Raketengeschichte

Quelle: Amazon

»Kulturaufgabe Weltraumschiff« – hinter diesem Titel verbirgt sich ein großartiges Buch über den »Verein für Raumschiffahrt«, das ich in den vergangenen Wochen gelesen habe. Dass ich mehrere Wochen dafür gebraucht habe, liegt unteranderem am Umfang des Sachbuchs. 340 Seiten geballte Informationen lesen sich nicht so einfach weg.

Der »Verein für Raumschiffahrt« wurde 1927 gegründet. Das Buch beginnt aber bereits im Jahr 1923, als Hermann Oberths Raketentheorien erstmalig verlegt werden und in Deutschland auf großes Interesse stoßen. Allerdings nicht unbedingt bei allen Wissenschaftlern und Ingenieuren. Einige halten seine Theorien für Unsinn und behaupten, es sei nicht möglich, einen Menschen mittels einer Rakete ins All zu schicken. Allein diese ersten Kapitel offenbaren, wie schwer es sein kann, neue wissenschaftliche Ideen zu etablieren. Es wird immer Gegner einer neuen Theorie geben. Dies hat sich bis heute nicht geändert.

Auch nicht geändert hat sich die Vereinsmeierei. Nach Gründung des Vereins ging es oft drunter und drüber. Wenige Aktive machen die Arbeit für viele Mitglieder. Es wird um Posten im Vorstand geschachert, Geld veruntreut oder sich darüber gestritten, wer etwas zu sagen haben darf und wer nicht. Dazu kommt ein stetiger Geldmangel und die Mühe, die Mitgliedsbeiträge pünktlich einzuziehen. Das läuft bei manchen Vereinen in Deutschland wahrscheinlich bis heute so. Da stehen den Zielen mitunter die Egos des einen oder anderem im Weg. Nichtsdestotrotz kann der Verein Erfolge verbuchen, vor allem in der weiteren Verbreitung der Idee der Rakete. Anfangs nur belächelt, soll ihre Entwicklung später zum Problem für die Mitglieder und den Verein werden.

Zwischen 1929 und 1933 sind Mitglieder des Vereins maßgeblich an der Entwicklung von Raketenprototypen beteiligt. Es wird dafür sogar ein eigener Raketenflugplatz in Berlin gegründet. Doch auch bei der Raketen-Entwicklung stehen sich die Egos der Entwickler, Ingenieure und Wissenschaftler im Weg. Statt sich zusammenzuschließen und gemeinsam an den Problemen zu arbeiten, forscht jeder mehr schlecht als recht vor sich hin. Die meiste Zeit geht dabei fürs Sammeln von Geldern drauf. Dabei wäre man einfacher und schneller ans Ziel gekommen, wenn jeder ein bisschen über seinen Schatten gesprungen wäre.

So richtig spannend sind die letzten Kapitel ab 1932. Hier erlebt man das Aufkeimen des Nationalsozialismus hautnah mit. Nachdem das Heereswaffenamt Interesse an der Raketentechnik bekundet, werden den Vereinsmitgliedern Steine in den Weg gelegt, die die zivilen Verwendungsmöglichkeiten der Rakete priorisieren. Man erfährt, wie Briefe abgefangen, Wohnungen durchsucht, Leute diffamiert und sogar verhaftet werden. Es geht soweit, dass nicht mal mehr das Wort Rakete öffentlich ausgesprochen oder darüber geschrieben werden darf.

So endet das deutsche Kapitel früher ziviler Raumfahrtforschung in Deutschland 1934. Der Autor Wolfgang Both hat unzählige Dokumente, Publikationen und Briefe zusammengetragen und die Geschichte des Vereins systematisch aufgearbeitet. Außerdem hat er zu jedem wichtigen Mitglied biografische Fakten zusammengetragen und das Ganze mit seltenen Fotoaufnahmen dokumentiert. Darunter auch Fotos von Raketentests und technischen Details. Leute, die sich für die Geschichte der Raumfahrt interessieren, finden hier eine detaillierte Zusammenfassung der Ereignisse.

Ich weiß nicht, wie lange der Autor für dieses epochale Werk gebraucht hat, aber es wird wohl Jahre in Anspruch genommen haben. Allein den Rechercheaufwand vermag ich mir kaum vorzustellen. Hilfreich waren die Privatarchive der Hinterbliebenen damaliger Mitglieder sowie Museen und Archive. Dafür ist das Buch mit dreißig Euro ein wahrhaftiges Schnäppchen. Herausgegeben vom Kellner-Verlag ist das Buch bestellbar beim Raumfahrt-Archiv-Bremen oder bei ausgesuchten Onlinehändlern.

Anwaltsserien und der aufgeschlossene Geist

Das es auf viele Fragen unserer Gegenwart keine einfachen Antworten mehr gibt, sollte inzwischen jedem aufgefallen sein. Nichts ist wirklich schwarz oder weiß. Einer wird immer auf der Verliererseite stehen, egal wie wohlwollend oder wie strikt man über etwas entscheidet. Politik und Justiz hat es nicht leicht und dies wird sich in Zukunft noch verstärken. Vieles ist mit vielem verknüpft, die Gesellschaft wird immer komplexer, so wie die Anforderungen an unser Leben. Im Schatten des Klimawandels wird es noch viele weitere solcher Situationen geben, wie wir sie in den vergangenen Monaten erlebt haben. Es wird immer häufiger vorkommen, dass es gilt, ein Leben gegen ein anderes abzuwägen. Das sollten wir uns klar machen.

Wie man in solchen schwierigen Fällen argumentieren kann, lerne ich seit Jahren beim Anschauen von Anwaltsserien. Das hat mir schon oft geholfen, Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Anfang der Zweitausender sah ich »Ally McBeal«, später dann »Practice – Die Anwälte« und dessen Spinoff »Boston Legal«. Die Serien von David E. Kelley zeichnen sich nicht nur durch Humor, sondern vor allem durch erstklassische Argumentationen und Wortgefechte aus. Die Fälle sind gesellschaftlich oft hochbrisant und in den meisten Fällen kann es eigentlich kein Richtig oder Falsch geben. Dennoch müssen die Richter immer ein Urteil fällen, das das Leben von Menschen beeinträchtigen wird. Das finde ich immer wieder großartig gemacht. Da stecken viele Überlegungen ethischer und philosophischer Art dahinter. David E. Kelley hat selbst Jura studiert und das merkt man diesen Serien an. Er macht es sich nie leicht. Die Episoden strotzen nur so vor schwierigen, oft auch skurrilen Fällen.

Momentan schauen wir uns »Picket Fences – Tatort Gartenzaun« an. Die erste Serie die David E. Kelley fürs Fernsehen produziert hat. Hier geht es um die Kleinstadt Rome in Wisconsin. Es ist eine Mischung aus Krimi-, Familien- und Anwaltsserie. Immer wieder muss Richter Bone (gespielt von Ray Walston, Darsteller des Gärtners Boothby vom Campus der Sternenflotten-Akademie) Entscheidungen treffen, die extrem knifflig sind. Zum Beispiel möchte ein an Alzheimer erkrankter Mann, der nur noch wenige Jahre zu leben hat, sein Herz seinem Sohn spenden, der sonst innerhalb weniger Tage sterben würde. Der Richter kennt Vater und Sohn. Er weiß, dass dem Vater ein schwerer Lebensabend bevorsteht, und das dessen vierzigjähriger verwitweter Sohn drei kleine Kinder hinterlässt, wenn er stirbt. Letztendlich verbietet er trotzdem dem Vater das Herz zu spenden, weil auch das Leben eines Alzheimer Patienten einen Wert hat. Der Sohn wird schließlich dennoch gerettet, weil es im letzten Augenblick einen Spender gibt. Aber die Plädoyers, ob der Vater dem Sohn das Leben retten darf, und damit sein eigenes opfert, sind brillant geschrieben. Da werden Blickwinkel beleuchtet, die man niemals im Kopf gehabt hätte, die aber dennoch in sich schlüssig sind.

Vielleicht schaue ich mir genau deshalb gern die Anwaltsserien von David E. Kelley an, man lernt dabei, eine Sache von mehr als zwei Seiten zu betrachten. Das finde ich wichtig.

Ich und der Humanismus

»Eines was wir Deutschen besonders gut können, ist Befehle ausführen.« – Diese Aussage las ich vor kurzem bei Twitter. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass da etwas Wahres dran sein könnte.

Ich bin in einem totalitären System aufgewachsen, auch wenn man das als Kind und Jugendlicher nicht so richtig wahrnimmt, eben weil man es nicht anders kennt. Egal ob Elternhaus oder Schule, man machte was angeordnet wurde. Zugegeben bei den Eltern traute man sich hin und wieder aufmüpfig zu sein, aber im Grunde befolgte man die gutgemeinten Anweisungen am Ende doch. In der Schule war das noch ein bisschen ernster. Die wenigsten trauten sich hier aus der Reihe zu tanzen und Regeln oder Vorschriften zu brechen. Man tat, was man zu tun hatte, da wurde selten diskutiert.

Zurückblickend muss ich zugeben, dass ich es schon erstaunlich finde, mit welcher »Blindheit« man damals Dinge einfach so tat, ohne sie zu hinterfragen. Es wurde einem stets bewusst gemacht, dass man aus Solidarität handelte und das es zum Wohle der Gemeinschaft geschah. Als Kind glaubt man das. Viele Erwachsene glaubten damals auch, dass das, was sie taten, nur zu unser aller besten wäre. Die wenigsten haben die Gesetze und Anordnungen in der DDR tatsächlich hinterfragt. Das kam erst, wenn man in irgendeiner Form damit in Konflikt geriet und feststellen musste, dass manches eben doch nicht zum Wohl vieler war, sondern nur zum Wohl weniger.

Zurückblickend gab es viele Vorurteile, die auch bewusst von den Regierenden geschürt wurden. Es herrschte Kalter Krieg und jeder Andersdenkende war ein Klassenfeind oder zumindest ein Subjekt, dem nicht zu trauen war. Es galt: wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Differenzierungen wurden kaum gemacht. Selbst die viel beschworene Deutsch-Sowjetische-Freundschaft existierte meist nur auf dem Papier. Die wenigsten von uns hatten die Möglichkeit jemanden aus der Sowjetunion kennenzulernen. Ich hatte ein paar Jahre lang eine Brieffreundin aus dem heutigen Lettland. Die sprach genauso wenig Russisch wie ich und nach einer Weile schrieben wir uns auf Deutsch, weil sie einen Deutschkurs besuchte.

Solidarität ist ein hehres Ziel, doch die Frage ist, wie weit sie reichen darf. Wo beginnt die Grenze, an der die Solidarität mehr Menschen schadet als nützt? Der Kommunismus ist die höchste Form der Solidarität. Hier unterwirft sich die Masse zum Wohle der Gesellschaft unter dem Aspekt, das die Individualität verlorengeht. Der Einzelne ordnet sich unter, nimmt Beschränkungen seiner Freiheit in Kauf und folgt vorgeschriebenen Regeln der Gemeinschaft.

In zehn Jahren Schule hatte ich also gelernt, dass es notwendig war, individuelle Freiheiten und Meinungen zu Gunsten des Zusammenhalts zurückzustellen. Als ich im September 1990 meinen Weg zum Abitur nahm, hatte sich die Gesellschaft um mich herum komplett verändert, inklusive der herrschenden Ideologie. So ging ich nicht, wie geplant, an die Erweiterte Oberschule (diese Schulform endete mit dem Schuljahr 1989/90 in der DDR) sondern besuchte nun ein humanistisches Gymnasium. Die dort gelehrten Thesen unterschieden sich völlig von dem Weltbild, was ich kannte. Hier ging es um Offenheit, um Individualität und freie Meinungsäußerung. Regeln waren nun dazu da, gebrochen zu werden, wenn die persönliche Freiheit darunter litt.

Es dauerte, bis ich das Konzept verinnerlicht hatte. Plötzlich zählten die Meinungen der anderen genauso viel wie meine eigene oder die der Regierung. Ich lernte das Toleranz bedeutete, auch unbequeme Argumente anzuhören und im offenen Meinungsaustausch zu diskutieren. Es zählte der Mensch an sich und zwar jeder Mensch, gleich welcher Hautfarbe, Herkunft oder Religion. Diese zwei Jahre waren prägend, vermittelten sie mir doch eine andere Perspektive.

Nach der Wende begann ich vieles zu hinterfragen, musste mich als junger Mensch mit meiner Vergangenheit beschäftigen und mein bisheriges Denken auf den Prüfstand stellen. Ich lernte, dass Veränderungen gleichsam positiv und negativ sein konnten, dass Gesetze und Meinungen wandelbar und anpassungsfähig sind. Nichts ist festgeschrieben. Was heute richtig ist, kann morgen schon falsch sein. Für einen jungen Menschen, der seinen Weg noch sucht, kann das eine ziemlich verstörende Erfahrung sein. Als Kompass dienten mir damals und heute die humanistischen Ideen, die ich im Deutsch- und Kunstunterricht vermittelt bekam und im Fach Philosophie, das damals statt Sozialkunde unterrichtet wurde. Diese Grundlagen – Zuhören, Tolerieren und Diskutieren – zählen noch heute zum Wichtigsten, was ich neben Lesen und Schreiben in der Schule gelernt habe.

Jeder Mensch ist ein Individuum mit dem Recht auf Freiheit und eine eigene Meinung. Das sollten wir uns heutzutage wieder ins Gedächtnis rufen, wenn Medien und Politik uns etwas anderes erzählen wollen und die absolute Solidarität beschwören. Mit dem Bewusstsein, dass wir Deutschen gut darin sind Befehle auszuführen.

Im Lesebrillenalter

Ich habe lange versucht mich herumzudrücken, aber jetzt ging es wirklich nicht mehr. Meine Augen sind in den vergangenen Monaten so schlecht geworden, dass ich mit dem Sehen erhebliche Probleme hatte. Ich brauchte nun doch eine Lesebrille. Auch wenn es ganz ohne Brille immer noch geht. Leider muss ich mir dafür die Sachen direkt vor die Nase halten, was sich nicht gut für den Nacken macht.

Weil ich stark kurzsichtig bin, war eine Gleitsichtbrille die beste Wahl. Also war ich vergangenen Monat beim Optiker meines Vertrauens und ließ mir eine neue Brille anpassen. Die Beratung war wie immer top und ich bekam mehrere Optionen zur Auswahl. Weil ich das Ding jeden Tag auf der Nase habe und ohne meine Brille aufgeschmissen wäre, wählte ich nicht die billigste Ausführung. Das habe ich einmal gemacht und bitter bereut. Seit dem gebe ich lieber mehr Geld aus. In dem Fall – Zeiss-Gläser mit DriveSafe, Lotus Effekt, UV Schutz, Dickenoptimierung und Superentspiegelung – summiert sich das relativ schnell. Wegen der Stärke brauche ich Gläser, die nicht zu dick sind. Und natürlich wollte ich auch nicht, dass ich Probleme mit der Gleitsicht bekomme. Daher hat der Optiker mein Gesicht und das neue Gestell in 3D vermessen, um das beste Ergebnis herauszuholen.

Ich hab zwar dreimal geschluckt, als ich den Preis gesehen habe … aber man gibt so viel unnötiges Geld aus … Dieses Mal hat sogar die Krankenkasse 90 Euro pro Auge gesponsert, weil ich inzwischen über -7 Dioptrien habe und die betriebliche Krankenversicherung gibt auch nochmal 100 Euro dazu. Das deckt zwar nur einen Bruchteil der Kosten, aber immerhin.

Allerdings hatte ich Bammel, dass ich mit der Gleitsichtbrille nicht zurechtkommen würde. Man hat schon von Vielen gehört, die damit Probleme haben und sie nicht tragen können. Beim ersten Aufsetzen war es auch ein bisschen komisch, aber spätestens nach ein paar Minuten hat sich das gegeben. Inzwischen trage ich das gute Stück seit einer Woche und komme prima zurecht. Allein dafür hat sich der technische Aufwand gelohnt. Sogar meinen Kollegen ist aufgefallen, dass ich eine neue Brille habe. Die Gläser sind ein bisschen größer als bisher, dafür habe ich wieder ein Titangestell.

Und weil es von Zeiss ein Angebot für eine Zweitbrille zum halben Preis gab, habe ich mir gleich noch eine neue Sonnenbrille machen lassen. Nun muss ich einen Monat arbeiten gehen, um die Kosten wieder hereinzubekommen, aber als Brillenträger ist man das gewohnt. Kontaktlinsen sind auf Dauer auch nicht günstiger und ich vertrage sie leider nicht, weil meine Augen zu trocken sind. Daher beglückwünsche ich jeden, der keine Brille braucht.

Ein Gedanke macht mich dann doch nachdenklich: Ich brauche eine Lesebrille, dass heißt, ich werde alt. Seufz!

Hörbücher im Stream

Seit ein paar Tagen rumort es unter Deutschlands Hörbuchhörern, die bisher Streamingdienste wie Apple Music oder Spotify zum konsumieren von Hörbüchern genutzt haben. Denn Apple Music und offensichtlich auch Spotify nehmen nach und nach die Hörbücher aus dem Angebot. Apple verschiebt die Hörbücher still und heimlich auf die Bücher App. Und bei Spotify nehmen immer mehr Verlage ihre Hörbücher von sich aus aus dem Angebot.

Darüber kann man meckern, sollte es aber nicht. Denn bei Streamingdiensten verdienen Künstler und Verleger so gut wie nichts, genauso wenig wie Musiker oder Produzenten. Die einzigen Gewinner sind die Dienste selbst. Die verdienen dabei nicht unbedingt an den monatlichen Beiträgen ihrer Nutzer, sondern vor allem an den Daten ihrer Nutzer. Die lassen sich gut analysieren oder meistbietend verkaufen.

Aus diesem Grund lehne ich Streamingdienste grundsätzlich ab. Klar ist es bequem jederzeit auf alle Songs und Hörbücher zugreifen zu können. Doch wenn man sich überlegt, wie wenig man da im Monat zahlt und wie viel man konsumiert bzw. konsumieren könnte, das hängt von jedem selbst ab, dann wird schnell klar, das dies nicht funktionieren kann. Jeder möchte für seine Arbeit angemessen bezahlt werden, dass gilt auch für Autoren und Musiker.

Einige Nutzer sind so außer sich, dass sie nun ankündigen keine Hörbücher mehr zu hören, wenn das so weitergeht. Ich frage mich, was soll diese »Geiz ist geil«-Mentalität, wenn es um Kunst geht. Bei anderen Dingen wie dem neuesten iPhone oder dem Bier in der Kneipe sparen die Leute auch nicht. Warum kauft man sich das Hörbuch oder die Musik nicht einfach als mp3 oder als CD? Oder wenn man wirklich kein Geld hat, leiht es sich in Bibliotheken aus?

Ich finde es gut, dass Verlage inzwischen erkannt haben, das sich Streaming nicht rechnet. Jedenfalls nicht für die Autoren. Das einzige was man an der Situation beklagen könnte ist, dass die Apple-Mitarbeiter im Support offensichtlich nicht darüber informiert wurden und sich zusammen mit den Nutzern über die verschwundenen Hörbücher wundern.

Alte Zeiten, alte Feinde

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 260 – »Gestrandet in der Zeit« von Lucy Guth

Mittels einer Nottransition kann die SOL den Maahk-Schiffen entkommen. Sie landen jedoch im Materiestrom des Röntgendoppelsternsystem Cygnus X-1. Nur mit viel Energie kann das Raumschiff befreit werden, was unteranderem an einer seltsamen Störung liegt, die das Schiff vibrieren lässt und bei der Besatzung Unbehagen auslöst. Das sogenannte Madrigal scheint mit dem Zeitsprung 10.000 Jahre in die Vergangenheit in Zusammenhang zu stehen.
Kaum ist die SOL wieder frei, wartet der nächste Konflikt. Auf dem Weg zur Erde stößt das Schiff auf eine Schlacht zwischen Arkoniden und Maahks. Die Schiffsführung kann nicht zusehen, wie eine Space-Disk der SOL auf ihrem Erkundungsflug vernichtet wird und die SOL greift zugunsten der Arkoniden in das Gefecht ein. Kaum ist die Schlacht gewonnen, richten sich die Waffen der Arkoniden auf die SOL, da sie in ihr eine noch größere Bedrohung sehen.
Atlan übernimmt zum Schein das Kommando über die SOL, um sich den Arkoniden als Kristallprinz zu erkennen zu geben. Es kommt zu einen großen Bluff, in dessem Mittelpunkt die SOL steht und an dessen Ende die Arkoniden glauben, die SOL wäre ein experimentelles Raumschiff von Atlans Vater – Imperator Mascudar da Gonozal – das auf Larsaf lll gebaut wurde.
Die Atorakte im F’Atkor sind es, die den Terranern schließlich den Weg weisen. Sie zeigen ins Arkonsystem, weil sich dort vermutlich die drei verbliebenen Atorakte befinden.
Auf dem Weg nach Hela Ariela tappen die SOL und die sie nun begleitende arkonidische Flotte in eine Falle der Maahks, die sie nur unter größten Widrigkeiten ausschalten können.

Ich bin mir sicher, dass viele Fans diesen Roman lieben werden, vor allem diejenigen, die sich für die Technik der SOL und für Raumschlachten begeistern können. Für mich war es nichts.

Die Autorin führt mich von einem Katastrophenszenario ins nächste. Unterbrochen von kurzen Gedankensplittern, in denen Thora über ihre Rolle als Arkonidin nachdenkt. Vieles ist mir zu oberflächlich erklärt. Zum Beispiel das Madrigal, welches, wie ich annehme, im nächsten Roman keine Rolle mehr spielen wird. Die Exposéautoren deuten damit eine Art Strangeness-Effekt an, der durch die Versetzung in die Vergangenheit entsteht. Das kommt aber leider nicht so rüber und dient eigentlich nur als Spannungselement, weil die übermächtige SOL sonst kaum zu beeinträchtigen wäre. Mir persönlich ist das zu »plotdriven«.

Bei den Szenen, in denen das arkonidische Prisenkommando von Thora durch die SOL geführt wird, ertappte ich mich dabei, die technischen Beschreibung nur quergelesen zu haben. Für mich klingt es teilweise, wie von einem Datenblatt abgeschrieben. Nichts gegen Datenblätter, ich schätze, dass Peter Dachgruber hier wieder viele tolle Ideen eingebracht hat, aber ich möchte lieber zwischenmenschliche Konflikte erleben als technische Beschreibungen zu lesen.

Daher mag ich die Kapitel mit Donna Stetson sehr. Die SENECA-Psychologin ist nach wie vor eine gut ausgearbeitete Figur, die Lucy Guth sehr schön in die Serie integrieren konnte. Für einen ganzen Roman aber sind mir die paar Kapitel zu wenig.

Irritierend finde ich die Entscheidungen von Perry Rhodan und Atlan. Einerseits möchten sie nicht in die Zeitlinie eingreifen, andererseits stürzen sie sich mit der SOL gleich in jedes Scharmützel. Auch wenn sie es zu begründen versuchen, die Auswirkungen auf die Zeitlinie sind vermutlich schlimmer, als das es die Rettung einer Space-Disk Besatzung rechtfertigt. Da wäre ich knallhart. Andererseits frage ich mich, warum Atlan nicht die GARTAVOUR mit ihrem Tarnschirm nutzt, um die Space-Disk zu retten? Und warum versucht man nicht, die SOL so gut es geht zu verbergen?

Ähnliches gilt den Überlegungen der Schiffsführung. Da streitet man, wohin man sich wenden soll? Dabei sollten weder Arkon noch die Erde als potentielle Ziele in Betracht kommen, wenn man eine Beeinflussung der Zeitlinie ausschließen möchte. Zu diesem Zeitpunkt agieren die Oberen ein wenig kopflos. Zum Glück gibt es Pankha-Skrin und den F‘Atkor, um die SOL auf den richtigen Kurs zu bringen. Als Idee ist mir das aber inzwischen zu »ausgelutscht«.

Für Leser die es gern aktionsgeladen möchten und die Freude an technischen Details haben, ist »Gestrandet in der Zeit« der richtige Roman. Für einen Staffelauftakt finde ich die Geschichte jedoch zu schwach und zu durchkonstruiert.

Heute schon die DVDs gelüftet?

Was es nicht alles gibt. Das CDs und DVDs auch nur eine begrenzte Lebenszeit haben, davon können Bibliotheken und Archivare ein Lied singen. Sogenannte »Disc-Fäule« vernichtete bereits so manchen Datenträger.

Das, was mein Mann am Wochenende entdeckt hat, ist ähnlich gelagert, wenn auch zum Glück mit etwas Aufwand wieder zu beheben. Er wollte sich seit langem mal wieder eine »Stargate SG1«-Folge ansehen. Doch als er die DVD aus den Silberboxen holte und sie einlegte, weigerte sich der DVD-Player sie zu erkennen und abzuspielen. Beim näheren Hinschauen und beim Anfassen bemerkte er, dass auf der Disk eine matte klebrige Schicht war. Und nicht nur auf dieser DVD, sondern auf fast allen DVDs in der Box bis auf die DVDs mit der Nummer 5 und 6. Eine Prüfung der restlichen Staffeln ergab, dass dieses Problem bei den Staffeln 1-7 in gleichem Maß auftritt, bei Staffel 8-10 allerdings nicht. Es sind also nur DVDs betroffen, die zwischen 2003 und 2004 hergestellt wurden und die ganz unten in der Box liegen.

Heute Nachmittag habe ich mir das Dilemma mal angesehen. Es ist wirklich eklig. Die DVDs fassen sich an, als seien sie mit Honig bestrichen. Meine Recherche im Internet ergab, dass dies ein Problem der Silberboxen ist. Sprich, offensichtlich erging es nicht nur uns so. Schuld ist der Weichmacher im Kleber, mit dem die Boxen zusammen gehalten werden. Der lagert sich über die Zeit auf den DVDs ab. Da hilft nur regelmäßiges Lüften.

Das Gute ist, der Kleber ist wasserlöslich und lässt sich mit lauwarmem Wasser, etwas Spülmittel und einem weichen Tuch relativ gut von der DVD entfernen. Das etwas aufwendige Prozedere habe ich gestern gleich mal ausprobiert. Es funktioniert, die DVDs lassen sich im Anschluss wieder abspielen. Zum Glück. Es hätte uns echt leid getan, wenn wir die schönen Boxen hätten wegwerfen müssen. Die waren mit ca. 80 Euro nämlich nicht billig.

Nun wissen wir, wir müssen die »Stargate SG1«-DVDs regelmäßig lüften, damit das nicht wieder passiert. Unglaublich!

In letzter Minute

Das war knapp.

Am Freitag fanden die Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag der PERRY RHODAN-Serie online statt. Ab 18:30 Uhr sollte es mit dem Vorprogramm losgehen, dazu war ich von Roman Schleifer gebeten worden, etwas beizutragen. Das Problem, wegen des Streiks und anhaltender Baumaßnahmen bei der Deutschen Bahn konnte ich nicht früher zu meinen Eltern fahren, außerdem hatte ich kurzfristig in Saalfeld einen Zahnarzttermin ergattert. Ich musste also am Freitag, an dem die Veranstaltung stattfinden sollte, nach Saalfeld fahren. Ich machte mir allerdings keine großen Gedanken. Mit unserem alten iMac, den ich dort stehen habe, würde das schon gehen. Ich hatte schon mal eine Videokonferenz damit abgehalten und machte mir keine allzu großen Gedanken.

Weil Roman gebeten hatte, dass wir uns bereits etwas früher einloggen sollten, setzte ich mich also schon um 18 Uhr an den Computer, nachdem ich den vorangegangenen Teil des Tages in der Bahn verbrachte hatte. (Neuer Negativrekord: von Traunstein nach Saalfeld war ich mehr als sieben Stunden unterwegs, 2017 waren es noch viereinhalb gewesen – Nein, fragt lieber nicht.) Ich stellte fest, dass ich bei der letzten Videokonferenz an diesem Computer Skype benutzt hatte und die Zoom-App noch nicht installiert war. Also öffnete ich den Link und lud mir die App herunter. Klickte dann auf Installieren und wartete … und wartete … und wartete. Die Installation hing und meldete immer nur, dass sie auf eine andere Installation wartete. Hm! Ich brach den Installationsprozess ab und startete den Computer neu. Sicher ist sicher. Danach versuchte ich das Spielchen noch mal und wieder blieb die Installation am gleichen Punkt hängen.

Ich blieb cool, ließ die Installation weiterlaufen und sagte zu mir, dass ich genauso gut mit dem Browser teilnehmen konnte. Ich klickte also auf den Zoom-Link, den ich von Roman bekommen habe und gab den Kenncode ein. Kommentar des Computers »Ungültiges Kennwort!«. Also schrieb ich Roman an, dass ich nicht reinkomme und er mir doch bitte die korrekten Zugangsdaten schicken sollte. (Da war ich übrigens nicht die einzige.) Inzwischen war es 18:32 Uhr. Roman war schnell und schickte einen neuen Link, den ich dann über den Browser öffnen wollte, doch Zoom teilte mir mit, dass es nicht mit meinem alten Safari-Browser funktionieren würde und ich doch bitte eine aktuelle Version von Chrome, Edge oder Firefox nutzen soll.

Ich sah auf die Uhr. Jetzt noch einen neuen Browser zu installieren, würde ich nicht hinbekommen, aber ich hatte noch mein iPad mit einer installierten Zoom-App. Ich holte das iPad, positionierte es auf einer Taschentücherbox vor dem Computermonitor und loggte mich in die Konferenz ein. Roman unterhielt sich gerade mit Nils Hirseland von der PRFZ. Da erhielt ich eine E-Mail von Roman, mit der Frage, ob es denn geklappt hat und wie mein Teilnehmername lautet, denn er findet mich nicht. Boah! Wo finde ich jetzt in der App a) meinen Teilnehmernamen und b) wie kann ich ihn ändern. Das beanspruchte einige Zeit der Suche, die leider ergebnislos blieb. Inzwischen sprach Roman schon mit Stefan Friedrich vom GarchingCon-Team. Mir lief die Zeit davon. Ich fragte Roman, ob er wüsste, wo ich den Namen ändern könne und er schrieb, dass ich mich dazu ausloggen und wieder neu einloggen muss. Gesagt getan und siehe da, ich konnte meinen Namen eintragen.

Es funktionierte zwar, aber irgendwas stimmte mit dem Kamerabild nicht. Durch den Monitor im Hintergrund spiegelten meine Brillengläser und ich sah aus wie ein Alien mit großen blau strahlenden Augen. Ich versuchte also den Monitor abzudecken, während Roman sich Dieter Bohn vom ColoniaCon-Team zuwandte. Es war schon 18:45 Uhr und ich bekam das Problem mit dem spiegelten Brillengläsern nicht in den Griff. Aber … ich stellte fest, dass das Installationsprogramm auf dem iMac nicht mehr lief. Sollte der Computer etwa inzwischen die Zoom-App installiert haben? … Tatsächlich! Also Kommando zurück: ich, aus dem iPad ausgeloggt und die App gestartet und über die App eingeloggt. Dabei auch den richtigen Namen eingetragen und dann war ich endlich online. Dieter Bohn präsentierte gerade seine Blues-Gemälde. Es war 18:47 Uhr und auf dem Kamerabild sah ich auch nicht mehr ganz so außerirdisch aus.

Ich signalisierte Roman, dass ich jetzt da wäre und zur Verfügung stünde. Keine Minute später stellte er mir dann seine erste Frage. Es waren zirka 350 Leute anwesend und ich hatte eigentlich gar keine Zeit, um aufgeregt zu sein. Ich war nur froh, dass es doch noch geklappt hatte, auch wenn der Computer fast vierzig Minuten für die Installation benötigt hatte.

Offensichtlich habe ich mich bei meinem Auftritt souverän geschlagen, denn ich bekam hinterher gleich von mehreren Leute positive Rückmeldungen. Ich persönlich war nur froh, dass ich es doch noch in letzter Minute hinbekommen hatte, dabei gewesen zu sein. Denn es war ein supertoller Abend nicht nur für die Fans, sondern auch für PR-Redaktion und Autoren, die allesamt anwesend waren.

Wer mag, kann gern in die Aufzeichnung bei YouTube reinschauen. (Mich gibts ab Minute 24:30 zu hören.)

Ein Ereignis, welches unser Leben veränderte

Januar 1999

Am 11. September 2001 arbeitete ich bereits den sechsten Monat in meinem ersten Job nach dem Studium. Es war zwar nur ein Praktikum, aber ich hatte wenige Tage zuvor meinen Arbeitsvertrag für eine Festanstellung ab Oktober unterschrieben. Es war ein normaler Arbeitstag in einem großen Postproduktionshaus in München. Das hieß, hier mal eine MAZ tauschen, dort einen Bildschirm kalibrieren, oder da ein paar neue Anschlussleitungen crimpen. Als ich von einem der Aufträge zurück in die Messtechnik kam, lief beim Kollegen ein Video auf dem Bildschirm mit einem rauchenden Turm des World-Trade-Centers in New York City.

Weil ich wusste, dass der Kollege immer wieder Videos aus dem Internet fischte und an alle aus dem Team verteilte, scherzte ich mit ihm, aus welchem Katastrophenfilm er denn diesmal das Video geschnitten hatte. Er sagte schlicht: »Kein Katastrophenfilm!« und deutete auf das Senderlogo von CNN, das in der Ecke des Videostreams eingeblendet war. Just in dem Moment krachte die zweite Maschine in den Südturm des World-Trade-Centers. Wir waren wie eingefroren, starrten ungläubig auf das Bild. Ich sagte zu ihm: »Du veräppelst mich doch!«

Er rief ein paar Newsseiten im Internet auf und zeigte sie mir. Auf allen waren die Bilder der brennenden Twintower zu sehen. Das bewegte mich sehr. War ich doch erst zwei Jahre zuvor dort gewesen, hatte an einem kalten Januartag vor den bodentiefen Fenstern des Aussichtsdecks des Südturms gestanden und nach unten geblickt. Ein Anblick, den ich nie wieder vergessen würde.

»Ich glaube, wir sollten das denen da oben sagen«, meinte mein Kollege und deutete mit dem Finger nach oben.

Über uns war die Abteilung für Commercials, die Jungs dort produzierten Werbespots und arbeiteten in ihren Räumen relativ abgeschottet. Ich rannte die Treppe rauf und quatschte jeden an, dem ich begegnete. Ein weiterer Praktikant aus der Messtechnik arbeitete ganz hinten in einem Büro und schrieb dort an seiner Diplomarbeit. Ich rannte fast die Tür zu seinem Büro ein und rief: »Du musst unbedingt kommen, es sind zwei Flugzeuge ins World Trade Center von New York gekracht.«

Er runzelte die Stirn. »Haben sich da zwei Ultraleichtflieger verflogen?«

Ich schüttelte mit dem Kopf: »Nein, Passagiermaschinen.« Das diese vollbesetzt gewesen waren, wurde mir erst viel später klar. Es verstörte mich damals zutiefst, dass jemand bewusst unschuldige Menschen mit in den Tod gerissen hatte.

Er sprang auf und wir liefen durch den Flur. Vorn im Showroom neben der Teeküche, hatte bereits jemand den Monitor angemacht und ein Fernsehsignal draufgelegt. Davor hatte sich schon eine Traube von Leuten versammelt, die auf die Bilder aus New York starrten.

Wir gingen die Treppe runter in die Messtechnik, wo nun auch die anderen Kollegen ungläubig auf diverse Monitore blickten.

An dem Tag hat von uns keiner mehr gearbeitet. Alle standen nur rum, sahen sich die Nachrichten an und diskutierten. Wir sahen Bilder aus dem zerstörten Pentagon, sahen erst den einen Turm des World-Trade-Centers fallen, dann den zweiten. Es wurde wild spekuliert und manch einer versuchte Freunde oder Bekannte zu erreichen, die gerade in NYC waren.

Ich radelte nach der Arbeit schnell nach Hause, um ja nichts zu verpassen und verbrachte die halbe Nacht vor dem Fernseher. Die nächsten Tagen waren wir alle wie betäubt. So richtig begreifen konnte das keiner von uns. Es war so surreal.

Oktober 1998

Die Realität holte uns sehr schnell ein. Die Aufträge für Werbung gingen in den darauffolgenden Wochen massiv zurück. Bald hatten die Jungs im oberen Stockwerk nichts mehr zu tun. Das Geschäftsklima verschlechterte sich zusehends. Und vor Weihnachten teilte mir mein Abteilungsleiter mit, dass ich ab Ende Januar ohne Job sein würde. Angesichts der schlechten Auftragslage wurde allen, die in den letzten Monaten einen neuen Vertrag bekommen hatten, betriebsbedingt gekündigt. Ich konnte zwar noch aushandeln, dass ich zumindest noch bis Ende März bleiben konnte, damit ich wenigstens Anspruch auf Arbeitslosengeld hatte, da ich erst im April angefangen hatte. Aber meine Karriere in der Medienbranche war vorbei, noch bevor sie richtig begonnen hatte.

Die Anschläge in New York haben viele Opfer gefordert. Ich wage zu sagen, dass sie viel mehr Menschenleben auf der Welt negativ verändert oder beeinflusst haben, als uns bewusst ist. Ich denke da an die Kriege in Afghanistan oder im Irak, aber auch an die Medienhäuser, die damals in Deutschland von der Krise in die Knie gezwungen wurden. Ich erinnere mich an die vielen Mitarbeiter von Medienunternehmen, die 2002 mit mir auf dem Münchner Arbeitsamt warteten und versuchten einen Job in der Branche zu bekommen. Damals fühlte auch ich mich ein bisschen als Opfer des 11. September. Wären die Anschläge nicht passiert, wer weiß, ob ich nicht heute noch dort arbeiten würde.

55 Jahre STAR TREK

Der Zufall ist schon erstaunlich. Beide Serien, denen ich seit Jahrzehnten eng verbunden bin, sind zum gleichen Datum gestartet. Zwar nicht im gleichen Jahr, aber immerhin nur fünf Jahre versetzt.

STAR TREK begleitet mich seit nun mehr dreißig Jahren. In all der Zeit habe ich viele STAR TREK-Serien kommen und gehen sehen, viele Conventions besucht und noch mehr Gleichgesinnte getroffen. Ich habe die Höhen und Tiefen der Serie erlebt, sie gefeiert und über sie geschimpft. STAR TREK war immer ein Teil meines Lebens und wird auch immer ein Teil bleiben. Selbst wenn ich in den letzten Jahren mehr Energie in PERRY RHODAN gesteckt habe.

Ich wünsche mir, dass die Vision Gene Roddenberrys auch die nächsten Jahrzehnte überdauern möge und die Menschen weiterhin positiv beeinflusst. Damit wir irgendwann einmal dort hinkommen, wo Kirk, Picard, Sisko, Janeway und Archer uns vorleben, was es bedeutet, tolerant zu sein und humanistisch zu handeln.

Übrigens, eines ging im vergangenen Monat bei mir unter. Wir feiern in diesem Jahr nicht nur 55 Jahre STAR TREK. Der Serienerfinder Gene Roddenberry wäre am 19. August 100 Jahre geworden. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.

60 Jahre PERRY RHODAN

60 Jahre ist für manch einen sein ganzes Leben. Für eine Heftromanserie ist es eine Ewigkeit, vor allem in Zeiten wie den unsrigen, wo Geschichten und Nachrichten im digitalen Äther oft nur Halbwertszeiten von Stunden oder Tagen besitzen.

Nicht nur Perry Rhodan lebt ewig, auch der gleichnamigen Serie scheint eine gewisse Unsterblichkeit anzuhaften. Die Autoren und Autorinnen und die Redaktion können über die vielen Jahrzehnte hinweg also nicht viel falsch gemacht haben, sonst würden wir das 60-jährige Bestehen der größten Science-Fiction-Serie der Welt nicht feiern.

Ich frage mich in solchen Momenten: Wie viele Leben sind von den Romanen beeinflusst worden? Für wie viele Karrieren wurde mit einer einzigen Geschichte oder einem einzigen Titelbild der Grundstein gelegt? Wie viele Freundschaften basieren auf dem gemeinsamen Hobby? Wie viele Menschen verdanken den Abenteuern von Perry Rhodan und seinen Freunden heute ihren Job oder vielleicht sogar ihre große Liebe?

Jeder von uns findet etwas anderes in den Geschichten, für jeden hat die Serie eine eigene ganz besondere Bedeutung. Ich finde, das sollten wir feiern, auch wenn es in diesem Jahr keinen Con und keine große Veranstaltung geben wird. Der Verdienst, 60 Jahre für ununterbrochene Spannung und Unterhaltung gesorgt zu haben, sollte gewürdigt werden, weil unser Leben als Fans sonst farbloser und weniger bedeutend wäre.

Blicken wir heute zurück auf sechs Jahrzehnte voller phantastischer Romane und noch phantastischerer Charaktere, die uns ans Herz gewachsen sind.