Beispiel für irreführende Berichterstattung

… oder was der Flugverkehr von Österreich mit den Bewohnern des Nationalparks Berchtesgaden zu tun hat.

Nachrichtenbeiträge im Internet müssen Klicks generieren, je mehr Klicks, desto höher die Werbeeinnahmen. Das gilt für private Nachrichtenanbieter mehr wie für Öffentlich-Rechtliche. Es wird sehr oft auf der BILD-Zeitung rumgehackt, weil sie eine verzerrte auf Sensation getrimmte Berichterstattung machen. Das haben sie aber schon immer getan. Nicht für umsonst gibt es seit Jahrzehnten solche Sprüche wie: »Fabrik flog in die Luft, BILD flog mit« oder »Mord – BILD sprach zu erst mit der Toten«. Bei der BILD ist man es gewohnt, dass man nicht alles glauben darf, was sie drucken. Das wird bei dem neuen Fernsehsender nicht anders sein. Jemand aus meiner Abiturklasse ist übrigens Redakteur bei der BILD-Zeitung. Deswegen bleiben wir trotzdem befreundet.

Aber wie schon gesagt, das war schon immer so und andere Pressekanäle vor allem die Privatfinanzierten stehen dem in nichts nach. Am Wochenende bin ich selbst mal wieder so einer irreführenden Schlagzeile aufgesessen. »Erste Auslandsflüge in Österreich« stand da bei Chiemgau24 zu lesen.

Ich habe mich gefragt, warum es in Österreich bisher keine Auslandsflüge gegeben haben soll. Wo doch der Flugverkehr – wir wohnen in der Einflugschneise des Salzburger Flughafens – inzwischen wieder so geschäftig wie vor der Pandemie ist? Vielleicht hat der »Shorty« wie Kanzler Kurz allgemein genannt wird, wieder irgendein irres Gesetz erlassen, das den Österreichern die Auslandsreisen verbot. Konnte ich mir zwar nicht vorstellen, aber man weiß ja nie heutzutage. Ich klickte also den Artikel an.

Beim Lesen der ersten beiden Sätze dann die Erkenntnis, das es weder um Österreicher und Auslandsflüge noch um Flugzeuge geht. Tatsächlich handelt der Artikel von zwei Bartgeiern, die unlängst im Nationalpark ausgesetzt wurden. Vielleicht fand derjenige, der den Artikel verlinkt hat, es lustig, ein Bild von einem Flugzeug zu der Headline zu posten. Vielleicht hat er oder sie den Artikel auch gar nicht erst gelesen. (Was ich eher glaube.) Nun … wenn das keine Irreführung ist, weiß ich auch nicht.

Rückschlag für unsere E-Mobilität

Es gibt Menschen die leugnen den Klimawandel. Es gibt welche, die meinen, E-Autos werden sich sowieso nicht durchsetzten und es gibt Leute, die gönnen anderen nicht das, was sie selbst nicht haben können.

Vergangene Woche war Eigentümerversammlung – ich nenne das ja immer bayrischer Komödienstadl. Zur Diskussion stand unteranderem unser Antrag auf Installation einer Wallbox. Gerade jetzt, wo es soviel Förderung vom Staat gibt, ist das der optimale Zeitpunkt. Nun ist es so, die Tiefgarage gehört nicht der Eigentümergemeinschaft, die Stellplätze sind nur von den Eigentümern angemietet. Von der Besitzerin der Tiefgarage hatten wir die ausdrückliche Erlaubnis eingeholt, dass wir eine Wallbox installieren können, sofern wir sie an unseren eigenen Zähler anschließen. Die Gemeindewerke waren dafür, die Hausverwaltung sah auch kein Problem und hatte das entsprechend formuliert. Nämlich, dass, wenn noch jemand einen Ladepunkt haben möchte, wir unsere Wallbox zugunsten einer anderen Lösung gegebenenfalls zurückbauen müssten. Das klang vernünftig und hätte für niemandem der anderen Eigentümern Kosten verursacht. Da wir nur von unserem Zähler aus ein Kabel in die Tiefgarage hätten legen lassen müssen. Der Zählerschrank steht direkt hinter der Wand an der unser Auto parkt. Darüber kommen die Versorgungsleitungen und die Stromzuleitung fürs Haus aus der Wand. Es hätte kein Loch in die Wand gebohrt werden müssen, sondern nur das Kabel rausgelegt und abgeklemmt.

Nun gibt es einige Eigentümer im Haus, die Eigentümerversammlungen grundsätzlich fernbleiben und sich per Vollmacht von anderen vertreten lassen. Wir haben zwei solche Parteien im Haus. Die anderen Eigentümer sind ein jüngerer Mann, eine ältere Dame und eine jüngere Frau, die bei einer Versicherung arbeitet. Die jammerte schon bei der Begehung, dass E-Autos ja so schwer zu löschen sind und nicht in einer Tiefgarage geladen werden sollten (eine These, die inzwischen mehrfach widerlegt wurde). Spätestens da hätten bei uns eigentlich alle Alarmglocken klingeln müssen. Aber da wir grundsätzlich an das Gute im Menschen glauben und daran, das Fortschritt sich nicht aufhalten lässt, haben wir nicht die großen Geschütze aufgefahren. Zuzüglich aller Gesetzestexte, die zu dem Thema existieren. Das hätten wir mal lieber tun sollen. Denn unser Antrag wurde vier zu eins bei einer Enthaltung abgeschmettert. Besagte ältere Dame, die ohnehin bei allen neue Sachen skeptisch ist und immer meint, dass man das nicht braucht, hatte nämlich die Vollmachten der beiden nicht anwesenden Eigentümer. Die, so vermuten wir, gar nicht wissen, über was und wie in ihrem Namen abgestimmt wurde. Der junge Mann enthielt sich und die Versicherungsangestellte war natürlich auch dagegen. Mit der Begründung es könne ja brennen und das würde die Tiefgarage der ungeliebten Tiefgaragenbesitzerin aufwerten (was völliger Blödsinn ist). Außerdem würde ein Präzedenzfall geschaffen, wenn nun ein anderer auch eine Wallbox wollte, nach dem Motto: »Wo kämen wir da hin.« Kurzgesagt, unsere Miteigentümer gönnen uns die Wallbox nicht. O-Ton: Wir hätten einfach kein E-Auto kaufen sollen.

Nun gibt es seit Herbst letzten Jahres eine Änderung im Wohneigentumsgesetz. Dort steht: es gibt ein Anrecht auf eine Wallbox. Eigentümerversammlungen dürfen Lademöglichkeiten für E-Autos nicht mehr ablehnen. Sie dürfen nur noch über das WIE bestimmen, nicht mehr über das ob. So wurde von den Miteigentümern vorgeschlagen eine Lademöglichkeit für alle außerhalb der Tiefgarage auf dem Grundstück zu schaffen. Grundsätzlich ist das ein gute Idee, die wir auch befürworten würden. Ich bin mir nur nicht sicher, ob die Eigentümergemeinschaft sich im Klaren ist, welche Kosten, da auf sie zukommen. Die meisten haben kein E-Auto und sich mit dem Thema noch nie befasst. Die glauben, man schraubt da eine Wallbox an die Wand und gut ist. Für so etwas braucht man eine Ladesäule und die benötigt ein Fundament mit einem Fundamenterder oder einem Tiefenerder. Das heißt, man muss da ziemlich tief graben. Das geht aber auf dem Großteil des Grundstückes nicht, weil überall die Tiefgarage drunter ist. Dazu gehört weiter, dass man von der Gemeinde eine Baugenehmigung einholen muss. Als Nächstes benötigt man einen Stromanschluss und eine Leitung, die kann man nicht einfach aus einem der Häuser herauslegen, weil die Hausanschlussleistung dafür nicht ausreicht und man damit auch nur ein Haus damit belastet, obwohl die Bewohner der anderen drei Häuser gegebenenfalls mitladen. Diese Anschlussleitung muss beim Stromversorger beantragt und gelegt werden, dafür muss nicht nur aufgegraben werden, sondern so ein Anschluss kostet richtig Geld. Hinzu kommt das Abrechnungssystem, mit dem die jeweiligen Nutzer der Ladestation einzeln abgerechnet werden können, das ist ebenfalls nicht billig.

Ich kenne mich inzwischen bestens aus, weil das mein tägliches Geschäft ist und ich außerdem diverse Schulungen dazu hatte. Und natürlich interessiert mich Elektromobilität auch aus rein privaten Gründen. Daher weiß ich, dass eine Gemeinschaftslösung in dieser Form nicht durchsetzbar ist, weil das für viele einfach zu teuer ist. Viele Eigentümer haben die Wohnungen nur vermietet und wohnen nicht selbst darin, denen ist das komplett egal, obwohl sie dann höhere Mieten verlangen könnten, weil das Wohneigentum attraktiver geworden ist. Kurz um, unsere vorübergehende Lösung, hätte niemandem geschadet. Keiner der Eigentümer hätte einen Cent zahlen müssen und wenn weitere Eigentümer auch eine Wallbox hätten haben wollen, dann hätte man das zu dem Zeitpunkt gemeinsam angehen können. Im besten Fall hätte man sich die Wallbox teilen können, es laden ja nicht beide zur gleichen Zeit. So werden wir jetzt unseren Anspruch auf eine Lademöglichkeit geltend machen und auf die vorgeschlagene Lösung pochen, bei der dann alle 26 Eigentümer zur Kasse gebeten werden. Selbst Schuld, sage ich da nur.

Lebensfeindlicher Irrsinn

… so bezeichnete es unlängst ein Kolumnist in der »Welt« – ich weiß, die gehören zu Springer, aber – so unrecht hat der Mann nicht. Die Beschränkungen mit denen uns die Regierung nach wie vor knechtet, sind mitunter einfach nur noch absurd. Bestes Beispiel die Maskenpflicht auf Supermarktparkplätzen bei knallenden Sonnenschein und einer einstelligen Inzidenz, in Bayern auch noch mit FFP2. Da sehen die Urlauber aus dem Norden ganz schön alt aus, wenn sie in den REWE wollen und mit ihren medizinischen Masken nicht reinkommen. Zum Glück sind jetzt Ferien, aber da geht das Theater erst recht los. Ab heute Testpflicht für Reiserückkehrer. Warum eigentlich erst jetzt und warum so kurzfristig? Kann es sein, dass die Inzidenz den Obrigkeiten noch nicht hoch genug ist, die Angst in der Bevölkerung so langsam verfliegt. Da muss man dafür sorgen, dass sie wieder steigt, in dem man so viel wie möglich testet. Das Erschreckende: ein Teil der Bevölkerung zieht da immer noch mit. Warum? Die Antwort liefert der Kolumnist, in dem er sagt:

»Geht es nach dem Milieu der privilegierten Beamten und Home-Office-Angestellten, dann hört die Pandemie wohl niemals auf – mit Masken, Abstand und geschlossenen Schulen. Doch außerhalb dieser Blase sind viele nicht mehr bereit, die nächste Lockdown-Runde mitzuspielen.«

Ja, einige sind gerade dabei, die Pandemie zu kultivieren. Es ist doch schön kuschlig im Homeoffice und so sicher. Das wollen offenbar viele nicht mehr missen und denken mit Bangen an den Tag, an dem der Chef sie wieder ins Büro beordert. Damit wurde tatsächlich ein lebensfeindlicher und ungerechter Irrsinn geschaffen, bei dem die Privilegierten auf dem Rücken derjenigen leben, die eben nicht daheim arbeiten können. Vielleicht sollten diejenigen, die da draußen das Leben aufrechterhalten, einfach mal alle Fünfe gerade sein lassen und sich ins Homeoffice zurückziehen, damit allen mal klar wird, dass es eben nicht auf Dauer geht, die Leute einzusperren und ihnen die persönlichen Kontakte zu verwehren.

Wir sind Menschen, wir brauchen zwischenmenschlichen Kontakte. Sie sind wichtig für das Zusammenleben in einer Gesellschaft. Was passiert, wenn wir die auf Dauer nicht mehr haben, kann man gerade gut in den Sozialen Netzwerken verfolgen. Bei Twitter gehen Leute aufeinander los, die bisher befreundet waren. Welcher Hass dort von beiden Seiten aus den Postings spricht, erschüttert mich regelmäßig.

Spätestens jetzt, wo eine Impfung für alle möglich ist. Wo selbst die Experten fordern, dass die Inzidenz nicht mehr das Maß aller Dinge sein sollte. Spätestens jetzt, muss der Irrsinn aufhören. Das Leben war schon immer ein Risiko. Wir sind alle nicht unsterblich, obwohl einige das offensichtlich glauben. Und wenn wir uns in dem gleichen Maße um die Menschen auf der ganzen Welt sorgen würden, wie um die Menschen in Deutschland, dann wäre die Erde jetzt schon ein besserer Ort.

Fun Facts zur Maskentragepflicht

Der Herr Söder hat im Januar in Bayern das Tragen von FFP2-Masken in Handel, Gastronomie und im öffentlichem Nahverkehr eingeführt – gebracht hat es wenig, Bayern hatte dennoch die höchsten Inzidenzen. In Waging gilt trotz niedrigem Inzidenzwert auf den Parkplätzen der Supermärkte eine Maskentragepflicht. (Die wurde ursprünglich mal bei Inzidenzen ab 200 eingeführt, aber nie wieder abgeschafft.) Zurück zur Bahn. Jedenfalls muss in Bayern nun auch im Fernverkehr eine FFP2-Maske getragen werden. Die darf dann aber, sobald der Zug die Grenze zu Thüringen überfahren hat, gegen eine normale medizinische Maske getauscht werden. Im Nahverkehr in Thüringen muss man nur einen geeigneten Mund-Nasen-Schutz tragen, sprich, da geht dann auch wieder eine Stoffmaske.

Irgendwie finde ich das alles reichlich absurd. Maskenpflicht hin oder her, aber solche Vorschriften tragen dazu bei, dass die Leute das Ganze nicht ernst nehmen und als Bevormundung bzw. Humbug sehen. Bei solchen Absurditäten braucht sich bitte kein Politiker beschweren, dass Menschen zu Querdenkern werden. Die Herren da oben fahren ja auch nicht mit der Bahn, sondern mit ihren Dienstwägen oder Privatfliegern, ansonsten kämen die nie auf solche Ideen. Ich würde gern jeden Politiker mal dazu einladen, sich sechseinhalb Stunden lang mit einer FFP2-Maske in die Bahn zu setzen, beziehungsweise am Bahnhof von Zug zu Zug zu hetzen. Mir war jedenfalls vor lauter Sauerstoffmangel richtig schwummrig und den Rest des Tages kribbelte mir die Nase, von dem Ausschlag im Gesicht rede ich gar nicht mal.

Das bringt mich zu einer weiteren Frage, die ich mir schon seit einiger Zeit stelle: Prüft eigentlich irgendjemand diese billigen chinesischen Masken, die unsere Regierung da eingekauft hat und nun verteilen lässt, regelmäßig auf Schadstoffe? Gibt es dazu Gutachten, was da alles drin ist und was wir da eigentlich täglich einatmen? Für alles gibt es Zertifikate und Grenzwerte. Soweit ich weiß, werden die Masken nur auf ihre Tauglichkeit und den Sitz geprüft, was alles in dem Stoff steckt und ob das auf Dauer alles so unbedenklich ist, das wage ich zu bezweifeln. Zumindest nicht bei den Masken aus China. Bei der Deutschen Welle bin ich auf einen Artikel gestoßen, der sich mit dem Thema näher befasst. Aber die Aussagen sind mir am Ende dann doch zu schwammig.

Deshalb gehen wir auf Nummer sicher und benutzen ausschließlich Produkte »Made in Germany«. Damit tun wir auch noch was für die heimische Wirtschaft, außerdem stinken die Masken auch nicht so.

Noch ein Fakt am Rande. Noch vor einem Jahr stand in den Anweisungen zur Arbeitssicherheit über FFP2-Masken, dass diese nicht von Kindern, Senioren und Menschen mit Lungenproblemen getragen werden dürfen. Man benötigte sogar ein pneumologisches Gutachten, dass man in der Lage ist, so eine Maske überhaupt zu tragen. Kurz nach der Einführung der FFP2-Maskenpflicht wurde der entsprechende Satz aus der Anweisung für Arbeitssicherheit gelöscht. Das sind so Sachen, die mir dann doch immer wieder zu denken geben. Jetzt prüft die Regierung auch noch die Herstellung von FFP2-Masken für Kinder. Da bleibt einem doch glatt die Luft weg, auch ohne Maske.

Legionellenprüfung ad absurdum geführt

Trinkwasserhygiene ist eines der wichtigsten Themen in der Baubranche. Die Vorschriften, Regeln und Gesetze füllen ganze Bücherregale. Ein Grund sind Legionellen, das sind Bakterien, die sich in stehenden lauwarmen Wasser sehr gut vermehren, zum Beispiel in Rohrleitungen, in denen das Wasser nicht regelmäßig zirkuliert. Wenn das Wasser beim Duschen beispielsweise verwirbelt wird und die Legionellen an Aerosole gebunden werden, können sie vom Menschen eingeatmet werden und dessen Lunge befallen. Die Krankheitssymptome ähneln einer schweren Grippe und im schlimmsten Fall bekommt derjenige dann die Legionärskrankheit, die sich in einer akuten Lungenentzündung äußert, die unbehandelt zum Tod führt oder bei der selbst nach erfolgreicher Behandlung mit Antibiotika, Schäden im Lungengewebe zurückbleiben können. In Deutschland gibt es jedes Jahr bis zu 30.000 Erkrankungen, die Dunkelziffer wird aber viel höher liegen, weil nicht bei jeder Lungenentzündung nach Legionellen untersucht wird.

Es gibt also auch noch Lungenkrankheiten neben dem Corona-Virus. Ich sage das nur, weil viele Leute das in den vergangenen eineinhalb Jahren offensichtlich vergessen haben. Die Coronakrise hat das Problem verschlimmert. Weil Schulen, Hotels und Ferienwohnungen lange Zeit leer standen und damit auch das Wasser in den Rohren, konnten sich dort womöglich Legionellen stark vermehren, wenn in der Zwischenzeit nicht regelmäßig gespült wurde. Ich bin mir nicht sicher, ob vor allem in den Schulen und Kitas die Hausmeister jeden Tag durchs Haus gegangen sind und die Wasserhähne überall aufgedreht haben. Ebenso sieht es in den Ferienwohnungen aus. Bei Hotels könnte es anders sein, die werden vom Gesundheitsamt strenger überwacht und müssen meistens einen Spülplan vorlegen. Die Frage ist natürlich, ob sich jeder daran gehalten hat, denn der Wasserverbrauch ist enorm und wenn kein Geld hereinkommt … Ich denke das jetzt mal nicht zu Ende.

Auch Vermieter und Verwalter von Mehrfamilienhäusern müssen die Trinkwasseranlagen alle drei Jahre auf Legionellen prüfen. Bei uns in Wohnanlage steht der Termin zur Prüfung Anfang Juli wieder ins Haus. Normalerweise kommt da jemand und entnimmt in den Wohnungen in den obersten Stockwerken der vier Häuser Wasserproben. Jetzt las ich doch auf dem Zettel der Hausverwaltung, das seit neuestem Wohnungen, die leer stehen oder die als Ferienwohnungen genutzt werden (das sind in unserer Gegend nicht wenige) aus der Prüfung herausfallen. Dort darf nicht getestet werden. Das heißt, man wird in unserer Wohnung die Wasserproben entnehmen, da über uns eine Ferienwohnung ist.

Es kann also gut sein, dass das Trinkwasser in der Wohnung über uns verseucht ist, weil die Leute nur sehr selten da sind. Es bekommt aber keiner mit, weil nicht hingeschaut wird. Wie jetzt? Da, wo sich potentiell Legionellen angesammelt haben könnten, schaut man einfach nicht hin? Was macht dann diese Legionellenprüfung überhaupt noch für einen Sinn? In dem man die Wohnungen herausnimmt, in denen nicht so oft jemand da ist, und das Wasser Wochenlang (in Zeiten von Corona Monatelang) in den Leitungen steht, will man offensichtlich nicht riskieren, das dort eventuell etwas gefunden wird. Ganz ehrlich, dann kann man das Prozedere auch gleich ganz sein lassen. Das haben sich bestimmt irgendwelche Wohnungsgenossenschaften und Hausverwaltungen ausgedacht und sind damit vor Gericht gezogen und haben Recht bekommen. Nur damit sie die Kosten nicht tragen müssen, wenn tatsächlich Legionellen gefunden werden. Dann muss nämlich die komplette Anlage aufwendig gespült werden und das kann sehr teuer werden.

Kurioses und Seltsames aus der Woche

Heutzutage gibt es Meldungen in den Nachrichten, die man früher nicht mal als Aprilscherz geglaubt hätte, die aber offensichtlich wahr sind.

Da las ich doch diese Woche, dass man das Oktoberfest nach Dubai verlegen will. Es soll am Rande der Expo stattfinden. Dubai? Echt jetzt? Wissen die Scheichs eigentlich genau, um was es beim Oktoberfest eigentlich geht? Richtig, ums Saufen. Soviel ich weiß, herrscht in den arabischen Staaten ein striktes Alkoholverbot, zumindest in der Öffentlichkeit. Da frage ich mich, was die bei dem Oktoberfest ausschenken wollen: alkoholfreies Bier? Die Leute haben schon seltsame Ideen.

Auf seltsame Ideen ist man auch bei Vodafone gekommen. Da klingelt es doch gestern bei uns an der Tür. Ich dachte, es ist mein Mann, der noch was vergessen hat, und betätige den Türöffner. Als ich rausschaue, steht da ein Typ mit roter Vodafone-Jacke im Treppenhaus. Die Maske (immerhin eine ffp2) hing an seinem Ohr. Der wollte mich doch tatsächlich vollquatschen. Noch bevor er was sagen konnte, habe ich ihm zu verstehen gegeben, dass er sich »schleichen« kann und wir bestens mit Internet und Co versorgt sind. Dabei war ich sogar noch freundlich. Er meinte: Ich wüsste doch noch gar nicht, was er von mir wolle und er wollte mir das erklären. Da bin ich tatsächlich laut geworden und hab ihn gebeten zu gehen und die Tür zugeschmissen. Heute hat er schon wieder geklingelt. Dieses Mal hab ich gar nicht erst aufgemacht. Ja, geht’s noch! Ich kann doch nicht mitten im Lockdown, Vertreter von Haustür zu Haustür schicken. Selbst bei berechtigtem Interesse. Wenn es wirklich was Wichtiges sein sollte, kontaktiert man die Hausverwaltung und die macht einen Aushang, aber man schickt doch nicht einfach die Leute so rum.

Umweltsünden im Büro

Wir haben einen neuen Leitz-Heftklammerer im Büro. Ich war ganz erstaunt, als mir mein Kollege unlängst vorführte, dass man unterschiedliche dicke Stapel Papier damit heften kann. Einfach die Kassetten mit den Heftklammern wechseln und schon gehts los. Heute war eine der Kassetten leer und ich fragte ihn, wo denn die Heftklammern wären, mit denen man das Ding wieder befüllt. Er sah mich an und meinte, die wird nicht nachgefüllt, die leere Kassette schmeißt man weg.

Ich konnte das nicht glauben, nein, ich wollte es nicht glauben. Das Ding musste doch zum Nachfüllen sein. Niemand konstruiert so etwas Verschwenderisches. Mit irgendeinem Trick musste man das doch öffnen können. Zumindest hab ich es nach einigen Minuten geschafft die Kassette mit einem Schraubenzieher zu öffnen. Aber es war schon schwierig und ging nicht ohne Kratzer ab. Aber als ich dann im Netz nach den passenden Heftklammern gesucht habe … nichts … nothing. Leitz bietet diese Heftklammern nur in den Kassetten an und die haben ihren Preis. 10-15 Euro für 5x 210 Heftklammern. Ein Karton mit 1000 normalen Heftklammern kostet 51 Cents!

Für mich ist das eine absolute Umweltsünde. Das geht eigentlich gar nicht. So praktisch die Kassetten sind, so belastend sind sie für die Umwelt. Ich hab daheim einen großen Heftklammerer, den ich mal bei Pearl gekauft habe, dazu gibt es drei unterschiedliche große Heftklammern. Die kauft man zu 5000 Stück im Karton und füllt sie einfach nach – Gänzlich ohne Plastikmüll und ohne Geldschneiderei.

Zwischen Auto und Fortschrittsangst

Wir Deutschen galten lange Zeit als große Erfinder. Egal um welche Technologie es ging, wir waren mit dabei, wenn auch manchmal nicht ganz vorn. Irgendwann in den letzten 50 Jahren kehrte sich die Medaille um. Heute stehen wir uns selbst im Weg, wenn es darum geht, innovative Ideen zu entwickeln und sie flächendeckend umzusetzen.

Ein Beispiel aus der vergangenen Woche. Da las ich doch, dass die oberfränkische Stadt Kulmbach ihre öffentlichen Tiefgaragen für Elektro- und Hybridfahrzeuge gesperrt hat. Wer also in Kulmbach sein E-Auto parken will, muss das unter freiem Himmel tun. Was war passiert?

Im vergangenen Jahr brannte in der städtischen Tiefgarage von Kulmbach ein Auto. Der Schaden an dem Gebäude war so groß, das es fünf Monate lang aufwendig saniert werden musste. Jetzt wurde es wiedereröffnet und die Stadt beschloss kurzerhand, ab sofort keine E-Autos und Hybridfahrzeuge mehr in der Tiefgarage parken zu lassen. Und das obwohl es dort sogar zwei Ladestationen gibt. Nun könnte man meinen, dass da ein E-Auto gebrannt habe und die Stadt viel Geld in die Sanierung der Tiefgarage stecken musste. Aber nein, es war ein alter Benziner (Golf IV) gewesen und die Versicherung des Autobesitzers hat die sechsstellige Summe für die Wiederherstellung der Tiefgarage voll bezahlt. Wo also liegt das Problem?

E-Autos haben große Akkus, die, wenn sie zu brennen anfangen, sehr viel Ruß erzeugen, der giftige Metalloxide enthält. Außerdem lassen sich die Akkus schwieriger löschen, man benötigt mehr Wasser und es kann zu einer thermischen Kettenreaktion der Batteriezellen kommen. Zum Abtransport müssen deshalb E-Autos, die gebrannt haben, in einen Stahlcontainer mit Wasser getaucht werden, um ein Wiederentflammen des Akkus zu vermeiden. Die Feuerwehren wurden Deutschlandweit längst über die Besonderheiten von brennenden Fahrzeugen mit Akkus geschult. Es gibt Vorschriften und explizite Anweisungen, wie man beim Brand eines E-Autos oder Hydrids vorgehen muss.

Die Ausreden, welche die Beamten der Stadt Kulmbach vorbringen, haben damit gar nichts zu tun. Sie behaupten, das E-Autos häufiger brennen würden und man sie wegen den baulichen Gegebenheiten nicht aus der Tiefgarage herausschleppen kann. Laut Statistik brennen in Deutschland jedes Jahr 17.000 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, meist geraten sie beim Fahren in Brand. Höchst selten wenn sie stehen (außer sie werden angezündet.) Statistisch gesehen brennen E-Autos nicht häufiger als Benziner und Diesel, im Gegenteil. Es wird davon ausgegangen, dass sich elektrisch betriebenen Fahrzeuge seltener selbst entzünden können. Es hängt vor allem am Alter der Fahrzeuge ab, denn alte Autos brennen häufiger als neue.

Aber deshalb vorzuschreiben, dass E-Autos und Hybride nicht mehr in Tiefgaragen parken dürfen … Wenn das Schule macht, und es sieht so aus, dass weitere Städte nachziehen werden, bedeutet dies das Ende der E-Mobilität. Man könnte meinen, irgendeine Lobby wolle elektrisch betriebene Fahrzeuge verhindern, aber es sind meist die kleinen verbissenen Beamten, die jegliche Neuerung ablehnen, nur weil sie neu ist oder weil man es noch nie etwas anders gemacht habe. Ich erlebe das in letzter Zeit häufig in Gesprächen mit Behörden, Hausverwaltungen und Netzunternehmen, wenn es um Anträge für Ladestationen geht. Die tun sich mit dem Thema unheimlich schwer, als müsste das unbedingt verhindert werden.

Tatsächlich wird es niemand verhindern können, auch wenn die meisten noch nicht daran glauben. Erste Städte und Länder haben Fahrverbote für Autos mit Verbrennern ausgerufen. Ford hat bereits angekündigt ab 2030 in Europa keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zu bauen. Andere werden nachziehen oder nachziehen müssen, wenn 2025 die Abgasnorm Euro 7 so kommt, wie sie in der jetzigen Form ausgearbeitet wurde. Denn dann dürfte es schwierig werden Benziner und Diesel überhaupt zuzulassen. Problem sind dabei nicht unbedingt die Grenzwerte, sondern die Testbedingungen u. a. der Fahrzyklus für den Test, der auf fünf Kilometer Fahrstrecke (nicht am Prüfstand) verringert wird. In der kurzen Zeit erreichen Kat und Filter nie ihre volle Wirkung, wodurch die Abgaswerte nicht erreicht werden können. Es ist davon auszugehen, das spätestens 2025 auch die anderen Autohersteller nachziehen und auf E-Mobilität setzen, denn die konzentrieren ihre Investitionen sicher nicht in mehrere Technologien (aktuell wären es sechs verschiedenen Antriebstechnologien). Das können sie sich gar nicht leisten.

Fest steht, das hier mal wieder mit fadenscheinigen Gründen eine neue Technologie zugunsten einer altbewährten aber klimaschädlichen verhindert werden soll.

Übrigens, seit 2014 wird in den Klimaanlagen der meisten Autos das angeblich so umweltfreundliche Kältemittel R1234yf verwendet. Dieses bildet, wenn es sich entzündet, hochgiftige und ätzenden Flusssäure. Anstatt Klimaanlagen zu verbauen, die mit Kohlendioxid als Kältemittel arbeiten, ging man den für die Autokonzerne billigeren Weg. Klimaanlagen mit CO2 sind teuerer in der Herstellung, weil es einen generellen Umbau der Anlagen bedeutet hätte. Wo wir wieder beim Geld sind.

Bürokratiemonster

In einem kann uns Deutsche eigentlich kaum einer schlagen – in Bürokratie spielen wir an der Weltspitze mit.

Das habe ich dieser Tage wieder live miterleben dürfen. Um die staatliche Prämie für unser Elektroauto zu bekommen, muss man bei der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) einen Antrag stellen. Mein Mann quälte sich zwei Stunden lang durch viele Formulare. Am Ende hatte er einen kleinen Stapel Papier erzeugt. Für seine Steuererklärung 2020 brauchte er gestern knapp eine Stunde. Mir graut schon davor, die KfW-Förderung für die Wallbox zu beantragen. Die Leistungserhöhung für unseren Stromanschluss bei den Gemeindewerken hat mich schon vier Seiten Formular gekostet. Da ich diese Formulare auf Arbeit aber häufiger ausfülle, weiß ich inzwischen, was ich wo eintragen muss.

Vergangene Woche kämpfte ich mit der Bürokratie zum Corona-Impfprozedere für meine Eltern. Die sind nächste Woche mit der ersten Impfung dran und ich musste für jeden fünf Formulare ausfüllen. Zum Glück konnte ich sie online anmelden, auch wenn das etwas knifflig war, weil man keine zwei Personen gleichzeitig anmelden kann. Problem: man kann sich die Termine nicht aussuchen, sondern muss nehmen, was einem vorgeschlagen wird. Beim ersten Versuch hatte ich Termine an zwei verschiedenen Tagen. Das war natürlich blöd. Ich habe dann einen der beiden nochmal angemeldet und gehofft, dass ich einen Termin am selben Tag vorgeschlagen bekomme. Das hat auch geklappt. Für jede Anmeldung bekommt man eine E-Mail, die man bestätigen muss. Ich habe die nicht genutzte Anmelde-E-Mail eben nicht bestätigt, damit wurde der Termin wieder freigegeben. Ich frage mich, wie soll das ein über Achtzigjähriger hinbekommen. Das ist alles viel zu kompliziert, vor allem wenn ich mir die Papiere dazu ansehe … kein Wunder das wir so lange brauchen, bis wir die Leute geimpft haben.

Wir Deutschen brauchen eben für alles eine einhundertprozentige Lösung, weniger geht bei uns nicht. Einfach mal etwas über den kurzen Dienstweg lösen, ist für die Bürokraten in den Ämtern anscheinend unmöglich. Flexibilität scheint da ein absolutes Fremdwort zu sein.

Angriffe aus dem Nichts

Als ich zwei Tage vor Weihnachten morgens die Tageszeitung aus dem Briefkasten meiner Eltern fischte, wunderte ich mich. Die Zeitung war ausgesprochen dünn, die Bildqualität mies und überall verliefen kleine graue Linien über Texte und Bilder.
»Die Zeitung wird auch immer dünner«, sagte ich, als ich sie meinem Vater hinlegte. »Die sind wohl schon im Weihnachtsurlaub oder in Quarantäne.«
Tatsächlich hatte die Zeitung nur acht Seiten und war eine Notausgabe, wie ich später erfahren sollte. Was war passiert?

Die OTZ gehört zur Funke-Mediengruppe und die wurde vor Weihnachten Opfer eines Hackerangriffs. Was genau passiert ist, weiß ich nicht, aber es hat bis heute Auswirkungen auf die Publikationen. Nach wie vor erscheint die Zeitung nur als Notausgabe ohne ausführlichen Lokalteil. (Dafür ist das E-Paper auf der Internetseite zur Zeit kostenlos.) Offensichtlich wurden die Datenleitungen und die Plattenbelichter für die Druckmaschinen in Mitleidenschaft gezogen. Es ist schon erschreckend, welchen Schaden so ein Angriff anrichten kann und wie viele, vor allem Behörden, die Gefahren immer noch unterschätzen.

Denn ein weiterer Hackerangriff traf am 30. Dezember das Impfportal zur Corona-Impfung in Thüringen. Da brachen am ersten Tag durch eine gezielte Attacke die Server zusammen und die Leute, die sich angemeldet haben, bekamen keine Bestätigungen für ihre Termine. Da frage ich mich doch: warum schützt man solche sensiblen Seiten nicht besser? Bei den ganzen Impfgegnern da draußen muss doch klar sein, dass die gerade solche Seiten attackieren. Genau diese Impfgegner sind wahrscheinlich auch Schuld daran, dass in Thüringen die Standorte der Impfzentren geheim gehalten werden. Sofern überhaupt schon welche existieren. Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt gibt es noch keines. Das habe ich festgestellt, als ich meine Eltern am Freitag zum Impfen anmelden wollte. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Hygiene an der Autobahn

Wegen der Pandemie war ich in diesem Jahr deutlich weniger mit dem Zug unterwegs, dafür sind wir öfters mit dem Auto gefahren, zwei Mal in Zeiten eines Lockdowns bzw. Teil-Lockdowns. Bevor jemand fragt: Ja, das musste sein. Ich muss mich hin und wieder um meine hochbetagten Eltern kümmern, da es sonst niemand tut. Und ich wohne leider nicht um die Ecke, sondern 450 Kilometer entfernt.

Wir waren also mit dem Auto längere Zeit auf der Autobahn unterwegs. Früher hielten wir immer an Raststätten, wenn wir auf die Toilette mussten, oder bei diversen FastFood-Restaurants in den Autohöfen. Das war im Frühjahr und ist aktuell nicht möglich, weil viele der Raststätten geschlossen sind und die FastFood-Ketten nur den DriveIn geöffnet haben. Wenn man ein menschliches Bedürfnis hat, ist man jetzt gezwungen, die Klohäuschen auf den Parkplätzen zu nutzen. Seit der Einführung von SaniFair war ich nicht wieder auf einer solchen Toilette. Jetzt musste es sein und ich kann nur sagen, ich habe die WCs aus gutem Grund gemieden.

Da liest man überall von Hygienekonzepten, Maskenpflicht, Händewaschen, Abstand halten. Für die normalen Parkplätzen an der Autobahn scheint das nicht zu gelten. Keine Schilder, dass man eine Maske tragen soll. (Die trägt man übrigens freiwillig, wenn man ein solches WC betritt.) Sich gründlich die Hände zu waschen … Pustekuchen! Wenn man Glück hat, gibt es kaltes Wasser aber keine Seife. Die Toiletten sind schmutzig, die Türen lassen sich nur bedingt verriegeln und wenn auf der Autobahn viel los ist, sind die Parkplätze überfüllt, meist mit LKW-Fahrern oder Großfamilien, die da ihre Brotzeit machen. Da heißt es anstehen, während die Leute ohne Maske um einen herumstehen und rauchen oder essen.

Es gibt übrigens tatsächlich noch Parkplätze ohne WC. Für Männer ist das kein Problem, die pinkeln an den nächsten Baum, aber sich als Frau in die Büsche schlagen, wie früher zu DDR-Zeiten geht nicht, weil alles eingezäunt ist. Oftmals sieht man aber auch an den Parkplätzen mit WC Trampelpfade, die in die angrenzenden Wälder und Wiesen führen. Jetzt darf sich jeder ausmalen, wie verseucht der Boden in der Nähe eines solchen Parkplatzes ist. Es gibt also noch mehr Leute, die die öffentlichen Toiletten meiden, weil man sich da sonst was holen kann.

Ich fasse mal zusammen: Raststätten mit vernünftigen Toiletten, die sauber sind, auf denen man sich die Hände waschen kann und deren Zugang kontrolliert werden kann, wurden dicht gemacht. Dafür drängeln sich die Leute jetzt auf den Parkplätzen in gammligen WCs, die nur selten gereinigt werden, in denen es keine Seife gibt und bei denen keiner kontrolliert, ob man eine Maske auf hat und die Abstände einhält. Da frage ich mich doch, wo man sich eher ansteckt?

Solche blödsinnigen »Maßnahmen« sind es, die mich aufregen. Das ist wie mit den Gaststätten. Man zwingt die die Leute regelrecht in die Illegalität und verschlimmert das Problem dadurch nur. Ich denke dabei nichtmal an die Leute, die nur zum Spaß durch die Gegend fahren und lieber daheim bleiben sollten, sondern an die vielen LKW-Fahrer, die dort halten müssen. Die können oftmals gar nicht anders. Dabei dürfen die seit neuestem nicht mal mehr in ihren Fahrerkabinen übernachten. Wo sollen die hin? Wir haben nur wenige Hotels an den Autobahnen gesehen, die geöffnet hatten.