Kauft jetzt Bücher! … Aber nicht bei Amazon!

Wer in den vergangenen Wochen Bücher oder DVDs beim Onlineriesen Amazon bestellt hat, wird festgestellt haben, dass die Lieferungen lange auf sich warten lassen. Der Onlinehändler schreibt dazu, dass er momentan Bestellungen mit Hygieneprodukten und Waren des täglichen Bedarfs Vorrang einräumt. An sich ist an dem natürlich nichts auszusetzen und ich schluckte das auch, als ich unlängst ein paar Bücher für unsere Nachbarin bestellte. Heute habe ich allerdings gelesen, dass Amazon die Bestellungen bei den Verlagen komplett eingestellt hat. Man wolle sich jetzt mehr auf Haushaltsprodukte konzentrieren.

»Spinnen die!«, war mein erster Gedanke. Der Verlagsbranche geht es ohnehin nicht gut. Im letzten Jahr ist ein großer Zwischenhändler Pleite gegangen, ein anderer hat viele Publikationen von kleinen Verlagen aus dem Sortiment genommen. Das heißt, wenn man im Buchladen nach den Büchern fragt, existieren die für den Buchhändler nicht.

Nun ist in diesem Monat nicht nur die so wichtige Buchmesse ausgefallen, jetzt mussten auch noch die Buchläden im ganzen Land schließen. Je nachdem wie lange die Krise dauert, werden einige nie wieder öffnen. Und jetzt das. Amazon nimmt den Verlagen ihre Bücher nicht mehr ab. Damit bricht auch noch der Onlinehandel weg. Was das für Verlage, Lektoren und Autoren bedeutet, kann sich eigentlich keiner vorstellen, der nicht direkt betroffen ist. Das ist die ultimative Katastrophe für den Literaturbetrieb. Wohl dem Verlag, der einen eigenen Online-Shop hat und frühzeitig auf E-Books gesetzt hat, wie viele Kleinverlage.

Also Leute, kauft Bücher und zwar direkt bei den Verlagen, oder bei den Buchhandlungen, die einen eigenen Online-Shop haben. Zeigt allen, dass man Amazon nicht braucht, um Bücher zu kaufen.

Papier fürs Stille Örtchen

In der DDR erzählte man sich folgenden Witz:

»Warum ist in der DDR das Klopapier so hart?«
»Damit auch noch der letzte Arsch rot wird.«

An diesen Witz musste ich die vergangenen Tage oft denken. Ich hatte fast vergessen, wie sehr sich das Klopapier in der DDR von dem unterschied, was es heute gibt. Es gab zwei verschiedenen Sorten Klopapier. (Zumindest ich kenne nur die beiden.) Das »gute« Klopapier war grau und fühlte sich so ähnlich an wie Krepp-Papier. Mit viel Enthusiasmus konnte man es als einigermaßen anschmiegsam bezeichnen. Man musste auf alle Fälle sparsam damit umgehen, weil es mitunter nicht immer erhältlich war. Denn die Alternative war graurosa und hatte die Konsistenz von Packpapier. Ja, genau jenem Zeug, mit dem Amazonmitarbeiter immer die Pakete ausstopfen. Es war fürchterlich. Selbst ich als Kind fand das schrecklich und habe keine gute Erinnerung daran.

An was ich mich aber gut erinnere: Dass wir Verwandte auf dem Dorf hatten, bei denen es kein Klopapier gab. Die hatten auch kein richtiges Klo. Es war nur ein Holzbalken mit Loch und einem Deckel in einem ehemaligen Ziegenstall. Dort hing in Streifen geschnittenes Zeitungspapier an einem Haken an der Wand. Soweit ich mich richtig entsinne, benutzte meine Oma auf dem Plumpsklo im Garten auch immer Zeitungspapier. Das ich als Kind eher ungern betrat.

Im Vorderhaus im Haus meiner Eltern gab es bis zum Tod meiner Großmutter 1986 in den Wohnungen auch nur Plumpsklos. Er als neue Mieter einzogen, wurde ein richtiges Bad und damit auch ein Wasserklosett installiert. Meine Eltern hatten jedoch schon seit 1962 ein Bad mit Toilette. Der Wasserkasten hing oben unter der Decke und man musste an einer Kette ziehen, um zu spülen. Dazu hing meist das graue Krepp-Papier am Halter.

Nach der Maueröffnung war ich völlig fasziniert, als ich im Supermarkt zum ersten Mal sah, wie viele Sorten Klopapier es in der BRD gab und das die alle aus weißem oder buntem Zellstoff waren. Aus Zellstoff waren in der DDR gerade mal die Taschentücher, falls man mal ein Paket bekommen hat. Meist benutzte man Taschentücher aus Stoff, die entweder schön bedruckt oder mit Spitze umhäkelt waren. Wenn man überlegt, dass das jetzt noch gar nicht so lange her ist, merkt man, wie anspruchsvoll man mit der Zeit geworden ist.

Aus den Seiten des DDR-Museums kann man sich das Klopapier ansehen. Eine Rolle für 0,50 Pfennig war verglichen mit dem, was man damals verdiente, richtig viel Geld. Davon konnte man beispielsweise fünf Semmeln kaufen.

Kleines Wochenendglück

Was macht man, wenn man nicht rausgehen kann, weil a) eine Ausgangssperre verhängt wurde und b) draußen Mistwetter herrscht? Richtig, man macht es sich zu Hause gemütlich. Wobei ein bisschen gearbeitet haben wir auch.

Vom Putzen und Waschen abgesehen, war mal wieder Fanzine-Wochenende angesagt. Soll heißen, ich lege mir am Freitag zurecht, welche Fanzines ich in der FanSzene besprechen möchte und schreibe schon mal das Vorwort. Dann setze ich mich übers Wochenende hin und lese die Magazine und Fanzines. Man muss ja wissen über was man schreibt. Zumeist ist das unterhaltsam, nur manchmal wird es … sagen wir … zäh. Am Montag kann ich dann mein angelesenes Wissen niederschreiben.

Samstag hat es draußen gestürmt und geregnet, am Sonntag war es trocken, dafür kalt und windig. Heute scheint die Sonne bei knapp über Null Grad. Dennoch zieht es den Nachbarn auf den Balkon. Der sitzt dort nämlich jeden Tag, morgens und abends, ob bei schlechten oder gutem Wetter. Wir glauben, dass er vielleicht unter Platzangst leidet.

An den Wochenenden ist bei uns Kochen und Backen angesagt. Nachdem ich schon am Freitag einen Kuchen gebacken hatte, durfte mein Mann am Sonntag das Brot backen. Das kann er ohnehin besser als ich. Gekocht wird zusammen, vor allem wenn wir mal wieder Rezepte ausprobieren. Mein Mann hat an diesem Wochenende aus eigener Erfahrung gelernt, was blanchieren ist … zumindest eher unbeabsichtigt. Aber voilá, die Kartoffel-Muffins mit Knoblauch-Spinat-Butter sehen nicht nur gut aus, die schmecken auch lecker. Das Rezept wandert somit sofort ins Rezeptbuch.

Definitiv nicht so glücklich bin ich mit der letzten Lieferung aus dem Versandhaus. Die sauteueren Slips aus Bio-Baumwolle lösen sich schon nach der ersten Wäsche auf, ohne das ich auch nur die Chance erhielt, sie anzuziehen. Ich habe jetzt Fotos gemacht und sie reklamiert. Mal sehen, welche Antwort zurückkommt.

Einkaufen war nur mein Mann. Ich muss mir das nicht auch noch geben. Außerdem reicht es, wenn einer geht. Nein, Klopapier haben wir genug. Nur Hefe hätten wir gebraucht, die gab es leider nicht.

Ansonsten haben wir telefoniert, Liebes- und SF-Filme angeschaut und, wie gesagt, gelesen. So bringt man das düsterste Wochenende rum. Kreativ Schreiben geht allerdings momentan gar nicht. Ich stecke bei meinem Roman gerade mitten in einer Krankenhausszene. Puhh! Da muss ich mir echt was einfallen lassen. Vielleicht kümmere ich mich mal wieder, um die angefangene Kurzgeschichte.

Chemische Reaktionen in Bildern

Quelle: Amazon.de

Die Chemikerin in mir ist mal wieder höchst erfreut, seit ich vor zwei Wochen in der Bahnhofsbuchhandlung den dritten Teil der Chemiebücher von Theodore Gray entdeckt habe. Nach den »Elementen« und den »Molekülen« kümmert er sich nun um die »Reaktionen« zwischen den beiden.

In gewohnt lockerer Weise stellt er die wichtigsten chemischen Reaktionen im Bild dar. Erklärt anhand von Grafiken wie sie vonstatten gehen und welche Produkte entstehen. Dazu haben er und der Fotograf Nick Mann die Reaktionen im heimischen Labor nachgestellt und eindrucksvoll dokumentiert. Das dies nicht immer unbeachtet blieb, erzählt er in ergänzenden Anekdoten. So kam es vor, dass plötzlich die Polizei vor seinem Anwesen in einer eher dünn besiedelnden Region der USA, auftauchte. Die Nachbarn hatten sich über die Knallgas-Explosionen beschwert. Die gleichen Nachbarn, die regelmäßig Schießübungen mit ihren Waffen veranstalten. Bloß kommt da keine Polizei vorbei.

Es sind vor allem diese kleinen Anekdoten, die das Buch so lesenswert machen. Abgesehen von den tollen Bildern und den sehr guten Erklärungen. Das ist nicht nur für Erwachsene spannend, sondern sollte auch Kinder und Jugendliche faszinieren. Denn Kinder sind von sich aus den Naturwissenschaften aufgeschlossen, wenn man sie früh genug heranführt und ihnen die Faszination von Chemie, Physik und Biologie vermittelt. Das Problem ist, das viele Eltern durch schlechte Erfahrungen in der Schule, ihren Schützlingen schon zeitig eintrichtern, dass Naturwissenschaften wie Chemie, schwierig und langweilig sind.

Theodore Gray beweist mit »Reaktionen« das dies nicht stimmt und die Chemie ein spannendes Feld voller Magie sein kann. Der vorliegende Bildband unterstreicht, dass Chemie Spaß machen und die Welt da draußen erklären kann.

Damit wäre die Trilogie vollständig. Mehr als zehn Jahre hat es gedauert, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Denn auch »Reaktionen« wird ein zeitloser Klassiker werden. Schließlich werden sich die Naturgesetze nicht so schnell ändern. Die 17 Euro für jedes der Bücher sind gut investiert.

»Reaktionen« erschien 2020 im Delphin Verlag und ist überall im Buchandel erhältlich.

Aufstand der Maschinen

Quelle: Splitter Verlag

Es klingt ein bisschen wie die aktuelle Handlung von »Star Trek: Picard«, was Gestalter Dustin Nguyen und Autor Jeff Lemire in ihrer Comic-Reihe »DESCENDER« erzählen. Der erste Band der sechsteiligen Serie erschien bereits 2015 im Splitter Verlag, der letzte 2019.

Im Zentrum der Handlung steht Tim21 ein Androidenjunge, der nach zehn Jahren auf einer verlassenen Bergbaukolonie erwacht. Zehn Jahre zuvor waren über jeder Welt des Planetenbunds UGC riesenhafte Roboter, die Harvester, aufgetaucht, hatten die Welten angegriffen und Millionen Menschen getötet. Seit dem wurden auf alle mechanischen Lebewesen Kopfgelder ausgesetzt, und sie werden nun in der ganzen UGC gejagt und vernichtet.

Kaum das der ahnungslose Tim21 einen Hilferuf absetzt, sind ihm mehrere Fraktionen auf den Fersen. Da wären die Schrotter, die mit der Jagd auf jegliche künstliche Lebensform ihr Geld verdienen. Da ist Telsa, die Tochter des Oberhaupts der UGC. Sie möchte ihrem Vater beweisen, dass sie mehr kann, als er ihr zutraut. Ein weiterer ist der König einer abtrünnigen Welt, der nur an Macht und Ressourcen interessiert ist. Und dann sind da noch die Maschinen selbst, die sich vor den Menschen versteckt halten und auf den Erlöser warten. Alle sind hinter Tim21 her, denn der Code seiner KI birgt das Geheimnis um die Harvester.

Es ist schon erstaunlich, wie gut die Geschichte funktioniert. Obwohl sie nur mit Zeichnungen und wenigen Dialogen erzählt wird, glaubt man am Ende einen Roman gelesen zu haben. Mittels Erinnerung und Visionen bekommt der Leser gezeigt, was nach dem Auftauchen der Harvester passiert ist. Jede Figur erhält genug Platz, um sich zu entwickeln. Besonders Tim21 hat es mir angetan, der Androide mit dem Gemüt eines Jungen ist auf der Suche nach seinem menschlichen »Bruder« Andy, mit dem er die Zeit vor den Angriffen der Harvester verbracht hat. Außerdem ist da noch der Roboter »Bohrer«, der den Menschen hilft, weil er große Schuld auf sich geladen hat. Es sind diese emotionale Geschichten, die das Buch zu etwas besonderem machen. Weil sich die Roboter mitunter menschlicher verhalten, als die Menschen selbst.

Das alles ist in eine packende Handlung verwoben, die sich von der Science Fiction weg zur Fantasy entwickelt. Und deren Spannung man nicht mehr auskommt, sobald man den ersten Band gelesen hat. Das Ende überrascht und man muss schon ein wenig schlucken. Aber es ist schön zu wissen, dass es eine Fortsetzung unter dem Titel »Ascender« gibt.

Die ausdrucksstarken Aquarellzeichnungen runden die Geschichte ab. Die realistischen Darstellungen sind eindringlich und von emotionaler Schönheit. Das hat mich schwer beeindruckt. Mit schönen Zeichnungen kann man mich immer begeistern. Der einfache und klare Strich macht die Bände zu Kleinoden unter den Graphic-Novels. Science-Fiction-Fans sollten da unbedingt mal einen Blick hineinwerfen.

Wer mehr wissen möchte, dem empfehle ich die Seite zur Serie beim Splitter Verlag. Hier gibt es Leseproben und ein YouTube-Video und dort kann man die Alben auch direkt bestellen. Es lohnt sich.

Corona die Letzte

Hier die mein letzter Beitrag zum Coronavirus bevor ich diesen Blog zur Virusfreien Zone erkläre.

Wir befinden uns im dritten Weltkrieg gegen einen unsichtbaren Feind. Doch die Waffen, die wir gegen ihn einsetzen, zerstören nicht den Feind, sondern unsere Existenz. Das ist in etwa so, als würde man mit Atombomben auf Männer mit Speeren werfen. Und wenn jemand glaubt, die Krise sein in zwei bis drei Monaten vorbei, der irrt.

Expertenmeinungen zur Folge wird sie uns bis ins nächste Jahr beschäftigen. Bis dahin werden die Corona-Toten unser geringstes Problem sein. Denn dann werden wir vor einem Trümmerhaufen stehen, der einmal unser Land war. Jeder, jeder von uns wird mehr davon betroffen sein, als uns lieb sein wird. Wir werden unsere Arbeit verlieren, vielleicht sogar unsere Wohnungen und Häuser. Der Einzelhandel wird endgültig sterben und die großen Onlineriesen werden uns die Preise diktieren. Am meisten trifft es aber die Kultur. Es wird kaum noch Theater geben, keine Konzerte, keine Kinos. Autoren können schon jetzt nicht vom Schreiben leben, Musiker und Künstler werden dem ebenfalls zum Opfer fallen. Selbst wenn, werden wir uns Kultur nicht mehr leisten können.

Der Staat spricht von Soforthilfen. Das wird nicht reichen und auch nicht funktionieren. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. So viel Geld kann kein Land der Welt bereitstellen, wie wir brauchen werden, um uns in den nächsten zehn Jahren davon zu erholen. Nach nur einer Woche, haben die ersten Angestellten im Einzelhandel und der Gastronomie bereits ihre Kündigungen erhalten. Es werden die Handwerksbetriebe folgen, falls die Ausgangsperre kommt und keiner mehr auf die Baustellen und zum Kundendienst fahren darf (wie in Österreich). Die Großhändler können dann auch nichts mehr verkaufen usw.. Das ist eine endlose Kette. Die Automobilbauer schließen jetzt schon ihre Werke und bei vielen Firmen stockt die Produktion, weil keine Teile mehr geliefert werden. Das JustinTime-Prinzip unserer Wirtschaft ist auf so etwas nicht vorbereitet. Das rächt sich jetzt.

Wer damit argumentiert, dass wir bald so viele Tote haben werden, wie die Italiener/Spanier und Franzosen, irrt. Denn es gibt einen signifikanten Unterschied im Sozialverhalten. In Italien und Spanien steht »la Familia« im Zentrum. Dort leben oft mehrere Generationen zusammen. Die Alten werden von der Familie versorgt. In Deutschland leben sie entweder allein – die Kinder und Enkel kommen höchstens mal zu Weihnachten oder zum Geburtstag vorbei – oder wir haben unsere Alten in Altenheime abgeschoben. In Deutschland sind viel weniger alte Menschen infiziert, als sonst irgendwo. Hinzu kommt, dass in Deutschland auf 100.000 Menschen 28 Intensivbetten kommen. In Italien dagegen nur 12, in Frankreich 11 und in Spanien noch weniger. Selbst wenn ein Teil der Betten bereits belegt ist, können durch die Verschiebung unnötiger Operationen mehr Betten zur Verfügung gestellt werden. Das macht Hoffnung, das uns so apokalyptische Bilder wie aus Italien erspart bleiben.

Also liebe Leute bleibt auf dem Teppich und veraltet euch vernünftig. Das Verhängen von Ausgangssperren würde unserer Wirtschaft den Todesstoß versetzen. Denn diese Sperren bringen nämlich gar nichts, im Gegenteil. Das UV-Licht der Sonne ist nämlich ein nicht zu unterschätzender Viren-Killer. Sofern sich alle Leute an die Gebote halten und auf Abstand gehen, passiert auch nichts. Aber wenn Eltern, die Kinder der Nachbarn mit betreuen, weil die arbeiten gehen müssen. Und plötzlich fünf bis sechs Kinder in kleinen Zimmern zusammengepfercht spielen, dann bringt auch die Schließung von Schulen oder Kitas wenig.

Heute hat die FAZ einen wichtigen Artikel veröffentlicht, in der Mediziner und Psychologen über die Maßnahmen der Regierung diskutieren. Ich danke der FAZ für diesen wertvollen Beitrag, der die Fakten auf den Tisch legt. Es bestärkt mich darin, dass ich nicht allein bin mit meiner Meinung. Denn es ist tatsächlich Wahnsinn, was da gerade um uns passiert. Von der massiven Beschneidung unserer Bürgerrechte ganz zu schweigen. Vielleicht ist alles ein groß angelegter Stresstest: Wie weit können die Regierenden gehen, bis die Menschen sich das nicht mehr gefallen lassen? Wie lange, bis es zu Aufständen kommt? Werden die Behörden Waffen einsetzen, gegen diejenigen, die sich aus Angst und Panik daneben benehmen.

So und jetzt höre ich auf. Das alles ist meine persönliche Meinung zu diesem Thema. Wer das anders sieht, kann das gern tun. Wir sprechen uns in einem Jahr wieder und ich werde froh sein, wenn meine Befürchtungen nicht eintreffen. Aber glauben … glauben tue ich ehrlich gesagt nicht daran.

Von Agenten und Besun

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 221 – »Ein neuer Feind« von Michelle Stern & Susan Schwartz

Nach der geglückten Flucht von Arkon I fliegen die MAGELLAN und die CREST II nach Aarakh Ranton. Sei wollen herausfinden, was hinter den Gerüchten um die »alten Herrscher« steckt. Prompt landen sie mitten im Aufmarschgebiet einer Flotte und werden in militärische Aktivitäten verstrickt.
Ashkan Kuur – einer der letzten loyalen Celistas der Imperatrice Empthon V. – gelingt es unter Einsatz seines Lebens, die Daten an die Menschen und Theta weiterzugeben. Einer der »Auferstandenen« ist Imperator Gonozal der Siebte – Atlans Vater.
Ein Fantan an Bord eines Mehandorschiffs gerät auf seiner Suche nach dem Besun seines Lebens in die Gefangenschaft des arkonidischen Militärs, kann jedoch von Gucky gerettet werden und unterstützt fortan Perry Rhodan bei der Suche nach der Antwort, wie die Arkoniden an Transformkanonen gekommen sind.

Nach der Leseprobe war ich alles andere als fasziniert von dem Roman. Ich hatte gerade den wunderbaren Band 220 von Oliver Plaschka gelesen und kam mit dem Actionreichen Romananfang der beiden Autorinnen gar nicht zurecht. Deshalb blieb dieser NEO verhältnismäßig lange liegen. Ein Fehler, denn die Agentengeschichte rund um Ashkan Kuur steigert sich zu einer spannenden Erzählung, auch wenn für meinen Geschmack mal wieder zu viel »Maske« gemacht wurde.

Thetas Celista entwickelt sich zu einer Figur mit enormer Tiefe, den man die Verzweiflung sofort abnimmt. Seine Flucht vor den Gefolgsleuten der neuen Herren und dem Militär offenbart viel über die arkonidische Kultur und ungewöhnliche Schauplätze. Kuurs Leben hängt dabei nicht nur einmal an einem seidenen Faden. Er windet sich mit Intelligenz und Kampfesmut durch alle Schwierigkeiten. Das hat mir außerordentlich gut gefallen. Den ausgefeilten Kampf- und Actionszenen nach zu urteilen, wurden die Kapitel von Susan Schwartz verfasst.

Für humorvolle Momente zwischendrin sorgt der Fantan Lawwassatt. Der Außerirdische, der auf einem Mehandorschiff reist, zieht mit seiner unbedarften Art nicht nur die Mehandor oder die Menschen in seinen Bann, sondern weiß auch mich als Leserin zu begeistern. Ich nehme mal an, dass diese Passagen von Michelle Stern stammen. Sie hat schon in der Vergangenheit ein glückliches Händchen für die nichthumanoiden Fantan bewiesen.

Die Staffel »Arkon erwacht« führt mit den ersten beiden Romanen auf höchst unterhaltsame Art und Weise in die Gesellschaft der Arkoniden ein. Das beliebteste Volk unter den PERRY RHODAN-Lesern hat in Laufe der Jahrzehnte einen beeindruckenden Hintergrund erhalten, aus dem die NEO-Serie schöpfen kann. Generationen von Autoren fügten den Arkoniden immer neue Facetten hinzu, so entstanden unvergleichliche Musterbeispiele an Kultur, Charakteren und Welten. Exposéautor Rüdiger Schäfer ist Experte für Arkon und das spürt man. Ich glaube, dass die Exposéarbeit bei dieser Staffel für ihn mit besonders viel Freude verknüpft war, auch wenn ich nicht mit all den arkonidischen Begriffen etwas anfangen konnte. Aber dafür gibt es ja die Perrypedia.

»Ein neuer Feind« ist ein lesenswerter Roman, der mich überrascht und begeistert hat. Den beiden Autorinnen ist es gelungen, eine Geschichte auf drei Ebenen zu erzählen, die mit viel Sympathie für ihre Figuren punktet.

Meine Gedanken zur »Spahnschen Grippe«

Während die Medien die Apokalypse vorhersagen, scheint draußen die Sonne, auf der Wiese vorm Haus blühen die Frühblüher und die Amsel zwitschert. Das fühlt sich mehr als ein wenig surreal an.

Trotz der Panik im Land war ich am Wochenende quer durch Deutschland unterwegs. Schließlich kann und will ich meine achtzigjährigen Eltern in einer solchen Situation nicht allein lassen. Dabei hatte ich weniger Sorge mich anzustecken, sondern mehr, dass die Bahn den Zugverkehr einstellt und ich nicht mehr zurückkomme.

Die ICEs waren deutlich leerer als sonst. Die Regionalbahnen nur etwas weniger besetzt. Es ist schon seltsam, wie sich die Wahrnehmung verändert und man jeden Fahrgast genau beobachtet und abschätzt. Am Freitag musste ich dann auch noch einen unfreiwilligen Stopp am Nürnberger Hauptbahnhof einlegen. In München hatte mal wieder der Triebwagen gestreikt und der Zug anschließend zehn Minuten Verspätung. Die Regionalbahn wartete nicht und ich war gezwungen meine Fahrkarte am ServicePoint abstempeln zu lassen, um mit dem IC weiterfahren zu dürfen. In der Bahnhofshalle war genauso viel los, wie immer. Auch am Bahnsteig merkte man wenig. Ich habe mich dann in Nürnberg nicht in ein Café gesetzt, sondern die 45 Minuten am zugigen Bahnsteig verbracht, wo ich mir die Tauben vom Hals halten musste.

Am Samstagmorgen war ich dann für meine Eltern einkaufen. Normalerweise ist Samstag in der Früh wenig los. Dieses Mal waren doppelt so viele Leute im Supermarkt unterwegs. Das Toilettenpapier (bis auf die öko-Variante) und Taschentücher waren aus, das Nudelregal bis auf ein paar Lasagneblätter leergefegt. Die Verkäuferin an der Kasse sagte zu ihrer Kollegin: »Vielleicht sollten wir draußen ein Schild aufstellen, dass Alkohol desinfiziert, dann können wir auch unsere Schnapsvorräte verkaufen.« Besser kann man die Situation nicht kommentieren. Das Seifenregal beim »dm« war auch leer, dafür waren viele Leute in der Innenstadt unterwegs, mehr als an einem normalen Samstag.

Am Sonntag vertrieb ich mir die Zeit mit Hausarbeit und Nachmittags sammelte ich mit meinen Eltern im Wochenendhaus die bei letzten Sturm abgebrochen Äste zusammen und las gefühlte Tausend Tannenzapfen auf. Arbeiten in freier Natur – besser kann man den Sonntag vor der »Apokalypse« kaum verbringen.

Heute fuhr ich zurück und die Züge waren schon fast Geisterbahnen. Sowohl der RegionalExpress, als auch der ICE.

Mit Sorge beobachte ich die Entwicklung, weil ich es nicht als so katastrophal erlebt habe, wie uns die Medien Glauben machen wollen. Die Zeitung in Saalfeld verkündete heute, dass der einzige Coronapatient geheilt aus dem Saalfelder Krankenhaus entlassen wurde. In ganz Thüringen gibt es zum heutigen Tag 55 Fälle. (Achtung Ironie!) Ein Beweis für meine These, dass die Thüringer lieber daheim bleiben, die haben ja schon bei der Völkerwanderung nicht mitgemacht. Deshalb können viele Menschen, mit denen ich am Wochenende gesprochen habe, die derzeitige Situation nicht verstehen und glauben, dass es ganz andere Gründe für die »Maßnahmen« der Regierung gibt.

Ganz ehrlich, ich möchte derzeit nicht in der Haut eines Politikers stecken. Die Entscheidungen die sie momentan treffen müssen, werden enorme wirtschaftliche Folgen für uns alle haben und uns das nächste Jahrzehnt beschäftigen. Die Arbeitslosenzahlen werden steigen, Gaststätten, Geschäfte und kleine Selbständige werden pleite gehen. So viele Milliarden kann die Regierung gar nicht aufbringen, um das abzuwenden.

Was ist uns ein Menschenleben wert? Nicht mehr und nicht weniger als diese Frage steht im Raum. Ich hoffe, dass die Politiker weise und rational entscheiden und sich nicht von Emotionen leiten lassen, die in den sozialen Netzwerken hochkochen.

Warp-Core

Ich hatte unlängst in der FanSzene, meiner Kolumne in der PERRY RHODAN Erstauflage, davon berichtet. Seit 2018 gibt es ein neues Online-Magazin, dass sich der Science Fiction verschrieben hat. Es richtet sich nicht nur an Star-Trek-Fans, sondern auch an Liebhaber anderer SF-Serien, wie Star Wars, Babylon 5, The Expanse oder PERRY RHODAN. Zu Letzterem finden sich sowohl Besprechungen für NEO als auch die aktuelle Erstauflage und die klassischen Heftromane. Bei Star Trek werden Episoden sowie Bücher aller Serien besprochen.

Der Gründer der Seite heißt Marco Golüke und ist als Redakteur verantwortlich für deren Inhalte. Er konnte in der Zwischenzeit eine Schar Gleichgesinnter um sich versammeln, die ihm Beiträge und Grafiken liefern. So erscheinen jeden Tag neue lesenswerte Texte, die Fans und Nerds rund um ihre Lieblingsserien informieren.

Seit einiger Zeit gehören auch PodCasts zum Repertoire. Unteranderem hörte ich in den vergangenen Tagen ein Gespräch zwischen Marco und meinem guten Freund Ben Calvin Hary, in dem sie sich über Science Fiction im allgemeinen und Star Trek und PERRY RHODAN im Besonderen unterhalten. Sie erzählen von ihren Erinnerungen an die Lieblingsserien ihrer Kindheit, diskutieren über die Synchronisation von Animationsfilmen bis hin zum Schreiben von Romanen und der Produktion von YouTube-Videos. Der mehrstündige PodCast erfordert ein wenig Zeit, aber es lohnt sich.

Warp-Core unterhält auch ein Diskussionsforum, in dem derzeit über »Star Trek: Picard« gesprochen wird, dafür ist eine APP sowie eine Anmeldung bei Discord notwendig. Ich schaue dort jeden Freitag vorbei und halte mich über die Meinungen der Fans auf dem Laufenden, hin und wieder diskutiere ich sogar mit.

Mit Warp-Core hat sich Marco Golüke einen Lebenstraum erfüllt – ein eigenes Science-Fiction-Magazin, in das er einen großen Teil seiner Freizeit steckt. Da gehts ihm wie mir mit der SOL, für die ich gern meine Zeit opfere.

Als besonders angenehm empfinde ich, dass er vollständig auf Werbeeinblendungen auf der Seite verzichtet. Das ist nicht selbstverständlich, schließlich kostet der Betrieb einer solchen Webseite Geld. Dafür besteht die Möglichkeit einer freiwilligen Spende oder der Besuch des Warp-Core-Shops, in dem passendes Merchandise zur Seite erhältlich ist.

Wer neugierig geworden ist, darf gern mal einen Blick auf Warp-Core riskieren. Ich verlinke die Seite ab sofort permanent in meinem Weblogs-Bereich.

Die Pausenkatzen vom Hessischen Rundfunk

Gestern sahen wir uns wieder eine Folge von »Das war dann mal weg« an. Darin ging es ums Fernsehen, um den TED, um Videotext für alle und um den Sendeschluss. Ich konnte meinen Mann mit meinem Wissen über Videotext und Fernsehsignale überraschen. (Schließlich hab ich mal Medientechnik studiert.)

Als es um Sendepausen ging, erinnerte ich mich wieder an die Pausenkatzen vom Hessischen Rundfunk. Als Kind habe ich oft das Vorabendprogramm der ARD gesehen. Obwohl wir an der Grenze zu Bayern wohnten, war der Empfang des bayrischem Regionalprogramms eher schlecht. Dafür bekamen wir den HR recht gut rein. Und hin und wieder, wenn sie mal nichts zu senden hatten, wurde dort eine Aufzeichnung von Katzenbabys gezeigt, die in einer Pyramide herumkletterten. Das Video habe ich jetzt bei YouTube gefunden und will dieses historische Dokument gern teilen.
Viel Spaß!