Christinas Multiversum

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Gefahr aus dem Pilzwald

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 208 – »Die Winde von Epsal« von Rainer Schorm

Eine Gruppe Pilzsammler wird auf Epsal von agressiven Sporen angefallen. Im MIMERC sind die Ärzte ratlos und bitten die Ärztin Sud um Rat, die gerade den Protektor nach Epsal begleitet. Auch sie steht zunächst vor einem Rätsel, weil sich der infektöse Herd jeglichen Untersuchungen entzieht. Auf Grund seiner schnellen Anpassung und Agressivität empfielt sie der Obfrau, Epsal unter Quarantäne zu stellen. Daraufhin kommt es zu Unruhen unter der ahnungslosen Bevölkerung. Sud und ein Einsatzteam von Epsalern stößt in den Pilzwald vor, um nach dem Ursprung der Sporen zu suchen.
Dann wird auch die CREST II im Orbit von Sporenwolken gezielt attakiert. Sie dringen durch Strukturlücken im Energieschirm ins Schiff ein und setzen sich im Haupthangar fest. Der Besatzung gelingt es vorerst ihre Ausbreitung innerhalb des Schiffes zu verhindern. Doch die Sporenwolken lernen und zeigen zunehmend intelligentes Verhalten. Als sie gezielt einen Techniker angreifen, bleibt der Crew nur die Möglichkeit die Sporen mittels eines Plasmabrandes zu vernichten.
Hinter den ominösen Geschehnissen steckt kein anderer als Iratio Hondro, dessen Versuch jedoch scheitert, die Kolonie auf Epsal unter seine Kontrolle zu bringen.

Pünktlich zur Pilzsaison entführt uns Rainer Schorm in die wundersame Welt der Pilze. Durch akribische Recherche vermittelt der Autor nicht nur aktuelles Wissen über Mykologie, sondern zeigt auch die Faszination der Fungi. Es macht richtig Spaß zusammen mit den Protagonisten, allen voran Paulus Moron, in die Pilzwälder einzutauchen und die Umwelt mit allen Sinnen zu genießen.

Rainer Schorm stattet seine skurrilen Figuren stets mit Wortwitz und Schlagfertigkeit aus. Wobei er manchmal übers Ziel hinausschießt, doch in diesem Roman hat er das richtige Maß gefunden. Überhaupt! Seit der Zusammenarbeit mit Rüdiger Schäfer als Exposéautor sind seine Romane qualitativ immer besser geworden. Waren mir seine Geschichten früher zu technisch und zu trocken, beweist er mit dem aktuellen Roman, wie vielseitig sein wissenschaftliches Interesse ist.

Leider weiß man als Leser bereits sehr früh, dass nur Iratio Hondro hinter dem Sporen-Phänomen stecken kann. Interessant ist dagegen der Hintergrund, den der Autor dieser Figur mitgibt. Wir erfahren, wie Hondro zu dem werden konnte, was er ist. Damit erlangt der Antagonist der Staffel erstmals mehr Tiefe.

Was den Staffelfortgang angeht, steuert die Handlung langsam einem Höhepunkt zu. Das es Iratio Hondro erneut gelingt, unbehelligt zu fliehen, ist allerdings etwas ärgerlich. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Einsatz der CREST II gewünscht, aber die Crew versucht es nicht einmal.

Gut gefallen haben mir die Zwischenkapitel von Kor Staal. Der Grunner übt Widerstand gegen die Konzerne, die sein Genom als ihr Eigentum betrachten und ihn und alle anderen Kolonisten ebenfalls. Da deutet sich der nächste spannende Handlungsbogen an. Diese innenpolitischen Probleme sind, wie ich finde, eine der Stärken der NEO-Serie und machen die Geschichten deshalb so authentisch.

»Die Winde von Epsal« ist ein Roman mit viel exotischem Flair, einer überaus spannenden Handlung, die unteranderem die Geschichte Iratio Hondros erzählt. Herausragend ist allerdings die Beschreibung der Kolonie Epsal. Da ist dem Autor ein großer Wurf gelungen. Ich werde daran denken, wenn ich das nächste Mal Pilze esse.

Einsatz für Tekener

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 207 – »Einsatz auf Ertrus« von Susan Schwartz

Ronald Tekener ist gesundet und zurück auf Terra. Doch nach wie vor hat er weder seine Spielsucht noch seinen Alkoholkonsum im Griff, schon gar nicht sein Leben. Als er mal wieder an einem Tiefpunkt angekommen scheint, treten seine Schwester und die Rhodan Geschwister an ihn heran und machen ihm ein Angebot, dass er nicht ablehnen kann. Zumal sie ihm seinem Ziel, sich an Iratio Hondro zu rächen und den Plophoser zu vernichten, einen großen Schritt näher bringen.
Die Vier brechen mit der NATHALIE nach Ertrus auf. Auf der Kolonie soll das Geminga-Kartell die Übernahme einer großen Lieferung Schwingquarze geplant haben. Das ruft nicht nur Iratio Hondro sowie das Kartell auf den Plan, die Quarze werden auch dringend von der Terranischen Union für den Prototypen einer neuen Schiffsklasse gebraucht. Dumm nur, das die Übergabe misslingt und Hondro mit den wertvollen Hyperkristallen entkommen kann. Doch sowohl Hondro als auch der Terranische Geheimdienst haben die Rechnung ohne Ronald Tekener gemacht.

Ein Roman von Susan Schwartz ist wie eine Wundertüte. Man bekommt entweder eine tolle Überraschung geliefert, oder man ist maßlos enttäuscht.

Im Fall von Band 207 überrascht die Autorin mit einer sehr stimmigen Charakterstudie über Ronald Tekener und schließt damit unmittelbar an Oliver Plaschka an, der in Band 203 der Figur auf so wunderbare Weise Leben eingehaucht hatte. Der andere Teil des Romans spielt auf Ertrus, einer Welt im Arkturus-System und bringt uns die nächste wichtige Kolonie der Terranischen Union näher.

Die Kolonie finde ich leider nicht so plastisch beschrieben, wie die Welten zuvor. Mir fehlt etwas das Lokalkolorit. Dafür steht die Undercover-Mission der Geschwisterpaare im Vordergrund, die durchaus zu unterhalten weiß. Einige der Gegebenheiten, wie das mit der verdichteten Atmosphäre, sind nicht immer schlüssig erklärt. Zum Beispiel, ob die Mehandor ebenfalls eine Dekompression durchlaufen haben, bevor sie in ihrem geöffneten Frachtraum an den Verhandlungen teilnahmen? Das mit dem Schüsseleffekt habe ich ebenfalls nicht ganz verstanden. Das Ende liest sich ein wenig verwirrend. Aber das sind Kleinigkeiten in einem ansonsten gut zu lesenden Roman, der ein wenig Licht in die Struktur des Kartells und die weitere Staffelhandlung bringt.

»Einsatz auf Ertrus« ist kein spektakulärer Agententhriller, aber ein lesenswerter Roman von Susan Schwartz, die eine neue Kolonie vorstellt und dem Charakter von Ronald Tekener großen Raum zur Entfaltung gibt. Zu Casinos und Glücksspiel lernen Unbedarfte ebenfalls einiges.

Medizin vs. Unsterblichkeit

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 206 – »Letzte Hoffnung Mimas« von Arno Endler

Bei der Rückkehr der CREST II ins Sol-System kommt es zu Komplikationen während des Wiedereintritts aus der Transition. Nicht nur landet die CREST II weit von der berechneten Eintrittsstelle entfernt, es kommt zudem zu Schäden auf dem Schiff, die viele Verletzte und auch einige Todesopfer fordern. Der Protektor ist plötzlich ohne Bewusstsein und scheint rapide zu altern. Aber auch Ronald Tekener ringt mit dem Tode. Bei ihm sind die Lashat-Pocken wieder ausgebrochen. Thora steuert daraufhin das Medizinische Zentrum auf Mimas an.
Ebenfalls auf dem Weg nach Mimas ist ein Raumschiff des Roten Kreises, einer Hilfsorganisation, die infektiöse Imarter zur Behandlung nach Mimas bringt. Als beide Schiffe fast zeitgleich dort eintreffen, sind die Ressourcen des medizinischen Zentrums schnell erschöpft.
Als Sud und ihr Team herausfinden, dass sowohl Tekener als auch Rhodan mit Dunkelleben infiziert sind und Rhodans Zellaktivator seinen Dienst versagt, beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod.

Der Name des Autors auf einem NEO-Titel lässt mich immer kurz zusammenzucken. Mit Band 206 hat er einen seiner besseren Romane abgeliefert. Die Geschichte erinnert an einen Episoden-Mix aus Dr. House und Emergency Room. Übrigens zwei Serien, die ich sehr schätze. Ein hypochondrisch veranlagter Mensch wie ich, fühlte sich während der Lektüre mitunter leicht fiebrig, bei so vielen Symptome und Behandlungsmethoden.

Wie gewohnt stellt der Autor wieder die »unteren Decks« in den Fokus seiner Erzählung. Das finde ich nach wie vor gut. Andererseits wäre es mir lieber, wenn Arno Endler sich dabei auf einige wenige Charaktere und Perspektiven beschränken und dafür die Figuren tiefer ausarbeiten würde. So bleibt er an der Oberfläche und verschenkt dadurch viel Potential. Erfreulich war, dass er die Kapitel dieses Mal etwas länger formuliert hat, als in seinen Vorgängerromanen, was den Lesefluss deutlich verbessert.

Man muss den Autor fast bedauern. Denn ausgerechnet den Protektor als Angriffsziel für das Dunkelleben zu wählen, war wenig geschickt. Jedem Leser ist bewusst, dass Rhodan innerhalb der Serie nicht so schnell sterben wird, schon gar nicht innerhalb der Auftaktstaffel zur nächsten Epoche. Die Wahl eines anderen Charakters hätte deutlich mehr Spannung erzeugt. So muss Arno Endler fast schon krampfhaft versuchen, den Stoff spannend zu gestalten. Ein Vorhaben, das ihm aber nur bedingt gelingt. Ich habe den Roman auf einer langen Zugfahrt gelesen und nach mehr als der Hälfte zur Seite gelegt, und lieber aus dem Fenster gesehen. Erst nach zwei Tagen konnte ich mich zwingen, weiterzulesen, was nicht unbedingt für die Geschichte spricht.

Mich irritiert, dass diese fortschrittliche und allseits gerühmte Klinik so schnell überfordert ist. Zweihundert »angekündigte« Patienten und der erkrankte Protektor und schon kommen Klinik und Angestellten an ihre Grenzen. Medo-Roboter die nur der Positronik gehorchen und nicht dem Medopersonal, sind meiner Meinung nach bei der Behandlung von ausgefallenen Krankheiten fehl am Platz. Da ist Kreativität gefragt. In einem solchen Fall muss der Arzt das letzte Wort haben und nicht die Positronik.

Zu den Isolationsbedingungen gab es einige erzählerische Lücken. Warum legt man den potentiell hochansteckenden Tekener zusammen mit dem Protektor in einen Raum? Warum blieb Tekeners Eindringen in den Isolationsbereich der kranken Imarter ohne Konsequenz, sprich Ansteckung? Vor allen warum steckte sich der Medotechniker Fanroda nicht bei Tekener an, als dieser ihn niederschlug und den Schutzanzug raubte? Und warum dulden die Kommandantin der CREST II und die Kliniksicherheit die Alleingänge von Tekeners Schwester Jessica. Sie hat mit ihrem fast schon kriminellen Vorgehen Patienten in Gefahr gebracht.

Überhaupt wundert mich, warum die Imarter nicht innerhalb ihrer Kolonie behandelt, sondern dem Transitionstress ausgeliefert und ins SOL-System gebracht werden. Wäre da nicht ein Sanitätsschiff innerhalb des Canopus-Systems sinnvoller? All die Fragen haben mir etwas die Lektüre verleitet.

»Letzte Hoffnung Mimas« ist kein Highlight, aber zumindest ein lesbarer Roman von Arno Endler. Durch die vielen Nebengeschichten leidet die bisher spannende Staffelhandlung. Vielleicht wäre es bei solch wichtigen Vorgängen, wie dem Ausfall von Zellaktivatoren oder der Entdeckung des Dunkellebens, besser, sich auf ein oder zwei Hauptcharaktere zu konzentrieren. Wer Arztserien mag, dem wird der Roman vielleicht gefallen. Der NEO-Leser vermisst womöglich die gewohnte Qualität und den Bezug zum großen Ganzen.

Der Coup des Plophosers

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 205 – »Der Geminga-Zwischenfall« von Rüdiger Schäfer

Die CREST II verfolgt Iratio Hondro ins System des Geminga-Pulsars. In der Nähe von Caliban, einem Asteroiden auf dem sich ein Stützpunkt des Geminga-Kartells befindet, übernimmt Hondro innerhalb von Minuten die Kontrolle über die Mannschaft der Crest. Nur die Zellaktivatorträger, die Mutanten und die einstigen Siamesischen Zwillinge Bumipol und Sianuk na Ayutthaya widerstehen der mentalen Kontrolle durch den Plophoser. Während Perry Rhodan, Thora und die Mutanten mit Hilfe der DOLAN und Icho Tolot fliehen können, versuchen die Zwillinge die Bordpositronik SENECA vor der Manipulation durch Ronald Tekener zu schützen, der im Auftrag Hondros handelt, um das Schiff in dessen Gewalt zu bringen.
Rhodan und die Mutanten schmieden einen Plan, um die CREST II zurückzuerobern und die Mannschaft aus den Fängen Iratio Hondros zu befreien. Doch der Plophoser scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein. Er bringt Rhodan und Thora in seine Gewalt. Nur Tekener kann verhindern, dass Thora Hondros geistigen Angriff überlebt. Gucky teleportiert sie und Rhodan in Sicherheit. Am Ende muss der Protektor kapitulieren und Hondro mit einem Beiboot ziehen lassen. Doch der Plophoser ist weitaus skrupelloser als erwartet. Er hinterlässt an Bord der CREST II nicht nur einen schwerverletzten Tekener, sondern auch eine Zeitbombe. Eine Bombe von der Rhodan und die Crew nichts ahnen. 

Ohne Zweifel schafft Rüdiger Schäfer mit diesem Roman einen Thriller, der den Leser stellenweise atemlos macht. Spannend bis zum Schluss hetzt er den Psychopathen Hondro gegen die Crew der CREST II und gegen Perry Rhodan. Der Terraner wird wiederholt vor eine schwere Entscheidung gestellt. Opfert er die Besatzung der CREST II, um Hondro ein für alle Mal das Handwerk zu legen, oder lässt er ihn ziehen, um die 2000 Menschen an Bord zu retten? Letztendlich wählt Rhodan wie immer den diplomatischen Weg, er gibt nach. Obwohl sich dies angesichts von Hondros Macht als schlimmer Fehler herausstellen könnte. Auch hier steht die Frage im Raum, ob das Leben vieler nicht mehr wert ist als das Leben weniger. Denn schließlich kontrolliert Hondro eine komplette Kolonie, Millionen von Menschen, die seit Monaten unter seiner Herrschaft leiden.

Wobei mir hierzu gerade einfällt: Was passiert im Capella-System, wenn Iratio Hondro nicht dort ist? Kann er die Kolonisten auch über eine so lange Entfernung kontrollieren? Formiert sich vielleicht im Moment seiner Abwesenheit Widerstand gegen ihn? Und wäre es nicht sinnvoll die Terranische Flotte in Bewegung zu setzen, bevor noch weitere Menschen durch ihn sterben? Zumindest die letzte Frage beantwortet Rüdiger Schäfer in seinem Roman. Im Gegensatz zum Solaren Imperium herrscht in der Terranischen Union Demokratie, entscheiden Politiker über das Vorgehen. Wie man aus eigener Erfahrung weiß, mahlen die Mühlen in diesem Fall langsamer. Diese Tatsache ist zwar für den Leser ärgerlich, aber auch ziemlich realistisch.

Ein bisschen stört mich tatsächlich die Übermächtigkeit Iratio Hondros. Das ist fast schon ein bisschen zu viel, um noch glaubhaft zu sein. Ein paar Probleme hatte ich auch mit der Darstellung Ronald Tekeners. Er wirkt in diesem Roman auf mich nicht so zerrissen, wie von Oliver Plaschka beschrieben. Außerdem, seit wann kann er so gut Positroniken manipulieren, wo er doch selbst sagt, er wäre kein Experte? Mir ist seine Beziehung zu Hondro nicht klar. Ich nahm an, dass er Hondro erst seit Monaten kennt, seit dessen Veränderung. Doch hier wurde von Jahren gesprochen. In Band 203 schimmerte ein wenig, eine intimere Beziehung durch. Hondro als Mäzen, der von seinem Schützling unter Umständen auch andere Dienste verlangt. Außerdem hieß es in Band 203: Albträume habe Tekener seit seiner Entführung als junger Mann. Jetzt lese ich, dass Hondro ihm und vielen anderen diese Albträume verschafft. Was denn nun?

Gelungen fand ich die Beschreibungen rund um die Zwillinge und die Positronik SENECA. Das war interessant und nachvollziehbar. Bei der Geschichte mit Gucky kurz vor Ende rutschte mir doch tatsächlich das Herz in die Hose und ich dachte: Fuck, die haben doch nicht wirklich.

»Der Geminga-Zwischenfall« ist ein spannender Roman, voller Überraschungen und interessanter Charaktere, der neugierig macht auf die nächsten Romane der Staffel. Rüdiger Schäfer hat mich wieder mit seinem »schwafelnden« Stil (das meine ich jetzt positiv) gefesselt und mir durch seine Ansichten und Erkenntnisse viel zum Nachdenken mitgegeben.

Cyber-Thriller auf Rumal

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 204 – »Der Schaltmeister von Rumal«

Ungewöhnliche Dinge geschehen im Materiegürtel des Algolsystems. Auf Rumal erfährt davon nur die Wassermeisterin und verständigt NATHAN. Kurz darauf wird sie tot aufgefunden. Schaltmeister und Obmann von Rumal – Krumar Rabkob – sowie der Polizeichef – Shmuel Rodensky – werden in einen Strudel der Ereignisse gezogen, den sie nicht durchschauen und der zum Auslöschen der Kolonie führen könnte.
NATHAN schickt die Zwillinge Laura und Sophie Bull-Legacy zur Aufklärung der Vorfälle. Mit von der Partie sind Leibnitz und Monade. Doch die Positronikspezialisten geraten bei mehreren Anschlägen selbst in Gefahr.
Es gibt nur einen, der hinter all den Geschehnissen stecken kann – Iratio Hondro. Seit der Abschottung von Plophos vor einem halben Jahr scheint seine Macht inzwischen über die Grenzen des Capella-Systems hinauszureichen.

Ich bin kein großer Fan von Krimis oder Thrillern, aber ich weiß welche enorme Arbeit das Schreiben eines Solchen macht. In diesem Fall kommt die technologische Komponente hinzu. Das neuronale Positroniknetz, was die Kolonie organisiert und das von einem Schaltmeister und einem Wassermeister verwaltet wird, hat dem Autor die Arbeit sicher nicht erleichtert. Allein dafür verdient er Bewunderung.

Rainer Schorm verknüpft geschickt die Thriller-Struktur und die Cybertechnologie zu einer spannenden Handlung. Die agierenden Personen verfügen über eigenständige und manchmal kauzige Charaktere. Trotz der tödlichen Geschehnisse, kommt der Humor nicht zu kurz. Nur die Töchter von Reginald Bull bleiben im Laufe der Handlung etwas blass. Dafür freute ich mich, Leibnitz und seine Monade wieder in Aktion zu sehen und mehr über ihre Verbindung zu erfahren.

Natürlich war klar, dass die Katastrophe – die Zerstörung der Kolonie sowie der Tod des Schaltmeisters – abgewendet werden wird, was dem Ende ein wenig die Spannung nimmt. Das eine oder andere Opfer (vielleicht sogar Leibnitz oder der Schaltmeister) hätten mich an dieser Stelle mehr überrascht.

Was inzwischen ein bisschen stört, ist die Übermächtigkeit von Iratio Hondro. Die Exposé-Autoren müssen aufpassen, der Figur nicht zu viele Machtmittel zu verleihen. Sonst besteht die Gefahr, dass Perry Rhodan an seinem persönlichen »Moriaty« scheitert und am Ende der Staffel wieder in die Trickkiste gegriffen werden muss, um die natürliche Ordnung innerhalb der Serie wieder herzustellen. Hondro scheint sich zum »Overhead« der NEO-Serie aufzuschwingen … ach nein, den hatten wir ja schon.

Für Freunde des Thrillers bietet »Der Schaltmeister von Rumal« genügend Spannung, um sich gut zu unterhalten. Alle anderen erfreuen sich an dem großartigen Handlungsort Rumal. Hier gibt der Autor schöne Einblicke in eine wundersame aber glaubhafte Welt, die allein schon die Lektüre lohnen. Prima!

Die Abgründe von Plophos

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 203 – »Tekener« von Oliver Plaschka

Die beiden Rhodansöhne sind mit Jessica Tekener weiterhin auf der Jagd nach Iratio Hondro. Dieser konnte zusammen mit Jessicas Bruder, Ronald, der Feuerhölle auf Olymp entkommen und treibt jetzt auf Plophos sein Unwesen. Während Ronald Tekener noch überlegt, ob er nur Hondros Werkzeug ist, oder ob er dem ehemalige Obmann von Plophos freiwillig folgt, versuchen Tom, Farouq und Jessica an das Oberhaupt des Geminga-Kartells und damit auch an Hondro zu kommen. Der entledigt sich inzwischen einiger seiner ehemaligen politischen Gegner. 
Dann läuft jedoch alles aus dem Ruder. Ronald Tekener versagt bei einem Auftrag für Hondro und wird vor den Augen seiner Schwester von drei Ertrusern halbtot geschlagen. Doch anstatt das Hondro ihn bestraft, lässt er ihn retten und zusammenflicken. Tekener muss zusehen, wie sich Hondros Aufmerksamkeit auf seine Schwester und die beiden terranischen Agenten richtet. Auf seiner Jagd stürzt Hondro mittels seiner manipulativen Fähigkeiten die Hauptstadt von Plophos ins Chaos und sabotiert den Sonnentransmitter, der Plophos mit der Erde und den anderen Kolonien verbindet.

Ich kann die Exposé-Autoren zu ihrer Autorenauswahl nur beglückwünschen. Oliver Plaschka ist einer der wenigen Autoren im Team, der einen solch komplexen Charakterroman, so gekonnt zu schreiben vermag. Sein Tekener hat nicht nur enorme Tiefe, sondern weckt in mir Sympathien, obwohl er ein eher negativer Charakter ist. Seine Spielsucht und die daraus resultierende kriminelle Vergangenheit, wurden von einem ungeklärten Vorfall vor 30 Jahren ausgelöst. Er leidet unter Alpträumen, in denen außerirdische Wesen mit ihm herum experimentieren und eine Infektion auslösen, an der er fast stirbt und die zu seinem Pockennarbigen Äußeren führen. Ich vermute stark, dass Merkosh und seine Spezies dabei ihre Finger im Spiel hatten. Das alles schildert der Autor in sehr eindringlichen Bildern.

Gut eingefangen, hat er meiner Meinung nach auch die Chemie zwischen Tom und Farouq Rhodan, sowie Tekeners Schwester Jessica. Das Agententrio ist keineswegs einer Meinung und harmoniert gerade deswegen so gut. Wobei Jessica hin und wieder dazu neigt, sich nicht ihrem Alter entsprechend zu verhalten. Nach wie vor unklar ist, über welche geistigen Fähigkeiten sie verfügt. Das muss schon ein bisschen mehr als nur Intuition sein.

Gegenüber Olymp, das Ruben Wickenhäuser im vergangenen Roman so »farbenfroh« beschrieben hat, wirkt Plophos eher grau und häßlich. Die sparsamen aber treffenden Schilderungen von Oliver Plaschka unterstreichen das und machen damit offensichtlich, warum die beiden Kolonien miteinander konkurrieren. Der Wald, mit der gefährlichen Tierwelt, die Sonnen, die nur wenig Licht spenden und die teils morbide Architektur, fühlen sich schon beim Lesen trostlos an. Wie muss erst für diejenigen sein, die dort leben? Sehr gut gelungen empfand ich die Atmosphäre des »Achantur«-Casinos, man fühlte sich geradezu hineinversetzt in Spielhöllen wie heutzutage in Las Vegas.

Großen Respekt zolle ich an dieser Stelle sowohl dem Autor als auch den Exposé-Autoren für das Spiel »Colonies«. Sie haben sich mit sehr viel Mühe Regeln für ein Spiel ausgedacht, dass ausschließlich in diesem Roman vorkommt. Im Grunde ist dies ein Detail, welches für die Handlung nicht relevant ist, und was man hätte vernachlässigen können. Das haben sie aber nicht getan, sondern lassen Tekener auch noch mehrere Runden spielen. Die Szenen bekommen dadurch einen sehr glaubwürdigen und natürlichen Anschein.

Aber auch spannungstechnisch hat die Handlung einiges zu bieten. Wobei der Autor die Spannung weniger aus Action-Szenen bezieht, sondern mehr aus den Figuren heraus. Bestes Beispiel ist die Szene, in der Tekener zusammengeschlagen wird. Einfach wäre es gewesen, sie aus der Perspektive seiner Schwester oder eines anderen Aussenstehenden zu erzählen. Der Autor nutzt jedoch die Innenperspektive von Ronald Tekener, was enorm schwer ist, weil dessen Sinne spätestens nach dem ersten Schlag schon stark eingeschränkt sind. Er fühlt, hört und riecht also den Kampf mehr, als dass er ihn sieht. Ein Beispiel: »Eine Woge aus Adrenalin schien die Zeit derart auszudehnen, dass in die Spanne zwischen zwei Herzschlägen plötzlich ganze Minuten passten, und in jede dieser Minuten eine gigantische Zahl von Sekunden des Schmerzes – um den Schmerz portionierter, erträglicher zu machen.«

Damit kommen wir zu dem, womit mich der Roman am meisten mitnimmt – seine Sprache. Ich gestehe, ich habe stellenweise geschwelgt und manchen Satz zweimal gelesen, weil er so poetisch klang. Ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder so empfindet. Aber jeder mit Sinn für Sprachgefühl wird mir zustimmen, dass Oliver Plaschkas Romane sprachlich perfekt ausformuliert sind. Kein anderer bekommt das so harmonisch hin wie er und kein anderer NEO-Autor kann mich auf diese poetische Art fesseln.

Für mich ist »Tekener« ein Edelstein unter den NEO-Romanen. Die Geschichte um Ronald Tekener berührt auf vielfältige Weise. Informationen zur Staffel werden zwischen den Zeilen transportiert, wie es sein sollte. Das erfordert Aufmerksamkeit vom Leser, für die er aber mit ausgefeilten Formulierungen belohnt wird. Ich kann nur sagen: Ganz großes Kino!

Krimi auf Olymp

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 202 – »Die Geminga-Morde« von Ruben Wickenhäuser

Perry Rhodan trifft auf Olymp mit Kaiser Anson Argyris zusammen. Der Obmann empfängt ihn mit Pomp und Ehren. Doch dann ereignet sich eine Explosion in der Nähe eines Situationstransmitter auf dem Handelsplaneten und man vermutet Rhodans Söhne im Zentrum des Geschehens. Perry fliegt los, um seine beiden Jungs dort hoffentlich heil herauszuholen.
Groom ist ein Grunner, ein genetisch Flüchtling, der auf Plophos geboren wurde, dort aber nicht leben möchte. Weil Grooms Gene aber Firmeneigentum eines am Variable Genom Projekt beteiligten Konzerns sind, muss er sich auf Olymp verstecken. Als Multi-Ingenieur hat er das Wissen, seine Identität zu verschleiern. Aber eines Tages wird er in Geschäfte des Geminga-Kartells verwickelt. Schneller als er denken kann, gerät er zwischen die Fronten des Kartells und den Agenten des Terranischen Geheimdienstes. Es droht nicht nur seine Enttarnung, sondern er entgeht nur knapp einem Anschlag durch Handlanger des Kartells. Die Rhodansöhne bieten Groom Schutz durch den terranischen Geheimdienst an, wenn er ihnen dabei Hilft Iratio Hondo und den Kopf des Kartells zu fassen. Doch das Vorhaben geht furchtbar schief.

Mit einem Mix aus Agententhriller und Krimi überrascht Ruben Wickenhäuser die NEO-Leser. Die Geschichte ist nicht nur spannend erzählt und mit jeder Menge Wendungen gestrickt, nein, dem Autor gelingt es zudem, die Welt Olymp sehr plastisch zu beschreiben. Das liest sich atmosphärisch dicht und wirklichkeitsnah. Es ist eine Welt der Zukunft, die dennoch viel von unserer Gegenwart besitzt. Sie ist fast schon als dystopisch zu bezeichnen.

Allein die Tatsache, dass der Protagonist Eigentum einer Firma ist, weil er mit den Genen geboren wurde, die diese Firma irgendwann einmal seinen Eltern eingepflanzt hat, hat mich schockiert. Es scheint nicht alles so perfekt gelaufen zu sein in den vergangenen 30 Jahren. Es scheint, als habe Perry Rhodan wenig Einfluss auf die adminstrative Politik Terras. Da haben andere die Zügel in der Hand und der Protektor wohl zu wenig Macht, solche Menschenverachtenden Praktiken zu verhindern. Da haben mich der Autor und die Expokraten kalt erwischt. Damit hatte ich nicht gerechnet. Aber ich finde das genial, weil die NEO-Geschichte somit viel realer erscheint, als wenn nur eitel Sonnenschein herrschte. Das Solare Imperium hatte in seiner Anfangszeit ebenfalls Schattenseiten, nur wurden diese nicht so offensichtlich gezeigt.

Wie der Autor das Szenario umsetzt, hat mir jedenfalls großen Spaß bereitet. Das war komplex und durchdacht und ich bin voll des Lobes. Sogar die technischen Abläufe waren für mich glaubhaft geschildert ohne zu viel phantastischen Firlefanz.

Ruben Wickenhäuser hat sich bisher von Roman zu Roman gesteigert, dass finde ich gut. Mit »Die Geminga-Morde« setzt er den starken Staffelauftakt fort und macht viel Lust auf die nächsten Romane. Perfekt!

Action auf Mimas

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 201 – »Mission auf Mimas« von Michelle Stern und Lucy Guth

Ras Tschubai befindet sich auf Mimas in jener Regenerationsphase, die der Zellaktivator der Liduuri benötigt um sein Leben zu verlängern. Gewissermaßen im Schlaf übernimmt Iratio Hondo die Kontrolle über Ras Tschubais Geist, lässt ihn erwachen und zwingt ihn mit ihm zu teleportieren. Der ehemalige Obmann wurde von einer dunklen Macht übernommen, die Menschen in seiner Nähe zu willigen Marionetten macht.
Tschubai kann zwar Perry Rhodan und die Mediziner des Instituts warnen, doch Hondo ist verschlagen. Sein Plan ist viel ausgeklügelter als alle denken, ebenso wie seine Fähigkeiten, die stetig zu wachsen scheinen. Auf seiner Flucht mit Tschubai als Geisel, kann er den Sicherheitsteams, den Mutanten Sud und John Marshall sowie Gucky und der halben Terranischen Flotte immer wieder entkommen. Er hinterlässt dabei Chaos und Zerstörung.
Als er durch einen Situationstransmitter nach Olymp entkommt, können ihm nur Thomas und Farouq Rhodan mit der NATHALIE folgen. Mit ihnen unterwegs ist Jessica Tekener, die sich auf der Handelswelt sehr gut auszukennen scheint. Doch auch hier kann Hondo entkommen, zurück lässt er einen schwerverletzten Ras Tschubai, der in letzter Sekunde von Sud gerettet werden kann.

Es ist eine durchaus spannende Geschichte, die die beiden Autorinnen erzählen. Die Verfolgung innerhalb der Klinik auf Mimas zieht sich im Mittelteil zwar etwas, aber mit dem Schauplatzwechsel nach Olymp haben die beiden letztendlich die Kurve bekommen.

Der NEO-Leser erfährt sehr viel über die vergangenen Jahre, über das Genom-Projekt, über den terranischen Geheimdienst und was aus Persönlichkeiten wie Belle McGraw, John Marshall, Julian Tifflor und Ras Tschubai geworden ist. Der geheimnisvolle Merkosh hat einen Kurzauftritt. Hintergründe aus dem Leben Ras Tschubais und Iratio Hondo werden mittels Visionen transportiert. Man bekommt einen guten Eindruck, wie sich die Erde bzw. die Terraner im Laufe der vergangenen Jahrzehnte entwickelt haben. Olymp wird so beschrieben, wie man sich eine Handelswelt vorstellt, mit Casinos und Bordellen am Raumhafen. Alles ist sehr lebhaft und glaubwürdig geschildert.

Mir war es unmöglich herauszufinden, welche Autorin welchen Handlungsstrang geschrieben hat. Der Roman wirkt sehr homogen. Nur eine Entscheidung der Protagonisten konnte ich nicht so recht nachvollziehen. Perry Rhodan und Thora, lassen Jessica Tekener mit ihren beiden Söhnen gemeinsam auf die Mission gehen, obwohl die junge Frau eindeutig Informationen geklaut hat und nicht preisgeben will, wie sie die gesicherten Kommunikationskanäle der Crest II abhören konnte. Das fand ich etwas unglaubwürdig. Vor allem Thora hätte Jessica Tekener niemals getraut und schon gar nicht ihre Söhne unter diesen Umständen mit der Frau losziehen lassen. Auch wenn sie inzwischen erwachsene Männer sind.

»Mission auf Mimas« ist ein spannender Actionthriller mit einem Bösewicht, der Perry Rhodan und der Terranischen Union tatsächlich gefährlich werden kann. Lucy Guth hat damit ihren Einstand bei NEO mit Bravour bestanden.

Gelungener Start in eine neue Epoche

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 200 – »Mann aus Glas« von Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm

Das Jahr 2088. 30 Jahre sind seit dem Kampf gegen ANDROS vergangen. Die Menschheit ist ins All aufgebrochen und hat Kolonien in anderen Sonnensystemen gegründet. Die Welten sind durch die Sonnentransmitter der Liduuri und denen der alten Straßen miteinander verbunden. Da taucht in der Nähe der Handelswelt Olymp ein Fremder auf, der sich Merkosh nennt und an einem friedlichen Austausch von Wissen interessiert ist. Perry Rhodan lädt den Fremden auf das nagelneue Flaggschiff ein. Doch seine Ehefrau Thora, die frisch ernannte Kommandantin der CREST II, ist nicht ohne Grund misstrauisch, denn kurz nach Ankunft des Gastes beginnen die Schwierigkeiten.
Derweil befinden sich die beiden erwachsenen Rhodansöhne auf einer Undercovermission für GHOST, den Geheimdienst der Terranischen Union. Sie sind auf der Spur von Schmugglern, die mit illegal abgebauten Drusen mit Hyperkristallen handeln. Dann jedoch werden sie zu einer chinesischen Kolonie geschickt, zu der jeglicher Kontakt abgebrochen ist. Die Brüder finden dort nicht nur die größte Druse, die je entdeckt wurde, sondern auch die meisten Kolonisten tot oder sterbend vor. Sie retten Jessica Tekener, die auf der Suche nach ihrem Bruder Ronald ist und stoßen auf Iratio Hondo. Der ehemalige Obmann von Plophos zeigt übermenschliche Fähigkeiten und versucht die Brüder sowie Jessica gedanklich zu zwingen, ihm ihr Schiff zu überlassen. Doch die beiden von NATHAN ausgebildeten Emotionauten widerstehen dem mentalen Druck, können Hondo überwältigen und die CREST zu Hilfe rufen.

Man spürt die Freiheit in jeder Zeile. Die beiden Exposeautoren dürfen endlich Geschichten erzählen ohne die Zwänge eines kosmischen Überbaus. Dazu erdenken sie sich Schauplätze in real existierenden Sonnensystemen. Trotz des Zeitsprungs von 30 Jahren ist die NEO-Serie noch immer recht nah an unserer Lebenswirklichkeit. Nicht nur Rüdiger Schäfer ist sich sicher, dass dies eines der Erfolgsgeheimnisse von NEO ist.

Der Roman basiert auf zwei parallel laufenden Handlungsbögen. Einer erzählt von den Geschehnissen rund um das Erscheinen von Merkosh. Im Zweiten stehen die Söhne des Protektors Farouq und Thomas Rhodan da Zoltral im Mittelpunkt. Jedes der Kapitel endet mit einem Cliffhanger, was die Geschichte ungemein spannend macht. Der Leser wird behutsam in die neue Epoche eingeführt. Er erfährt, wie es der Menschheit nach dem Ende des Ringens ergangen ist, was aus dem einen oder anderen Charakter wurde, wie sich die politische Struktur der Terranischen Union herausgebildet hat. Nicht alle Nationalstaaten haben sich der TU angeschlossen. Die Besiedlung der Kolonien erweist sich als nicht so reibungslos, wie es in der Erstauflage dargestellt wurde. Die Siedler wurden durch genetische Manipulationen an die Extremwelten angepasst. Außerdem liegen die Kolonien innerhalb der Lokalen Blase und nicht Tausende von Lichtjahren entfernt. Das Szenario ist somit sehr viel glaubhafter und durchdachter, als in der Frühzeit der PERRY RHODAN-Serie, profitiert aber auch von dem, was wir heute über die Sterne und die Milchstraße wissen.

Nicht vergessen wurde das Angebot der Liduuri, 15 Menschen die Unsterblichkeit zu verleihen. In dem Fall erhielten sie Zellaktivatoren, die in Abständen jedoch längere Schlafzyklen voraussetzen. Das ist dramaturgisch eine gute Idee, wobei aber dem Leser der Auswahlprozess vorenthalten wird. Das fand ich persönlich schade, denn da gab es sicher einiges an Streitpotenzial. Das Leyden-Team scheint immer noch verschollen, zumindest bis auf Belle McGraw, die inzwischen John Marshall geehelicht hat. Beide tragen einen der Zellaktivatoren (wobei Belle ja eigentlich eine Zelldusche bekommen hatte).

Sehr schön fand ich das Auftauchen bekannter Namen wie Tekener und Iratio Hondo. Was mich als großer Fan des Plophos-Zyklus besonders freut. Der Charakter des Merkosh ist den Autoren ausgesprochen gut gelungen. Fremdartigkeit äußert sich eben nicht nur im Aussehen, sondern auch in banalen Dingen wie essen und trinken, beziehungsweise in Denken und Moral. Das führt unweigerlich zu Missverständnissen. Da freue ich mich schon auf die weitere Entwicklung.

Es gab nur eines, womit mich die beiden Autoren komplett verwirrten. Ich hatte große Schwierigkeiten die Begriffe »Terranische Union« und »Solare Union« zu unterscheiden. Bis zuletzt konnte ich den Unterschied nicht festmachen, weil beide Begriffe im gleichen Kontext gebraucht werden. Auf den PERRY RHODAN-Tagen in Osnabrück konnte ich die Autoren danach fragen und sie hatten eine detaillierte Antwort parat. Anzuschauen in den ersten Minuten des Video-Zusammenschnitts von Volker Hoff auf YouTube.

Mit »Mann aus Glas« ist Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm ein guter Start in die neue Epoche gelungen. Der berühmt-berüchtigte »Sense of wonder« ist zu spüren und NEO-Neuleser sowie Kenner der Erstauflage kommen voll auf ihre Kosten. Sehr schön!

Wie im Rausch … der Con-Samstag

Beim PRFZ-Panel

Der Samstag war tatsächlich schneller rum, als man bis Drei zählen konnte. So kam es mir jedenfalls vor.

Morgens ging es gleich nach dem Frühstück los. Im Jugendhaus bestückte ich zunächst den Stand. Am Tag zuvor hatten wir nur die Kartons unter den Tisch gestellt, jetzt musste ich die FanEditionen, Dorgon-Romane und PerryPaper-Bastelbögen noch hübsch auslegen. Enttäuschung macht sich breit, nachdem ich feststellte, dass die aktuelle SOL-Ausgabe 94 fehlte. Noch enttäuschter war ich aber, dass meine STELLARIS-Geschichte im Conbuch durch das Layout derart verhunzt wurde, dass sie eigentlich nicht mehr verständlich ist. Ich entschuldige mich also schon mal im Voraus bei denjenigen, die sich beim Lesen durch die nicht mehr vorhandenen Kapiteltrennungen verlieren. Mir bleibt nur ein seufzendes Kopfschütteln.

Kaum aufgebaut, ging es schon los mit dem Verkauf. Eine neue FanEdition und ein neuer DORGON ziehen immer Käufer an. Noch schöner wäre es aber gewesen, wir hätten mal wieder ein neues Papiermodell anbieten können. Kurz nach 10 Uhr stand plötzlich Con-Moderator Markus Gersting neben mir, um mich zum PRFZ-Programmpunkt abzuholen. Inzwischen hatten sich zum Glück mit Michael Tinnefeld und Gerhard Huber zwei Helfer gefunden, die mich an Stand vertreten konnten. Danke an die beiden Fan-Autoren.

Zusammen mit Nils Hirseland wurde ich dann auf der Bühne im großen Saal von Roman Schleifer über die SOL, die PRFZ und die FanSzene ausgequetscht. Roman ist der geborenen Entertainer und moderierte auch all die anderen Programmpunkte mit Witz und viel Wiener Schmäh. Nach dem Programmpunkt blieb ich im Saal, weil ich das, was da kommen sollte, um nichts in der Welt verpassen wollte. Unter dem langen Titel »Die Vorsitzenden der PRFZ – im Gespräch über gestern, heute und morgen« mit Klaus Bollhöfener, Nils Hirseland und Rüdiger Schäfer verbarg sich nämlich etwas anderes. Es sollte eine Überraschung werden und zwar für die Zuschauer und für einen der Beteiligten auf der Bühne. Der hatte keine Ahnung und war zunächst entspannt, blickte dann aber zunehmend ungläubiger, je länger Klaus Bollhöfener redete. Der PERRY RHODAN-Marketingchef spielte großartig mit und verlieh am Ende einem völlig verdutzten und sichtlich gerührten Rüdiger Schäfer die Ehrenmitgliedschaft der PRFZ. Überraschung gelungen, würde ich sagen.

Auch beim nächsten Programmpunkt blieb ich im Saal, weil es einer der wenigen Punkte war, die ich mir fest vorgenommen hatte anzusehen. PR-Chefredakteur Klaus N. Frick stand Rede und Antwort zu Fragen, die Roman Schleifer ihm stellte. Es waren auch einige dabei, die Fans in den Sozialen Medien gestellt hatten. Eine Stunde lang wurde über die Produktion der PERRY RHODAN-Serie geredet. Unteranderem wurden Schreibblockaden von Autoren angesprochen und der dann in Kraft tretende Plan B verraten. (Wenn es hart auf hart kommt schreibt der Chefredakteur auch mal höchstselbst den Roman übers Wochenende fertig.) Sowie allerlei weitere interessante Fakten über die Hintergründe der Serie offenbart. Ich war überrascht mit welcher Offenheit Klaus N. Frick den durchaus kritischen Fragen begegnete und sichtlich Spaß an der Unterhaltung hatte.

In der darauffolgenden Mittagspause blieb keine Zeit zum Luft holen, denn es war die Mitgliederversammlung der PRFZ ausgerufen. Hermann Ritter übernahm die Leitung und zog die Versammlung straff wie am Schnürchen durch. Immerhin 20 Mitglieder hatten sich eingefunden, beim letzten Mal in Osnabrück waren es noch 25 gewesen. Vor allem waren viele Vorstandsmitglieder nicht anwesend, was kein gutes Licht auf die innere Struktur der PRFZ warf. Da ist fürs nächste Mal definitiv noch Luft nach oben.

Mir blieb nicht mal eine Stunde am Stand, bevor ich erneut auf die Bühne klettern durfte. Roman Schleifer hatte mich gebeten, ihm beim NEO Programmpunkt zu unterstützen, um gezielt inhaltliche Fragen stellen zu können. Es war mir eine Ehre Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm ein paar Informationen zu entlocken und Rainer eine Dr. Brömmers-Frosch-KI zu überreichen. Ob die Zuschauer Spaß an dieser Unterhaltung hatten und ob sie mit den Fragen und Antworten zufrieden waren, kann ich an dieser Stelle nicht beantworten. Ich hoffe es wenigstens.

Den Rest des Nachmittags verbrachte ich am Stand, um Publikationen zu verkaufen und mit Leuten zu plaudern. Besonders gern erinnere ich mich dabei an die Unterhaltung mit Karl Nagel, dessen Lesung ich wegen NEO leider verpasst hatte. Es war aber sehr nett, den Autor, Punk und ehemaligen Kanzlerkandidaten der APPD persönlich zu treffen. Dazwischen holte ich mir noch die eine oder andere Unterschrift in der Autogrammstunde.

Die zwei Stunden vor dem Abendprogramm nutzten mein Mann und ich, mit den beiden NEO-Exposéautoren und NEO-Lektor, Dieter Schmidt, zu einem Abendessen im Kartoffelhaus, um anschließend gestärkt dem großen Finale des Con-Samstags beizuwohnen.

Rüdiger Schäfer hatte zur Saturday Night Live-Talkshow geladen und begrüßte unteranderem Wolfgang Kehl (Arndt Elmer), Andreas Brandhorst, Klaus N. Frick, Hermann Ritter und Robert Corvus auf der Bühne. Klaus Bollhöfener wurde von Klaus N. Frick gedoubelt (leider ohne fränkischen Dialekt). Dazwischen gab es Quizfragen fürs Publikum, bei dem Raritäten und Sammlerstücke gewonnen werden konnten. Ich hätte gerne die NEO-Sternenkarte ergattert, wusste aber nur den Vornamen des Pseudonyms von Rainer Schorm – Regina Shadow. Dabei stand er in der letzten Ausgabe der SOL auf Seite 43. Ich hätte es eigentlich wissen müssen. Nun ja, Namen sind eben nicht meine große Stärke.

Völlig erschöpft fiel ich kurz vor Mitternacht in Bett. Es war ein toller Tag, wie immer bei solchen Ereignissen nur leider zu kurz.