Christinas Multiversum

Ansichten, Rezensionen, Kommentare

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Geplatzt!

Gestern Abend platzte völlig unerwartet unser Traum vom eigenen Haus. Seit zwei Wochen waren wir an einem Objekt dran, dass genau unseren Bedürfnissen entsprach und nicht zu teuer war. Wir sprachen mit Maklern, Bankangestellten, Finanzberatern und gestern Vormittag noch mit einem Anwalt, der den Kaufvertrag geprüft hat. Wir unterschrieben einen Kreditvertrag bei der Sparkasse, sichteten den Entwurf des Kaufvertrages und vereinbarten einen Notartermin. Weil wir am 26.5. auf den Weg nach Osnabrück waren, einigten wir uns mit der Maklerin auf den 30. Mai.

Gestern Abend kam dann eine E-Mail von der Maklerin, ob wir Fragen zum Vertrag hätten. Ich beging den Fehler und rief sie zurück. Sie druckste etwas herum und rückte nach und nach heraus, dass sich der Verkäufer mit der Entscheidung nicht Wohl fühle. Seine Tochter bewohnt nämlich mit drei Kindern das Haus und sie hätte ausziehen müssen, was wiederum den niedrigen Kaufpreis erklärte. Weil ihm der Nachbar aber versprach, dass seine Tochter wohnen bleiben kann, wollte er sich nun für ihn als Käufer entscheiden, obwohl er bei dem Geschäft mehrere zehntausend Euro Verlust machen würde.

Wir waren zunächst mal sprachlos und später dann völlig aufgelöst. Man richtet sich ja gedanklich schon mal ein, wenn man ein Haus kauft. Denn die Bestätigung, dass wir die Käufer sein würden, schien seit einer Woche festzustehen. Es war ja auch schon alles fertig: Finanzierung und Vertrag. Und jetzt fiel diesem Menschen ein, dass er doch nicht wollte …

Ich war sauer. Die Maklerin versuchte uns zu beruhigen. So einen Fall, hatte sie bisher auch noch nicht gehabt. Sie versprach uns, nochmals mit dem Verkäufer zu reden.

Heute morgen dann die ernüchternde Bestätigung. Der Verkäufer war nicht auf ihre Anrufe eingegangen, sondern schickte eine E-Mail, in der stand, dass er das Haus lieber an den Nachbarn verkaufen will. Damit seine Tochter wohnen bleiben kann.

Es ist einerseits verständlich, aber dann hätte er das von vornherein sagen müssen und die Immobilie nur als Investitionsobjekt ausschreiben dürfen. Oder zumindest sich nicht erst für uns entscheiden und eine Woche später seine Entscheidung zurückzuziehen. Es für einen Spottpreis an den Nachbarn zu verkaufen, unter dem Vorwand, dass dieser die Tochter wohnen lässt, ist in meinen Augen kein kluger Schachzug. Denn wer kauft schon ein Haus aus Nächstenliebe? Ich bin mir sicher, in ein paar Jahren klagt der Nachbar auf Eigenbedarf und die Tochter fliegt mit ihren drei Kindern raus. Dann verkauft er das Haus für hunderttausend Euro mehr, als er bezahlt hat. So viel ist es nämlich momentan wirklich wert (im leeren Zustand). Die anderen beiden Töchter, die von dem Hausverkauf ausbezahlt werden, werden sich bedanken, wenn sie jemals dahinter kommen.

Ich frage mich, was wir angestellt haben, dass bei uns nie mal etwas normal ablaufen kann. Wir sind einfach nur maßlos enttäuscht, traurig und sprachlos …

30 Jahre Rebellion?

Quelle: WDR.de

Auf Dienstag den 16.5. freute ich mich seit Wochen. Denn für den Abend war auf dem WDR der Film »Die letzten 30 Jahre« mit David Rott angekündigt. Dieser Streifen fehlte noch in meiner »Sammlung«. Ich war gespannt, denn die Ausschnitte, die man bei YouTube sehen konnte, versprachen spannende Unterhaltung. Und in der Tat erfüllte der Spielfilm alle Erwartungen, die man als Fan von einem Film mit David Rott hat. Er raucht, ist nackt zu sehen (zumindest von hinten) und liegt mit einer schönen Frau im Bett …

Doch Scherz beiseite. »Die letzten 30 Jahre« zeigen einen spannenden Abriss zweier Leben, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Auf der einen Seite das Mädchen Resa aus der bayrischen Provinz, dass 1974 in München Jura studieren möchte und sich dort in den Revoluzzer Oskar verliebt. Doch Oskar sind Beziehungen nicht wichtig. Er will die Welt retten und mit seinen »Roten Zellen« die Revolution planen. Aus lauter Liebe beschäftigt sich Resa sogar mit marxistischen Ideologien, die ihr später den Weg an die Spitze kosten. Denn als sie nach fünf Jahren mit einem Einser im Staatsexamen sich für einen Richterposten interessiert, erhält sie Berufsverbot. Zu dem Zeitpunkt taucht auch Oskar wieder auf. Er ist einer der Protestanten, die gegen die Startbahn West kämpfen und fordert Resas Hilfe an. Sie holt ihn aus dem Gefängnis und verliebt zum zweiten Mal. Trotz Oskars Abneigung gegen Familie, ziehen sie zusammen, bis Oskar plötzlich über Nacht verschwindet. Zurück bleibt die schwangere Resa. Sie entscheidet sich gegen das Kind und für ihre Karriere als Anwältin. Erst 20 Jahre später sehen sich Oskar und Resa wieder. Er hat die Revolution verraten und sein Heil in der Politik gesucht. Lebt brav mit Frau und Kindern in einem Einfamilienhaus. Resa ist entsetzt darüber, dass Oskar die Seiten gewechselt hat und sie sich jetzt als Gegner gegenüberstehen. Oskar dagegen umgarnt sie und versucht sie zurückzubekommen, doch Resa hat sich zu einer starken unabhängigen Frau entwickelt, die sich von Oskars Charme nicht blenden lässt.

Der Hauptstar in diesem Film ist eindeutig Rosalie Thomass, die selbst einen David Rott erblassen lässt. Ihre Darstellung der Resa hat sehr viel Natürliches. David Rott punktet dagegen mit einem ungewöhnlichen Aussehen. Langhaarig und mit Vollbart, entsagt er der üblichen Schönlingrolle und gibt den aufmüpfigen Revolutionär mit großer Lässigkeit, kann aber auch die Unsicherheit des Charakters treffend herausarbeiten. Allein in der Beziehung zwischen Oskar und seinen Eltern erklärt sich viel.

Im letzten Drittel des Films übernehmen Barbara Auer und August Zirner die Rollen von Resa und Oskar. Während man Barbara Auer, die Resa sofort abnimmt, hatte ich erhebliche Probleme in dem biederen und viel zu alten August Zirner den gealterten Oskar zu erkennen. Da stimmte ja nicht mal die Augenfarbe. Vielleicht war ich deshalb nicht so richtig betroffen von der Wandlung des Charakters. Das aus dem wilden Hippie ein kleinbürgerlicher Egoist geworden war, nahm ich dem Darsteller zu keiner Zeit ab. Und über das jähe und ziemlich unbefriedigende Ende des Films, ärgere ich mich noch heute, eine Woche später.

Fazit: »Die letzten 30 Jahre« ist ein Film über eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Er beleuchtet die Gesellschaft der 70er bis 00er Jahre in Westdeutschland, ohne in Klischees zu verfallen, sondern spricht aus seinen Charakteren. Doch am Ende bleibt der Film ohne Botschaft und hinterlässt somit einen enttäuschenden Eindruck, der er nicht verdient hat.

Im Drogenland

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 147 – »Das verfluchte Land« von Kai Hirdt

Es hat etwas gedauert, bis ich endlich den NEO von Kai Hirdt lesen konnte. Angesichts eines so spannenden Romans bereue ich es, so lange gewartet zu haben.

Der Autor beschreibt wie immer lebhaft Perry Rhodans und Tuire Sitarehs Odyssee durch Suurt. Kaum sind sie der Gravitation des braunen Zwerges entkommen, droht neues Unheil in Form eines defekten Schiffes und dessen tödlicher Drogenfracht. Drogen sind es auch, die das Grundthema der Geschichte bilden. Denn auch auf Doka, wo die Helden mit dem schrottreifen Pilgerschiff abstürzen, sind Drogenanbau und Handel an der Tagesordnung. Kai Hirdt skizziert die gesellschaftlichen Probleme, die durch die Diktatur der Autarkie auf der Bevölkerung lasten, mit viel Realitätsnähe und Einfühlungsvermögen. Man leidet als Leser mit, wenn der Gurrad Gurrenham entgegen dem Willen seiner Tochter auf der Farm 147 zum Anbau von Helmentas-Kraut und der Herstellung von Helmenkit verpflichtet wird, um seiner Familie das Überleben und der kranken Ehefrau die notwendigen Medikamente zu sichern. Da spricht auch viel Gegenwartskritik aus den Sätzen. Aber auch Rhodans und Sitarehs Flucht aus dem havarierten Pilgerschiff, ihr Versuch die Pilger vor dem Tod durch das austretende Pankit zu retten, ist so spannend geschrieben, dass man fast schon nägelkauend mitfiebert.

Erschütternd ist, dass von der Besatzung nur Vanjak und der nervige Phaliter Ostrott die Explosion der TOMOKOL AMBA überleben. Und dass nur, weil der Standortkombattant und Diebesbanden das legendäre Schiff erkannt haben und auf den Schatz spekulieren. Es stellt sich jedoch die Frage, was an dem Pankit so wertvoll ist, wenn schon eine geringe Dosis ausreicht, um das Nervensystem eines Gurrads zu schädigen und er an einer höheren Dosis innerhalb weniger Stunden stirbt. Das kann man eigentlich nicht mehr als Droge bezeichnen, dass ist vielmehr ein chemischer Kampfstoff, der der Autarkie noch größere Macht verleihen würde. Auch Rhodan ist vor dem Kontrollverlusst durch das Gift nicht gefeit. Zumindest so lange er seinen Zellaktivator nicht trägt. Zum Glück gelingt es Tuire, das Schiff zur Explosion zu bringen und damit das Pankit zu vernichten.

Was Kai Hirdt von seinen Autorenkollegen unterscheidet, ist die Lockerheit mit der er erzählt und die lebhafte Figurenzeichnung. Das fühlt sich alles verdammt echt an. Ich finde auch gut, dass er Rhodan nicht so zögerlich beschreibt. Denn in diesem Roman übertritt der Unsterbliche so einige Grenzen, vor denen andere Autoren vielleicht halt gemacht hätten. Man kann fast schon sagen, dass die beiden Protagonisten eine gewisse Skrupellosigkeit an den Tag legen, die aber aus der Situation heraus geboren und notwendig ist. Man merkt das Bemühen der Exposéautoren, Rhodan eine Entwicklung durchleben zu lassen, bei der er lernt, unbequeme Entscheidungen zu treffen. Damit tat sich der NEO-Rhodan bisher schwerer als der Rhodan der EA. Das ist ein Aspekt der mich positiv stimmt.

Es gab ohnehin nur wenige Dinge, die mir nicht gefallen haben. Zum einen war das diese ständige Zellaktivatortauscherei. Dauernd haben Tuire und dann auch Perry, Personen mit dem Zellaktivator retten müssen. So etwas hat es damals in der EA nicht gegeben, weil dort Rhodans Zellaktivator auf ihn persönlich geprägt war. Vermutlich griffen die damaligen Autoren genau deshalb zu diesem Kniff, um solche Tauscherei- und Diebstahlsgeschichten zu unterbinden. Denn dieses Hin und Her ist bei NEO in seiner Häufigkeit nervig. Genauso wie Rhodans Zaudern, den Zellaktivator endlich als einen Teil von sich zu akzeptieren. Dies ist zwar anfangs verständlich, nutzt sich aber im Laufe der Geschichte ab. So dass man dem Terraner zurufen möchte: »Nun lass das Ding doch endlich dran!«

Unbefriedigend war auch die Idee, dass sich die nervenschädigende Wirkung des Pankit durch den Einfluss von Helmenkit aufhebt. Eine Droge, die die Wirkung einer anderen Droge aufhebt, fand ich zu einfach. Da hätte ich mir dramaturgisch eine raffiniertere Lösung gewünscht, die mehr auf den Charakter bezogen wäre. So hätte Ostrott, nach dem Abklingen der Pankitvergiftung, dessen weitere Wirkung einfach vortäuschen können, um Rhodan und Sitareh in Sicherheit zu wiegen, bis er eine Chance zur Flucht erhielt. Das hätte ich dem durchtriebenen Phaliten zugetraut und man hätte sich die fadenscheinige Wunderheilung gespart.

Am Ende können Perry Rhodan, Tuire Sitareh und Vanjak, Doka in einem gekaperten Raumschiff verlassen. Bis dahin erleben sie einiges und erfahren eine Menge über die Kultur der Gurrads. An diesem Punkt bin ich etwas traurig, denn ich habe als Leser in den vergangenen Bänden so viel über die Gurrads erfahren. Den Autoren und Expokraten ist es gelungen eine faszinierende und komplexe Spezies zu präsentieren, deren gesellschaftliche Strukturen und Bräuche lebendig und überzeugend geschildert werden. Warum schafft man das nicht mit den Terranern? Ich glaube inzwischen mehr über die Gurrads zu wissen, als über die Terranische Union. Es wird Zeit, dass man auch an dieser Front wieder aktiv wird. Ich würde gern wissen, wie es auf der Erde weitergeht. Sonst könnte man als Leser glatt vergessen, wozu Rhodan eigentlich unterwegs ist. Aber dafür werde ich wohl bis Band 149 oder 150 warten müssen.

»Das verfluchte Land« gehört zu den spannendsten NEO-Romanen, die ich in den vergangenen Jahren gelesen habe. Kai Hirdt zeigt auch hier wieder sein Talent, Figuren lebensnah miteinander agieren zu lassen. Gut gemacht!

Utopisches in Salzburg

Es sah aus, als drohe der Weltuntergang. Im Radio jagte eine Unwetterwarnung die nächste. Wir wagten uns dennoch auf den Weg nach Salzburg, wo eine Veranstaltung zum Thema utopische Literatur stattfinden sollte. Als einer der Gäste war Kai Hirdt angekündigt.

Am Bahnhof in Freilassing wehten uns die Orkanböen beinahe davon. Im Norden und Süden war der Himmel bedrohlich dunkel, nur über uns und in Richtung Salzburg zeigte sich ein heller Streifen. Ich kaufte am Kiosk noch den aktuellen NEO und den TERMINUS meines Schreibcoach. Dann stiegen wir in die S-Bahn und waren keine 10 Minuten später da. Über die Promenade an der Salzach gelangten wir schneller zum Veranstaltungsort, als wir gedacht hatten und so trafen wir bereits um 19 Uhr in den »Kavernen 1595« ein. Das Foyer und der Saal entpuppte sich als in Felsen getriebene Gemäuer, die aufs modernste eingerichtet waren und somit dem Titel der Veranstaltung »Sprach: Utopie« Rechnung trugen.

Wir überbrückten die Zeit bis zum Beginn bei einem Glas Wasser. Kurz vor halb acht, entdeckte ich unter den ca. 50 Anwesenden im Foyer ein bekanntes Gesicht. Madeleine Puljic kam in Begleitung ihrer Eltern herein geschlendert. Nach einer herzlichen Begrüßung nahmen wir gemeinsam in der dritten Reihe platz.

Auf der Bühne hatten es sich die Teilnehmer der Runde um den Moderator in großen Sesseln bequem gemacht. Kai Hirdt, rechts außen sitzend, überragte mit seiner imposanten Figur alle. Der Veranstalter des Salzburger Literaturfestes eröffnete den Abend mit einer kurzen Rede, bevor Günter Kaindlstorfer vom ORF übernahm. Er stellte als erstes Emma Braslavsky vor, die aus ihrem Roman – »Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen« – lesen sollte. Die Autorin ist nicht auf den Mund gefallen und ließ dem Moderator und den anderen Autoren wenig Gelegenheit zu Wort zu kommen. Es verging einige Zeit, als endlich Kai Hirdt an der Reihe war. Günter Kaindlstorfer fragte als erstes, wie man Perry Rhodan eigentlich richtig ausspricht. Kai erklärte, dass man im Autorenteam und in der Redaktion die deutsche Aussprache bevorzugte, weil man bei einer Konferenz sonst spätestens nach einer halben Stunde einen Knoten in der Zunge hat. Außerdem sitzt der Verlag in Baden-Württemberg und da tue man sich bekanntlich mit dem Englischen etwas schwer. Daraufhin bat ihn der Moderator mal ein Beispiel zum Besten zu geben, was Kai geschickt abwenden konnte und stattdessen über seinen Einstieg ins Autorenteam sprach. Er sei damit quasi zum Erzengel aufgestiegen. Die nächsthöhere Stufe seinen die Exposé-Autoren, die so etwas wie die Götter des Perryversums darstellen.

Danach wandte sich der Moderator dem Historiker Lucian Hölscher zu. Er hat als erster Untersuchungen zur Geschichte der Zukunftvorstellungen angestellt und in einem Buch »Die Entdeckung der Zukunft« niedergeschrieben. Darin legt er dar, ab wann sich der Mensch mit der Zukunft beschäftigt und seit wann es in der Literatur Utopien gibt. Interessanterweise beschäftigen sich die Menschen erst seit zirka dreihundert Jahren damit. Ursprung war die Industrielle Revolution. Der letzte in der Runde war gleichzeitig der jüngste. Joshua Groß aus Nürnberg ist ein junger Autor, der sich an keine Konventionen halten möchte und über Träume und verschobene Parallelwelten schreibt. Sein erstes Buch »Faunenschnitt« räumte einige Preise ab. Ein Faunenschnitt ist übrigens der Fachbegriff für Massenaussterben. Danach kam wieder Emma Braslavsky zu Wort, die aus ihrem Roman las. Die Geschichte spielt in einer nahen Zukunft und beinhaltet mehrere Handlungsstränge, die sich um eine Insel drehen. Mir persönlich war das ein bisschen zu lang und vor allem zu langatmig. Was vielleicht an den Schachtelsätzen lag, die die Autorin mit Vorliebe verwendete. Kai Hirdt gab im Anschluss einen Ausschnitt aus dem ersten Band der Miniserie PERRY RHODAN JUPITER (eine meiner Lieblingsszenen übrigens) und einen kurzen Auszug aus seinem aktuellen Roman der Erstauflage zum Besten. Im Hintergrund blickte der Moderator mit besorgter Miene auf die Uhr. Weil die Zeit schon weit fortgeschritten war, kamen die anderen beiden Autoren leider nicht mehr dazu, aus ihren Büchern zu lesen. Günter Kaindlstorfer, beendete die Lesung nach zwei Stunden, was ich etwas enttäuschend fand, weil ich gern auch etwas von dem Jungautor gehört hätte. Doch draußen wartete bereits der Autor Arnold Stadler um aus seinem Roman »Rauschzeit« zu lesen.

Wir zogen uns ins Foyer zurück, plauderten noch mit Madeleine und Kai und machten das eine oder andere Foto. Der Veranstalter, der die Eröffnungsrede gehalten hatte, kam hinzu und holte sich von Kai ein signiertes Romanheft, das er versprach zu lesen. Von mir wollte er wissen, in welche Verbindung ich zu PERRY RHODAN stehe und ich erzählte ihm ein wenig vom PERRY RHODAN-Fandom.

Nach 22 Uhr brachen wir zum Heimweg auf. Das Unwetter hatte Salzburg verschont, es herrschten angenehme Temperaturen und auf der Promenade waren die Nachtschwärmer unterwegs. Mit S-Bahn und Auto kamen wir eine Dreiviertelstunde später zu Hause an. Auch hier waren die Straßen nur stellenweise nass. Es war also nicht so schlimm gekommen, wie es zunächst den Anschein hatte.

Da es ein sehr schöner Abend in Salzburg war, schlug ich meinem Mann vor, dass wir sowas wir öfters machen sollten. Vielleicht ergibt sich mal wieder die Gelegenheit.

Salzburg im Abendlicht

Das Programm mit einer tollen Kurzgeschichte von Kai Hirdt.

Die Gesprächsrunde

Kai bei seiner Lesung

Gemeinsames Foto

Luxusproblem Lesestapel

Buchanschaffungen vom Mai

Echt jetzt, seit ein paar Monaten scheint mein Lesestapel so langsam ins Unendliche zu wachsen. Ich komme nicht mehr nach, seitdem ich nicht mehr mit der Bahn fahre. Heute morgen habe ich zumindest den NEO 147 fertiggelesen und vor ein paar Minuten mit Entsetzen festgestellt, dass heute schon die 148 erscheint.

Mannomann! Ich hinke meinem Soll ganz schön hinterher. Dieser Tage bekam ich von meinem Mann zum Hochzeitstag neben einem Strauß Rosen auch noch den aktuellen Eschbach-Roman. Den sollte ich auch noch bis September gelesen haben. Aber bei der aktuellen Auswahl die noch auf dem Wohnzimmertisch liegt, weil die Bücher nicht mehr ins Regal passen, kann ich mich einfach nicht entscheiden. Die sind alle so spannend.

Kathrin Lange – Dozentin an der BA Wolfenbüttel – hatte mich schon nach der ersten Seite an der Angel. Wenn wir nicht plötzlich Besuch bekommen hätte, hätte ich das Buch sicher nicht wieder aus der Hand gelegt.

Das dritte Buch habe ich aus purer Neugier gekauft. Ich möchte herausfinden, wie ein Amerikaner dazu kommt, ein Buch über die Punkszene in der DDR zu schreiben und was genau da drin steht. Aber, ich fürchte das muss noch etwas warten. Der nächste NEO hat Vorrang nur muss ich ihn dieses Mal schneller lesen.

Geschafft …

Vor Tagen schrieb ich über die aufregende Zeit, die wir gerade durchleben. Danke an alle, die uns die Daumen gedrückt haben.

Es ist vollbracht. Nach vielen Telefongesprächen mit fremden Leuten und jeder Menge Schreibkram ist die Rennerei zwar noch in vollem Gang. Auch ist noch nichts in trockenen Tüchern, aber dass wird bis Ende des Monats erledigt sein. Und bis es soweit ist, möchte ich noch nicht viel sagen. (Schließlich kann immer wieder etwas dazwischen kommen.)

Nur soviel: es ist himmelblau, 6,76 m breit, 10,56 lang und ca. 8 m hoch …

2. PERRY RHODAN-Tage in Osnabrück

Seit Anfang der Woche steht das Programm der 2. PERRY RHODAN-Tage in Osnabrück. Weil ich in der Organisation eingebunden bin und gern Werbung für den tollen Event machen möchte, stelle ich den Programm hier online. Vielleicht finden sich ein paar Kurzentschlossene und schauen am 27.5. bis zum 28.5. in Osnabrück vorbei.

Mehr Infos gibt es auf der Homepage der PRFZ zum Con.

Ein Conbuch gibt es natürlich auch und ich durfte schon darin herumblättern. Die Leser erwarten drei Kurzgeschichten und jede Menge spannende Artikel.

 

 

Ein Vormittag am bayrischen Meer

Panoramablick auf den See

Anlässlich unseres 7. Hochzeitstags fuhren wir kurzentschlossen zum Chiemsee. Eigentlich wollten wir in die Therme nach Bad Aibling, aber da die Probefahrt mit dem Auto länger gedauert hat als geplant, war es dafür zu spät. Wir fuhren also nach Chieming, was nur einen Katzensprung entfernt liegt. (Das ist der Vorteil, wenn man in einer Ferienregion wohnt, die schönsten Landschaften liegen gleich ums Eck.) Dort spazierten wir bei herrlichem Sonnenschein und weißblauem Himmel an der Uferpromenade entlang. Es war sehr wenig los, nur ein paar Spaziergänger mit Hund oder Kinderwagen begegneten uns. Dafür schwärmten die Mücken in dichten Wolken über dem Fußweg. Man musste aufpassen, dass man beim Hindurchgehen nicht welche verschluckte.

Blöderweise hatten wir die Kamera zu Hause vergessen, aber da mein Mann ein Smartphone hat, nutzen wir dies. Das macht zwar nicht so brillante Fotos wie die Sony, fürs Internet aber reicht es.

Nach dem Spaziergang fielen wir ausgehungert bei unserem Lieblingsgriechen in Traunstein ein. Wo wir wieder hervorragend bewirtet wurden. Und nutzten anschließend den freien Nachmittag für ein paar Einkäufe.

Alles in allem verlebten wir wieder einen sehr schönen Hochzeitstag.

Zusammenfassung vom Wochenende

Wegweiser zum Romanhelden

Weil am Wochenende einige Dinge passiert sind, die ich aber nicht in Einzelbeiträgen auswalzen will, gibt es heute mal eine Kurzzusammenfassung.

Am Samstag waren wir in Bad Reichenhall eigentlich wegen des Gratis-Comic-Tags. Aber weil wir schon mal dort am Bahnhof waren, wollte ich mein Fahrgastrechteformular vom Montag abgeben. Nur leider gibt es an diesem Bahnhof keinen Schalter. Nur einen Stand in der Buchhandlung und der ist nur unter der Woche besetzt. Zu meinem allgemeinen Erstaunen gibt es dort nicht mal mehr einen Fahrscheinautomaten und das in einer Kurstadt. Der Buchhändler meinte, dass wäre so, seit die Strecke privatisiert wurde und man könne die Fahrscheine im Zug beim Zugbegleiter kaufen. Ich fragte ihn, was ist, wenn man zum Beispiel nach Hamburg will? Er meinte, dann müsse man nach Freilassing und sich die Fahrkarten dort kaufen. Hä! Dabei hält sogar einmal am Tag ein IC aus Hamburg in Bad Reichenhall. Wie ich heute gelesen habe, will die Deutsche Bahn die Fahrkarten auf lange Sicht sowieso abschaffen und alles nur noch digital machen. Nun denn, dann sollten sie sich erstmal besser gegen Hacker-Attacken schützen. Und damit meine ich jetzt nicht meine Blogeinträge.

Anschließend sind wir noch in das Möbelhaus, in dem wir unsere Traumcouch gesehen hatten. Ich wollte wissen, ob sie noch da ist, oder ob das Teil schon jemand gekauft hat. Und ja, sie ist noch da und sie kostet immer noch einen hohen vierstelligen Betrag. Ach ja, wenn wir nur ein größeres Wohnzimmer hätten.

Auf der Rückfahrt kamen wir an einem Wegweiser vorbei, den ich unbedingt fotografieren musste. Eingeweihte werden verstehen, was ich meine. Es gibt da einen Protagonisten im gleichnamigen Roman eines gewissen Chefredakteurs

Samstagnachmittag fand ich dann beim Gang zur Post ein vierblättriges Kleeblatt. Das soll Glück bringen. Auf der Post fragte ich nach, ob dort eventuell eine Sendung gelandet ist, die ich schon vor einer Woche hätte bekommen müssen. Ich hatte bei Booklooker ein Buch bestellt und der Käufer hatte es auch abgeschickt, nur angekommen ist es leider nicht – auch nicht auf der Post. Vielleicht hängt es mit dem Buchtitel zusammen … wenn ein Buch schon »Chaostage« heißt … Der Käufer ist jedenfalls nett und überweist mir nun mein Geld zurück. Ich hätte ja lieber das Buch gehabt.

Den Samstagabend verbrachte ich vorm Computer, um liegengebliebene E-Mails zu beantworten und Beiträge für sie SOL zu sichten. Welche, um sie fürs Lektorat freizugeben und redigierte Artikel, die ins Layout können. Nebenher lief der Film »Bridge of Spies«, den sich mein Mann bei der letzten BluRay-Aktion beim Müller Drogeriemarkt mitgenommen hatte. Der hochkarätig besetzte Streifen von Steven Spielberg und den Coen Brüdern, erfüllte leider nicht unsere Erwartungen. Nach einem langatmigen Beginn wird es erst ab der Mitte einigermaßen spannend. Die Dialoge sind dürftig und für mich war es bis zum Ende nicht klar, welcher Spion gegen wen getauscht werden sollte. Ehrlicherweise habe ich auch nur halb hingehört. Meinem Mann hat der Film aber auch nicht sonderlich gefallen, womit die Blu-Ray demnächst bei Booklooker landet.

Das Kleeblatt vom Samstag brachte mir leider auch am Sonntag kein Glück, denn als wir heute morgen mit dem Rad unterwegs waren, holte ich mir an der am weitesten entferntesten Stelle einen Platten. Ein winziges Metallteil, das aussah wie ein Piercing, hatte sich in meinen Hinterreifen gebohrt. Damit war unsere Radtour zu Ende und mein Mann musste heimfahren und das Auto holen. Im Fahrradladen an der Tankstelle kauften wir zwei neue Schläuche und gleich auch zwei neue Mäntel dazu. Als mein Schwiegervater sie montiert hatte, ließ sich einer der Schläuche nicht aufpumpen, weil das Ventil fest war. Jetzt müssen wir wieder hin und den Schlauch umtauschen.

Ich denke, dass waren genug Abenteuer für ein Wochenende.

Gratis-Comic-Tag in der Provinz

Unsere Ausbeute vom Gratis-Comic-Tag 2017

Der Blick auf die Karte war ernüchternd. Im Umkreis von 50 Kilometern gab es nur zwei Geschäfte, die beim Gratis-Comic-Tag 2017 mitmachten: die Stadtbibliothek in Rosenheim und die Bahnhofsbuchhandlung in Bad Reichenhall. Weil Letzteres näher lag, fuhren wir heute morgen in die Kurstadt an der Saalach. In der Buchhandlung war es um neun Uhr morgens erstaunlich ruhig. Ich hatte mit großem Andrang, Familien mit Kindern und einem Stand gerechnet, an dem die Comics präsentiert wurden. Zumindest aber mit einem Werbeschild. Stattdessen standen zwei Kartons am Boden neben dem Comicregal. So als hätte der Buchhändler vergessen sie wegzuräumen. Doch dann sah ich das kleine Schild vom Gratis-Comic-Tag. Der junge Mann hinter dem Tresen rief uns zu, das wir diese Comics heute umsonst mitnehmen können. Na, wenigstens wusste er bescheid. Wir sagten ihm, dass wir extra deswegen gekommen waren, und das sie das einzige Geschäft in der Gegend sind, das an der Aktion teilnahm. »Tatsächlich«, sagte er verwundert, schien aber nicht sonderlich interessiert.

Eigentlich darf man beim Gratis-Comic-Tag nur einen Comic pro Person mitnehmen, aber wenn ich die vielen Hefte in den beiden Kartons betrachtete, würden die bis heute Abend niemals weggehen. Zumindest nicht, wenn sie so lieblos rumstanden. Also fragte ich, ob man auch mehr als ein Heft nehmen kann. Er sagte, dass er kein Problem damit hat und so deckten wir uns mit den unterschiedlichsten Comics ein. Weil wir aber nicht einfach so aus dem Geschäft gehen wollten – ich wäre mir ziemlich schäbig vorgekommen – kaufte ich noch das aktuelle Perryheft und mein Mann einen Donald Duck-Comicband. Damit hat sich die Aktion für den Buchhändler auch ein bisschen gelohnt.

Ich glaube nicht, dass sich noch viele Comicliebhaber aus der Gegend nach Bad Reichenhall verirrt haben. Dafür hätte man das anders aufziehen müssen. Zumindest mit einem Werbeplakat über der Tür und einer Aktion für Kinder und Familien. Wobei ich im Nachhinein feststellte, dass sich die Comics eher an ein erwachsenes Publikum richten. Zumindest die Hefte, die ich mitgenommen haben.

Obwohl ich kein Comic-Fan bin, hatte ich heute Nachmittag viel Spaß mit dem Comic »Herbst in der Hose« von Ralf König, dessen »Barry Hoden« mir schon so gut gefallen hatte und war beeindruckt von einem Comic aus der Djinn-Reihe. Den schicken Sherlock-Manga hebe ich mir für den Schluss auf.

Ehrlich! Die Gratishefte haben mein Interesse geweckt, vielleicht doch mal in den einen oder anderen Comic zu gucken. Und damit hat die Aktion genau das erreicht, was sie sollte. Schöne Idee!

Warum man allerdings auf den Heften die Überschrift »Gratis Comic Tag« mit Deppenleerzeichen geschrieben hat und nicht mit Bindestrich oder zusammen, wird wohl das Geheimnis der Marketingprofis bleiben.