Mal wieder Wolfenbüttel

Zehn Jahre ist es her, dass ich zum ersten Mal an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel weilte. Nach fünf Jahren Pause besuche ich dieser Tage mal wieder ein Seminar. Dieses Mal geht es um die phantastische Kurzgeschichte mit kriminellen Hintergrund. Nach der FanEdition Nr.18 wollte ich eigentlich nie wieder einen Krimi schreiben. Aber dem Reiz, den Krimi mit der Kurzgeschichte zu verbinden, bin ich schließlich erlegen.

Viele der Teilnehmer kenne ich aus früheren Seminaren, oder aus dem PERRY RHODAN-Umfeld. Die Geschichten im Reader zum Seminar sind allesamt hochkarätig. Da hatte ich tatsächlich Mühe, etwas zum Kritisieren zu finden. Schon nach dem ersten Tag kann ich sagen, dass die Chemie zwischen den Teilnehmern und den Dozenten stimmt. Zum ersten Mal ist Olaf Brill als Dozent dabei. Eine Tatsache, an der ich nicht ganz unschuldig bin, da ich ihn Klaus N. Frick vergangenes Jahr vorgeschlagen habe.

Die Anreise gestaltete sich trotz Lokführerstreiks recht angenehm. Ausgerechnet der Zug, für den ich Platzkarten und eine Fahrkarte gebucht hatte, fuhr auch. Ich war mit Mark Kammerbauer unterwegs, wir hatten uns verabredet, die Zugreise gemeinsam anzutreten. Sie verlief sehr kurzweilig, weil jeder von uns viel zu erzählen hatte. In Braunschweig nahm uns dann Marie Erikson in Empfang und chauffierte uns mit dem Auto bis nach Wolfenbüttel. Vielen Dank nochmal dafür.

Morgen früh geht’s gleich weiter mit meinem Text. Ich bin gespannt, was Teilnehmer und Dozenten dazu sagen.

Der Schäfer und die Sch(l)äferin

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 324 – »Die Schläferin« von Rüdiger Schäfer

Die Labori Imara Tugh erwacht in einer irdischen Höhle in Menschengestalt. Sie wurde auf die Erde geschickt, um im Auftrag der Lordrichter Informationen für einen Hordenzug zu sammeln. Im Laufe ihrer Zeit auf der Erde erfährt sie nicht nur vieles über die Yissan (Menschen), sondern sie fängt an, Sympathie für die Bewohner Terras zu empfinden. Letztendlich verlässt sie sogar ihren Beobachterposten und greift aktiv in die Geschehnisse ein.
Zum Jahreswechsel 2114 wird mit Hilfe der Akonen ein blauer Schirm um das Solsystem aktiviert. Zuerst scheint alles gut zu gehen, doch schon wenig später kommt es systemweit zu Gravitationsstörungen, Sonnenstürmen und Naturkatastrophen auf allen Welten. Die Lage spitzt sich zu, als man versucht, den blauen Schirm wieder abzuschalten. Schließlich wird der Auslöser in den Überresten der Stehle lokalisiert, die Catron in Terrania wachsen ließ. Einhundert Meter unter dem Gebilde entdecken die Forscher Höhlen, von denen ein Hyperpuls auszugehen scheint, der mit dem Schirm wechselwirkt. Reginald Bull und eine Gruppe Wissenschaftler graben sich bis zu den Höhlen vor und stoßen dort auf die noch lebende Hülle von Catrons ehemaligen Bewusstsein, die sich instinktiv gegen den Schirm wehrt. Doch von dem Neurogewebe ausgehende Emanationen versetzen Bull und seine Mitstreiter in Handlungsunfähigkeit. Imara Tugh ergreift die Initiative, zerstört das Zerebrum und rettet damit nicht nur Reginald Bull das Leben.

Exposéautor müsste man sein, dann kann man seine eigenen Ideen fernab der Staffelhandlung verwirklichen. Das soll jetzt keine Kritik sein, aber ich finde es interessant, wie clever sich Rüdiger Schäfer die Sahnehäubchen der Handlung sichert.

Konsequent setzt er in »Die Schläferin« die Handlung von Band 304 fort. Kenner der Erstauflage werden mit den Namen »Horden von Garbesch« und »Lordrichter« etwas anzufangen wissen. Für mich sind sie komplett neu und unbefleckt. Unabhängig davon werden die Puzzleteile aber sehr gut im NEOversum platziert und geben einen kleinen Einblick in das Große und Ganze, völlig ohne Zwiebelschalenmodell. NEO-Leser wird es freuen, mehr über die Hintergründe zu erfahren, mit denen sich Perry Rhodan und seine Freunde seit Beginn der Serie herumschlagen müssen. Ein bisschen Wehmut aber bleibt, denn die Bodenständigkeit von NEO, das was die Serie viele Jahre ausgemacht hat, nämlich der Bezug zur näheren Gegenwart, geht damit leider vollends verloren. Da helfen auch die Versuche nicht, die Geschehnisse wissenschaftlich erklären zu wollen.

Gut gefallen hat mir die Darstellung der Beziehung zwischen Protektor Reginald Bull und der ersten Terranerin Sheela Rogard. Es sind diese Momente, die die Romane von Rüdiger Schäfer so besonders machen. Da liebt und leidet man gern mit. Das ist so lebensnah und weise geschrieben, wie man es in dieser Intensität nur bei sehr wenigen PERRY RHODAN-Autoren findet.

Herausheben möchte ich aber auch die Kapitel aus Sicht von Imara Tugh, die zunächst von den Terranern und ihrer »Weichheit« angewidert ist, sich aber der Faszination der Menschheit im weiteren Verlauf nicht entziehen kann. Was am Ende mit ihr passiert, wird leider nicht komplett aufgelöst, da ist von Tod bis zur Beförderung alles drin. Ich lasse mich überraschen, ob und wann wir die Labori wiedersehen werden.

Rüdiger Schäfer ist immer für einen lesenswerten NEO gut. Mit »Die Schläferin« hat er wieder einen spannenden Beitrag geliefert, der sich vor allem auf den Charakter von Reginald Bull und der Labori Imara Tugh stützt. Vielleicht schreibt er mal einen Roman, der den Titel »Die Schäferin« trägt, das wäre nur folgerichtig.

Die verflixte 13

Es war die 113. Ausgabe der SOL und im Nachhinein muss ich feststellen, dass bei dem Heft so einiges schief gelaufen ist. Es ist wohl doch etwas dran an der Sache mit der 13.

Vielleicht ist es auch einfach so, dass wir durch Krankheit, private Probleme und die angespannte Personalsituation in der SOL-Redaktion (bzw. der PRFZ) momentan am Limit sind. Seit September fehlt uns ein wichtiges Redaktionsmitglied. Was die Abläufe erheblich beeinträchtigt und mir zusätzliche Arbeit abverlangt. Da kann es schon mal vorkommen, dass man etwas vergisst oder übersieht.

So passierte es, dass keiner von uns gemerkt hat, dass auf der U3 die falsche Anzeige abgedruckt wurde. Dabei hatte ich die Anzeige für den ColoniaCon extra angefordert und auch auf unseren Online-Drive hochgeladen. Im gedruckten Heft erschien aber nochmal die gleiche Anzeige aus der SOL 112. Sehr peinlich und nicht sehr professionell. Um so schlimmer, weil es auch noch der letzte ColoniaCon sein wird. Die nächste SOL erscheint erst zum oder nach dem ColoniaCon im Mai, also können wir sie nicht einfach im nächsten Heft abdrucken. Ich habe mich bei den Veranstaltern des ColoniaCons entschuldigt und wir nehmen die Anzeige jetzt in den Newsletter. Ärgern tut es mich trotzdem.

Das war aber nicht alles. Wir haben außerdem einen der Schwerpunktartikel vergessen mit ins Heft zu nehmen. Das wiederum passierte durch einen kuriosen Zufall. Wir hatten nämlich zwei Artikel mit einem sehr ähnlichen klingenden Titel erhalten. Und weil beide Autoren ihren Namen nicht zum Text dazugeschrieben haben (das passiert übrigens sehr häufig), hielt ich es für ein und denselben Text. Der Autor war natürlich sehr traurig, dass sein Artikel nicht in der SOL abgedruckt worden war. Auch hier mussten wir uns entschuldigen. Sein Artikel erscheint dann in der 114.

Trotz mehrfachem Durchlesen von drei Leuten habe ich dennoch weitere Fehler in der SOL 113 entdeckt. Aber das bin ich schon gewohnt, das bleibt bei keiner Ausgabe aus. Ärgerlich wird es nur, wenn jemand dadurch benachteiligt wird, wie in diesem Fall.

Rückmeldungen aus der Leserschaft gab es ebenfalls schon. Wir überlegen, dafür eine Leserbriefseite in der SOL zu etablieren.

Schräg gefaltet

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 323 – »Der KLOTZ« von Rainer Schorm

An Bord der BASIS kämpft Lia Tifflor um das Leben des Kartanin Oogh at Tarkan. Dessen Erinnerungsschübe offenbaren seine irrwitzige Flucht als Kommandant der NARGA PUUR von seinem in einer Dimensionsfalte gestrandeten Schiff, dass er fortan als KLOTZ bezeichnet.
Icho Tolot hat an Bord der DOLAN mit ähnliche Problemen zu kämpfen. Ihn verschlägt ein Hilferuf erst nach Amber einer Welt außerhalb des normalen Raum-Zeit-Kontinuums, danach in die Kernzone von M87, auf einen Schiffsfriedhof, eine Kristallwelt, die offenbar die Quelle der Catron Strahlung ist, bis er schließlich mit der NARGA PUUR in der Dimensionsfalte kollidiert und in den freien Weltraum geschleudert wird. Hier entdeckt er die Energiesignatur des Tesserakts der BASIS und folgt dem Schiff.
Perry Rhodan ist höchst erfreut, seinen alten Freund Tolot wiederzusehen. Zumal der Haluter nicht nur eine neue weiterentwickelte DOLAN konstruiert, sondern auf seiner Odyssee nach M87 auch wertvolle Daten gesammelt hat. Als Oogh at Tarkan Perry Rhodan bittet, die NARGA PUUR aus der Dimensionsfalte zu befreien, lehnt dieser zunächst ab. Doch da präsentiert Demokrit, die Bordintelligenz der DOLAN, den Terranern eine Sensoraufzeichnung. Zusammen mit der NARGA PUUR ist ein zweites Schiff seit einer Millionen Jahren in der Verwerfung gefangen – die SOL.

Ohne Übertreibung kann ich behaupten, das dies der schrägste NEO-Roman war, den ich je gelesen habe. Ich verneige mich vor Rainer Schorm, der ein Feuerwerk unglaublicher Ideen abbrennt. Es ist so schräg, dass ich es hier nicht wiedergeben kann. Das muss man lesen, um es zu verstehen oder auch nicht. Denn vieles davon ist sehr komplex, man muss sich schon sehr anstrengen, um den Überblick zu behalten und den wissenschaftlichen Erklärungen zu folgen. Aber es ist unterhaltsam geschrieben und spannend wie ein Thriller.

At Tarkans Flucht aus der NARGA PUUR (oder dem KLOTZ) erinnert etwas an den Film »Cube“. Da wechseln sich nicht nur die Umgebungen mit jedem Schritt durch das nächste Schott, sondern auch die Dimensionen. Die grusligen Ideen, die der Autor hier eingebaut hat, jagen einem beim Lesen regelmäßig die Schauer über den Rücken.

Auch Icho Tolots Odyssee, die zwar nicht gerade zufällig scheint, ist mit brillanten Ideen gespickt. Einiges ist düster und makaber, aber den Ausgleich schafft Rainer Schorm durch witzige Dialoge und seinem Sinn für schwarzen Humor. Allein wegen der vielen flapsigen Kommentare und den tiefsinnigen Erklärungen ist der Roman es wert, gelesen zu werden.

»Der KLOTZ“ ist schräg und das ist nicht nur wörtlich zu nehmen. Er liest sich mitunter etwas anstrengend, aber durch die irrwitzigen Ideen des Autors und seines unverwechselbaren Humors ist es dennoch eine lohnenswerte Lektüre.

Star Trek – Die Hoffnung lebt

Quelle: Wikipedia

Sie können es ja doch noch.

Nach all den Enttäuschungen über die Neuverfilmungen von Star Trek in den vergangenen Jahren gibt es einen Hoffnungsschimmer im Star Trek-Universum und der heißt Star Trek: Strange New Worlds. Wir haben uns die erste und zweite Staffel auf Blu-Ray angesehen und ich muss zugeben, die Serie gefällt mir sehr gut. Sie hat was. Die Geschichten sind stimmig und haben einen tieferen Sinn. Die Schauspieler machen ihren Job gut. Anson Mount hatte mir schon in Star Trek: Discovery als Captain Pike gut gefallen. Das die Hauptcharaktere fast nur Frauen sind, die zudem noch besonders divers sein wollen, nehme ich mal hin. Aber divers ist das in meinen Augen nicht mehr, das ist eher ein Captain und sein Harem. Aber die Figuren sind sympathisch genug, um darüber hinwegzusehen.

Im Großen und Ganzen finde ich die zweite Staffel noch besser als die Erste. Meine Highlights der zweiten Staffel sind die Episoden: »Tomorrow and Tomorrow and Tomorrow« in der La’an Noonien-Singh und James T. Kirk in der Vergangenheit gestrandet sind, um die Zeitlinie wieder herzustellen, »Those Old Scientists« ein witziges Crossover zwischen den Star Trek-Serien »Strange New World« und »Lower Decks« und das erste Star Trek-Musical »Subspace Rhapsody«. Der Rest der Episoden war allerdings auch nicht übel. Zu »Subspace Rhapsody« habe ich mir sogar den Soundtrack geholt. Ich mag es eigentlich nicht, wenn in Filmen gesungen wird, aber hier war es gut gemacht und passte zur Handlung. Zum Glück können die Schauspieler sehr gut singen.

Was mir beim Zusehen aufgefallen ist, dass der Darsteller des James T. Kirk, Paul Wesley, dem Pike-Darsteller aus der Originalserie, Jeffrey Hunter, verblüffend ähnlich sieht. Ein bisschen älter und er hätte den Christopher Pike spielen können.

Ich hoffe, es geht weiter mit der Serie und es folgen noch viele qualitativ hochwertige Episoden. Darauf warte ich gern auch länger.

Verschlammt

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 322 – »Der Schlammplanet« von Marie Erikson

Nachdem ein geistig verwirrter Thomas Rhodan da Zoltral in die Antriebssektion der BASIS vordringt und dabei durch die Strahlung fast umkommt, erkennt Rhodan, dass er den Antrieb der BASIS reparieren lassen muss, bevor noch jemand zu Schaden kommt. Der Kartanin Oogh at Tarkan schlägt ihm vor, die drei Musketiere zu bitten, den Kontakt zu den technikaffinen Dumfries herzustellen. Zusammen mit Gucky, Douc Langur brechen sie in einem kleinen Raumschiff auf, um die Musketiere zu suchen. Nachdem Rhodan und Tarkan die Botschaft abgeschickt haben, erhalten sie als Antwort einen Hilferuf. Sie fliegen zum Planeten Duha, dessen Oberfläche vorwiegend aus Schlamm besteht. Rhodan und Gucky mischen sich in Spiegelfelder gehüllt unter die vier Meter großen einheimischen Duhari, die gerade eine Prozess vorbereiten. Drei Fremde haben versucht, ihre heilige Truhe zu öffnen und sollen in einem Schlammloch hingerichtet werden. Rhodan erkennt in den Drei seine Freunde Gayt-Coor, Torytrae und Doynschto aus Naupaum wieder. Gucky kann Gayt-Coor und Torytrae aus dem Schlammloch retten, in das man sie gestoßen hat. Bei Doyntscho versagen seine Kräfte. Es entbrennt ein kurzer Kampf zwischen den Duhari und den Kampfrobotern aus Rhodans Schiff und alle können von Duha fliehen.
Auf der BASIS trifft, dank der Drei Freunde, wenig später ein Team aus Dumfries ein. Doch Rhodans Taktik, den Fremden die Natur der BASIS zu verschleiern, schlägt fehl. Als auch noch Tarkan sich ungefragt dem Tesserakt nähert, kommt es beinahe zur Katastrophe. Teile des Antriebs explodieren. Drei Dumfries sterben und werden zusammen mit den Verbliebenen von ihren Leuten wieder abgeholt, während die BASIS mit einer Nottransition entkommen kann.

Der Roman ist zweigeteilt und ich muss gestehen, dass, wenn die Handlung auf dem Schlammplaneten nicht so unterhaltsam gewesen wäre, mein Urteil hier härter ausfallen würde. Marie Erikson gelingt es durch den ungewöhnlichen Weltenbau, die witzigen Einlagen mit Gucky und Rhodan und die sehr sympathische Beschreibung der drei Freunde aus Naupaum, mich die ersten zwei Drittel des Romans gut zu unterhalten. Man stelle sich vor: eine Echse, ein Yaanztroner und eine Gottesanbeterin in einem Schlammloch. Dazu ein Gucky, der unter eine Schlammdusche gerät und ein Perry Rhodan, der bei der Rettungsmission den Überblick behalten muss. Dieser Teil ist sehr leicht, sehr lustig und sehr gut geschrieben.

Die Handlung auf der BASIS verkommt dagegen zu einem Dilemma. Ich frage mich ja ganz ernsthaft, warum man Thomas Rhodan weiterhin durch die Handlung schleppt. Mir war die Figur nie wirklich sympathisch und ich ertappe mich dabei, dass ich mir wünsche, das Bewusstsein von Roi Danton möge den Körper von Rhodans Sohn komplett übernehmen. Ich fand die Szene am Anfang genauso unnötig wie später bei Oogh at Tarkan. Wenn es einen bestimmten Grund gibt, warum sich beide von der Tesserakt-Strahlung, die ja so gefährlich sein soll, angezogen fühlen, dann möchte ich dafür auch eine Erklärung bekommen.

Das andere ist Rhodans Einstellung den Dumfries gegenüber. Ist er tatsächlich so naiv, dass er glaubt, die besten Techniker von M87 erkennen nicht, was es mit der BASIS auf sich hat? Überhaupt, wie sollen sie etwas reparieren, wenn sie nicht wissen, was es ist? Und sie dann, nachdem alles so unglaublich schief läuft, einfach in Rettungskapseln auszusetzen und zu flüchten, sieht dem verantwortungsvollen Terraner nicht ähnlich. Wer auch immer sich das ausgedacht hat, hat den Charakter Perry Rhodans nicht verstanden.

Ich hatte mich sehr auf M87 gefreut, aber mir missfällt, wie sich die Handlung entwickelt. Wieder haben wir mit einem defekten Raumschiff und Leuten mit Gedächtnisverlust zu tun. Erneut tritt die Handlung auf der Stelle. Wo bleiben die Ideen? Welche Ziele verfolgen die Terraner in M87 und warum lassen sie sich immer wieder in Nebenkonflikte verstricken, anstatt nach Informationen über Catron zu suchen. Und was zur Hölle war in der Truhe?

Allein wegen der Handlung auf Duha ist »Der Schlammplanet« zu empfehlen.

Filmretrospektive Februar

Wir haben in den letzten Wochen ein paar sehr interessante Filme angesehen:

Quelle: Amazon

»Oktober Sky« mit einem ganz jungen Jake Gyllenhaal erinnerte mich an die Star Trek: Enterprise-Folge »Carbon Greek« aus der zweiten Staffel. Auch hier geht es um einen kleinen Ort, der vom Kohlebergbau lebt. In dem ein Junge sich nach dem Sputnik-Schock 1957 für Raketen zu interessieren beginnt. Zusammen mit drei Freunden bauen sie nicht nur Raketen, sondern auch einen richtigen Startplatz. Sehr zum Leidwesen ihrer Eltern und Lehrer, die die Jungs lieber im Bergwerk sehen würden, als auf einer weiterführenden Schule. Nur ihre junge Physiklehrerin glaubt an sie und spornt sie an, mit ihren Raketen bei einem Wissenschaftswettbewerb mitzumachen. Allen vier winkt das Stipendium für ein College, was sich ihre Eltern niemals leisten könnten. Es ist ein wundervoller Film übers Erwachsenwerden, über Träume und Schicksal, der schon 1999 erschienen ist, aber irgendwie an mir vorbeigegangen ist.

Um die 50er Jahre und um Weltraum im weitesten Sinne geht es auch in dem Film »Asteroid City«. Wobei sich die Handlung auf den Schauplatz eines Asteroidenkraters konzentriert. Mitten in einer Wüste irgendwo in den USA treffen verschiedene Personen aufeinander. Eine Gruppe jugendlicher Nerds (Junior Stargazer), ein paar Rancher, eine erfolgreiche Schauspielerin und ein Familienvater. Das Museum in Asteroid City hat einen Wettbewerb ausgerufen, bei dem die Jugendlichen ihre Forschungsarbeiten vorstellen. Als mitten im Geschehen ein Außerirdischer landet und den Asteroiden mopst, der in dem Freilichtmuseum aufbewahrt wird, werden alle Anwesenden von der Regierung unter Quarantäne gestellt …
Seien wir ehrlich, trotz der hochkarätigen Besetzung (Tom Hanks, Scarlett Johansson, Edward Norton, Tilda Swinton, Steve Carell, Jeff Goldblum u.a.) so richtig warm geworden bin ich mit dem Film von Wes Anderson nicht. Die Optik erinnert an die 50er Jahre, alles ist in einem vergilbten Ton und wirkt wie nachträglich chloriert. Teile des Films sind in schwarzweiß und stellen den Filminhalt als Theaterstück dar. Und das ist das Verwirrende. Im Grunde ist der Zuschauer Zeuge eines Theaterstücks, das gleichzeitig wie ein Film daher kommt. Es geht um die Schauspieler, ihre Probleme und weniger um die Protagonisten des Stücks selbst. Die Handlung wabert ohne Ziel dahin. Wenn einer der Schauspieler aus der Kulisse zum Regisseur geht und sich beschwert, dass er nicht versteht, worum es in dem Stück geht, kann man das als Zuschauer sehr gut nachvollziehen. Ich bin mir sicher, dass der Film von 2023 bei den Oskars einige Auszeichnungen abräumen wird. Aber es ist mehr Kunst als Unterhaltung.

Quelle: Amazon

Roland Emmerich hat den Technomond verfilmt – Das war mein Gedanke, als sich die wahre Natur des auf die Erde stürzenden Mondes im Film offenbart. Vielleicht ein bisschen dramatischer als in dem von Andreas Eschbach geschriebenen PERRY RHODAN-Roman mit der Nummer 2700. Beide sind Schwaben, da könnte die Idee naheliegen, dass sich Emmerich an die Idee eines Technomondes erinnert hat. Natürlich spielt in »Moonfall« kein Gucky und kein Perry Rhodan mit, aber die Idee eines von einer außerirdischen Zivilisation geschaffenen Mondes, der von einer aggressiven Maschinenspezies befallen ist und daher auf die Erde zu stürzen droht, könnte durchaus aus der Heftromanserie stammen. Das die physikalischen Gesetze gedehnt und der Dramaturgie angepasst werden – geschenkt. Ich habe mich zwei Stunden sehr gut unterhalten und das ist bei einem Spielfilm doch das wichtigste, oder?

Quelle: Amazon

Und dann habe ich mir, meines Mannes zuliebe die Fortsetzung von »Manta, Manta« angesehen. Der Film ist gar nicht so schlecht, wie ich gedacht habe, ob wohl ich Till Schweiger noch nie etwas abgewinnen konnte. Aber die Komödie setzt den ersten Teil konsequent fort, dreißig Jahre später aber mit den ursprünglichen Darstellern. Es werden aktuelle Themen eingebaut, es geht unter anderem um Geldmangel, zerrüttete Familien, Ausländer und Transmenschen, aber hauptsächlich geht es um Autos und die Erfüllung eines Traums. Dass die Protagonisten so herrlich politisch unkorrekt sind, ließ mich über den einen oder anderen blöden Gag hinwegsehen.

Die Perrypedia in der SOL

Da hätte ich beinahe vergessen, die aktuelle SOL anzukündigen. Das Heft wird bereits in den nächsten Tagen an die Mitglieder der PRFZ verschickt. Ich hoffe, die Zusammenstellung wird die PERRY RHODAN-Leser erfreuen.

Zum Inhalt:

Seit zwanzig Jahren gibt es die Perrypedia. Inzwischen ist die Online-Enzyklopädie nicht nur für PERRY RHODAN-Fans unverzichtbar geworden. Das ist ein guter Grund den Perrypedianauten zu gratulieren und ihnen für ihre unentgeltliche Tätigkeit zu zu danken, mit der sie das Projekt schon so lange am Laufen halten und stetig erweitern. Im Schwerpunkt der SOL 113 kommen einige von ihnen zu Wort und berichten von ihrer mühevollen Arbeit das Perryversum zu dokumentieren.

Ein weiterer Höhepunkt der SOL ist ein Interview mit Volker Castor. Er erzählt von seinem verstorbenen Bruders Rainer, der sich viele Jahre lang als Autor und Technikberater für die PERRY RHODAN-Serie verdient gemacht hat. Singh Boncard nimmt uns in einem Interview auf eine musikalische Reise ins Perryversum mit.

Technisches erfährt man in einem Artikel über Entfernungen und Geschwindigkeiten in der PERRY RHODAN-Serie. Außerdem gibt es einen Vergleich zwischen Napoleon und PERRY RHODAN.

Die Fan-Szene wird unter anderem in einem Artikel über die Veranstaltung »Fandomverse« beleuchtet. Vom PERRY RHODAN-Film »Der einsame der Zeit« wird berichtet. Dazu gesellen sich wie gewohnt die Besprechungen der Erstauflage und NEO, sowie der Rückblick von Andreas Gruber auf die Frühzeit der Serie.

Das Cover stammt von mir und soll an den im November verstorbenen Künstler Arndt Drechsler-Zakrzewski erinnern, dem auch ein Nachruf im Heft gewidmet ist.

Dreierlei Kamihimo

Trotz des familiären Stress war ich in den letzten Wochen nicht untätig. Es entstanden eine Herrenhandtasche, eine Dose in Tortenform und eine Tasche.

Für die Herrenhandtasche habe ich als »Deckel« ein Stück Leder verwendet, das ich schon lange im Schrank hatte. Damit sie sich verschließen lässt, habe ich einen Magnetverschluss angenäht. Das war das Kniffligste an dem ganzen Projekt. Den Tragriemen hatte ich irgendwann mal bestellt. Jetzt hatte ich endlich eine sinnvolle Verwendung dafür. Das Täschchen ist nicht sehr groß, eignet sich also tatsächlich nur als Handtasche.

Das zweite Projekt ist eine Dose, die die Form einer Torte hat. Die Herausforderung hierbei ist, das Unterteil so viel kleiner zu machen, damit der Deckel drauf passt, ohne das er herunterfällt oder klemmt. Für die Verzierung habe ich zum ersten Mal eine Kugel aus Kamihimo gemacht. Außerdem eine der Blumen, die ich vor längerer Zeit mal aus Kamihimo gemacht habe. Ansonsten ist es ein recht einfaches Projekt. Zum Größenvergleich habe ich eine Orange hineingelegt.

Die Tasche mit dem schwarzen Muster steht schon eine ganze Weile auf meiner to do-Liste. Jetzt konnte ich sie endlich umsetzen. Das Muster sieht raffiniert aus, obwohl es nur aus einfach geflochtenen Bändern aus zwei Farben besteht. Die bauchige Form war so eigentlich nicht geplant, die hat sich beim Flechten ergeben. Ich finde aber, dass gibt dieser Tasche den besonderen Touch.

Hier noch weitere Fotos:

Maasvoller NEO

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 321 – »Duell der Druisanten« von Ruben Wickenhäuser

Die BASIS wird von den Raumschiffen der Skoar ins Dewellsystem eskortiert. Dort wird Perry Rhodan vom Befehlshabenden Druisanten Kibosh Baiwoff auf den 4. Mond des Planeten Dwellion eingeladen. Auch wenn die Geste zunächst freundlich erscheint, bleibt das Außenteam um Perry Rhodan, John Marshall, Ras Tschubai und Sarah Maas misstrauisch. Aus gutem Grund wie sich herausstellt. Baiwoffs Stellvertreter Agen Thrumb plant eine Verschwörung gegen seinen Vorgesetzten und informiert Perry Rhodan darüber, dass ein Dekonstruktor der Konstrukteure des Zentrums auf den Weg ist, um die BASIS zu zerlegen. Das bekommt Baiwoff mit und macht Jagd auf seinen Stellvertreter.
Ras Tschubai teleportiert Perry Rhodan und das Außenteam in ihre Space-Disk. Mit Hilfe von Thrumb, der inzwischen einen Großteil des Stützpunktes unter seine Kontrolle gebracht hat, können sie von dem Mond zurück zu BASIS fliehen.
Doch da erscheint der Dekonstruktor und umschließt die BASIS für die geplante Zerlegung. Erst als ein Raumschiff mit einem Kartanin in das System einfliegt und in die BASIS einschleust, lassen die Raumschiffe der Skoar und der Dekonstruktor von der BASIS ab. Die BASIS wird beschleunigt und kann trotz Beschuss mit einer Nottransisition flüchten.
Das Waffenfeuer der Gegner hinterlässt allerdings schwere Schäden am Dimetransantrieb.
Damit ist die BASIS erst einmal in M87 gestrandet.

Eigentlich passiert in dem Roman sehr wenig, was ihn über weite Strecken sehr langatmig macht. Ruben Wickenhäuser beschreibt jedes Detail komplex und ausführlich, ohne das man tatsächlich eine Vorstellung davon bekommt. Die Beschreibung der Kultur der Druisanten mögen durchaus reizvoll sein, sind aber perspektivisch nicht immer passend. Zu oft verwendet der Autor einen allwissenden Erzähler, um Informationen zum Handlungsablauf zu vermitteln. Das kann man machen, ich ziehe allerdings die personelle Perspektive vor, weil es das Lesen erleichtert, wenn man direkt bei der Figur ist.

Generell hat der Roman das Problem, dass er zu viele Informationen vermitteln muss und das mit viel zu viel Personal. Zwischen den vielen Namen und Begriffen, wie Druis, Druisant oder Druisaton – um nur ein Beispiel zu nennen – verlor ich hin und wieder den Überblick und musste nachschlagen, wer jetzt diese Figur war. Das macht das Lesen nicht einfacher.

Was mich aber absolut irritiert hat, war das Auftreten von Sarah Maas in diesem Roman. Denn das passt irgendwie überhaupt nicht. Zum einen wird man durch ihre Erinnerungsschübe zurück in die Aphiliestaffel versetzt. Es mag zwar glaubhaft sein, wenn jemand ein Trauma wie sie erlebt hat. Andererseits hat so jemand nichts an Bord eines solchen Schiffes und schon gar nichts bei einer Außenmission zu suchen. Die Frau gehört therapeutisch behandelt, das hätte sogar John Marshall erkennen müssen. Andererseits, wenn ich richtig gerechnet habe, ist Sarah Maas inzwischen etwa 145 Jahre alt. Schon während der Aphilie ist sie auf die Behandlung mit Jungbrunnen angewiesen. Da stellen sich mir gleich mehrere Fragen. Wird Jungbrunnen immer noch hergestellt, damit sie es regelmäßig einnehmen kann? Was ich kaum glaube, da das Medikament ja offiziell vernichtet wurde. Wieso ist sie dann nicht längst gestorben wie Stella Michelsen? In dem Fall wäre es besser gewesen, einen unbekannten Charakter für diesen parallelen Handlungsstrang zu nehmen, obgleich ich den Rückblick in die Aphiliestaffel nicht gut finde. Darum gab es ja den Ortswechsel nach M87 und den Aufbruch der BASIS, um sich von der vergangenen Staffel abzugrenzen und ins Unbekannte vorzustoßen. Als Leserin erwarte ich da neue Abenteuer und keine Rückblicke.

Hinzu kommen wieder einige Anschlusslücken aus dem Vorgängerroman. So erfahre ich, dass Roi Danton im Körper von Thomas Rhodan da Zoltral den Namen Rhodanton erhalten hat. Da Thomas in diesem Roman keine Rolle spielt, wäre die Information im Vorgänger- oder Nachfolgeroman besser aufgehoben gewesen.

»Duell der Druisanten« kann man lesen, muss man aber nicht, weil man handlungstechnisch nicht viel verpasst. Wer sich jedoch für fremde Kulturen interessiert wird mit den bildhaften, überbordenden Beschreibung der Druis und ihrer Umwelt gut unterhalten.