Von Agenten und Besun

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 221 – »Ein neuer Feind« von Michelle Stern & Susan Schwartz

Nach der geglückten Flucht von Arkon I fliegen die MAGELLAN und die CREST II nach Aarakh Ranton. Sei wollen herausfinden, was hinter den Gerüchten um die »alten Herrscher« steckt. Prompt landen sie mitten im Aufmarschgebiet einer Flotte und werden in militärische Aktivitäten verstrickt.
Ashkan Kuur – einer der letzten loyalen Celistas der Imperatrice Empthon V. – gelingt es unter Einsatz seines Lebens, die Daten an die Menschen und Theta weiterzugeben. Einer der »Auferstandenen« ist Imperator Gonozal der Siebte – Atlans Vater.
Ein Fantan an Bord eines Mehandorschiffs gerät auf seiner Suche nach dem Besun seines Lebens in die Gefangenschaft des arkonidischen Militärs, kann jedoch von Gucky gerettet werden und unterstützt fortan Perry Rhodan bei der Suche nach der Antwort, wie die Arkoniden an Transformkanonen gekommen sind.

Nach der Leseprobe war ich alles andere als fasziniert von dem Roman. Ich hatte gerade den wunderbaren Band 220 von Oliver Plaschka gelesen und kam mit dem Actionreichen Romananfang der beiden Autorinnen gar nicht zurecht. Deshalb blieb dieser NEO verhältnismäßig lange liegen. Ein Fehler, denn die Agentengeschichte rund um Ashkan Kuur steigert sich zu einer spannenden Erzählung, auch wenn für meinen Geschmack mal wieder zu viel »Maske« gemacht wurde.

Thetas Celista entwickelt sich zu einer Figur mit enormer Tiefe, den man die Verzweiflung sofort abnimmt. Seine Flucht vor den Gefolgsleuten der neuen Herren und dem Militär offenbart viel über die arkonidische Kultur und ungewöhnliche Schauplätze. Kuurs Leben hängt dabei nicht nur einmal an einem seidenen Faden. Er windet sich mit Intelligenz und Kampfesmut durch alle Schwierigkeiten. Das hat mir außerordentlich gut gefallen. Den ausgefeilten Kampf- und Actionszenen nach zu urteilen, wurden die Kapitel von Susan Schwartz verfasst.

Für humorvolle Momente zwischendrin sorgt der Fantan Lawwassatt. Der Außerirdische, der auf einem Mehandorschiff reist, zieht mit seiner unbedarften Art nicht nur die Mehandor oder die Menschen in seinen Bann, sondern weiß auch mich als Leserin zu begeistern. Ich nehme mal an, dass diese Passagen von Michelle Stern stammen. Sie hat schon in der Vergangenheit ein glückliches Händchen für die nichthumanoiden Fantan bewiesen.

Die Staffel »Arkon erwacht« führt mit den ersten beiden Romanen auf höchst unterhaltsame Art und Weise in die Gesellschaft der Arkoniden ein. Das beliebteste Volk unter den PERRY RHODAN-Lesern hat in Laufe der Jahrzehnte einen beeindruckenden Hintergrund erhalten, aus dem die NEO-Serie schöpfen kann. Generationen von Autoren fügten den Arkoniden immer neue Facetten hinzu, so entstanden unvergleichliche Musterbeispiele an Kultur, Charakteren und Welten. Exposéautor Rüdiger Schäfer ist Experte für Arkon und das spürt man. Ich glaube, dass die Exposéarbeit bei dieser Staffel für ihn mit besonders viel Freude verknüpft war, auch wenn ich nicht mit all den arkonidischen Begriffen etwas anfangen konnte. Aber dafür gibt es ja die Perrypedia.

»Ein neuer Feind« ist ein lesenswerter Roman, der mich überrascht und begeistert hat. Den beiden Autorinnen ist es gelungen, eine Geschichte auf drei Ebenen zu erzählen, die mit viel Sympathie für ihre Figuren punktet.

Warp-Core

Ich hatte unlängst in der FanSzene, meiner Kolumne in der PERRY RHODAN Erstauflage, davon berichtet. Seit 2018 gibt es ein neues Online-Magazin, dass sich der Science Fiction verschrieben hat. Es richtet sich nicht nur an Star-Trek-Fans, sondern auch an Liebhaber anderer SF-Serien, wie Star Wars, Babylon 5, The Expanse oder PERRY RHODAN. Zu Letzterem finden sich sowohl Besprechungen für NEO als auch die aktuelle Erstauflage und die klassischen Heftromane. Bei Star Trek werden Episoden sowie Bücher aller Serien besprochen.

Der Gründer der Seite heißt Marco Golüke und ist als Redakteur verantwortlich für deren Inhalte. Er konnte in der Zwischenzeit eine Schar Gleichgesinnter um sich versammeln, die ihm Beiträge und Grafiken liefern. So erscheinen jeden Tag neue lesenswerte Texte, die Fans und Nerds rund um ihre Lieblingsserien informieren.

Seit einiger Zeit gehören auch PodCasts zum Repertoire. Unteranderem hörte ich in den vergangenen Tagen ein Gespräch zwischen Marco und meinem guten Freund Ben Calvin Hary, in dem sie sich über Science Fiction im allgemeinen und Star Trek und PERRY RHODAN im Besonderen unterhalten. Sie erzählen von ihren Erinnerungen an die Lieblingsserien ihrer Kindheit, diskutieren über die Synchronisation von Animationsfilmen bis hin zum Schreiben von Romanen und der Produktion von YouTube-Videos. Der mehrstündige PodCast erfordert ein wenig Zeit, aber es lohnt sich.

Warp-Core unterhält auch ein Diskussionsforum, in dem derzeit über »Star Trek: Picard« gesprochen wird, dafür ist eine APP sowie eine Anmeldung bei Discord notwendig. Ich schaue dort jeden Freitag vorbei und halte mich über die Meinungen der Fans auf dem Laufenden, hin und wieder diskutiere ich sogar mit.

Mit Warp-Core hat sich Marco Golüke einen Lebenstraum erfüllt – ein eigenes Science-Fiction-Magazin, in das er einen großen Teil seiner Freizeit steckt. Da gehts ihm wie mir mit der SOL, für die ich gern meine Zeit opfere.

Als besonders angenehm empfinde ich, dass er vollständig auf Werbeeinblendungen auf der Seite verzichtet. Das ist nicht selbstverständlich, schließlich kostet der Betrieb einer solchen Webseite Geld. Dafür besteht die Möglichkeit einer freiwilligen Spende oder der Besuch des Warp-Core-Shops, in dem passendes Merchandise zur Seite erhältlich ist.

Wer neugierig geworden ist, darf gern mal einen Blick auf Warp-Core riskieren. Ich verlinke die Seite ab sofort permanent in meinem Weblogs-Bereich.

Auftakt auf Arkon

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 220 – »Imperium am Abgrund« von Oliver Plaschka

Eine auf der Erde eilig einberufene Kommission beschließt die Absetzung Perry Rhodans als Protektor. Bull wird zu seinem Nachfolger ernannt, wenn auch unter heftigen Protest des Systemadmirals. Auch wenn sich Rhodan über das Urteil ärgert, bekommt er somit die Chance als Berater an Bord der MAGELLAN nach Arkon zu fliegen. Denn die CREST II unter dem Kommando seiner Frau Thora und mit seinen Söhnen an Bord ist seit Monaten dort verschollen.
Auf Arkon erwartet die Terraner neues Ungemach. Der arkonidische Hochadel stürzt die Herrscherin Theta, die daraufhin bei den Menschen um Asyl ersucht. Sehr knapp gelingt beiden terranischen Schiffen die Flucht aus dem Arkon-System. Ihr nächstes Ziel ist Aarakh Ranton, denn von dort scheint die Gefahr zu stammen, die nicht nur das Imperium destabilisiert, sondern auch das Sol-System bedrohen könnte.

Ich habe lange überlegt, warum ein NEO, geschrieben von Oliver Plaschka, immer ein besonderer Genuss für mich ist. Inzwischen scheine ich die Antwort zu kennen. Bei seinen Romanen gelingt es mir leicht den Redakteursmodus auszuschalten, in dem ich mich fast immer befinde, wenn ich etwas lese. Seine Texte sind so gut wie makellos. Kein Fehler, keine unrunde Formulierung und kein Handlungsloch reißen mich aus dem Lesefluss und ich kann die Geschichte wirklich genießen. Ich wiederhole mich, wenn ich schreibe, dass er ein Meister der Harmonie ist.

Das beweist er auch im vorliegenden Roman. Es geht los mit Rhodans Rückkehr ins Sol-System, mit seiner Verurteilung, dem Aufbruch nach Arkon, den er aus einer veränderten Sichtweise erleben muss. Und es endet mit der Flucht durch den Kristallpalast, zusammen mit Imperatrice Theta. Da stimmt die Figurencharakterisierung, das Timing und der Spannungsaufbau, von den gut recherchierten Hintergründen ganz abgesehen.

Gut gefallen hat mir der Totengräber-Anwalt Jeremiah Goslin. Leider kommt er durch Rhodans vorzeitiges Geständnis nicht so richtig zum Zuge. Das hat mich in der Tat ein wenig enttäuscht. Vielleicht taucht er mal wieder auf. Reginald Bull hat der Autor ebenfalls bestens charakterisiert und auch der mit sich hadernde Rhodan kommt sehr glaubwürdig rüber. Mit dem Halbarkoniden Torgen Shenn wird eine neue Hauptfigur eingeführt, die sicher in den nächsten Romanen noch für Aussehen sorgen wird. Der Zögling von Ex-Administrator Ngata könnte sich zu einer Reibungsfläche für Rhodan entwickeln, sofern man ihn lässt.

Einen Wermutstropfen bleibt. Zeichnete sich jeder der NEO-Romane des Autors in der Vergangenheit durch eine Besonderheit aus, so fehlte das dieses Mal. Es gab keine epische Völkergeschichte wie in Band 138, keine rückwärtsgerichtete Erzählstruktur wie bei Band 177, keine in Briefform verfassten Kapitel wie in Band 191, kein Charakterroman wie Band 203 und keine Gangsterklamotte wie in Band 210. Vielleicht mag es an den knappen Abgabeterminen vor Weihnachten gelegen haben, vielleicht auch nicht. Das weiß der Autor sicher selbst am besten. Mir ist das nur aufgefallen, weil er bisher jeden Roman mit einer solchen »Nettigkeit« ausgestattet hat. Sicher klappt es beim nächsten Mal wieder.

Mit »Imperium am Abgrund« werden die Figuren für die neue Staffel in Stellung gebracht. Die Zustände im Arkon-System erläutert und einen Blick auf die Bedrohung geworfen, mit der sich die Menschen auseinanderzusetzen haben. Oliver Plaschka schreibt auf hohem sprachlichen Niveau und vermittelt die Handlung stets auf lesenswerte Art und Weise.

Voltzsches Drama

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PERRY RHODAN NEO Band 219 – »Callibsos Weg« von Rüdiger Schäfer

Nach dem Durchgang durch den Zeitbrunnen findet sich Perry Rhodan an einem unbekannten Ort wieder. Hier erwartet ihn Callibso. Der Zwerg hatte jahrzehntelang versucht Perry Rhodans Aufbruch zu den Sternen zu verhindern und dazu sogar Perrys Mutter umgebracht.

Callibso scheint jede Minute zu altern und bittet Rhodan ihm zuzuhören, da ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Er erzählt Rhodan seine Lebensgeschichte: wie er als Junge zum Priester gewählt und ausgebildet wurde; wie er sich verliebte und bei einem Kampf in einen Zeitbrunnen fiel. In dem dahinterliegenden Quantenraum erwartete ihn sein zukünftiger Lehrmeister Välfouerr. Ein rätselhafter Außerirdischer, der ihn in die Geheimnisse der Zeitbrunnen und des Universums einweihte. Callibso lernte Zeitlinien zu manipulieren, um potentielle Zukünfte zu verhindern. Wer seine und Välfouerrs Auftraggeber waren, erfuhr er nie.

Er beschreibt, wie das Universum entstand und wie es enden wird, warum ANDROS und ES ihr kosmisches Schachspiel ausfochten und warum das Dunkelleben als Überbleibsel eines vorangegangenen Universums eine Gefahr darstellt. Dann stirbt Callibso an temporaler Nekrose, weil er sich zu lange im Quantenraum aufgehalten hat. Rhodan kehrt durch den Zeitbrunnen zurück. Sein Zellaktivator ist verschwunden. Doch der Quantenraum hat ihn vom Dunkelleben befreit und seinen Alterungsprozess gestoppt, da er wie Callibso ein Zeitträger ist.

Wow! Die ganzen Informationen, die im Roman vermittelt werden, muss man erstmal verdauen. Eigentlich bin ich kein Freund von Exposition, aber so geschickt, wie Rüdiger Schäfer das in Band 219 macht, davor ziehe ich den Hut. Er erzählt Callibsos Lebensgeschichte so berührend und lebensnah, dass man ihm verzeiht, dass der Roman so gut wie ohne Handlung auskommt.

Callibso avanciert vom Antagonisten zum Protagonisten. Der Autor schildert sehr klar und sehr menschlich, was die Figur umtreibt. Damit bringt er dem Leser den früheren Bösewicht so nah, dass Sympathie und Verständnis wachsen. Aus einem Bösen einen Guten machen, Verständnis für die Taten eines Individuums erzeugen, ist nicht leicht. Rüdiger Schäfer gelingt das durch seine tiefreichenden Innenansichten und seine flüssige Sprache. Man »hört« ihm einfach gern zu, wie er die Lebensgeschichten seiner Figuren erzählt. Das war schon in Band 195 so, wo er Tuire Sitareh einen Hintergrund verlieh und das ist auch bei »Callibsos Weg« wieder der Fall.

Noch bemerkenswerter ist, wie er die vielen offenen Fäden aus den vergangenen Staffeln zusammenfügt, wie er das Bild der Ereignisse, einem Zwiebelschalenmodell gleich, erweitert. Man versteht plötzlich, warum etwas passiert ist und dass es genauso passieren musste. Ich möchte hier nicht alles wiedergeben, das würde auch den Rahmen sprengen. Nur so viel: Man kennt am Ende fast alle Zusammenhänge.

Der Autor beschäftigt sich schon lange intensiv mit Kosmologischen Prozessen. Er hält sich hierbei stets auf dem Laufenden und lässt seine Erkenntnisse in die NEO-Serie einfließen. So ausgeklügelt wie bei Band 219 habe ich das aber noch nie gelesen. Es fühlt sich logisch und richtig an.

Zu »Callibsos Weg« gibt nicht viel mehr zu sagen, außer, dass ich schwer beeindruckt bin. Das ist mit Abstand der beste NEO, den ich bisher gelesen habe. Und es ist vor allem ein Roman, den man lesen kann, ohne sich groß bei NEO auszukennen, weil er eine einzelne Figur und deren Lebensweg in den Fokus stellt. Das ist eine Art der Charakterisierung wie sie bei PERRY RHODAN einst nur William Voltz so vollendet beherrschte. Ich persönlich meine, in Rüdiger Schäfer hat er seinen Nachfolger gefunden. Das ausdrucksstarke Cover von Dirk Schulz unterstreicht diese Leistung.

Ein tiefsinniger Schorm

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PERRY RHODAN NEO Band 218 – »Abstieg in die Zeit« von Rainer Schorm

Endlich erreicht die FANTASY Lashat, doch Perry Rhodan liegt im Sterben. Merkosh und der MINSTREL können ihn solange stabilisieren, bis das Schiff auf Lashat landet und er in die Station der Oproner gebracht werden kann. Das Dunkelleben auf dem Planeten ist außer Kontrolle geraten. Der Leiter der Einrichtung, Hollquasch, verspricht trotzdem den Protektor zu heilen, wie er einst Ronald Tekener geheilt hat.
Rhodan wird von den Zwillingen und der Torkade begleitet. Doch der MINSTREL beschließt eigenmächtig, das seine Anwesenheit notwendig ist. Auch die beiden Tekener schleichen sich vom Schiff. Ronald hofft, den Oproner Hollquasch zur Rede stellen zu können. Froser Metscho verlässt ebenfalls heimlich das Schiff. Iratio Hondros Einfluss ist zwar abgeklungen, aber irgendetwas anderes hat sich seiner bemächtigt und zieht ihn in zum Vorago im Inneren der Station.
Perrys Behandlung erweist sich als Fehlschlag. Die Lage spitzt sich zu, als es den Protektor ebenfalls zum Vorago zieht. Hier kumulieren die Ereignisse, bei denen nicht nur Froser Metscho und Kashik den Tod finden, sondern auch Sophie Bull-Legacy ihre Stimme wiedererhält und Perry Rhodan am Ende in einen Zeitbrunnen steigt.

Ungewöhnlich tiefsinnig erzählt Rainer Schorm vom Schicksal Perry Rhodans. Der Protektor denkt über den Tod nach, über dass was war und was sein wird ohne ihn. Gefühlvoll und mit einer verblüffenden Nüchternheit philosophiert der Autor über das Leben und das Sterben und zeigt dabei eine ganz neue Seite. Man lernt unbekannte Begriffe. So weiß ich jetzt was Kirchhofrosen sind.

Die Ereignisse auf Lashat bilden mit ihrer Action einen guten Kontrast, folgen aber logischen Spuren. Nur am Ende des Romans wird es etwas hektisch. Es scheint, als wäre noch zu viel Geschichte übrig gewesen.

Warum ausgerechnet Froser Metscho geopfert wird, ist mir schleierhaft. Es wirkte fast, als habe er seine Schuldigkeit getan und man wollte ihn loswerden. Dabei ist bezüglich seiner Person vieles noch nicht geklärt. Hat er nun den Linearantrieb sabotiert, oder nicht? Denn laut der Oproner ist der Linearantrieb eine Sackgasse. Sie helfen sogar, die FANTASY zu reparieren, damit sie zur Erde zurückkehren kann.

Überraschend war das Auftauchen von Quiniu Soptor, die aus dem Zeitbrunnen steigt und letztendlich Perry vom Dunkelleben zu befreien scheint. Noch überraschender war die Reaktion von Kashik. Der junge Oproner scheint ein Gegenspieler von Quiniu zu sein und wird kurzerhand von ihr aufgelöst. Es werden ganz viele Geschehnisse aus der Vergangenheit miteinander verstrickt, was mich umso neugieriger auf den kommenden Roman macht.

Was mir nicht so ganz gefiel, war die Perspektive von Deringhouse. Die Crew der FANTASY kann nämlich nur durch eine optische Übertragung die Ereignisse in der Station verfolgen und kommentiert diese Bilder bisweilen ziemlich hellseherisch.

Mit »Abstieg in die Zeit« rollt Rainer Schorm wiederholt den Teppich für Rüdiger Schäfer aus, der mit Band 219 die Staffel abschließen wird. Mich hat der Autor vor allem mit seinen Innenansichten Perry Rhodans überzeugt. Das war glaubhaft und berührend. Ein untypischer Roman für Rainer Schorm, der mir sehr gut gefallen hat.

Wirrwarr auf Gorrawaan

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 217 – »Die zerborstene Welt« von Ruben Wickenhäuser

Die FANTASY erreicht Gorrawaan. Der gespaltene Planet ist so eine Art »Werftwelt«, auf der die insektoiden Garrm Rohstoffe für das Compariat abbauen und daraus Bauteile verschiedenster Art herstellen. Überwacht werden sie von Shafakk, denen sie nur wenig Sympathie entgegenbringen.
Mittels der Torkade kann ein Reviersteiger der Garrm überredet werden, für die FANTASY notwendige Ersatzteile herzustellen. Doch damit das von den Shafakk nicht bemerkt wird, müssen die Menschen stillgelegte Anlagen wieder in Gang bringen, was nicht komplikationslos abläuft.
Derweil erforschen Gucky und Perry Rhodan den Kern des Planeten. Hier gibt es Artefakte einer uralten Zivilisation. Unteranderem wurde hier der Kreell-Block mit dem Leyden-Team gefunden. Alles erinnert stark an die Überbleibsel der Memeter. Rhodan entdeckt einen defekten Zeitbrunnen und hat eine Begegnung mit einem steinalten Arkoniden. Der stirbt jedoch, bevor Rhodan ihn befragen kann.

Ein Generalstreik der Garrm und die Bequemlichkeit des Shafakk-Zuul sorgen dafür, dass die FANTASY mit neuer Ausrüstung entkommen und endlich Kurs auf Lashat nehmen kann.

Der Autor lässt die zerborstene Welt sehr plastisch vor den Augen des Lesers entstehen. Da werden viele Elemente aus dem Bergbau und der Schwerindustrie vermischt. Das ist gut beschrieben, war mir auf Dauer aber zu üppig, insbesondere die unzähligen »Achterbahnfahrten«.

Ohnehin hatte ich meine Schwierigkeiten mit den Abläufen. Vieles erschien mir stellenweise nicht logisch. Ich hatte immer das Gefühl, der Autor würfelt viele Handlungsstränge zusammen, ohne konkret zu wissen, wie er sie auflösen soll. Zwischen dem 4. und 5. Kapitel gibt es definitiv einen Übereinstimmungsfehler. Wir erleben die Szene erst aus der Sicht des Reviersteigers und anschließend nochmal aus Sicht von Laura Bull-Legacy. Dabei stimmen weder die Dialoge noch die Abläufe. Das hat mich beim Lesen derartig gestört, dass ich den Roman zunächst zur Seite gelegt habe.

Viele der Schwierigkeiten auf die die Crew bei ihrer Mission trifft, waren von Anfang an vorhersehbar. Dass es den Menschen nicht gelingt, die Fertigungsanlagen in Betrieb zu nehmen, ohne das dies jemandem auffällt, darauf hätten sie selbst kommen können. Der Reviersteiger hatte einerseits Befehlsgewalt, andererseits nicht und wenn, war er als Vermittler nicht zur Stelle. Er geht genauso blauäugig vor wie die Menschen. Ich hätte es sinnvoller gefunden, wenn er zuvor seine Kollegen informiert und zur Zusammenarbeit aufgerufen hätte. Schließlich funktioniert es am Ende genau so und nur so. Da wurde die Logik leider wieder der Spannung geopfert.

Gucky gibt den Shafakk, was eher unterhaltend ist, als das er seine Gegner wirklich in Angst und Schrecken versetzt. Sophie und Laura Bull-Legacy streiten ständig und auch die Torkade verhält sich nicht, wie sie sollte. Das dieses Himmelfahrtskommando überhaupt funktioniert und »nur« ein Menschenleben kostet, ist vielen Zufällen und dem Gutdünken des Shafakk-Zuul geschuldet, der keinen Ärger in seinem Revier will.

Interessant war Rhodans Ausflug ins Innere des Planeten. Die Artefakte und die Informationen die der Protektor sammelt, werfen Fragen auf. Ich musste ganz tief in meinem Gedächtnis kramen, um die Zusammenhänge zwischen Kreell, Molkex, den Memetern usw. wieder hervorzuholen. Mit den Auftauchen des Zeitbrunnens und des alten Arkoniden stellen sich Perry Rhodan neue Rätsel. Da freue ich mich schon auf die Auflösung.

Seit vielen Bänden taucht zum ersten Mal wieder Froser Metscho auf. Der Chefingenieur, der das Versagen des Linearantriebs verursacht hat, scheint nicht mehr von Iratio Hondro besessen zu sein. Oder doch? Man weiß es nicht. Es wundert mich jedoch, dass dieser so wichtige Punkt in den vergangenen Romanen keine Rolle gespielt und auch hier nicht wieder aufgenommen wurde.

Stilistisch ist an dem Roman wenig auszusetzen. Vielleicht die etwas zu lockere Sprache. Stellenweise hatte ich das Gefühl, das sich der Autor selbst nicht so richtig ernst nimmt. Und was das Verwenden von bekannten Filmzitaten angeht, weise ich auch hier wieder ausdrücklich daraufhin, das weniger mehr ist. »… hatte ein mieses Gefühl« kam sooft vor, dass ich es schon als lästig empfand.

Gelungen ist auf alle fälle das Titelbild von Dirk Schulz, das die Bergwerks-Welt eindrucksvoll wiedergibt.

»Die zerborstenen Welt« enthält einige wichtige Hinweise auf die Vorgänge vor vielen Millionen Jahren und damit auch auf die Zeitbrunnen. Die Geschichte rund um die Ersatzteilbeschaffung für die FANTASY artet dagegen ein wenig in Wirrwarr aus.

Perry-Beschaffungs-Problem gelöst

Vor einiger Zeit jammerte ich an dieser Stelle, wie schwierig es ist, bei uns im Ort an PERRY RHODAN-Hefte zu kommen. Der einzige Kiosk hatte die Hefte immer nur sporadisch. Mal gab es den NEO, mal nur die Erstauflage, mal waren beiden vorhanden, oft aber keines von beiden. Man konnte sich nicht darauf verlassen, dort ein Heft zu kaufen. Bestellen war auch nicht möglich. Wahrscheinlich war das der Inhaberin zu aufwendig oder zu kompliziert.

Wir sind dann immer nach Traunstein gefahren. In der dortigen Bahnhofsbuchhandlung sind immer genug Hefte von beiden Serien vorrätig und man bekommt sie dort bereits am Donnerstag. Nur mussten wir meist 50 Cent Parkgebühren für die Tiefgarage zahlen, wenn wir nicht innerhalb von zehn Minuten wieder am Auto waren. Außerdem zwölf Kilometer wegen eines Heftromans ist Klimatechnisch eine Katastrophe.

Also habe ich vor einem Jahr ein E-Book-Abo für die NEO-Serie abgeschlossen und lese sie seit dem nur digital. Die Erstauflage bezog ich bis Oktober im Print-Abo.

Im Oktober öffnete dann der REWE-Markt in Waging. Als wir zum ersten Mal dort einkauften, entdeckten wir im Zeitschriftenregal die PERRY RHODAN-Erstauflage. Seit dem kaufen wir unsere Perry-Hefte im REWE. Einmal waren wir zu spät und es gab keins mehr, weshalb wir jetzt jeden Freitagnachmittag zum Supermarkt laufen, um dort fürs Wochenende einzukaufen. Da nehmen wir den Heftroman gleich mit.

Anscheinend sind wir nicht die einzigen Käufer. In den ersten Wochen gab es dort nur zwei Hefte. Heute lagen vier Stück im Regal. Ich bin begeistert. Denn, nur wenn die Hefte ausliegen, werden sie gekauft und nur wenn sie gekauft werden, liegen sie auch im Regal. Man sollte diesen Kreislauf besser nicht unterbrechen. Weswegen wir jetzt immer meinen Schwiegervater losschicken, damit er das Perry-Heft kauft, wenn wir Freitags mal nicht da sind. Ich hoffe, das funktioniert weiterhin so gut.

Übrigens, bin ich mit dem NEO-Abo aus dem PERRY RHODAN-Shop ebenfalls hoch zufrieden. Das hat bisher problemlos geklappt. Man bezahlt so viele Hefte, wie man möchte im Voraus. Und wenn sie erscheinen, bekommt man eine Benachrichtigungs-Mail. Man loggt sich im Shop ein, geht auf Abo-Verwaltung und kann sich bereits ab Donnerstag den aktuellen NEO aufs Lesegerät herunterladen. Gedruckt gibt es das Taschenheft erst am Freitag und günstiger ist so ein E-Book außerdem.

Für mich als Rezensentin hat das noch einen zusätzlichen Nutzen. Ich kann in dem E-Book besser suchen, wenn ich eine Stelle mal näher besprechen möchte. Dennoch vermisse ich manchmal die Haptik und den Geruch von bedrucktem Papier. Da bin ich dann doch irgendwo Nostalgikerin.

In den Händen der Shafakk

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 216 – »Geburt einer Torkade« von Lucy Guth

Die Crew der FANTASY wird von den Shafakk gefangen gehalten. Die schwarzen Mausbiber versuchen das Schiff zu demontieren, um die Technik des Linearantriebs zu entschlüsseln. Gucky ist der einzige, der Perry Rhodan und die Mitglieder seines Teams auf der FANTASY und dem Raumschiff der Shafakk hin und her teleportieren kann, doch seine Ressourcen sind begrenzt. Alle Versuche das Schiff zu schützen, schlagen fehl. Die Shafakk nehmen die Bull-Legacy Zwillinge gefangen und lassen sie zusammen mit anderen Crewmitgliedern in der Arena gegen einen der ihren kämpfen. Da espert Gucky ein fremdes Lebewesen.
Der junge Oproner Kashik wird seinen Eltern entrissen und zur Ausbildung auf einen fremden Planeten gebracht. Hier soll er lernen Teil einer Torkade zu werden. Der Weg dorthin ist steinig und von Verlusten begleitet. Nach seinem erfolgreichen Abschluss wird er mit einer wichtigen Mission betraut und an den Rand des Compariats geschickt.
Perry Rhodan und Gucky können den jungen Oproner aus der Bewusstlosigkeit und der Gefangenschaft der Shafakk befreien. Er stellt sich als Retter in der Not heraus. Denn gerade als die Zwillinge in der Arena um Leben und Tod kämpfen müssen, verbindet sich Kashik mit den Opronern an Bord der FANTASY zu einer Torkade. Diesem Verbund darf keine Zivilisation innerhalb des Compariat einen Wunsch verwehren. So können nicht nur die Besatzungsmitglieder in der Arena befreit, sondern auch mit Hilfe eines Schreienden Steins, den der junge Oproner im Gepäck hatte, Chaos unter den Shafakk verbreitet werden.
Die FANTASY entkommt, nicht jedoch ohne zuvor den Kreell-Block mit dem Leyden-Team an Bord genommen zu haben.

Mit diesem Roman wird endlich der Cliffhanger aus Band 214 aufgelöst. Es passiert eine Menge in dem Roman. Lucy Guth baut viele Wendungen ein und stellt die Figuren immer wieder vor neue Herausforderungen. Das hat seinen Preis. Denn je übermächtiger der Feind und desto auswegloser der Weg der Protagonisten, umso unglaublicher wirkt die Auflösung. Die Idee mit der Torkade ist gerade noch so akzeptierbar. Der Einsatz des Schreienden Steins eher weniger. Nicht nur das Kashik zufällig einen solchen mit sich führt, er ist auch noch in der Lage ihn so zu programmieren, dass er die Menschen unbeeindruckt lässt, die Shafakk aber nicht.

Das Finale gerät zu schnell und überstürzt. Da werden plötzlich allerlei Tricks aus dem Hut gezaubert. Von Guckys übermäßigen Einsatz angefangen über den Schreienden Stein bis hin zur Behandlung von Sophie Bull-Legacy mit Nanotechnologie des Ministrel. Sie kann dadurch wieder sprechen und wird gleichzeitig körperlich aufgewertet, um den Kampf zu gewinnen. Der Tod von Sork am Ende ist völlig unnötig, der Ilt wäre ohnehin nicht mitgekommen und Gucky hat genug Bitterkeit erfahren, als ihm lieb ist. Da hätte es nicht noch den Verlust eines Artgenossen bedurft.

Ronald Tekener bekommt mal wieder etwas zu tun, auch wenn er nur erwähnt wird. Es wunderte mich, dass er seit der Evakuierung der FANTASY aus der Handlung völlig verschwunden schien. Dafür lernten wir andere Besatzungsmitglieder kennen, nur um sie gleich wieder den Serientod sterben zu sehen.

Außergewöhnlich gut gefiel mir die Hintergrundgeschichte von Kashik. Mit wenigen Kapitel zeichnet die Autorin ein stimmiges Bild des Oproner-Jungen. Gleichzeitig erfahren wir mehr über das Volk der Oproner und ihre Bräuche. Nicht ganz klar sind nach wie vor die Ziele Merkoshs. Was will der Oproner? Was verbirgt er vor den Terranern? Und warum hat nicht er die anderen Schreienden Steine ausgeschaltet oder umprogrammiert. Denn offensichtlich ist dies einem Oproner möglich.

Es bleibt noch Luft nach oben in den verbliebenen beiden Romanen dieser Staffel. Die Exposé-Autoren müssen noch einige Geheimnisse aufdecken, bevor es auf Arkon weitergehen kann.

Lucy Guth hat mit »Geburt einer Torkade« gezeigt, dass sie ihr Handwerk versteht und einen NEO-Roman auch allein stemmen kann: mit viel Herz, einer Menge Action und einer spannenden Dramaturgie. Lesenswert.

Absturz auf Triton

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 215 – »Botschafter des Imperiums« von Rüdiger Schäfer

Ein Frachter der Mehandor havariert beim Eintritt ins Sonnensystem. Das Raumschiff stürzt auf Triton einem der Monde von Neptun. An Bord sind neben einer Ladung exotischer Tiere für den Zoo Terrania auch ein Abgesandter von Imperatrice Emthon V. Der Arkonide reist verdeckt, weil er Perry Rhodan eine brisante Botschaft überbringen soll. Mit viel Glück überlebt er den Absturz zusammen mit einer Handvoll Mehandor. Doch sie können nicht auf Hilfe der Terranischen Flotte warten, weil das Wrack auf der instabilen Oberfläche des Mondes unterzugehen droht. 
Rhodans Söhne werden vom Geheimdienst losgeschickt, den Botschafter aus dem verunglückten Schiff zu bergen, bevor die offiziellen Retter eintreffen. Man vermutet, dass das Schiff nicht zufällig abgestürzt ist. Ihre Chancen den Arkoniden in dem Trümmerhaufen von Frachter zu finden und lebend zu bergen sind schlecht. Denn ein paar der gefährlichen Tiere haben überlebt und stürzen sich nun auf alles was sich bewegt.

Auch wenn ich viel lieber erfahren hätte, wie es mit der FANTASY und dem Compariat weitergeht, so muss ich gestehen, dass Rüdiger Schäfer ein ausgesprochen spannender Roman gelungen ist. Da kommt dramaturgisch einiges zusammen. Leute, die in einem fast völlig zerstörten Schiff zu überleben versuchen, verfolgt von wilden Tieren und zwei Geheimagenten auf einer fast unmöglichen Mission.

Nicht zu vergessen Thora als Kommandantin der CREST II, die sich zurückhalten muss, nicht nur im Dienst, sondern auch privat. Ihre Sorge um ihren Ehemann darf sie genauso wenig zeigen, wie ihre Meinung darüber wie sie vom Terranischen Rat behandelt wird. Der beschuldigt sie nämlich, Perry Rhodan beim Diebstahl der FANTASY unterstützt zu haben. Was ja eigentlich auch stimmt. Hinzu kommt nun die Sorge um ihre Heimat. Was geht vor im Imperium? Was muss passiert sein, dass sich die Imperatrice an die Terraner wendet? Fragen, die im Laufe der nächsten Staffeln beantwortet werden müssen.

Keine Frage, Rüdiger Schäfer kennt sich aus mit Arkon und seinen Bewohnern. Dieses Detailwissen spürt man in jedem Satz. Hier eine kleine Anspielung, dort ein Informationshappen. Wer mit den Arkoniden nicht so vertraut ist, erfährt hier einiges neues. Natürlich schafft der Autor es auch diesmal wieder mich an mindestens zwei Stellen zum Weinen zu bringen. Diese emotionale Tiefe bekommt nur er so perfekt hin.

Einzig, wie Thora am Ende erlaubt wird, mit der CREST II nach Arkon aufzubrechen, ging mir zu schnell und zu problemlos, wo sie doch zuvor von allen Seiten mit Mistrauen behandelt wird. Vielleicht wollte der Terranische Rat sie auch nur loswerden.

»Botschafter des Imperiums« überrascht, weil er die Leser an einen neuen Schauplatz führt und ein unerwartetes Thema aufgreift. Viele haben darauf gewartet. Eingebettet in eine spannende Handlung erfahren wir, wie es aussieht im Arkonidischen Imperium. Eine Geschichte mittels vier Handlungsebenen spannend zu erzählen, ist nicht einfach. Rüdiger Schäfer hat das grandios gemeistert.

Das Imperium der Mausbiber

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 214 – »Der Zorn der Shafakk« von Bernd Perplies

Der unsichtbare Gegner, den Gucky im Wrack der KORRWAK enttarnt ist ein Mausbiber. Mit pechschwarzem Fell, silberverstärkten Reisszähnen und enormen Aggressionspotential ist er das ganze Gegenteil eines friedlichen Ilts. Gucky muss den Shafakk töten, um sich und den Außentrupp zu schützen.
Zurück an Bord der FANTASY gerät das Schiff beim Verlassen des Systems in einen Hinterhalt und wird von einer Flotte Shafakk Schiffe aufgebracht. Perry Rhodan gelingt es die Shafakk zu überreden, die unterlegene FANTASY nicht auf der Stelle zu zerstören, sondern sie zum Mutterschiff der Shafakk-Flotte zu bringen. Die KIRSSH versteckt sich in einem planetaren Nebel und ist mit 14 Kilometern ein Gigant.
Dort werden alle von Bord gebracht und weggesperrt. Nur Gucky hält sich versteckt und versucht die FANTASY vor dem Zugriff der schwarzen Mausbiber zu schützen. Als dies misslingt, befreit er Rhodan, um die Zerstörung des Schiffs zu verhindern. Dabei trifft er auf Sork, einem Mausbiber, der ihm ähnelt und der nicht so aggressiv ist, wie die Shafakk. Von ihm erfährt er, dass der Name Ilt, nicht der Name seiner Spezies ist, sondern ein Schimpfwort der Shafakk für genetisch unreine Exemplare wie Sork, die von den Shafakk wie Sklaven gehalten werden.
Zusammen mit Sork suchen sie in der KIRSSH nach einer Fluchtmöglichkeit für die FANTASY und ihre Crew und machen dabei eine unerwartete Entdeckung.

Sie haben es tatsächlich getan. Im NEO-Programmpunkt in Osnabrück witzelte Rainer Schorm über die Zukunft der Serie und meinte, man würde die Serie nach Rhodans Tod durch den versagenden Zellaktivator in »Das Imperium der Mausbiber« umbenennen. Ich denke mal, dass die Expokraten damals schon die Idee mit den Shafakk ausgebrütet hatten.

Das ist in der Tat eine schöne Überraschung, die von Bernd Perplies auch ausgesprochen originell umgesetzt wurde. Die Geschichte war so spannend, dass ich ziemlich erstaunt war, wie schnell ich sie durchgelesen hatte.

War ich von den Romanen des Autors für »Mission SOL« enttäuscht gewesen, so liefert er mit NEO 214 ein kleines Meisterwerk ab. Die Handlung war stimmig, die Figuren tiefgründig und agierten glaubhaft. Selbst Wogrill, das seltsame Wesen mit dem schrägen Sprachwitz, hat er furios gemeistert.

Der Roman endet erneut in einem fiesen Cliffhanger, wobei der erst im übernächsten Band aufgeklärt wird. Von mir an der Stelle nur so viel: das Leyden-Team ist zurück.

Als eher negativ empfinde ich die vielen verbalen Assoziationen zu Star Wars und Co. Mit der Verwendung der Zitate hat sich der Autor keinen Dienst erwiesen. Klar ist es verlockend und witzig, doch ich finde, dass dadurch die Originalität seiner eigenen Geschichte leidet.

Bei »Der Zorn der Shafakk« sieht man wie sehr sich NEO inzwischen von der Erstauflage abhebt. Die Einführung einer Zivilisation aus Mausbibern, die aggressiv und gewalttätig daherkommen, hat es in sich.