Malbücher für Männer

Es gibt echt nichts, was es nicht gibt.

Das Malbücher für Erwachsene schon lange Trend sind, ist nicht neu. Früher hat man, korrigiere: meist Frau, Mandalas gemalt. Inzwischen gibt es wirklich schöne Bücher zum Ausmalen. Als Kind wäre ich höchst verzückt gewesen. Deshalb bin ich vor längerer Zeit schwach geworden und hatte mir auch mal eins gekauft. Ausgemalt habe ich gerade mal eine halbe Seite. Dazu braucht es Zeit, die ich einfach nicht habe. Außerdem muss ich zugeben, dass mich ausmalen nicht so befriedigt, wie ein weißes Blatt Papier mit einem Bild zu füllen, das aus meinem eigenen Kopf stammt.

Gestern habe ich beim Stöbern im Onlinekatalog meines derzeit bevorzugten Buchhändlers zwei Malbücher gefunden, bei deren Titeln mir kurzzeitig der Atem stockte. Ich habe mit dem derzeitigen Feminismus- und Genderwahn eigentlich nichts am Hut, und bin allein durch meine Arbeit in einem Handwerksbetrieb so einiges gewohnt. Aber das hat mich dann doch umgehauen.

Es gibt Malbücher in denen Männer Frauenbrüste ausmalen können. Mal davon abgesehen, dass das schon irgendwie ein bisschen pervers klingt, frage ich mich ehrlich: welcher Mann macht das? Welcher Mann setzt sich hin und malt Bilder von nackten Frauen aus? Und wo? Im heimischen Haushalt bei Frau und Kind sicher nicht. Singlemänner malen höchstens echte Brüste an. Wobei … wenn ich da an die ganzen Nerds denke, kann ich mir das dann doch irgendwie vorstellen.

Also mein Mann würde wahrscheinlich lieber Autos ausmalen oder Raumschiffe.

Zwischen Solidarität und Anfeindung

In den vergangenen Wochen wurde oft und viel über die großartige Solidarität zwischen den Menschen geredet. Das Virus würde die Menschen einen und man rücke näher zueinander.

Irgendwie kann ich das nicht glauben, angesichts von Nachrichten, eigenen Beobachtungen und dem, was man von Bekannten erzählt bekommt. Eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein. In Schleswig-Holstein zum Beispiel, wo ja bekanntlich die Grenzen für Nicht-Anwohner geschlossen wurden, werden reihenweise Autos zerkratzt, wenn sie beispielsweise ein Hamburger Nummernschild haben. Dort wird massiv gegenüber Hamburger mobil gemacht, die in Schleswig-Holstein Ferienhäuser und Ferienwohnungen besitzen. Beschimpfungen sind da noch das harmloseste. Ich befürchte, dass, wenn das länger geht und das ist nicht auszuschließen, viele Hamburger in Zukunft auf ihr Ferienhaus verzichten werden. In Mecklenburg-Vorpommern ist das stellenweise ähnlich schlimm.

Im Saarland werden dort lebende französische Staatsbürger beschimpft, bespuckt und angegriffen. Da macht sogar die Polizei mit. Heute lese ich, dass in China Menschen aus Afrika, aus ihren Wohnungen vertrieben und zwangsweise in Quarantäne gesteckt werden. Menschen, die schon seit Jahren dort wohnen und schon ewig nicht mehr in Afrika waren.

Menschen schwärzen andere Menschen an, die beispielsweise zu fünft auf einer Wiese im Park hocken. Überall lauern inzwischen die Blockwarte und rufen die Polizei, weil sie glauben, in der Nachbarwohnung würde eine Party gefeiert, dem übrigens meist nicht so ist. Ich könnte auch das junge Pärchen anzeigen, die sich fast täglich bei uns vorm Haus heimlich auf dem Parkplatz treffen. Sie kommt mit dem Rad, er mit dem Auto und dann sitzen sie eine Stunde lang zusammen im Auto. Aber ich mache das nicht, weil es mir zuwider ist, jemanden anzuschwärzen. Doch ich weiß, es gibt ganz viele Leute in dieser Republik, die das mit großer Genugtuung tun und sich in ihrer »Macht« sonnen.

Oder, als Anfang Februar die ersten Fälle hier im Landkreis auftraten, wurde die Kinder der betroffenen Familie in der Schule gemoppt und ausgegrenzt, selbst nachdem feststand, dass sie negativ getestet wurden.

Oder, als sich abzeichnete, dass in Italien die Epidemie außer Kontrolle geriet, wurden ganz schnell Stimmen laut, dass Deutsche das Virus ins Land gebracht hätten. Und zwar sollen Mitarbeiter von Webasto in Italien gewesen sein. Was die Firma aber umgehend dementierte.

Ich könnte noch eine Weile so weitermachen. Ich befürchte, je länger die Angst andauert, desto größer wird das Misstrauen untereinander werden. Die vielgerühmte Solidarität wird nur so lange vorhalten, wie das eigenen Leben nicht in Gefahr ist. Nein, ich glaube nicht, dass das Virus die Menschheit einen wird. Eher das Gegenteil wird passieren. Wenn wir es nicht mal in Deutschland, nicht mal innerhalb eines Bundeslands auf die Reihe bekommen, wie soll es dann weltweit funktionieren.

Ach, ja. Meinen alleinlebenden Eltern in Thüringen hat noch keiner Hilfe angeboten, z. B. für sie einkaufen zu gehen. Das müssen sie immer noch selbst erledigen. Und wenn, die Nachbarn sind kaum jünger und gehören ebenfalls zur Risikogruppe. Und junge Leute gibt es kaum, die meisten leben, wie ich, weit weg. Zum Glück ist die Lage in Thüringen entspannter und weniger problematisch.

Hamsterei

Leere Regale, kein Klopapier, keine Nudeln, kein Mehl, kein Zucker, keine Milch, kein abgepacktes Brot und vor allem keine Hefe (weder frisch noch getrocknet). Das sind Bilder, die ich eigentlich nicht erwartet hatte, nochmal zu sehen.

In der DDR waren schwach bestückte Regale ein normaler Anblick für mich. Man kaufte, wenn es etwas gab, lieber eine Packung mehr, denn es konnte sein, dass es die nächsten Monate keinen Nachschub gab. Meist waren das Kaffee oder Tempo-Linsen, Zellstoff-Taschentücher oder Bitter-Lemon-Limonade im Sommer sowie Schokolade und Kakao. Schokoladenhohlkörper zu Weihnachten gab es meist nur aus weißer Schokolade, von Bananen und Orangen ganz zu schweigen. Die Gemüse-Geschäfte waren vor allem im Winter triste Läden in denen in Holzkisten Äpfel, Kraut und schrumplige Möhren lagerten.

Dabei müsste das alles nicht sein, wenn viele Leute das Hamstern lassen würden. Was wollen sie mit so viel Klopapier, erwarten sie den nuklearen Winter? Vor zwei Wochen gab es in der ganzen Stadt keine Kartoffeln mehr. Warum horten Menschen so viele Lebensmittel, die sie in den nächsten Wochen und Monaten, spätestens aber nach dem Ablauf des Verfallsdatums wegwerfen werden? Während es Familien gibt, die die Sachen gerade jetzt dringend brauchen.

Ich stand heute morgen fünf Minuten vorm Drogerie-Markt. Jeder Zweite der rauskam, hatte mehrere Pakete Küchenrollen gekauft. Sind die das neue Klopapier, weil es keines mehr gibt? Was kommt als nächstes … Waschmittel? Begreifen die Leute nicht, dass sie die ohnehin schwierige Situation durch ihre Hamsterei verschlimmern. Fühlen sie sich dabei besser oder anderen überlegen?

Das mit der Hefe macht mich echt sauer. Normalerweise kauft kaum jemand Hefe und plötzlich ist alles weg, egal in welchem Geschäft. Laut den Verkäuferinnen wird auch so schnell nichts nachkommen. Die Nachfrage ist so groß, dass die Hersteller nicht nachkommen und erst einmal die Bäckereien und Brauereien beliefern müssen. Im REWE wurden bereits die Schilder von den Regalen entfernt.

Wieso fangen alle auf einmal an selbst zu backen, wo sie sonst meist fertiges Brot und Kuchen gekauft haben? Wissen die überhaupt noch wie das geht? Wir backen unser Brot seit Jahren selbst. Zum Glück hat mein Mann bei meinen Schwiegereltern noch ein paar Tütchen Trockenhefe gefunden. So kommen wir die nächsten zwei Wochen über die Runden. Ich überlege tatsächlich das Rezept auszuprobieren, wie man Hefe selbst herstellt.

Wir lernen in diesen Tagen, dass nichts selbstverständlich ist, nicht mal Hefe.

Kauft jetzt Bücher! … Aber nicht bei Amazon!

Wer in den vergangenen Wochen Bücher oder DVDs beim Onlineriesen Amazon bestellt hat, wird festgestellt haben, dass die Lieferungen lange auf sich warten lassen. Der Onlinehändler schreibt dazu, dass er momentan Bestellungen mit Hygieneprodukten und Waren des täglichen Bedarfs Vorrang einräumt. An sich ist an dem natürlich nichts auszusetzen und ich schluckte das auch, als ich unlängst ein paar Bücher für unsere Nachbarin bestellte. Heute habe ich allerdings gelesen, dass Amazon die Bestellungen bei den Verlagen komplett eingestellt hat. Man wolle sich jetzt mehr auf Haushaltsprodukte konzentrieren.

»Spinnen die!«, war mein erster Gedanke. Der Verlagsbranche geht es ohnehin nicht gut. Im letzten Jahr ist ein großer Zwischenhändler Pleite gegangen, ein anderer hat viele Publikationen von kleinen Verlagen aus dem Sortiment genommen. Das heißt, wenn man im Buchladen nach den Büchern fragt, existieren die für den Buchhändler nicht.

Nun ist in diesem Monat nicht nur die so wichtige Buchmesse ausgefallen, jetzt mussten auch noch die Buchläden im ganzen Land schließen. Je nachdem wie lange die Krise dauert, werden einige nie wieder öffnen. Und jetzt das. Amazon nimmt den Verlagen ihre Bücher nicht mehr ab. Damit bricht auch noch der Onlinehandel weg. Was das für Verlage, Lektoren und Autoren bedeutet, kann sich eigentlich keiner vorstellen, der nicht direkt betroffen ist. Das ist die ultimative Katastrophe für den Literaturbetrieb. Wohl dem Verlag, der einen eigenen Online-Shop hat und frühzeitig auf E-Books gesetzt hat, wie viele Kleinverlage.

Also Leute, kauft Bücher und zwar direkt bei den Verlagen, oder bei den Buchhandlungen, die einen eigenen Online-Shop haben. Zeigt allen, dass man Amazon nicht braucht, um Bücher zu kaufen.

Corona die Letzte

Hier die mein letzter Beitrag zum Coronavirus bevor ich diesen Blog zur Virusfreien Zone erkläre.

Wir befinden uns im dritten Weltkrieg gegen einen unsichtbaren Feind. Doch die Waffen, die wir gegen ihn einsetzen, zerstören nicht den Feind, sondern unsere Existenz. Das ist in etwa so, als würde man mit Atombomben auf Männer mit Speeren werfen. Und wenn jemand glaubt, die Krise sein in zwei bis drei Monaten vorbei, der irrt.

Expertenmeinungen zur Folge wird sie uns bis ins nächste Jahr beschäftigen. Bis dahin werden die Corona-Toten unser geringstes Problem sein. Denn dann werden wir vor einem Trümmerhaufen stehen, der einmal unser Land war. Jeder, jeder von uns wird mehr davon betroffen sein, als uns lieb sein wird. Wir werden unsere Arbeit verlieren, vielleicht sogar unsere Wohnungen und Häuser. Der Einzelhandel wird endgültig sterben und die großen Onlineriesen werden uns die Preise diktieren. Am meisten trifft es aber die Kultur. Es wird kaum noch Theater geben, keine Konzerte, keine Kinos. Autoren können schon jetzt nicht vom Schreiben leben, Musiker und Künstler werden dem ebenfalls zum Opfer fallen. Selbst wenn, werden wir uns Kultur nicht mehr leisten können.

Der Staat spricht von Soforthilfen. Das wird nicht reichen und auch nicht funktionieren. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. So viel Geld kann kein Land der Welt bereitstellen, wie wir brauchen werden, um uns in den nächsten zehn Jahren davon zu erholen. Nach nur einer Woche, haben die ersten Angestellten im Einzelhandel und der Gastronomie bereits ihre Kündigungen erhalten. Es werden die Handwerksbetriebe folgen, falls die Ausgangsperre kommt und keiner mehr auf die Baustellen und zum Kundendienst fahren darf (wie in Österreich). Die Großhändler können dann auch nichts mehr verkaufen usw.. Das ist eine endlose Kette. Die Automobilbauer schließen jetzt schon ihre Werke und bei vielen Firmen stockt die Produktion, weil keine Teile mehr geliefert werden. Das JustinTime-Prinzip unserer Wirtschaft ist auf so etwas nicht vorbereitet. Das rächt sich jetzt.

Wer damit argumentiert, dass wir bald so viele Tote haben werden, wie die Italiener/Spanier und Franzosen, irrt. Denn es gibt einen signifikanten Unterschied im Sozialverhalten. In Italien und Spanien steht »la Familia« im Zentrum. Dort leben oft mehrere Generationen zusammen. Die Alten werden von der Familie versorgt. In Deutschland leben sie entweder allein – die Kinder und Enkel kommen höchstens mal zu Weihnachten oder zum Geburtstag vorbei – oder wir haben unsere Alten in Altenheime abgeschoben. In Deutschland sind viel weniger alte Menschen infiziert, als sonst irgendwo. Hinzu kommt, dass in Deutschland auf 100.000 Menschen 28 Intensivbetten kommen. In Italien dagegen nur 12, in Frankreich 11 und in Spanien noch weniger. Selbst wenn ein Teil der Betten bereits belegt ist, können durch die Verschiebung unnötiger Operationen mehr Betten zur Verfügung gestellt werden. Das macht Hoffnung, das uns so apokalyptische Bilder wie aus Italien erspart bleiben.

Also liebe Leute bleibt auf dem Teppich und veraltet euch vernünftig. Das Verhängen von Ausgangssperren würde unserer Wirtschaft den Todesstoß versetzen. Denn diese Sperren bringen nämlich gar nichts, im Gegenteil. Das UV-Licht der Sonne ist nämlich ein nicht zu unterschätzender Viren-Killer. Sofern sich alle Leute an die Gebote halten und auf Abstand gehen, passiert auch nichts. Aber wenn Eltern, die Kinder der Nachbarn mit betreuen, weil die arbeiten gehen müssen. Und plötzlich fünf bis sechs Kinder in kleinen Zimmern zusammengepfercht spielen, dann bringt auch die Schließung von Schulen oder Kitas wenig.

Heute hat die FAZ einen wichtigen Artikel veröffentlicht, in der Mediziner und Psychologen über die Maßnahmen der Regierung diskutieren. Ich danke der FAZ für diesen wertvollen Beitrag, der die Fakten auf den Tisch legt. Es bestärkt mich darin, dass ich nicht allein bin mit meiner Meinung. Denn es ist tatsächlich Wahnsinn, was da gerade um uns passiert. Von der massiven Beschneidung unserer Bürgerrechte ganz zu schweigen. Vielleicht ist alles ein groß angelegter Stresstest: Wie weit können die Regierenden gehen, bis die Menschen sich das nicht mehr gefallen lassen? Wie lange, bis es zu Aufständen kommt? Werden die Behörden Waffen einsetzen, gegen diejenigen, die sich aus Angst und Panik daneben benehmen.

So und jetzt höre ich auf. Das alles ist meine persönliche Meinung zu diesem Thema. Wer das anders sieht, kann das gern tun. Wir sprechen uns in einem Jahr wieder und ich werde froh sein, wenn meine Befürchtungen nicht eintreffen. Aber glauben … glauben tue ich ehrlich gesagt nicht daran.

Der gefühlte Untergang der Zivilisation

Es gibt viele Dinge, die mich in diesen Tagen traurig stimmen. Zum einen tut mir die Hysterie, die um das Coronvirus betrieben wird, fast schon körperlich weh. Eine Mitschuld an der derzeit außer Kontrolle geratenen Situation gebe ich ganz klar Bundesgesundheitsminister Spahn. Der hat mit seinen Äußerungen in der vergangenen Woche zu einem großen Teil dazu beigetragen, die Bevölkerung in Deutschland fast schon in Panik zu versetzten. Die Medien übertrumpften sich mit Horrorszenarien. Selbst die Experten ließen sich zu Äußerungen hinreißen, die alles andere als klug waren, und mehr Verunsicherung schürten als informierten. Hamsterkäufe in Supermärkten und Drogerien führten am Wochenende zu fast schon apokalyptischen Szenen.

Die Quintessenz: heute hat die Stadt Leipzig die Buchmesse abgesagt. Wohlgemerkt die Stadt, nicht die Veranstalter, die wollten sich nämlich nicht der Hysterie beugen. Aber die von Panik aufgestachelte Bevölkerung setzte die Behörden derart unter Druck, bis sie einknickten. Die Buchmesse muss ausfallen, was viele Klein- und Kleinstverlage in den Ruin stürzen wird, weil sie nicht nur auf den Kosten sitzen bleiben werden, sondern vor allem, weil sie auf der Buchmesse den größten Teil ihres Jahresumsatzes machen. Das Fußballspiel in der Schalke-Arena heute Abend darf stattfinden. Seltsam, nicht?

Der wirtschaftliche Schaden den diese »Epidemie« hinterlässt, wird uns noch auf Jahre beschäftigen. Denn so schnell werden wir das Virus nicht loswerden. Oder glaubt ernsthaft jemand, dass in vier Wochen alles wieder seinen gewohnten Gang gehen wird? Wir werden damit leben, wie wir schon seit Jahrzehnten mit der Grippe leben. 2018, in dem Jahr in dem 25.000 Menschen in Deutschland an der Grippe gestorben sind, hat auch keiner irgendwelche Messen oder andere Großveranstaltungen abgesagt.

Eine Kollegin erzählte mir heute, dass ihre Bekannte mit 97 letzte Woche an einem Herpes-Virus gestorben sei. Müssen jetzt auch alle Menschen in Quarantäne, die den Herpes-Virus in sich tragen? Die Welt ist ein gefährlicher Ort, an dem man überall Gefahr läuft zu sterben. Ob im Straßenverkehr oder im Haushalt. Sind wir inzwischen so verweichlicht, dass wir uns von einem Erkältungsvirus in die Knie zwingen lassen, dessen Gefährlichkeit als gering bis mäßig eingestuft wurde? Ich würde das ja alles verstehen, wenn es sich um sowas gefährliches wie Ebola handeln würde.

Wenn unsere Vorfahren ähnlich übertrieben ängstlich gewesen wären, hätten sie wahrscheinlich nie ihre Höhlen verlassen, hätten nie den Atlantik überquert oder wären nie zum Mond geflogen. Es macht mich traurig zu sehen, was aus der Menschheit geworden ist. So wie wir jetzt agieren, werden wir nie zu den Sternen aufbrechen, weil wir zu feige und zu mutlos geworden sind. Wir könnten uns unterwegs ja ein Virus einfangen.

Stattdessen sollten wir uns Gedanken machen, was aus den Flüchtlingen wird, die an der Grenze zu Griechenland warten. Denen ist so ein Virus egal, die kämpfen ums Überleben. Und wahrscheinlich werden wieder hunderte bei Fluchtversuchen sterben, weil wir seit 2015 nicht in der Lage waren, eine Lösung ihrer Probleme zu finden. Weil wir diesen Krieg immer noch nicht beenden konnten und uns stattdessen von Populisten wie dem Türkischen Präsidenten an der Nase herumführen lassen.

Nein, 2020 fängt nicht wirklich gut an. Es ist schlimm mit anzusehen, wie die Situation immer abstruser zu werden scheint. Jedem Autor, der vor zehn Jahren eine solche Szenerie beschrieben hätte, hätte man Unglaubwürdigkeit vorgeworfen. Ich glaube, das Ende ist noch lange nicht erreicht. Wir werden uns noch wundern. 2020 schreibt die Welt eine Science-Fiction-Geschichte, wie sie sich absurder kein Autor hätte erträumen können.

Nachtrag vom 4. März: Ausgerechnet der FOCUS, ein Revolverblatt, in dem ich nicht unbedingt gern lese, bringt eine Zusammenfassung der Fakten aus der Bundespressekonferenz zum Coronavirus. Und siehe da, der Virologe Christian Dosten bestätigt, was ich schon lange vermutet habe. Das Virus ist bei weitem nicht so gefährlich, wie uns die Medien in den vergangenen Tagen glauben machen wollten. Sterblichkeit liegt zwischen 0,3 und 0,7 Prozent; die Ausbreitungsgeschwindigkeit liegt unterhalb von Influenza-Pandemien und eine Immunisierung von 70 Prozent der Bevölkerung sollte die Epidemie zum Erliegen bringen. Das bedeutet, das Infizierte nach überstandener Erkrankung tatsächlich immun werden. Aus China gemeldete Mehrfachinfektionen konnten nicht bewiesen werden. Endlich mal Fakten.

Fasching ohne Kostüme?

Ein Kindergarten in Erfurt sorgte vor ein paar Wochen für Schlagzeilen. Zur Faschingsfeier durften die Kinder keine Kostüme anziehen. Begründung unteranderem: Die Kinder könnten sich untereinander in den Kostümen nicht erkennen und sich erschrecken bzw. verstört reagieren. Außerdem gehe es darum, zu vermeiden, dass sich Minderheiten und ethnische Gruppen diskriminiert fühlen könnten. Amerikanischer Ureinwohner zum Beispiel, wenn sich die Kinder als Indianer verkleiden.

Anfangs hielt ich das Ganze für einen April-Scherz. Fasching ohne Kostüme? Das ist kein Fasching mehr. Wir haben uns im Kindergarten und im Hort immer verkleidet. Es war das absolute Highlight des Jahres, obwohl meine Heimatstadt nie die große Faschingshochburg war. In meiner Schulzeit lagen die Faschingstage meist in den dreiwöchigen Winterferien. Ich erinnere mich noch, dass ich am Rosenmontag vor dem Fernseher geklebt und im Westfernsehen die Faschingsumzüge aus dem Rheinland und Hessen verfolgt habe. Besonders neidisch war ich auf die Bonbons und Süßigkeiten, die von den Faschingswagen heruntergeworfen wurden. Die hätte ich auch gern mal aufgefangen.

Die Begründung der KITA, dass die Kinder sich nicht untereinander erkennen würden, halte ich jedenfalls für völligen Blödsinn. Die tragen doch keine Horrormasken, wie bei den traditionellen Fasnet-Bräuchen im Schwarzwald oder der Schweiz. Jungs verkleiden sich als Superheld, Feuerwehrmann oder Indianer, die Mädchen vielleicht als Prinzessin. Die Gefahr, dass sie sich untereinander nicht erkennen, ist bei solchen Kostümen eher unwahrscheinlich. Über die Sache mit den ethnischen Minderheiten sage ich nur, man kann es auch übertreiben und denke ich mir meinen Teil.

Die einzige Begründung der Erzieherinnen, der ich zustimme, beruft sich darauf, dass Kinder von ihren Eltern gezwungen werden könnten, ein Kostüm anzuziehen, was sie nicht möchten und in dem sie sich dann unwohl fühlen. Da liegt nämlich das eigentliche Problem. Manche Eltern geben viel Geld für die Kostüme ihrer Sprösslinge aus, die diese vielleicht gar nicht anziehen möchten. Andere Eltern wiederum verfügen nicht über das Geld ihren Kindern Kostüme zu kaufen, sondern basteln diese selbst. Wegen denen diese Kinder von ihren Freunden aufgezogen werden könnten.

In diesem Zuge habe ich einen Vorschlag an die Erzieherinnen der KITA: Bastelt mit den Kindern zusammen die Faschings-Kostüme! Da habt ihr Einfluss auf die Wahl der Kinder und stellt sicher, dass sie tatsächlich das anziehen, was sie möchten. Außerdem lernen die Kinder noch etwas dabei und niemand wird diskriminiert!

Wahlkatastrophe in Thüringen

Nach der heutigen Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen bin ich schlicht fassungslos. Ich weiß eigentlich gar nicht, über was ich mich mehr aufregen soll. Über die Abgeordneten der CDU und der FDP, denen jedes Mittel recht ist, um an die Macht zu kommen. Oder über die Menschen in Thüringen, die eine Partei gewählt haben, deren Parteiprogramm nicht nur Fremdenfeindlich, sondern auch Frauenfeindlich ist. Haben die nach zwei Weltkriegen wirklich nichts gelernt? Viele haben 1989 für ihre Freiheit demonstriert, um sie jetzt einfach wegzuwerfen.

Das was heute in Thüringen passiert ist, kann in jedem Bundesland passieren und auch im Bund selbst. Im Endeffekt ist es Betrug am Wähler. Eine Partei die geradeso die Fünf-Prozent-Hürde geschafft hat, stellt den Ministerpräsidenten! Unterstützt von der Rechten Fraktion. Jeder vernünftige Thüringer wird sich an den Kopf greifen und fragen, warum er eigentlich zur Wahl gegangen ist. Aus lauter Frust wird er das nächsten Mal nicht mehr wählen gehen. Und genau das spielt natürlich den Rechten in die Karten, die bei der nächsten Wahl noch mehr Stimmen für sich gewinnen.

Für mich war das heute ganz klar ein abgekartetes Spiel. Eine Stimmenthaltung entscheidet über die Wahl. Schlimm finde ich, dass sich eine Volkspartei wie die CDU auf so etwas einlässt, ja sogar unterstützt. Ob irgendjemand dabei viel gewonnen hat, glaube ich jedoch nicht. Letztendlich kann eine solche Regierung nicht funktionieren. Auf der einen Seite Linke, SPD und Grüne mit der Mehrheit und auf der anderen Seite ein Ministerpräsident gestellt von einer Minderheitenpartei. Da ist Streit und Chaos vorprogrammiert. Ich wette, in einem halben Jahr werden Neuwahlen stattfinden.

Sowas passiert, wenn es keine stabilen Mehrheiten gibt. Der Vertrauensverlust der Volksparteien wird uns in Zukunft noch mehr beschäftigen, als uns lieb sein wird. Es wird den Weg bereiten für Populisten und Rechte. Die Wahl heute in Thüringen war nur der Anfang. Als Thüringerin treibt es mir da die Schamröte ins Gesicht.

Die Medien und das Virus

In den vergangenen Jahrzehnten kam es immer wieder zu Ausbrüchen von Virus-Epidemien, manche in größerem Maßstab andere zum Glück nur lokal begrenzt. Aber ich glaube mich zu erinnern, dass bisher keine dieser Epidemien so aufgebauscht wurde, wie in den letzten Wochen die Berichterstattung um das Corona-Virus.

Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll. Wir haben auf der einen Seite einen unbekannten Erreger, der in einer chinesischen Millionenstadt zum ersten Mal entdeckt wurde. Dem ist durchaus mit besonderer Aufmerksamkeit zu begegnen. Andererseits stehen den Infizierten nur eine geringe Anzahl an Todesfällen gegenüber. Das mag jetzt vielleicht makaber klingen, aber wenn man sich genauer über die Todesfälle informiert, so waren das Menschen, die bereits an einer schweren Vorerkrankung gelitten haben. Keiner von denen war gesund. Sie hätten also auch an einer normalen Erkältung sterben können.

Die Maßnahmen mit denen China versucht, das Virus an der Ausbreitung zu hintern, kamen a offensichtlich zu spät und b sind fast schon brachial zu nennen. Ich bin mir nicht sicher, ob die nicht mehr Schaden anrichten, als das Virus selbst es getan hätte. Wirtschaftlich auf alle Fälle. Die Großmacht China demonstriert hier gleichsam Härte und Überlegenheit. Mich würde es nicht verwundern, wenn da nicht Absicht dahinter steckt, um der Welt zu zeigen, zu was man fähig ist.

Die Medien hierzulande springen darauf natürlich sofort an und schüren eine Hysterie, die bei der hiesigen Bevölkerung zum Glück nicht so richtig einschlägt. Noch vor zwanzig Jahren, wäre der Ausbruch einer unbekannten Virus-Epidemie in China, der Tagesschau vielleicht eine kurze Meldung wert gewesen. Mehr aber nicht. Heute wird darüber berichtet, als wäre auf der anderen Seite der Welt die tödlichste Seuche ausgebrochen, die man sich vorstellen kann. Selbst bei der Ebola-Epidemie 2014/15 wurde nicht so ein Aufhebens gemacht.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass bei uns derzeit wieder eine aggressive Grippe grassiert, mit der sich seit Jahresbeginn schon 7000 Menschen infiziert haben und an der bisher 32 gestorben sind. Und wir sind erst am Beginn der Grippewelle. Hierüber fällt in den Medien allerdings kaum ein Wort. Wenn ich bedenke, dass in der Grippe-Saison 2017/18 allein in Deutschland 25.000 Menschen an dem Influenza-Virus gestorben sind, halte ich den derzeitigen Umgang mit dem Corona-Virus als völlig übertrieben. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren, wenn es jemanden gibt, der mir das passende Argument liefert.

Weltweite Epidemien hat es in der Geschichte der Menschheit schon immer gegeben. Krankheisterreger entstehen jeden Tag irgendwo auf der Erde. In einer globalisierten Welt wie der der Gegenwart können sich diese Krankheiten jedoch viel schneller verbreiten. Medien sollten objektiv damit umgehen und nicht die halbe Welt in Panik versetzen.

Ein Gutes hat diese Situation. Sie hilft die Wirksamkeit der erdachten Maßnahmen zu überprüfen und zeigt Schwachstellen auf. Und wenn es dazu beiträgt, die umstrittenen Wildtiermärkte in China für immer zu schließen, hätte die ganze Welt etwas davon.

Schneckenpost oder die Konfusion des Götterboten

Die Überschrift verrät es, ich hatte mal wieder Ärger mit HERMES. Mein Fazit: lebenswichtige Dinge, wie Medikamente oder verderbliche Waren sollte man nie, nie, niemals mit HERMES versenden. Warum?

Nebenstehendes Bild zeigt den Sendungsverlauf eines Paketes. Ich hatte seit langem mal wieder etwas bei Ebay ersteigert. So lange, dass noch unsere alte Hausnummer in der Adresse stand. Also nicht 33a sondern 33. Nun stehen die Häuser nur ein paar Meter auseinander, aber für einen Paketdienst ist das ein unüberwindliches Hindernis. Zum Glück schickte mir der Verkäufer die Sendungsnummer, damit ich das Paket in den Paketshop umleiten konnte.

Aber selbst die Sache mit dem Paketshop funktionierte nur bedingt. HERMES benötigte nämlich nochmal exakt 6 Tage, um das Paket in den Shop zu liefern. Wo mir dann eine ziemlich patzige Mitarbeiterin erklärte, dass ich mir das Paket gleich an den Shop hätte schicken lassen sollen. Als ob ich dem Verkäufer vorschreiben kann, mit was er die Sachen verschickt.

Na, ja. Jedenfalls hat das Paket zwei Wochen gebraucht, bis es mich erreichte. Der Ebay-Verkäufer war schon ganz nervös, weil ich den Fall nicht geschlossen habe, und er von Ebay dauernd angemahnt wurde.