Christinas Multiversum

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Faktor NullNullNix

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 161 – »Faktor I« von Michelle Stern und Madeleine Puljic

Was war denn das? Hatte ich einen ähnlich furiosen Roman wie Band 117 »Exodus der Liduuri« erwartet, so wurde ich schwer enttäuscht. Wo Susan Schwartz alles richtig macht, und die Vergangenheit der di Cardelahs als große Familiensaga inszeniert, so machen die beiden jungen Autorinnen fast alles falsch.

Perry Rhodan und damit auch dem Leser wird mittels einer interaktiven Aufzeichnung Mirona Thetins 50.000 Jahre dauernde Lebensgeschichte erzählt. In eher weniger spannenden Handlungsbögen wird der Leser mit allerlei Infodump überschüttet, der mich mehr verwirrte als aufklärte. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass ich diese Informationen immer mal wieder Häppchenweise in den Romanen der vergangenen Staffeln bekommen hätte, als so gehäuft auf einen Schlag. Es ist definitiv die falsche Herangehensweise, Informationen nur während des ersten und letztens Bandes einer Staffel weiterzugeben. Man läuft damit Gefahr, Stammleser zu verlieren.

Das allein wäre ja noch zu verkraften gewesen, aber … Und hier bin ich besonders von den Autorinnen enttäuscht. Zu keinem Zeitpunkt haben mich die Geschehnisse um Mirona, und ihr Schicksal auch nur ansatzweise berührt. Da fehlte die emotionale Kopplung, die notwendig wäre, um Verständnis für ihr Handeln zu entwickeln. Ich bin mir nicht sicher, was die Exposé-Autoren wirklich wollen. Möchten sie, dass wir Leser die Gründe für die Grausamkeiten der MdI verstehen, oder soll die Antipathie gegen Mirona und die Faktoren weiter gesteigert werden. Das ist mir während des gesamten Romans nicht klar geworden. Die Mirona-Handlung in der Vergangenheit, die nur hin und wieder von kurzen Szenen auf der MAGELLAN unterbrochen wird, dümpelt seelenlos dahin. Die von ANDROS gerettete Mirona und ihr Diener/Berater/Gegenspieler Suator (so richtig deutlich wird das nicht) beginnen ein kosmisches Schachspiel in dem die Thetiser die Leidtragenden sind. Statt die wenigen Liduuri-Überlebenden, die in Andromeda Fuß fassen konnten, zu fördern, manipuliert man sie und spielt sie gegeneinander aus. Im Gegenteil, man opfert Potential, in dem man die Thenuter, die sich nicht geißeln lassen, zu vernichten droht. Und das alles wegen einer latenten Bedrohung, die nur in ANDROS‘ Worten existiert. Mirona ist Wissenschaftlerin, hinterfragt aber vieles nicht. Stattdessen pflegt sie ihr Ego, das unzweifelhaft irgendwann zu ihrem Fall führen wird.

Der Zwiespalt, dass man Verständnis für die Handlungen von Mirona Thetin wecken will und gleichzeitig aber auf der moralisch richtigen Seite bleiben muss, funktioniert meiner Meinung nach nicht. Meine Sicht auf Faktor I hat sich durch den Roman nicht verändert, weil ich keine Chance bekommen habe, an ihrem persönlichen Schicksal Anteil zunehmen. Das lag vor allem daran, dass die Autorinnen viel zu viel Informationen transportieren mussten und die Gefühlsebene eher stiefmütterlich abhandelten.

Mir ist klar, dass der Verlag versuchen muss, neue Wege zu gehen. Das es zwangsläufig wichtig ist, neue Zielgruppen zu erschließen. Gerade bei den jungen Leserinnen gibt es ganz viel unausgeschöpftes Potential. Deshalb habe ich auch nichts dagegen, wenn man Liebesbeziehungen, meinetwegen auch mal einen Fantasy-Plot oder ähnliches in einen Roman einbringt. Aber dann sollten dafür die gleichen hohen Ansprüche gelten, wie für den Rest der Serie. Das ist bei »Faktor I« definitiv nicht der Fall. Die Geschichte ist weder Fisch noch Fleisch und leidet an der Zerrissenheit, Informationen zu verkaufen und den Leser emotional zu binden.

Gerade für die beiden jungen Frauen, die ohne Frage hervorragende Autorinnen sind, kann der Roman keine gute Werbung sein. Ich nehme an, dass Michelle Stern die schwere Aufgabe übernommen hat, Mironas Lebensgeschichte zu erzählen und Madeleine Puljic für die Handlung auf der MAGELLAN verantwortlich zeichnet. Bei Letzterer hat zumindest das Zusammenspiel der Figuren funktioniert. Diese Szenen gehören noch zu den interessantesten. Wobei die Tatsache, dass sich die MAGELLAN vor den Augen von Faktor II in einem Moby versteckt, und der Meister sie dann nicht mehr findet, etwas unglaubwürdig wirkt.

Um noch eins draufzusetzen, gab es ein paar Stellen im Roman, die mich irritiert haben. Dabei geht es um die Maahks und ihr Auftauchen. Bisher war ich davon ausgegangen, dass die Liduuri vor den Bestien und dem Taal-Virus geflohen sind. Jetzt spricht Mirona über die Bedrohung durch die Maahks. Wo sich doch in der Perrypedia die Information findet, dass die Maahks erst zirka 10.000 Jahre v. C. in der Milchstraße aufgetaucht sind. Es bedurfte einer Erklärung des Exposé-Autoren, um diesen Punkt für mich richtig zu stellen. Die Maahks existierten also schon zu Zeiten der Liduuri. Das man dafür beim Autor nachfragen muss, deutet bereits an, dass bei der Geschichte etwas nicht funktioniert.

Fazit: Ich kann die Euphorie über NEO 161 in der PR-Redaktion und bei den weiblichen Fans in den sozialen Medien nicht teilen. »Faktor I« enttäuscht mich auf mehreren Ebenen. Die schiere Masse an Informationen macht es Madeleine Puljic und Michelle Stern schwer, eine interessante und emotional ansprechende Geschichte zu erzählen. Kleine Unstimmigkeiten in den Informationen verleiten dem Fan zusätzlich das Lesevergnügen. Ich hatte mich im Vorfeld sehr auf den Roman der beiden Autorinnen gefreut, davon blieb am Ende Ernüchterung. Band 161 ist definitiv einer der schlechtesten NEOs, die ich bisher gelesen habe. Leider! Wahrscheinlich gehöre ich nicht zur richtigen Zielgruppe.

Der Punk »rockt«

Es ist vollbracht. Heute Nachmittag habe ich das Wörtchen ENDE unter den Roman gesetzt, mit dem ich mich jetzt seit zweieinhalb Jahren beschäftige.

Die letzten Seiten waren ziemlich emotional und ich habe tatsächlich ein paar Tränen vergossen. Ob es den Lesern ähnlich ergehen wird, weiß ich noch nicht. Dazu muss ich das Urteil der Testleser abwarten. Vielleicht finden die das auch ziemlich scheiße, was ich da geschrieben habe. Dann wird dieser Roman den gleichen Weg gehen, den bereits mein »Parallelwelten« gegangen ist, nämlich auf meiner Festplatte in der Versenkung verschwinden.

Doch noch ist es nicht so weit. Die letzten 170 Seiten müssen überarbeitet werden (die ersten 150 Seiten sind es schon). Und dann haben meine kritischen Testleser das Sagen. Von ihrem Urteil hängt es ab, was mit der Geschichte passieren wird. Ich habe ja die große Hoffnung, dass alles nicht so schlimm kommt.

Für mich ist mit dem Projekt etwas Besonderes zu Ende gegangen. Zum ersten Mal habe ich eine Geschichte geschrieben, die weder STAR TREK noch PERRY RHODAN – ja, nicht einmal mal Science Fiction ist. Und das, obwohl sie mich in eine völlig fremde Welt entführt hat. Ein Paralleluniversum, was neben meinem existierte, aber zu dem ich nie Kontakt hatte. Etwas, dass ich im Nachhinein ehrlich bedauere.

Die Aufgabe, die ich mir zu Beginn des Projektes stellte, war: Kann ich etwas schreiben, von dem ich keine Ahnung habe? Wie viel muss ich recherchieren, damit es glaubwürdig ist? Glaubt mir, ich habe viel recherchiert. Ich habe Bücher gelesen und Filme angeschaut, ich habe Internetseiten durchforstet und Interviews gelesen. Vor allem aber habe ich sehr viel Musik gehört und zwar solche, die nicht jedermanns Geschmack ist, und die ich vor Jahren selbst niemals gehört hätte. (Ich denke übrigens darüber nach, dem Roman noch einen Soundtrack zu verpassen, für all die Leser, die von Krachmusik keine Ahnung haben.)

Im Grunde habe ich mich Hals über Kopf in ein Abenteuer gestürzt, von dem ich nicht wusste, wo es mich hinführt. Die Welt, die ich kennenlernen durfte, hat mich verändert. Sie hat meinen Horizont erweitert und mir die Augen geöffnet. Meine Einstellung gegenüber Subkulturen ist heute eine andere, als noch vor zweieinhalb Jahren. Die Geschichte hat mir aber auch viel über mich selbst gelehrt, darüber wer ich bin und warum ich so bin. Und natürlich habe ich in der Zwischenzeit viel übers Schreiben gelernt. Was funktioniert und was nicht. Dinge, die ich in die nächsten Projekte mitnehmen kann.

Es war eine schöne Zeit und ich bedauere fast, dass sie schon zu Ende ist. Aber dank des Plotseminars in Wolfenbüttel falle ich nicht in ein Loch. Denn es wartet bereits das nächste Großprojekt darauf, angepackt zu werden.

Wie es weitergeht mit dem »Geheimprojekt: Punkroman« und was daraus wird, darüber werde ich hier weiter berichten.

Das Alien auf der Schlosstoilette

Seminar im Schloss

Bei zwei meiner Aufenthalte in Wolfenbüttel fand das Seminar im Hofsaal des Schlosses statt. Im vergangenen Jahr war es das Kurzgeschichtenseminar. Daran erinnerte ich mich wieder, als ich am Freitag in der Pause zu den Toiletten hinunter in den Keller stieg.

In der Seminarwerkstatt mit Uwe Anton und Klaus N. Frick hatte damals einer der Teilnehmer eine Geschichte geschrieben, in der jemand ein totes Alien entdeckte, das auf dem Boden einer Toilette lag und den Zugang zu den Toilettenbecken versperrte. Irgendwie hatte sich in meinem Hirn das Bild von der Kreatur mit der Toilette im Schloss vermengt. Und jedes Mal wenn ich am Wochenende der Toilette ein Besuch abstattete, musste ich an die Geschichte mit dem Alien denken. Das sich später gar nicht als tot herausstellte, sondern das dort nur seinen Drogenrausch ausschlief, weil es zu viel Gummibärchen gegessen hatte.

Es ist schon schräg, welche Verbindungen das Gehirn herstellt und wie sich diese Erinnerungen festsetzen. Denn ich bin mir fast sicher, dass ich auch bei meinem nächsten Besuch im Wolfenbütteler Schloss wieder dem Alien auf den Schlosstoilette begegnen werde.

Von Null auf Hundert

So sieht es aus, wenn man aus vielen Ideen den Handlungsstrang eines Romans zusammenstellt.

Ich glaube, ich brauche noch ein paar Tage, um die Tatsache zu verdauen. Ich fuhr zum Plot-Seminar nach Wolfenbüttel mit nicht mehr als dem Klappentext und einer einzigen Szene. Zurück komme ich mit einer kompletten Geschichte. Der Stapel Karteikarten ist kaum dicker als einen Zentimeter und enthält doch die Handlung für einen ausgewachsenen Roman.

Wie ich hier schon beschrieb, bestand mein Problem, weshalb ich am Seminar teilgenommen hatte darin, dass ich einfach zu lange brauche, um eine Geschichte zu entwickeln. Bisher passierte das bei mir weitgehend im Kopf. Kathrin Langes Methode »Plotten für Chaoten« hat mir innerhalb von wenigen Stunden zu einem funktionierenden Plot über 40 Kapitel verholfen. Damit hatte ich nie im Leben gerechnet und es fühlt sich immer noch ziemlich unwirklich an.

Gut, die Szenen sind noch nicht vollständig ausgearbeitet. Außerdem muss ich die Figuren noch richtig charakterisieren und auch die Facetten der Welt, in der die Geschichte spielt, sind mir noch nicht in allen Details klar. Aber das Wichtigste – der Handlungsfaden – ist festgetackert

Womit ich während des Seminars zunächst etwas gehadert habe, dass ich das alles weitgehend allein entwickeln musste. Wenn, dann war es vor allem der Input der anderen Teilnehmer/innen, der mich bei dem einen oder anderen Punkt auf den richtigen Weg geführt hat. Bei 16 Teilnehmern war es Kathrin Lange und Klaus N. Frick verständlicherweise nur schwer möglich, sich um jeden ausführlich zu kümmern. Im Nachhinein empfinde ich den Umstand aber als positiv. Die Erfahrung gibt mir die Zuversicht, dass ich das jederzeit daheim im stillen Kämmerlein wiederholen kann.

Was mir aber niemand abnehmen kann, ist eine strukturierte Arbeitsplanung, bei der ich jeden Tag schreiben kann, um in Zukunft auch die Schreibzeit zu verkürzen. Damit der nächste Roman nicht wieder drei bis vier Jahre dauert.

Im Zeichen des Plots

Klaus N. Frick stellt die Snowflake-Methode vor, im Vordergrund Olaf Kutzmutz und Kathrin Lange

Am Sonntagmorgen winkten viele Pinnwände im Hofsaal des Wolfenbütteler Schlosses mit bunten Zetteln. Und nicht wenige Teilnehmer scharrten bereits mit den Hufen, um an ihren Projekten weiterarbeiten zu können.

Dazu bekamen sie zunächst nochmals Input in Form eines Vortrags von Klaus N. Frick zur sogenannten Snowflake-Methode oder auch Bläh-Methode, wie er es nennt. Das ist eine weitere Möglichkeit einen Roman zu plotten, die dem Autor die Möglichkeit bietet, ziemlich schnell mit dem Schreiben anzufangen und auch mal nicht-chronologisch zu schreiben. Ich muss zugeben, dass ich mir nicht vorstellen kann, auf diese Art und Weise zu arbeiten – da bin ich doch eher Fan der Plot-Methode von Kathrin Lange – aber einige andere Teilnehmer kamen damit gut zurecht.

So ging der Sonntagvormittag wie immer viel zu schnell zu Ende. Ehe man es sich versah, rief Olaf Kutzmutz zur Schlussrunde. Ich war noch so von der Tatsache überwältigt, dass ich es tatsächlich geschafft hatte, in wenigen Stunden einen kompletten Plot auf die Beine zu stellen, weshalb ich nur wenig zur Schlussrunde beitragen konnte. Dabei lag mir eigentlich ganz viel auf dem Herzen, was ich an dieser Stelle nachholen möchte.

Zunächst einmal vielen Dank an die Bundesakademie und an Olaf Kutzmutz, dafür, dass ich an dem Seminar teilnehmen durfte. Weiterhin großen Dank den beiden Dozenten Kathrin Lange und Klaus N. Frick, die manch schwierige Situation mit großer Professionalität gemeistert und das Seminar für jeden Teilnehmer zu einem positiven Erlebnis gemacht haben. Vor allem danke ich meinen Mitstreitern für die gegenseitige Hilfe. Bis zum Samstagvormittag hatte ich noch Bedenken, dass die Gruppe nicht richtig funktionieren würde. Ihr habt mich eines Besseren belehrt.
Ganz besonderen Dank von dieser Stelle an die Teilnehmerin Esther Schmidt, die ihr eigenes Projekt zurückgestellt hat und stattdessen denjenigen zur Seite stand, die mit Problemen kämpften. Letztendlich konnte jedem geholfen werden und wenn man den Aussagen der Teilnehmer in der Schlussrunde glauben schenken darf, so hat jeder zumindest einen Teil seiner Geschichte plotten können. Einige sind, wie ich, mit einer vollständigen Geschichte abgereist.

Traditionsgemäß ging das Seminar beim Vietnamesen in großer Harmonie zu Ende. Anschließend schwelgten einige von uns noch bis zum Braunschweiger Bahnhof in gemeinsamen Erinnerungen an die vergangenen Tage.

Von den vier Seminaren, die ich bereits an der Bundesakademie für kulturelle Bildung absolviert habe, war dieses sicher das Intensivste und Forderndste. Aber auch dasjenige, das mir am meisten gebracht hat. Was mich wiederum darin bestärkt, dass ich Wolfenbüttel sicher nicht zum letzten Mal besucht habe.

Arbeitsintensiver Seminarsamstag

Olaf Kutzmutz und Kathrin Lange

Normalerweise besteht ein Romanseminar in Wolfenbüttel aus dem Besprechen der Texte aus dem Reader und ein bis zwei Übungen. In diesem Jahr war das anders. Es war das erste Mal, das sich an der Bundesakademie ein Phantastika-Seminar nur ums Plotten drehte. So gesehen war das Seminar eine echte Premiere. Nachdem am Freitagabend und Samstagvormittag nur vier Texte besprochen wurden, war klar, dass wir es auf diese Weise nicht schaffen würden, alle Texte ausführlich zu besprechen und an unseren Plots zu arbeiten. So wurden die verbliebenen Texte im Schnelldurchlauf nur auf den Plot, nicht aber auf den Stil durchleuchtet. Stets fachkundig kommentiert von Kathrin Lange und Klaus N. Frick, die jedem Teilnehmer Ideen lieferten und auf Probleme hinwiesen.

Nach dem Mittagessen beim Italiener (wie immer sehr lecker), hielt Kathrin einen kurzen Vortrag zu ihrer Plotmethode »Plotten für Chaoten«. Hier stellte sie die grundlegende Vorgehensweise beim Skizzieren einer Handlung vor, deren Kernelement die sogenannte »Herzblutszene« ist. Von dieser aus, lässt sich die Handlung nach vorn und nach hinten Schritt um Schritt erweitern.

An dem Vortrag fand ich besonders spannend, die Kategorisierung in Drauflosschreiber und in Planer. Anhand weniger Stichpunkte konnte jeder für sich herausfinden, in welche der beiden Kategorien er fällt. Hatte ich mich bisher eigentlich für einen Drauflosschreiber gehalten – weil ich bisher nie ein richtiges Exposé gemacht hatte – musste ich nun feststellen, dass ich eher zum Planer tendiere. Und tatsächlich, als Kathrin uns eine ihrer MindMaps mit dem Plot eines ihrer Romane zeigte, entdeckte ich Parallelen zur MindMap meines letzten Romans, den ich ähnlich strukturiert hatte.

Danach waren wir gefragt. Jeder schnappt sich ein paar Karteikarten und schrieb alle Ideen zu seiner Geschichte auf, die ihm gerade einfielen. Manche tippten es in den Computer. Ich entschied mich trotz der MindMap-App auf meinem iPad für die Karteikartenvariante. Und dann ging es los. Die Zeit verging wie im Flug und noch vor dem Abendessen, gab es jede Menge vollgepinnter Wände im Schloßsaal.

Nach dem Abendessen wurde anhand zweier Teilnehmergeschichten gezeigt, wie die Methode im einzelnen funktioniert, wie jede Szene auf die andere aufbaut und die nächste bedingt. Als wir dann um halb zehn Schluss machten, war ich so Feuer und Flamme, dass ich am liebsten noch weiter gemacht hätte.

Zurück in der Mühle merkte ich dann allerdings doch, wie anstrengend der Tag gewesen war. Trotzdem ging ich halb Elf runter ins Mühlenfoyer, wo wir noch lange bei Wein, Bier und faszinierenden Geschichten zusammensaßen.

Elbenstifte und hard boiled Helden

Wolfenbüttel! Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat es mich an die Stadt an der Oker gezogen. Nach der Eschbachtagung im September ist es dieses Mal ein Seminar über das Plotten von Romanen.

Dass ich mich damit einigermaßen schwer tue, habe ich bei der Arbeit an meiner zweiten FanEdition gemerkt. Es hat 13 Exposéversionen gebraucht, bis die Geschichte stand. Grund genug, mich mal genauer damit zu befassen, wie man eine Handlung baut und strukturiert.

Die Gruppe ist wie immer gemischt, vielleicht ein bisschen Journalisten und Dozenten-lastig, aber okay. Dafür haben mich viele der Geschichten aus dem Reader überzeugt. Überraschenderweise wenig Fantasy. Das hatte ich angesichts der hohen Frauenquote befürchtet. Und obwohl ich keine Fantasy mag, hat mich ausgerechnet eine Geschichte aus diesem Genre überzeugt. Nun möchte ich zu gern wissen, wie es mit Farim und den Elbenstiften weitergeht.

Und da man bei einem Seminar immer wieder etwas Neues lernt, stelle ich hier mal den Begriff hard boiled Krimi vor. Den musste ich mir zunächst vom Autor erklären lassen. Im Grunde ist es nichts anderes als ein Krimi, in dem der Ermittler ein abgebrühter Kerl ist. Man sieht, ich kenne mich in dem Genre nicht wirklich gut aus.

Heute geht es weiter mit praktischen Übungen und zwei verschiedenen Plot-Verfahren, an denen wir unsere Geschichten ausprobieren können. Ich bin schon sehr gespannt.

Von Baustellen und schlingernden Zügen

Mein Karma war an den letzten beiden Tagen wohl nicht das Beste. Ich war mal wieder mit der Bahn unterwegs und es lief alles andere als glatt.

Das begann schon damit, dass ich in Traunstein meinen Zug um zwei Minuten verpasste. Warum muss der auch ausgerechnet an diesem Tag pünktlich abfahren? Weil auf der Strecke gebaut wird, ging an diesem Tag auch nur alle zwei Stunden ein Zug. Somit verbrachte ich die Wartezeit in einem Café und laß den NEO 160.

Als der nächste Zug dann kam, hatte er selbstverständlich Verspätung. Unterwegs standen wir dann auch noch an der Baustelle und ich hatte in München ganze vier Minuten zum Umsteigen. Das hieß: einmal sportlich durch die Haupthalle des Münchner Bahnhofs gerannt. Das ist dann immer so wie bei einem Jump’n Run Spiel: Rennen, links Ausweichen, Springen, weiterlaufen, Springen, rechts ausweichen, sich zwischen zwei Reisenden hindurchquetschen und dann atemlos in den Zug hüpfen. Ich hasse es! Vor allem wenn der Zug dann wegen einer Störung nicht losfahren kann, und man sich völlig umsonst verausgabt hat.

Am Fahrtziel hatte der Zug gestern Abend dann glatt zwanzig Minuten Verspätung. Immerhin musste ich zwischendrin nicht umsteigen und konnte mit meiner komplizierten Fahrkarte noch die Zugbegleiterin verblüffen. Die machte nämlich große Augen, als sie meinen Fahrschein sah und fragte mich ernsthaft, wie so was geht. Also wenn die das nicht wissen, woher soll es dann der Bahnkunde wissen …?

Heute Morgen fuhr der Zug fast schon überpünklich ab. Und ich wunderte mich schon. Kurze Zeit später, dann die Durchsage: »Wegen einer Triebfahrzeugstörung müssen wir einen kleinen Umweg fahren. Die Verspätung beim nächsten Halt wird voraussichtlich zehn Minuten betragen.« Wahnsinn! Das hatte ich auch noch nie.

Ich mach’s kurz, wir fuhren in einen Bahnhof auf einer Nebenstrecke, bekamen eine neue Lok und setzten die Fahrt in entgegengesetzter Fahrtrichtung fort. Das Ganze hat tatsächlich nicht mehr als zehn Minuten gedauert. Ich war nachhaltig beeindruckt. Das habe ich schon anders erlebt.

In Halle hatte ich dann das Vergnügen zum ersten Mal in einen dieser Doppelstock IC’s zu steigen. Aus weißer Voraussicht setzte ich mich lieber unten rein. Das war auch gut so. Das Ding schwankt schlimmer als ein Fischkutter auf Hoher See. Echt! Wenn man geht oder steht, wird man nach rechts und links geschubst. Da wird ein Toilettenbesuch zum Balanceakt. Ich möchte nicht wissen, wie das oben schlingert. Zumindest war der Zug pünktlich in Braunschweig. Ich bekam meinen Anschlusszug und bin heil in Wolfenbüttel angekommen.

Jetzt freue ich mich auf ein aufregendes Wochenende.

Gewissensfragen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 160 – »Im Kreis der Macht« von Rüdiger Schäfer

Zehn Bände ist der letzte NEO-Roman von Rüdiger Schäfer her. In früheren Staffeln hat er meist zwei Bände zur Handlung beigesteuert. Die gewonnene Zeit hat der Expokrat genutzt, um die Geschichte um Perry und seine Freunde im NEO-Universum weiterzuspinnen. Dementsprechend ausgehungert war ich, wieder etwas von ihm zu lesen.

17 Bände dagegen ist es her, seit Kai Hirdt erzählte, wie Atlan von ANDROS auf ein Schiff der Thetiser entführt wurde. Seit dem warten die Fans darauf zu erfahren, was aus dem Arkoniden geworden ist. Jetzt endlich wurde ihr Flehen erhört. Der Atlan-Handlungsstrang von Band 160 knüpft nahtlos an die Handlung von Band 143 an.

So gesehen schließt »Im Kreis der Macht« zwei Staffeln ab. Wie ich schon bei der Rezension zur METEORA-Staffel bemängelte, fehlte hier ein Roman, der auf das Schicksal Atlans einging. Diese Fragen werden erst jetzt – 17 Bände später – beantwortet und das ist meiner Meinung nach zu spät. Zumal die Leser, die mit Band 150 eingestiegen sind, kaum etwas mit der Geschichte um Atlan werden anfangen können.

In der Haupthandlung trifft Perry Rhodan im Zentrum Andromedas auf Faktor I, hinter dem sich niemand anderes als Mirona Thetin verbirgt, die abtrünnige Liduuri Anathema di Cardelah. Sie hat Rhodan erwartet, um ihm einen Vorschlag zu unterbreiten. Was die Leichtigkeit erklärt, mit der die MAGELLAN ins Herz der Meister der Insel vordringen konnte. Obwohl sie ihn für den Tod ihres Sohnes Agaior Thoton verantwortlich macht, scheint sie den Terranern wohlgesonnen. Als Rhodan ablehnt, kommt Atlan ins Spiel, der bereits seit drei Jahren mit Mirona kooperiert. Auch er fordert den Terraner auf, sich mit den MdI zu verbünden, um die Bedrohung durch die geheimnisvollen Crea abzuwenden. Doch Rhodan wäre nicht Rhodan, wenn er sich von jemandem beeinflussen ließe, dem das Leben eines Individuums nichts zu bedeuten scheint.

Rüdiger Schäfer geht das Thema sehr philosophisch an. Wo ist die Grenze zwischen Gut und Böse? Was bedeutet Moral? Und heiligt der Zweck wirklich alle Mittel? Er bringt die verschiedenen Ansichten glaubhaft vor und regt zum Nachdenken an. Macht aber auch deutlich, dass Rhodan den eingeschlagenen Weg nicht verlassen wird und die Menschen lieber dem Untergang opfert, als seinem Gewissen abzuschwören. Deshalb endet die Zusammenkunft mit Faktor I auch in einer Katastrophe. Es ist allein Atlan zu verdanken, dass die MAGELLAN von Multidon wieder unbehelligt starten kann.

Ein weiteres Rätsel wird zumindest zu einem Teil gelöst. Tuire Sitareh ist nach seinem Memeter-Anzug süchtig und steht scheinbar auf der Seite der Feinde. Aber ganz so klar wird auch dies nicht geklärt. Er wird von Rhodan mit einer Aufgabe betraut, kehrt aber nicht auf die MAGELLAN zurück. Der Autor verrät uns leider nicht, ob der Aulore die ihm gestellte Aufgabe wirklich erfüllt hat.

»Im Kreis der Macht« gehört sicher nicht zu den besten Arbeiten des Autors, dazu fehlt dem Roman die Präzision zwischen den Handlungsebenen. Die Romanhandlung erscheint auf den zweiten Blick etwas flach und unzureichend durchdacht. Rüdiger Schäfer reißt es dadurch heraus, dass er viel in die gedanklichen Auseinandersetzungen zu Moral und Gewissen steckt. Etwas gestört hat mich an mehreren Stellen auch die offensichtliche Exposition. Aber damit muss man als PERRY RHODAN-Leser leben, schließlich wollen auch Neueinsteiger verstehen, um was es geht.

Fazit: Die Leser bekommen am Ende der Staffel viele Informationen geliefert. Wobei auch hier neue Fragen aufgeworfen werden. Der Autor verpackt sie in einen Roman, der seine Spannung weniger aus der Handlung, sondern mehr aus dem philosophischen Hintergrund bezieht. Das ist völlig in Ordnung, befriedigt mich aber nicht vollends.

Fahrkartenakrobatik online

Puh! Ich habe jetzt hintereinander drei Fahrkarten gekauft. Online, über das Internetportal der deutschen Bahn und dabei habe ich das System ganz schön beansprucht.

Ich habe nämlich meine Tickets fürs kommende Wochenende gekauft. Eine der Fahrkarten soll über zwei Tage gültig sein. Früher, als es das Flexticket noch nicht gab, war das kein Problem. Da war der normale Fahrschein bei der Hinfahrt an zwei Tagen gültig und auf der Rückfahrt vier Wochen. Heute muss man schon tricksen, damit man das hinbekommt. Mittels »Aufenthalt» an »Zwischenhalten« kann man das erzwingen. Es bedarf ein bisschen Rechnerei, damit man die gewünschte Verbindung auch angezeigt bekommt, aber prinzipiell ist es möglich.

Warum so kompliziert? Nun ja, ich habe von der Verwandtschaft Toffifee-Schachteln mit Bahn-eCoupons bekommen. Mit einem Wert von immerhin 15 Euro. Der gilt aber erst ab einem Fahrkartenpreis von 49 Euro. Das heißt Hin- und Rückfahrt getrennt buchen und weil ich die Hinfahrt nicht ohne Stress an einem Tag schaffen würde (und auch weil die Fahrkarte nur 47 Euro kostet), mache ich einen kleinen Zwischenhalt daheim in Thüringen.

Wo wir bei der dritten Fahrkarte wären, die ich für mich und meinen Mann für Silvester gebucht habe. Da kam ich zum ersten Mal in den Genuss der Preise auf der neuen ICE-Trasse München-Berlin. Obwohl wir da gar nicht lang fahren. (Ich fahre doch nicht 100 km extra durch die Gegend und steige 5 mal um.) Die Preise sind für beide Strecken gleich, damit ja niemand auf die Idee kommt, nicht über die Neubaustrecke zu fahren. Wir zahlen 40 Euro mehr als im vergangenen Jahr und sind noch mal eine Stunde länger unterwegs. Wahnsinn! Wenn es nicht wegen der unsicheren Wetterlage wäre oder wegen des Staus an den Feiertagen, hätten wir das Auto genommen.

Wie ich schon seit Jahren prophezeie. Wir werden in Zukunft in unserer Mobilität eingeschränkter sein. Alles wird nicht nur teuerer – Flüge, Bahnfahrten, bald werden auch die Busunternehmen nachziehen – die Reisen werden auch immer länger dauern. Und komm mir ja nicht wieder jemand damit, dass man mit dem Auto schneller ist. Wenn ich mir den Verkehr der letzten beiden Jahre so ansehe, steuern wir auf ein Verkehrschaos zu. Und zwar schneller als uns lieb ist. Eben weil noch mehr Leute aufs Auto umsteigen, sei es wegen der überhöhten Preise oder des unattraktiven Angebotes. Zwar werden wir nicht ins Zeitalter von Pferd und Kutsche zurückfallen, aber die Zeiten grenzenloser Mobilität sind vorbei.

Halloween Nachlese

Zu Halloween gab es mal wieder einen schönen Videoclip von Simon’s Cat.

Ich bin nach wie vor von den Ideen Simon Tofields fasziniert. Auch dieses Mal liefert er wieder witzige Begebenheiten aus dem Leben eines Katzenbesitzers. So lebensnah, dass es eine wahre Freude ist.