Glaubhafte Berichterstattung

Ich frage mich schon länger, ob die Berichterstattung in den deutschen Medien noch unabhängig und vor allem glaubhaft ist. Ob tatsächlich nüchterne Fakten präsentiert oder eher emotionale Aufreger erzeugt werden.

Dass man nicht alles glauben kann, was im Internet steht, sollte eigentlich jeder wissen. Und das es notwendig ist, mehrere Quellen zu befragen, sollte auch klar sein.

Heute hat mich eine Meldung zur Deutschen Bank stutzig gemacht. Bei T-Online las ich, dass jede fünfte Filiale schließen soll. Bei Pressetext.com hieß es auf einmal, es wäre jede vierte Filiale und nur der MDR nannte mit rund 100 Filialen eine ungefähre Zahl. Ich frage mich, was stimmt denn nun? Jede vierte oder jede fünfte? Muss ich erst selbst recherchieren wie viele Filialen der Deutschen Bank in Deutschland gibt und es dann selbst ausrechnen? Wahrscheinlich, denn offensichtlich sind sich die Presseleute selbst nicht einig. Auf der Internetseite der Deutschen Bank taucht diese Information überhaupt nicht auf.

Sehr verwirrend das Ganze.

 

Besser spät als nie

Titelbild von Hans-Jochen Badura

Ich weiß nicht, warum es so lange gedauert hat, bis Thomas Harbach seine Rezension zu meiner zweiten FanEdition bei robots&dragons.de hochgeladen hat, aber das ist auch egal. Seine Besprechung erschien bereits in der SOL 88, jetzt kann sie auch online von jedem gelesen werden.

Den meisten seiner kritischen Anmerkungen muss ich beipflichten. Der Anfang hat mich damals selbst nicht überzeugt. Die ursprüngliche Version der Szene hatte 8000 Zeichen, doch mein Schreibcoach bemängelte, dass es zu kurz und zu wenig Konflikt drin wäre und ich solle das so umschreiben, das Perry Rhodan immer wieder scheitert. Ich tat wie mir geheißen und blies die Szene auf 25000 Zeichen auf. Mir war da schon klar, dass ich das nicht so lassen konnte. »Das nimmt uns keiner ab«, warnte ich Roman Schleifer. Wir einigten uns darauf, dass ich die Szene wieder eindampfte, auf letztendlich 18000 Zeichen und weniger Konflikte. Wie sich zeigte, war es immer noch zu viel und zu unglaubwürdig.

Einen Thriller oder Krimi zu schreiben ist extrem aufwändig, man muss im Grunde zwei Exposés schreiben. Eines aus Sicht des Täters und eines aus der Sicht des Ermittlers. Man braucht viel Hirnschmalz, damit beides fugenlos ineinanderpasst. Meine Hochachtung vor Krimiautoren ist dadurch gewachsen.

Ich finde, das es dennoch eine spannende Geschichte geworden ist und bin einigermaßen stolz auf meinen ersten Thriller.

Zur Rezension von Thomas Harbach geht’s hier lang.

Ein Update mit Folgen

Seit dem letzten Safari-Update funktioniert der WordPress-Editor nicht mehr so einhundertprozentig. Ich kann zwar Texte schreiben, aber keine Bilder hochladen, nichts verlinken und keine Schlagwörter vergeben. Die meisten Buttons funktionieren nicht. Bei der Statistikanzeige von Piwik bekomme ich immer die Fehlermeldung, die Seite wurde geblockt. Sehr ärgerlich das Ganze. Ich bin also auf das iPad angewiesen, wenn ich bloggen will. Und das ist nicht so richtig komfortabel.

Also nicht wundern, wenn meine Beiträge derzeit etwas chaotisch aussehen. Ich hoffe, ich bekomme das wieder hin. Vielleicht muss WordPress auch ein Update nachschieben. Keine Ahnung!

Die Ältern und andere Erwachsenen

Quelle: Amazon

Mit »Antonio im Wunderland« hat Jan Weiler vor mehr als zehn Jahren meine Aufmerksamkeit gewonnen. Zuvor hatte er mit »Maria ihm schmeckt‘s nicht« den großen Erfolg gelandet. Ich fand beide Romane großartig und besitze zu den Büchern auch die Hörbücher, die von Jan Weiler persönlich höchst unterhaltsam vertont wurden.

Mit »Das Pubertier« legte er einen weiteren Bestseller auf, der wie die Romane zuvor verfilmt wurde. Sogar zweimal als Serie und als Kinofilm. Es folgten weitere Bücher über sein Leben und das seiner Familie, sie kamen aber nicht an seine ersten Werke heran.

Im August erschien mit »Die Ältern« eine Fortsetzung der Pubertierreihe. In den kurzen Geschichten geht es ums loslassen, wenn sich die Sprösslinge so langsam aus dem Leben der Eltern verabschieden. Gewohnt witzig kommentiert der Autor die Lebenssituationen innerhalb der Familie. Man erlebt mit, wie sie vom Land in die Stadt zurückziehen und getrennte WGs bewohnen. Die Mutter mit der Tochter und der Vater mit dem Sohn. Ob da eine familiäre Krise dahintersteckt, darüber kann man nur spekulieren. Das Buch muss ja nicht die wahre Geschichte erzählen, obwohl sich die Begebenheiten echt anfühlen.

Als Gute-Nacht-Lektüre kann ich das Büchlein empfehlen. Es ist nicht groß und auch nicht zu umfangreich. Ob der Preis von fast 15 Euro gerechtfertigt ist … nun, das mag jeder für sich selbst entscheiden.

Auf der Röthelmoosalm

Wie ich auf die Idee kam, zur Röthelmoosalm zu wandern, ist eigentlich makaber. Seit zwei Wochen wird ein Kollege meines Mannes in dem Gebiet vermisst. Nur sein Auto wurde bisher auf dem Parkplatz Urschlau gefunden. Weil ich wissen wollte, wo das ist, schaute ich bei Google-Maps nach und fand in der Nähe einen Wasserfall. Weshalb ich meinem Mann vorschlug, doch hier mal wandern zu gehen, nachdem uns unser neuer Fahrradträger im Stich gelassen hat. (Davon berichte ich später mal.)

Wir brachen am Sonntagmorgen relativ früh auf, dennoch war der Parkplatz schon voll. Der Linienbus quetschte sich auch noch durch und brachte weitere Wanderer. Jede Menge Familien mit Kindern, ältere Leute und Radfahrer waren dabei, sich startklar zu machen. Auf der Forststraße ging es teilweise zu, wie in der Stadt. Vor allem die Radfahrer mit ihren E-Mountainbikes nervten und auch die SUV-Fahrer, die aus irgendwelchen Gründen auf der, für den Verkehr gesperrten, Forststraße bis auf die Alm fahren mussten.

Egal. Wir wanderten an der Urschlauer Ache entlang, deren hellblaues Wasser in kleinen Pools schimmerte. Danach ging es einen breiten Forstweg hinauf. Ständig zogen Radfahrer vorbei, mal mit und mal ohne E-Bike. Wanderer sah man eher selten. Der Wald war angenehm schattig und der Weg bis auf ein zwei Rampen nicht allzu steil.

Nach einer Dreiviertelstunde erreichten wir einen Aussichtspunkt, von dem man einen Wasserfall im Tal bewundern konnte. Mich erinnerte der Ausblick ein klein wenig an Madeira, nur die Bäume sahen anders aus. Wir machten mit dem Handy ein paar Fotos, weil wir mal wieder die Kamera daheim vergessen hatten.  Keine 500 Meter weiter öffnete sich das Tal zu einer flachen Ebene umringt von felsigen Bergen. Vor den Almhütten stauten sich die Besucher. Die Fahrradfahrer radelten in hoher Geschwindigkeit wie Getriebene auf den flachen Wegen. Sitzgelegenheiten waren rar und wenn, waren sie bereits von Wanderern und Fahrradfahrern belegt. Also aßen und tranken wir im Stehen.

Wir spazierten noch ein wenig weiter zum Talausgang, kehrten dann aber um, als uns die Wanderer-Massen entgegen kamen. Der Weg führt nämlich direkt ins 5-Seen-Gebiet, dass gut mit dem Bus zu erreichen ist. Viele nutzen den Weg über die Rödlmoosalm, um von einer Bushaltestelle zur anderen zu wandern. Mir war einfach zu viel los, und so gingen wir zurück. Eigentlich wollten wir einen schmalen Wanderweg nehmen, fanden ihn aber nicht und nahmen dann doch wieder die Forststraße, mit all den Autos und Fahrrädern.

In diesem Jahr ist man in den Bergen nicht allein, selbst auf den unwegsamsten Wegen drängeln sich die Massen. Auf dem Rückweg am Bach entlang, fühlte ich mich an die Menschenmassen vom Pragser Wildsee erinnert, um den wir im Sommer 2014 gewandert waren. Da kam man sich vor wie Samstags in der Kaufingerstraße in München. Das ist nicht schön, aber auf der anderen Seite auch verständlich. Jeder sucht in diesen Zeiten, in denen man nicht ins Ausland fahren möchte (kann) ein Stückchen Erholung in der heimischen Natur. Warum man aber mit einem E-Bike, das zehn Zentimeter breite Reifen hat, den Berg hochfahren muss, erschließt sich mir nach wie vor nicht. Ich glaube, dass ein E-Bike für viele nur ein Statussymbol ist, vergleichbar mit dem Auto.

Ein paar Fotos haben wir gemacht, auch wenn die Qualität nicht so gut ist.


Der junge Lindenberg

Quelle: Amazon

Spätestens seit dem Erfolg von »Bohemian Rapsody« schießen Künstlerbiografien aus der Musikszene wie Pilze aus dem Boden. Das es da bald einen deutschen Entertainer treffen würde, war voraussagbar.

Es ist Udo Lindenberg geworden. Über den exzentrischen Künstler kann man sich streiten, über seine Musik auch. Beides vermag nicht jedem zu gefallen, aber das ist bei anderen Sängern und Sängerinnen auch der Fall.

Ich mochte Udo Lindenberg schon früh. Hatte ich in den späten Achtzigern doch von meinem Cousin eine Kassette für meinen nagelneuen Kassettenrekorder bekommen. Auf der waren so tolle Songs wie »Alles klar auf der Andrea Doria« und andere Hits von ihm. Es waren vor allem die Texte, die es mir angetan hatten. Und spätestens mit seinem Sonderzug nach Pankow und der Sachen mit der Lederjacke und der Schallmei, die er mit Erich Honecker getauscht hat, war er für uns DDR-Bürger ohnehin ein Held.

Anfang diesen Jahres sah ich einen Trailer zu einer Filmbiografie über ihn und nahm mir fest vor, dafür ins Kino zu gehen. Da dies dann aber leider nicht möglich war, kauften wir uns jetzt die BluRay.

Der Film ist gut gemacht. Im Grunde geht es darum, dass sich ein Junge selbstverwirklicht und seine Träume wahr werden lässt. Das jemand unbeirrbar seinen Weg geht, auch wenn er mal stolpert und hinfällt.

Der Darsteller, Jan Bülow, macht einen großartigen Job. Man nimmt ihm den Udo in jeder Szene ab. Die Handlung erzählt vor allem über Udo Lindenbergs Kindheit und Jugend, bis zu seinem ersten großen Erfolg. Ich erfuhr ein paar Details über den Künsler, die ich noch nicht kannte. Der Soundtrack enthält weniger Songs von Lindenberg als man erwartet, dafür erfährt man, welche Musik den jungen Udo inspiriert hat.

Alles in allem ist es ein schöner Film, der trotz seiner Länge zu unterhalten weiß. So beeindruckend wie »Bohemian Rapsody« ist er aber nicht. Dennoch ist es ein sehr authentisch wirkender Streifen, den man gesehen haben sollte. Ich hätte gern mehr über Udo Lindenbergs spätere Karriere erfahren. Das wird leider komplett ausgeklammert. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal einen weiteren Film über ihn.

Der Film ist ab 12 Jahre, obwohl es ziemlich viele Sexszenen und auch das eine oder andere Genital zu sehen gibt. Das hat mich dann doch überrascht.

Hier ist eine längere Vorschau von KinoCheck:

 

In Wirklichkeit schöner

Aus bekannten Gründen mussten in diesem Jahr auch die Schlosslichtspiele in Karlsruhe ausfallen. Zumindest in der realen Welt. Die Veranstalter haben aber keine Kosten und Mühen gescheut, um die Schlosslichtspiele virtuell stattfinden zu lassen. Dazu haben sie vom Schlossensemble und dem umgebende Gelände ein 3D-Modell erstellt. Auf dieses Modell wurden dann die Shows projiziert. Man muss sich das klar machen: Eine Computeranimation wurde auf etwas Computergeneriertes projiziert. Das ist schon irre und war sicher viel Arbeit.

Das Ergebnis konnte man sich vom 5. August bis zum 13. September jeden Abend ab 20 Uhr im Livestream ansehen. Es gab verschiedene Sitzpositionen zur Auswahl.

Wir haben am Donnerstag mal reingeschaut und die ersten beiden Shows angesehen. Zuvor gab es noch eine Ansprache von Frau von der Leyen und Erklärungen zu der diesjährigen Show, auf Deutsch und Englisch. In diesem Jahr geht es um Umweltschutz und die Frage, auf was für einer Welt wir leben möchten. Ich fand das gut gemacht, wenn auch etwas deprimierend, wenn man sieht, dass den meisten Regierungen wegen der Pandemie die Umwelt völlig egal geworden ist. Vielleicht begreifen zumindest die Zuschauer der virtuellen Schlosslichtspiele, dass wir kurz vor der Apokalypse stehen, gegen die Corona ein Mückenschiss ist. Wenn auch nur, damit die Mühen der Veranstalter nicht umsonst gewesen sind.

Das ist alles sehr löblich. Aber beim Zuschauen stellte ich schnell fest, dass die Simulation einen realen Besuch der Schlosslichtspiele nicht im mindesten aufwiegt. Die Sitzpositionen sind nicht gut gewählt und die Detailschärfe lässt zu wünschen übrig. Man sieht zwar von der Animation auf der Schlossfassade im Video ungleich mehr als vor Ort, aber man erkennt vieles nicht genau. Außerdem ist es nicht annähernd so eindrucksvoll, wie wenn man direkt davor steht und glaubt, dass sich tatsächlich die Fassade bewegt oder transformiert. Das finde ich schade.

Ich hoffe sehr, dass es die Schlosslichtspiele auch in Zukunft geben wird, mit neuen beeindruckenden Shows. Und vor allem, dass ich wieder in der Realität auf der Wiese vor dem Schloss sitzen und staunen kann.

Heute Abend läuft der Livestream zum letzten Mal.

Ein NEO außer der Reihe

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 234 – »Die Himalaya-Bombe« von Rüdiger Schäfer

Liduuri-Expertin Hannah Stein wird von ihrer ehemaligen Studienbekanntschaft Thomas Rhodan-da Zoltral aus ihrem beschaulichen Leben gerissen. Die Otto-Normalbürgerin aus Köln soll in geheimer Mission versuchen, eine Bombe der Liduuri zu entschärfen, welche die Chinesen im Himalaya entdeckt und versehentlich aktiviert haben.
Was folgt, ist eine abenteuerliche Expedition in eine Liduuri-Station, die Hannah in vielerlei Hinsicht an ihre Grenzen bringt. Rhodans Söhne, Reginald Bulls Töchter und eine Angehörige des Chinesischen Geheimdienstes versuchen Hannah vor allen Gefahren zu schützen, was ihnen aber nur bedingt gelingt. Denn die Stationspositronik findet Gefallen am Intellekt der Wissenschaftlerin. Die ist jedoch von der Situation völlig überfordert.
Wird es Hannah gelingen, die Positronik zu überreden, die Bombe zu entschärfen und den Tod von 15 Milliarden ahnungslosen Menschen zu verhindern?  Hannahs heimliche Zuneigung zu Thomas Rhodan macht die Sache nicht unbedingt einfacher. 

Einen Roman zu schreiben, den auch jemand lesen kann, der PERRY RHODAN NEO nicht kennt – nichts weniger als das wünschte sich die Redaktion vom Exposéautor. Das dem Autor dies gelungen ist, steht außer Frage. Rüdiger Schäfer kann aus dem Vollen schöpfen und seine Stärken ausspielen. Die liegen in der Charakterisierung und dem Zusammenspiel der Figuren. Kein anderer NEO-Autor – außer vielleicht Oliver Plaschka – bekommt das so gut hin wie Rüdiger Schäfer.

Seine Hannah Stein ist lebensnah beschrieben, voller Schwächen und so wunderbar normal, dass ich mich gut in sie hineinversetzen kann. So manche Szene aus Hannahs Leben hat man selbst schon Mal erlebt, hat die gleichen Gedanken gehegt und ähnlich Empfindungen gefühlt. Die zarte Bindung zwischen ihr und Thomas Rhodan fühlt sich gut und echt an. Manch hartgesottenem Perryfan werden das vielleicht zu viele Emotionen sein. Ich dagegen schwelgte und verheulte eine ganze Packung Taschentücher.

Quelle: Perrypedia

Darüberhinaus ist die Geschichte spannend geschildert und wartet mit einer überraschenden Lösung auf. Eine Positronik mit Bewusstseinsspaltung – auf diese Idee muss man erst einmal kommen. Das ist zudem sehr logisch und nachvollziehbar erklärt. Fakten aus den vorangegangenen Staffeln werden an dieser Stelle schön zusammengeführt. Dem Gelegenheitsleser wird das nicht auffallen. Den NEO-Fan freut es, mit welchem Engagement der Autor versucht, die Fäden aus mehr als zweihundert Bänden zu verknüpfen.

Es ist genau die Art von Romanen, die ich bei NEO gern lese und für die ich die Serie so schätze. Da werden keine Raumschlachten geführt, keine kosmischen Verwicklungen beschrieben, sondern bodenständig vom Leben auf der Erde einer nahen Zukunft erzählt. Wenn auch das Leben dort nicht so perfekt klingt, wie man das von positiven Utopien, wie zum Beispiel von Star Trek, gewöhnt ist, erscheint es mir realistisch, wie sich der Autor die Zukunft vorgestellt hat. Wobei ich schwer hoffe, dass die männliche Dominanz in Gremien und Unis bis dahin verschwunden sein wird und Gesundheitssysteme nicht mehr nach dem Einkommen von Patienten unterscheiden.

Allerdings hat mich ein Gedanke beim Lesen des Romans nicht losgelassen, nämlich die Frage: Warum kontaktiert Reginald Bull oder die Administratorin nicht Atlan bzw. Mirona Thetin? Gibt es keinen Botschafter mehr in Andromeda? Sind die beiden nicht ohnehin noch in der Milchstrasse unterwegs? Mal davon abgesehen, dass sie für das Problem wahrscheinlich keine Lösung parat gehabt hätten, wäre eine kurze Andeutung, ob oder warum das nicht in Erwägung gezogen wurde, ganz schön gewesen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

»Die Himalaya-Bombe« ist ein lesenswerter Roman und zwar nicht nur für NEO-Leser, sondern auch für jene, die sich nicht mit PERRY RHODAN NEO auskennen. Mir hat er so gut gefallen, dass ich ihn sicher, noch ein zweites Mal lesen werde. Mein Dank richtete sich an den PERRY RHODAN-Redakteur für die Idee und an den Autor für die perfekte Umsetzung.

Der Roman erschien mit zwei unterschiedlichen Covern. Wobei das von Köln nur in einer begrenzten Auflage und zu einem höheren Preis im Online-Shop von PERRY RHODAN zur Verfügung steht.

Und die Sirenen blieben stumm

Diesen Donnerstag fand der erste nationale Warntag statt, der mehr oder weniger offen zeigte, dass wir in Deutschland während einer Katastrophensituation ziemlich alt aussähen.

Ich kann mich gut daran erinnern: wenn ich als Kind eine Sirene hörte, wurde mir ganz warm und ich bekam ziemliche Angst, obwohl es immer nur ein Probealarm war. Diese Adrenalin-Reaktion ereilt mich bis heute in unveränderter Intensität. Dabei habe ich viele Probealarme in der Schule miterlebt. Es waren mindestens zwölf, in jedem Schuljahr mindestens einer. In der neunten Klasse wurden uns im Zivilkundeunterricht die verschiedenen Signaltöne – vom Chemischen bis zum Atomalarm – vom Tonband vorgespielt. Jeden Mittwochnachmittag um ein Uhr heulten die Sirenen in der ganzen Stadt einmal für einen Probealarm. Als ich in den frühen Neunzigern nach Bayern zog, fand der Probealarm einmal im Monat am Samstag statt. Und das obwohl es in dem Dorf nur eine handvoll Häuser gab. Von meinem Fenster konnte ich die Sirene auf dem Dach gegenüber sehen, dementsprechend laut war es.

Nach meiner Rückkehr nach Thüringen verstummten die Sirenen. Sie wurden innerhalb eines Jahrzehnts überall in Thüringen abgebaut. Der Kalte Krieg war vorüber und die Feuerwehr arbeitete mit Funkmeldeempfängern. Ich kann mich nicht mal erinnern, ob es an der Uni je einen Probealarm gegeben hat.

Eine richtige Sirene hörte ich erst wieder, als ich nach Waging zog. Sie steht unweit von unserem Haus und heult jeden ersten Samstag im Monat um Elf Uhr Elf drei Mal (Was eigentlich verwirrend ist, weil dies das Signal eines Feueralarms und nicht das eines Probealarms ist.) Außerdem hört man sie, wenn es einen Unfall gab oder ein Feuer ausgebrochen ist. Am Warntag am Donnerstag blieb sie allerdings stumm.

Warum, erklärte mir am Abend mein Mann, der es von einem Kollegen wusste, der beim DLRG ist. Die Sirene in Waging gehört der Feuerwehr. Für den Katastrophenschutz gibt es im Landkreis Traunstein nur zwei (ich betone zwei!) Sirenen. Eine davon steht in Trostberg. Die Sirenen der Feuerwehr wurden also nicht für den Warntag genutzt. Warum nicht, wissen wahrscheinlich nur die Beamten in den jeweiligen Behörden und Ministerien. Auch in Saalfeld blieben die Sirenen stumm. (Das wurde sogar in der Zeitung angekündigt.) Aus gutem Grund, weil es entweder keine Sirenen mehr gibt, die wurden bekanntlich abgebaut, oder weil sie nicht in der Lage sind, den vorgeschriebenen Ton für den Katastrophenalarm zu erzeugen.

Wie man in den Medien mitbekam, hat das mit den Warn-Apps wohl auch nur so halbwegs funktioniert. Wenn man davon ausgeht, dass nicht alle Menschen in Deutschland ein Smartphone haben, dass es auch keine flächendeckendes Mobilfunknetz gibt, wie beispielsweise im Waginger Gewerbegebiet, wo viele Leute arbeiten, dann fragt man sich, ob so eine Sirene nicht doch sinnvoll wäre. Die Naturkatastrophen werden in Zukunft nicht weniger werden.

Sehr gut in Erinnerung geblieben, ist mir der nationale Warntag in Österreich 2016. Der fand nämlich während des AustriaCons statt. In dem Gebäudekomplex der Wiener Verkehrsbetriebe hallte die Sirene so laut, dass man sich draußen die Ohren zuhalten musste und drinnen die Vorträge der Autoren unterbrochen werden mussten, weil keiner mehr ein Wort verstand. Der Zinnober dauerte den halben Tag. Alle Stunde wurde ein neuer Signalton ausprobiert, vom chemischen bis zum Atomalarm. Vielleicht sollten die Deutschen doch hin und wieder mal über die Grenzen schauen und sich ansehen, wie man sowas macht. Wobei ich natürlich nicht weiß, ob damals die Sirenen auch in den Dörfern außerhalb der Donau-Metropole geheult haben oder bis hinauf ins letzte Bergdorf.

Hoffen wir, dass es in nächster Zeit zu keiner Katastrophe kommen wird. Wahrscheinlich würden die meisten von uns erst dann etwas davon mitbekommen, wenn es zu spät ist.

Auf den Berg geschleppt

Ich bin echt nicht mehr in Form. Als wir am Samstag zu einer Wanderung auf die Mittelstation des Hochfelln aufbrachen, war ich schon nach wenigen Höhenmetern außer Puste. Das Corona-Frühjahr hat seine Spuren hinterlassen.

Mit meiner Fitness war es schon vorher nicht so weit her, aber am Samstag war es echt schlimm. Ich fühlte mich elend, wie ich mich Schritt für Schritt die 450 Höhenmeter den Forstweg hinaufquälte. Immer kurz vorm Asthmaanfall. Mein Mann ging geduldig neben mir her. Für ihn war es ein leichter Spaziergang, da er in diesem Jahr schon zweimal bis auf den Gipfel rauf und wieder runtergewandert war.

Ich hielt zumindest bis zur Mittelstation durch und wir gingen sogar noch ein paar Meter weiter zur Bründling Alm. Ich war seit bestimmt drei Jahren nicht hier oben. Es war unglaublich viel los. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Leute dort oben wandern gesehen. Schon gar nicht an einem Samstag. Wir suchten uns abseits des Weges eine Bank und tranken eine Kleinigkeit. Die Sonne schien fast zu warm, dafür war es beim Aufstieg durch den Wald angenehm gewesen.

Rückwärts nahmen wir die Seilbahn, weil der Abstieg meinem Knie nicht gut bekommen wäre. Abwärts war die Kabine auch nicht zu voll und mit Maske war das auch zu ertragen. Die Schlange Menschen an der Talstation war allerdings bemerkenswert. Die Kabinen waren so voll, da wäre ich sicher nicht mitgefahren.

Zurück zu meiner mangelnden Fitness. Schon am Samstagnachmittag tat mir alles weh: Waden, Oberschenkel und Arme. Sonntagmorgen hab ich überlegt, wie ich am besten aus dem Bett komme, ohne mich zu sehr bewegen zu müssen. Zum Glück wurde es im Laufe des Tages besser. Wir saßen die meiste Zeit im Auto, weil wir nach Ulm gefahren sind. Aber ich spürte die körperliche Erschöpfung noch bis Dienstag.

Das heißt, ich muss das am Wochenende wiederholen. Dieses Mal mit einer kombinierten Rad- und Wandertour. Mal sehen, das Wetter soll ja schön werden.

Anbei ein paar schöne Fotos. Mein Mann hat auch welche von mir gemacht. Aber den Anblick möchte ich allen lieber ersparen.