Kauft jetzt Bücher! … Aber nicht bei Amazon!

Wer in den vergangenen Wochen Bücher oder DVDs beim Onlineriesen Amazon bestellt hat, wird festgestellt haben, dass die Lieferungen lange auf sich warten lassen. Der Onlinehändler schreibt dazu, dass er momentan Bestellungen mit Hygieneprodukten und Waren des täglichen Bedarfs Vorrang einräumt. An sich ist an dem natürlich nichts auszusetzen und ich schluckte das auch, als ich unlängst ein paar Bücher für unsere Nachbarin bestellte. Heute habe ich allerdings gelesen, dass Amazon die Bestellungen bei den Verlagen komplett eingestellt hat. Man wolle sich jetzt mehr auf Haushaltsprodukte konzentrieren.

»Spinnen die!«, war mein erster Gedanke. Der Verlagsbranche geht es ohnehin nicht gut. Im letzten Jahr ist ein großer Zwischenhändler Pleite gegangen, ein anderer hat viele Publikationen von kleinen Verlagen aus dem Sortiment genommen. Das heißt, wenn man im Buchladen nach den Büchern fragt, existieren die für den Buchhändler nicht.

Nun ist in diesem Monat nicht nur die so wichtige Buchmesse ausgefallen, jetzt mussten auch noch die Buchläden im ganzen Land schließen. Je nachdem wie lange die Krise dauert, werden einige nie wieder öffnen. Und jetzt das. Amazon nimmt den Verlagen ihre Bücher nicht mehr ab. Damit bricht auch noch der Onlinehandel weg. Was das für Verlage, Lektoren und Autoren bedeutet, kann sich eigentlich keiner vorstellen, der nicht direkt betroffen ist. Das ist die ultimative Katastrophe für den Literaturbetrieb. Wohl dem Verlag, der einen eigenen Online-Shop hat und frühzeitig auf E-Books gesetzt hat, wie viele Kleinverlage.

Also Leute, kauft Bücher und zwar direkt bei den Verlagen, oder bei den Buchhandlungen, die einen eigenen Online-Shop haben. Zeigt allen, dass man Amazon nicht braucht, um Bücher zu kaufen.

Corona die Letzte

Hier die mein letzter Beitrag zum Coronavirus bevor ich diesen Blog zur Virusfreien Zone erkläre.

Wir befinden uns im dritten Weltkrieg gegen einen unsichtbaren Feind. Doch die Waffen, die wir gegen ihn einsetzen, zerstören nicht den Feind, sondern unsere Existenz. Das ist in etwa so, als würde man mit Atombomben auf Männer mit Speeren werfen. Und wenn jemand glaubt, die Krise sein in zwei bis drei Monaten vorbei, der irrt.

Expertenmeinungen zur Folge wird sie uns bis ins nächste Jahr beschäftigen. Bis dahin werden die Corona-Toten unser geringstes Problem sein. Denn dann werden wir vor einem Trümmerhaufen stehen, der einmal unser Land war. Jeder, jeder von uns wird mehr davon betroffen sein, als uns lieb sein wird. Wir werden unsere Arbeit verlieren, vielleicht sogar unsere Wohnungen und Häuser. Der Einzelhandel wird endgültig sterben und die großen Onlineriesen werden uns die Preise diktieren. Am meisten trifft es aber die Kultur. Es wird kaum noch Theater geben, keine Konzerte, keine Kinos. Autoren können schon jetzt nicht vom Schreiben leben, Musiker und Künstler werden dem ebenfalls zum Opfer fallen. Selbst wenn, werden wir uns Kultur nicht mehr leisten können.

Der Staat spricht von Soforthilfen. Das wird nicht reichen und auch nicht funktionieren. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. So viel Geld kann kein Land der Welt bereitstellen, wie wir brauchen werden, um uns in den nächsten zehn Jahren davon zu erholen. Nach nur einer Woche, haben die ersten Angestellten im Einzelhandel und der Gastronomie bereits ihre Kündigungen erhalten. Es werden die Handwerksbetriebe folgen, falls die Ausgangsperre kommt und keiner mehr auf die Baustellen und zum Kundendienst fahren darf (wie in Österreich). Die Großhändler können dann auch nichts mehr verkaufen usw.. Das ist eine endlose Kette. Die Automobilbauer schließen jetzt schon ihre Werke und bei vielen Firmen stockt die Produktion, weil keine Teile mehr geliefert werden. Das JustinTime-Prinzip unserer Wirtschaft ist auf so etwas nicht vorbereitet. Das rächt sich jetzt.

Wer damit argumentiert, dass wir bald so viele Tote haben werden, wie die Italiener/Spanier und Franzosen, irrt. Denn es gibt einen signifikanten Unterschied im Sozialverhalten. In Italien und Spanien steht »la Familia« im Zentrum. Dort leben oft mehrere Generationen zusammen. Die Alten werden von der Familie versorgt. In Deutschland leben sie entweder allein – die Kinder und Enkel kommen höchstens mal zu Weihnachten oder zum Geburtstag vorbei – oder wir haben unsere Alten in Altenheime abgeschoben. In Deutschland sind viel weniger alte Menschen infiziert, als sonst irgendwo. Hinzu kommt, dass in Deutschland auf 100.000 Menschen 28 Intensivbetten kommen. In Italien dagegen nur 12, in Frankreich 11 und in Spanien noch weniger. Selbst wenn ein Teil der Betten bereits belegt ist, können durch die Verschiebung unnötiger Operationen mehr Betten zur Verfügung gestellt werden. Das macht Hoffnung, das uns so apokalyptische Bilder wie aus Italien erspart bleiben.

Also liebe Leute bleibt auf dem Teppich und veraltet euch vernünftig. Das Verhängen von Ausgangssperren würde unserer Wirtschaft den Todesstoß versetzen. Denn diese Sperren bringen nämlich gar nichts, im Gegenteil. Das UV-Licht der Sonne ist nämlich ein nicht zu unterschätzender Viren-Killer. Sofern sich alle Leute an die Gebote halten und auf Abstand gehen, passiert auch nichts. Aber wenn Eltern, die Kinder der Nachbarn mit betreuen, weil die arbeiten gehen müssen. Und plötzlich fünf bis sechs Kinder in kleinen Zimmern zusammengepfercht spielen, dann bringt auch die Schließung von Schulen oder Kitas wenig.

Heute hat die FAZ einen wichtigen Artikel veröffentlicht, in der Mediziner und Psychologen über die Maßnahmen der Regierung diskutieren. Ich danke der FAZ für diesen wertvollen Beitrag, der die Fakten auf den Tisch legt. Es bestärkt mich darin, dass ich nicht allein bin mit meiner Meinung. Denn es ist tatsächlich Wahnsinn, was da gerade um uns passiert. Von der massiven Beschneidung unserer Bürgerrechte ganz zu schweigen. Vielleicht ist alles ein groß angelegter Stresstest: Wie weit können die Regierenden gehen, bis die Menschen sich das nicht mehr gefallen lassen? Wie lange, bis es zu Aufständen kommt? Werden die Behörden Waffen einsetzen, gegen diejenigen, die sich aus Angst und Panik daneben benehmen.

So und jetzt höre ich auf. Das alles ist meine persönliche Meinung zu diesem Thema. Wer das anders sieht, kann das gern tun. Wir sprechen uns in einem Jahr wieder und ich werde froh sein, wenn meine Befürchtungen nicht eintreffen. Aber glauben … glauben tue ich ehrlich gesagt nicht daran.

Der gefühlte Untergang der Zivilisation

Es gibt viele Dinge, die mich in diesen Tagen traurig stimmen. Zum einen tut mir die Hysterie, die um das Coronvirus betrieben wird, fast schon körperlich weh. Eine Mitschuld an der derzeit außer Kontrolle geratenen Situation gebe ich ganz klar Bundesgesundheitsminister Spahn. Der hat mit seinen Äußerungen in der vergangenen Woche zu einem großen Teil dazu beigetragen, die Bevölkerung in Deutschland fast schon in Panik zu versetzten. Die Medien übertrumpften sich mit Horrorszenarien. Selbst die Experten ließen sich zu Äußerungen hinreißen, die alles andere als klug waren, und mehr Verunsicherung schürten als informierten. Hamsterkäufe in Supermärkten und Drogerien führten am Wochenende zu fast schon apokalyptischen Szenen.

Die Quintessenz: heute hat die Stadt Leipzig die Buchmesse abgesagt. Wohlgemerkt die Stadt, nicht die Veranstalter, die wollten sich nämlich nicht der Hysterie beugen. Aber die von Panik aufgestachelte Bevölkerung setzte die Behörden derart unter Druck, bis sie einknickten. Die Buchmesse muss ausfallen, was viele Klein- und Kleinstverlage in den Ruin stürzen wird, weil sie nicht nur auf den Kosten sitzen bleiben werden, sondern vor allem, weil sie auf der Buchmesse den größten Teil ihres Jahresumsatzes machen. Das Fußballspiel in der Schalke-Arena heute Abend darf stattfinden. Seltsam, nicht?

Der wirtschaftliche Schaden den diese »Epidemie« hinterlässt, wird uns noch auf Jahre beschäftigen. Denn so schnell werden wir das Virus nicht loswerden. Oder glaubt ernsthaft jemand, dass in vier Wochen alles wieder seinen gewohnten Gang gehen wird? Wir werden damit leben, wie wir schon seit Jahrzehnten mit der Grippe leben. 2018, in dem Jahr in dem 25.000 Menschen in Deutschland an der Grippe gestorben sind, hat auch keiner irgendwelche Messen oder andere Großveranstaltungen abgesagt.

Eine Kollegin erzählte mir heute, dass ihre Bekannte mit 97 letzte Woche an einem Herpes-Virus gestorben sei. Müssen jetzt auch alle Menschen in Quarantäne, die den Herpes-Virus in sich tragen? Die Welt ist ein gefährlicher Ort, an dem man überall Gefahr läuft zu sterben. Ob im Straßenverkehr oder im Haushalt. Sind wir inzwischen so verweichlicht, dass wir uns von einem Erkältungsvirus in die Knie zwingen lassen, dessen Gefährlichkeit als gering bis mäßig eingestuft wurde? Ich würde das ja alles verstehen, wenn es sich um sowas gefährliches wie Ebola handeln würde.

Wenn unsere Vorfahren ähnlich übertrieben ängstlich gewesen wären, hätten sie wahrscheinlich nie ihre Höhlen verlassen, hätten nie den Atlantik überquert oder wären nie zum Mond geflogen. Es macht mich traurig zu sehen, was aus der Menschheit geworden ist. So wie wir jetzt agieren, werden wir nie zu den Sternen aufbrechen, weil wir zu feige und zu mutlos geworden sind. Wir könnten uns unterwegs ja ein Virus einfangen.

Stattdessen sollten wir uns Gedanken machen, was aus den Flüchtlingen wird, die an der Grenze zu Griechenland warten. Denen ist so ein Virus egal, die kämpfen ums Überleben. Und wahrscheinlich werden wieder hunderte bei Fluchtversuchen sterben, weil wir seit 2015 nicht in der Lage waren, eine Lösung ihrer Probleme zu finden. Weil wir diesen Krieg immer noch nicht beenden konnten und uns stattdessen von Populisten wie dem Türkischen Präsidenten an der Nase herumführen lassen.

Nein, 2020 fängt nicht wirklich gut an. Es ist schlimm mit anzusehen, wie die Situation immer abstruser zu werden scheint. Jedem Autor, der vor zehn Jahren eine solche Szenerie beschrieben hätte, hätte man Unglaubwürdigkeit vorgeworfen. Ich glaube, das Ende ist noch lange nicht erreicht. Wir werden uns noch wundern. 2020 schreibt die Welt eine Science-Fiction-Geschichte, wie sie sich absurder kein Autor hätte erträumen können.

Nachtrag vom 4. März: Ausgerechnet der FOCUS, ein Revolverblatt, in dem ich nicht unbedingt gern lese, bringt eine Zusammenfassung der Fakten aus der Bundespressekonferenz zum Coronavirus. Und siehe da, der Virologe Christian Dosten bestätigt, was ich schon lange vermutet habe. Das Virus ist bei weitem nicht so gefährlich, wie uns die Medien in den vergangenen Tagen glauben machen wollten. Sterblichkeit liegt zwischen 0,3 und 0,7 Prozent; die Ausbreitungsgeschwindigkeit liegt unterhalb von Influenza-Pandemien und eine Immunisierung von 70 Prozent der Bevölkerung sollte die Epidemie zum Erliegen bringen. Das bedeutet, das Infizierte nach überstandener Erkrankung tatsächlich immun werden. Aus China gemeldete Mehrfachinfektionen konnten nicht bewiesen werden. Endlich mal Fakten.

Fasching ohne Kostüme?

Ein Kindergarten in Erfurt sorgte vor ein paar Wochen für Schlagzeilen. Zur Faschingsfeier durften die Kinder keine Kostüme anziehen. Begründung unteranderem: Die Kinder könnten sich untereinander in den Kostümen nicht erkennen und sich erschrecken bzw. verstört reagieren. Außerdem gehe es darum, zu vermeiden, dass sich Minderheiten und ethnische Gruppen diskriminiert fühlen könnten. Amerikanischer Ureinwohner zum Beispiel, wenn sich die Kinder als Indianer verkleiden.

Anfangs hielt ich das Ganze für einen April-Scherz. Fasching ohne Kostüme? Das ist kein Fasching mehr. Wir haben uns im Kindergarten und im Hort immer verkleidet. Es war das absolute Highlight des Jahres, obwohl meine Heimatstadt nie die große Faschingshochburg war. In meiner Schulzeit lagen die Faschingstage meist in den dreiwöchigen Winterferien. Ich erinnere mich noch, dass ich am Rosenmontag vor dem Fernseher geklebt und im Westfernsehen die Faschingsumzüge aus dem Rheinland und Hessen verfolgt habe. Besonders neidisch war ich auf die Bonbons und Süßigkeiten, die von den Faschingswagen heruntergeworfen wurden. Die hätte ich auch gern mal aufgefangen.

Die Begründung der KITA, dass die Kinder sich nicht untereinander erkennen würden, halte ich jedenfalls für völligen Blödsinn. Die tragen doch keine Horrormasken, wie bei den traditionellen Fasnet-Bräuchen im Schwarzwald oder der Schweiz. Jungs verkleiden sich als Superheld, Feuerwehrmann oder Indianer, die Mädchen vielleicht als Prinzessin. Die Gefahr, dass sie sich untereinander nicht erkennen, ist bei solchen Kostümen eher unwahrscheinlich. Über die Sache mit den ethnischen Minderheiten sage ich nur, man kann es auch übertreiben und denke ich mir meinen Teil.

Die einzige Begründung der Erzieherinnen, der ich zustimme, beruft sich darauf, dass Kinder von ihren Eltern gezwungen werden könnten, ein Kostüm anzuziehen, was sie nicht möchten und in dem sie sich dann unwohl fühlen. Da liegt nämlich das eigentliche Problem. Manche Eltern geben viel Geld für die Kostüme ihrer Sprösslinge aus, die diese vielleicht gar nicht anziehen möchten. Andere Eltern wiederum verfügen nicht über das Geld ihren Kindern Kostüme zu kaufen, sondern basteln diese selbst. Wegen denen diese Kinder von ihren Freunden aufgezogen werden könnten.

In diesem Zuge habe ich einen Vorschlag an die Erzieherinnen der KITA: Bastelt mit den Kindern zusammen die Faschings-Kostüme! Da habt ihr Einfluss auf die Wahl der Kinder und stellt sicher, dass sie tatsächlich das anziehen, was sie möchten. Außerdem lernen die Kinder noch etwas dabei und niemand wird diskriminiert!

Wahlkatastrophe in Thüringen

Nach der heutigen Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen bin ich schlicht fassungslos. Ich weiß eigentlich gar nicht, über was ich mich mehr aufregen soll. Über die Abgeordneten der CDU und der FDP, denen jedes Mittel recht ist, um an die Macht zu kommen. Oder über die Menschen in Thüringen, die eine Partei gewählt haben, deren Parteiprogramm nicht nur Fremdenfeindlich, sondern auch Frauenfeindlich ist. Haben die nach zwei Weltkriegen wirklich nichts gelernt? Viele haben 1989 für ihre Freiheit demonstriert, um sie jetzt einfach wegzuwerfen.

Das was heute in Thüringen passiert ist, kann in jedem Bundesland passieren und auch im Bund selbst. Im Endeffekt ist es Betrug am Wähler. Eine Partei die geradeso die Fünf-Prozent-Hürde geschafft hat, stellt den Ministerpräsidenten! Unterstützt von der Rechten Fraktion. Jeder vernünftige Thüringer wird sich an den Kopf greifen und fragen, warum er eigentlich zur Wahl gegangen ist. Aus lauter Frust wird er das nächsten Mal nicht mehr wählen gehen. Und genau das spielt natürlich den Rechten in die Karten, die bei der nächsten Wahl noch mehr Stimmen für sich gewinnen.

Für mich war das heute ganz klar ein abgekartetes Spiel. Eine Stimmenthaltung entscheidet über die Wahl. Schlimm finde ich, dass sich eine Volkspartei wie die CDU auf so etwas einlässt, ja sogar unterstützt. Ob irgendjemand dabei viel gewonnen hat, glaube ich jedoch nicht. Letztendlich kann eine solche Regierung nicht funktionieren. Auf der einen Seite Linke, SPD und Grüne mit der Mehrheit und auf der anderen Seite ein Ministerpräsident gestellt von einer Minderheitenpartei. Da ist Streit und Chaos vorprogrammiert. Ich wette, in einem halben Jahr werden Neuwahlen stattfinden.

Sowas passiert, wenn es keine stabilen Mehrheiten gibt. Der Vertrauensverlust der Volksparteien wird uns in Zukunft noch mehr beschäftigen, als uns lieb sein wird. Es wird den Weg bereiten für Populisten und Rechte. Die Wahl heute in Thüringen war nur der Anfang. Als Thüringerin treibt es mir da die Schamröte ins Gesicht.

Die Medien und das Virus

In den vergangenen Jahrzehnten kam es immer wieder zu Ausbrüchen von Virus-Epidemien, manche in größerem Maßstab andere zum Glück nur lokal begrenzt. Aber ich glaube mich zu erinnern, dass bisher keine dieser Epidemien so aufgebauscht wurde, wie in den letzten Wochen die Berichterstattung um das Corona-Virus.

Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll. Wir haben auf der einen Seite einen unbekannten Erreger, der in einer chinesischen Millionenstadt zum ersten Mal entdeckt wurde. Dem ist durchaus mit besonderer Aufmerksamkeit zu begegnen. Andererseits stehen den Infizierten nur eine geringe Anzahl an Todesfällen gegenüber. Das mag jetzt vielleicht makaber klingen, aber wenn man sich genauer über die Todesfälle informiert, so waren das Menschen, die bereits an einer schweren Vorerkrankung gelitten haben. Keiner von denen war gesund. Sie hätten also auch an einer normalen Erkältung sterben können.

Die Maßnahmen mit denen China versucht, das Virus an der Ausbreitung zu hintern, kamen a offensichtlich zu spät und b sind fast schon brachial zu nennen. Ich bin mir nicht sicher, ob die nicht mehr Schaden anrichten, als das Virus selbst es getan hätte. Wirtschaftlich auf alle Fälle. Die Großmacht China demonstriert hier gleichsam Härte und Überlegenheit. Mich würde es nicht verwundern, wenn da nicht Absicht dahinter steckt, um der Welt zu zeigen, zu was man fähig ist.

Die Medien hierzulande springen darauf natürlich sofort an und schüren eine Hysterie, die bei der hiesigen Bevölkerung zum Glück nicht so richtig einschlägt. Noch vor zwanzig Jahren, wäre der Ausbruch einer unbekannten Virus-Epidemie in China, der Tagesschau vielleicht eine kurze Meldung wert gewesen. Mehr aber nicht. Heute wird darüber berichtet, als wäre auf der anderen Seite der Welt die tödlichste Seuche ausgebrochen, die man sich vorstellen kann. Selbst bei der Ebola-Epidemie 2014/15 wurde nicht so ein Aufhebens gemacht.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass bei uns derzeit wieder eine aggressive Grippe grassiert, mit der sich seit Jahresbeginn schon 7000 Menschen infiziert haben und an der bisher 32 gestorben sind. Und wir sind erst am Beginn der Grippewelle. Hierüber fällt in den Medien allerdings kaum ein Wort. Wenn ich bedenke, dass in der Grippe-Saison 2017/18 allein in Deutschland 25.000 Menschen an dem Influenza-Virus gestorben sind, halte ich den derzeitigen Umgang mit dem Corona-Virus als völlig übertrieben. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren, wenn es jemanden gibt, der mir das passende Argument liefert.

Weltweite Epidemien hat es in der Geschichte der Menschheit schon immer gegeben. Krankheisterreger entstehen jeden Tag irgendwo auf der Erde. In einer globalisierten Welt wie der der Gegenwart können sich diese Krankheiten jedoch viel schneller verbreiten. Medien sollten objektiv damit umgehen und nicht die halbe Welt in Panik versetzen.

Ein Gutes hat diese Situation. Sie hilft die Wirksamkeit der erdachten Maßnahmen zu überprüfen und zeigt Schwachstellen auf. Und wenn es dazu beiträgt, die umstrittenen Wildtiermärkte in China für immer zu schließen, hätte die ganze Welt etwas davon.

Schneckenpost oder die Konfusion des Götterboten

Die Überschrift verrät es, ich hatte mal wieder Ärger mit HERMES. Mein Fazit: lebenswichtige Dinge, wie Medikamente oder verderbliche Waren sollte man nie, nie, niemals mit HERMES versenden. Warum?

Nebenstehendes Bild zeigt den Sendungsverlauf eines Paketes. Ich hatte seit langem mal wieder etwas bei Ebay ersteigert. So lange, dass noch unsere alte Hausnummer in der Adresse stand. Also nicht 33a sondern 33. Nun stehen die Häuser nur ein paar Meter auseinander, aber für einen Paketdienst ist das ein unüberwindliches Hindernis. Zum Glück schickte mir der Verkäufer die Sendungsnummer, damit ich das Paket in den Paketshop umleiten konnte.

Aber selbst die Sache mit dem Paketshop funktionierte nur bedingt. HERMES benötigte nämlich nochmal exakt 6 Tage, um das Paket in den Shop zu liefern. Wo mir dann eine ziemlich patzige Mitarbeiterin erklärte, dass ich mir das Paket gleich an den Shop hätte schicken lassen sollen. Als ob ich dem Verkäufer vorschreiben kann, mit was er die Sachen verschickt.

Na, ja. Jedenfalls hat das Paket zwei Wochen gebraucht, bis es mich erreichte. Der Ebay-Verkäufer war schon ganz nervös, weil ich den Fall nicht geschlossen habe, und er von Ebay dauernd angemahnt wurde.

Ärger mit dem Nachbarn

Warum müssen solche Dinge immer vor Weihnachten passieren? Warum gibt es Menschen, die ausgerechnet zu dieser Zeit andere ärgern müssen?

Diese Fragen stelle ich mir seit ein paar Tagen. Da erzählten mir meine Eltern am Sonntag, dass der Nachbar unseres Wochenendgrundstücks mehrere Bäume in unserem Garten gefällt hat. Unteranderem eine zehn Meter hohe Kastanie, die mein Vater gepflanzt hat, als ich noch ein Kind war.

Gefragt hat der Nachbar natürlich nicht. Dass hat er auch nicht, als er in den vergangen Jahren regelmäßig unsere Hecke, den Haselnussstrauch und die Korkenzieherhasel beschnitten hat. Weil die an der Grundstücksgrenze stehen, haben wir nie etwas gesagt. Das war rückblickend vielleicht ein Fehler. Womöglich hätten wir die Kastanie retten können, wenn wir uns schon früher gewehrt hätten. Aber meine Eltern wollten keinen Streit und keine Aufregung, schließlich sind sie nicht mehr die Jüngsten.

Dieses Mal ist aber ein Punkt erreicht, an dem es nicht mehr geht. Nicht nur das der Nachbar unerlaubt unser Grundstück betreten hat, er hat auch unser Eigentum zerstört. Denn die Kastanie stand schon lange, bevor er das Grundstück neben uns gekauft hat. Die etwa zwei Meter große Eiche, die mein Vater liebevoll aufgepäppelt hat, wuchs mehr als drei Meter von der Grundstücksgrenze entfernt.

Ich habe meinen Eltern geraten, bei der Polizei Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung zu erstatten, einen Tag vor Weihnachten. Damit bekommt der Nachbar ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art, er hat es schließlich nicht anders gewollt. Wenn er wenigstens mit uns geredet hätte, aber so …

Das Belohnungssystem Sozial Media

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich nicht bei Facebook oder in anderen Sozialen Netzwerken bin. Man findet mich auch nicht bei WhatsApp.

Es gibt dafür viele gute Gründe. Zum einen, möchte ich den Konzernen nicht noch mehr Daten über mich schenken, als ich es ohnehin schon tue. Mit jedem Besuch im Netz hinterlässt man Fußabdrücke, die von Firmen wie Google oder Facebook zur Analyse genutzt bzw. verkauft werden. Das ist ein riesiges Geschäft, von dem wir, die wir die Daten liefern, nicht oder nur bedingt profitieren.

Auf der anderen Seite möchte ich die wenige Freizeit, die mir bleibt, sinnvoll nutzen und nicht in irgendwelchen digitalen Welten verbringen. Mit digitalen »Freunden«, die ich nicht kenne, die mich nicht kennen und die ich im richtigen Leben vielleicht gar nicht mögen würde. Das ist mir zu oberflächlich.

Ein weiterer Punkt, weswegen ich mich so vehement dagegenstemme, ist die Tatsache, dass ich die Sozialen Medien für ein gigantisches Psycho-Experiment halte. Hier werden Menschen mit perfiden Methoden manipuliert und zu Dingen getrieben, die sie sonst nie getan hätten. Ich wundere mich nicht mehr, über den ungezügelten Hass, der in den Foren und auf den Plattformen herrscht. Das ist nur eines der Auswirkungen, die uns Facebook und Co eingebracht haben.

Am schlimmsten finde ich das Belohnungssystem, durch Herzchen und Likes, an dem sich inzwischen sehr viele Leute finanziell bereichern. Damit wird gezielt eine Schwäche des Menschen für Geschäfte ausgenutzt – der Wunsch nach Anerkennung. Jeder freut sich über Lob und Anerkennung, im Internet ist diese Art Belohnung sehr einfach zu bekommen. Man postet ein Bild bei Instagram und bekommt Herzchen, man schreibt einen schlauen Satz bei Facebook und bekommt umgehend eine Reaktion mittels Likes oder vielleicht sogar einen Follower.

Wie sich diese Art der Instant-Belohnung auf Menschen mit schwachem Selbstbewusstsein auswirkt, kann man sich vorstellen. Unter Umständen posten diese Menschen viel mehr Dinge aus ihrem Privatleben, als gut für sie und ihre Umwelt ist. Sie checken dauernd, ob sie wieder neue Likes oder einen neuen Follower bekommen haben. Dadurch werde sie abgelenkt, abhängig und verbringen somit viel mehr Zeit im Internet.

Noch schlimmer wird es, wenn sie für diese Art Ruhm Geld ausgeben und sich Likes oder Follower kaufen. Denn die Anzahl an Likes und Follower bestimmt den Wert des persönlichen Accounts. Influenzer, also Menschen die von Firmen gesponsert werden, damit sie im Internet Werbung für deren Produkte machen, benötigen möglichst viele Follower, von denen sie viele Likes bekommen. Denen wird es irgendwann nicht mehr ausreichen, von echten Menschen gelobt zu werden und sie werden sich Follower kaufen. Also Fake-Accounts, die durch Botnetze erzeugt werden und die nicht von realen Personen stammen.

Welche Funktionalität dahinter steckt und wer alles daran verdient, las ich unlängst in einem spannenden Artikel auf Vice. Unter der Überschrift »Die Applausfabrik« beschreiben die Autoren der Nachrichtenseite, wie das Belohnungsystem von Facebook und Instagram funktioniert, wer daran beteiligt ist und welche illegalen Wege die Hacker ausnutzen, um Likes und Follower zu »produzieren«.

Übrigens hat Instagram vergangene Woche die Likes für angemeldete Nutzer ausgeblendet. Soll heißen, die Belohnung ist nicht mehr sichtbar, obwohl sie im Hintergrund weiter aufgezeichnet wird. Werden jetzt Millionen von Nutzern die Plattform verlassen? … Willkommen zur nächsten Phase des Psycho-Spiels.

Die Fertighaus-Gauner

Ich bin immer wieder entsetzt, wenn ich höre mit welcher kriminellen Energie sich manche Menschen an anderen bereichern.

Unlängst schwatzte ich auf Arbeit mit einem unserer Vertreter. Wir sprachen über Anbieter von Fertighäusern, weil das momentan bei uns aktuell ist. Er erzählte mir, dass viele Verkäufer von Fertighäusern nicht bei den Herstellern angestellt sind, sondern als freiberufliche Verkäufer arbeiten. Die verdienen nur bei einem Verkauf und sind deshalb angehalten auch möglichst viele Häuser zu verkaufen. Das Absurde daran ist, dass manchen von denen, Häuser an Leute verkaufen, die noch nicht mal ein Grundstück haben. Sie versprechen den Käufern zwar Unterstützung bei der Grundstückssuche und reden ihnen ein, dass das alles kein Problem sei, lassen die Menschen aber letztendlich im Stich, wenn es Hart auf Hart kommt. Denn in den meisten Regionen (zumindest in unserer Gegend) sieht es mit Baugrundstücken schlecht aus. Wo nichts ist, ist halt auch nichts zu holen. So einfach ist das. Viele Familien lassen sich dennoch von den Verkäufern beschwatzen. Das Problem ist, das sie nur ein Jahr Zeit haben, um mit dem Bau zu beginnen. Finden die Käufer in der Zeit kein Baugrundstück, gilt das als Vertragsbruch und sie müssen zwanzig Prozent des Hauses als Vertragsstrafe zahlen, ohne irgendwelche Gegenleistungen dafür zu bekommen. So wird aus dem Traum vom Eigenheim schnell mal ein Albtraum.

Und als ob das nicht schon widerlich genug ist, spekulieren einige dieser Hausverkäufer damit, dass die Kunden, die ein Grundstück haben und bauen, das Haus nicht werden abbezahlen können und in einigen Jahren wieder ausziehen müssen, weil sie die Raten für die Kredite nicht begleichen können. Sie quatschen den Käufern Ausstattungen auf, die sie gar nicht brauchen, oder die sie sich eigentlich nicht leisten können, schon mit der Aussicht, dass sie später selbst dort einziehen wollen. Die Verkäufer warten also, bis das Haus zwangsversteigert werden muss und schlagen dann zu.

Ich war schlicht fassungslos, als ich das gehört habe. Das Schlimme ist, dass man durch die eigenen Erfahrungen sehr genau weiß, dass es sowas tatsächlich gibt und es nicht nur eine gruslige Geschichte ist.

Fertighaushersteller sind keine Heiligen. Die wollen in den seltensten Fällen, dass Menschen ein schönes Zuhause bekommen, die wollen wie alle nur Geld verdienen. Und das nicht nur auf dem Rücken der Kunden, sondern vor allem auf dem Rücken der Handwerker. Da werden Preise kalkuliert, die eigentlich gar nicht zu verwirklichen sind, wenn man als Handwerker nicht für umsonst arbeiten will.

Bauen kostet nun mal Geld, da mag so ein Fertighaus vielleicht günstig erscheinen. Man muss sich aber immer bewusst sein, dass in den meisten Fällen die Verlierer immer die Kunden und die Handwerker sind.