Leticrons Fall – Ein Bösewicht wird entsorgt

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 295 – »Blut und Spiele« von Marlene von Hagen

Kurz vor Vollstreckung der Infiniten Todesstrafe wird Perry Rhodan von einer Gruppe Widerständler um den Arkoniden Gracchus befreit und nach Arkon III gebracht.
Doch Leticron kann ihn aufspüren und jagt ihn durch ein Tunnellabyrinth, welches die Unterwelt von Arkon III durchzieht. Mehrmals entgehen Rhodan und seine beiden Begleiterinnen dem Tod, bis sie von Gracchus Leuten gefunden und an die Oberfläche gebracht werden.

Hier kommt es zum finalen Showdown mit Leticron, dessen neue Rüstung den Überschweren unbesiegbar zu machen scheint. Atlan und Gucky kommen Perry Rhodan zu Hilfe, als er zu scheitern droht. Während Gucky den Terraner in Sicherheit bringt, stellt sich Atlan Leticron entgegen. Der Arkonide kann den Ersten Hetran und amtierenden Imperator nur deshalb besiegen und töten, weil Leticrons Stellvertreter Maylpancer die Rüstung manipuliert hat. Dieser ernennt sich gleich darauf zum neuen Ersten Hetran.
Perry Rhodan, Atlan, Gucky und die Widerständler flüchten in einem Lurchähnlichen Gefährt, das Eric Weidenburn entwickelt hat zu dessen Schiff. Mit Hilfe der STAC können sie aus dem Arkonsystem fliehen und auf die SOL zurückkehren. Hier erfährt Atlan, das Eric Weidenburn sein Sohn ist. Bei der anschließenden Beisetzung von Atlans Vater auf einem Bruchstück der Elysischen Welt, verschwindet auf mystische Weise Atlans Zellaktivator. Die Beteiligten vermuten, das Nathalie Rhodan, dem Arkoniden zur finalen Unsterblichkeit verholfen hat, wie zuvor Perry und Thora.

Der König ist tot. Es lebe der König! So oder so ähnlich lautet das Motto dieses Romans. Leticron ist Geschichte und sein Nachfolger wird es wohl auch bald sein. Dafür, dass diese Figur lange aufgebaut wurde, ging mir das zu schnell und zu glatt. Außerdem ist von dem durchaus intelligenten und überlegenen Widersacher, als der er eingeführt wurde, nicht mehr viel übrig. Leticron verhielt sich in den letzten Romanen eher dumm und größenwahnsinnig. Das hatte nichts mehr mit dem gefährlichen Feind zu tun, der er einmal war.

In Erinnerung bleiben wird mir der Roman durch seine Brutalität. Allein die detaillierte Beschreibung der tödlichen Schaukämpfe und der Infiniten Todesstrafe war grenzwertig. Da gab es bereits andere Romane, die wegen solcher Szenen eine Triggerwarnung bekommen haben. Hier trifft es die Leser unvorbereitet.

Worauf überhaupt nicht mehr eingegangen wurde – in keinem der vergangenen Romane – ist, was Alaska Saedelaere über Leticron berichtet hatte. Nämlich, dass der Überschwere Angst vor etwas mit dem Namen »Symaios« hat, das angeblich die Milchstraße und das ganze Universum bedroht. Deshalb ist die SOL überhaupt nach Arkon geflogen. Nun heißt es plötzlich wieder: »Ihr müsst unbedingt zurück ins Solsystem, da braut sich was zusammen.« Ja, was denn nun? Tut, mir leid, aber dieses Hin und Her ist nicht zielführend und auch nicht logisch. Ich befürchte fast, dass hier selbst die Exposé-Autoren nicht mehr recht durchblicken.

Was den Rest des Romans angeht, so gibt sich die Autorin Mühe, den Figuren auf der Hetzjagd durch die Geschichte Leben einzuhauchen, was ihr auch meistens gelingt. Gucky ist so ein positives Beispiel. Kerlons Tod am Anfang fand ich unnötig, ebenso die Konfrontation mit den phantastischen Wesen im Untergrund. Dieser Teil der Geschichte wirkte für mich aufgesetzt und nicht der Handlung zugehörig. Das schräge Gefährt von Eric Weidenburn eingeschlossen. Mal davon abgesehen, dass man sich fragt, wie der junge Mann, so ganz alleine, den »Lurius« in so kurzer Zeit hat entwickeln und bauen können. Sorry, aber das sind mir ein paar Zufälle zu viel.

Der finale Kampf erinnert an eine Schlacht aus einem Marvel-Film. Wobei ich froh bin, dass Atlan ihn zumindest selbst bestreitet. Der Arkonide hätte übrigens von Anfang an die Hauptfigur des Romans sein müssen. Es hätte die Unterstützung durch die Essoya erklärt. Perry Rhodan ist auf Arkon bestenfalls ein bekannter Name, aber ob sich Arkoniden (egal ob Essoya oder Adlige) für einen Terraner opfern würden, ist doch sehr fraglich. Während Atlan der legitime Nachfolger des Imperators ist und eine ganz andere Stellung unter den Arkoniden hat.

Am Ende wird die Geschichte sehr rührselig, leider nicht so tiefgehend und echt, wie das bei den Romanen von Rüdiger Schäfer der Fall ist, sondern eher plump. Das hatte fast schon etwas von PERRY RHODAN-Romance. Ohne das negativ zu bewerten – mir gefällt sowas – kann ich mir jedoch gut vorstellen, dass vielen NEO-Lesern, diese Art der Intimität nicht schmecken wird.

Während Eric Weidenburn der Sohn von Atlan und Mirona Thetin ist, handelt es sich bei Gracchus um den Sohn von Torgen Shenn. Der Sohn eines Norwegers und einer Arkonidin war einst Leiter der Arkon-Mission der MAGELLAN, bevor er terranischer Botschafter auf Arkon I wurde. Sein Verhältnis zu Perry Rhodan galt als schwierig. Sein Sohn ist wahrscheinlich deshalb neugierig auf Rhodan. Was vielleicht der Grund dafür ist, weshalb der arkonidische Widerstand Rhodan so selbstlos unterstützt. Wobei das für mich, allerdings ein sehr sehr dünnes Argument darstellt.

Wer auf Gewalt und rasante Action steht, dem wird »Blut und Spiele« gefallen. Wer gehofft hatte, Leticron noch einmal als klug handelnden Bösewicht zu erleben, wird von seinem plötzlich Ableben enttäuscht sein. Von der Lösung von Atlans Zellaktivator-Problem allerdings auch. Schwamm drüber!

Ahhhhh!

Ahhh! Die Erste:

Nicht schon wieder!

Unsere Monstera beglückt uns erneut mit einem Blatt. Ich hatte sowas bereits befürchtet, aber, dass es so schnell gehen würde …

Mein Mann hatte das Blatt am letzten Wochenende entdeckt und jetzt ist es schon fast ausgerollt. Unsere zweite »kleinere« Monstera muss natürlich nachziehen. Hier habe ich auch ein neues Blatt entdeckt. Bei der ist das nicht so schlimm, die ist schön buschig und die Blätter sind nicht so riesig. Wahrscheinlich, weil wir sie vor ein paar Jahren mal radikal geköpft hatten.

Ahhhh! Die Zweite:

Den ganzen Samstag haben wir damit verbracht Regale, für unseren Keller zusammenzuschrauben. Ich habe als Kind liebend gern mit Metallbaukästen gespielt. Das hier war ähnlich, mit vielen Schrauben, Muttern und Lochleisten. Dennoch entpuppte es sich als recht knifflig und vor allem anstrengend. Man ist dann doch keine Zwanzig mehr und das viele Bücken, Knien und am Boden herumrobben ist dann doch etwas beschwerlich.

Für das erste Regal mit vier Böden haben wir daher eine Dreiviertelstunde gebraucht. Unteranderem, weil wir es nochmal auseinander schrauben mussten. Die Decke ist schräg und es hat um einen Zentimeter nicht gepasst. Die weiteren gingen etwas schneller, aber …

Wer zur Hölle kommt auf die Idee vor dem Verkauf die Muttern auf die Schrauben zu drehen. Ahhh! Ich habe gefühlt erstmal tausend Muttern von den Schrauben drehen müssen, damit wir die überhaupt verwenden konnten. Sowas verschickt man getrennt, aber doch nicht fertig verschraubt. Das hat uns sicher eine Stunde mehr gekostet und mir wunde Fingerkuppen eingebracht. Argl!

Zehn Jahre Waging

Nachdem ich ab Juni 2007 mehr oder weniger regelmäßig die Wochenenden in Waging verbrachte – im Wechsel mit Saalfeld – zog ich im Januar 2013 endgültig aus meiner Wohnung in München aus.

Ich wohne nun also seit zehn Jahren in Waging. Der Weggang aus der Großstadt ist mir nicht so schwer gefallen, wie ich anfangs befürchtet hatte. Nach zwölf Jahren München hatte ich einfach die Nase voll. Obwohl von einer Millionenstadt in eine 6000-Seelengemeinde wie Waging zu ziehen, schon ein arger Schnitt war. Aber da ich nun dort wohne, wo andere Urlaub machen, empfinde ich das tatsächlich als angenehm.

Wenn ich rausgehe und zehn Minuten gehe, bin ich im Wald oder in zwanzig Minuten am See. 100 Meter die Straße hoch und ich habe das schönste Alpenpanorama vor mir. Das hat schon was. Inzwischen kenne ich viele Leute hier, erlebe aber auch täglich den Wandel und die Krisen eines Lebens auf dem Land mit.

Daher freue ich mich, wenn ich ein oder zwei Mal im Monat aus der provinziellen Enge ausbrechen darf. Dann nämliche fahre ich nach Saalfeld, das mit 25.000 Einwohnern immerhin eine Kreisstadt ist.

Schreibstatistik

Am Montag habe ich endlich nach fünf Jahren meinen Zeitreise-Roman beendet. Ein neuer zeitlicher Negativrekord, der unteranderem der Pandemie und ihren Auswirkungen geschuldet ist. Aber das soll hier nicht Thema sein.

Ich habe mich unlängst mal wieder gewundert, wie viele Leute eine Internetseite haben, auf denen sie sich als »Autor« vorstellen. Wenn man aber in die Liste der veröffentlichten Publikationen blickt, findet man meist nur eine oder zwei Gedichte oder Kurzgeschichten, die in Fanzines oder auflagenschwachen Magazinen erschienen sind.

Ich schreibe seit 30 Jahren, würde mir aber nicht anmaßen, mich Autorin zu nennen. Ich würde mich höchstens als Hobbyautorin bezeichnen oder wie sich PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick immer selbstbetitelt – als »Gelegenheitsautor«.

Daraufhin kam mir der Gedanke, dass ich mal zusammenzählen könnte, wie viel ich in den vergangenen drei Jahrzehnten eigentlich geschrieben habe. Leider kann ich nur die Romane und Kurzgeschichten-Sammlung angeben. Wie viele Artikel, Kolumnen, Rezensionen und Kurzgeschichten ich darüberhinaus verfasst habe, darüber habe ich keinen Überblick. Da müsste ich länger recherchieren.

Also, hier habe ich die kleine Schreibstatistik zusammengestellt:

Ich war ganz schön baff, wie viel da in 30 Jahren zusammengekommen ist. Über vier Millionen Zeichen habe ich in Romane gesteckt. Ja gut, so ein Fantasy-Autor schafft mühelos eine Million pro Roman. Aber ich war trotzdem überrascht, dass es so viel ist. Die meisten Romane sind Fan-Fiktion und wurden in Fanclubs veröffentlich. Auffällig ist, dass ich sehr viel mehr Romane, als Kurzgeschichten geschrieben habe. Mir liegt die lange Form irgendwie mehr, da ich mich gern ausführlich mit meinen Figuren beschäftige. Bei einer Kurzgeschichte, geht es ja hauptsächlich um eine Idee.

Die Zeiträume geben nicht die reine Schreibzeit an, sondern schließen auch die Überarbeitung mit ein. Ich bin ein fanatischer Überarbeiter, das mache ich fast lieber als das Schreiben selbst. Da wird so lange gefeilt, bis alles passt. Ein schönes Beispiel dafür ist »Parallelwelten«. Geschrieben habe ich die Geschichte in gut einem Jahr von 2013-2014. Die Überarbeitung hat dann nochmal zwei Jahre in Anspruch genommen.

Ich schreibe nicht jeden Tag. Manchmal schreibe ich wochen- oder monatelang nicht. Bis es mich mal wieder packt und ich 16.000-20.000 Zeichen am Tag raushaue. Wer genau hinsieht, wird erkennen, dass ich zwischen 2010 und 2013 gar nicht geschrieben habe. Damals hatte ich zwar eine Geschichte im Kopf, konnte mich aber nicht aufraffen, sie niederzuschreiben. Das Exposé und ein paar Kapitel existieren zwar, aber ich habe die Geschichte nie zu Ende geschrieben. In dieser Zeit ging es mir gar nicht gut. Ende 2012 kumulierte das dann, als es mir auch gesundheitlich schlecht ging. Ich beschloss 2013, spontan wieder mit dem Schreiben anzufangen und siehe da, es krempelte mein Leben komplett um hin zu etwas Besseren.

Seit dem habe ich nicht aufgehört zu schreiben. Durch meinen Blog wurde dass in den vergangenen Jahren mitunter aber ein bisschen viel. Deshalb habe ich im letzten Jahr beschlossen, nicht mehr so exzessiv zu bloggen und meine Kreativität mehr in andere Texte zu stecken. Meist sind es leider die von anderen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Jetzt freue ich mich auf die finale Überarbeitung meines Zeitreise-Romans. Einen Großteil habe ich schon ein paar Mal überarbeitet und korrigiert. Es fehlen nur noch die letzten Kapitel. Was ich damit mache, weiß ich noch nicht. Mir geht es in erster Line um den Prozess des Schreibens, weniger um das veröffentlicht werden. Weshalb ich mich auf meinem Blog nicht als Autorin verkaufe, obwohl ich wahrscheinlich mehr geschrieben habe, als manch anderer, der sich so nennt.

Kamihimo Meisterstück

Nach einer kleinen Pause habe ich mich mal wieder an ein Kamihimo-Projekt gewagt. Dieses spezielle Muster hat mich schon lange gereizt. Ich hatte auch schon mal damit angefangen, es aber erfolglos wieder aufgegeben.

Ich will ehrlich sein, ich bekam es einfach nicht hin.

 

Wenn es eines gibt, was mich nicht loslässt, dann sind das Sachen, die mir nicht gelingen wollen. Ich probiere es dann so lange, bis es gelingt. So wie dieses Muster. Es hat mich immer wieder beschäftigt, denn es sieht so harmlos aus. Das war kein Zustand den ich akzeptieren wollte. Also habe ich YouTube konsultiert und auf diversen japanischen Webseiten nach Lösungen geforscht, ohne großen Erfolg. Irgendwann kurz vor dem Jahreswechsel hat es mich einfach gepackt. Das konnte doch nicht so schwer sein.

Denkste! Ich folgte zwar den Anleitungen, aber irgendwie verhielt sich meine Flechterei nicht so, wie sie sollte. Die Streifen fielen immer wieder auseinander. Ich wünschte mir vier Hände, um alles festzuhalten. Irgendwann kam mir die Idee. Ich hatte schon mehrfach gesehen, dass Leute die Kamihimostreifen anfeuchten. Ich selbst hatte das noch nie gemacht, weil das bis jetzt nicht notwendig gewesen war. Jetzt probierte ich das aus. Mit einer Sprühflasche sprühte ich den Anfang des Musters ein und fügte nach und nach die neuen Streifen hinzu. Das Material quoll auf und wurde flexibel, blieb aber reißfest. So konnte ich die Streifen enger aneinander schieben und das Muster nahm endlich die Gestalt an, die es haben sollte. Es erforderte allerdings einiges an Geschick, aus dem flachen Muster ein Körbchen zu formen und mit einem schönen Rand zu versehen. Diese Form der Umrandung war auch neu für mich.

Ich gebe zu, dieses Projekt war eine ziemliche Fummelei und ich bin mir sicher, dass ich das nicht so schnell wiederholen werde, aber das Ergebnis sieht schon toll aus. Verkaufen kann man sowas nicht, dazu stecken zu viele Arbeitsstunden drin. Dafür haben wir jetzt ein schickes neues Brotkörbchen.

Autorenleben

Sie haben bisher mehr als 20 Millionen Bücher verkauft. Ihre Werke landen regelmäßig auf den Bestsellerlisten und dennoch werden sie vom Feuilleton völlig ignoriert. Jeder hat zumindest schon mal von ihnen gehört, manche auch mindestens eines ihrer Bücher gelesen. Die Rede ist von Iny Klocke und Elmar Wohlrath, die unter dem Pseudonym Iny Lorenz gemeinsam historische Romane schreiben. Ihr bekanntestes Werk ist »Die Wanderhure«, das 2010 mit Alexandra Neldel verfilmt wurde.

Die Reihe »Lebenslinien« vom Bayrischen Rundfunk hat den beiden jetzt eine Sendung gewidmet. In der Dreiviertelstunde erzählt das Autoren-Ehepaar, das in der Nähe von München wohnt, von ihrer schweren Kindheit, ihrem Wunsch Geschichten zu erzählen und wie dieser Wunsch letztendlich wahr wurde. Das ist mitunter sehr emotional und ging mir sehr nahe. Ich denke, dass das Schicksal der beiden ebenfalls einen spannenden Roman füllen würde. Denn niemand erzählt bessere Geschichten, als das Leben selbst. Sehr gefreut habe ich mich, dass der rührige Gustav Gaisbauer (Organisator des OldieCon und Herausgeber des »Fantasia« vom EDFC e. V.) in der Dokumentation einen kleinen Auftritt hat. Die beiden haben sich in dem von ihm mitgegründeten Fantasy-Club kennengelernt.

Persönlich habe ich weder die Verfilmung noch einen Roman von den beiden gelesen. Ein Umstand, den ich auf Grund der Dokumentation unbedingt ändern muss.

Wer mehr über das Leben der beiden Autoren wissen möchte, kann sich die Sendung in der Mediathek des BR ansehen. Es lohnt sich.

Neues Jahr, neues Blatt

Pünktlich zu Weihnachten hat uns unsere Monstera mit einem neuen Trieb beglückt. Das fünfte Blatt in 2022. Inzwischen hat es sich voll entfaltet und stößt an die 2,50 m hohe Decke. Ich bin gespannt, wann der zweite Ast nachzieht und das nächste Blatt austreibt. Wir haben beschlossen für die Pflanze eine neue Heimstätte zu suchen, sind aber noch nicht fündig geworden.

Die Feiertage 2022/2023 vergessen wir lieber schnell wieder. Ich will hier auch nicht mehr sagen, als dass es das schlimmste Weihnachten war, das ich bisher erlebt habe. Kurz vor dem Jahreswechsel habe ich mir auch noch was eingefangen und huste und schniefe jetzt schon seit Tagen herum, ohne dass es besser zu werden scheint. Nein, es ist nicht Corona, sondern eine akute Bronchitis. Das ist aber auch nicht gerade angenehm, vor allem wenn man nachts keinen Schlaf findet, weil man sich förmlich zu tode hustet.

In den vergangenen Wochen sind in meinem Umfeld mehrere Menschen gestorben, die ich gut kannte. Das ist immer sehr traurig, vor allem bei denen, die eigentlich noch gar nicht so alt waren. Vorgestern hat mich ein ehemaliger Arbeitskollege und guter Freund angerufen, und mir erzählt, dass er an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war. Zu seinem großen Glück und dank seiner unglaublichen Fitness hat er den Krebs besiegt und ist schon wieder mit Mountainbike, Gleitschirm und Skiern unterwegs. Das schaffen nur sehr Wenige mit dieser Diagnose.

Was war sonst noch los?

Die Ladesäule in Waging, an der wir jetzt zwei Jahre kostenlos geladen haben, wurde abgeschaltet. Wir laden jetzt in der Tiefgarage an unserer Wallbox. Dafür stellen wir demnächst ein zweites Balkonkraftwerk auf. Wenn bloß der lästige Papierkram nicht wäre. Heute haben die Gemeindewerke unseren Zähler getauscht in einen Zweirichtungszähler. Laut Gesetz sind sie dazu verpflichtet. Es könnte ja sein, dass wir mit unseren 300 Watt Panel Strom ins Netz einspeisen, den man uns vergüten muss. Haha! Es ist fast schon lächerlich, was da betrieben wird.

Apropos Tiefgarage. Gestern war die Polizei da, weil wohl ein gestohlenes Fahrzeug in der Tiefgarage abgestellt wurde. Heute wurde es schon abgeholt. Na Hauptsache es wurde keins geklaut.

Mit DHL habe ich ein Hühnchen zu rupfen. Klingeln die letztens. Ich mache auf. Sie übergeben meiner Nachbarin ein Paket und gehen wieder. Na gut, denke ich, dann haben sie halt sicherheitshalber bei allen geklingelt. Als ich Stunden später den Briefkasten aufmache, flattert mir ein Benachrichtigungsschein in die Hände. Man habe mich nicht angetroffen und die Sendung in die Packstation gebracht. Hä! Leute, ich hab euch die Tür aufgemacht und gewartet. Aber ihr habt nur der Nachbarin ein Paket übergeben nicht mir. Nun ja, vielleicht hatte ich vergessen meine Tarnvorrichtung auszuschalten und die Postbotin hat mich einfach nicht gesehen.

Meine Erwartungen an 2023: Keine. Außer, dass ich hoffe, das 2023 nicht so weitergeht, wie es angefangen hat. Man sollte sich in Tagen wie diesen, einfach mit wenig zufrieden geben. Wenn man sich die Welt so anschaut, kann es eigentlich nur schlimmer werden.

Sherlock aus Andromeda

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 294 – »Weidenburn« von Rüdiger Schäfer

Eric Weidenburn ist ein hochbegabtes Kind, dessen Eltern von Piraten vor seinen Augen ermordet werden. Er nutzt seine Intelligenz, um den Piraten zu entkommen und die Firma seines Vaters zu übernehmen, obwohl er erfährt, das er adoptiert wurde. Innerhalb von wenigen Jahren wird er zum reichsten Thetiser in Andromeda. All sein Geld steckt er in das, was ihn am meisten fasziniert – die Wissenschaft.
Er lässt mit der STAC das modernste Raumschiff Andromedas bauen und fliegt damit durch den Leerraum zur Milchstraße. Sein Ziel – der Beweis seiner Theorie des »Spiritually Triggered Array of Completeness« und der Wunsch seine leiblichen Eltern zu finden.

Er besucht die Erde und die Terranischen Kolonien und ist von der Menschheit und besonders von Perry Rhodan beeindruckt. In M 13 verliert er jedoch bei der Untersuchung eines zehntausend Jahre alten arkonidischen Forschungsstützpunkt die komplette Crew der STAC durch eine Infektion mit Amöbophagen. Er wird von den Überschweren gerettet und zu Leticron gebracht. Dieser ringt Eric Weidenburn das Versprechen ab, für die Exemplarische Instanz zu arbeiten und stellt ihm alle Mittel zu Verfügung.
Eric ist unschlüssig, was er tun soll, bis er in den Nachrichten auf Arkon den Namen Perry Rhodan hört.

Rüdiger Schäfer ist ein Meister der Biografien. Er hat im Laufe der vergangenen 200 Bände seit seiner Übernahme der Exposésteuerung für NEO schon viele solcher exzellenten biografischen Werke abgeliefert. Dieses Mal beschreibt er den geheimnisvollen Weidenburn, der nicht nur in Andromeda, sondern auch auf der Erde seine Strippen zieht, sowohl in wirtschaftlicher als auch politischer Natur.

Das achtzehnjährige Wunderkind erinnert mich stark an den von Benedict Cumberbatch verkörperten Sherlock Holmes aus der TV-Serie »Sherlock«. Überdurchschnittlich intelligent aber ohne Gespür für soziale Interaktionen. Das macht natürlich neugierig darauf, wer seine Eltern sein mögen. Ich bin fast sicher, dass es sich dabei um Atlan und Mirona Thetin handelt, weiß aber nicht, ob die Liduurische Genstruktur sich tatsächlich so stark von der der Thetiser oder Arkoniden unterscheidet. Möglicherweise hat da noch eine dritte Partei ihre Finger im Spiel. Vielleicht wurde er als Fötus genetisch aufgewertet, während er in einer künstlichen Brutkammer auf Esphar heranwuchs. Den Schwestern der Tiefe oder Es wäre das durchaus zuzutrauen.

Stilistisch ist der Roman interessant aufgebaut. Die drei Handlungstränge spielen zu unterschiedlichen Zeiten. Es beginnt mit der Zerstörung des Forschungstützpunktes in M 13 im September 2108 und geht weiter mit dem, was einen Monat zuvor passierte. Unterbrochen wird die Erzählung von Erics Erinnerungen, welche die Jahre 2095 bis zur Entdeckung der Forschungsstation der Arkoniden abdecken. Da die Kapitel mit entsprechenden Datumsangaben ausgestattet sind, kann man der Erzählung aber leicht folgen.

Am Ende musste ich allerdings doch die Stirn runzeln. Weidenburn wird auf Perry Rhodan aufmerksam, nachdem dieser festgenommen wurde und ihm die Hinrichtung droht. Wenn ich davon ausgehe, dass der geheimnisvolle Gracchus aus Band 292 und Eric Weidenburn ein und die selbe Person sind, dann muss Weidenburn Perry Rhodan schon vor seiner Verhaftung begegnet sein, nämlich als Atlan, Rhodan und Ihin da Achran auf Arkon III in der Kommunikationsstation festsaßen.

Rüdiger Schäfer stellt mit »Weidenburn« eine neue ungewöhnliche Figur vor, die uns in den nächsten Romanen sicher noch häufiger begegnen wird. Dieser und der vorherige Roman von Rainer Schorm haben mich mehr fesseln können, als die Geschichten rund um Atlan und das Arkonidische Imperium.

Lunarer Thriller

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 293 – »Der Plan der Vollendung« von Rainer Schorm

Die Hyperinpotronik NATHAN auf dem Erdmond plant nach sechs Jahren die Rückversetzung von Erde und Mond aus dem Akonsystem ins Solsystem. Doch nicht jedem Erdbewohner gefällt das. Viele haben mit den Akonen auf Drorah oder Terra Familien gegründet. Manche fühlen sich hinter dem blauen Schirm, der das Akonsystem einschließt, sicher. Andere wiederum haben Angst, dass die Versetzung erneut in einer Katastrophe enden könnte. Bei einer Befragung stimmen dennoch 68,2 Prozent der Bevölkerung für eine Rückkehr ins Solsystem. Nur die Kinder, die bei der Versetzung vor sechs Jahren noch klein waren oder die erst danach geboren wurden, dürfen nicht abstimmen.
Auf der anderen Seite sind auch die Bewohner des Mars und der Kolonien der Terranischen Union nicht glücklich über den Umstand, dass die Erde wieder ihre dominierende Stellung einnimmt. In der Folge formieren sich diverse Widerstandsgruppen allen voran die »New Roots«, die durchaus militant für ein Verbleiben von Erde und Mond im Akonsystem eintreten.
Eine andere Gruppe scheint hinter Anschlägen zu stecken, die auf das Mondgehirn NATHAN verübt werden. Direkt davon betroffen ist der Technoläufer Sinclair Marout Kennon. Während eines der Anschläge verschmilzt der körperlich Beeinträchtigte mit seinem Pflege-Posbi Bee und wird zu einer Art Cyborg. Mit Hilfe seiner neuen Fähigkeiten kann er besser auf die Anschlagsserie reagieren und wird nach dem gewaltsamen Tod des Chefs der Lunaren Abwehr kurzerhand zu dessen Nachfolger ernannt. 
Die Angreifer nutzen akonische Halbraumtechnologie, um unbemerkt innerhalb der Hyperinpotronik Bomben zu legen und das Forschungsschiff HELIOS sowie die CREST II anzugreifen. Zu spät bemerkt Kennon, dass dies alles nur der Ablenkung dient und die Selbstmordattentäter es eigentlich auf den Zeitbrunnen in NATHANS Herz und die Zeitpfütze in der CREST II abgesehen haben. Beides ist für NATHANS Plan der Vollendung zwingend notwenig.
Laura Bull-Legacy, Leibnitz mit der Posbi Monade und Margret Steinfall, die mit der HELIOS aus dem Solsystem gekommen ist, verteidigen die Zeitpfütze auf der CREST II. Während Kennon zusammen mit dem Imarter Rascal Woolver und einer Gruppe Posbi versucht, die Attentäter daran zu hindern eine Fusionsbombe in der Nähe des Zeitbrunnens innerhalb NATHANS zu zünden. Es gelingt ihnen gerade so, eine Katastrophe zu verhindern. Die Bombe hätte den Mond zerstören und die Erde stark in Mitleidenschaft ziehen können.
Als Drahtzieher hinter den Anschlägen kann der marsianische Botschafter auf der Erde, Thatcher a Hainu, identifiziert werden. Die CREST II wird ins Solsystem vorausgeschickt, um als Anker zu dienen, damit die Erde ihre alte Position im Sonnensystem wieder einnehmen kann. Das Schiff soll geopfert werden. Die unheilbar erkrankte Kommandantin Gabrielle Montoya beschließt, zusammen mit ihrem Schiff unterzugehen.

Die Länge der Handlungszusammenfassung verdeutlicht wie viel erzählerisches Potenzial in dem Roman von Rainer Schorm steckt. Der Autor verknüpft Informationen aus den letzten 200 Romanen, um die technischen Vorgänge der Rückversetzung zu erklären. Da wird der eine oder andere Neueinsteiger Schwierigkeiten haben, es zu verstehen. Der Politthriller ist unheimlich spannend und eine willkommene Abwechslung in der von den Arkoniden beherrschten laufenden Staffel. Auch wenn ich nicht alle technischen Details verstanden habe, mit denen der Autor die Handlungen der Attentäter und das Entstehen des »Cyborgs« Sinclair Marout Kennon erklärt. Er weiß mich vor allem durch die Argumentationen der beiden Bevölkerungsgruppen zu fesseln.

Gehen oder Bleiben – ist in dem Fall eine sehr weitreichende Entscheidung, die gut durchdacht sein will. Schließlich trennen Sol- und Akonsystem 34.000 Lichtjahre. Die Einzelschicksale muss der Autor nicht mal beleuchten. Man kann sie sich lebhaft vorstellen, die Akonen und Terraner, die nun von einer der beiden Welten Abschied nehmen müssen, ohne zu wissen, wann sie sie wiedersehen werden. Nicht zu vergessen, die Familien die zerrissen werden oder die Freundschaften, die plötzlich durch eine Kluft von Zehntausenden Lichtjahren auf eine schwere Probe gestellt werden.

Andererseits sind die politischen Auswirkungen in der Terranischen Union ebenfalls nicht zu verachten. Das alles weiß Rainer Schorm sehr überzeugend anzusprechen, ohne dass er die Meinung einer Gruppe priorisiert. Das Für und Wider der Versetzung und die Spaltung der Gesellschaft ist der eigentliche Kern des Romans. Das wird absolut nachvollziehbar abgebildet. Noch vor drei Jahren hätte ich mich auf die Seite der Terransichen Regierung geschlagen und die Rückkehr für alternativlos gehalten. Nach drei Jahren Pandemie bin ich sensibler geworden, was das Berücksichtigen von abweichenden Meinungen betrifft. Jeder hat das Recht, das seine Ängste und Meinungen ernstgenommen werden. Dieses Gefühl vermittelt der Autor meisterhaft. Chapeau!

So ganz ohne Kritik geht es aber dann doch nicht. Geärgert habe ich mich über die Dummheit, dass man mal wieder »landen« muss. Mal davon abgesehen, dass die Landung eines Kugelriesen wie der CREST II ohnehin wenig sinnvoll ist, ist sie in diesem Fall absolut fahrlässig. Es gibt keinen Grund, warum das Schiff auf dem Mond landen muss. Letztendlich aktiviert NATHAN die Zeitpfütze auch so, ohne dass es eine direkte Verbindung zu ihm gibt. Das hätte wahrscheinlich auch funktioniert, wenn das Raumschiff im Orbit geblieben wäre. Aber gut, das wäre der Dramaturgie der Geschichte abträglich gewesen oder hätte sie verkompliziert. Dennoch hätte ich mir zumindest einen handfesten Grund für die Landung gewünscht.

Was mir schwerfiel zu verstehen, war die Beschreibung der Attentäter. Bei der ganzen Schirmakrobatik mit Halbraum- und Spieglfeldern, Prallschirmen und interferierenden Hochenergieschirmen habe ich irgendwann nicht mehr durchgeblickt. Und warum hat der Störimpuls, der die Halbraumfelder der Attentäter in NATHANS Herz ausschaltet, nicht ebenfalls die Antimaterie in der Fusionsbombe freigesetzt? Diese ist doch ebenfalls durch Halbraumtechnologie geschützt.

Abgesehen davon ist »Der Plan der Vollendung« ein absolut lesenswertes Werk, das vor allem durch seinen Protagonisten Sinclair Marout Kennon lebt. Es beweist, dass Rainer Schorm ein Händchen für Charaktere besitzt, die ein bisschen verschroben sind und von der Norm eines Helden abweichen. Sowas lese ich gern.