Christinas Multiversum

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Archiv der Kategorie ‘Aufreger der Woche’



Tschüss BahnCard 50!

Ich habe es getan. Nach reiflicher Überlegung habe ich diese Woche mein BahnCard 50-Abo gekündigt, nach fast zwanzig Jahren. Wieso?

Es bedeutet nicht, dass ich nicht mehr mit der Bahn fahren werde. So viel wie noch vor zwei Jahren bin ich nicht mehr unterwegs. Die 255 Euro für eine BahnCard 50 wären in meinem Fall rausgeworfenes Geld. Ich werde mich aber weiterhin möglichst ohne Auto durch die Republik bewegen. Grundlage für meine Entscheidung ist nicht nur der Wegfall der ICE-Strecke über Saalfeld. Hauptknackpunkt ist die Umwandlung des Normalpreis zum Flexpreis vor eineinhalb Jahren. Damit hat sich die Bahn einen Bärendienst erwiesen. Denn die angepriesene Flexibilität ist nur vorgetäuscht. Man kann zwar jeden Zug an einem Tag nehmen, aber eben nur an dem Tag für den das Ticket gültig ist. Kommt irgendetwas dazwischen und man muss seine Fahrt verschieben, ist es aus mit der Flexibilität. Ich habe früher immer Normaltickets gekauft, weil wenn ich mal nicht an dem Tag fahren konnte, ich eben einen oder zwei Tage später gefahren bin, manchmal auch eine Woche später. Es gab mir die Sicherheit, immer eine gültige Fahrkarte in der Tasche zu haben.

Doch das ist seit Dezember 2017 vorbei. Selbst mit dem Flexpreis bin ich an einen Tag gebunden und damit an die Züge, die an dem Tag fahren. Außerdem wurde der Preis nochmal um fast fünf Prozent erhöht. Ich zahle also mehr für weniger Service. Da die Verbindungen durch den Wegfall des ICE-Haltes auf meiner bevorzugten Strecke ohnehin nur noch eingeschränkt sind, bin ich sowieso an bestimmte Züge gebunden. Ich muss also genau diese Verbindungen buchen oder keine. Da kann ich auch gleich die Sparangebote nutzen, die meist um mehr als die Hälfte günstiger sind, mit einer BahnCard noch einmal ein paar Euro mehr. Für die vergünstigte Nutzung der Sparangebote reicht auch eine BahnCard 25, die in der Anschaffung mit 62 Euro deutlich weniger kostet, als die BahnCard 50 mit 255 Euro.

Das heißt, ich werde mir im August eine BahnCard 25 zulegen und ab jetzt nur noch mittels Sparangebote reisen, so wie ich das im vergangenen halben Jahr ohnehin schon gemacht habe.

Liebe Verantwortlichen bei der Deutsche Bahn, ich kann nur sagen, dass die Einführung des Flexpreis kein cleverer Schachzug von euch war. Ich möchte nicht wissen, wie viele BahnCard-Besitzer inzwischen ebenfalls darauf kommen sind, dass der Flexpreis reine Makulatur ist. Er dient dazu, die Leute zu verwirren, die sich in dem inzwischen höchst undurchsichtigen Tarifsystem nicht mehr auskennen. Denn merke! Auch Sparpreis ist nicht gleich Sparpreis. Es kommt nicht nur auf die Tageszeit an, an der man fahren möchte. Mal ist es günstiger die Fahrkarte mit der Smartphone-App zu buchen und mal mit dem Computer. Und wenn man zu zweit fahren will, ist es immer günstiger getrennt zu buchen. Solche Intransparenz sollte nicht sein.

Da hilft auch die durchaus witzige Werbung nicht.

Ärger mit mit Hermes

Hermes heißen nicht nur der griechische Götterbote und der Kater bei PERRY RHDOAN NEO, nein, Hermes ist den meisten als Lieferdienst bekannt. Um den gehts in meinem Blog heute.

Ich kann nicht sagen, dass ich in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen mit dem Paketservice gemacht habe. Unzuverlässig und zu spät, oft wird gar nicht geklingelt und gleich ein Zettel eingeworfen, obwohl man daheim ist. Mehrfach sind ganze Lieferungen verschwunden. Einmal hat mein Mann den Hermesboten sogar angehalten und die Herausgabe unserer Lieferung gefordert. Jedes Mal wenn ich sehe, dass eine Lieferung mit Hermes angekündigt ist, bange ich darum, ob sie überhaupt ankommt.

Man kann den Angestellten nicht mal einen Vorwurf machen. Hermesboten sind meist arme Schlucker aus Südosteuropa, mit verbeulten Autos, die kaum der deutschen Sprache mächtig sind. Sie arbeiten in einem schlecht bezahlten Job, den die meisten Deutschen nicht machen würden.

Service wird bei Hermes kleingeschrieben. Das habe ich diese Woche wieder hinlänglich erleben dürfen. Mir wurde eine Lieferung mit Hermes angekündigt. Eine wichtige Lieferung, die dringend war und die relativ zeitnah ankommen sollte. Sie wurde am Freitag vor acht Tagen aufgeben. Der Versender hatte mir noch die Paketnummer gegeben, damit ich die Lieferung verfolgen konnte. Am Montag erhielt ich die Mitteilung, mein Paket sollte am Dienstag zwischen 13 und 17 Uhr zugestellt werden. Zu dieser Zeit würde ich aber noch auf Arbeit sein und nicht zu Hause. Wegen meiner guten Erfahrungen mit DPD, wollte ich den Service auch bei Hermes testen, das Paket in die hiesige Filiale umzuleiten. Bei DPD klappt das richtig gut. Wenn man bei denen noch die Handynummer hinterlässt, bekommt man auch eine SMS, wenn das Paket in der Filiale angekommen ist.

Am Dienstag Mittag schaute ich auf der Internetseite von Hermes nach und tatsächlich, stand dort, mein Paket wäre in der Filiale abgegeben worden. Ich stiefelte also nach der Arbeit in der größten Nachmittagshitze in den hiesigen Zooladen, um mein Paket zu holen. (Der folgende Dialog ist aus meinen Gedächtnis rekonstruiert, hat sich aber so oder so ähnlich abgespielt.)
Der Herr hinter dem Ladentisch schaute nach und kam Schulterzuckend zurück. »Naa, ist noch nicht da!«, erklärte er mir.
»Wie? Aber im Internet steht doch, dass das Paket in der Filiale wäre?«
»Haben Sie es denn hierher liefern lassen?«
»Ja, ich habe es umgeleitet, weil ich nicht zu Hause war.«
»Ach so, dann kommt es erst morgen.«
»Wieso morgen? In der Paketverfolgung im Internet steht doch, dass es schon da ist.«
»Ach, das steht da immer. Aber da es nicht direkt an den Paketshop adressiert war, kommt es einen Tag später. Erfahrungssache!«
Mir blieb kurzzeitig die Luft weg. Ich war schlichtweg fassungslos. »Aber ich habe das doch schon gestern Mittag gemeldet, da hätte der Fahrer das heute wissen müssen und es hier abgeben können.«
»Für den Shop ist ein anderer Fahrer zuständig.«
»Wie! Die Paketshops werden von einem anderen Boten beliefert, als die Haushalte?«
»Ja! Der Bote, der für sie zuständig ist, hat das Paket heute erst ins Depot zurückgebracht und dort wurde es dem Boten für den Shop ins Auto geladen. Deshalb haben Sie auch schon die Bestätigung bekommen.«
»Aber … das Paket ist jetzt im Auto des Paketboten und nicht im Shop. Wie können die dann schreiben …« Ich spürte, wie sich mein Ärger verdichtete.
»Machen Sie sich keinen Kopf«, versuchte er mich zu beruhigen, »Morgen können Sie es ja dann holen.«
»Morgen ist Mittwoch«, erinnerte ich ihn. »Mittwochnachmittag haben Sie geschlossen.« (Wie übrigens fast alle anderen Läden im Ort auch.)
»Dann kommen Sie halt am Vormittag.«
»ICH MUSS ARBEITEN, schon vergessen?« Inzwischen war ich auf hundertachtzig.
»Dann eben am Donnerstag.«
»Aber die Lieferung ist wichtig. Ich benötige sie zeitnah«, argumentierte ich, wusste aber in dem Moment schon, dass ich verloren hatte.
Der Inhaber des PaketShop antwortet darauf mit einem schlichten Schulterzucken.
Ich weiß nicht, was mich in dem Moment mehr aufgeregt hat: die Tatsache, dass ich mein Paket nicht erhalten würde oder die Abgeklärtheit des Ladenbesitzers. Ich schüttelte mit dem Kopf. Ungläubig, über die Szene, die ich da gerade miterlebte. Letztendlich tat ich das einzig Vernünftige in diesem Moment und ging, bevor ich noch jemandem an die Gurgel springen würde.

Am nächsten Tag stellte ich meiner Kollegin eine Vollmacht für das Paket aus. Sie musste Mittags mit dem Auto ohnehin in den Ort, um etwas abzugeben und holte das Paket für mich ab. Sonst hätte es noch einen weiteren Tag sinnlos herumgelegen. Zumindest nahm es der Inhaber des Paketshops ganz genau. Sie musste ihren Ausweis vorzeigen, obwohl sie sich schon lange persönlich kennen.

Die Quintessenz der Geschichte ist, dass ich auch in Zukunft möglichst vermeiden werde, mich mit Hermes beliefern zu lassen. Zumindest so weit ich das beeinflussen kann.

Lärmgeplagte Schildbürger

Eine benachbarte Gemeinde hat eine neue Lärmschutzverordnung beschlossen. Darin steht tatsächlich, dass Fußballspielen auf dem gemeindeeigenen Sportplatz nur noch für zweieinhalb Stunden am Tag erlaubt ist. So, so! Das heißt bei zwei Spielen am Tag dauert das erste Spiel wie gewohnt 90 Minuten. Die zweite Mannschaft, darf aber nur noch 60 Minuten Fußball spielen. Echt jetzt!

Es kommt aber noch absurder. Die Musik zum Einlauf und zur Aufstellung darf nicht mehr 90 Sekunden dauern, sondern nur noch 60 Sekunden. Da müssen die Sportler eben schneller machen und auch der Stadionsprecher muss sich beeilen.

Ich frage mich, was in den Leuten vorgeht, die solche Entscheidungen treffen, oder auch nur solche Vorschläge einreichen. Ein Fußballplatz ist ein Fußballplatz und da wird Ball gespielt und das ist mit einer bestimmten Geräuschkulisse verbunden. Es ist ja nicht so, als ob der Platz neu angelegt wurde, oder die Häuser neu gebaut wurden. Der Platz ist dort schon seit Jahrzehnten und auch die Häuser stehen da schon lange. Früher hat das keinen gestört. Wieso kommt plötzlich einer auf die Idee, dass die Anwohner vor dem Lärm geschützt werden müssen?

Uns scheint es tatsächlich zu gut zu gehen, wenn wir keine anderen Probleme haben, als Lärmschutz für einen Fußballplatz zu fordern. Was kommt als nächstes: Lärmschutz für die Stadien der Bundesliga?. Dürfen die Reporter dann nur noch im Flüsterton kommentieren? Müssen Sprechchöre in Gehörlosensprache absolviert werden?

Andererseits hat letztens auch eine Mieterin auf Mietminderung geklagt, weil die Nachbarskinder zu laut waren. Wir haben echt ein Problem in Deutschland.

Normen, Vorschriften und Empfehlungen

Weil es gestern auf Arbeit nicht ganz so arg zuging wie in den vergangenen Wochen (es sind noch Osterferien), hatte ich Gelegenheit all die Normen einzuordnen, die in diesem Jahr gekommen waren. Dabei wurde mir mal wieder bewusst, in welch einem Dschungel aus Vorschriften wir leben. Es gibt für beinahe alles ein Norm oder eine entsprechende Anweisung. Allein die VDE-Normen nehmen im Regal sechs breite Ordner ein. Und das sind nur solche, die für das Elektro-Handwerk gelten. Dazu kommen nochmal fünf Ordner für Wasser- und Heizung-Installationstechnik. Ich habe gestern fast zwei Stunden gebraucht, bis ich den Stapel Normen an die richtigen Stellen sortiert hatte.

Später beschäftigte ich mich dann noch mit einem weiteren Normen-Entwurf, der demnächst aktuell wird. Die 2016 erschienene Norm war von Anfang an umstritten. Sie legt nämlich unteranderem fest, dass in Schlafräumen von Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern sowie in Holzbauten Brandschutzschalter eingebaut werden müssen. Diese Brandschutzschalter erkennen Lichtbögen und schalten den Strom ab, bevor es brennen kann. Sie stellen eine Redundanz zu den FI-Schutzschalter dar, die in Deutschland ohnehin Pflicht sind. Wer sich das damals ausgedacht hat, die Hersteller oder ein überfürsorglicher Beamter, sei dahingestellt. In der Theorie klingt das auch richtig und logisch, in der Praxis ist es alles andere als das. Die Schalter erkennen nämlich nicht nur Fehlerlichtbögen, sondern auch solche, die in Föhnen oder anderen elektrischen Geräten entstehen. Da ist dann mal schnell der Strom weg, wenn man den Föhn einschaltet. Die Hersteller wissen um das Problem, schaffen es aber nicht, es abzustellen.

Nun haben nicht nur die Innungen der Elektroinstallateure, sondern vor allem die Vereinigungen der Architekten und die Hersteller von Fertighäusern ein Problem mit den Brandschutzschaltern. Fertighäuser sind im meisten Fall Holzbauten und somit sind dort laut Norm Brandschutzschalter Pflicht. Das macht das Ganze aber teuer, denn so ein Brandschutzschalter kostet seine 300 Euro und man braucht für jeden Stromkreis einen. Gehen wir davon aus, dass die Verkabelung ordnungsgemäß verlegt wurde, sollte ein FI-Schutzschalter im Grunde reichen, ein zusätzlicher Brandschutzschalter verursacht im jetzigen Stadium mehr Ärger, als er nützt. Was tut man da? Der Normen-Ausschuss hat darauf reagiert und die Norm abgeändert. Im neuen Normen-Entwurf sind Brandschutzschalter nur noch eine Empfehlung und keine Pflicht mehr. Das wird von den Fertighaus-Herstellern euphorisch gefeiert.

Man sieht, das Normen im Bau oft ihren Sinn erfüllen, manchmal aber nicht wirklich praxistauglich sind, in den meisten Fällen aber vor allem das Bauen verteuern. Das ist übrigens auch ein Grund für die steigenden Miet- und Immobilienpreise (nicht der Hauptgrund, aber einer der Gründe). Ein Luxusbau und ein Sozialbau unterscheiden sich nicht mehr sehr voneinander. Die Vorschriften nach denen gebaut wird, sind die gleichen. Die 2006 eingeführte Energieeinsparverordnung (ENEV) die erstmalig 2002 in Kraft trat und die jährlich verschärft wird, hat zur Folge, das Neubauten zwar besser gedämmt sind, dafür aber zusätzliche Aktionen notwendig sind, um den Bau zu belüften. Außerdem hat sie die Baukosten enorm in die Höhe getrieben.

Wieviel CO2 spart man durch ein gut gedämmtes Haus ein? Steht dies im Verhältnis zum Aufwand der Lüftungsanlage, die man braucht, damit es nicht schimmelt? Die Anlage mit ihren Plastikrohren und Lüftungsgeräten (die Strom brauchen) hat doch schon jede Menge CO2 verbraucht, bevor sie überhaupt eingebaut wird. Manche Dinge verstehe ich nicht, ich muss sie zum Glück auch nicht verstehen.

Autowahnsinn

Heute gönnten wir uns eine kleine Auszeit und waren in der Rupertus-Therme in Bad Reichenhall sowie anschließend in Traunstein zum Mittagessen.

Dabei ist uns mal wieder aufgefallen, wie voll die Straßen sind. Selbst an einem Mittwochvormittag kam man mit dem Auto nur schleppend voran. Als wir in Bad Reichenhall aus dem Parkplatz wieder auf die Umgehungsstraße zurückwollten, kamen wir nicht mehr raus. Ein Auto am anderen rollte an uns vorbei. Wir drehten um und machten einen Umweg durch die Stadt, um dahin zu kommen, wo wir hinwollten. In Traunstein dasselbe Szenario. Weil auch noch der Tunnel der Umgehungsstraße wegen Reinigungsarbeiten gesperrt war, zwängte sich alles durch die Innenstadt. Aber auch hier wird an den Straßen gebaut und die fetten Laster kamen kaum aneinander vorbei. Von dem Stau und dem vielen Verkehr auf der A8 gar nicht zu reden. Auffällig die unzähligen LKWs auf den Landstraßen, die sich um die Mautgebühren auf den Autobahnen und Bundesstraßen drücken. Die Ortsumgehung von Waging (nur eine Landstraße) kommt einem inzwischen vor wie eine Autobahn.

Ich bin mir sicher, noch vor zehn Jahren war das mit dem Verkehr nicht so schlimm. Jahr für Jahr fahren mehr Autos auf unseren Straßen und vor allem, sie werden immer größer und breiter. Jeder fährt mit dem Auto, selbst wenn die Wege nur kurz sind. Unsere Nachbarn fahren sogar zum 50 m entfernten Edeka mit dem Auto zum Einkaufen. Unglaublich!

Stoßstange an Stoßstange stehen sogar in einem kleinen Ort wie Waging die Autos an den Straßen. Großstädte wie Berlin und München jammern, weil die Autos zunehmend auf den Gehwegen parken. Parkplätze werden immer knapper und vor allem immer enger für die großen Kisten. Jeder muss unbedingt einen SUV fahren oder bekommt ihn vom Autohändler aufgeschwatzt. Und dann fahren die SUV-Fahrer so rücksichtslos als säßen sie in einem Panzer und nichts und niemand sollte sich ihnen in den Weg stellen. Wir wurde heute mindestens drei Mal von Rasern an unübersichtlichen Stellen überholt, geschnitten und bedrängt. Nur damit die an der nächsten Ampel zwei Autos weiter vorn standen.

Wo bitte soll das hinführen? Werden wir uns in zehn Jahren überhaupt noch fortbewegen können? Oder steht Deutschland dann im Mega-Stau?

Wir wollen am Freitag nach Thüringen fahren. Mit dem Auto! Mir graust es jetzt schon davor. Aber wir müssen endlich die Couch fürs Hobbyzimmer holen, die noch bei meinen Eltern steht. Ich würde lieber den Zug nehmen, auch wenn ich damit eine Stunde länger unterwegs bin.

Die Kaspersky-Verwirrung

Unlängst musste ich den Virenschutz meines PCs verlängern. Seit ein paar Jahren verwende ich die Internet-Security von Kaspersky, nachdem ich Jahre zuvor alle möglichen Anti-Viren-Programme ausprobiert hatte. Bei den meisten litt ich unter Performance-Problemen, sprich der Computer wurde unerträglich langsam, und bei einem fing ich mir sogar einen Virus ein, der den Bootsektor lahmlegte.

Da Kaspersky stabil und problemlos funktioniert, dachte ich auch dieses Jahr es zu verlängern, stellte aber beim automatischen Update fest, dass das Programm auf der Kaspersky-Seite inzwischen fast 40 Euro kostet. Anfangs habe ich dort 19 Euro bezahlt. Zuletzt 25. Ich schaute daraufhin mal bei anderen Anbietern und wunderte mich über eine Vielzahl von Preisen und Versionen. Von 19 Euro, über 25 Euro bis hin zu 29 oder 39. Für mehrere PCs waren oftmals auch mehr als 50 Euro fällig. Wer sich selbst davon ein Bild machen möchte, suche bei dem Onlinehändler mit dem »A« mal nach Kaspersky.

Ich war verwirrt. Welche Version brauche ich eigentlich? Tut die Version von 2017 genauso ihre Dienste wie die von 2019? Läuft die aktuelle Version eigentlich noch unter Windows 7? Fragen, die mir keiner beantworten konnte. Zumindest habe ich auf Anhieb nichts gefunden, was dieses Versionen- und Preis-Chaos irgendwie erklärt hätte. Nach einer Weile hilflosen Herumsuchen entschied ich mich die 40 Euro zu investieren und mir bei Kaspersky selbst, die Software für ein Jahr verlängern zu lassen. Das hat den Vorteil, dass ich das Programm sofort herunterladen und den Verlängerungs-Code am Bildschirm angezeigt bekomme. Ohne das dafür irgendwelche Bäume sterben oder Postboten sich abzuschleppen brauchen. Siehe den Blog-Beitrag hier.

Allerdings frage ich mich, welche Preispolitik dahinter steckt, wenn ich bei einem Anbieter 15 Euro weniger für die gleiche Version bezahle, als beim Hersteller selbst und die dann auch noch kostenlos per Post zugeschickt bekomme.

Die Lüge um die Pillenpause

Es ist unfassbar, was man so erfährt. Da lese ich unlängst in einem seriösen medizinischen Magazin, über die Wahrheit hinter der sogenannten Pillenpause.

Den meisten Leserinnen muss ich wahrscheinlich nicht erklären, was eine Pillenpause ist, aber zumindest für die männlichen Leser will ich kurz etwas dazu sagen. Frau nimmt die Pille 21 Tage lang ein und setzt dann neun Tage aus, bevor ein neuer 21-tägiger Zyklus beginnt. In den neun Tagen kommt es zur normalen Regelblutung.

Ich musste die Pille viele Jahre lang nehmen, wegen meiner Endometriose. Dabei habe ich zeitlebens gedacht, es gäbe einen medizinischen Grund für diese Pillenpause. Vielleicht, damit sich die Gebärmutterschleimhaut erneuert, damit keine Tumore oder so entstehen oder aus anderen lebensnotwendigen Gründen. Denkste!

Die Pillenpause wurde von ihren Erfindern deshalb eingeführt, um das Verhütungsmittel der katholischen Kirche bzw. dem Papst besser »verkaufen« zu können. Quasi, soll damit der natürliche Zyklus der Frau suggeriert werden, der der von der Kirche anerkannten Knaus-Ogino-Rechenmethode ähnelt. Tatsächlich ist die Pause zwischen den Zyklen medizinisch nicht notwendig. Wow!

Im Gegenteil, diese Pause verursacht bei vielen Frauen gesundheitliche Probleme, die sie ohne die Pause nicht hätten. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Das geht von Kopfschmerzen wegen des sinkenden Östrogenspiegels, über Migräne, bis hin zu starken Regelschmerzen und -blutungen. Mir ging es an diesen Tagen meistens ziemlich schlecht, vor allem mit fortschreitendem Alter. Weswegen mir mein Frauenarzt im Endometriosezentrum schließlich eine Pille verordnet hat, die ich im Langzeitzyklus nehmen musste. Bei der ich nur einmal alle drei Monate eine Pause gemacht habe. Schon damals hätte mir eigentlich klar sein müssen, dass das mit der Pillenpause nicht so ganz stimmen kann. Ich sah es jedoch als Behandlungsmethode meiner Endometriose an.

Letztendlich ist es sogar logisch, die Pille ohne Pause einzunehmen. Sie gaukelt schließlich dem Körper durch die Anhebung des Östrogenspiegels eine Schwangerschaft vor. Schwangerschaften dauern bekanntlich neun Monate und wenn man anschließend noch lange genug stillt, bleibt auch der Östrogenspiegel hoch. Das ist ein natürlicher Vorgang.

Das mir die Einahme im Langzeitzyklus letztendlich nicht gegen die aggressive Form der Endometriose geholfen hat, die ich hatte, steht auf einem anderen Blatt. Aber die Tatsache, dass etwas, nur gemacht wurde, um die Akzeptanz eines Produktes zu erhöhen, ist schon stark. Vor allem, dass man es so viele Jahrzehnte lang nicht publik gemacht hat, finde ich nicht in Ordnung. Schließlich konnte man über einen langen Zeitraum genug Erfahrungen zur Langzeiteinnahme sammeln.

Andererseits muss ich hier aber auch bemerken, dass die Pille eine Menge unschöner Nebenwirkungen hat, die auch mich ereilt haben. Meine Blutwerte sind über die vielen Jahre schlechter geworden, vor allem Leber- und Bauchspeicheldrüsenwerte (sie besserten sich nach dem Absetzen innerhalb weniger Monate). Außerdem ist die Pille bei Migräne mit Aura ein enormes Risiko, was vom migralen Schock bis hin zum Schlaganfall führen kann. Und ich bin heute echt froh, dass ich sie nicht mehr nehmen muss. Also man sollte als Frau schon abwägen, ob man sich dies wirklich antun möchte, oder ob es nicht auch andere Wege gibt. Endometriose-Patientinnen bleibt allerdings kaum eine andere Wahl.

Steuerschlupflöcher im Immobiliengeschäft

»Share deals« heißt das Zauberwort, mit dem Immobilienfirmen Milliarden an Steuergeldern jedes Jahr am Fiskus vorbeischleusen.

Steuerrechtler sprechen bei der Grunderwerbsteuer inzwischen von einer »Dummensteuer«. Weil nur diejenigen sie bezahlen, die nicht anders können oder wollen. Nämlich die kleinen Haus- und Wohnungseigentümer, die von dem mühsam zusammengetragenen Geld für den Kaufpreis ihrer Immobile 3,5 – 6,5 Prozent nochmal an die Steuerämter zahlen müssen. Bei unserem Wohnungskauf im letzten Jahr waren das fast 10.000 Euro. 10.000 Euro die wir zusätzlich auf die Kaufsumme aufschlagen mussten. Der größte Batzen, neben Makler-, Notar- und Grundbuchgebühren.

Wie so ein Share Deal abläuft? Ein Beispiel: Eine Wohnungsgesellschaft besitzt mehrere Immobilien mit Wohnungen und möchte oder muss diese veräußern. Der Investor kauft der Wohnungsgesellschaft nicht einfach die Immobilien ab. Nein, das käme wegen die Grunderwerbssteuer viel zu teuer, außerdem hätten in vielen Fällen, bei einem Verkauf der Häuser und Grundstücke die Städte und Gemeinden ein Vorkaufsrecht. Es geht einfacher. Der Investor kauft einfach die Wohnungsgesellschaft. Er muss dafür nur 94,5 Prozent aller Anteile kaufen, dann gehören die Immobilien ihm und er kann damit machen was er will: Mieter aus ihren Wohnungen werfen, Luxussanieren, Neubauten hochziehen etc., eben alles, was man in der letzten Zeit in den Städten und Gemeinden so erlebt. Und das ohne einen Cent Grunderwerbssteuer zu zahlen, das müsste er erst bei 95 Prozent der Anteile. Das ist schon ein starkes Stück.

Und unsere Regierung? Die macht wie immer die Augen zu, obwohl dieses Vorgehen seit Jahren die Regel ist, und den Regionen Milliarden an Steuergeldern flöten gehen, die sie dringend für die Infrastruktur gebrauchen könnten. Die Immobilienlobby argumentierte unlängst bei einer Anhörung im Bundestag, dass die Kosten dann auf die Mieten abgewälzt und damit die Mieten steigen würden. Ja, klar, als ob die Mieten nach einer Übernahme gleich bleiben.

Unfassbar!

Handyverträge von Anno dazumal

Die großen Mobilfunkanbieter scheinen ein Problem zu haben, vielleicht sogar mehrere. Seit die EU die Auslandstarife egalisiert hat, verdient es sich wohl nicht mehr so gut und da müssen anscheinend Mittel und Wege gefunden werden, um an Geld zu kommen.

Ich hatte für meine Eltern einen Handyvertrag abgeschlossen. Irgendwann Mitte der 2000er muss das gewesen sein, also noch zu Zeiten als Smartphones noch nicht das Nonplusultra waren. Nun erzählte mir meine Mutter am Wochenende, dass seit Tagen jemand Unbekanntes auf ihrem Handy anrief und mich sprechen wolle. Ich war verdutzt, kennen doch die Nummer meiner Mutter nur wenige Eingeweihte. Und vor allem, woher wussten die Anruferin meinen Namen?

Heute morgen klingelte es wieder. Eine Frauenstimme nuschelte mir einen Namen entgegen und fragte, ob ich denn diejenige welche bin. Dann schwafelte sie etwas von einem Handytarif. Ich fragte erstmal ziemlich patzig, wie sie denn zu dieser Nummer und meinem Namen käme. Das stände doch hier in den Vertragsdaten, offenbarte sie mir. Da begann ich zu verstehen, fragte aber sicherheitshalber noch mal nach, von welcher Firma sie denn anrief. Es stellte sich heraus, dass es mein Mobilfunkanbieter war und sie mir mitteilen wollten, dass der Handytarif meiner Eltern nicht mehr verlängert werden könne, weil er nicht »der neuesten Technik« entspräche. Das wäre auch aus einer SMS hervorgegangen, die sie vor ein paar Tagen verschickt hätten.

Ich versuchte ihr klarzumachen, das meine Mutter mit fast 80 Jahren keine Ahnung habe, was eine SMS ist und schon gar nicht, wie sie die auf dem winzigen Handydisplay ihres Nokia-Handys lesen kann. Die Frau war hartnäckig und glaubte fest, dass sie jetzt auf der Stelle mit mir über einen Tarifwechsel verhandeln könne. Ich stand mit gepackten Koffern in der Küche und wollte gleich zum Bahnhof fahren, um rechtzeitig meinen Zug zu bekommen. Es war also der schlechtmöglichste Zeitpunkt, um einen neuen Handytarif auszuhandeln. Ich gab ihr kurzerhand meine Handynummer, die sie laut meiner Vertragsnummer eigentlich wissen müsste und vertröstete sie auf den heutigen Abend.

Denn ich wollte mich erst einmal kundig machen, was es denn für Handytarife gibt, die dem nahe kommen, was meine Eltern brauchen, nämlich nur, um zum telefonieren. Und siehe da, sowas gibt es nicht mehr. Kein Anbieter schon gar nicht meiner, hat irgendeinen Tarif mit dem man nur telefonieren kann. Hinzu kommt, dass meine Eltern zwar einen Vertrag haben, dafür aber keine Grundgebühr bezahlen, sondern nur das, was sie wirklich vertelefonieren und das sind im Monat maximal 1-2 Euro. Sowas gibt es aber anscheinend nicht mehr. Dafür gibt es eigentlich keinen Handyvertrag mehr, an dem nicht irgendwelche Datenpacks und was weiß ich inbegriffen sind. Ich will das aber nicht. Ich möchte für meine Eltern einen Tarif, mit dem sie nur telefonieren können. Es sollte auch kein Prepaid-Tarif sein, weil ich nicht immer da bin, um ihnen das Handy aufzuladen.

Jedenfalls hat bis jetzt niemand von meinem Anbieter bei mir zurückgerufen. Das liegt wahrscheinlich einfach daran, dass, sobald ich das Haus betrete, ich keinen Handyempfang mehr habe und mich Anrufe und SMS nur sporadisch erreichen. Darum sollten sich die Mobilfunkanbieter endlich mal kümmern, dann wäre ich auch bereit, mehr Geld für einen Vertrag zu bezahlen. Aber solange das nicht geschieht und die sich nicht bei mir melden, sitze ich das jetzt einfach aus. Mal sehen was passiert, ob sie meine Eltern wirklich Ende März, wenn der Vertrag abläuft, einfach vom Netz trennen. Ich bin gespannt.

Schnell = Express, Oder?

Ich habe lange nichts über die Deutsche Bahn gebloggt. Was nicht daran liegt, dass ich nichts erlebt hätte. Allerdings ist es inzwischen müßig immer die gleichen Geschichten zu erzählen. Bei meinen Reisen in den vergangenen Wochen und Monaten war ich nämlich nur in Ausnahmefällen pünktlich am Ziel. Verspätungen, ausgefallene Züge, Zwischensprints auf den Bahnhöfen, damit man den Anschlusszug bekommt; das wiederholte sich fast bei jeder Fahrt.

Seit dem Fahrplanwechsel ist es auch noch so, dass eine Verbindung, die eh schon besch… war, weiter verschlechtert wurde. Ich bin jetzt am Freitag erst mittags in Saalfeld. Dafür darf ich montags eine Stunde später fahren. Immerhin wurde die Fahrtzeit auf 5 Stunden und 12 Minuten reduziert. Noch schneller ginge es, wenn der Regionalexpress auch ein richtiger Express wäre.

Unter einem »Express« verstehe ich einen Zug, der nicht an jedem klitzekleinen Bahnhof hält. Zwischen Nürnberg und Bamberg scheint das auch zu funktionieren. Da hält der »Regionalexpress Nürnberg-Leipzig« auch nur in größeren Städten. Ab Bamberg aber hält der Zug an jedem Dorfbahnhof. An den meisten steigt maximal der Zugbegleiter aus und ein, um das Signal zur Weiterfahrt zu geben. Jeder kann sich ausmalen, wie sinnvoll ein solcher Halt ist und wieviel Energie dafür flöten geht. Dabei gibt es durchaus Bahnen mit der Möglichkeit zum Bedarfshalt.

Früher unterschied man bei der Bahn zwischen Regionalbahn und Regionalexpress, die fuhren abwechselnd auf der Strecke. Irgendwann wurden die Regionalbahnen abgeschafft und in den Regionalexpress überführt, was das Kürzel »Express« letztendlich ad Absurdum führt.

Jedenfalls habe ich am Freitag von 8:38 Uhr bis 12:05 Uhr gebraucht, um von Nürnberg nach Saalfeld zu kommen. Dreieinhalb Stunden für eine Strecke, für die ich in besten Zeiten keine zwei Stunden gebraucht habe. Kein Wunder, wenn da alle mit dem Auto fahren.

Eine positive Seite hat diese Entwicklung allerdings. Da die Verbindungen, die ich nehmen kann, immer weiter eingeschränkt werden, verzichte ich inzwischen darauf, den teuren Flexpreis zu buchen. Denn »flexibel« fahren kann ich auf dieser Strecke ohnehin nicht. Ich nutze jetzt immer den Sparpreis oder Supersparpreis zusammen mit Rabattcoupons von Duplo und Hanuta. So kostete mich die Fahrt zu meinen Eltern an diesem Wochenende statt 100 Euro nur 34 Euro. Das sich die Deutsche Bahn damit ins eigene Fleisch schneidet, scheint sie nicht zu begreifen.

Wenn man ehrlich ist, dürfte die Bahn bei dem Qualitätsverlust auch nicht mehr verlangen.

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