicht passiert, wenn mir ihre Bemerkung auf der Eschbachtagung in Wolfenbüttel nicht im Gedächtnis geblieben wäre.

Der Roman endet jedenfalls nicht so, wie man sich das zunächst denkt. Weswegen ich hier auch nicht ins Detail gehen möchte. Nur so viel, es ist ein Thriller, in dem es um Spionage und Einbruch geht und in dem man als Leser eine Menge über die Nobelpreisverleihung und die Wirkung von Hormonen auf das menschlichen Gehirn lernt. Außerdem erfährt man mehr über das Knacken von Schlössern und das Umgehen von Sicherheitsvorkehrungen, als einem lieb sein kann.

Ungemein spannend jagt der Autor seinen Protagonisten durch die Handlung und zieht den Leser gleichsam mit. Er führt aber beide auch reichlich an der Nase herum, was den Roman noch interessanter macht. Ich persönlich hatte am Anfang ein Problem mit dem plötzlichen Wechsel des Protagonisten. Gerade als ich mich eingelesen hatte und dem spannenden Leben von Hans-Olof Anderson folgte, taucht in Kapitel 16 plötzlich sein Schwager Gunnar Forsberg als Ich-Erzähler auf. Das fand ich im ersten Moment ziemlich irritierend. Erst zum Schluss wird klar, warum der Autor das so und nicht anders schreiben konnte.

»Der Nobelpreis« ist ein wendungsreicher Thriller, der mit viel Detailwissen zu unterschiedlichen Fachgebieten auftrumpft und in dem jede der unzähligen Plotwendungen aufwendig vorbereitet und durchgeführt wird. Allein die Recherchen für den Roman müssen Monate in Anspruch genommen haben. Eine Leistung, die Bewunderung verdient und dem Roman eine regelrechte Sogwirkung verleiht. Ich konnte ihn jedenfalls nur sehr schwer aus der Hand legen.

Der Thriller erschien bereits 2007 hat aber angesichts des diesjährigen Skandals um den Literaturnobelpreis nicht an Aktualität eingebüßt. Wieder etwas, das Andreas Eschbach vorausgesehen hat.

Der Roman ist bei allen Onlinehändlern und im Buchhandel (auf Bestellung) erhältlich.

Kampf gegen die Schreckwürmer

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 176 – »Arche der Schläfer« von Madeleine Puljic

Perry Rhodan hat die Arche mit der vermissten Menschheit gefunden, doch sie wird von Hornschreckwürmern bedroht. Die aus dem Kreell hervorgegangenen Bestien saugen nicht nur jegliche Energie ins Creaversum ab, sondern stürzen sich auf alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Rhodan und die erwachten Schläfer aus der Arche führen einen fast aussichtslosen Kampf gegen die Angreifer. Derweil wird das Schiff immer mehr mit Kreell zugedeckt, das sich verfestigt. Wenn es nicht bald von Impos startet, werden Milliarden Menschen im Kreell gefangen sein.
Rhodan, Tolot, Leyden und Sitareh versuchen die Zentrale des Riesenschiffes zu erreichen, um die Memeter zu wecken, damit die AVEDANA-NAU den Mond verlassen kann. Das Vorhaben schlägt fehl, weil niemand weiß, wie die Schafkapseln zu öffnen sind. Eine weitere Frage treibt Rhodan um: ist den Vorfahren der Menschen überhaupt zu trauen? Der Journalist Ambrose Escher berichtet von seinen Erlebnissen als Prophet der Memeter und von ihren wahren Absichten.
Erst als es Icho Tolot gelingt, zur DOLAN zurückzukehren und Schirm-Emitter für das Riesenschiff herzustellen, können die Hornschreckwürmer abgehalten werden. Die Menschen bekommen eine kurze Verschnaufpause, bevor sie ins Innere des Mondes Impos vordringen müssen, um das Rätsel des Creaversums zu lösen.

Eigentlich müsste der Titel des Romans »Kampf gegen die Hornschreckwürmer« heißen, weil es von der ersten bis zur letzten Seite nur darum geht. Das ist von Madeleine Puljic spannend geschrieben, abwechslungsreich und immer scheinbar ausweglos. Aber … es funktioniert nicht. Zumindest nicht im Fall von Rhodan und seinen Begleitern. Da man als Leser weiß, dass die Serie weitergeht, und man den Protektor schlecht mittendrin umbringen kann, geht die Spannung verloren. So wartete ich immer darauf, dass die Kämpferei endlich mal zu Ende ist und sich das Team jener vorrangigen Aufgabe annimmt, die 11 Milliarden Menschen zu retten. Doch das passiert nicht, bzw. nicht in dem Maße, weil sie ständig die Bedrohung durch die Hornschreckwürmer abzuwehren haben. Es hätte funktioniert, wenn die Nebencharaktere den Kampf ausgefochten hätten, wenn man jederzeit damit hätte rechnen müssen, dass einer von ihnen stirbt. So bleiben gut ausgearbeitete Kampfszenen, vor denen ich meiner Hochachtung Ausdruck verleihe, weil das für die meisten Autoren für eine große Herausforderung darstellt. Madeleine Puljic meistert sie mit Bravour und hätte mit den richtigen Protagonisten einen genialen Pageturner gelandet.

So richtig voran bringt der Roman die Zyklus-Handlung nicht, abgesehen von ein paar neuen Informationen über die Memeter, die von Ambrose Escher geliefert werden. Der Mann wurde ohne seinen Willen von den Memetern als Werkzeug benutzt, um die Menschen auf die Arche zu treiben. Unverständlich ist mir, warum keiner seiner Leidensgenossen an Bord der AVEDANA-NAU ihm glaubt. Es müsste doch klar sein, dass sich ein Mann wie Escher nicht von einer höheren Autorität einfach so bekehren lässt.

Ebenfalls unklar ist nach wie vor die Situation um die Memeter. Die Arche ist gestrandet. Warum haben sich die Memeter in Schlafkapseln zurückgezogen und nicht versucht, das Schiff wieder flottzumachen? Konnten sie nicht, oder wollten sie nicht? Eine Frage, die sich Rhodan stellen sollte. Denn selbst wenn er die Memeter aufwecken könnte, wären sie überhaupt in der Lage die Arche wieder flugtauglich zu machen? Man darf gespannt sein, wie die Expokraten das auflösen werden.

»Arche der Schläfer« ist ein kurzweiliger Roman, der das Können der Autorin in den Fokus setzt, aber leider nur wenige Details zur Zyklushandlung beiträgt. Der Roman bekommt trotzdem von mir das Prädikat lesenswert.

Trisomie und Gott

Quelle: Amazon

Was haben Trisomie 21 und Gott miteinander zutun? Zunächst einmal nichts. Dennoch hat Dirk Bernemann beides in seinem Roman »Trisomie ich dir« auf sensible aber auch brachiale Weise miteinander zu einer Geschichte verknüpft.

Auf der einen Seite sind Roy, ein junger Mann mit Downsyndrom, Solveig, eine jungen Frau, die zwar hübsch aber ungeliebt ist und Ingeborg, die feststellt, dass sie ihr ganzes Leben an ihren Mann vergeudet hat. Auf der anderen Seite ist Gott, der sich die drei Existenzen betrachtet und zu dem Schluss kommt, das die kaputte Welt einen Jesus 2.0 braucht.

Es gibt Bücher, die sind wie Delikatessen. So rar und köstlich, das man sie nicht wie Fastfood in sich hineinlesen darf. Solche Bücher müssen genossen, ja, zelebriert werden. Die Romane von Dirk Bernemann gehören eindeutig dazu. Ich habe mir bei der Lektüre viel Zeit gelassen, immer nur mal einen Happen gelesen. Weshalb ich für die nur 188 Seiten dann doch einen Monat brauchte.

Der Autor verschafft seinen Lesern tiefe Einblicke in die Psyche seiner Protagonisten, dabei bleibt er aber auffallend auktorial. Roy ist ein junger Mann und möchte als solcher behandelt werden, doch die Welt da draußen sieht in ihm nur ein Kind oder eben einen Behinderten. Das er nicht spricht/nicht sprechen will, ist dabei besonders tragisch. Und so stolpert Roy durch eine Welt ohne Liebe. Als er Solveig trifft, setzt das in ihm etwas in Bewegung, das am Ende zu einer Katastrophe führen wird. Solveig dagegen hat das normale Leben, was Roy sich wünscht und ist dennoch unglücklich. Mit einem Praktikum in einer Behindertenwerkstatt will sie ihr Leben in Schwung bringen, aber das deprimiert sie bis zum Absturz. Ingeborg hat ihr Leben hinter sich, sie widmet sich der Pflege ihres Mannes Hermann, der vor kurzem einen Schlaganfall erlitten hat. Als Hermann stirbt, fällt sie in ein tiefes Loch und findet in Roy einen scheinbar dankbaren Zuhörer.

Wie gut es Bernemann gelingt, einzelne Schicksale zu einer Geschichte zu verknüpfen, hat er in seinen Romanen über die kotzende Unschuld gezeigt. »Trisomie ich Dir« funktioniert etwas anders, aber nicht weniger überraschend. Bewundernswert ist auch hier die sprachliche Ebene. In Sätze und Wortschöpfungen, die eigentlich nicht funktionieren dürften, erzählt er von der Grausamkeit des Lebens. Das ist aufwühlend, abstoßend und doch so fesselnd und ehrlich, dass man nicht davon ablassen kann. Und wie in vielen seiner Romane kommt der Autor ohne wörtliche Rede aus und man bemerkt es nicht einmal.

Dirk Bernemann hat sich ganz mutig einem Thema genähert, das umstritten ist. Kann ich als Nichtbehinderter über einen Behinderten schreiben? Für mich waren seine Charakterisierung glaubhaft und die auktoriale Perspektive, die der Autor dabei verwendet, halte ich für eine gute Herangehensweise. Wieder ein Bernemann der von mir das Prädikat besonders wertvoll erhält.

Das Hardcover erschien bereits 2011 im Unsichtbar Verlag, als Taschenbuchausgabe von 2013 und E-Book ist es noch bei vielen Onlinehändlern erhältlich.

Auf dem Eisplaneten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 175 – »Der Moloch« von Rainer Schorm

Die MAGELLAN stößt in Droo Karuuhm auf ein konstruiertes Sonnensystem, das viele Merkwürdigkeiten aufweist und für Raumschiffe nicht ungefährlich ist. Mit der DOLAN gehen Perry Rhodan, Icho Tolot, Tuire Sitareh und Eric Leyden einem Impuls nach und landen hart auf einem Eisplaneten. Dort entdecken sie nicht nur ein überdimensionales Physiotron, dessen Wächter ihnen eine beunruhigende Botschaft mit auf den Weg gibt, sondern sie finden auch die AVEDANA-NAU, die Memeterarche mit den 11 Milliarden verschollenen Terranern.
Fünf Menschen und ein Memeter erwachen aus den Schlafkapseln der AVEDANA-NAU. Das Schiff ist gestrandet und größtenteils funktionsuntüchtig. Der Memeter, ein kleiner Techniker, hat nur eingeschränkten Zugriff auf die Schiffspositronik. Zusammen mit den Menschen gelingt es ihm, einige Vorratslager zu öffnen und Waffen herzustellen, um sich gegen die Bohrschredden, ein gefährliches »Ungeziefer«, zu verteidigen.
Der Tentra Herxxell überlebt als einziger den Absturz seines Raumschiffes und schlägt sich auf der Eiswelt bis zum Wrack der AVEDANA-NAU durch. Hier wird er von den Menschen aufgenommen und kämpft die nächsten Jahre mit ihnen gemeinsam ums Überleben.

Rainer Schorm teilt den Plot in drei zunächst unabhängige Handlungsstränge, die er am Ende harmonisch zusammenfügt. Das ist spannend und klug umgesetzt. Wobei mich besonders die Geschichte um den Blues Herxxell und seinen tierischen Begleiter Slam fasziniert hat. In die Wandlung vom verwöhnten Muttersöhnchen zum geläuterten Schiffbrüchigen hat der Autor viel Mühe investiert und die Gefühlswelt des Außerirdischen mir als Leser gut nahegebracht.

Auch die Truppe um Perry Rhodan stolpert auf der Eiswelt Impos (Eric Leyden konnte sich nicht zurückhalten) von einem Wunder ins nächste. Das der Wächter ein Konglomerat aus mehreren Memeter-Bewusstseinen ist, die sich von den Memetern distanzieren, darauf konnte nur ein Eric Leyden kommen, denn es es gibt kaum Hinweise, die diese Theorie stützen. Die reichlich kryptische Botschaft des Wächters hat mich allerdings mehr verwirrt, als das sie mir die Augen geöffnet hat. Wir haben also mit zwei Gruppen von Memetern zu tun, die einen die eine universelle Katastrophe verhindern möchten, es aber nicht können und die anderen die … ja was eigentlich. Noch ist nicht klar, was die Memeter mit der Entführung der Menschheit im Sinn haben. Ich hoffe, dass dies in den nächsten Romanen aufgeklärt wird.

So gar nicht klar kam ich mit der AVEDANA-NAU. Die Handlung orientiert sich ein wenig an dem Film »Passengers« und ist nicht unspannend, aber ich hatte dabei immer die Schiffsdimensionen im Hinterkopf. Ein Raumschiff von zwölf Kilometern Länge macht eine Bruchlandung auf dem Planeten und bricht dabei nicht auseinander? Man stelle sich ein zwölf Kilometer langes Gebäude vor, dessen Statik schon im Ruhezustand enormen Belastungen ausgesetzt sein müsste. Da die Schiffsysteme der Arche ausgefallen zu sein scheinen, existieren anscheinend auch keine stabilisierenden Kraft- und Antigrav-Felder mehr – zumindest wird dies nicht angesprochen. Egal wie stabil die Schiffshülle ist, der Schwerkraft und vor allem den Kreellablagerungen kann sie auf Dauer nicht trotzen. Ich möchte gar nicht wissen, wie das Schiff wieder in den Weltraum gebracht werden soll. Dazu müssen die Expokraten ganz tief in die Trickkiste greifen und das sollte eigentlich nicht so sein. Auch die handelnden Charaktere bleiben mir bis zum Schluss rätselhaft. Wieso gibt es bei den hochentwickelten Memetern niedrige Ränge? Das zeugt mir nicht von großer intellektueller Reife, schließlich sollte die Funktion eines Schiffs in Extremsituationen auch von einzelnen Personen gesteuert werden können. Wozu braucht es eine Figur wie Mama Suk, und in welcher Beziehung steht die alte Frau zu dem Journalisten? Fragen, auf die ich in den nächsten Bänden hoffentlich eine Antwort komme.

»Der Moloch« ist ein guter Roman von Rainer Schorm, der zumindest in einem Handlungsstrang bewiesen hat, dass er nicht nur über Technik schreiben kann, sondern auch eine intensive Figurencharakterisierung abzuliefern vermag. Die Physik wird wieder einmal bis aufs Äußerste gedehnt, was mich persönlich nicht so richtig überzeugen konnte. Für die Handlungsentwicklung des Zyklus‘ und der Serie ist der Roman aber durchaus wichtig und lesenswert.

Danke BA!

Broschüre zur ersten Andreas-Eschbach-Tagung

Im vergangen September fand die erste Andreas-Eschbach-Tagung an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel statt. Ich berichtete hier , hier und hier bereits darüber. Außerdem erschien im Magazin phantastisch! (69) ein sechsseitiger Bericht von mir über die Tagung. Olaf Kutzmutz hatte schon während der Tagung angekündigt, dass es eine Publikation geben würde, die alle Vorträge enthalten sollte. Dieser Tage ist die Broschüre nun erschienen.

Selbstverständlich habe ich mir das kleine Taschenbuch sogleich bestellt. Es enthält, bis auf einen, alle Redebeiträge, die während der Tagung gehalten wurden sowie das Interview zwischen Olaf Kutzmutz und Andreas Eschbach vom Sonntagabend. Ergänzt werden die Vortragstexte – von Wulf Dorn, Burkhard Spinnen, Klaus N. Frick, Kathrin Lange und Leonhard Koppelmann – durch Texte von Andreas Eschbach in denen er über das Lesen und Schreiben philosophiert sowie einen fiktiven Rückblick auf das Jahr 2002 aus dem Jahr 2050.

Gestern Abend nahm ich das Buch zur Hand, nur um darin zu blättern. Bald schon war ich wieder in Wolfenbüttel, saß im Vortragsraum der Schünemannschen Mühle und hörte den Stimmen zu, die über Andreas Eschbach dozierten. Der Autor saß schräg vor mir und dem verstohlenen Lächeln auf seinem Gesicht war zu entnehmen, dass er sich gut zu amüsieren schien. Die Lektüre war wie eine kleine Zeitreise.

Der Vortrag, der mich nach wie vor am meisten beeindruckt hat, steht auch im Buch an erster Stelle. Wulf Dorns Ausführungen zum Roman »Ausgebrannt« zu lauschen, war ein besonderes Erlebnis, das mich nachhaltig geprägt hat. Merke: Nicht nur ein Buch kann dein Leben verändern, sondern auch ein Vortrag.

Wenige Fotos illustrieren die Broschüre. Auf zweien ist sogar meine Freundin Sandra zu sehen, und auf einem bin ich auch zu sehen, wenn auch von meiner Hand verdeckt. Man merkt, ich bin ziemlich stolz darauf, dabei gewesen zu sein.

Von dieser Stelle nochmals vielen Dank an die Bundesakademie, die die Veranstaltung und diese Publikation möglich gemacht hat. Dem Ideengeber und Veranstaltungsleiter Olaf Kutzmutz kann ich nur immer wieder ein »Danke, Olaf!« zurufen. Sollte es in Zukunft ähnliche Veranstaltungen geben, bin ich sicher wieder dabei.

Die Broschüre »Danke, Jesus!« – Andreas Eschbachs fantastische Welten kann direkt auf der Internetseite der Bundesakademie bestellt werden. Es lohnt sich.

Ein halber Con ist besser als gar kein Con

www.2018.Garching-Con.net

Nachdem es mir am Sonntag wieder besser ging, wollte ich wenigsten noch ein bisschen vom GarchingCon mitbekommen. Ich ließ mich also von meinem Mann auf dem Weg nach Ulm in Trudering absetzen.

Während mein Mann ausgiebigst unser neues Auto testete, konnte ich mit Autoren, meinen Kollegen aus der SOL-Redaktion und vielen Foristen schwatzen. Auch wenn am Sonntagvormittag bereits viele abreisten, traf ich viele bekannte Gesichter. So durfte ich ein längeres Gespräch mit Rüdiger Schäfer über die NEO-Serie führen. NEO-Band 200 ist sicher. Über die Zeit danach wird im Verlag noch verhandelt werden müssen. Die überraschendste Info für mich war, dass zwei NEO-Autoren im Herbst Eltern werden. Es darf sich jeder selbst ausmalen, wen es betrifft. Ich konnte der werdenden Mutter und dem werdenden Papa am Nachmittag noch persönlich gratulieren. Und wenn ich mich nicht getäuscht habe, ist noch eine PERRY RHODAN-Autorin guter Hoffnung. Die PR-Redaktion wird sich freuen, da ist für Autorennachwuchs gesorgt.

Den Stand der PRFZ haben wir um 12 Uhr geschlossen und bis 13 Uhr abgebaut. So gut wie beim vergangenen GarchingCon waren die Geschäfte nicht gelaufen, aber darüber klagten fast alle Händler, die ins obere Stockwerk verbannt worden waren.

Am Nachmittag nahm ich am Programmpunkt von Wim Vandmaan teil, in dem er sehr viele Worte über Kurs 3000 sprach und dennoch wenig sagte. Nach einer Dreiviertelstunde wurde es mir im Saal aber zu heiß, der Schweiß lief mir den Rücken herab und die Luft war auch nicht die beste. Draußen im Biergarten warteten nette Gespräche mit den Haensels, Uwe Anton sowie weiteren Autoren und Fans. Bis es um halb vier noch einmal alle in den großen Saal zur Verabschiedung zog. Wim Vandemaan, Hubert Hansel und Uwe Anton enterten nach dem Schlusswort von Moderator Stefan Friedrich die Bühne und bedankten sich im Namen aller Autoren für die Einladung zu dem gelungenen Con.

Anzumerken ist noch das umfangreiche Conbuch, welches wieder Ekkehardt Brux zusammengestellt hat. Die 168 Seiten sind gefüllt mit interessanten Themen, tollen Kurzgeschichten und schönen Abbildungen. Sobald ich es durchgelesen habe, werde ich es an dieser Stelle besprechen.

Die Con-Profis vom PERRY RHODAN-Stammtisch »Ernst Ellert« haben wieder viel Mühe und Zeit investiert, um einen gelungenen Event auf die Bühne zu stellen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der GarchingCon 11 in Trudering war vielleicht nicht so groß und hatte nicht ganz so viele Ehrengäste wie die vergangenen Cons, zählt aber trotzdem zu dem Großereignis im PERRY RHODAN-Jahr.

Fotos habe ich leider nicht gemacht, dafür war ich viel zu sehr mit Reden beschäftigt. Aber mein SOL-Redaktionskollege Norbert Fiks hat auf seinem Blog bereits ein paar Eindrücke aus Trudering gepostet. Außerdem sei auf den Blog von Volker Hoff und die Twitter-Timeline vom Heftehaufen (Martin Ingenhoven) verwiesen.

Auf dem richtigen Pfad

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 174 – »Der Pfad den Auloren« von Kai Hirdt

Von seinem Bett in der Medostation aus, erzählt Tuire Sitareh seinem Freund Perry Rhodan, was ihm in der vergangenen Monaten zugestoßen ist. Wie er auf Multidon den Menschen zur Flucht verhalf, indem er als Meister der Insel auftrat … wie er in einem Situativ fliehen konnte und wie er auf den Geist des toten Meisters Kolin-Uns traf. Er berichtet von Thaynar seinem geistigen Begleiter, von seiner Abhängigkeit vom Memeteranzug, von den beiden sich ständig streitenden Stimmen in seinem Kopf. Zu denen sich schließlich noch die Stimme des Meisters gesellt, als dieser die Kontrolle über den Memeteranzug übernimmt.
Und er erzählt von seiner Vergangenheit, Erinnerungen an Liebe, Schuld und Verzweiflung, die ihm der Memeteranzug schenkte.
Seine Reise durch den Sonnentransmitter endet genauso wie die von Perry Rhodan in der Eastside der Milchstrasse. Mit ihm unterwegs ist Kolin-Uns. Als er erfährt, das der Imperator Regnal-Orton tot und das Imperium der Arkoniden gefallen ist, versucht er mittels der Blues das totalitäre System der MdI in der Milchstraße zu etablieren. Tuire kann ihn nur aufhalten, indem er sich selbst opfert. Und das tut er gern, denn er weiß jetzt, wer er ist: Der Schlächter von Ul (Taui).

Ich gebe zu, dass mich selten ein NEO-Roman so gefesselt hat, wie die Erzählung über Tuire Sitareh. Hier stimmt jedes Detail. Die vielen Puzzleteile, die man bisher über den Auloren sammeln konnte, ergeben plötzlich ein Bild. Aus dem geheimnisvollen Fremden wird endgültig ein Charakter, der dem Leser ans Herz wächst und dem man bedingungslos folgen möchte.

Kai Hirdt hat sich mit diesem Roman als Autor erneut gesteigert. Er beweist, dass es nicht viel Action und viele Erzählperspektiven braucht, um eine lebendige Geschichte zu erzählen. Die gut strukturierte Handlung wartet mit einigen Überraschungen auf. Das ist zwar keine Hard SF mehr, aber in diesem Fall hat mich das nicht gestört, weil es stimmig war.

Die Figur des Tuire Sitareh in die NEO-Handlung einzuführen, war ein kühner Schachzug der Expokraten. Einer, der sich vor allem jetzt auszahlt, wenn sich die Handlungsfäden verdichten und so langsam zu einem Muster verwoben werden. Wenn das weiterhin so konsequent und intelligent fortgesetzt wird, so stehen den NEO-Lesern noch spannende Romane bevor.

Fazit: »Der Pfad des Auloren« ist ein toller Roman, atemberaubend zu lesen und mit einer Menge Querverweisen gespickt, die das Große und Ganze des NEOversums Gestalt werden lassen. Absolute Leseempfehlung von mir.

SF und Metaphysik

Quelle: Amazon

Seit ich »Spin« von Robert Charles Wilson gelesen habe, bin ich großer Fan des Autors. Der Roman gehört zu einem der besten Science-Fiction-Romane die ich kenne. Deshalb habe ich nicht nur die Fortsetzungen von »Spin«, »Axis« und »Vortex« gelesen – letzteres war eine herbe Enttäuschung – sondern kaufte auch Romane, die der Autor vor seinem großen Wurf geschrieben hat. Eines davon ist »Quarantäne«.

Die Geschichte um eine Forschungseinrichtung, die abgeriegelt wird und in der am Ende seltsame Dinge geschehen, hat mich die vergangenen Tage regelrecht in Atem gehalten. Dabei gibt der Klappentext auf dem Buch nicht einmal die Handlung richtig wieder. Die intelligenten Lebensformen, die von den Menschen durch eine neue Teleskop-Technik beobachtet werden, fühlen sich nicht gestört. Es ist eher die Technik selbst, die das Inferno auslöst. Dass die Menschen diese Technik zwar nutzen, aber dennoch nicht wissen wie sie funktioniert (obwohl sie sie selbst geschaffen haben), damit hält Wilson der Menschheit einen Spiegel vor. Und er gibt gleichzeitig eine Warnung aus, was passiert, wenn wir etwas erschaffen (in diesem Fall ein Quantencomputer), was wir nicht verstehen. Sein Blick in in eine nahe Zukunft ist glaubhaft umgesetzt, ohne überladen zu sein.

Es ist ein typischer Roman von Robert Charles Wilson: eine ins Metaphysische abgleitende technische Grundidee ausgeschmückt mit spannenden Hintergründen der Charaktere. Dabei sind diese niemals eindimensional, sondern entwickeln sich mit der Handlung glaubhaft weiter. Das Zwischenmenschliche steht in den Werken des Autors eindeutig im Vordergrund. Das phantastische Element entblättert sich in »Quarantäne« erst nach und nach. Und so meint man zunächst einen Thriller zu lesen, bevor es am Ende tatsächlich ins Esoterische umschlägt. Auch das ist typisch Wilson, die Frage nach einer höheren Macht, war schon in der Spin-Triologie das übergreifende Thema. Er überlässt seinen Lesern die Interpretation, wie und ob es sich um eine göttliche Macht handelt oder nicht. Das finde ich auch in »Quarantäne« gut gelöst.

Fazit: Es sind die Protagonisten in Wilsons Romanen die mich fesseln, weniger die Science. Obwohl seine Ideen eigentlich simpel sind, entfalten sie ein interessantes Potenzial an Spekulationen. Der Leser muss sich wie die Protagonisten, die Informationen mühsam zusammenklauben. Dabei bleibt ihm eine Interpretationsfreiheit, die man in Romanen selten vorfindet und spannend ist es obendrein. Absolut empfehlenswert.

Das Buch erschien bereits 2007 im Heyne-Verlag, hat aber an Aktualität nichts eingebüßt. Im Gegenteil!