Der große Abschied

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 279 – »Leticrons Fall« von Rüdiger Schäfer

Eine Flotte aus 10.000 Tesserakten taucht am Rand des Solsystems auf. Die Posbis stellen den Überschweren ein Ultimatum. Wenn Leticron und seine Flotte nicht innerhalb von 48 Stunden die Lokale Blase verlassen, greifen die Tesserakte an.
Perry Rhodan fliegt daraufhin mit der FAIRY ins Sonnensystem, um Schlimmeres zu verhindern.
Leticron antwortet selbst mit einem Ultimatum. Sollten die Posbis angreifen, wird er drei Arkonbomben auf dem Mars zünden und damit den Planeten zusammen mit der im Solsystem zurückgebliebenen Menschheit auslöschen.
Entgegen den Warnungen seiner Freunde stellt sich Perry Rhodan dem Überschweren, um zu verhandeln. Er will den Mars und die restlichen Planeten des Solsystems vor den Auswirkungen einer Raumschlacht zwischen Posbis und Überschweren zu bewahren.
Zwei der Bomben können von Mitgliedern des marsianischen Widerstands erobert und entschärft werden. An die Dritte jedoch kommen Rhodans Sohn Thomas und Jessica Tekener selbst mit Gucky Hilfe nicht heran.
Als Leticron droht, diese Bombe zu zünden, taucht Dao-Lin-H’ay auf und warnt ihn. Als er sich weigert den Finger vom Auslöser zu nehmen, bittet sie Alaska Saedelaere die Maske abzunehmen und Leticron zu zeigen, welche Bedrohung sie alle erwartet, wenn er nicht ihrem Plan folgt. Der Überschwere ist von dem Anblick so eingeschüchtert, dass er aufgibt und seine Flotte aus allen Sonnensystemen der Kolonien und dem Solsystem abzieht und sich nach M13 zurückzieht.
Die Regierung der Terranischen Union, die Bewohner des Mars und der Kolonien sowie der SOL sind erleichtert. Drei Tage später jedoch bricht Perry Rhodan in der Zentrale der SOL zusammen und stirbt.

»This is not the end. This is only goodbye« Mit diesen Worten aus einem Songtext von Amy MacDonald lässt sich der Roman zusammenfassen. Es ist kein endgültiges Ende von Leticron. Das wäre auch zu unbefriedigend gewesen, nachdem der Überschwere in der gleichnamigen Staffel viel zu wenig präsent war. Nun zieht er sich in das von ihm eroberte Arkonsystem zurück. Er verabschiedet sich sozusagen aus der aktuellen Handlung und wird sicher irgendwann zurückschlagen.

Auch Perry Rhodan verabschiedet sich. Wie aus den Ankündigungen der Redaktion zu lesen war, geht Rhodans Gehirn auf eine Reise in eine ferne Galaxie. Das klingt zwar vielversprechend. Ich bin dennoch ein wenig enttäuscht, dass sich Leticron so einfach fügt. Da hätte ich mir mehr Konflikt gewünscht. Wobei das schwer ist, da man den Überschweren für meinen Geschmack zu übermächtig gemacht hat. Zumindest findet Leticrons skrupellose Geliebte Kyuna den Tod.

Rüdiger Schäfer erklärt in diesem Roman einiges aus der Zeit Leticrons, bevor er ins Solsystem eingefallen ist. Die Kapitel aus Alaska Saedealaers Perspektive geschrieben, sind allerdings etwas eigenwillig nichtlinear angeordnet. Da hätte ein kleiner Hinweis auf die Handlungszeit größere Verwirrung verhindert. Ich habe ein paarmal hin- und herblättern müssen. Zumindest erfahren wir, woher Leticron die Transformkanonen hat. Obwohl mir bisher nicht bewusst war, dass die arkonidische Flotte auch über Transformkanonen verfügte. Es gibt nach der Zerstörung von Archetz also mindestens einen weiteren Ort, an dem die Mehandor in Kooperation mit den Posbis Transformkanonen bauen. Nun, vielleicht gehört diese ungewöhnliche Kooperation ebenfalls zum Langzeitplan der Schwestern der Tiefe.

Thomas Rhodan da Zoltras Einsatz auf dem Mars, Rhodans Diskussion mit Leticron und die Sorge Reginald Bulls sind glaubhaft und spannend verfasst. In die Dialoge hat der Autor viele Gedanken eingebracht, die genauso gut zum derzeitigen Krieg in Osteuropa passen. Man merkt, dass Rüdiger Schäfer das Thema Krieg emotional sehr beschäftigt.

Überraschend ist für mich das Auftauchen der Kartanin. Hier wird wieder auf die kosmische Bedrohung angespielt und wenig bis gar nichts verraten. Nachdem sich das Nonagon wieder einschaltet, kurz bevor Perry Rhodan tot zusammenbricht, nehme ich an, dass wir in den nächsten Staffeln wieder etwas über das Dunkelleben lesen werden.

Wer die Romanzusammenfassung liest, wird feststellen, dass sie etwas kürzer ausfällt. Das liegt daran, dass die Haupthandlung nur etwa zwei Drittel des Romans ausmacht. Im verbliebenen Drittel zeigt uns der Autor wie es dem einen oder anderem Charakter geht, der im Laufe der vergangenen Staffel eine Rolle spielte. Mit den kurzen Schlaglichtartigen Kapiteln zieht der Autor gleichzeitig ein Fazit und bringt uns Leser auf den aktuellen Stand.

Das hat mir im Grunde gut gefallen. Nur bei dem Kapitel zu Sofgart war ich etwas verwirrt. Wann ist der Arkonide auf die SOL zurückgekehrt? Er war zuletzt im Akonsystem in M3. Hätte er überhaupt innerhalb der kurzen Zeit zwischen Band 273 und 279 die knapp 30.000 Lichtjahre aus M3 in die Milchstraße überwinden können? Ich denke, da wäre ein kleiner Nebensatz hilfreich gewesen.

Mit »Leticrons Fall« hat mich Rüdiger Schäfer wieder mit NEO versöhnt. Nach den letzten etwas unbefriedigenden Romanen hatte ich nämlich meine Zweifel, ob ich die Serie weiterlesen möchte.

Irrfahrt durch die Vergangenheit

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 274 – »Alaskas Odyssee« von Rüdiger Schäfer

Der in der Vergangenheit gestrandete Alaska Saedelaere wird kurz vor seinem Tod von einer Springersippe gerettet. Er bleibt eine Weile bei ihnen, bevor er sich auf die Suche nach der Mehandor Katrinka macht, die er bei seinem Besuch auf Archetz kennengelernt hatte. Die beiden verbindet mehr als die große Liebe, auch sie wurde von Perry Rhodan zurückgelassen, wie Alaska selbst.
Zusammen mit der Wissenschaftlerin verlebt Alaska ein paar schöne Jahre, dann kommt ihnen ein Kopfgeldjäger auf die Spur, der den Auftrag hat, Katrinka zu töten, weil sie zu viel über Patriarch Titon, dem Herrscher von Archetz weiß. Lange Zeit fliehen sie kreuz und quer durch M13, können dem Kopfgeldjäger aber nicht auf Dauer entkommen. Am Ende wird Katrinka auf Arkon I von einem Giftpfeil getroffen und stirbt.
Alaska ist verzweifelt und denkt daran Selbstmord zu begehen. Da taucht Dao-Lin-H’ay auf und verspricht ihm die Rückkehr in seine Zukunft, wenn er ihren Anweisungen Folge leistet. Die Katzenfrau ist Alaska nicht unbekannt. Seit seiner Kindheit ist sie immer wieder in seinem Leben aufgetaucht, doch er hat sie stets für ein Hirngespinst gehalten. Sie schickt Alaska zunächst zu einem abgelegenen Planeten. Auf dem er den neunten Atorakt findet und dieser sich auf sein Gesicht legt. Der sogenannte Imprint, hat die Nebenwirkung, dass nun jeder, der Alaska ansieht, stirbt. Deshalb fertigt er sich eine Maske an.
Dao-Lin-H’ay schickt ihn weiter. An den Koordinaten auf einem Wüstenplaneten trifft er auf den Überschweren Leticron. Auch ihm ist Dao-Lin-H’ay erschienen. Leticron braucht Alaska für seinen großen Plan und bietet ihm eine Zusammenarbeit an. Der Überschwere hat in den vergangenen Jahrzehnten eine riesige Flotte geschaffen und eine Armee aufgestellt, mit der er in der Zukunft ein neues Reich errichten will. Nachdem die Arkoniden dabei sind die Überschweren komplett aus der Gegenwart zu tilgen.
Zusammen mit Leticron, seinen Schiffen und einer Million Kriegern begibt Alaska sich in Tiefschlaf, um die nächsten 10.000 Jahre zu überdauern.

Der Roman hat mir erneut keine Tränen oder auch nur den Hauch von Mitleid für Alaska Saedelaere beschert. Ich werde nach wie vor nicht warm mit dem Charakter. Obwohl er sich in diesem Roman nicht ganz so blauäugig anstellt. Das ist unteranderem das Ergebnis seiner Erlebnisse nach seinem Zurückbleiben in der Vergangenheit, die glaubhaft geschildert werden. Obwohl von dem schüchternen Techniker aus Ben Calvin Harys Roman »Die Imperatrix« (NEO 261) nicht mehr allzu viel übrigen geblieben ist. Im Roman vergehen mehrere Jahrzehnte und die Erfahrung, die den zunächst jungen Alaska prägen, verändern ihn dementsprechend. Rüdiger Schäfer gibt der Figur eine Hintergrundgeschichte und bereitet sie für die Ereignisse in der Gegenwart der SOL vor. Mehr aber auch nicht.

Der für seine Charakterromane bekannte Autor vermag sich eigentlich gut in seine Figuren hineinzuversetzen und auch die Leser mitzureißen. Warum es ihm bei Alaska Saedelaere nicht so richtig gelingen will, weiß ich nicht. Aber »Alaskas Odyssee« kommt nicht an die Vielzahl herausragender Romane des Autors aus der Vergangenheit heran.

Allerdings birgt der Roman ein paar Überraschungen, die ich so nicht erwartet hatte. Eine davon ist das direkte Eingreifen der Schwestern der Tiefe. Dao-Lin-H’ay sagt, dass sie versucht, mit Alaska die veränderte Zeitlinie zu korrigieren. Leider ist nach wie vor nicht klar, wer die Gegner in diesem »temporalen« Krieg sind. Eine weitere Überraschung ist Atlans Mutter – die Imperatrix – die auf Leticrons Schiff im Kälteschlaf liegt.

Auch wenn Rüdiger Schäfer sehr viel für die Glaubwürdigkeit der Handlung tut, bleibt bei mir dann doch ein Stirnrunzeln zurück. Ich rede dabei nicht vom Atorakt, der sich als Imprint auf Alaskas Gesicht legt – im Übrigen eine originelle Idee, die sehr gut mit der Gesamthandlung der Serie verzahnt ist. Mir bereitet etwas anderes Kopfschmerzen: Ich glaube nicht so recht, dass die Walzenschiffe der Überschweren 10.000 Jahre in unterplanetaren Silos überdauern, und anschließend noch funktionieren. Selbst mit Wartung geht die beste Technik über lange Zeiträume kaputt, einfach weil das Material altert. Noch schlimmer ist es, wenn sie nicht benutzt wird. 10.000 Jahre sind eine sehr lange Zeit für Technologie, selbst für arkonidische. Das halte ich für kaum möglich, außer es gibt einen nichtgenannten Faktor, der irgendwann in den kommenden Romanen erwähnt wird.

Literatur ist immer ein Spiegel ihrer Zeit und so finden sich viele Anspielungen auf die derzeitige politische und gesellschaftliche Situation zwischen den Zeilen des Buches wieder. Vermutlich wird das nicht jeden freuen, aber Geschichte wiederholt sich nunmal. Eine Tatsache, die wir gerade wieder einmal lernen müssen. So lange eine positive Zukunftsvision im Vordergrund steht, ist alles gut.

»Alaskas Odyssee« erzählt die Lebensgeschichte eines Menschen, dessen Rolle in der Serie noch nicht ganz klar zu sein scheint und auch nicht, auf wessen Seite er steht. Bei der Figur ist noch viel Gestaltungspotential offen, bei der Staffelübergreifenden Handlung ohnehin. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Alaska auf Abwegen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 269 – »Der neunte Atorakt«

Nur ein Atorakt fehlt den Terranern noch, um das Set zu vervollkommnen und mit dessen Energie in die Gegenwart zurückzukehren. Die SOL fliegt nach Archetz, weil der Atorakt in einem Labor der Mehandor vermutet wird. Perry, Thora, Atlan, Mirona, Sofgart und Alaska landen maskiert auf der Handelswelt. Doch die Annäherung der Atorakte führt zu ungeahnten Wechselwirkungen, so dass die planetare Energieversorgung einen Blackout erleidet. Wie bei einem EMP fällt plötzlich jegliche Technologie aus. Rhodan kann den Gleiter notlanden und Gucky die Mitglieder des Außenteams in Sicherheit teleportieren.
Doch Alaska Saedelaere dreht durch und rennt davon. Er rettet die Mehandor Katrinka, die zufälligerweise die Leiterin des Instituts ist, das den Atorakt erforscht. Zusammen brechen sie zum Institut auf.
Dort hat die Gruppe um Rhodan schon den Atorakt erreicht. Der neunte Atorakt schließt sich freiwillig den anderen Acht an und der Stromausfall endet abrupt. Alaska kommt mit Katrinka gerade rechtzeitig, um Rhodans Gruppe an den Einsatzkräften der Mehandor vorbeizuschleusen. Als Preis möchte die Wissenschaftlerin Informationen über die Atorakte. Ein Angriff der Sicherheitskräfte macht das unmöglich.
Gucky kann Rhodan und das Team gerade noch auf die von Atlan herbeigerufene GARTAVOUR teleportieren. Sie fliegen zurück zur SOL, und weiter zur Elysischen Welt, die sich zu diesem Zeitpunkt weit draußen im Leerraum befindet.
Mittels des dortigen Zeitbrunnens und der Atorakte will der Loower Pankha-Skrin ein temporales Portal öffnen, durch das die SOL vielleicht in ihre Gegenwart zurückkehrt. Auch wenn nicht alle an Bord das riskante Verfahren begrüßen, starten die Wissenschaftler der SOL die Prozedur. Als plötzlich Leticron und die Überschweren auftauchen, droht alles zu scheitern. Alaska Saedelaere soll mit einer Korvette von außen die Prozedur beschleunigen helfen. Sein Schiff wird getroffen und die SOL fliegt ohne ihn durch das Portal.

Der Roman ist einer der wenigen NEOs von Rüdiger Schäfer, die mich so gar nicht fesseln konnten. Das lag an mehreren Dingen. Vor allem aber an der Charakterisierung der Hauptfigur.

Alaska taucht schon in Band 261 auf. Ben Calvin Hary hat den technikversierten Nerd mit den sozialen Defiziten recht gut beschrieben. Sein Alaska ist zwar auch der schüchterne Junge, der Angst vor der eigenen Courage hat und sich bei Außeneinsätzen unwohl fühlt. Doch er zeigte seine Kompetenz und trägt maßgeblich zur Lösung des Problem bei. Rüdiger Schäfers Alaska ist ein Waschlappen, jemand der vor Ehrfurcht erstarrt und gleich mehrere dumme Fehler macht. Seine Kompetenz wird zwar immer wieder beschworen, aber bis zum Schluss nicht gezeigt. Seine Zuneigung zu Katrinka ist genauso albern, wie seine Ehrfurcht vor Mirona Thetin. Jemand mit soviel mangelndem Selbstbewusstsein hat auf einer Außenmission nichts zu suchen. Es ist ohnehin fraglich, wie er überhaupt zum Dienst auf die SOL kommen konnte. Zumal ich mich die ganze Zeit über gefragt habe, warum sie ihn überhaupt nach Archetz mitgenommen haben, wenn die Atorakte ohnehin ein Eigenleben zu führen scheinen. Als er sich dann aufregt, das Rhodan die Institutsleiterin zurücklässt, bin ich glatt ausgerastet. Die Figur war an dieser Stelle dumm, schwach und überflüssig. Das reißt selbst sein heldenhafter Einsatz am Schluss der Geschichte nicht raus. Das Risiko hätte ihm klar sein müssen, als er sich für den Einsatz gemeldet hat. Nachträglich Perry Rhodan zu beschuldigen, er hätte ihn zurückgelassen, hat etwas von einem trotzigen Kind.

Und hier kommen wir auch gleich zum zweiten Punkt. Rüdiger Schäfer schreibt es so, als wäre es Alaskas erste Außenmission. »Mister Saedelaere, nehme ich an?« fragt Perry Rhodan, als ob sie sich nicht kennen würden. Moment mal! War sein Einsatz in der arkonidischen Überwachungszentrale auf Salex IV kein Außeneinsatz und hat Alaska da nicht mit Atlan, Perry und Thora zusammengearbeitet, oder war das ein anderer Alaska … Sorry, aber so ein Schnitzer darf einem Exposéautor nicht passieren.

Dritter Punkt ist die doch recht konstruierte Handlung. Da bewegt sich der Autor oftmals auf sehr dünnem Eis. Es gab so viel Zufälle, so viele Ungereimtheiten, dass mir schwindelte. Die Atorakte reagieren miteinander und lösen eine Art Elektromagnetischen Impuls aus. Soweit so gut. Der Gleiter von Perry und seinem Team stürzt wie ein Stein vom Himmel, und in letzter Minute springen dann doch wieder die Triebwerke an, damit das Gerät nicht völlig auf dem Boden zerschellt … Wenn bei einem Flugzeug das Triebwerk ausfällt, heißt das nicht, das es wie ein Stein zu Boden fällt. Es kann in einen Gleitflug übergehen, wenn alles intakt ist. Die Gleiter der Mehandor arbeiten mit Antigrav, wenn der ausfällt, sollten die Dinger auch ladefähig sein, alles andere wäre Ingenieurtechnische Dummheit. Das macht keiner, selbst die Mehandor sollten Redundanzsysteme haben, mit denen man einen Gleiter auch ohne Antrieb notlanden kann. Das heißt nicht, dass es eine saubere Landung sein muss.

Beim Eindringen in das Institut treffen Rhodan und die anderen niemanden an? Kein Mitarbeiter, keiner der zurückgeblieben ist, niemand der sie aufhält? Okay! Aber als sie flüchten kommen sie dann zu einer Frachtrampe, auf der die Leute normal arbeiten, als habe es keinen EMP zuvor gegeben. Und genau hier, werden sie ohne zu fragen von Sicherheitskräften beschossen. Die Mehandor nehmen offensichtlich sogar in Kauf die Institutsleiterin zu töten. Wobei in dem Chaos überhaupt nicht klar ist, wer da jetzt eigentlich schießt und warum.

Das beste war aber Rhodans Bemerkung zu Alaska, dass sie die Zeitlinie nicht verändern dürfen und es daher besser wäre, wenn Katrinka keine Informationen über die Technologie der Atorakte bekommt. Und dann hauen sie mit der GARTAVOUR ab und lassen eine nagelneue Space-Disk der SOL auf dem Raumhafen zurück. Technik, die den Mehandor 10.000 Jahre voraus ist. Frage: warum sind sie nicht gleich mit der GARTAVOUR geflogen?

Die besten Kapitel sind in meinen Augen die um den Versorgungsoffizier Rog Fanther und seine Gruppe »Querdenker«, für die die Prozedur mit den Atorakten zu unsicher ist und die sich lieber mit einer geklauten Korvette und ein paar Kälteschlafkapseln aus dem Staub machen. Da spielte die Musik. Das ist doch der eigentliche Konflikt, dem man mehr Raum hätte geben können.

Den Angriff der Überschweren habe ich nicht so richtig verstanden. Sie kommen, schießen und sind plötzlich wieder weg. Was wollte Leticron erreichen? Die SOL stoppen? Warum hört er dann auf, auf sie zu schießen? Das ging mir zu schnell und war mir zu unverständlich.

Ich glaube, »Der neunte Atorakt« ist der erste Roman von Rüdiger Schäfer, bei dem ich kein Taschentuch gebraucht habe. Seine Charakterisierung von Alaska Saedelaere hat bei mir nicht gezündet. Und durch die vielen Kleinigkeiten, die mir das Lesen vergällt haben, ist es für mich keine gute Geschichte und auch kein grandioser Staffelabschluss.

Das Cover von Dirk Schulz finde ich dagegen richtig stark.

Das Leticron-Dilemma

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 264 – »Leticrons List« von Rüdiger Schäfer

Die Überschweren haben sich fünf Monate nach dem Verschwinden von Erde und Mond im Solsystem eingenistet und treiben ihre Expansion weiter voran. Nach und nach machen sie aus dem Solsystem und den Kolonien der Terraner eine Waffenschmiede. Aber auch die Ferronen und die Topsider wurden von ihnen versklavet und arbeiten für Leticrons großes Ziel – die Eroberung Andromedas.
Reginald Bull muss gute Miene zum bösen Spiel machen. Er versucht unter Leticrons Herrschaft den verbliebenen Terranern auf dem Mars und den Monden im Sonnensystem, so viele Freiheiten wie möglich zu erhalten. So muss sich auch die Widerstandsgruppe »Ares« unter ihrem Führer Zeus zurücknehmen, wenn die fragilen Zugeständnisse erhaltenbleiben sollen.
Doch es gibt eine Menge Leute, die unter der Herrschaft der Überschweren zu leiden haben. Einer von ihnen ist Harkon von Bass-Teth. Der Akone strandete beim Transfer von Erde und Mond ins Akonsystem auf dem Mars. Der Positronikspezialist möchte eigentlich nur nach Hause, und dafür greift er auf die verschlüsselten Informationen der Terraner und Überschweren zu. Das bleibt nicht lange unentdeckt. Harkon wird gefangen genommen und in ein Umerziehungslager der Überschweren verfrachtet. Dort kommt er noch ganz anderen Geheimnissen auf die Spur und wendet sich in seiner Verzweiflung an »Ares«.
Thomas Rhodan da Zoltral und Ronald Tekener werden von Zeus beauftragt, den Akonen zu befreien, was ihnen auch gelingt. Doch Leticron hat damit gerechnet. Er will Rhodans Sohn zu seinem Verbündeten machen und stellt ihm eine Falle. Als Köder nutzt er etwas dem Thomas nicht widerstehen kann – die wiedererwachte Jessica Tekener.

Beim vorletzten Kapitel dachte ich noch: »Das ist mal ein NEO von Rüdiger Schäfer, bei dem ich kein Taschentuch brauche.« Und dann schafft er es doch, mir im letzten Kapitel noch die Tränen in die Augen zu treiben. Also wirklich …

Zehn Bände hat es gebraucht, bis der Handlungsbogen um Leticron im Solsystem fortgesetzt wurde. Ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt. Aber das, was Rüdiger Schäfer daraus macht, ist spannend und meist auch glaubwürdig.

Zum einen ist da der Akone Harkon von Bass-Thet, der sich nach fünf Monaten auf dem Mars so leidlich in die Gesellschaft der Menschen integriert hat. Als Positronikspezialist weiß er inzwischen, wohin es Erde und Mond verschlagen hat. Er traut sich aber nicht, mit der Führung der Terraner Kontakt aufzunehmen, weil er befürchtet von den Überschweren entdeckt zu werden. Was letztendlich trotzdem passiert. Der Charakter des Akonen ist ein wenig zwiespältig. Einerseits hat er Angst und hält sich selbst für einen Feigling, andererseits hackt er sich immer wieder in die Positroniken der Terraner und Überschweren. So groß kann seine Feigheit dann doch nicht sein.

Weitere Handlungsträger sind Thomas Rhodan da Zoltral und Ronald Tekener, die sich immer noch nicht riechen können, aber gemeinsam für »Ares« in den Einsatz gehen. Erst am Ende sind sie sich einig, wenn es darum geht, Jessica Tekener aus den Fängen von Leticron zu befreien. Wenn man die Kapitel liest, hat man den Eindruck, es mit jungen, durchtrainierten Menschen um die dreißig zu tun zu haben. Allerdings sollte man sich vor Augen führen, dass Thomas 62, Ronald 66 und Jessica schon 70 ist. Zwar wird immer wieder erklärt, dass die Menschen im Jahr 2102 viel älter werden und länger jung bleiben. Aber dennoch wünschte ich mir, man würde dem ein bisschen mehr gerecht werden und sei es nur, in dem man auf die größere Lebenserfahrung hinweist. Zumindest werden die drei erst einmal sauber geparkt.

Die tragischste Figur des Roman ist aber Reginald Bull. Der Protektor hat sich in seine Rolle als Gon-Shial – dem Verkünder von Leticrons Worten – gefügt, auch wenn sich jede Faser seines Körpers dagegen sträubt. Er arrangiert sich mit den Feind, um die verbliebenen Terraner und Kolonisten vor den Repressalien der Überschweren zu schützen. Zumindest findet er in Administratorin Stella Michelsen eine neue Partnerin.

Leticron bleibt auch in diesem Roman weitgehend undurchsichtig. Wir als Leser wissen inzwischen, woher er kommt, aber seine Ziele sind nach wie vor unklar. Ist es tatsächlich Andromeda, das er seinem Imperium einverleiben möchte? Aber warum und vor allem wie? Seine Raumschiffe scheinen nicht in der Lage, die große Leere zwischen den Galaxien zu überbrücken. Und wer ist der geheimnisvolle Mann mit der Maske und warum hört Leticron auf ihn? Fragen, die noch zu beantworten sind.

Am Ende des Romans gibt es noch einen Zeitsprung von fünf Jahren. Hier erfahren wir einiges, was auf Terra und Luna im Akonsystem vor sich gegangen ist. 10 Millionen Eheverträge zwischen einem Akonen und einer Terranerin in knapp fünf Jahren? Und was ist mit den Männern, heiraten die keine Akoninnen? Oder die Schwulen, Lesben und Diversen? Sollte hier gegendert werden? Wenn, dann ist das ziemlich in die Hose gegangen. Wobei ich mir 7000 Eheverträge pro Tag nicht so wirklich vorstellen kann, aber …

Einige Dinge bleiben wegen dem Zeitsprung am Ende auf der Strecke. Nicht aufgeklärt wird zum Beispiel das Schicksal von Harkon. Konnte er mit einem Kurierschiff nach Akon zurückkehren? Überhaupt, warum kriegen die Überschweren den Kontakt zwischen Erde und Akon innerhalb eines so langen Zeitraums nicht mit, nachdem Leticron schon Verdacht geschöpft hat? Und wieso ist dieser Kontakt einseitig? Bull bekommt Nachricht von seinen Töchtern, schreibt aber in all der Zeit nicht einmal zurück, dass er jetzt verheiratet ist? Und was wurde aus den Opfern der Umerziehungslager? Sind die Leute nun gestorben, denen die Behandlung mit den Amöbophagen offenbar nicht bekommen ist? Hat Reginald Bull Leticron überhaupt darauf angesprochen? In den fünf Jahren sind da sicher eine Menge Menschen zu Schaden gekommen. Auch hier wird ein wichtiger Erzählstrang nicht bis zu Ende geführt.

»Leticrons List« ist eigentlich keine, denn außer, dass er mit Jessica Tekener Thomas Rhodan da Zoltral anlocken will, sehe ich keine wirkliche List in den Plänen des Überschweren. Ihm muss klar sein, dass Rhodans Sohn sich nicht so einfach übers Ohr hauen lässt. Daher ist der Titel des Romans ein wenig irreführend. Ja, er ist spannend und emotional geschrieben, aber es fehlen am Ende ein paar Details, um die Geschichte rund zu machen. Durch den Zeitsprung nimmt der Autor der Geschichte außerdem einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit. Schade!

Höhen und Tiefen

Quelle: Perrypedia

Ich bin enttäuscht.

Die Staffel hat so gut begonnen und bis zu Band 256 hielt ich sie für beste NEO-Staffel überhaupt. Doch dann begann das hochaufgetürmte Kartenhaus nach und nach zusammenzufallen. An den Autoren der Einzelbände liegt es nicht. An der stilistischen Qualität der Romane gibt es nichts auszusetzen. Es liegt mehr an der Tatsache, dass ich einen »Hammer« erwartet habe. Die Erwartungen wurde die ganze Zeit hochgehalten, man rätselte mit und hoffte, dass sich der Antagonist endlich zeigte. Doch nichts dergleichen passiert. Stattdessen wird man mit Erklärungen zu Quanteneffekten geradezu erstickt. Die Bodenständigkeit, die ich bei NEO bisher so gut fand, geht darin vollständig unter.

Anstatt sich in den letzten Romanen der Staffel mit den Quanteneffekten herumzuschlagen, hätte ich mir lieber einen Blick ins Akonsystem gewünscht. Ich hätte gern mehr erfahren über die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Akonen, oder wie sich die Situation auf die Bewohner beider Planeten auswirkt. Wie die Natur der Erde auf das veränderte Sonnenlicht reagiert, welche großen und kleinen Katastrophen die Menschen über sich ergehen lassen müssen.

Nicht zu vergessen der Konflikt mit den Überschweren im Solsystem. Der ging meiner Meinung nach komplett unter.

Hätte man die Reise der SOL nicht um eine Staffel nach hinten schieben können, um die umwälzenden Veränderungen auf Erde und Mond intensiver zu zeigen? Denn da liegt ein riesiges Potenzial an Geschichten begraben. Im gleichen Zug hätte man die Problematik im Solsystem zeigen können. Die »wasweißichwievielte« Invasion ist vom Thema her zwar nicht so spannend, aber das, was Rüdiger Schäfer in Band 254 zeigt, klingt vielversprechend. Gerade auch die Problematik mit dem Akonen, der sich plötzlich im Solsystem wiederfindet, hätte man weitererzählen können. Und zwar jetzt und nicht erst drei Staffeln später, wo sich kaum noch einer an die Figur erinnert.

Nun sind wir also wieder im Arkonsystem, auch das hätte man besser vorbereiten können, in dem man einen oder zwei Romane der Staffel auf Arkon hätte spielen lassen. So sieht es am Ende so aus, als wäre das immer der Plan gewesen. Wahrscheinlich ist es das auch, sowohl von den Autoren als auch von dem unbekannten Strippenzieher. Aber als Leser möchte ich überrascht werden und nicht merken, wie konstruiert der Plot ist. Das gefiel mir überhaupt nicht.

Ich denke mit Wehmut an Charaktere wie Auris von Las-Toór, an Gabrielle Montoya oder an Reginald Bull. Was für Geschichten hätte man da erzählen können, wenn man sich einfach die Zeit genommen hätte, anstatt eine quantenmechanische Bedrohung an die Nächste zu reihen.

Es ist grundsätzlich immer ein Problem, zu viele Erwartungen zu wecken und sie am Ende nicht einhalten zu können, weil das Gebilde, was man geschaffen hat, zu komplex geworden ist und einem über den Kopf wächst. Andererseits haben die Exprokraten von NEO weniger Planungssicherheit wie die der Erstauflage. Die Serie wird ja immer nur Staffel für Staffel verlängert. Sprich, es könnte jederzeit vorbei sein. Ich kann nachvollziehen, dass man da natürlich so viele Ideen wie möglich unterbringen möchte. Dann kann es schon mal vorkommen, dass es einen regelrechten Ideenstau gibt. Dennoch hätte ich nicht so viel in die Staffelhandlung gepackt. Wir wissen ja, weniger ist oft mehr. Oder wie sagte Robert Feldhoff: »Kompliziert wird es von allein.«

Rüdiger Schäfer erklärt in einem Kommentar warum die Staffel »Die Tiefe« heißt. Damit ist die Quantenebene als »tiefste« Existenzebenen gemeint. Gut gedacht, aber ich finde das dies nicht für jeden Leser naheliegend ist.

Von Akon nach Arkon

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 259 – »Quantentanz« von Rüdiger Schäfer

Atlan und Mirona Thetin werden bei der Untersuchung eines inaktiven Situationstransmitters in Andromeda mit der GARTAVOUR in den Transmitter gezogen. Sie kommen mitten im Arkonsystem in der Vergangenheit heraus. Auf der Suche nach Erklärungen landen sie auf Arkon I und werden von Atlans Mutter und einem bösen Doppelgänger Atlans bedroht. Sie können die beiden überwältigen und aus dem Kristallpalast fliehen. Da erreicht sie ein Notruf von Perry Rhodan.
Bei ihrem Flug in die Quantenquelle stößt die SOL im Kern auf ein Objekt, dessen Impulse für die Versetzung der Erde ins Akonsystem verantwortlich scheinen. Die neutralen Quanten werden vom Zeitträger Perry Rhodan angezogen und drohen das Schiff zu beschädigen. Um die SOL zu schützen, wechselt Rhodan auf die FAIRY. Dort taucht eine Projektion von Erik Leyden auf und erklärt, dass der Beschuss des Objektes im Kern notwenig ist. Perry Rhodan folgt diesem Vorschlag nur widerstrebend. Letztendlich führt der Beschuss dazu, dass die FAIRY in eine weitere Scheinrealität wechselt. Sie finden sich mitten in einem Flottenverband im Arkonsystem von vor 10.000 Jahren wieder. Da Rhodan auf Gegenwehr verzichtet, werden sie von der Arkonidischen Flotte nach ARKON III gebracht und dort in einem Hangar festgesetzt. Die Führungscrew um Rhodan wird von den Arkoniden verhaftet und vom Schiff gebracht. Mit Hilfe von Gucky gelangt Rhodan wieder auf die FAIRY, kann das Schiff zurückerobern und setzt einen Notruf ab, da er ahnt das Atlan in der Nähe sein muss.
Da greifen plötzlich Schiffe der Thetiser die Welten des Arkonsystems an. Gerade noch rechtzeitig können Thora und die anderen Mitglieder der Zentralebesatzung zurück auf die FAIRY flüchten und das Schiff starten. Atlan und Mirona eilen der FAIRY zu Hilfe, als sie von arkonidischen Schiffen aufgehalten wird. Gemeinsam flüchten sie aus dem System zurück in die Wolken aus neutralen Quanten, die das System umgeben und landen wieder in der Quantenquelle.
Inzwischen haben die Wissenschaftler auf der SOL herausgefunden, was zu tun ist. Das unbekannte Objekt im Kern muss mit mehr Energie beschossen werden, um es zu einer Reaktion zu zwingen. Die SOL, die Fairy, die GARTAVOUR und die DOLAN beschießen das Objekt gemeinsam. Die Schiffe werden in der Folge beschleunigt und kehren schließlich in den freien Weltraum zurück, wo sie von einer Flotte von Maahkschiffen empfangen werden. Sie können den unterlegenen Schiffen entkommen.
Weder innerhalb noch außerhalb der SOL gibt es Hinweise auf neutrale Quanten oder andere Effekte, wie sie für die Dunkelwolke in M3 typisch sind. Offensichtlich haben sie die Wolke verlassen und befinden sich jetzt in 30.000 Lichtjahren Entfernung zu M3. Aber nicht nur das, laut den Berechnungen von Leyden und Waringer wurden sie 10.000 Jahre in die Vergangenheit versetzt.

Es hatte mich schon gewundert, dass wir so lange nichts von Atlan gehört haben. Rüdiger Schäfer gilt als Experte von Arkon und des unsterblichen Arkoniden Atlan. Er verantwortete die Atlan-Fanzine-Serie von 1988-2001 und ist seit vielen Jahren Kontakter des Atlan Club Deutschland. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis er wieder über sein Lieblingsthema schreiben würde.

Nun sind wir wieder zurück im Tiga-Ranton der Arkoniden, zusammen mit Atlans Partnerin Mirona Thetin, die in Band 224 – »Besuch aus Andromeda« ebenfalls von Rüdiger Schäfer – behauptet hatte, schwanger zu sein. Seit dem sind zwölf Jahre vergangen und von einem Kind ist zwischen beiden keine Rede. Das irritiert mich etwas. Schauen wir mal, ob da noch etwas kommt.

Ansonsten erleben wir ein spannendes Abenteuer in einem wenn auch etwas veränderten Arkonsystem. Ein bisschen erinnerte mich vor allem der Auftritt von Atlan II an eine der Spiegeluniversumsfolgen bei Star Trek. Da gab es auch einen bösen Captain Kirk. Die Beschreibungen des Kristallpalastes und des arkonidischen Adels, aber auch Perry Rhodans unfreiwillige Exkursion mit der FAIRY nach Arkon III sind interessant und spannend geschrieben. Dennoch kommt mir das ganze Konstrukt mit den Neutern, dem Situationstransmitter und dem Kern der Quantenquelle etwas plotdriven vor. Da wollte jemand seine Figuren für die nächste Staffel in Position bringen. Das ist nicht unlauter, aber man wird das Gefühl nicht los, dass die Expokraten am Ende einer großartigen Staffel schnell zu einem neuen Schauplatz überleiten möchten.

Dabei hat der Roman einige sehr gute Szenen zu bieten. Zum Beispiel am Beginn, als Atlans Zellaktivator versagt und er glaubt sterben zu müssen oder die Konfrontation mit der arkonidischen Flotte. Ich wusste gar nicht, das Rüdiger Schäfer so humorvoll sein kann. Das Erik Leyden nun offenbar als holographische Projektion zurückgekehrt ist – wie auch immer das passiert ist – nehme ich mal so hin. Ob das zu diesem Zeitpunkt unbedingt notwendig gewesen wäre … weiß ich nicht. Der Loower Pankha-Skrin bekommt ebenfalls noch etwas zu tun, in dem er Perry Rhodans Aura als Zeitträger unterdrückt. Auch das wirkt mir zu konstruiert, so als müsse man ihm unbedingt noch etwas zu tun geben. Gucky spielt das Taxi und beschwert sich auch reichlich darüber. Die Figur hatte zwischenzeitlich mal mehr Tiefe.

Apropos Tiefe. Den Titel der Staffel halte ich für äußerst unglücklich gewählt, weil die Tiefe, so wie wir sie kennengelernt haben, nicht als solche gezeigt oder erwähnt wird. Ich vermute mal, dass die Dunkelwolke bzw. die Quantenblase in der die SOL operiert, die Tiefe sein soll. Die Phänomene ähneln denen, die Kai Hirdt in Band 247 »Welt jenseits der Zeit« beschreibt. Auch hier werden Gedanken Wirklichkeit.

Mein Fazit lautet: Es gab schon bessere Staffelabschlüsse, dennoch finde ich die Geschichte spannend erzählt und für Atlan-Fans ein absolutes Muss. Meine Erwartungen wurden allerdings nicht erfüllt. Warum das so ist, erzähle ich im Staffelrückblick.

Buchmesse mal anders

Am Wochenende war ich auf der Buchmesse Saar. Richtig gehört, es gab wieder eine Buchmesse, auf der man sich mit Autoren und Verlagsmitarbeitern treffen konnte, an richtigen Messeständen …

Nein, natürlich bin ich dafür nicht ins Saarland gefahren, das musste ich auch nicht. Die ganze Veranstaltung fand online statt. Jeder Verlag hatte einen eigenen kleinen dreidimensional gestalteten virtuellen Messestand, auf dem man sich umsehen und informieren konnte. Und wenn jemand da war, konnte man sich mit demjenigen mittels Videochat unterhalten. Ein clevere Idee, die auch die PERRY RHODAN-Redaktion genutzt hat. An drei Tagen standen Mitarbeiter aus der Redaktion und Autoren den Lesern Rede und Antwort.

Nun ja, wenn sich mehr Leser dorthin verirrt hätten und man ihnen zuvor klar erklärt hätte, wie das alles funktioniert. Am Freitag habe ich mich noch nicht getraut, da ich nicht wusste, wie ich an der »Live Beratung« teilnehmen konnte und was mich da erwartet. Bin ich dort allein oder sind andere auch dort? Ist das wie eine Zoom-Konferenz oder erwartet mich etwas ganz anderes? Da war sicher die Hemmschwelle gerade für viele ältere Leser einfach zu groß. Selbst internetaffine Menschen wie ich, die sich normalerweise nicht in den sozialen Medien tummeln, hatten Berührungsängste. Wenn man nicht weiß, was passiert, dann klickt man nicht so einfach auf einen Link. Sollte das Format in Zukunft weiter Bestand haben, dann müsste das im Voraus besser kommuniziert werden. Da reicht ein Link auf den Messestand nicht aus, der ist nämlich nicht selbsterklärend.

Diejenigen Fans, die nicht dort waren, haben aber definitiv etwas versäumt. Denn es war aus meiner Sicht eine schöne Gelegenheit mal wieder mit alten Bekannten zu plaudern. So führte ich am Samstagmittag fast zwei Stunden quasi ein Privatgespräch mit Rüdiger Schäfer über NEO und das PERRY RHODAN-Fandom. Am Nachmittag hatte ich dann eine nette Unterhaltung mit Ben Calvin Hary und einer jungen Frau, die gerade das Perryversum entdeckt. Am Freitag hatte Janina Zimmer aus der PERRY RHODAN-Redaktion »Standdienst.« Am Sonntag sollte Klaus N. Frick dort sein. Ob er da war, kann ich nicht sagen, denn es war keine Uhrzeit angegeben und kein Leser setzt sich stundenlang vor den Computer und wartet, bis die Live-Beratung irgendwann vielleicht mal freigeschaltet wird.

Übrigens auch die Autoren hatten kleinere Probleme mit der Technik. So konnte Rüdiger Schäfer mich zwar sehen, ich ihn aber nicht. Bei Ben hat es dann besser geklappt, auch wenn die Internetverbindung ab und zu schwächelte. Wie gesagt, ich glaube, das Format hätte sicher auch anderen Fans gut gefallen, aber die wenigsten haben es wahrgenommen oder haben sich nicht getraut.

Exemplarischer Schäfer

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band – »Die Exemplarische Instanz« von Rüdiger Schäfer

Die Überschweren haben im Handstreich das Solsystem eingenommen. Sie scheinen sehr viel über die Menschen zu wissen und setzen dieses Wissen strategisch ein. Protektor Reginald Bull setzt auf Kooperation mit den Invasoren, auch weil die dezimierte Terranische Flotte nicht in der Lage ist, gegen die Tausenden mit Transformkanonen bestückten Schiffe der Invasoren vorzugehen. Der Befehlshaber der Überschweren, Leticron, lässt sich auf dem Mars nieder und macht Bull zu seinem Handlanger. Später bricht Leticron mit einem Teil seiner Flotte ins Wegasystem auf, um auch die Ferronen in sein Sternenreich einzugliedern.
Auf dem Mars formiert sich derweil Widerstand. Einige Menschen wollen die Besatzung durch die Überschweren nicht hinnehmen und verüben einen Anschlag. Thomas Rhodan da Zoltral, der unter einer Tarnidentät auf dem Mars unterwegs ist, will sich die Rebellen näher ansehen.
Auch das Medizinische Zentrum auf Mimas wird von den Überschweren in Besitz genommen. Als Ronald Tekener seine Schwester beschützen will, gerät er mit zwei Überschweren zusammen. Bevor die ihm aber ernsthaft schaden können, bekommt er Unterstützung von Jennifer Thyron der Sicherheitschefin der Whistler Corporation. Gemeinsam fliehen sie von Mimas auf den Mars.

Rüdiger Schäfer weiß, wie man Frauen rumkriegt, zumindest als Leserinnen von NEO. Die Romanze zwischen Ronald Tekener und Jennifer Thyron war exzellent geschrieben mit der richtigen Dosis Humor und Romantik. Damit bekommt er mich eigentlich immer. (Thyron war übrigens in der Erstauflage lange Zeit Tekeners Frau.) Nur ihre Reise mit dem Müllfrachter war nicht gut durchdacht. Warum sollte Mimas seine medizinischen Abfälle erst mit einem Raumschiff auf den Mars schicken, um sie dann dort mittels Desintegratorentechnologie aufzulösen? Das hätte man auch auf Mimas machen können, zum einen weil es billiger wäre und zum anderen würde man die Gefahren minimieren, die ein Transport medizinischer Abfälle mit sich bringt. Außerdem müssen Tekener und Thyron zwei Tage ohne zu Trinken auskommen und sind am Ende noch so fit, dass sie einen drohenden Absturz aus dem Müllcontainer überleben. Das halte ich für realitätsfern. Da wäre ein Versorgungsfrachter, der Güter aus den Kolonien durch das Solsystem transportiert, glaubhafter gewesen.

Spannend ist ebenfalls der Handlungsstrang um Thomas Rhodan in seiner Tarnidentität. Er muss untertauchen, als das Quinto-Center von den Überschweren entdeckt und übernommen wird. Auf dem Mars kommt er nicht nur in Kontakt zu den Rebellen, die den Besatzern um Leticron Widerstand leisten, sondern er erfährt auch, dass das Langstrecken-Kurierschiff ERNSTING mit Neuigkeiten von der Erde und von Perry Rhodan im Solsystem eingetroffen ist. Das einzig nervige an den Kapitel ist, dass der Name von Thomas Rhodan da Zoltral in gefühlt jedem zweiten Absatz voll ausgeschrieben wird.

Nicht weniger bewegend ist Reginald Bulls »Auseinandersetzung« mit Leticron. Der Überschwere ist schwer einzuschätzen. Er gibt sich kumpelhaft aber verschlagen. Rüdiger Schäfer gelingt es sehr gut, den Konflikt darzustellen, den Bull mit sich selbst und seiner aufbrausenden Natur durchlebt. Um die Menschen im Solsystem zu schützen, muss er dem Besatzer bedingungslos gehorchen. Leticrons Ziele dagegen sind schwer zu fassen, zumal seine Herkunft nach wie vor ein Geheimnis bleibt. Viel wichtiger ist, dass er offenbar einen Verbündeten hat, der die Menschen sehr gut zu kennen scheint und von dessen Wissen Leticron profitiert. Der maskierte Mensch nennt sich Braas’cooi. Der Beschreibung nach, steckt kein anderer als Alaska Saedelaere hinter der Maske.

Die Handlungsebene im Solsystem finde ich nach diesem Roman fast noch spannender als Perrys Abenteuer mit der SOL in M3. Ich bin hin- und hergerissen, möchte ich jetzt doch wissen, wie die Geschichte um Leticron und die Terraner weitergeht. Was Leticron und die Überschweren angeht, bin ich mir sicher, das sie irgendwas mit den Mehandor Schwestern zu tun haben, die damals die Pläne der Transformkanone gestohlen haben. Offensichtlich sind sie nicht von einem Saurier gefressen worden, sondern vermutlich in die Vergangenheit gereist.

Noch zu erwähnen sind die kurzen Szenen über einen Akonen, der durch die Versetzung auf dem Mars materialisiert ist und von zwei Farmern gerettet wird. Auch da bin ich gespannt, wie es mit ihm weitergeht. Eines ist mir jedoch noch nicht klar: Was ist mit dem Planeten und seinem Mond aus dem Akon-System, stehen die jetzt anstelle der Erde, oder ist da nichts? Das wurde nicht explizit beschrieben.

»Die Exemplarische Instanz« ist ein typischer Roman von Rüdiger Schäfer, der die Charaktere in den Vordergrund stellt und mit viel Emotion eine ausgesprochen spannende Geschichte erzählt. Großartig.

Eine neue Epoche

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 250 – »Zeitenwende« von Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm

Um einer Auseinandersetzung mit einer Flotte von Kolonisten aus dem Weg zu gehen, versucht man den erdnahen Raum in ein Antitemporales Gezeitenfeld (ATG) zu hüllen und temporal so zu versetzen, dass Erde und Mond aus der Wirklichkeit verschwinden. Das Experiment geht gründlich schief. Nicht nur das beide Planeten, inklusive der CREST II und der halben Terranischen Flotte, um eine räumliche Distanz von 34000 Lichtjahren in den Kugelsternhaufen M 3 versetzt werden. Bei ihrer Ankunft im Akonsystem zerstören sie den Blauen Schirm, den die Akonen um ihr Sonnensystem gelegt haben, um sich abzuschotten. Zum Glück reagieren sowohl Terraner als auch Akonen besonnen. Es kommt zu einer friedlichen Verständigung. Recht schnell wird klar, dass eine Dunkelwolke in M 3 für die Versetzung von Erde und Mond ins Akonsystem verantwortlich ist. Doch für die Erkundung der Dunkelwolke benötigt man ein besonderes Schiff. NATHAN stellt daraufhin Perry Rhodan das Großraumschiff SOL zur Verfügung.
Im Solsystem bleibt Protektor Reginald Bull mit dem Rumpf der Terranischen Flotte zurück und muss sich mit Tatcher a Hainu, dem Anführer der Kolonisten und den verbliebenen Terranern herumschlagen, ohne zu wissen, was aus der Erde und seinen Freunden geworden ist. Doch nicht nur das … plötzlich materialisiert eine riesige Flotte in der Nähe des Pluto und fordert die Bewohner des Sonnensystems auf, sich der Exemplarischen Instanz der Überschweren zu unterwerfen. Ihr Anführer Leticron fackelt nicht lange und zerstört PUMA den Außenposten der Terraner auf dem Pluto.

Die Versetzung der Erde von ihrem angestammten Platz ist ein beliebtes Motiv in der PERRY RHODAN-Serie. Es war nur ein Frage der Zeit, bis es auch bei NEO aufgegriffen wurde. Seit dem Tod von Iratio Hondro und dem Ende des Dunkellebens sind zwölf Jahre vergangen. Eine Zeit, die die Terraner offensichtlich genutzt haben, um sich technologisch weiterzuentwickeln. Gesellschaftlich scheint es aber nach wie vor in den Beziehungen zu den Kolonien zu hapern.

Wie groß muss die Not der Kolonisten sein, dass sie einen offenen Feldzug gegen die Terranische Flotte im Herzen des Solsystems wagen? Selbst Perry Rhodan fragt sich, wie das mit den Kolonien so schieflaufen konnte. Vielleicht, weil man die Menschen bzw. die Kolonisten nicht einbezogen hat, sie nicht abgeholt hat, in ihren Sorgen und Nöten. Andererseits scheint die Terranische Union nicht viel daraus gelernt zu haben, denn sie begehen den gleichen Fehler erneut. Sie experimentieren mit dem ATG, ohne die Erdbewohner zu fragen, ob sie das überhaupt wollen. Sie wurden erst kurz zuvor darüber informiert. Wow, das finde ich schon sehr hart. Da wird Perry Rhodan hoffentlich noch einiges blühen, denn die Auswirkungen der Versetzung werden viele Opfer fordern. Nicht nur diejenigen, die durch seismische Störungen und dem Absturz einer Kunstsonne gestorben sind. Die Folgeschäden der veränderten Sonnenstrahlung werden katastrophal sein. Natur und Menschen sind auf das Spektrum von Sol »geeicht«. Eine blaue Sonne mit hoher UV-Strahlung wird wohl einiges an Veränderungen bringen. Da bin ich gespannt, was sich die Exposéautoren alles dazu einfallen lassen.

Titelbildvariante Quelle: Perrypedia

Ein Handlungsstrang wird aus der Sicht von Auris von Laas-Tor erzählt. Die Akonin verliert durch seismische Aktivitäten bei der Ankunft der Erde im Akonsystem ihren Bruder. Es ist bewundernswert, wie sie dennoch einen kühlen Kopf bewahrt und die Vorgänge logisch durchdenkt. In der Erstauflage waren Perry und Auris einander zugeneigt. Ich bin gespannt, ob das bei NEO ebenfalls ein Thema sein wird und wie Thora ihren Mann verteidigt. Das Volk der Akonen wird von den Autoren sehr schön eingeführt, das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Da freue ich mich, mehr zu lesen.

Reginald Bull sitzt nun also im Solsystem fest und darf sich mit den Vertretern der TU und den aufständigen Kolonisten herumärgern. Hier hat ein wenig die verblüffte Reaktion der Kolonisten gefehlt, da hätte ich mir mehr Unglauben und Widerstand gewünscht. Tatcher a Hainu akzeptiert einfach das Fehlen der Erde und hält seine Flotte zurück. Das fühlte sich ein wenig langweilig an, gerade wegen der vorangegangenen Vorfälle, bei denen ein Schiff der Terranischen Flotte zerstört wurde.

Am Ende wird es nochmal spannend, als die Flotte der Überschweren ankommt, um das Solsystem zu unterwerfen. Offensichtlich ist man auf der Erde in der galaktischen Politik nicht ganz auf dem Laufenden. Hätte man sehen können, das wieder eine Invasion bevorsteht? Vielleicht wäre ein Blick nach außerhalb der Lokalen Blase nicht schlecht gewesen. Explorerschiffe, die in der Galaxis die Lage sondieren und potentielle Gefahren auskundschaften. So wurde das zumindest in der Erstauflage gelöst. Angesichts des Vorfalls denke ich mir, das NATHAN genau wusste, was er tat, als er das Projekt mit dem ATG-Feld ausgeheckt hat. Wahrscheinlich wurden Erde und Mond genau deshalb räumlich versetzt, um Leticron und seiner Flotte zu entgehen.

Ohne Zweifel ist den beiden Autoren mit »Zeitenwende« ein großer Wurf gelungen. Da steckt viel potentielle Handlung für die nächsten fünfzig Bände drin. Die legendäre SOL ist nur ein Highlight von vielen. Kenner der Erstauflage finden viele bekannte Schauplätze und Personen wieder und die Nur-NEO-Leser dürfen noch tiefer in die Welt von PERRY RHODNA eintauchen. Wer jetzt bei NEO einsteigen will, sollte das unbedingt tun. Einen geeigneteren Zeitpunkt kann es gar nicht geben.

Das Ende der Dunkelheit

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 249 – »Blackout Terrania« von Rüdiger Schäfer

Ein vom Mond ausgehender weltweiter Blackout stellt die Terraner vor ungeahnte Herausforderungen. Alle elektronischen Systeme versagen und stürzen die Menschen in die Katastrophe, vor allen in Terrania.
Perry Rhodan muss auf den Mond, um den Urheber des Blackouts, Iratio Hondro, das Handwerk zu legen. Mit Hilfe eines alten chinesischen Jets fliegt er mit Ronald Tekener nach Südamerika und gelangt mittels des dortigen Zeitbrunnens zum Mond. Unterstützung erhält er dabei unter anderem von SENECA, der Bordpositronik der CREST II.
Auf dem Mond trifft Rhodan neben Gucky, Sofgart und Omar Hawk auch auf seine beiden Söhne. Gemeinsam dringen sie in NATHANS Herz vor. Dort hat Iratio Hondro bereits das Nonagon gestartet, um Tihit ins Einsteinuniversum zu holen. Die Terraner greifen den allmächtigen Plophoser an, doch seine Technosporen schützen ihn. Bei dem Angriff wird Farouq Rhodan da Zoltral von Hondro erschossen. Die Situation wendet sich erst, als Sofgart in den Kampf eingreift. Sein Flakon und die drei Tropfen zerstören die Technosporen, nehmen damit Hondro die Macht und beenden den Blackout.
Während Rhodan zögert, den wehrlosen Hondro zu töten, übernimmt das Ronald Tekener für ihn und erschießt den Mann, der seine Schwester und ihn missbraucht hat. NATHAN nutzt das aktivierte Nonagon, um das Dunkelleben endgültig aus der lokalen Blase zu entfernen.
Tage später findet auf dem Mars die Trauerfeier für Rhodans Sohn Farouq statt.

Endlich, so möchte man hinausschreien, hat der Spuk um das Dunkelleben und um Iratio Hondro ein Ende. Der Handlungsbogen erschien mir extrem langgezogen. Das Perry Rhodan den Plophoser nicht töten würde, war zu erwarten. Wie gut, dass man für diesen Fall eine Figur wie Ronald Tekener aufgebaut hat. In dieser Hinsicht hat mich das Staffelfinale nicht verblüfft.

Überraschend dagegen ist der Tod von Rhodans Adoptivsohn Farouq. Natürlich ist sein Tod ein zusätzliches Mittel, um Rhodans Wut gegenüber seinem Gegner zu schüren. Dennoch war eigentlich klar, dass er Hondro kein Haar krümmen würde. Farouqs Tod dient vermutlich auch der Vorbereitung der nächsten Staffel, wenn es um die Unabhängigkeit der Kolonien und des Mars gehen wird. Da stünde der Marsgeborene wohl im Weg. Obwohl er gleichzeitig Konfliktpotenzial geboten hätte. Ich hätte eher Thomas Rhodan geopfert.

Sehr schön erzählt ist die Nebenhandlung über die junge Ärztin Nelly Parks, die zusammen mit einem Patienten durch das stromlose Terrania irrt und zur Helferin für viele Menschen wird. Mit solchen Geschichten kann mich Rüdiger Schäfer regelmäßig begeistern. Auch in diesem Fall ist dieser Handlungsbogen mein Favorit. Allerdings hätte ich mir gewünscht, wenn sie am Ende des Romans ein abschließendes Kapitel bekommen hätte (vielleicht als Prolog). Denn so wird die Handlungsebene mit ihr mittendrin abgewürgt.

Wie bei anderen Staffelenden werden, in mehr oder weniger geglückter Form, einige Charaktere aus der Handlung genommen. Das schlimmste Schicksal ereilt dabei neben Farouq Rhodan Jessica Tekener, der Hondro alle Mentalenenergie entzieht und ihr damit jegliche Erinnerungen und ihre Seele raubt. Sie ist nur noch ein menschliches Wrack, lebendig aber ohne Bewusstsein. Sofgart verliert durch sein Eingreifen das Augenlicht. Der Kreellblock mit dem Leyden-Team ist schwer beschädigt und wird genauso wie Leibnitz und Monade von NATHAN unter Verschluss gestellt.

Ein bisschen hadere ich nach wie vor mit der technischen Erklärung des Blackouts. Die lieferte bereits Rainer Schorm im vergangenen Band. Die These über die Aushebelung des Welle-Teilchen-Dualismus überzeugt mich nicht ganz. Warum sind dann nur die elektrischen Systeme betroffen? Wenn, müsste eigentlich alle Materie auseinanderfallen und jegliche chemische Reaktion betroffen sein. Alle Lebewesen auf der Erde und Mond könnten nicht mehr existieren. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Informationen gewünscht. So habe ich es als gegeben hingenommen, befriedigt hat es mich allerdings nicht. Ebenso wenig wie Perry Rhodans Flug mit dem chinesischen Jet. Dabei war arg viel Zufall im Spiel.

»Blackout Terrania« bringt den langen Handlungsbogen um das Dunkelleben endlich zu Ende. Trotz der unvorhergesehenen Überraschung ist es für mich nicht das beste Staffelfinale, da konnte man in der Vergangenheit schon Bessere lesen. Dennoch haben die Exposé-Autoren die meisten offenen Fäden zusammengeführt und zu einem befriedigenden Abschluss gebracht. Jetzt geht es hoffentlich mit neuen Ideen ins zweiundzwanzigste Jahrhundert.