Arglistige Täuschung in Thantur-Lok

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 224 – »Besuch aus Andromeda« von Rüdiger Schäfer

Die MAGELLAN zerstört, die CREST II kurz vor ihrer Vernichtung, so endete Band 222. Doch nichts ist so wie es scheint.
Die MAGELLAN konnte sich mittels eines geschickten Täuschungsmanövers aus der misslichen Lage befreien. Aber es droht weiter Gefahr von der arkonidischen Flotte. Da greift die GARTAVOUR mit Atlan und Mirona Thetin in den Kampf ein und schlägt die Flotte von Mascudar da Gonozal in die Flucht. Atlan ist kaum zu bremsen, als er hört, dass sein Vater am Leben ist.
In der Nähe einer stillgelegten Werftwelt kommt es zum erneuten Showdown zwischen den Terranern und der arkonidischen Flotte. Atlan setzt sich bei seinem Vater und künftigen Imperator für die Terraner ein. Es werden Friedensverhandlungen geführt. Doch alle Beteiligten haben die Rechnung ohne Imperatrice Emthon V. gemacht.
Die kapert kurzerhand die FERNAO und richtet deren Transformkanone auf die CREST II. Conrad Deringhouse gelingt es zwar unter Einsatz seines Lebens die FERNAO noch zu bewegen, damit der Schuss die CREST II nur streift, doch es werden viele Terraner und ein Teil der arkonidischen Delegation getötet.
Der überlebende Mascudar da Gonozal fordert von den Terranern als Wiedergutmachung nicht nur die Herausgabe der Attentäterin Theta und die MAGELLAN, sondern auch, dass die Menschen umgehend ins SOL-System zurückkehren.

Obwohl ich die NEOs von Rüdiger Schäfer sehr schätze, fiel mir dieser Roman unheimlich schwer. Das mag an den stetigen Tempiwechseln gelegen haben, oder an manch zu ausschweifenden Absatz. Vielleicht lag es auch an der Tatsache, dass ich den plötzlichen Gesinnungswandel von Atlans Vater nicht so recht nachvollziehen konnte. Zuerst will er die Terraner in einer Schlacht vernichten. Dann schwenkt er um, und bietet sogar an, sich auf der Erde bei den Menschen für die arkonidische Besatzung zu entschuldigen. An der er nicht mal schuld ist. Nach dem Attentat jagt er die Menschen dann (verständlicher Weise) doch zum Teufel, nicht jedoch ohne sich eines ihrer Schiffe zu nehmen. Ganz ehrlich, ich habe keine Sekunde lang geglaubt, dass Atlans Vater diese Verhandlungen ernst meint. Ich habe jederzeit damit gerechnet, dass er oder einer seiner Getreuen aufsteht und Perry Rhodan nebst Crew über den Haufen schießt.

Dagegen war mir Imperatrice Theta schon immer unsympathisch und zwar wegen ihres oft dümmlichen Verhaltens. Das Rhodan ihr so viel Vertrauen schenkt, habe ich ohnehin nie verstanden. Aber dass sie ihm derartig in den Rücken fällt und sogar seinen Tod in Kauf nimmt, hatte ich dann doch nicht erwartet. Die Frage ist, was bezweckt sie damit? Glaub sie wirklich, mit dem Tod des angehenden Imperators würde sie auf den Thron zurückkehren können? Wie gesagt, so dumm hatte ich sie dann doch nicht eingeschätzt.

Noch weniger einschätzen konnte ich die Episode um Rufus Darnell und dem aus dem Kälteschlaf erwachten Maahk. Ohne Frage, es war sehr spannend erzählt, aber irgendwie fehlte mir hier der Bezug. Wobei ich mir fast sicher bin, dass diese Episode noch weitereichender Bedeutung haben wird. Rüdiger Schäfer schreibt nichts Unüberlegtes. Insofern wird das im Laufe der nächsten Staffeln sicher noch eine Rolle spielen.

Für einen Schäfer-Roman habe ich dieses Mal unheimlich lange gebraucht. Ich geriet beim Lesen nie so richtig in den Sog. Was wahrscheinlich daran lag, dass die spannenden Kapitel zwar mit einem Cliffhanger endeten, aber darauf meist ein Kapitel mit langsam erzählten Reflexionen folgte. Eigentlich mag ich Rüdigers »Geschwafel« sehr, dieses Mal war es mir oft zu viel. Vor allem weil man das meiste davon schon in den Romanen zuvor auf die eine oder andere Weise gelesen hatte. Da steckte nicht wirklich viel Neues drin. Außer vielleicht die Schwangerschaft von Mirona Thetin. Da bin ich echt gespannt, wie Atlan reagiert, wenn er es erfährt.

»Besuch aus Andromeda« ist ein guter NEO, aber kein Glanzlicht. Da hat der Autor in der Vergangenheit schon Besseres geliefert. Dennoch überrascht die Geschichte mit vielen Wendungen und dem Tod einer Hauptfigur. Bei dem sehr emotionalen Abschied hatte ich am Ende doch Tränen in den Augen. Das kann Rüdiger Schäfer halt besonders gut.

Wir werden alle nicht jünger

Quelle: knv.de

Zum Gratis-Comic-Tag 2017 fischte ich die Leseprobe aus dem Karton, vom damals aktuellen Comic von Ralf König. Inzwischen erwarb ich das komplette Buch.

In »Herbst in der Hose« erzählt der Autor und Zeichner kleine Episoden übers Älterwerden. Dabei geht es wieder um Paul Niemöser und seinen Lebenspartner Konrad.

Ralf Königs Schwulencomics sind schon lange Kult und nicht jeder findet sie brillant. Spätestens seit seinem »Barry Hoden« mag ich den schnoddrigen Stil sehr. Königs Geschichten über die großen und kleinen Probleme homosexueller Männer, sind augenzwinkernd erzählt und oftmals zum Brüllen komisch. Der Autor nimmt sich oft selbst auf die Schippe.

Bei »Herbst in der Hose« findet man sich aber auch als heterosexuelle Frau wieder. Nämlich dann, wenn es um das Altwerden an sich geht. Die Sorgen und Nöte sind doch die gleichen, ob Menopause oder Andropause. Das ist gut beobachtet und witzig zu Papier gebracht, dass man sich selbst entdeckt. Wer mal herzhaft lachen möchte, dem sei der Comic empfohlen.

Das Buch ist bei Rowohlt erschienen und als gedruckte Ausgabe und als E-Book erhältlich. Der Autor empfiehlt übrigens die Bestellung bei kleinen Fachhändlern im Netz, wie: buchladen-erlkoenig.de, prinz-eisenherz.buchkatalog.de, und in Österreich: loewenherz.at. Da geht es auch viel schneller als bei der Amazone.

Übrigens veröffentlicht der Autor in seinem Twitter-Account (@RalfKoenigComic) seit Beginn der Corona-Krise jeden Tag einen Comic-Strip zum Thema. Seit vergangener Woche gibt es auch regelmäßig ein neues Abenteuer von »Barry Hoden«. Alle Comics sollen später mal als Buch erscheinen. Damit versucht der Autor sich und seine Fans bei Laune zu halten. Ich finde die Idee großartig und werde ganz sicher das Album kaufen, sollte es erscheinen.

Also wer ein bisschen Aufmunterung in der dunklen Corona-Zeit braucht, der schaue bitte in die Twitter-Timeline von Ralf König. Ich wünsche gute Unterhaltung.

Ein Planetenroman für zwischendurch

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 223 – »Die Planetenmaschine«

Auf dem Mond wird der Kreell-Block mit dem Leyden-Team gestohlen. Die Spur des Diebs führt nach Siga. Hinter dem Ganzen steckt Iratio Hondro. Er plant auf Siga eine sogenannte Planetenmaschine in Gang zu setzen.
Der durch den Zeitbrunnen gefallene Ronald Tekener kann zusammen mit dem Kaiser von Olymp, Anson Argyris, sowie weiteren Unterstützern den Plan Hondros vereiteln und seine Helfershelfer festsetzen. Doch der Schaden den Hondros »Links« auf Siga hinterlassen haben, ist katastrophal für die Kolonie.

Was hinter der uralten Anlage tief im Inneren von Siga steckt, auf welchen Planeten es weitere Anlagen gibt und wo Hondro das nächste Mal zuschlagen wird, bleibt ungewiss. Ebenso wie die wahre Identität des Kaisers.

Es ist buchstäblich ein Planetenroman, den Rainer Schorm hier abliefert. Fast die komplette Handlung spielt sich auf Siga ab. Man lernt die Kolonie und ihre Bewohner kennen, aber auch die Probleme, die Bewohner anderer Kolonien mit der genetischen Umwandlung haben. Zu Beginn dürfen wir noch einem kleinen Geplänkel zwischen Leibnitz, Doktor Brömmers und seiner Frosch-KI beiwohnen. Das ist amüsant, wenn man Gefallen an dem spitzzüngigen Wortwitz des Autors findet.

Im weiteren Verlauf der Handlung gleicht der Roman wie NEO 204 – ebenfalls geschrieben von Rainer Schorm – einem Thriller. Da werden Tatorte entdeckt, es gibt eine Art Verfolgungsjagd und am Ende einen spannenden Cliffhanger. Das ist gut geschrieben und fesselnd zu lesen. Allerdings hatte ich meine Probleme mit der zeitlichen Einordnung der Geschichte. Der Anfang spielt offensichtlich zu dem Zeitpunkt, als Rhodan noch im Sol-System weilt. Zumindest scheint die MAGELLAN noch nicht nach Arkon aufgebrochen zu sein. Das Ronald Tekener kurze Zeit später auf Siga aus einem Zeitbrunnen krabbelt, kann ich irgendwie noch verstehen. Das Ding heißt ja Zeitbrunnen. Aber Rhodan muss vor seinem Abflug mit der MAGELLAN mitbekommen haben, dass der Kreell-Block mit Leyden gestohlen worden ist. Davon war aber nie die Rede.

Was mich ebenfalls etwas irritiert hat, dass Gorrawaan der Planet aus NEO 217 ebenfalls eine Planetenmaschine gewesen ist. Das ist bei mir nicht hängengeblieben. Im entsprechenden Roman war nur die Rede von einem Konstrukt, das jetzt als Bergbauwelt ausgeschlachtet wird. Ich kann mich weder an eine riesige Schlucht erinnern, die es dort gegen haben soll, noch daran, dass der Begriff Planetenmaschine gefallen wäre. Das es noch weitere solcher Planeten mit jenem uralten geheimnisvollen Innenleben gibt, überrascht mich. Wieso ist das niemandem zuvor aufgefallen? Weder den Memetern (die ja offensichtlich nicht die Erbauer sind), noch den Liduuri und auch nicht den Arkoniden. Zumindest scheint zu jedem dieser Planetenmaschinen ein Zeitbrunnen zu gehören. Was signalisiert, das beides miteinander in Verbindung steht. Das Dunkelleben scheint ebenfalls darin verwickelt zu sein.

Den Sprung von Arkon zurück in die Solare Union finde ich von den Exposé-Autoren ein bisschen gemein. Wartet man doch nägelkauend auf die Auflösung des Cliffhangers aus Band 222: Wird die CREST II zerstört? Wer von den Hauptfiguren findet sein Ende? Stattdessen bekommt man mit der Geschichte um Siga und Iratio Hondro am Ende einen weiteren Cliffhanger serviert, obwohl es im nächsten Roman wieder zurück nach Arkon geht. Das sind ja fast schon Borschsche (Schreibt man das so?) Verhältnisse. Zwischen NEO 1 bis 100 musste man oftmals mehrere Romane abwarten, bis ein Handlungsstrang weitergeführt wurde. Ich weiß nicht so recht, ob das für eine zweiwöchig erscheinende Serie eine so gute Idee ist. Warten wir es mal ab.

Die Geschichte reizt vor allem wegen ihrer skurrilen Charaktere. Darin hat es Rainer Schorm inzwischen zur Meisterschaft gebracht. Bei mir kamen Erinnerungen an Melbar Kasom und Lamy Danger hoch. Dieses mal heißen die zwei Cobol und Semper. Wobei? Wer kommt eigentlich auf die Idee einen Ertruser nach einer Programmiersprache zu benennen? Und es taucht zum ersten Mal bei NEO ein Oxtorner auf. Ich hatte schon sowas vermutet. Ich glaube immer noch, dass das Tier aus dem abgestürzten Mehandorfrachter in NEO 215 ein Okrill war.

Eine spannende Geschichte und ungewöhnliche Charaktere zeichnen »Die Planetenmaschine« aus. Nur die zeitliche Einordnung fand ich nicht so überzeugend. Dafür hat mir gut gefallen wie prophetisch der Text bisweilen war. Die Situation auf Siga zeigt viele Parallelen zur derzeitigen Corona-Krise.

Mein Lieblingsabsatz ist folgender: »Ich glaub nicht an eine Verschwörung … nur an eine Vertuschung. Oder das Bemühen, die Leute vor beunruhigenden Tatsachen zu schützen. Ich unterstelle keine negativen Gründe. Falsch ist es trotzdem. … Und die Taktik, Leute, die unangenehme Fragen stellen, die vielleicht nicht ins Weltbild passen, als Verschwörungstheoretiker zu bezeichnen, ist nicht neu. Damit versucht man nur, jemanden zu diskreditieren. Nennen wir’s einfach Rufschädigung. Man erspart sich eine sachliche Diskussion, die man eventuell verlieren würde.«

Großartig! Danke dafür.

Tod auf Archetz

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 222 – »Welt der Mehandor« von Lucy Guth & Michelle Stern

Die beiden Großraumschiffe der Terraner fliegen durch gefährliches Raumgebiet, um die geheime Haupthandelswelt der Mehandor zu erreichen. Auf Archetz werden in Zusammenarbeit mit den Posbis von der Marl-Sippe Transformkanonen hergestellt. Doch die Posbis sind vor allem an dem Zeitbrunnen interessiert, der sich auf Archetz befindet.

Perry Rhodan und seine Crew erreichen fast zum gleichen Zeitpunkt die Handelswelt, wie zwei der auferstandenen Imperatoren, die sich zu einer Inspektion angemeldet haben. Der Celista von Imperatrice Theta nutzt die Situation und verübt Sabotage an der Produktionsstätte. Das führt zusammen mit dem Experiment der Posbis am Zeitbrunnen zu einer katastrophalen Kettenreaktion, in deren Verlauf nicht nur viele sterben, sondern in der Vernichtung des Planeten gipfelt. Gucky kann Thora, Perry Rhodan und Torgen Shenn gerade noch in Sicherheit teleportieren. Jessica und Ronald Tekener werden scheinbar getötet.

Die MAGELLAN und die CREST II geraten auf der Flucht vor der gravitativen Vernichtungswelle an die Flotte des neuen Imperators Mascudar da Gonozal. Der hegt nur einen Wunsch: die Auslöschung der terranischen Barbaren. Unter dem Beschuss seiner Schiffe wird zuerst die MAGELLAN zerstört, dann gerät die CREST II in den Fokus der Waffen. Erwartet die das gleiche Schicksal?

Wow! Was für eine Geschichte. Was für ein Cliffhanger. Hier ziehen die Exposé-Autoren alle Register. Unterstützt von zwei fähigen Autorinnen, die die Geschichte spannend in Szene zu setzen wissen. Die Abläufe fühlen sich schlüssig an. Die Charakterisierung der Figuren kommt nicht zu kurz.

Das Feuerwerk, was auf Archetz abgebrannt wird, ist beispiellos in der NEO-Serie. Die Opfer unter den Mehandor und den Terranern sind gewaltig. Neben dem Celista Askhan Kuur finden auch die Posbis und der Fantan Lawwassatt den Tod, von der Crew der MAGELLAN unter dem Kommando von Conrad Deringhouse ganz zu schweigen. Perrys Mission geht gehörig schief. Am Ende bleibt nur ein Trost. Die arkonidische Flotte kann nicht weiter mit Transformkanonen ausgestattet werden.

Ich brenne darauf zu erfahren, wie es weitergeht und ob die CREST II ebenfalls zerstört wird. Doch im nächsten Band berichtet Rainer Schorm zunächst über das Schicksal von Ronald Tekener. Der hat sich zusammen mit seiner Schwester in den Zeitbrunnen gestürzt.

Ich habe selten eine so gut ausgedachte Geschichte gelesen, die mich absolut mitgerissen hat. An der einen oder anderen Stelle blieb mir schon mal die Luft weg. Da gibt es absolut nichts zu meckern. Entgegen meiner Befürchtungen entwickelt sich die Staffel zu einem echten Hammer. Das macht Lust auf mehr.

»Welt der Mehandor« ist bis zuletzt Spannung pur und grandiose Science Fiction auf überirdischem Niveau. Toll ausgedacht und toll geschrieben. Meine Empfehlung: unbedingt lesen!

Kauft jetzt Bücher! … Aber nicht bei Amazon!

Wer in den vergangenen Wochen Bücher oder DVDs beim Onlineriesen Amazon bestellt hat, wird festgestellt haben, dass die Lieferungen lange auf sich warten lassen. Der Onlinehändler schreibt dazu, dass er momentan Bestellungen mit Hygieneprodukten und Waren des täglichen Bedarfs Vorrang einräumt. An sich ist an dem natürlich nichts auszusetzen und ich schluckte das auch, als ich unlängst ein paar Bücher für unsere Nachbarin bestellte. Heute habe ich allerdings gelesen, dass Amazon die Bestellungen bei den Verlagen komplett eingestellt hat. Man wolle sich jetzt mehr auf Haushaltsprodukte konzentrieren.

»Spinnen die!«, war mein erster Gedanke. Der Verlagsbranche geht es ohnehin nicht gut. Im letzten Jahr ist ein großer Zwischenhändler Pleite gegangen, ein anderer hat viele Publikationen von kleinen Verlagen aus dem Sortiment genommen. Das heißt, wenn man im Buchladen nach den Büchern fragt, existieren die für den Buchhändler nicht.

Nun ist in diesem Monat nicht nur die so wichtige Buchmesse ausgefallen, jetzt mussten auch noch die Buchläden im ganzen Land schließen. Je nachdem wie lange die Krise dauert, werden einige nie wieder öffnen. Und jetzt das. Amazon nimmt den Verlagen ihre Bücher nicht mehr ab. Damit bricht auch noch der Onlinehandel weg. Was das für Verlage, Lektoren und Autoren bedeutet, kann sich eigentlich keiner vorstellen, der nicht direkt betroffen ist. Das ist die ultimative Katastrophe für den Literaturbetrieb. Wohl dem Verlag, der einen eigenen Online-Shop hat und frühzeitig auf E-Books gesetzt hat, wie viele Kleinverlage.

Also Leute, kauft Bücher und zwar direkt bei den Verlagen, oder bei den Buchhandlungen, die einen eigenen Online-Shop haben. Zeigt allen, dass man Amazon nicht braucht, um Bücher zu kaufen.

Chemische Reaktionen in Bildern

Quelle: Amazon.de

Die Chemikerin in mir ist mal wieder höchst erfreut, seit ich vor zwei Wochen in der Bahnhofsbuchhandlung den dritten Teil der Chemiebücher von Theodore Gray entdeckt habe. Nach den »Elementen« und den »Molekülen« kümmert er sich nun um die »Reaktionen« zwischen den beiden.

In gewohnt lockerer Weise stellt er die wichtigsten chemischen Reaktionen im Bild dar. Erklärt anhand von Grafiken wie sie vonstatten gehen und welche Produkte entstehen. Dazu haben er und der Fotograf Nick Mann die Reaktionen im heimischen Labor nachgestellt und eindrucksvoll dokumentiert. Das dies nicht immer unbeachtet blieb, erzählt er in ergänzenden Anekdoten. So kam es vor, dass plötzlich die Polizei vor seinem Anwesen in einer eher dünn besiedelnden Region der USA, auftauchte. Die Nachbarn hatten sich über die Knallgas-Explosionen beschwert. Die gleichen Nachbarn, die regelmäßig Schießübungen mit ihren Waffen veranstalten. Bloß kommt da keine Polizei vorbei.

Es sind vor allem diese kleinen Anekdoten, die das Buch so lesenswert machen. Abgesehen von den tollen Bildern und den sehr guten Erklärungen. Das ist nicht nur für Erwachsene spannend, sondern sollte auch Kinder und Jugendliche faszinieren. Denn Kinder sind von sich aus den Naturwissenschaften aufgeschlossen, wenn man sie früh genug heranführt und ihnen die Faszination von Chemie, Physik und Biologie vermittelt. Das Problem ist, das viele Eltern durch schlechte Erfahrungen in der Schule, ihren Schützlingen schon zeitig eintrichtern, dass Naturwissenschaften wie Chemie, schwierig und langweilig sind.

Theodore Gray beweist mit »Reaktionen« das dies nicht stimmt und die Chemie ein spannendes Feld voller Magie sein kann. Der vorliegende Bildband unterstreicht, dass Chemie Spaß machen und die Welt da draußen erklären kann.

Damit wäre die Trilogie vollständig. Mehr als zehn Jahre hat es gedauert, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Denn auch »Reaktionen« wird ein zeitloser Klassiker werden. Schließlich werden sich die Naturgesetze nicht so schnell ändern. Die 17 Euro für jedes der Bücher sind gut investiert.

»Reaktionen« erschien 2020 im Delphin Verlag und ist überall im Buchandel erhältlich.

Von Agenten und Besun

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 221 – »Ein neuer Feind« von Michelle Stern & Susan Schwartz

Nach der geglückten Flucht von Arkon I fliegen die MAGELLAN und die CREST II nach Aarakh Ranton. Sei wollen herausfinden, was hinter den Gerüchten um die »alten Herrscher« steckt. Prompt landen sie mitten im Aufmarschgebiet einer Flotte und werden in militärische Aktivitäten verstrickt.
Ashkan Kuur – einer der letzten loyalen Celistas der Imperatrice Empthon V. – gelingt es unter Einsatz seines Lebens, die Daten an die Menschen und Theta weiterzugeben. Einer der »Auferstandenen« ist Imperator Gonozal der Siebte – Atlans Vater.
Ein Fantan an Bord eines Mehandorschiffs gerät auf seiner Suche nach dem Besun seines Lebens in die Gefangenschaft des arkonidischen Militärs, kann jedoch von Gucky gerettet werden und unterstützt fortan Perry Rhodan bei der Suche nach der Antwort, wie die Arkoniden an Transformkanonen gekommen sind.

Nach der Leseprobe war ich alles andere als fasziniert von dem Roman. Ich hatte gerade den wunderbaren Band 220 von Oliver Plaschka gelesen und kam mit dem Actionreichen Romananfang der beiden Autorinnen gar nicht zurecht. Deshalb blieb dieser NEO verhältnismäßig lange liegen. Ein Fehler, denn die Agentengeschichte rund um Ashkan Kuur steigert sich zu einer spannenden Erzählung, auch wenn für meinen Geschmack mal wieder zu viel »Maske« gemacht wurde.

Thetas Celista entwickelt sich zu einer Figur mit enormer Tiefe, den man die Verzweiflung sofort abnimmt. Seine Flucht vor den Gefolgsleuten der neuen Herren und dem Militär offenbart viel über die arkonidische Kultur und ungewöhnliche Schauplätze. Kuurs Leben hängt dabei nicht nur einmal an einem seidenen Faden. Er windet sich mit Intelligenz und Kampfesmut durch alle Schwierigkeiten. Das hat mir außerordentlich gut gefallen. Den ausgefeilten Kampf- und Actionszenen nach zu urteilen, wurden die Kapitel von Susan Schwartz verfasst.

Für humorvolle Momente zwischendrin sorgt der Fantan Lawwassatt. Der Außerirdische, der auf einem Mehandorschiff reist, zieht mit seiner unbedarften Art nicht nur die Mehandor oder die Menschen in seinen Bann, sondern weiß auch mich als Leserin zu begeistern. Ich nehme mal an, dass diese Passagen von Michelle Stern stammen. Sie hat schon in der Vergangenheit ein glückliches Händchen für die nichthumanoiden Fantan bewiesen.

Die Staffel »Arkon erwacht« führt mit den ersten beiden Romanen auf höchst unterhaltsame Art und Weise in die Gesellschaft der Arkoniden ein. Das beliebteste Volk unter den PERRY RHODAN-Lesern hat in Laufe der Jahrzehnte einen beeindruckenden Hintergrund erhalten, aus dem die NEO-Serie schöpfen kann. Generationen von Autoren fügten den Arkoniden immer neue Facetten hinzu, so entstanden unvergleichliche Musterbeispiele an Kultur, Charakteren und Welten. Exposéautor Rüdiger Schäfer ist Experte für Arkon und das spürt man. Ich glaube, dass die Exposéarbeit bei dieser Staffel für ihn mit besonders viel Freude verknüpft war, auch wenn ich nicht mit all den arkonidischen Begriffen etwas anfangen konnte. Aber dafür gibt es ja die Perrypedia.

»Ein neuer Feind« ist ein lesenswerter Roman, der mich überrascht und begeistert hat. Den beiden Autorinnen ist es gelungen, eine Geschichte auf drei Ebenen zu erzählen, die mit viel Sympathie für ihre Figuren punktet.

Warp-Core

Ich hatte unlängst in der FanSzene, meiner Kolumne in der PERRY RHODAN Erstauflage, davon berichtet. Seit 2018 gibt es ein neues Online-Magazin, dass sich der Science Fiction verschrieben hat. Es richtet sich nicht nur an Star-Trek-Fans, sondern auch an Liebhaber anderer SF-Serien, wie Star Wars, Babylon 5, The Expanse oder PERRY RHODAN. Zu Letzterem finden sich sowohl Besprechungen für NEO als auch die aktuelle Erstauflage und die klassischen Heftromane. Bei Star Trek werden Episoden sowie Bücher aller Serien besprochen.

Der Gründer der Seite heißt Marco Golüke und ist als Redakteur verantwortlich für deren Inhalte. Er konnte in der Zwischenzeit eine Schar Gleichgesinnter um sich versammeln, die ihm Beiträge und Grafiken liefern. So erscheinen jeden Tag neue lesenswerte Texte, die Fans und Nerds rund um ihre Lieblingsserien informieren.

Seit einiger Zeit gehören auch PodCasts zum Repertoire. Unteranderem hörte ich in den vergangenen Tagen ein Gespräch zwischen Marco und meinem guten Freund Ben Calvin Hary, in dem sie sich über Science Fiction im allgemeinen und Star Trek und PERRY RHODAN im Besonderen unterhalten. Sie erzählen von ihren Erinnerungen an die Lieblingsserien ihrer Kindheit, diskutieren über die Synchronisation von Animationsfilmen bis hin zum Schreiben von Romanen und der Produktion von YouTube-Videos. Der mehrstündige PodCast erfordert ein wenig Zeit, aber es lohnt sich.

Warp-Core unterhält auch ein Diskussionsforum, in dem derzeit über »Star Trek: Picard« gesprochen wird, dafür ist eine APP sowie eine Anmeldung bei Discord notwendig. Ich schaue dort jeden Freitag vorbei und halte mich über die Meinungen der Fans auf dem Laufenden, hin und wieder diskutiere ich sogar mit.

Mit Warp-Core hat sich Marco Golüke einen Lebenstraum erfüllt – ein eigenes Science-Fiction-Magazin, in das er einen großen Teil seiner Freizeit steckt. Da gehts ihm wie mir mit der SOL, für die ich gern meine Zeit opfere.

Als besonders angenehm empfinde ich, dass er vollständig auf Werbeeinblendungen auf der Seite verzichtet. Das ist nicht selbstverständlich, schließlich kostet der Betrieb einer solchen Webseite Geld. Dafür besteht die Möglichkeit einer freiwilligen Spende oder der Besuch des Warp-Core-Shops, in dem passendes Merchandise zur Seite erhältlich ist.

Wer neugierig geworden ist, darf gern mal einen Blick auf Warp-Core riskieren. Ich verlinke die Seite ab sofort permanent in meinem Weblogs-Bereich.

PERRY RHODAN – Ein Leseversuch

Quelle: Lübbe Audio

Vor etwa einem Jahr schenkte ich einer Freundin die Hörbuchversion von Andreas Eschbachs Perryromanen. Als großer Fan von Andreas Eschbach hat sie schon einiges von ihm gelesen, nur an die PERRY RHODAN-Romane traute sie sich nicht ran.

Sie kommt wie ich aus der Star Trek-Ecke und hat von PERRY RHODAN bisher nur gehört, aber nie etwas gelesen. Weil sie lieber Hörbücher mag, habe ich ihr dann »Rückkehr nach Terra« zum Geburtstag geschenkt, in dem die ersten vier PR-Romane von Andreas Eschbach zusammengefasst sind. Inzwischen hat sie die Bücher durch und in ihrem Blog ihren Eindruck geschildert.

Klar ist es für jemand Unkundigen schwer, der nur Einzelromane aus verschiedenen Zyklen liest oder hört. Die Geschichten sind nicht abgeschlossen. Nicht für umsonst gilt PERRY RHODAN las die längste Fortsetzungsgeschichte der Welt. Vielleicht sind Einzelromane wie die PR-Extra-Ausgaben oder die Planetenromane besser für Quereinsteiger geeignet. Vielleicht sollte es mehr solcher Romane geben. Denn der Kosmos der PERRY RHODAN Serie kann auf einen Neuling schon ziemlich abschreckend wirken. Selbst die Zusammenfassungen in den »Zeitraffern«, oder in der Perrypedia können einen da schon entmutigen.

Ich gebe zu, dass ich auch nur einen Bruchteil der Romane kenne. Ich habe angefangen die Silberbände zu lesen, bin aber erstmal bei Band 31 stecken geblieben, weil mir das alte »Zeug« nicht so richtig zusagt. Der eklatante Frauenmangel ist in den früheren Bänden nochmal deutlich stärker als heute, dafür finde ich aber die Ansichten von damals fast schon wieder unterhaltsam. Außerdem überfordert es sogar mich als Schnellleserin, die Erstauflage, NEO und die Miniserien gleichzeitig zu lesen. Weshalb ich mich erstmal auf NEO konzentriere und nur hin und wieder mal einen Erstauflagen-Roman lese. Nämlich dann, wenn er von meinem Mann als sehr gut befunden wurde.

In diesem Jahr hat meine Freundin von mir die Hörbuchversion von »Perry Rhodan – Das größte Abenteuer« bekommen. Mal schauen wie ihr das gefällt.

Science Fiction als Jugendbuch

Quelle: Atlantis-Verlag

Heute muss ich einen unbedingten Lesetipp aussprechen.

Mein guter Freund Ben Calvin Hary hat den ersten Band seiner Jugendkrimi-Reihe herausgebracht. Weil ich an dem Projekt nicht ganz unbeteiligt bin und mich die Geschichte echt überzeugt hat, stelle ich den Roman kurz vor.

Leon findet im Park eine gläserne Kugel, durch die man in die Vergangenheit blicken kann. Seine Freunde Danny, Kat und Mira kommen damit einem Verbrechen an einem ihrer Mitschüler auf die Spur, dass sie aufklären wollen. Doch das ist nicht so einfach, denn es tauchen seltsame Fremde auf, die ihnen mit allen Mitteln die Kugel wieder abnehmen wollen. Denn die Kugel umgibt ein Geheimnis, das größer ist, als die Jugendlichen glauben.

Der Krimi spielt in Saarbrücken. Die alltäglichen Probleme mit denen sich die vier jungen Leute herumschlagen, dürften sich nicht sehr von denen andere Jugendlicher in Deutschland unterscheiden. Die Charaktere der ungleichen Freunde sind gut herausgearbeitet und glaubhaft geschildert. Der Autor kann sich gut in Jugendliche hineinversetzen. Das kann nicht jeder. Ich würde mir das nicht zutrauen.

Die Geschichte um die geheimnisvolle Zeitkugel ist ein spannendes und zugleich phantastisches Moment. Es bildet die Grundlage einer größeren Geschichte, die nach und nach enthüllt werden wird. Im ersten Teil erfährt man nur wenig zu den Hintergründen. Hauptsächlich klären die Freunde mit Hilfe der Kugel den Tot eines Mitschülers auf.

Man erlebt die Handlung aus der Sicht eines der Jugendlichen und lernt ihn und seine Familie immer besser kennen. In den nächsten Teilen werden anderen Mitglieder der Gruppe im Fokus stehen.

Das Stärkste an dem Roman war für mich, dass man als Leser, der einer älteren Generation angehört, unglaublich viel über die Gefahren lernt, die jungen Leuten heute im Internet drohen. Da hatte ich einige echte Aha-Momente und musste über manche Praktiken den Kopf schütteln. Dabei ist mir durchaus klar, dass ich, hätte ich damals die Möglichkeiten gehabt, sie wahrscheinlich auch genutzt hätte.

Ich hatte jedenfalls sehr viel Spaß beim Testlesen und bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird. Die Mischung aus Krimi, Jugendbuch und Science Fiction ist Ben mit dem Roman eindeutig geglückt. Ich finde es absolut lesenswert.