Filterblasen, Brandbeschleuniger & Murphys Gesetz

Murphys Gesetz: »Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.« Verallgemeinert gesagt: wenn eine Situation bereits schlimm ist, wird sie sich weiter verschlimmern.

In den Neunzigern glaubte ich an eine positive Zukunft. Das wir es als Menschheit irgendwie hinbekommen würden, friedlich zusammenzuleben. Das wir auf der Erde soetwas erschaffen würden, wie die Föderation bei Star Trek. Doch je älter ich wurde und je mehr Zeit verstrich, desto mehr wurde mir klar, das dies nicht passieren wird. Im Gegenteil, wir werden unseren Planeten und die Menschen, die darauf leben, weiter ausbeuten, ohne dass wir aus der Geschichte lernen. Wir sind Menschen. Und Menschen sind träge. Da braucht es schon einer gewaltigen Katastrophe oder eines ähnlichen Umstands, dass wir in unserem Tun innehalten und aufschauen.

Viele sehen in der aktuellen Pandemie diesen Wendepunkt. Sie glauben, dass es uns als Menschheit näher zusammenbringt und wir verbessert aus der Krise hervorgehen werden. Ohne Zweifel werden uns die Geschehnisse des Jahres 2020 verändern. Doch in welche Richtung werden wir gehen? Angesichts meiner Erfahrungen glaube ich nicht, dass uns das Virus zusammenführen wird. Im Gegenteil es bringt uns weiter auseinander, sowohl körperlich durch das »social distancing« als auch gedanklich.

Wir alle leben in unseren Filterblasen. Keiner kann von sich behaupten, dass er den kompletten objektiven Überblick über die Geschehnisse in der Welt hat. Viele Dinge sind global miteinander verknüpft, ohne, dass wir das als einzelner Mensch in aller Gesamtheit erfassen können. Wir sehen nur einen Teil, und zwar den Teil, der uns in der Realität umgibt und den Teil, den wir mit den Nachrichten in uns aufnehmen. Wir gleichen ab, was wir sehen und hören, mit dem was wir real erleben. Wenn die Wahrnehmungen nicht übereinstimmen, dann versuchen wir es in Übereinstimmung zu bringen, indem wir Meinungen suchen, die mit unserer Realität konform gehen. Das kann die Wahrheit sein, oder auch nicht. Es bedarf eines persönlichen Eindrucks oder eines essentiellen Beweises, um uns vom Gegenteil zu überzeugen.

Wir glauben vieles erst, wenn wir es persönlich sehen und erleben. Und da liegt die Krux. Einer glaubt an Gott, ein anderer nicht. Für einen ist die Wissenschaft festgeschriebenes Gesetz, für einen anderen ist sie eine flexible Größe. Jeder sammelt andere Erfahrungen und jeder zeichnet sich sein eigenes Bild. Das führt im geringsten Fall zu Missverständnissen und schlimmstenfalls zu tätlichen Auseinandersetzungen.

Was wird das Virus aus uns machen? Werden wir näher beisammenstehen oder uns weiter voneinander entfernen? Sigmar Gabriel bezeichnete die Pandemie als Brandbeschleuniger, der Konflikte schneller eskalieren lassen wird, aber auch bereits angestoßene Konzepte beschleunigt. Die Telearbeit zum Beispiel, das bargeldlose Bezahlen, automatische Kassen in Supermärkten, all das wird schneller kommen.

Auf gesellschaftlicher Ebene wird es uns Menschen entzweien, in jene die profitieren und die die Schaden nehmen. Es hat schon begonnen. Und zwar zwischen denen, die die Wirksamkeit der Maßnahmen uneingeschränkt befürworten und jene, die sie hinterfragen. Es wird ein Riss durch die Gesellschaft gehen. Ein Riss, der vielleicht schon zuvor latent vorhanden war. Freundschaften und Allianzen werden zerbrechen, global wie im Privaten.

Die Welt wird 2021 eine andere sein, so viel steht fest. Ich glaube nicht, das es eine bessere Welt sein wird. Viele von uns werden einsamer sein und distanzierter. Manchem wird es elend gehen und manchem nicht. Wir sind zwar vor dem Virus alle gleich, aber es wird uns ungleicher machen. Und wir müssen uns darauf einstellen, die eine oder andere Freundschaft zu verlieren.

Starke Hard-SF in Serie

Ich bin noch ganz geflasht. Wir haben uns das Staffelfinale der vierte Staffel von »The Expanse« angesehen. Wer behauptet, es gäbe keine genialen Science-Fiction-Serien mehr, der sollte bitte »The Expanse« ansehen. Hier machen Autoren und Produzenten alles richtig. In Sachen Dramaturgie können sich hier nicht nur die Produzenten von Star Trek einiges abschauen.

Die Episoden erzählen eine Staffel übergreifende Handlung, dennoch sind auch einzelnen abgeschlossene Handlungsbögen vorhanden, die nach drei oder vier Folgen enden. Die erzählerische Dichte ist sehr hoch und jede Figur erhält eine ausgeprägte Charakterisierung. In den inzwischen vier Staffeln ist dabei eine deutliche Entwicklung der Figuren zu beobachten. Besonders gelungen finde ich die Darstellung starker Frauen. Die fühlen sich nicht nach aufgesetzten Quotenfrauen an, sondern nach echten gleichberechtigten Charakteren.

Die Handlung wechselt zwischen mehreren Schauplätzen. In der letzten Staffel spielte sich das meiste auf einer der Ringwelten ab, die in der Staffel zuvor entdeckt worden waren. Aber auch die Politik der Erde und des Mars spielten wieder eine entscheidende Rolle, ebenso die Gürtler, die sich als dritter Machtfaktor zwischen Erde und Mars etablieren möchten. Das alles ist eine gelungene Mischung aus Abenteuer, Hard SF und Politik.

Auch die vierte Staffel endet mit einem Cliffhanger. Dafür findet die Handlung um das Proto-Molekül, das seit der ersten Staffel bestimmend war, vorerst ihr Ende. Weiter geht es mit den politischen Wirren um den Mars im Sonnensystem.

Die Serie basiert auf der neunteiligen Roman-Reihe von James Corey. Hinter dem Pseudonym stecken die Autoren Daniel James Abrahams und Ty Corey Franck. Die Romane sind in Deutschland bei Heyne erschienen. Ich habe mir die ersten sechs Bände unlängst gekauft, weil ich wissen will, wie sehr sich Roman und Serie voneinander unterscheiden. Und auch weil ich momentan nicht genug von der Crew der »Rosinante« bekommen kann. Die fünfte Staffel wird ja noch ein wenig auf sich warten lassen.

Also »The Expanse« läuft wie »Star Trek: Picard« bei Amazon Prime und die Romane gibt es im Buchhandel. Ich hab sie bei einem Buchhändler über die Plattform Booklooker gekauft, das kann ich nur empfehlen.

Ende gut, gar nichts gut

»Sie haben es tatsächlich verbockt.« Das sagte ich gestern morgen zu meinem Mann nach dem Aufwachen. Am Abend zuvor hatten wir uns das Finale von »Star Trek: Picard« angesehen. Nach der Folge war ich noch unschlüssig, sie hatte einige schöne Szenen, manches fand ich aber arg schwülstig. Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte, fielen mir dann auch die vielen Logik-Löcher auf.

So vielversprechend die Serie begonnen hatte, die letzten beiden Folgen machten das alles zunichte. War die Handlung über die ersten Folgen gemächlich dahin geschlichen, fühlte sich das Finale hastig und überstürzt an. Ich hatte mitunter sogar das Gefühl, das gewisse Zusammenhänge fehlten. Kann es sein, dass die Serie ursprünglich auf zwölf Folgen ausgelegt war, sie dann aber auf zehn Folgen herunter gebrochen wurde? Zumindest blieben bei mir einige Fragezeichen, z. B.:

Wie kommt Commodore Oh auf das Romulanerschiff, ohne das die Sterneflotte das merkt? Was ist mit Narek und seiner Schwester, woran starben ihre Eltern und was macht Narek zum schwarzen Schaf der Familie? Was passiert eigentlich mit ihm, nachdem alles vorbei ist. Wieso wurden Soji und Dash losgeschickt, was sollten sie in der Föderation tun? Wofür hat man das Borgschiff gebraucht? Und wozu rekrutierte Picard Elnor? Warum das schwülstige Treffen zwischen Picard und Data? Warum haben Soong und Maddox den Androiden nicht längst wieder zum Leben erweckt? Offensichtlich war es ihnen möglich gewesen sein Bewusstsein wieder herzustellen. Und wieso stellt sich Dr. Jurati nicht den Behörden?

Das ist nur eine kleine Auswahl an Fragen, die sich mir gestellt haben. Mich beschleicht der Eindruck, dass die Autoren etwas ganz anderes geplant hatten, und das Studio oder die Produzenten gesagt haben: Leute, das ist zu kompliziert. Die letzten beiden Folgen tragen ganz eindeutig die Handschrift von Alex Kurtzman, der ja schon andere Star-Trek-Serien auf dem Gewissen hat.

Als jemandem der mehr als zwanzig Jahre Fan-Fiction zu Star Trek geschrieben hat, fallen spontan viele alternative Szenarien für das Ende ein, die logischer und vor allem weniger pathetisch gewesen wären.

1. Picards Tod hätte nicht sein müssen. Das iromodische Symptom, was als solches übrigens nie genannt wurde (aus Faulheit oder Absicht), hätte entweder gar nicht erwähnt, oder über die nächsten Staffeln hinaus mitgenommen werden können. So hätte man Picard am Ende der dritten Staffel einen würdigen Serientod sterben lassen können.

2. Oder nach Picards Tod hätte Q intervenieren und ihn ins Leben zurückschicken können. Die Lösung Picard in den Androidenkörper zu stecken, war nicht nur unglaublich vorhersehbar, sondern auch wenig geistreich. Es widerspricht dem moralischen Code der Föderation, das jedes Lebewesen selbst entscheiden kann. Das wird hier nicht mal ansatzweise diskutiert.

3. Der Borgkubus hätte als Auflösung gegen die fremde künstliche Intelligenz dienen können. Die Borg wären das Argument gewesen, das künstliche und natürliche Wesen gemeinsam existieren können. Hugh, sofern man ihm nicht umgebracht hätte, wäre der ideale Verhandlungspartner gewesen. Er hätte darlegen können, dass die XBs eine Stufe der Evolution zwischen künstlichen und natürlichen Leben sind und damit genauso wichtig und bedeutend wie jedes andere Leben auch. Ein Argument, was die künstliche Intelligenz davon abgebracht hätte, alles natürliche Leben zu vernichten. Die hätten außerdem nicht unbedingt als Weltraumwürmer auftauchen müssen. Wer bitte sollte sie daran hindern, es erneut zu versuchen? Sie wissen ja nun, wo sie suchen müssen?

4. Diese beiden megagroßen Flotten hätte es gar nicht gebraucht. Zwei oder drei Schiffe hätten ausgereicht. Es ist ja ohnehin nicht zur Schlacht gekommen. Außerdem, woher haben die Romulaner die vielen Schiffe, und warum ziehen sie sich einfach so zurück? Die Orchideen sahen toll aus, aber ich hätte es besser gefunden, wenn das eine einheimische Spezies des Planeten gewesen wäre, die die Androiden zu schützen versuchen.

5. A.I. Soong. Sein plötzlicher Sinneswandel und das Abschalten von  Sutra empfand ich als zu einfach und zu unglaubwürdig. Es wäre besser gewesen, wenn er sein Leben hätte opfern müssen, um sie aufzuhalten.

6. Data. Man hätte ihn in den Androidenkörper stecken, ihn künstlich altern und irgendwann sterben lassen können. So wie es mit Picard ja möglich ist. Das wollte aber wohl Brent Spiner nicht.

Alles in allem war mir in den beiden letzten Episoden zu viel Fantasy und zu wenig durchdachter Plot. Das ging von dem seltsamen Gerät, mit dem man mit Gedankenkraft Dinge reparieren kann, bis hin zum Kern um die künstliche Intelligenz, die das Leben auslöschen will. Diese Märchengeschichte die Narek am Lagerfeuer erzählt, passte überhaupt nicht zu Star Trek und den Romulanern. Sie ist auch nicht Kanonkonform.

Nach dem ich gelesen habe, das Michael Chabon die Serie als Autor verlässt, mache ich mir noch mehr Sorgen um die zweite Staffel. Sie hätten Naren Shankar als Autor und Produzent verpflichten sollen. Der hat viele gute Star Trek-Episoden geschrieben und macht bei »The Expanse« einen super Job.

Übrigens, hat noch jemand mitbekommen, dass Seven und Raffi was miteinander haben? Wann ist das denn passiert?

Aufstand der Maschinen

Quelle: Splitter Verlag

Es klingt ein bisschen wie die aktuelle Handlung von »Star Trek: Picard«, was Gestalter Dustin Nguyen und Autor Jeff Lemire in ihrer Comic-Reihe »DESCENDER« erzählen. Der erste Band der sechsteiligen Serie erschien bereits 2015 im Splitter Verlag, der letzte 2019.

Im Zentrum der Handlung steht Tim21 ein Androidenjunge, der nach zehn Jahren auf einer verlassenen Bergbaukolonie erwacht. Zehn Jahre zuvor waren über jeder Welt des Planetenbunds UGC riesenhafte Roboter, die Harvester, aufgetaucht, hatten die Welten angegriffen und Millionen Menschen getötet. Seit dem wurden auf alle mechanischen Lebewesen Kopfgelder ausgesetzt, und sie werden nun in der ganzen UGC gejagt und vernichtet.

Kaum das der ahnungslose Tim21 einen Hilferuf absetzt, sind ihm mehrere Fraktionen auf den Fersen. Da wären die Schrotter, die mit der Jagd auf jegliche künstliche Lebensform ihr Geld verdienen. Da ist Telsa, die Tochter des Oberhaupts der UGC. Sie möchte ihrem Vater beweisen, dass sie mehr kann, als er ihr zutraut. Ein weiterer ist der König einer abtrünnigen Welt, der nur an Macht und Ressourcen interessiert ist. Und dann sind da noch die Maschinen selbst, die sich vor den Menschen versteckt halten und auf den Erlöser warten. Alle sind hinter Tim21 her, denn der Code seiner KI birgt das Geheimnis um die Harvester.

Es ist schon erstaunlich, wie gut die Geschichte funktioniert. Obwohl sie nur mit Zeichnungen und wenigen Dialogen erzählt wird, glaubt man am Ende einen Roman gelesen zu haben. Mittels Erinnerung und Visionen bekommt der Leser gezeigt, was nach dem Auftauchen der Harvester passiert ist. Jede Figur erhält genug Platz, um sich zu entwickeln. Besonders Tim21 hat es mir angetan, der Androide mit dem Gemüt eines Jungen ist auf der Suche nach seinem menschlichen »Bruder« Andy, mit dem er die Zeit vor den Angriffen der Harvester verbracht hat. Außerdem ist da noch der Roboter »Bohrer«, der den Menschen hilft, weil er große Schuld auf sich geladen hat. Es sind diese emotionale Geschichten, die das Buch zu etwas besonderem machen. Weil sich die Roboter mitunter menschlicher verhalten, als die Menschen selbst.

Das alles ist in eine packende Handlung verwoben, die sich von der Science Fiction weg zur Fantasy entwickelt. Und deren Spannung man nicht mehr auskommt, sobald man den ersten Band gelesen hat. Das Ende überrascht und man muss schon ein wenig schlucken. Aber es ist schön zu wissen, dass es eine Fortsetzung unter dem Titel »Ascender« gibt.

Die ausdrucksstarken Aquarellzeichnungen runden die Geschichte ab. Die realistischen Darstellungen sind eindringlich und von emotionaler Schönheit. Das hat mich schwer beeindruckt. Mit schönen Zeichnungen kann man mich immer begeistern. Der einfache und klare Strich macht die Bände zu Kleinoden unter den Graphic-Novels. Science-Fiction-Fans sollten da unbedingt mal einen Blick hineinwerfen.

Wer mehr wissen möchte, dem empfehle ich die Seite zur Serie beim Splitter Verlag. Hier gibt es Leseproben und ein YouTube-Video und dort kann man die Alben auch direkt bestellen. Es lohnt sich.

Warp-Core

Ich hatte unlängst in der FanSzene, meiner Kolumne in der PERRY RHODAN Erstauflage, davon berichtet. Seit 2018 gibt es ein neues Online-Magazin, dass sich der Science Fiction verschrieben hat. Es richtet sich nicht nur an Star-Trek-Fans, sondern auch an Liebhaber anderer SF-Serien, wie Star Wars, Babylon 5, The Expanse oder PERRY RHODAN. Zu Letzterem finden sich sowohl Besprechungen für NEO als auch die aktuelle Erstauflage und die klassischen Heftromane. Bei Star Trek werden Episoden sowie Bücher aller Serien besprochen.

Der Gründer der Seite heißt Marco Golüke und ist als Redakteur verantwortlich für deren Inhalte. Er konnte in der Zwischenzeit eine Schar Gleichgesinnter um sich versammeln, die ihm Beiträge und Grafiken liefern. So erscheinen jeden Tag neue lesenswerte Texte, die Fans und Nerds rund um ihre Lieblingsserien informieren.

Seit einiger Zeit gehören auch PodCasts zum Repertoire. Unteranderem hörte ich in den vergangenen Tagen ein Gespräch zwischen Marco und meinem guten Freund Ben Calvin Hary, in dem sie sich über Science Fiction im allgemeinen und Star Trek und PERRY RHODAN im Besonderen unterhalten. Sie erzählen von ihren Erinnerungen an die Lieblingsserien ihrer Kindheit, diskutieren über die Synchronisation von Animationsfilmen bis hin zum Schreiben von Romanen und der Produktion von YouTube-Videos. Der mehrstündige PodCast erfordert ein wenig Zeit, aber es lohnt sich.

Warp-Core unterhält auch ein Diskussionsforum, in dem derzeit über »Star Trek: Picard« gesprochen wird, dafür ist eine APP sowie eine Anmeldung bei Discord notwendig. Ich schaue dort jeden Freitag vorbei und halte mich über die Meinungen der Fans auf dem Laufenden, hin und wieder diskutiere ich sogar mit.

Mit Warp-Core hat sich Marco Golüke einen Lebenstraum erfüllt – ein eigenes Science-Fiction-Magazin, in das er einen großen Teil seiner Freizeit steckt. Da gehts ihm wie mir mit der SOL, für die ich gern meine Zeit opfere.

Als besonders angenehm empfinde ich, dass er vollständig auf Werbeeinblendungen auf der Seite verzichtet. Das ist nicht selbstverständlich, schließlich kostet der Betrieb einer solchen Webseite Geld. Dafür besteht die Möglichkeit einer freiwilligen Spende oder der Besuch des Warp-Core-Shops, in dem passendes Merchandise zur Seite erhältlich ist.

Wer neugierig geworden ist, darf gern mal einen Blick auf Warp-Core riskieren. Ich verlinke die Seite ab sofort permanent in meinem Weblogs-Bereich.

PERRY RHODAN – Ein Leseversuch

Quelle: Lübbe Audio

Vor etwa einem Jahr schenkte ich einer Freundin die Hörbuchversion von Andreas Eschbachs Perryromanen. Als großer Fan von Andreas Eschbach hat sie schon einiges von ihm gelesen, nur an die PERRY RHODAN-Romane traute sie sich nicht ran.

Sie kommt wie ich aus der Star Trek-Ecke und hat von PERRY RHODAN bisher nur gehört, aber nie etwas gelesen. Weil sie lieber Hörbücher mag, habe ich ihr dann »Rückkehr nach Terra« zum Geburtstag geschenkt, in dem die ersten vier PR-Romane von Andreas Eschbach zusammengefasst sind. Inzwischen hat sie die Bücher durch und in ihrem Blog ihren Eindruck geschildert.

Klar ist es für jemand Unkundigen schwer, der nur Einzelromane aus verschiedenen Zyklen liest oder hört. Die Geschichten sind nicht abgeschlossen. Nicht für umsonst gilt PERRY RHODAN las die längste Fortsetzungsgeschichte der Welt. Vielleicht sind Einzelromane wie die PR-Extra-Ausgaben oder die Planetenromane besser für Quereinsteiger geeignet. Vielleicht sollte es mehr solcher Romane geben. Denn der Kosmos der PERRY RHODAN Serie kann auf einen Neuling schon ziemlich abschreckend wirken. Selbst die Zusammenfassungen in den »Zeitraffern«, oder in der Perrypedia können einen da schon entmutigen.

Ich gebe zu, dass ich auch nur einen Bruchteil der Romane kenne. Ich habe angefangen die Silberbände zu lesen, bin aber erstmal bei Band 31 stecken geblieben, weil mir das alte »Zeug« nicht so richtig zusagt. Der eklatante Frauenmangel ist in den früheren Bänden nochmal deutlich stärker als heute, dafür finde ich aber die Ansichten von damals fast schon wieder unterhaltsam. Außerdem überfordert es sogar mich als Schnellleserin, die Erstauflage, NEO und die Miniserien gleichzeitig zu lesen. Weshalb ich mich erstmal auf NEO konzentriere und nur hin und wieder mal einen Erstauflagen-Roman lese. Nämlich dann, wenn er von meinem Mann als sehr gut befunden wurde.

In diesem Jahr hat meine Freundin von mir die Hörbuchversion von »Perry Rhodan – Das größte Abenteuer« bekommen. Mal schauen wie ihr das gefällt.

Das was wir zurückließen

Seit mehr als einem halben Jahr ist die Dokumentation über »Star Trek: Deep Space Nine« bereits fertig. Ich berichtete hier über das Crowdfunding. In den USA gibt es den Film auch auf Blu-Ray und DVD zu kaufen. In Deutschland lief er zwar einen Tag lang in einigen wenigen Kinos, aber kaufen kann man den Film bisher nicht. Beim großen Onlinehändler mit dem A ist nur der Soundtrack erhältlich. Selbst in Großbritannien gibt es die Dokumentation nicht. Schade, vor allem deshalb, weil ich weiß, dass viele Trekkies auf diesen Film warten.

Durch Zufall entdeckte ich ihn am Wochenende bei iTunes. Ich war mir nicht sicher. Konnte man ihn tatsächlich in Deutschland ansehen oder würde er sich nicht abspielen lassen? Überrascht stellten wir fest, das man den Film tatsächlich in Deutschland kaufen oder leihen kann, sogar mit deutschen Untertiteln. Wir griffen zu. So saßen wir gestern Abend auf der Couch vor unserem neuen iMac (die 27 Zoll sind allein dafür ihr Geld wert gewesen) und warfen einen Blick in die Vergangenheit von »Deep Space Nine«.

Schon bei den ersten Szenen bekam ich Gänsehaut. Andrew Robinson (Garrak) spricht das Intro. Anschließend singt Max Grodenchik (Rom) einen Song darüber, wie sehr er die Station und Quarks Bar vermisst. Wow!

Was folgt, ist mehr als nur eine Aneinanderreihung von Interviews. Es ist viel mehr. Produzent Ira Steven Behr (der Mann auf dem Titel) hat alle Personen, die je an »Deep Space Nine« mitgearbeitet haben, zusammengetrommelt. Die Autoren haben sich zum Beispiel einen Tag lang getroffen, um sich die Handlung einer Folge einer fiktiven 8. Staffel auszudenken. Und zwar eine Episode, die zwanzig Jahre nach der letzten Folge spielt. Diese kurzen, als Storyboard gezeichneten, Szenen ziehen sich durch den ganzen Film.

Dazwischen gibt es immer wieder kurze Ausschnitte, die extra für die Dokumentation digitalisiert und remastert wurden. Leider liegt die Serie nur im SD-Format vor. Bisher hat Paramount bzw. CBS keine Anstrengungen unternommen, sie digital restauriert auf Blu-Ray herauszubringen. Schade eigentlich, denn die Schlacht, um die Station aus der 6. Staffel sah in HD sensationell gut aus.

Jeder der Schauspieler kommt zu Wort und auch Fans wurden für die Dokumentation befragt. Es wurden Hintergrundinfos ausgeplaudert, über lustige Begebenheiten gelacht und vom Arbeitsalltag am Set erzählt. 16-Stunden-Tage waren die Regel. Wow!

Besonders schön fand ich, wie sehr sich die Schauspieler und die Mitarbeiter in den sieben Jahren zusammengerauft haben. Selbst die unzähligen Gastdarsteller sind wie eine große Familie und das selbst nach fast dreißig Jahren. Gewürdigt wurden diejenigen, die inzwischen gestorben sind. Nur René Auberjonois (Odo) und Aron Eisenberg (Nog) bleiben unerwähnt, da sie erst nach Fertigstellung der Dokumentation verstarben. Dafür darf man ihnen ein letztes Mal zusehen und zuhören, was mich tief berührt hat.

Am Ende treten Max Grodenchik, Casey Biggs (Damar), Jeffrey Combs (Weyoun/Brunt) und Armin Shimerman (Quark) als »Rat Pack« auf. Sie singen ganz im Stil von Frank Sinatra »What we left behind«. Schön gemacht.

Ich weiß jetzt wieder, warum ich gerade diese Star Trek-Serie so sehr liebe. Während die Crews der anderen Serien zur Erforschung in die Weiten des Weltraums aufbrechen, erforscht DS9 das Innere der menschlichen Existenz. Die Serie nahm bereits in den 90er Jahren das vorweg, was heute Standard ist. Gebrochene Heldenfiguren und einen Staffelübergreifenden Handlungsbogen. Sie zeigt wie keine Star Trek-Serie davor oder danach, dass das Leben eben nicht nur aus schwarz und weiß besteht. Danke dafür und Danke an alle Fans, die diese Dokumentation mit ihren Spenden möglich gemacht haben.

Negativ fiel nur die deutsche Übersetzung auf. Derjenige, der die Untertitel verfasst hat, kannte sich weder mit Englisch und schon gar nicht mit Star Trek aus. Er machte aus TNG grundsätzlich DNG und der Ausdruck »at the end of the line« bedeutet in diesem Fall nicht »Endstation«. Das hat mit Schreiben zu tun und nicht mit Zügen. Unglaublich!

»Picard« und die Fans

Inzwischen ist es schon zum Ritual geworden. Immer am Freitagabend sehen wir uns die neueste Folge von »Star Trek: Picard« an. Am vergangenen Freitag lief bereits die vierte Folge. Wir freuen uns schon die ganze Woche darauf, zu erfahren, wie es weitergeht.

In den Diskussionsforen im Internet scheint die Serie bei den meisten Fans gut anzukommen. Viele begrüßen die Langsamkeit und das bekannte »TNG-Feeling«. Anderen jedoch sind die Folgen zu langatmig. Sie bemängeln die fehlende Action und die angeblichen Plotholes. Oft wird der Vergleich zwischen »Star Trek: Discovery« gezogen. Wobei ich finde, dass man das eine mit dem anderen gar nicht vergleichen kann.

Am Wochenende diskutierte ich mit meinem Mann, warum manche Fans mit »Picard« nichts anfangen können und woran das liegen mag. Ich stelle hier mal ein paar Ideen in den Raum. Es darf gern darüber diskutiert werden.

  1. Die Serie hat einen anderen Aufbau als »Star Trek: TNG«. Die Staffeln von TNG bestanden vornehmlich aus Einzelepisoden. Pro Folge wurde eine abgeschlossene Geschichte erzählt, deren Konsequenzen meist für die nächste Folge keine Rolle mehr spielte. So konnten man jede Woche eine Folge anschauen, ohne das man warten musste, wie es weitergeht. »Picard« wurde dagegen an die derzeitigen Sehgewohnheiten angepasst. Die Staffel ist kürzer, dafür gibt es eine folgenübergreifende Handlung. Die Zuschauer von heute sind es gewohnt, ihre Serien am Stück zu sehen. Wenn sie jetzt zwischen jeder Folge eine Woche warten müssen, sind viele zu ungeduldig dafür.
  2. Die Kritiker erwarten in jeder Folge Rätsel und Auflösung zugleich. So funktioniert »Picard« aber nicht. Die Serie ist wie ein Puzzle. Man bekommt jede Woche nur ein paar Teile. Gerade das finde ich gut, weil sich damit vortrefflich spekulieren lässt. Man bekommt die Gelegenheit genauer darüber nachzudenken, weshalb einem der Inhalt der Folge auch länger im Gedächtnis bleibt. Wenn man mehrere Folgen einer Serie am Stück ansieht, bleibt nie so viel hängen, wie wenn man nur eine Folge ansieht und dann eine Woche oder ein paar Tage warten muss. Das habe ich an mir selbst festgestellt. Weshalb ich grundsätzlich nur maximal zwei Folgen einer Serie auf einmal sehe. Mehr kann mein Gehirn nicht verarbeiten. Ich möchte mich auch noch später daran erinnern, was ich gesehen habe. Aber da scheine ich eine Ausnahme zu sein. Den meisten Zuschauern geht es inzwischen ums reine konsumieren. Serien oder Filme werden wie Fast Food verschlungen, wenn man eine durch hat, gehts nur nächsten. Da bleibt keine Zeit für Reflexion.
  3. Reflexion – Nachdenken über das Gesehene ist vielen von uns abhanden gekommen. Es gibt ein paar Speziallisten, die bei YouTube die Folgen auseinandernehmen und sich über jedes Detail Gedanken machen. Ich finde das großartig. Die Folgen sind voller versteckter Hinweise. Wenn man sich nämlich mit dem Stoff beschäftigt und Bezüge zu dem herstellt, was damals bei TNG gezeigt wurde, oder was in späteren Serien angesprochen wurde, entdeckt man neue Sichtweisen auf die Handlung. Dazu muss man konzentriert zusehen und über ausreichend Hintergrundwissen zu Star Trek verfügen. Dann macht das Anschauen von »Picard« nämlich doppelt so viel Spaß, weil man in Details immer wieder etwas entdeckt, was eine Rolle spielen könnte. Zum Beispiel tritt Commodore Oh in einer Folge mit Sonnenbrille auf. Ich bin mir sicher, dass dies für die Zuschauer ein Hinweis ist. Denn wenn Commodore Oh eine richtige Vulkanierin wäre, bräuchte sie keine Sonnenbrille, weil Vulkanier ein inneres Augenlid haben. Wahrscheinlich ist sie eher eine Romulanerin.
  4. Wo wir bei den Romulanern wären. Auch hier hagelt es Kritik an der Darstellung. Werfen wir mal einen Blick in die Vergangenheit: Was wissen wir nach knapp 55 Jahren Star Trek eigentlich über die Romulaner? Richtig, nicht viel. Dass sie von den Vulkaniern abstammen, dass sie ziemliche Geheimniskrämer sind und einen Geheimdienst haben. Wann außer in der Doppelfolge »Unification« (dt. »Wiedervereinigung«) haben wir je die Romulaner von ihrer privaten Seite gesehen? Gar nicht. Bisher wurde uns nur das Militär und der Geheimdienst gezeigt. Die Kultur der Romulaner ist ein unbeschriebenes Blatt, das erst jetzt in »Picard« gefüllt wird, und dies auf eine, wie ich finde, spannende Art und Weise.

Soviel erstmal an dieser Stelle. Wenn mir noch etwas einfällt, werde ich meine Liste ergänzen. Jetzt freue ich mich erst einmal auf die kommenden Folgen. An deren Ende ich immer verblüfft bin, wie schnell sie zu Ende sind. Das ist insofern ein gutes Zeichen. Denn dann habe ich mich dabei nicht gelangweilt. Ich mag die unaufgeregte Art, wie die Geschichte erzählt wird. Schritt für Schritt, eben.

Spock als Block

Schaut mal, was ich vergangene Woche von einem Kollegen geschenkt bekam: Ein Spock aus Klemmbausteinen. Ich sage extra nicht Lego, weil es keine Legosteine sind, sondern von einem kanadischen Hersteller. Am Wochenende habe ich mich dann mal drangesetzt und gebaut. Obwohl die Figur nicht groß ist, war das doch ganz schön komplex. Sprich, jede Menge Steine, aber eine gut bebilderte Anleitung.

Mein Mann hat gesehen, dass es noch mehr solche Figuren von Star Trek gibt. Aber als Spock-Fan reicht mir die eine. Ich stelle sie zu den vielen Actionfiguren in unserer Vitrine.

Picard! Yes, Sir!

Quelle: Amazon

Am Freitag startete die von vielen Fans weltweit heiß ersehnte neue Serie »Star Trek: Picard«.

Waren wir bei »Star Trek: Discovery« noch zurückhaltend und haben uns nicht bei Netflix angemeldet (richtige Entscheidung) machten wir dieses Mal Nägel mit Köpfen. Seit vergangener Woche haben wir ein Amazon-Prime-Konto und können damit auch die Medieninhalte von Amazon konsumieren. Unteranderem eben auch »Picard«.

Zunächst hielten uns Tastatur-Schwierigkeiten davon ab, uns über den Fernseher bzw. Mediareceiver bei Amazon Prime anzumelden. Wer bitte kommt von allein darauf, dass man beim Eingeben von Anmeldename und Passwort zuerst »OK« auf der Fernbedienung des Mediareceivers klicken muss, damit sich die Bildschirmtastatur öffnet. Das steht nämlich nirgendwo beschrieben. Dann aber legten wir los

Was soll ich sagen, ich war von der ersten Minute an gefesselt. Gänsehaut schon in der ersten Szene mit der Enterprise D, dem Pokerspiel mit Data und Picard. Wobei ich kurzzeitig dachte: Data war auch schon mal schlanker. Von vielen Seiten hört man, Picard wäre alt geworden. Klar ist er alt, laut Serien-Kanon ist er 94. Sieht aber immer noch jünger aus, als in der finalen TNG-Folge »All good things«. Schauspieler Patrick Stewart ist achtzig und dafür spielt er noch ziemlich agil und überzeugend.

Gefallen hat mir an der Episode vor allem die ruhige Erzählweise. Das findet man bei den heutigen Serien kaum noch. Da folgt meistens Schnitt auf Schnitt, Actionszene auf Actionszene, aufgenommen von wackelnden Kameras und mit blitzenden Lichtreflexionen. Insofern ist die Folge schon mal eine Erholung fürs Auge. Aber auch die Geschichte, die erzählt wird, klingt logisch und überzeugend.

Ich finde gut, das die Geschehnisse aus dem Comic »Countdown« zu Star Trek XI eingeflochten wurden. Wenn auch nicht alle und in angepasster Form. Die Supernova der romulanischen Sonne ist auch viel logischer, als die im Comic angesprochene Hobussonne, die Lichtjahre von Romulus entfernt liegt. Ich bin gespannt, ob die Geschehnisse von damals noch detaillierter dargelegt werden.

Kurz nachdem klar war, das die junge Frau möglicherweise eine Androidin ist, sagte ich zu meinem Man, wenn das mal nicht die Tochter von Data ist. Zumindest so ähnlich ist es dann auch gewesen. Ganz habe ich noch nicht verstanden, warum sich die Androiden gegen die Utopia-Planitia-Werft auf dem Mars gewendet haben. Wollten sie den Bau der Schiffe verhindern, die die Romulaner retten sollten? Stecken da wieder subversive Kräfte aus der obersten Riege der Sternenflotte oder der Föderation dahinter.

Grundsätzlich hat diese erste Folge gezeigt, dass es möglich ist eine spannende Geschichte im Geiste Gene Roddenberry zu erzählen, in der es um Menschlichkeit geht. Ich freue mich auf die nächste Folge.

Ach ja, eines noch. Als Picard sagte, dass Datas Tod schon 20 Jahre zurückliegt, musste ich schlucken. Das war in »Nemesis«, der lief 2003 in den Kinos, das auch schon wieder so lange her. Meine erste Folge TNG sah ich im September 1990, als die Serie im ZDF startete. Das werden in diesem Jahr 30 Jahre! Das hat mir schon zu denken gegeben. – Man bin ich alt.