PERRY RHODAN – Ein Leseversuch

Quelle: Lübbe Audio

Vor etwa einem Jahr schenkte ich einer Freundin die Hörbuchversion von Andreas Eschbachs Perryromanen. Als großer Fan von Andreas Eschbach hat sie schon einiges von ihm gelesen, nur an die PERRY RHODAN-Romane traute sie sich nicht ran.

Sie kommt wie ich aus der Star Trek-Ecke und hat von PERRY RHODAN bisher nur gehört, aber nie etwas gelesen. Weil sie lieber Hörbücher mag, habe ich ihr dann »Rückkehr nach Terra« zum Geburtstag geschenkt, in dem die ersten vier PR-Romane von Andreas Eschbach zusammengefasst sind. Inzwischen hat sie die Bücher durch und in ihrem Blog ihren Eindruck geschildert.

Klar ist es für jemand Unkundigen schwer, der nur Einzelromane aus verschiedenen Zyklen liest oder hört. Die Geschichten sind nicht abgeschlossen. Nicht für umsonst gilt PERRY RHODAN las die längste Fortsetzungsgeschichte der Welt. Vielleicht sind Einzelromane wie die PR-Extra-Ausgaben oder die Planetenromane besser für Quereinsteiger geeignet. Vielleicht sollte es mehr solcher Romane geben. Denn der Kosmos der PERRY RHODAN Serie kann auf einen Neuling schon ziemlich abschreckend wirken. Selbst die Zusammenfassungen in den »Zeitraffern«, oder in der Perrypedia können einen da schon entmutigen.

Ich gebe zu, dass ich auch nur einen Bruchteil der Romane kenne. Ich habe angefangen die Silberbände zu lesen, bin aber erstmal bei Band 31 stecken geblieben, weil mir das alte »Zeug« nicht so richtig zusagt. Der eklatante Frauenmangel ist in den früheren Bänden nochmal deutlich stärker als heute, dafür finde ich aber die Ansichten von damals fast schon wieder unterhaltsam. Außerdem überfordert es sogar mich als Schnellleserin, die Erstauflage, NEO und die Miniserien gleichzeitig zu lesen. Weshalb ich mich erstmal auf NEO konzentriere und nur hin und wieder mal einen Erstauflagen-Roman lese. Nämlich dann, wenn er von meinem Mann als sehr gut befunden wurde.

In diesem Jahr hat meine Freundin von mir die Hörbuchversion von »Perry Rhodan – Das größte Abenteuer« bekommen. Mal schauen wie ihr das gefällt.

Stornierungsversuche

Die Deutsche Bahn hat sich diese Woche mal wieder von ihrer besten Seite gezeigt. Desinformation können sie besonders gut, dass muss man ihnen lassen.

Nach der Absage der Leipziger Buchmesse wollte ich mein Supersparpreis-Ticket von der Bahn stornieren. Irgendwo hatte ich gelesen, dass man wegen des Coronavirus auch Sparpreis-Tickets stornieren kann, obwohl das normalerweise nicht geht. Die Informationen auf der Bahnseite waren schwer zu finden, aber ich stieß nach längerer Suche dann doch darauf. In der besagten Ankündigung ging es hauptsächlich um Fahrkarten in die vom Coronavirus befallenen Gebiete Italiens. Ganz versteckt fand sich aber auch ein Satz über abgesagte Messen. Man sollte sich wegen der Stornierung an die Reisezentren oder den Servicepoint wenden.

Wir fuhren also nach Traunstein zum Bahnhof, wo mir die Dame am Schalter erklärte, sie könne mein Ticket nicht stornieren, weil ich es online gekauft habe. Sie kann nur Tickets bearbeiten, die am Schalter ausgegeben worden. Ich fragte sie, was ich tun soll. Sie meinte, ich müsse mich einloggen und die Buchungsnummer aufrufen und dort wäre irgendwo ein Button zum stornieren.

Alles klar. Wir fuhren wieder nach Hause, ich loggte mich auf Homepage der Bahn ein und suchte nach meiner Buchung, fand sie aber nicht gleich. Erst nach Eingabe der Auftragsnummer bekam ich die Buchung angezeigt. Doch von einem Button, mit dem ich das Ticket stornieren konnte, fehlte jede Spur. Es stand nur der Satz da, dass SuperSparpreis-Tickets vom Umtausch ausgeschlossen sind. Prima! Ich war erstmal sauer. Ich googelte eine Weile herum und fand Einträge im Forum der Bahn, die belegten, dass es möglich sein musste. Bloß wie, das fand ich nicht heraus.

Notgedrungen rief ich die kostenpflichtige Service-Hotline an. Der junge Mann war dann zumindest so freundlich mir die Vorgehensweise zu erklären. Was er wahrscheinlich schon öfter an diesem Tag getan hat. Ich solle eine E-Mail mit dem Betreff »Coronavirus« an den Fahrkartenservice schreiben. Darin soll ich die Auftragsnummer der Buchung angeben und um welche abgesagte Veranstaltung es sich handelt. Außerdem solle ich eine Bestätigung des Veranstalters beilegen, dass die Veranstaltung auch tatsächlich abgesagt wurde. Auf meinen Einwand, dass der Ausfall der Buchmesse doch von den Medien groß verkündet worden war, meinte er ich solle sicherheitshalber einen Screenshot von der Meldung auf der Homepage der Buchmesse machen und anfügen. Er sagte aber auch, dass die Bearbeitung des Vorgangs zirka vier Wochen in Anspruch nehmen wird.

Ich bin gespannt, ob ich meine 40 Euro wiederbekomme. Zum Glück hatte ich nur die Hinfahrt gebucht, weil ich auf dem Rückweg immer in Thüringen halt mache.

Die Leipziger Messe übrigens, schickte mir zwei Tage nach Absage eine E-Mail, dass mir mein Eintrittsgeld auf dem gleichen Weg zurückerstattet wird, wie ich es bezahlt habe, ohne das ich irgendetwas dafür tun muss. Liebe Deutsche Bahn, so funktioniert guter Service.

Clubmagazin in neuem Glanz und neuem Vertriebsweg

Quelle: ADAC

Die Motorwelt vom ADAC galt mit 13 Millionen Exemplaren lange als Auflagenstärkste Zeitschrift in Deutschland. Doch seit diesem Jahr ist damit Schluss. Der Verein muss sparen und hat sich zu einem drastischen Weg entschieden. Die Auflage sinkt auf 8 Millionen und das Heft wird nur noch vier mal jährlich bei Burda gedruckt. Noch eine Neuerung: es wird den Mitgliedern nicht mehr frei Haus geliefert, sondern man muss es sich gegen Vorlage der ADAC-Mitgliedskarte in ausgewählten Supermärkten abholen.

Von der Haptik her, fühlt sich das Heft wertiger an. Das Papier ist dicker und auch Layout und Grafik finde ich optisch ansprechender. Inhaltlich bietet das Heft einige gute Artikel und weniger aufdringliche Werbung. Die Bilder überwiegen den Text, aber das ist bei aktuellen Zeitschriften nichts Neues. Da wurde sich an der geringer werdenden Aufmerksamkeitsspanne orientiert.

Die Frage ist, ob sich die Auflagenhöhe halten lässt. Viele Mitglieder haben vielleicht gar nicht mitbekommen, dass die »Motorwelt« nicht mehr zugesandt wird. Bei einigen, vor allem auf dem Land wird es mit der Beschaffung problematisch werden. Und wer nicht gern im EDEKA oder im NETTO einkauft, wird so seine Probleme haben. Ich habe da meine Zweifel. Vielleicht ist das aber auch so geplant. In der Vergangenheit werden viele Hefte ungelesen in den Papiermüll gelandet sein. Insofern ist es ein Schritt in eine ökologischer Richtung. Irgendwann wird es das Magazin vielleicht nur noch als E-Book geben.

Das war weg und kam doch wieder

Vor einigen Tagen entdeckte ich in der ZDF-Mediathek die Sendung »Das war dann mal weg«, in der es um Dinge geht, die in den vergangenen 30 Jahren aus unserem Alltag verschwunden sind. Das geht bei Fernschreibern los, über Trends wie Aerobic bis hin zur Kader-Akte – eine Erfindung der DDR.

An viele Dinge erinnere ich mich noch genau, manches hatte ich dagegen nicht mehr auf dem Schirm. Man bekommt allerlei geschichtliche Infos geliefert und die obligatorischen Promi-Stimmen, die solche Dokumentationen begleiten, gibt es natürlich auch. Ich war erstaunt, was sich alles in die Gegenwart retten konnte, oder welcher Trend gerade wieder neu entdeckt wird. Witzig finde ich, wie sie Kinder von heute mit den Sachen von damals konfrontieren. So nehmen die 8-10-jährigen zum Beispiel Tamagotschis, Modelleisenbahnen, oder ein Yps-Heft mit Urzeitkrebsen unter die Lupe.

Schön finde ich außerdem, dass sowohl aus der Ost- als auch der West-Vergangenheit gleichmäßig berichtet wird. So haben beide Seiten ihre Aha-Erlebnisse. Man erfährt viel Ungewöhnliches aus dem Alltag des jeweilig anderen und man lernt Zeitzeugen kennen und Leute, die sich noch heute damit beschäftigen. Das ist durchaus spannend.

Die 10-teilige Doku lief unlängst bei ZDFInfo und ist noch in der Mediathek verfügbar. Allerdings tut man sich schwer, die Sendungen dort zu finden. Die ZDF-Mediathek glänzt nämlich nicht unbedingt durch Benutzerfreundlichkeit. Selbst mit der Suchfunktion dauert es ewig, bis man das Gewünschte findet und in den Kategorien tauchen die Dokus nicht auf. Außerdem merkt sich die Mediathek nicht, was man sich zuletzt angesehen hat, was die Suche vereinfachen würde. Eine Folge mussten wir auf YouTube ansehen, weil wir sie nicht gefunden haben, obwohl sie definitiv noch in der Mediathek verfügbar ist.

Ich kann die Dokumentation jedenfalls sehr empfehlen.

Der gefühlte Untergang der Zivilisation

Es gibt viele Dinge, die mich in diesen Tagen traurig stimmen. Zum einen tut mir die Hysterie, die um das Coronvirus betrieben wird, fast schon körperlich weh. Eine Mitschuld an der derzeit außer Kontrolle geratenen Situation gebe ich ganz klar Bundesgesundheitsminister Spahn. Der hat mit seinen Äußerungen in der vergangenen Woche zu einem großen Teil dazu beigetragen, die Bevölkerung in Deutschland fast schon in Panik zu versetzten. Die Medien übertrumpften sich mit Horrorszenarien. Selbst die Experten ließen sich zu Äußerungen hinreißen, die alles andere als klug waren, und mehr Verunsicherung schürten als informierten. Hamsterkäufe in Supermärkten und Drogerien führten am Wochenende zu fast schon apokalyptischen Szenen.

Die Quintessenz: heute hat die Stadt Leipzig die Buchmesse abgesagt. Wohlgemerkt die Stadt, nicht die Veranstalter, die wollten sich nämlich nicht der Hysterie beugen. Aber die von Panik aufgestachelte Bevölkerung setzte die Behörden derart unter Druck, bis sie einknickten. Die Buchmesse muss ausfallen, was viele Klein- und Kleinstverlage in den Ruin stürzen wird, weil sie nicht nur auf den Kosten sitzen bleiben werden, sondern vor allem, weil sie auf der Buchmesse den größten Teil ihres Jahresumsatzes machen. Das Fußballspiel in der Schalke-Arena heute Abend darf stattfinden. Seltsam, nicht?

Der wirtschaftliche Schaden den diese »Epidemie« hinterlässt, wird uns noch auf Jahre beschäftigen. Denn so schnell werden wir das Virus nicht loswerden. Oder glaubt ernsthaft jemand, dass in vier Wochen alles wieder seinen gewohnten Gang gehen wird? Wir werden damit leben, wie wir schon seit Jahrzehnten mit der Grippe leben. 2018, in dem Jahr in dem 25.000 Menschen in Deutschland an der Grippe gestorben sind, hat auch keiner irgendwelche Messen oder andere Großveranstaltungen abgesagt.

Eine Kollegin erzählte mir heute, dass ihre Bekannte mit 97 letzte Woche an einem Herpes-Virus gestorben sei. Müssen jetzt auch alle Menschen in Quarantäne, die den Herpes-Virus in sich tragen? Die Welt ist ein gefährlicher Ort, an dem man überall Gefahr läuft zu sterben. Ob im Straßenverkehr oder im Haushalt. Sind wir inzwischen so verweichlicht, dass wir uns von einem Erkältungsvirus in die Knie zwingen lassen, dessen Gefährlichkeit als gering bis mäßig eingestuft wurde? Ich würde das ja alles verstehen, wenn es sich um sowas gefährliches wie Ebola handeln würde.

Wenn unsere Vorfahren ähnlich übertrieben ängstlich gewesen wären, hätten sie wahrscheinlich nie ihre Höhlen verlassen, hätten nie den Atlantik überquert oder wären nie zum Mond geflogen. Es macht mich traurig zu sehen, was aus der Menschheit geworden ist. So wie wir jetzt agieren, werden wir nie zu den Sternen aufbrechen, weil wir zu feige und zu mutlos geworden sind. Wir könnten uns unterwegs ja ein Virus einfangen.

Stattdessen sollten wir uns Gedanken machen, was aus den Flüchtlingen wird, die an der Grenze zu Griechenland warten. Denen ist so ein Virus egal, die kämpfen ums Überleben. Und wahrscheinlich werden wieder hunderte bei Fluchtversuchen sterben, weil wir seit 2015 nicht in der Lage waren, eine Lösung ihrer Probleme zu finden. Weil wir diesen Krieg immer noch nicht beenden konnten und uns stattdessen von Populisten wie dem Türkischen Präsidenten an der Nase herumführen lassen.

Nein, 2020 fängt nicht wirklich gut an. Es ist schlimm mit anzusehen, wie die Situation immer abstruser zu werden scheint. Jedem Autor, der vor zehn Jahren eine solche Szenerie beschrieben hätte, hätte man Unglaubwürdigkeit vorgeworfen. Ich glaube, das Ende ist noch lange nicht erreicht. Wir werden uns noch wundern. 2020 schreibt die Welt eine Science-Fiction-Geschichte, wie sie sich absurder kein Autor hätte erträumen können.

Nachtrag vom 4. März: Ausgerechnet der FOCUS, ein Revolverblatt, in dem ich nicht unbedingt gern lese, bringt eine Zusammenfassung der Fakten aus der Bundespressekonferenz zum Coronavirus. Und siehe da, der Virologe Christian Dosten bestätigt, was ich schon lange vermutet habe. Das Virus ist bei weitem nicht so gefährlich, wie uns die Medien in den vergangenen Tagen glauben machen wollten. Sterblichkeit liegt zwischen 0,3 und 0,7 Prozent; die Ausbreitungsgeschwindigkeit liegt unterhalb von Influenza-Pandemien und eine Immunisierung von 70 Prozent der Bevölkerung sollte die Epidemie zum Erliegen bringen. Das bedeutet, das Infizierte nach überstandener Erkrankung tatsächlich immun werden. Aus China gemeldete Mehrfachinfektionen konnten nicht bewiesen werden. Endlich mal Fakten.

Das Triebwerk im Wintergarten

Auf der Rückreise von Thüringen konnten wir am Sonntag einen Museumsbesuch realisieren, den wir uns schon seit Jahren vorgenommen hatten. Bei Feucht fuhren wir von der A9 ab und steuerten das Hermann-Oberth-Museum an.

Hermann Oberth war ein Raketenwissenschaftler, der unteranderem mit der Erfindung der Kegeldüse der Raumfahrt »Schub« gegeben hat. Außerdem gilt er als Begründer der Weltraummedizin. Der in Siebenbürgen geborene Deutsche, verbrachte seinen Lebensabend in Feucht, wo er im Dezember 1989 im hohen Alter starb. Seine Familie hat dafür gesorgt, dass aus seinem Nachlass ein kleines Museum entstehen konnte. Hier kann man Modelle, Schriften, Geschenke von bekannten Persönlichkeiten der Raumfahrt sowie Auszeichungen besichtigen, die Hermann Oberth im Laufe seines Lebens erhalten hat. Ein Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der bemannten Raumfahrt und in einem Nebengebäude gibt es eine Sonderausstellung zum Apollo-Programm der NASA. Inklusive eines Holzmodels der Apollo-Landekapsel. Der Wintergarten, in dem auch ein echtes Raketentriebwerk steht, ist leider aus Sicherheitsgründen geschlossen, ebenso wie die zweite Ebene eines der Ausstellungsräume.

Der Herr an der Kasse, Museumsdirektor Karlheinz Rohrwild, gab sich unglaublich viel Mühe und erklärte den anwesenden Erwachsenen und Kindern viele Details. Man merkt, dass er in der Materie drin steckt. Auch die Ausstellung ist für die einfachen Verhältnisse liebevoll hergerichtet. Allein die Räumlichkeiten sind zu klein geworden. Das fränkische Bauernhäuschen aus typischen Sandstein ist zwar restauriert, aber kein wirklich passender Ort für eine solche Ausstellung. Das Museum hat Fördermittel für einen Erweiterungsbau beantragt. Leider gibt es in der Stadt negative Stimmen die fürchten, der Bau könnte der Stadt Feucht Millionen kosten. Das dem nicht so ist, hat der Museumsdirektor auf der Internetseite des Museums nochmal klar gestellt. Der wurde übrigens erst im Dezember vom Bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder ausgezeichnet, für seine langjährigen ehrenamtlichen Verdienste um das Museum.

Mal sehen, was sich in den nächsten Jahren tut und ob den verantwortlichen Geldgebern die Würdigung von Hermann Oberth ein paar Euros wert ist.

»Es ist auf der Welt nichts unmöglich, man muß nur die Mittel entdecken, mit denen es sich durchführen läßt!«
Hermann Oberth

Auftakt auf Arkon

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 220 – »Imperium am Abgrund« von Oliver Plaschka

Eine auf der Erde eilig einberufene Kommission beschließt die Absetzung Perry Rhodans als Protektor. Bull wird zu seinem Nachfolger ernannt, wenn auch unter heftigen Protest des Systemadmirals. Auch wenn sich Rhodan über das Urteil ärgert, bekommt er somit die Chance als Berater an Bord der MAGELLAN nach Arkon zu fliegen. Denn die CREST II unter dem Kommando seiner Frau Thora und mit seinen Söhnen an Bord ist seit Monaten dort verschollen.
Auf Arkon erwartet die Terraner neues Ungemach. Der arkonidische Hochadel stürzt die Herrscherin Theta, die daraufhin bei den Menschen um Asyl ersucht. Sehr knapp gelingt beiden terranischen Schiffen die Flucht aus dem Arkon-System. Ihr nächstes Ziel ist Aarakh Ranton, denn von dort scheint die Gefahr zu stammen, die nicht nur das Imperium destabilisiert, sondern auch das Sol-System bedrohen könnte.

Ich habe lange überlegt, warum ein NEO, geschrieben von Oliver Plaschka, immer ein besonderer Genuss für mich ist. Inzwischen scheine ich die Antwort zu kennen. Bei seinen Romanen gelingt es mir leicht den Redakteursmodus auszuschalten, in dem ich mich fast immer befinde, wenn ich etwas lese. Seine Texte sind so gut wie makellos. Kein Fehler, keine unrunde Formulierung und kein Handlungsloch reißen mich aus dem Lesefluss und ich kann die Geschichte wirklich genießen. Ich wiederhole mich, wenn ich schreibe, dass er ein Meister der Harmonie ist.

Das beweist er auch im vorliegenden Roman. Es geht los mit Rhodans Rückkehr ins Sol-System, mit seiner Verurteilung, dem Aufbruch nach Arkon, den er aus einer veränderten Sichtweise erleben muss. Und es endet mit der Flucht durch den Kristallpalast, zusammen mit Imperatrice Theta. Da stimmt die Figurencharakterisierung, das Timing und der Spannungsaufbau, von den gut recherchierten Hintergründen ganz abgesehen.

Gut gefallen hat mir der Totengräber-Anwalt Jeremiah Goslin. Leider kommt er durch Rhodans vorzeitiges Geständnis nicht so richtig zum Zuge. Das hat mich in der Tat ein wenig enttäuscht. Vielleicht taucht er mal wieder auf. Reginald Bull hat der Autor ebenfalls bestens charakterisiert und auch der mit sich hadernde Rhodan kommt sehr glaubwürdig rüber. Mit dem Halbarkoniden Torgen Shenn wird eine neue Hauptfigur eingeführt, die sicher in den nächsten Romanen noch für Aussehen sorgen wird. Der Zögling von Ex-Administrator Ngata könnte sich zu einer Reibungsfläche für Rhodan entwickeln, sofern man ihn lässt.

Einen Wermutstropfen bleibt. Zeichnete sich jeder der NEO-Romane des Autors in der Vergangenheit durch eine Besonderheit aus, so fehlte das dieses Mal. Es gab keine epische Völkergeschichte wie in Band 138, keine rückwärtsgerichtete Erzählstruktur wie bei Band 177, keine in Briefform verfassten Kapitel wie in Band 191, kein Charakterroman wie Band 203 und keine Gangsterklamotte wie in Band 210. Vielleicht mag es an den knappen Abgabeterminen vor Weihnachten gelegen haben, vielleicht auch nicht. Das weiß der Autor sicher selbst am besten. Mir ist das nur aufgefallen, weil er bisher jeden Roman mit einer solchen »Nettigkeit« ausgestattet hat. Sicher klappt es beim nächsten Mal wieder.

Mit »Imperium am Abgrund« werden die Figuren für die neue Staffel in Stellung gebracht. Die Zustände im Arkon-System erläutert und einen Blick auf die Bedrohung geworfen, mit der sich die Menschen auseinanderzusetzen haben. Oliver Plaschka schreibt auf hohem sprachlichen Niveau und vermittelt die Handlung stets auf lesenswerte Art und Weise.

Zwei erstaunliche BioPics

Filmbiografien von Musik- und Filmstars scheinen momentan sehr gefragt. Spätestens nach »Bohemian Rhapsody« hat es mich auch gepackt. Weshalb wir in den vergangenen Wochen uns gleich zwei solcher sogenannten BioPics angesehen haben.

Quelle: Amazon

»Rocketman« erzählt von Elton John. Der Film setzt am Tiefpunkt seiner Karriere ein. Im exzentrischen Kostüm hat sich der Künstler von der Bühne weg quasi selbst in eine Nervenheilanstalt eingewiesen und nimmt an einer Sitzung der anonymen Alkoholiker teil. Hier erzählt von seinem Leben und nach und nach fallen Teile seines Kostüms. Er entblättert sich den Mitpatienten und Zuschauern vom bunten Paradiesvogel zum gebrochenen Mann. Während es in seiner Erzählung genau umgekehrt läuft. Man sieht wie der musisch hochbegabe Junge von seinem Vater abgelehnt und von der Mutter vernachlässigt seinen Weg sucht, nur unterstützt von der Großmutter. Wie er sich mit einem talentierten jungen Textschreiber zusammentut, wie sie die ersten Songs an einen Produzenten verkaufen. Das erste Album, die erste Tournee und der erste Auftritt in den USA folgen. Ab hier beginnt alles nach und nach auseinanderzufallen. Immer mehr Konzerte, Alben, Geld und Auftritte folgen. Der Musiker wird von vielen Seiten ausgebeutet und in die Abhängigkeit von Alkohol und Drogen getrieben. Erst Ende der 80er zieht er die Reißleine und besinnt sich zurück auf den Jungen mit dem Gespür für Melodien.

Anders als bei der Biographie von Queen, enthält der Film auch aus den Szenen entspringende Gesangseinlagen und Massenszenen. Er erinnert in seiner Machart ein wenig an »La La Land«. Normalerweise mag ich eigentlich nicht, wenn die Darsteller plötzlich anfangen zu singen. Das erinnert mich zu sehr an einschlägige Disneyfilme. Hier passten die Einlagen einigermaßen und dominierten die Handlung nicht zu sehr. Wer die Musik von Elton John mag und schon immer mal mehr über die Karriere des Künstlers wissen wollte, dem kann ich den Film durchaus empfehlen. Ich warne aber, der Titelsong spukte mir als Ohrwurm mehrere Tage lang im Kopf herum.

Quelle: Amazon

Als »Dick & Doof« kennt man Stan Laurel und Oliver Hardy in Deutschland. Keine Ahnung wer ursprünglich auf diese Titel gekommen ist, aber eigentlich nannten sich die Slapstick-Komiker »Laurel und Hardy«. Das sie ihre eigenen Namen benutzten, hatte einen besonderen Grund, der in den Extras erklärt wird. Die Studios hatten die Rechte an den Namen der Charaktere, die ein Komiker spielte. Wenn der Vertrag auslief, oder der Komiker kündigte, durfte er den Namen nicht mehr verwenden. Damit Laurel und Hardy dies nicht passierte, benutzten sie ihre eigenen Namen, die konnte ihnen niemand streitig machen. Die filmische Biographie wiederum trägt den Titel »Stan & Ollie«.

Der Film beginnt auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Stan versucht Ollie klarzumachen, das sie für ihren Erfolg viel zu wenig verdienten. Sie sollten entweder mit dem Produzenten um mehr Geld verhandeln oder ihre eigenen Filme drehen. Ollie als der zurückhaltendere der beiden versucht jedem Streit aus dem Weg zu gehen, aber Stan legt sich mit dem Studio an. Das Ende vom Lied, er fliegt raus und wird für einen Film von einem anderen Schauspieler ersetzt. Sein Filmprojekt scheitert ebenfalls weil Ollie zögert.
16 Jahre später gehen die gealterten Stars in England nochmals gemeinsam auf eine Tournee. Zum einen, um etwas Geld zu verdienen, das ihre Frauen mit beiden Händen wieder ausgeben können und zum anderen um an einem Drehbuch zu einem Robin-Hood-Film zu arbeiten. Doch Ollies Gesundheit und eine Absage des Geldgebers, bringen sowohl Tournee als auch die Filmpläne ins Wanken. Dann bricht zwischen den beiden auch noch der alte Konflikt auf.

Gesundheit und Wohl von Schauspielern hatte damals weder in Hollywood noch außerhalb der Staaten einen besonders großen Stellenwert. Hat es vermutlich heute auch nicht, wenn man sieht, wie manche Schauspieler sich für ihre Rollen verbiegen müssen. Das schöne an dem Film ist die Chemie zwischen dem Komikerduo. Die beiden sind wie in einer Symbiose miteinander verbunden. Sie spielen ihre Gags auch im normalen Leben spielen. Lassen sich von den Gegebenheiten nicht aus der Ruhe bringen und ordnen alles dem Humor und dem Lachen der Menschen unter. Die Darsteller Steve Coogan und John C. Reilly füllen dabei ihre Rollen so perfekt aus, dass sie kaum vom Original zu unterscheiden sind. Allein diese großartig gespielte Freundschaft ist es wert, den Film gesehen zu haben.

Bei den Extras auf der BluRay findet sich der Original-Sketch mit dem Klaviertransport, auf den im Film Bezug genommen wird. Es ist unglaublich, das dies »olle Kammelle« tatsächlich noch funktioniert. Ich habe ein paar Mal herzhaft lachen müssen. Manches ist eben wirklich zeitlos.

Fasching ohne Kostüme?

Ein Kindergarten in Erfurt sorgte vor ein paar Wochen für Schlagzeilen. Zur Faschingsfeier durften die Kinder keine Kostüme anziehen. Begründung unteranderem: Die Kinder könnten sich untereinander in den Kostümen nicht erkennen und sich erschrecken bzw. verstört reagieren. Außerdem gehe es darum, zu vermeiden, dass sich Minderheiten und ethnische Gruppen diskriminiert fühlen könnten. Amerikanischer Ureinwohner zum Beispiel, wenn sich die Kinder als Indianer verkleiden.

Anfangs hielt ich das Ganze für einen April-Scherz. Fasching ohne Kostüme? Das ist kein Fasching mehr. Wir haben uns im Kindergarten und im Hort immer verkleidet. Es war das absolute Highlight des Jahres, obwohl meine Heimatstadt nie die große Faschingshochburg war. In meiner Schulzeit lagen die Faschingstage meist in den dreiwöchigen Winterferien. Ich erinnere mich noch, dass ich am Rosenmontag vor dem Fernseher geklebt und im Westfernsehen die Faschingsumzüge aus dem Rheinland und Hessen verfolgt habe. Besonders neidisch war ich auf die Bonbons und Süßigkeiten, die von den Faschingswagen heruntergeworfen wurden. Die hätte ich auch gern mal aufgefangen.

Die Begründung der KITA, dass die Kinder sich nicht untereinander erkennen würden, halte ich jedenfalls für völligen Blödsinn. Die tragen doch keine Horrormasken, wie bei den traditionellen Fasnet-Bräuchen im Schwarzwald oder der Schweiz. Jungs verkleiden sich als Superheld, Feuerwehrmann oder Indianer, die Mädchen vielleicht als Prinzessin. Die Gefahr, dass sie sich untereinander nicht erkennen, ist bei solchen Kostümen eher unwahrscheinlich. Über die Sache mit den ethnischen Minderheiten sage ich nur, man kann es auch übertreiben und denke ich mir meinen Teil.

Die einzige Begründung der Erzieherinnen, der ich zustimme, beruft sich darauf, dass Kinder von ihren Eltern gezwungen werden könnten, ein Kostüm anzuziehen, was sie nicht möchten und in dem sie sich dann unwohl fühlen. Da liegt nämlich das eigentliche Problem. Manche Eltern geben viel Geld für die Kostüme ihrer Sprösslinge aus, die diese vielleicht gar nicht anziehen möchten. Andere Eltern wiederum verfügen nicht über das Geld ihren Kindern Kostüme zu kaufen, sondern basteln diese selbst. Wegen denen diese Kinder von ihren Freunden aufgezogen werden könnten.

In diesem Zuge habe ich einen Vorschlag an die Erzieherinnen der KITA: Bastelt mit den Kindern zusammen die Faschings-Kostüme! Da habt ihr Einfluss auf die Wahl der Kinder und stellt sicher, dass sie tatsächlich das anziehen, was sie möchten. Außerdem lernen die Kinder noch etwas dabei und niemand wird diskriminiert!