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Parallelwelten veröffentlicht

Ich hatte es schon schon vor ein paar Tagen angekündigt. Ich habe endlich mein STAR TREK-PERRY RHODAN-Crossover auf meiner E-Book-Seite online gestellt.

Nachdem ich den Roman bereits 2014 fertiggestellt hatte, habe ich sehr lange überlegt, ob ich ihn tatsächlich veröffentlichen soll. Eine Weile spielte ich mit dem Gedanken, ihn in eine Schublade zu stecken und für immer zu vergessen.

Warum, ist nicht so leicht zu erklären.

Während die Star Trek-Fans offensichtlich Gefallen an der Geschichte fanden, war die Resonanz meiner Testleser aus dem PERRY RHODAN-Universum eher durchwachsen. Einige kritisierten die emotionale Komponente und vor allem die Liebesbeziehung. Fans der Serie sind diese Art der Offenheit nicht gewohnt. Sex und Liebe ist bei PR ein heikles Thema. Zumal meine Geschichte in der Frühzeit der Serie angesiedelt ist, in der Frauen nur untergeordnete Rollen spielten und in der mehr Waffentechnik und Taktik zählten.

Nach der Lektüre der ersten Silberbände reizte mich der Gedanke dem armen Administrator ein Gefühlsleben zuzugestehen, welches er in den Heftromanen immer unterdrücken muss.

Ein weiterer Anreiz war, einmal einen PERRY RHODAN-Roman für Frauen zu schreiben. In etwa so, wie sich die Heftromanserie lesen würde, wenn sie beim Cora-Verlag erscheinen würde. (Cora verlegt unteranderem die Liebesromane der Reihen Julia, Bianca und Tiffany.) Ein PERRY für Frauen, das ist sicher nicht die brillanteste Idee, aber die Meinungen meiner Testleserinnen zeigen, dass es da tatsächlich einen Markt dafür gibt. Wenn er auch nicht sonderlich groß ist.

Und natürlich wollte ich als langjähriger Star Trek-Fan meine Lieblings-Fernsehserie und meine Lieblings-Heftromanserie miteinander verknüpfen. Das ich dazu die Heldin meiner eigenen Romanreihe gewählt habe, lag nahe.

Ich habe den Roman aber auch unter einem anderen Gesichtspunkt geschrieben. Mich ärgerten die vielen wissenschaftlichen Fehler aus der Star Trek-Neuverfilmung von 2011. Besonders die Vorgeschichte, die in dem Comic »Countdown« erzählt wird, wimmelt nur so von Logikbrüchen und Desinformationen.

Es hat mich enorme Denkarbeit gekostet, passende Erklärungen zu finden, welche die Unstimmigkeiten aus dem Film und dem Comic ausbügeln, beziehungsweise erklären sollen. Aber genau das hat großen Spaß gemacht.

Und selbstverständlich diente der Roman auch meiner Weiterentwicklung als Autorin. Ich habe ihn gefühlte hundert Mal überarbeitet, und dabei viel über meine Art zu Schreiben gelernt.

Wer möchte, kann sich das PDF hier herunterladen.

Ach, ja! Wer noch Fehler finden sollte, kann sie mit Seitenangabe an mich weiterleiten oder einfach behalten.

Gedanken zu ST-Discovery

Inzwischen habe ich etwa die Hälfte der Folgen von ST-Discovery gesehen und muss gestehen, dass es nicht ganz so schlimm ist, wie erwartet.

Nach wie vor glaube ich, dass der Handlungsbogen über den klingonischen Krieg, mit den Romulanern viel besser funktioniert hätte und auch viel logischer wäre. Mir gefällt auch die Idee, die Geschichte aus den Augen einer Figur zu erzählen, die eben nicht Kommandant und vor allem, die in Ungnade gefallen ist.

Was den Look angeht? Nun, da gibt es vieles, was mir zu modern erscheint. Die Technik ist deutlich fortgeschrittener, als beispielsweise bei der Classic-Serie. Das ist ein Widerspruch, den ich hinnehmen muss, weil mit Pappmaschee-Felsen und gemalten Kulissen, würde man heute keinen Zuschauer mehr an den Bildschirm fesseln. Wobei, es sicher Möglichkeiten gegeben hätte, dies auf irgendeine Art und Weise schlüssiger zu erklären.

Nehmen wir an, die Discovery wäre ein Schiff von Sektion 31, dann hätte wohl keiner der Fans groß gezweifelt. Wobei der Sporen-Antrieb schon ziemlich aus dem Rahmen fällt und mir eine Spur zu mystisch erscheint. Das ist nur noch bedingt Science Fiction, das gleitet schon in Bereiche der Space-Fantasy. Warum nimmt man nicht die bereits vorhandene Idee des Slip-Stream-Antriebes und verknüpft sie mit dem Bärtierchen? Es ist im Star Trek-Universum doch schon so viel beschrieben worden, warum benutzt man das nicht? Warum muss das Rad immer wieder neu erfunden werden? Antwort: Weil man sich zuvor informieren müsste.

In der Tat gibt es ein paar gute Episoden. Die mit Sarek und seinem Verhältnis zu seiner Ziehtochter fand ich sehr gut. Auch die Folge mit Harry Mudd und der Zeitschleife war gut, obwohl die so ähnlich bereits bei TNG vorkam. Sie wurde zumindest originell erzählt.

Was die Figuren angeht, so gefallen diese mir nach und nach besser. Fähnrich Tilly ist mit ihrer quirligen Art zwar ein bisschen nervig, passt aber gut zum ruhigen Charakter von Michael Burnham. An den schlaksigen Commander habe ich mich inzwischen auch gewöhnt. Gut finde ich den Captain. Okay, wenn ich nicht schon wüsste, dass er aus dem Spiegeluniversum stammt, würde ich wahrscheinlich herummosern, dass so ein Charakter niemals Sternenflottenoffizier und schon gar nicht hätte Captain werden dürfen. Da ich sein Schicksal aber kenne, finde ich die Figur durchaus interessant angelegt.

Mein lieber Freund Ben hat der Serie ein zwanzigminütiges Video gewidmet. Er versucht die Frage zu beantworten, ob Discovery wirklich so schlecht ist. Bei den meisten seiner Argumente gehe ich mit. Zum Beispiel, was den Look angeht und auch das Storytelling. Mit einer Crew, bei der nur Friede, Freude, Eierkuchen herrscht, kann man keine spannenden Geschichten erzählen. Punkt. Was den Look der Klingonen angeht, sofern es glaubhaft erklärt wird, können die meinetwegen auch wie Eidechsen aussehen. (Soll ja bei Voyager schon mal vorgekommen sein. Zwar nicht mit Klingonen aber …)

Das Hauptproblem, was ich mit der Serie habe und was ich den Produzenten vorwerfe, bezieht sich auf etwas anderes. Es geht um die Frage, was Star Trek ausmacht. Discovery ist für eine Star Trek-Serie viel zu brutal. Hey, das ist die erste Star Trek-Serie, die erst ab 16 Jahren ist. Das gab es niemals zuvor (bis auf die leidige »Patterns of Force«-Folge aus Classic, die in Deutschland noch heute erst ab 16 Jahre ist). In DSC wird gemetzelt und getötet, als wäre es das Normalste auf der Welt. Star Trek hat sich immer (auch schon zu Kirks Zeiten) damit verdient gemacht, dass man erst geredet hat und erst dann, wenn nichts mehr half, die Waffen sprechen ließ. Sind wir wirklich so abgestumpft und abgebrüht, durch die täglichen Nachrichten, dass wir die Gewalt in Kino und Fernsehen nicht mehr wahrnehmen? Das Gewalt zwingend notwendig geworden ist, um spannende Geschichten zu erzählen? Ich denke nicht.

Ein weiterer Punkt an dem ich Ben widersprechen muss, ist das Motiv der Produzenten, warum eine Star Trek-Serie sich vornehmlich an ein Massenpublikum richtet und nicht für die Fans geschrieben wird. Das ist zum Teil richtig und das ist auch nichts Neues. Aber, wenn ich als Autor und Produzent etwas nur (und ich betone das hier mal) für den Massenmarkt machen möchte, dann nehme ich doch keine 55 Jahre alte Serie, die mich total einschränkt. Dann entwickle ich doch lieber etwas Neues, bei dem ich völlig frei bin und bei dem mir eben keine Fans im Nacken sitzen und kritisieren. Der Grund, warum es immer wieder Bestrebungen gibt, ein bestehendes Franchise wiederzubeleben, liegt vor allem an seinen Fans. Es geht darum, diejenigen zu »melken«, die sich schon seit Jahren haben »melken« lassen. Das ist einfacher, weil ich mir nicht erst neue Fans machen muss. Wenn ich also, eine neue Star Trek-Serie produziere, dann sollte ich auch auf die Fans achten und eben nicht nur den Geschmack eines Massenpublikums treffen. Denn die normalen Leute sind schnell wieder weg, die Fans bleiben! Insofern ist es für Star Trek-Discovery wichtig, sich eben nicht nur am Massengeschmack zu orientieren, wenn man mit der Serie Erfolg haben möchte.

So, und jetzt möchte ich Ben zu Wort kommen lassen. Seine Gedanken sind nämlich durchaus richtig und nachvollziehbar.

Was lange währt …

STAR TREK/PERRY RHODAN-Crossover

Seit 2014 liegt das Manuskript auf meiner Festplatte. Gefühlte hundert Mal habe ich das Crossover von STAR TREK und PERRY RHODAN überarbeitet und korrigiert. Irgendwann hat mich der Mut verlassen und ich war kurz davor, es endgültig in der Schublade oder im Papierkorb zu versenken.

Nun hat mir jemand neuen Mut gemacht, den Roman dennoch zu veröffentlichen. Warum, erkläre ich demnächst.

Heute präsentiere ich zunächst einmal das Cover, an dem ich in den letzten Tagen gearbeitet habe. Ganz klassisch mit Buntstift, damit es zur Reihe passt.

Das E-Book mit Illustrationen ist auch schon fertig und wird in den nächsten Tagen online gehen. Da erzähle ich auch ein wenig mehr über den Inhalt.

Livestream aus dem Saarland

Heute ein Tipp für Kenner von Hubert Zitt. Auch in diesem Jahr wird seine Weihnachtsvorlesung an der Universität Zweibrücken wieder live im Internet übertragen. Hier der offizielle Ankündigungstext.

***

Dies mal ist die STAR TREK Weihnachtsvorlesung erstmals eine reine STAR WARS Lesung. „Nur der Himmel ist doch die Grenze“

Donnerstag, 20.12.2018, 19:00 Uhr
Weihnachtsvorlesung: Die MACHT bei Star Wars und der Jediismus
Hubert Zitt, Markus Groß und Manfred Strauß

„Möge die Macht mir Dir sein.“ Dieser Satz ist zweifellos einer der berühmtesten Sätze der Filmgeschichte. Doch was hat es mit dieser geheimnisvollen Kraft in Star Wars auf sich, die angeblich großen Einfluss haben kann auf geistig Schwache? Kann man andere Personen mental beeinflussen? Wie kann Luke Skywalker Gegenstände nur mit der Kraft seiner Gedanken bewegen? Könnte es Telekinese wirklich geben, vielleicht sogar auch in unserer Galaxis? Und warum hat George Lucas in „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“ die bis dahin mystische Macht entzaubert?
Diese und weitere Fragen werden Hubert Zitt und sein Team in der diesjährigen Weihnachtsvorlesung beantworten. Außerdem werden die Veranstalter auf den Einfluss der Jedi-Ritter und deren Lebensweisheiten auf das wirkliche Leben eingehen und somit auf die Frage, wieso es Leute gibt, die den Jediismus als ihre Religion angeben.

Live vor Ort im Audimax der Hochschule Zweibrücken
Oder Live im Stream unter https://www.startrekvorlesung.de/

Endlich »Discovery«

Nachdem nun endlich die neueste Star Trek Serie auf Blu-Ray und DVD erhältlich ist, haben wir uns gestern die ersten beiden Folgen angesehen.

Nun, ja. Es ist Star Trek und auch wieder nicht. Es sieht aus wie das Star Trek von J.J. Abrams, allerdings ohne die Glorifizierung ihrer Helden. Die Klingonen sehen ungewöhnlich aus, was mich aber nicht annähernd so stört, wie ihr Verhalten. Das ist nämlich ganz und gar nicht so ehrenhaft, wie es für Klingonen typisch ist.

Die Geschichte um den erste Offizier Michael Burnham (warum gibt man einer Frau einen männlichen Namen) ist interessant und vielversprechend. Auch den Captain der Shenzou fand ich gut charakterisiert, eine Frau mit Authorität, die nicht wie ein Klotz daherkommt. Die Schauspielerin hat mich übrigens irgendwie an Iris Berben erinnert. Den Rest des Cast, besonders den hochgewachsenen Wissenschaftsoffizier, fand ich nichtssagend bis nervig.

Über die Handlung der ersten beiden Folgen haben mein Mann und ich im Anschluss noch lange diskutiert. Wir beide kamen auf das Ergebnis, dass die ganze Geschichte nur dann einen Sinn ergibt, wenn man die Klingonen gegen die Romulaner tauscht und die Handlung ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit verlagert.

Wir glauben, das Brian Fuller, eine Geschichte über den Romulanischen Krieg erzählen wollte, die Studiobosse aber keinen Gefallen daran fanden. Weshalb nach seinem Weggang die Handlung umgeschrieben wurde, weil Klingonen in den Augen des Studios populärer sind und sich besser verkaufen lassen. Der Haken an der Sache ist, dass die ursprüngliche Storyline ohne große Änderungen übernommen worden zu sein scheint. Was bedeutet, dass die Klingonen nicht wie Klingonen handeln, sondern eher wie Romulaner, inklusive des Einsatzes einer Tarnvorrichtung.

Mein Fazit nach den ersten beiden Folgen: Es ist nicht so schlimm, wie erwartet, aber es fühlt sich für mich dennoch nicht nach Star Trek an.

Von Marsianern, Terranern und Gürtlern

Quelle: Amazon

The Expanse ist eine Serie, von der bereits drei Staffeln existieren, die Vierte ist gerade in Produktion. Warum ich die erste Staffel der Serie erst in den vergangen Wochen gesehen habe, liegt daran, das The Expanse auf dem Bezahlsender Syfy ausgestrahlt wurde und ab der vierten Staffel bei Amazon Prime Video angesehen werden kann. Bei unserem geringen Fernsehkonsum lohnt es sich aber nicht, Geld für zusätzliche Fernsehsender auszugeben. Wir warten meist, bis die Serie auf DVD herauskommt. Und weil für November die zweite Staffel von The Expanse auf DVD angekündigt ist, hielten wir es für eine gute Idee mal in die Serie hineinzuschnuppern.

Die Serie spielt im 25. Jahrhundert. Das Sonnensystem wurde von den Menschen besiedelt. Auf dem Mars hat sich eine eigenständige Gesellschaft entwickelt, die sich von der Erde abgewandt hat. Zwischen Mars und Erde herrscht so etwas wie ein Kalter Krieg. Dann sind da noch die Gürtler, Menschen die im Asteroidengürtel auf Ceres, Eros und anderen Planetoiden leben. Sie werden von beiden Parteien ausgenutzt, in dem sie die Rohstoffe abbauen müssen, die der Mars vor allem aber die Erde benötigen. Dabei leben sie unter Menschenunwürdigen Bedingungen. Sie haben mit körperlichen Degenerationen durch die geringe Schwerkraft zu kämpfen und leiden vor allem unter dem Wassermangel. Als ein Raumschiff der Gürtler, das Wassereis nach Ceres transportieren soll, von einem getarnten Raumschiff zerstört wird, bricht eine Rebellion aus. Weil alle glauben, der Mars stecke hinter dem Angriff, greift auch die Vereinten Nationen der Erde ein und setzt die Marsianer unter Druck. Eine Gruppe Überlebender des Gürtlerschiffs wird von einem marsianischen Schiff aufgegriffen und entdeckt, das auch die Marsianer vor dem unsichtbaren Angreifer nicht sicher sind. Am Ende der Staffel kristallisiert sich heraus, dass eine dritte Partei mit einer anscheinend außerirdischen Biowaffe Experimente mit den Gürtlern durchführt und das Gleichgewicht zwischen Mars und Erde kippen will.

Ich bin zwar keine große Freundin von Dystopien, aber die Zukunft, die The Expanse zeigt, ist sehr glaubhaft gestaltet. Auf der eine Seite die Erde mit einer kaputten Umwelt, erkennbar am gestiegenen Meeresspiegel. Daneben die Marsbewohner, die mit Neid und Verachtung auf die Terraner herabsehen, weil sie einst ihren Planeten zerstört haben. Dazwischen die Gürtler, die Arbeiter auf deren Rücken die beiden planetaren Gesellschaften ihren Reichtum und Fortschritt bauen, die aber nichts davon haben. Das Leben in den Asteroiden wird in düsteren, klaustrophobischen Bildern gezeigt.

Besonders gut gefielen mir die Figuren. Die vielfach ambivalenten Charaktere sind tiefgründig und handeln unvorhersehbar. Überraschend ist, dass einige der Charaktere aus den ersten Folgen im Laufe der ersten Staffel den Tod finden, oder einfach von der Bildfläche verschwinden.

Die zehn Folgen der ersten Staffel erzählen eine zusammenhängende Geschichte, von der man bis zur vorletzten Folge glaubt, dass sie auf eine politische und kriegerische Konfrontation zwischen Erde und Mars hinführt. Das Auftauchen eines fremden Organismus gibt der Serie auf der Zielgerade aber eine völlig neue Richtung. Das fand ich ausgesprochen spannend. Es wird nie ganz klar, wer hinter den Vorgängen und den getarnten Schiffen steckt. Der Zuschauer bleibt genauso im Unklaren wie die Protagonisten um den Captain der ROSINANTE. Als ausführender Produzent und Autor einiger Folgen zeichnet Naren Shankar verantwortlich. Aus der Feder des indischstämmige Autor stammen einige wichtige Episoden mehrerer STAR TREK-Serien.

Die Serie kann man als Hard-Science-Fiction im weitesten Sinne bezeichnen. Die Raumschiffe und die Technologie orientieren sich an den physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Was mitunter zu überraschenden Effekten führt. So holt sich die Kommandantin eines marsianischen Schiffs erstmal einen Kaffee, während ihr Schiff mit Torpedos beschossen wird. Es dauert halt eine halbe Stunde, bis die Torpedos einschlagen. Das fand ich gut.

The Expanse ist eine sehenswerte SF-Serie. Da freue ich mich schon auf die zweite Staffel.

Lyrisches über Sterne

Anlässlich der Entdeckung eines Exoplaneten um den Stern 40 Eridani A, jenem System das laut Gene Roddenberry den Heimatplaneten der Vulkanier beherbergt, gibts von mir mal wieder ein Gedicht, das ich in den frühen Neunzigern verfasst habe.

Ich finde es heute noch schön und passend.

 

Sterne

Sterne –
Sendboten der Vergangenheit
Zeigen das Leben
als die Erde noch ein Kind war
erst wenn sie reif ist
werden sie ein Zeichen senden
das von der Zukunft erzählt

 

Bewegte Männer

Quelle: rowohlt.de

»Auf deinem Wohnzimmertisch hockt ein nackter Hetero und grunzt.« Diesen Satz habe ich noch heute im Kopf, wenn ich an den Film Der bewegte Mann denke. Das Bild dazu übrigens auch – Til Schweiger im Adamskostüm auf einem Glastisch.

Im Herbst 1994 kam man um den Filmerfolg aus Deutschland nicht Drumherum. Es ist der erste zeitgenössische deutsche Film, den ich in einem Kino gesehen habe. (Die Karl-May-Filme die im Ferienprogramm in den Achtzigern in den DDR-Kinos liefen, stammten aus den Sechzigern.) 1994 steckte ich mitten in der Ausbildung in Oberfranken und weiß noch genau, dass der Film in einem Bayreuther Kino über 29 Wochen lief. Das ist mehr als ein halbes Jahr. Mein Mann hat ähnliche, wenn auch nicht so positive Erinnerungen an den Streifen. Er wartete auf Star Trek – Generations, das im November in die deutschen Kinos kam. Weil aber Der bewegte Mann so erfolgreich war, verschob das Kino in Traunstein Generations um Wochen nach hinten. Schlecht für die Star-Trek-Fans gut für das Publikum von Der bewegte Mann.

Allerdings möchte ich heute nicht über den Film schreiben, sondern über den Comic, der die Vorlage dazu lieferte. Den bekam ich am Freitag in die Hände, als mir die Deutsche Bahn mal wieder eine Stunde extra Zeit am Bahnhof in Bamberg »gönnte«. Aus lauter Verzweiflung, weil sich mein Lesestoff bereits erschöpft hatte, kaufte ich mir kurzerhand die Jubiläumsausgabe von Der bewegte Mann von Ralf König. Ich habe hier bereits über seine Comics Barry Hoden und Raumstation Sehnsucht geschrieben.

Beim Lesen des Jubiläumsbands (1987 war der Comic erschienen) war ich überrascht, wieviel von der Comicvorlage letztendlich im Film landete. Normalerweise lassen sich die Macher von Filmadaptionen mehr Spielraum, hier wurde die Vorlage so gut wie eins zu eins umgesetzt. Zu den Bildern im Comic hatte ich immer die Bilder aus dem Film im Kopf inklusive der Stimmen und Gesichter der Schauspieler. Verrückt!

Der Comic besteht aus zwei Geschichten, die zusammen in den Film eingeflossen sind. Der bewegte Mann und Pretty Baby sind in der Originalfassung abgedruckt. Zusätzlich enthält der Jubiläumsband einige Extras. Unteranderem einen kurzen Comic, der 29 Jahre später spielt und in dem sich die Protagonisten von einst als gealterte Persönlichkeiten wiederbegegnen. Des Weiteren ein Gespräch zwischen Ralf König und Joachim Król, der damals in die Rolle des schwulen Protagonisten Norbert Brommers geschlüpft war. Weiterhin einen Rückblick von Ralf König und einen Artikel von Michael Töteberg über dazu Zustandekommen des Films.

Allein die Extras finde ich ausgesprochen spannend. Aber auch die Geschichte hat nach wie ihren Reiz, obwohl heutzutage der Umgang mit Schwulen und Lesben viel selbstverständlicher ist, als noch in den Achtzigern. Allein daran merkt man dem Comic sein Alter an.

Der mit 270 Seiten umfangreiche Comicband erschien bei rororo und ist überall dort erhältlich, wo es Comics gibt und natürlich auch im Onlinehandel. Was mich angeht sind die 15 EUR jeden Cent wert.

Bitte warten …

Quelle: Wikipedia.org

Einer der Filme auf den ich mich schon seit fast einem Jahr freue, erschien dieser Tage auf DVD. Es ist natürlich klar, dass ich ihn mir sofort ansehen musste.

»Please stand by« handelt von der jungen Autistin Wendy, die ein STAR TREK-Manuskript bei einem Wettbewerb einreichen möchte. Doch es stellen sich ihr viele Hindernisse in den Weg: die Betreuerin, die eigene Schwester und die Tücken des Alltags. Doch Wendy brennt so sehr für ihre Geschichte, dass sie auch ihrem behüteten Leben ausbricht und in die Welt hinausgeht, nur um ihr Manuskript rechtzeitig abzugeben. Auf ihrer Reise begegnen ihr gute und schlechte Menschen. Sie muss Dinge tun, die uns vielleicht banal erscheinen, die aber Wendys Mut auf eine harte Probe stellen. Auch ihre Schwester und ihre Betreuerin müssen erkennen, dass in Wendy viel mehr steckt, als sie bisher geglaubt haben.

Das klassische Roadmovie ist nicht nur für STAR TREK-Fans interessant, sondern auch für Menschen, die in dieser Hinsicht völlig ahnungslos sind. Es vermittelt zwischen den Welten, zeigt die Faszination, die STAR TREK auf ganze Generationen hat und erklärt gleichzeitig das Unverständnis jener, die nie mit dieser Welt konfrontiert wurden.

Der Film wartet mit einer ganzen Reihe bekannter Hollywoodschauspieler auf. Dakota Fanning brilliert als Wendy, Alice Eve (bekannt aus STAR TREK- Into Darkness) spielt ihre ältere Schwester Audrey und Toni Collette verkörpert die freundliche aber auch etwas ignorante Betreuerin Scottie. In Nebenrollen sind Laura Innes (ER) und Patton Oswald (King of Queens) zu sehen.

Mir gefiel der Film sehr gut. Er erinnerte mich ein wenig an »Fanboys«. Die autistische Welt der Protagonistin wird sehr glaubhaft inszeniert. Auch die Faszination für STAR TREK kam gut rüber, inklusive der kleinen Insidergags.

Das einzige was ich bemängeln muss. In der deutschen Fassung hat die Szene in der Wendy mit dem Polizisten klingonisch spricht, nur Untertitel mit den Sätzen: »Er spricht eine fremde Sprache.« bzw. »Sie spricht eine fremde Sprache.« Der Dialog geht für alle ohne Klingonischkenntnisse verloren und das, wo wir in Deutschland mit Lieven Litaer den Experten schlechthin haben. Jemanden, der sogar die Klingonischen Untertitel für STAR TREK-Discovery liefert. Unfassbar! Ich muss mir nochmal die Originalfassung ansehen, ob es wenigstens da Untertitel gibt.

Ansonsten ist »Please stand by« ein netter kleiner Film mit einer schönen Botschaft.

Kolumne zur Zukunft

Seit einigen Jahren bin ich treue Leserin der Kolumne »Welche Zukunft?« von Sascha Mamczak. Der Mann ist Chef des Science-Fiction-Programms des Heyne Verlags und Nachfolger von Wolfgang Jeschke – der als Autor sowie als Herausgeber bei Heyne einen wichtigen Beitrag für die deutsche Science Fiction geleistet hat. So verdanken wir ihm die Veröffentlichung der STAR TREK-Romane von Pocket Books in Deutschland.

Ende der Neunziger war Mamczak übrigens Lektor der PERRY RHODAN-Reihe bei Heyne.

Bei »Der Zukunft« dem SF-Portal des Heyne Verlags legt Sascha Mamczak regelmäßig seine Gedanken zur Zukunft dar. Sehr tiefsinnig und berührend spricht er über aktuelle Probleme und extrapoliert sie in die Zukunft. Das ist oft großartig formuliert und ich ertappe mich regelmäßig dabei, wie ich vielen seiner Aussagen nicht nur zustimmen kann, sondern für ihre Genialität auch schlicht bewundere.

In der aktuellen Kolumne spricht er über alte Menschen, die Zukunft und über Wolfgang Jeschke, der dieser Tage vor drei Jahren gestorben ist. Dabei widmet Mamczak seinem ehemaligen Chef einige an Herz gehende Gedanken. Das finde ich so gut, dass ich das hier unbedingt teilen möchte.

Für mich gehört »Welche Zukunft?« zu den gelungensten SF-Kolumnen überhaupt und ich empfehle sie jedem, dem an phantastischer Literatur und unserer Zukunft gelegen ist.