Planet der Totgeweihten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 212 – »Welt der Hoffnungslosen« von Susan Schwartz

Galduta ist ein Kind, das ums Überleben kämpft. Ausgesetzt auf einer Welt, die von gefährlichen Lebensformen nur so strotzt, infiziert mit Dunkelleben und jeden Tag den nahenden Tod vor sich. Doch sie stirbt nicht. Im Gegenteil, wo andere immer schwächer werden, wird sie stärker. Mutationen an ihrem Körper helfen ihr, sich mit der Umwelt gegen die Fressfeinde zu verbünden.
Eines Tages beschließt Galduta an den Ort der Legenden aufzubrechen. Dorthin, wo alle ohne Schmerz sind und frei leben dürfen. Was sie dort findet, ist nicht das, was sie erhofft hatte. Es ist viel mehr. Es ist eine neue Zivilisation, deren Individuen ein gemeinsamer Wunsch eint, ins All aufzubrechen, um diejenigen zu bestrafen, die sie hier ausgesetzt haben.
Die Besatzung der FANTASY wird erneut von Albträumen heimgesucht. Ein zweiter Schreiender Stein hat sich aktiviert, um die Menschen vom Raumgebiet des Compariats fernzuhalten. Doch Perry Rhodan und seine Freunde lassen sich nicht aufhalten. Um den Schreienden Stein zu deaktivieren, fliegen sie einen Planeten an, auf dem Elend herrscht. Auf der Suche nach dem Stein werden sie von Galduta und ihrem Volk festgesetzt. Sie wollen die FANTASY kapern, um sich am Compariat zu rächen.
Rhodan kann sie zum Bleiben überreden und Tekener gelingt es den Schreienden Stein auszuschalten, außerdem entdecken sie einen weiteren Oproner und nehmen ihn an Bord.

In diesem Roman kann Susan Schwartz ihre blühende Fantasie voll ausleben. Das überbordende Leben des Planeten schildert sie in bunten schillernden Bildern, eindrucksvoll und phantastisch. Mir ist das beinahe schon zu viel. Es gelingt ihr jedoch die Handlung voranzutreiben und mich mit dem Schicksal Galdutas zu fesseln.

Kleine Beobachtung von mir am Rande: Man merkt den NEO-Romanen die TV-Sehgewohnheiten der Autoren und Exposéautoren an. In letzter Zeit scheinen Zombis und ähnliches ziemlich beliebt zu sein, woran wahrscheinlich die eine oder andere amerikanische TV-Serie schuld sein könnte. Bei Susan Schwartz warte ich tatsächlich noch auf einen Steam-Punk-NEO.

Perry Rhodan agiert in diesem Roman überraschend souverän. So kennt man ihn normalerweise nur aus der Zeit des frühen Solaren Imperiums. Er handelt überlegen und weitsichtig, sogar Ronald Tekener ist beeindruckt. Überhaupt sind der Autorin die Kapitel aus der Sicht des Spielers besonders gelungen. Man spürt, dass sie einen Draht zur Figur gefunden hat.

Manche Absätze in der fortlaufenden Handlung hätten mehr Erklärungen bedurft, während an anderen Stellen die Beschreibungen hätten reduziert werden können. Die eine oder andere Kampfszene weniger, hätte dem Roman auch nicht geschadet. Der Teil, in dem die Crew der FANTASY den mutierten Zivilisten hilft, kam mir gerafft vor. Und der Fundort des Steins … na, ja … Aber das ist alles nur Jammern auf hohem Niveau.

»Welt der Hoffnungslosen« hat mich gut unterhalten. Es ist eine spannende und schön geschriebene Lektüre. Man erfährt neues über das Compariat, ohne dass die Spannung innerhalb der Staffel auf der Strecke bleibt. Wieder ein Roman von Susan Schwartz der mich positiv überrascht hat.

Dem Chaos entkommen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN »Mission SOL« Band 10 – »Die Höllenfahrt der SOL« von Olaf Brill

Ich hänge ein bisschen mit dem Lesen der Miniserie hinterher. Zwischenzeitlich hatte ich tatsächlich überlegt aufzuhören, nicht nur weil es mich zeitlich schlaucht, sondern auch wegen des Inhalts. Gut, dass ich es nicht getan habe, denn Band 10 hebt sich überraschend positiv heraus. Da hätte ich glatt etwas verpasst.

Die SOL entkommt der protochaotischen Zelle und setzt sich zum ersten Mal in der Serie zusammen. Das ist der Moment, auf den ich und viele Leser gewartet haben. Meines Erachtens hätte es schon viel früher passieren müssen. Das Feuerwerk an Ideen, was der Autor im Anschluss abbrennt, finde ich großartig. Für einen Roman passiert fast schon zu viel. Das hätte man mindestens auf zwei Romane verteilen können. Die Idee mit den Para-Realitäten ist zwar nicht neu – das gab es bei Star Trek TNG schon mal – aber es ist unterhaltsam geschrieben.

Meine spezielle Freundin Mahlia Meyun nervt nicht mehr ganz so schlimm. Dafür gibt es ein paar Alt-Solaner unter den Besatzungsmitglieder der SOL, deren Verhalten ich nicht angemessen finde. Aber das ist wohl den Umständen geschuldet. Zu Roi Danton konnte ich noch nicht das richtige Verhältnis aufbauen. Momentan wirkte er auf mich ein bisschen wie ein jüngerer Atlan. Schauen wir mal, was da noch kommt.

Überraschend ist Rhodans plötzliche Einsicht, dass er seinen Sohn opfern muss, um die SOL zu retten. Da macht es ihm plötzlich weniger aus als auf Evolux, wo er mit der Zerstörung der protochaotischen Zelle den Bürgerkrieg unter den Planetenbewohnern hätte beenden können.

Alles in allem habe ich mich gut unterhalten gefühlt. »Die Höllenfahrt der SOL« ist definitiv der bessere der beiden Romane von Olaf Brill für diese Miniserie.

Noch zwei Romane, dann ist die Serie beendet. Ich denke, die Pause bis zur nächsten Miniserie im Frühjahr haben sich Autoren, Redaktion und Leser dann redlich verdient.

Ach ja, das »Spagetti-Monster« auf dem Cover gefällt mir übrigens ausnehmend gut.

Problematische Graphic Novel

Quelle: Amazon

Ich hatte mich sehr gefreut, als ich die Graphic Novel »Anders sein oder der Punk im Schrank« entdeckte. Auch die Lektüre hat mir über weite Strecken gefallen. Wieder habe ich einiges zu Punks in der DDR gelernt, was ich zuvor nicht wusste. In der Vorbereitung zu dieser Rezension entdeckte ich dann aber die Stellungnahme einiger ehemaliger Punks, die sich bildlich und auch mit ihren Geschichten im Buch wiederfinden, ohne zuvor um Erlaubnis gefragt worden zu sein. Außerdem wurde anscheinend Bildmaterial aus einem Bildband über Punks im Osten abgezeichnet, ohne die Zustimmung der Fotografin. Sowas geht natürlich gar nicht.

Es hätte eine schöne Besprechung werden können. Denn die Motivation Jugendlichen von heute, die Situation der Subkulturen in der DDR zu erklären, ist ja keine Schlechte. Und auch das Ganze als Graphic Novel zu erzählen, finden ich passend. Durch das ungeschickte Vorgehen der Autoren und des Zeichners, wird der gute Wille leider zunichte gemacht.

Zunächst dachte ich, dass es sich bei der Geschichte um eine wahre Begebenheit handelt. Dass es die Punks, die sich 1980 zu einer Punkband zusammenschließen und danach unter Repressalien durch die Volkspolizei und die Stasi zu leiden haben, tatsächlich gegeben hat. Umso überraschter war ich, als ich im Nachwort las, dass es sich um eine erfundene Geschichte handelt. Letztendlich erfährt man aber durch die Stellungnahme, dass das Buch die Geschichte der Band »H.A.U.« nachzeichnet, inklusive ihrer Bandmitglieder. Beziehungsweise, das hier aus vielen tatsächlichen Einzelschicksalen eine Geschichte gestrickt wurde. Gut, das kann man machen, aber wäre es dann nicht besser gewesen, die wirkliche Geschichte der Band und ihrer Mitglieder aufzuzeichnen? In Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. So wie es beispielsweise bei der Dokumentation über Otze Ehrlich von der Band »Schleim Keim« gemacht wurde.

»Anders sein oder der Punk im Schrank« gibt einen Einblick in die Subkulturen der Achtziger und frühen Neunziger Jahre in der DDR. Wobei man als Nicht-im-Osten-Aufgewachsener anhand der Einträge im Glossar den Eindruck bekommen muss, dass das Leben in der DDR die Hölle gewesen sein muss. Ohne Frage, den Betroffenen mag das so vorgekommen sein, aber den meisten Bürgern des Landes eher nicht. Und da finde ich persönlich, dass die DDR ein wenig verzerrt dargestellt wird. Man bekommt leider nur eine Seite der Medaille zu sehen und zwar die der Stasi-Opfer. Das ist legitim, bildet aber nicht das Leben in der DDR als solches wieder.

Ich hätte für die Graphic Novel aus dem Ch. Links Verlag gern eine Leseempfehlung ausgesprochen, kann das in diesem Fall aber nicht tun.

Wer sich für die Hintergründe interessiert, den verweise ich auf die Facebookseite der Betroffenen. Hier können sowohl die Stellungnahme, als auch die dazugehörigen Beweise eingesehen werden.

Endloser Albtraum

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 211 – »Der schreiende Stein« von Michelle Stern und Lucy Guth

Nach der Beinahekatastrophe ist die FANTASY in der Southside der Galaxis gestrandet. Während die Reparaturarbeiten am Antrieb auf vollen Touren laufen, werden die Crewmitglieder zunehmend von Albträumen geplagt. Fast alle fühlen sich unausgeschlafen und erschöpft, was zu Fehlern führt. 
Gucky glaubt, dass die Albträume in einem schreienden Stein auf einem nahegelegenen Planeten ihren Ursprung haben. Als Gucky und immer mehr Menschen ins Koma fallen, brechen Perry Rhodan, die Bull-Legacy Zwillinge, die Tekener Geschwister und der Oproner Merkosh zur Oberfläche auf, um den Schreienden Stein zum Schweigen zu bringen.
Auf Nachdruck erklärt Merkosh Rhodan, dass der Stein ein Mechanismus des Compariats ist, damit niemand in die von Dunkelleben verseuchte Raumregion eintritt.

Ich habe selten so lange für einen NEO-Roman gebraucht. Manchmal war ich versucht, in das Schreien des Steins mit einzustimmen, um mich meines Frusts zu entledigen.

Man merkt schon. Diese Lektüre war nichts für mich. Absolut nicht. Ich kann dem Horror-Genre wenig abgewinnen und wenn gefühlte zwei Drittel eines Romans aus Albträumen bestehen, dann geht mir das schon gehörig auf den Keks. Zumal diese Träume auf den ersten Blick überhaupt nicht handlungsrelevant zu sein scheinen. Vielleicht kommt da noch was nach, aber ich fühlte mich von der Fülle schier erschlagen.

Irgendwie wartete ich die ganze Zeit, wann es denn jetzt endlich mit der Handlung weitergeht, aber selbst als Rhodan und die anderen auf dem Planeten gelandet waren, ging es mit den Träumen und Monstern weiter. Die Beschreibungen fand ich zuweilen derart mit Adjektiven überladen, dass ich am liebsten einen Rotstift genommen hätte, um sie zu streichen.

Bestimmt gibt es Leser denen solche Geschichten gefallen. Es war mal etwas anderes. Nach mehr als 200 Bänden darf man selbstverständlich ein Experiment wagen. Aber, bitte, bitte liebe Exposé-Autoren, die nächsten hundert Bände möchte ich sowas nicht mehr lesen.

Einziger Lichtblick im Roman war die Figurenentwicklung von Nadine Baya. Von der Technikerin mit mangelndem Selbstbewusstsein zur Interimskommandantin der FANTASY, war gut und glaubhaft erklärt, auch die Erklärung, wieso sie bis zum Schluss wach geblieben ist.

Ein Roman wie ein Albtraum. »Der Schreiende Stein« hat mich so gar nicht überzeugt. Ich hoffe, die nächste Geschichte der beiden Autorinnen gefällt mir besser.

Literaturbetrieb zwischen Handwerk und Wirklichkeit

Mit BuCon feiert sich hierzulande jedes Jahr die Szene der phantastischen Literatur. Verglichen mit dem großen Literaturgeschäft in Deutschland, das sich zur gleichen Zeit auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert, ist die Gemeinschaft der Phantastikfreunde eher klein. Neben den obligatorischen Messeständen der Kleinverlage finden auf dem BuCon Lesungen und Workshops statt. Hier haben Debüt-Autoren und Autoren von Kleinverlagen sowie Selfpublisher die Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren. Was ich wichtig finde, nicht nur aus persönlichen Sicht, sondern auch weil hier fernab des Mainstream eine bunte Vielfalt an Genres und Sub-Genres etabliert und am Leben erhalten wird. Unverzichtbar für eine vielfältige Literaturlandschaft in Deutschland.

Was mir aber hier immer wieder auffällt, ist, wie viele gute bis sehr gute Autoren sich innerhalb des Literaturbetriebs seit Jahren abmühen und nur die wenigsten die Chance bekommen, ihre Romane bei Verlagen zu veröffentlichen. Während Promis und Menschen, die es irgendwie schaffen, medial präsent zu sein, veröffentlicht werden, meist ohne dass sie das Rüstzeug zum Schreiben haben. Heute, so scheint es, kann jeder, der mal etwas Ungewöhnliches erlebt hat, oder es in den Medien zur drittklassigen Berühmtheit erlangt hat, ein Buch schreiben, ohne zuvor das Handwerk zu erlernen. Gleiches gilt für etablierte Autoren. Hat man mal den Fuß in der Tür und eine Fanbasis aufgebaut, kann man eigentlich schreiben, wie und was man will – es wird gedruckt werden. Während sich manch Nachwuchsautor noch so sehr abmühen kann, das perfekte Manuskript abzuliefern. Dies wird meistens nicht mal gelesen.

Das Schreiben ein Handwerk ist, das erlernt werden kann, ist in Deutschland nicht so bekannt und anerkannt wie in den USA, wo »Writing Classes« in den Colleges zum Standard gehören. In Deutschland wird, gerade wegen der vielen schreibenden Promis, deren Bücher manchmal kaum lesbar sind, der Eindruck vermittelt, als könne jedermann ein Buch schreiben. Als wäre Literatur etwas, wo keinerlei Regeln gelten und was man mit ein wenig Talent einfach aus dem Ärmel schüttelt.

Ich persönlich finde dies mehr als ungerecht, denn ich kenne ganz viele Leute, die sich seit Jahren intensiv mit dem Schreiben beschäftigen, die Lehrgänge besuchen und Bücher lesen, die an Workshops teilnehmen und Schreibgemeinschaften angehören. Autoren, die mit viel Einsatz richtig gute Geschichten schreiben, aber nicht veröffentlicht werden, weil sie nicht zur rechten Zeit am richtigen Ort sind, oder nicht die richtigen Leute kennen.

Eben weil viele Leute meinen, es könne jeder ein Buch schreiben, der einen Stift halten oder eine Tastatur bedienen kann, werden die Verlage mit schlechten Manuskripten geradezu überhäuft. So wird abgelehnt meist ohne zu sichten, einfach weil es arbeitstechnisch ansonsten kaum zu bewältigen ist. So ist es inzwischen bei den großen (aber auch kleinen) Verlagen Usus, das man einen Fürsprecher braucht, damit die Lektoren überhaupt in ein eingereichtes Exposé oder eine Textprobe hineinschauen. Um bei den ganz großen Verlagen Gehör zu finden, kommt man ohne einen Literaturagenten, der einem die Türen öffnet, nicht mehr hinein. Und selbst die Kleinverlage werden mit teils minderwertigen Manuskripten so zugeschüttet, dass sie verständlicherweise nur mit Leuten arbeiten, die sie kennen.

Vielen bleibt da nur der Ausweg sein Glück als Selfpublisher zu versuchen und sich mit viel medialem Einsatz eine möglichst große Fangemeinde zu erschließen, Aufmerksamkeit zu erzielen und zu hoffen, gehört beziehungsweise gelesen zu werden. Marketing ist alles, denn auch Literatur ist nur ein Geschäft. Wie überall geht es nur ums Geld. Was sich verkauft ist gut und richtig, egal ob es handwerklich gut geschrieben ist.

Ich weiß nicht, ob die Leser heute anspruchsloser geworden sind, oder ob es nur darum geht, möglichst das Buch zu lesen, was gerade »In« ist und wovon alle reden. Gerade in Zeiten sinkender Leserzahlen und hart umkämpfter Märkte finde ich es schade, dass so viele Geschichten unerzählt bleiben, dass spannende Storys auf Festplatten zu Datenmüll werden und dass Menschen, die sich intensiv mit dem Handwerk Schreiben beschäftigen, irgendwann resigniert aufgeben. Dass sie möglichst die Ausnahmen bleiben, dafür sind solche Veranstaltungen wie der BuCon wichtig.

Im Übrigen haben wir am Freitagabend an meinem Zeitreise-Roman geplottet. Esther ist Expertin auf dem Gebiet und gibt sogar Kurse dazu. Zusammen haben wir einige markante Punkte meines Romans präzisiert und verfeinert, die mir bislang noch unklar waren. Ich kann jetzt sogar abschätzen, wie lang er werden wird. Ich werde auf jeden Fall weiter daran arbeiten, damit er wirklich gut wird, auch wenn meine Aussichten eher schlecht sind, dass dieses Buch jemals gedruckt wird. Denn inzwischen weiß ich, dass für einen No-Name-Autor die Veröffentlichung seines Buches mehr vom Glück abhängig ist, als von Können. Das finde ich irgendwie schade.

Jugendstil, Perry und eine Bahnschranke

NEO auf dem BuCon

Das Wochenende verbrachte ich in Frankfurt. Am Samstag fand dort parallel zur Buchmesse der BuchmesseConvent statt. Es war bereits mein dritter BuCon. Inzwischen kenne ich sowohl das Prozedere und auch einige der Leute, die sich dort jährlich treffen. Wobei ich jedes Mal neue Autoren und Fans kennenlerne. In diesem Jahr hatte ich sogar eine Übernachtungsmöglichkeit in Frankfurt, so dass ich nicht völlig gestresst und umweltschädigend mit dem Flieger an- und abreisen musste.

Ich fuhr entspannt mit der Bahn am Freitagmittag nach Frankfurt, stieg dort instinktiv, ohne den Fahrplan näher zu inspizieren in die nächste S-Bahn und an der Hauptwache in die nächste U-Bahn und kam tatsächlich dort an, wo ich hin wollte. Es macht sich bezahlt, wenn man mal in Großstädten gelebt hat. Der städtische Nahverkehr scheint einem ins Blut überzugehen, oder er funktioniert halt überall ähnlich. Außerdem lag mein Ziel ziemlich zentral.

Von meiner Gastgeberin Esther Schmidt wurde ich sehr herzlich empfangen. Wir kennen uns von den Seminaren in Wolfenbüttel, bei denen sie fast schon zum Inventar gehört und gern ihr Wissen übers Schreiben an andere weitergibt. Sie wohnt in einem hundertjährigen Stadthaus im klassischen Jugendstil, mit hohen Räumen, Stuckdecken und passend eingerichtet mit edlen Tapeten und Antiquitäten. (Ich habe das ganze Wochenende nachgerechnet, wie viel es kosten würde, so ein Haus energetisch zu sanieren. Das ist zur Berufskrankheit von mir geworden.) Zwischen all den antiquarischen Schätzen entdeckte ich immer wieder nerdige Dinge, die scheinbar nicht dahin gehören, z. B. eine Tartis oder Star Trek-Postkarten. Wenn man die Bewohnerin kennt, passte dann doch alles sehr schön zusammen. Ich durfte in der Bibliothek übernachten, einem Eckzimmer mit gut gefüllten Bücherschränken bis unter die Decke und einem beeindruckenden Blick auf die Straßenkreuzung vorm Haus.

Am Freitagabend saßen wir bei thailändischen Essen noch lange zusammen und wälzten Autorenprobleme. Nach Mitternacht kam dann auch der zweite Übernachtungsgast (die Autorin Ann-Kathrin Karschnik) vom Galaktischen Forum nach Hause, so dass wir in dieser Nacht und am Morgen als kleine Autorinnen-WG verbrachten und auch gemeinsam zum BuCon fuhren, inklusive eines Zwischenstopps an der Tankstelle, weil Esthers Auto wegen der ungewohnten Beladung – drei Leute plus Gepäck – zu wenig Reifendruck meldete.

Vor dem Bürgerhaus in Dreieich war schon einiges los. Ich verbrachte ein paar Minuten in der Schlange am Einlass, bis ich meinen Eintritt zahlen konnte und meine Contüte entgegennehmen durfte. Danach ging es auch schon in die »heiligen« Hallen. Entweder waren es mehr Stände als in den vergangenen Jahren, oder sie lagen weiter auseinander, jedenfalls kam es mir voller vor, als beim letzten Mal. Allein den Lärmpegel empfand ich wegen meiner Kopfschmerzen zunächst als unangenehm. Spätestens nach dem ersten Bekannten, der mir in die Arme lief und dem ersten Gespräch waren die jedoch vergessen.

Ich führte viele Gespräche an diesem Tag, hörte mir sogar zwei Lesungen an. In einer erzählte Robert Corvus über seine Erlebnisse in Darjeeling. Ich verquatschte mich aber auch und verpasste leider die Lesung von Oliver Plaschka, die ich eigentlich hören wollte. Nahm aber am PERRY RHODAN NEO Programmpunkt teil, bei dem neben den beiden Exposé-Autoren Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm auch Oliver Plaschka, Michelle Stern und NEO-Neuzugang Lucy Guth angekündigt waren. PR-Chefredakteur Klaus N. Frick war ebenfalls gekommen, ihm versagte aber im entscheidenen Moment die Stimme, so dass Rüdiger gut vorbereitet und souverän durch die Stunde führte.

Nachdem meine Mitfahrgelegenheit schon früher hatte gehen müssen, suchte ich für die Rückfahrt nach Frankfurt eine Alternative. Rüdiger Schäfer war mein Retter, der brachte Rainer Schorm zum Frankfurter Hauptbahnhof und nahm mich kurzerhand mit. Wir warteten in Buchschlag zwar eine gefühlte Ewigkeit an einer Bahnschranke, kamen aber pünktlich an, so dass Rainer seinen Zug noch bekam. Ich fuhr voller Euphorie vom Hbf weiter und als ich aus der U-Bahn ausstieg und am Fahrkartenautomaten vorbeikam, stellte ich mit Entsetzen fest, dass ich mir gar keine Fahrkarte gekauft hatte. Unfassbar, jetzt war ich auch noch zum Schwarzfahrer geworden. 

Nach einer kurzen erholsamen Nacht, trotz des Verkehrslärms – ich bin das echt nicht mehr gewohnt, seit ich nicht mehr in München wohne  – und einem guten Frühstück fuhr ich am Sonntagmorgen wieder nach Hause. Diesmal nahm ich bis zum Bahnhof den Bus, um noch ein bisschen von der Stadt zu sehen. Der fuhr tatsächlich zwischen den Wolkenkratzern hindurch, was mich ein bisschen an meine Zeit in New York City erinnerte. So ging ein schönes und ereignisreiches Wochenende mit einem Blick auf die Frankfurter Skyline zu Ende.

Rhodans Eleven

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 210 – »Rettet Rhodan!« von Oliver Plaschka

Perry Rhodan hat abgeschlossen mit dem Leben, seit der Terranische Rat seinen Flug mit der FANTASY abgelehnt hat. Doch Familie und Freunde wollen das Urteil nicht akzeptieren. Sie planen die FANTASY zu stehlen, um Rhodan nach Lashat zu bringen. Dafür nehmen sie bereitwillig alle Risiken in Kauf. Nur der Protektor selbst muss dazu überredet werden. 
Das Unternehmen gelingt und die FANTASY fliegt mit dem Linearantrieb die Southside der Galaxis an. Unterwegs nehmen sie im Spica-System noch den Emotionauten Mentro Kosum an Bord. Kurz bevor sie ihr Ziel erreichen kommt es während des Linearflugs zur Katastrophe. Die FANTASY strandet mitten im Nirgendwo. Was keiner ahnt, Chefingenieur Froser Metscho steht anscheinend noch immer unter dem Einfluss von Iratio Hondro. Hat er den Antrieb erneut sabotiert?

Man nehme eine Prise »Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock« mixe sie mit ein wenig »Ocean’s Eleven« und einer Folge von »Star Trek –Voyager« und fertig ist »Rettet Rhodan!«. Oliver Plaschka gelingt der Spagat zwischen Science Fiction und Gaunerkomödie so gut, dass man verblüfft die Augen reibt, wie harmonisch alles zusammenpasst.

Da sind zum einen Rhodans tiefsinnige Gedanken über das Leben und den Tod, sowie die Reaktionen seiner Familie besonders von Thora, die mich emotional mitgerissen haben. Auf der anderen Seite steht der clevere Plan von Bully und Thora, die FANTASY zu stehlen. Der ist genial durchdacht, auch wenn es wahrscheinlich leichter gewesen wäre, man hätte NATHAN von Anfang an eingeweiht. Denn das Mondgehirn ist sicher nicht so leicht zu täuschen, wie die terranischen Sicherheitsleute. Schön sind aber auch die Blickwinkel der niederen Ränge auf das Vorhaben. Sie bieten eine sehr schöne Ergänzung zu den bekannten Figuren. Auch der neue Pilot im Team – Mentro Kosum – scheint ein interessanter Charakter zu sein.

Bewundernswert finde ich, wie es dem Autor gelingt, all die unterschiedlichen Handlungsebenen und die verschiedenen Perspektiven zu einer spannenden Geschichte zu verknüpfen, ohne dass man als Leser an irgendeiner Stelle überfordert wäre. Eine Geschichte mit so vielen handelnden Figuren zu erzählen ist enorm schwierig und kann leicht daneben gehen. Oliver Plaschka sorgt mit einer klaren Gliederung in vier Handlungsabschnitte dafür, dass die Kombination aus sieben Perspektivträgern problemlos gelingt.

Sprachlich rangiert auch dieser NEO auf hohem Niveau, wenn auch nicht so herausragend wie sein Band 203 »Tekener«. Bemerkenswert sind einige Dialoge, besonders das Streitgespräch zwischen Thora und Rhodan. Das ist witzig und intelligent zugleich und fühlt sich echt an.

Nur am Ende des Romans bin ich bei einer Kleinigkeit nicht so richtig einverstanden. Warum melden die beiden Techniker der FANTASY ihrem obersten Vorgesetzten Deringhouse nicht, was sie entdeckt haben? Zum einen das Problem mit dem Linearantrieb und zum anderen das seltsame Verhalten von Froser Metscho. Beide waren beim verhängnisvollen Jungfernflug der FANTASY dabei. Spätestens in der aktuellen Situation hätten bei beiden alle Alarmglocken läuten müssen. Ebenso unverständlich erscheint mir, dass man sich zwar um die verschwundene Chefingenieurin Gedanken macht, aber keine Konsequenzen ableitet. Das kam mir schon im letzten Roman merkwürdig vor. Eine Frau verschwindet spurlos und keiner, weder ihre Freunde oder ihr Arbeitgeber, forschen ernsthaft nach?

»Rettet Rhodan!« ist ein unterhaltsamer Roman, der den einen oder anderen amüsanten Dialog bereithält und dennoch sehr tief aus seinen Figuren schöpft. Schon allein dass man Rhodan zwingt, über seinen Schatten zu springen und »gegen das Gesetz« zu verstoßen, ist ein Novum bei NEO. Wie der Autor daraus eine komplexe und vor allem glaubhafte Geschichte macht, halte ich für mehr als gelungen.

Meine Katze – Deine Katze

Quelle: Amazon

Unsere Nachbarinnen streiten sich um eine Katze. Nachbarin A hat zwei Katzen, einen kastrierten Kater und eine Kätzin. Beide können durch eine Katzenklappe ins Freie. Den Kater sieht man hin und wieder faul auf der Wiese vorm Haus oder auf der Treppe vom Nachbarhaus herumliegen. Die Katzendame allerdings ist eine echte Freigängerin, sie stromert meist auf den Anlagen zwischen den vier Häusern, auf dem angrenzenden Parkplatz oder dem ehemaligen Bauernhof gegenüber herum. Dort jagt sie Vögel oder Mäuse. Am liebsten jedoch schläft sie auf der Terrasse oder dem Schlafzimmerschrank von Nachbarin B. Die ältere Dame ist den ganzen Tag zu Hause und hat schon ein paar Mal auf die beiden Katzen aufgepasst, wenn Nachbarin A im Urlaub war.

Nachbarin A ist eine berufstätige Frau, die morgens aus dem Haus geht und spät abends heimkommt. Die Katzen sind also den ganzen Tag allein. Das wäre ansich kein Problem, wenn sie sich verstehen würden. Sie sind sich aber spinnefeind. So maunzt die Katzendame schon am frühen Morgen an der Terrassentür von Nachbarin B und haust meist den ganzen Tag dort, was Nachbarin A jedoch nicht passt. Schließlich ist es ihre Katze. Ein paar mal konnte ich beobachten, wie sie versuchte, ihre Mietze von der Terrasse der Nachbarin wegzulocken. Meistens ohne Erfolg. Ein paar mal gab es deswegen schon lauten Krach im Treppenhaus, wenn die Katze wieder mal auf dem Schlafzimmerschrank bei Nachbarin B nächtigte.

Unlängst versuchte ich Nachbarin A diplomatisch zu erklären, dass dies ein völlig normales Verhalten bei Katzen ist. Die suchen sich ihre Dosenöffner selbst aus. Vor allem, wenn sie sonst den ganzen Tag alleine verbringen müssten. Sie hat es nicht wirklich verstanden. Vielleicht sollte ich ihr das Buch »Die gemeine Hauskatze« von Terry Pratchett empfehlen, was mir mein Mann im Urlaub gekauft hat. Hier werden die Verhaltensweisen der Stubentiger mit viel Humor und einem Augenzwinkern vermittelt.

Das kleine Taschenbuch richtet sich an alle Katzenbesitzer. Aber auch solche, die es werden wollen, können sich darin informieren. Denn eins ist klar, die Katze ist das einzige Haustier, das nicht vom Menschen domestiziert wurde, sondern sich uns freiwillig angeschlossen hat. Und Katzen sind grundsätzlich wählerisch, wenn es um ihr Personal geht.

Emotionaler Staffelausgang

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 209 – »Der Krieg in meinem Kopf« von Rüdiger Schäfer

Froser Metscho arbeitet auf dem Mond an der FANTASY, dem ersten Schiff mit Lineartriebwerk. Doch in seinem Kopf herrscht Ausnahmezustand. Er ist eine Marionette seines ehemaligen Freundes Iratio Hondro. Dieser zwingt ihn, die Pläne des Lineartriebwerks zu stehlen und das Schiff auf seinem Jungfernflug zu sabotieren. Dafür riskiert Metscho sein Leben und das seiner Kollegen. Nur den Zwillingstöchtern von Reginald Bull ist es zu verdanken, dass das Schiff nicht zerstört wird. Als seine Manipulationen aufzufliegen drohen, macht ihn Hondro sogar zum Mörder, ohne das Metscho es verhindern kann.
Perry Rhodan bittet den Terranischen Rat, mit der FANTASY ein Jahr vor der Fertigstellung nach Lashat fliegen zu dürfen. Merkosh glaubt, dass man dort dem Protektor helfen kann. Ansonsten wird der Zellaktivator von Rhodan versagen, wie er es schon bei der Rede vor dem Rat kurzzeitig getan hat. Doch nach dem Beinahe-Fiasko beim Jungfernflug der FANTASY, stehen die Chancen für Rhodan denkbar schlecht.

Erneut bringt mich Rüdiger Schäfer in einem seiner Romane zum weinen und das sogar an drei Stellen. Bei der Auseinandersetzung mit seinen Söhnen, bei Rhodans Rede vor dem Rat und am Ende als Bully voller Wut auf die Ratsmitglieder reagiert. Der emotional tiefgehende Roman vermittelt nicht nur, was in den Köpfen von Hondros Opfern passiert, sondern auch wie es in Perry Rhodan selbst aussieht. Was denkt ein potentiell Unsterblicher, der dem Tod nahe ist?

Innenansichten waren schon immer die Stärke von Rüdiger Schäfer und auch in diesem NEO brilliert er damit. Keinem der NEO-Autoren gelingt das so gut wie ihm (außer vielleicht Oliver Plaschka). Mit Hilfe der Figur von Froser Metscho erfahren wir zudem einiges über Iratio Hondro. Hondros tote Ex-Frau Fee ist Metschos Schwester. Die beiden Männer haben sich im Gefängnis kennengelernt, was schon andeutet, das Hondro noch nie eine reine Weste hatte. Gut finde ich, dass die Passagen über Froser Metscho im Präsens formuliert sind, das zieht den Leser tief ins Geschehen.

Ein paar Fragen zu der Figur blieben aber noch offen. Metscho war der Name seiner Frau, man erfährt seinen Geburtsnamen nicht, das hat mich anfangs irritiert. Er wurde genetisch in einen Plophoser verwandelt. Ist diese Verwandlung abgeschlossen worden? Oder warum arbeitet er auf dem Mond und nicht auf Plophos? Denn wie wir gelernt haben, gehört sein Genom der Firma, die es entwickelt hat. Er sollte also auf Plophos leben. Wurde seine Frau ebenfalls einer Genomumwandlung unterzogen, oder durfte sie als menschliche Ärztin so auf Plophos leben?

Überraschend ist der Ausgang der Abstimmung. Auch wenn klar ist, dass Perry Rhodan nicht sterben wird – sonst müsste die Serie umbenannt werden – kommt am Ende doch Spannung auf, wie Rhodan wohl gerettet werden wird. Dabei funktioniert der Weg, den der Autor wählt, allein mit dem Protektor. Eine Abstimmung zu Thora oder einem anderen Unsterblichen, hätte weniger Brisanz und ein deutlich vorhersehbareres Ergebnis erbracht.

Ich fand es gut, dass zumindest dieser letzte Band der Staffel das bisherige Muster durchbrochen hat. Dieses ständige »Hondro taucht auf, versucht eine Kolonie unter seine Kontrolle zu bringen und entkommt« hatten wir in dieser Staffel einfach zu oft. Ich bin froh, dass es in der nächsten Staffel wieder ins in die Galaxis hinausgeht, obwohl mir die innenpolitischen Verwicklungen innerhalb der Terranischen Union gut gefallen haben. Das war gut durchdacht und sehr realistisch geschildert.

»Der Krieg in meinem Kopf« ist ein ruhiger gefühlvoller Roman. Rüdiger Schäfer zieht mich wie immer nicht nur sprachlich in seinen Bann, sondern auch emotional. Das mag nicht jedem gefallen, ist mir persönlich aber lieber, als jede Weltraumschlacht. Das ausdrucksstarke Cover von Dirk Schulz unterstreicht diesen richtig guten Roman.

Kosmische Berufung

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN Mission SOL Band 07 – »Eine Kosmische Bestimmung« von Marc A. Herren

Alaska Saedelaere ist zurück. Mit seiner kosmologischen Aura und seinem Cappin-Fragment holt er Mahlia Meyun auf den Boden der Tatsachen zurück. Dieser Teil des Romans hat mich ein wenig versöhnt, auch wenn mir das »Wie« ein wenig zu abgehoben ist. Die Vorgänge im Archiv sind für mich nicht fassbar. Das liegt womöglich an meiner naturwissenschaftlichen Natur, die alles genau verstehen will. Da fehlt mir schlicht die notwendige Fantasie.

Perry Rhodan lässt sich mal wieder festnehmen, befreien und wieder festnehmen. Das wievielte Mal innerhalb der Miniserie ist das jetzt? Ich habe nicht mitgezählt, aber die Häufung ist auffällig. Seine Mission mit Pravo Ylapp erscheint mir bereits im Vorfeld kaum durchführbar. Evolux ist eine Welt der Kosmokraten, welche Chancen hat da ein einzelner Mensch, auch wenn er ein Unsterblicher ist, vor allem wenn er gerade aus einem Gefängnis geflohen ist. Damit, dass er das Siegel, welches er von Alaska bekommen hat, wider dessen Warnung für seine eigenen Zwecke missbraucht, wirft erneut ein ungünstiges Licht auf ihn. Ihm muss bewusst sein, dass er damit Alaskas Posten als Statthalter aufs Spiel setzt.

Überraschend ist die Information, dass sich die Proto-Chaotische-Zelle innerhalb von Evolux befindet. In dem Fall haben mich Autor und Exposéautor gelungener Maßen an der Nase herum geführt. Das ist richtig gut.

Marc A. Herren erzählt die Geschichte spannend und verleiht den Schauplätzen den notwendigen Flair. Dennoch sind mir einige unlogische Stellen vor allem am Ende des Romans aufgefallen. Wieso dürfen Mitglieder des Sequenz-Rats den planetaren Transport nicht benutzen, ihre Fußsoldaten aber schon? Vereinfacht würde dies in unserer Realität bedeuten, dass Regierungsmitglieder nicht in Polizeiautos mitfahren dürfen. Oder: wenig später reichen Alaskas technische Möglichkeiten nicht aus, um die LEUCHTKRAFT zu kontaktieren, aber er kann so einfach das multidimensionale Lebewesen aus dem Archiv befreien? Das sind zwar Kleinigkeiten, aber sie stören mich, weil sie das positive Gesamtbild beschmutzen, was ich von dem Roman habe.

Fazit: Marc A. Herren liefert einen sehr guten Roman ab. Ich erkenne so langsam die Struktur in Kai Hirdts Dramaturgie. Der Einsatz von Alaska Saedelaere ist überzeugend und ein schönes Geschenk an die Fans des Maskenträgers. Der Figurenzeichnung des Schweizer Autors ist es zu verdanken, dass sich Mahlia Meyun in meinen Augen rehabilitiert hat. Mit der Darstellung Perry Rhodans habe ich dagegen immer noch meine Probleme. Vielleicht werde ich in den verbleibenden Bänden noch geläutert.

Fakt ist, dass ich gern wieder einen Gastroman von Marc A. Herren lesen würde. Denn mir scheint, Autor zu sein, ist seine kosmische Berufung.