Christinas Multiversum

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Die zehn Gesänge

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 177 – »Die Kavernen von Impos« von Oliver Plaschka

Während Perry Rhodan und die Eisbrecher auf der Oberfläche noch immer die Angriffe der Hornschreckwürmer abwehren müssen, erforschen Eric Leyden, Icho Tolot und Tuire Sitareh die Unterwelt des Mondes Impos. Dabei stoßen sie auf eine Kontrollstation der Memeter. Mit jener Technik könnte das drohende Erwachen des Suprahets aufgehalten werden, doch die Installationen sind an vielen Stellen zerstört. Leyden beweist Mut als er sich in eine gefährliche Situation begibt, um einen Teil der Anlage wieder in Gang zu setzen. Aber es wartet noch eine weitere Überraschung in den Tiefen des Mondes. Eine Gruppe Blues ist vor vielen Jahrtausenden abgestürzt. Drei Überlebende konnten sich in Schlafkapseln über die Zeit hinweg retten und bekommen Hilfe durch die Menschen. Die FERNAO soll nach Apas aufbrechen, um die gefundenen Blues nach Hause zu bringen und um das Enzym Katlyk zu besorgen, das zur Befreiung der Arche benötigt wird.

Die Expedition durch den Untergrund von Impos beschreibt Oliver Plaschka mit viel Fantasie. Das Menschliche seiner Figuren steht dabei im Vordergrund. Ausführliche Technikbeschreibungen oder ausschweifende Actionszenen sucht man in seinen Romanen vergebens. Sie fehlen aber auch nicht. Er bezieht Spannung aus dem Zusammenspiel der Figuren und das ist oft schwieriger als ein gut geschilderter Zweikampf. So gehört der kurze Dialog zwischen Perry Rhodan und Mama Suk zum besten, was ich bisher bei NEO gelesen habe. In wenigen Absätzen charakterisiert der Autor die Figur der alten Vietnamesin besser, als alle Autoren in den Romanen zuvor.

Neben Kai Hirdt gehört Oliver Plaschka zu jenen NEO-Autoren, die Eric Leyden am intensivsten Leben einhauchen. Dabei ist gerade bei solch einer Figur der Grat besonders schmal, zwischen ernsthafter Charakterisierung und dem Abgleiten in Klischees. Sein Leyden ist glaubwürdig und bleibt trotz seiner Exzentrik liebenswert.

Jeder NEO-Roman des Autors wies bisher eine Besonderheit auf, bei »Die Kavernen von Impos« ist es eine ungewöhnliches Erzählweise. Die Geschichte der gestrandeten Blues erzählt der Autor nämlich rückwärts. Ich fand das ungeheuer faszinierend. Obwohl man wusste, was mit ihnen geschieht, war es doch spannend zu erfahren, wie sie dorthin gekommen sind und vor allem warum. Dabei gelingt es Oliver Plaschka wie schon Rainer Schorm in Band 175, die Außerirdischen in ihrem Kampf ums Überleben plastisch zu schildern und Mitgefühl für sie zu wecken. Die Kapitelüberschriften deuten auf eine Charakteristik der Blues hin, bei denen der Gesang ein wichtiger Teil ihres Lebens ist. Es ist vor allem dieser Handlungsstrang, der dem Roman seinen Reiz verleiht.

Die Staffelhandlung bringt er dagegen kaum voran, liefert aber zumindest ein befriedigendes Ende des Impos-Szenarios. Die Bedrohung durch die Hornschreckwürmer und die hyperphysikalischen Effekte im Ovi-System können vorerst eingedämmt werden. So dass die MAGELLAN den Planeten anfliegen und die Gestrandeten an Bord nehmen kann. Wobei noch zu klären ist, was mit der AVEDANA-NAU und den 11 Milliarden Menschen passieren soll. Ganz ehrlich, es wurde auch langsam Zeit für einen Schauplatzwechsel. So spannend das Ovi-System auch sein mag, aber nach drei Romanen bestand die Gefahr, dass sich die Handlung wiederholte.

Mit »Die Kavernen von Impos« zeigt Oliver Plaschka erneut, das ausgefeilte Figurenzeichnung, ein harmonischer Plot und ein außergewöhnlicher Handlungstwist die Qualität eines Romans ausmachen. Da spielt es auch keine große Rolle, dass der Staffelfortgang dahinter zurücksteht.

Kampf gegen die Schreckwürmer

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 176 – »Arche der Schläfer« von Madeleine Puljic

Perry Rhodan hat die Arche mit der vermissten Menschheit gefunden, doch sie wird von Hornschreckwürmern bedroht. Die aus dem Kreell hervorgegangenen Bestien saugen nicht nur jegliche Energie ins Creaversum ab, sondern stürzen sich auf alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Rhodan und die erwachten Schläfer aus der Arche führen einen fast aussichtslosen Kampf gegen die Angreifer. Derweil wird das Schiff immer mehr mit Kreell zugedeckt, das sich verfestigt. Wenn es nicht bald von Impos startet, werden Milliarden Menschen im Kreell gefangen sein.
Rhodan, Tolot, Leyden und Sitareh versuchen die Zentrale des Riesenschiffes zu erreichen, um die Memeter zu wecken, damit die AVEDANA-NAU den Mond verlassen kann. Das Vorhaben schlägt fehl, weil niemand weiß, wie die Schafkapseln zu öffnen sind. Eine weitere Frage treibt Rhodan um: ist den Vorfahren der Menschen überhaupt zu trauen? Der Journalist Ambrose Escher berichtet von seinen Erlebnissen als Prophet der Memeter und von ihren wahren Absichten.
Erst als es Icho Tolot gelingt, zur DOLAN zurückzukehren und Schirm-Emitter für das Riesenschiff herzustellen, können die Hornschreckwürmer abgehalten werden. Die Menschen bekommen eine kurze Verschnaufpause, bevor sie ins Innere des Mondes Impos vordringen müssen, um das Rätsel des Creaversums zu lösen.

Eigentlich müsste der Titel des Romans »Kampf gegen die Hornschreckwürmer« heißen, weil es von der ersten bis zur letzten Seite nur darum geht. Das ist von Madeleine Puljic spannend geschrieben, abwechslungsreich und immer scheinbar ausweglos. Aber … es funktioniert nicht. Zumindest nicht im Fall von Rhodan und seinen Begleitern. Da man als Leser weiß, dass die Serie weitergeht, und man den Protektor schlecht mittendrin umbringen kann, geht die Spannung verloren. So wartete ich immer darauf, dass die Kämpferei endlich mal zu Ende ist und sich das Team jener vorrangigen Aufgabe annimmt, die 11 Milliarden Menschen zu retten. Doch das passiert nicht, bzw. nicht in dem Maße, weil sie ständig die Bedrohung durch die Hornschreckwürmer abzuwehren haben. Es hätte funktioniert, wenn die Nebencharaktere den Kampf ausgefochten hätten, wenn man jederzeit damit hätte rechnen müssen, dass einer von ihnen stirbt. So bleiben gut ausgearbeitete Kampfszenen, vor denen ich meiner Hochachtung Ausdruck verleihe, weil das für die meisten Autoren für eine große Herausforderung darstellt. Madeleine Puljic meistert sie mit Bravour und hätte mit den richtigen Protagonisten einen genialen Pageturner gelandet.

So richtig voran bringt der Roman die Zyklus-Handlung nicht, abgesehen von ein paar neuen Informationen über die Memeter, die von Ambrose Escher geliefert werden. Der Mann wurde ohne seinen Willen von den Memetern als Werkzeug benutzt, um die Menschen auf die Arche zu treiben. Unverständlich ist mir, warum keiner seiner Leidensgenossen an Bord der AVEDANA-NAU ihm glaubt. Es müsste doch klar sein, dass sich ein Mann wie Escher nicht von einer höheren Autorität einfach so bekehren lässt.

Ebenfalls unklar ist nach wie vor die Situation um die Memeter. Die Arche ist gestrandet. Warum haben sich die Memeter in Schlafkapseln zurückgezogen und nicht versucht, das Schiff wieder flottzumachen? Konnten sie nicht, oder wollten sie nicht? Eine Frage, die sich Rhodan stellen sollte. Denn selbst wenn er die Memeter aufwecken könnte, wären sie überhaupt in der Lage die Arche wieder flugtauglich zu machen? Man darf gespannt sein, wie die Expokraten das auflösen werden.

»Arche der Schläfer« ist ein kurzweiliger Roman, der das Können der Autorin in den Fokus setzt, aber leider nur wenige Details zur Zyklushandlung beiträgt. Der Roman bekommt trotzdem von mir das Prädikat lesenswert.

Auf dem Eisplaneten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 175 – »Der Moloch« von Rainer Schorm

Die MAGELLAN stößt in Droo Karuuhm auf ein konstruiertes Sonnensystem, das viele Merkwürdigkeiten aufweist und für Raumschiffe nicht ungefährlich ist. Mit der DOLAN gehen Perry Rhodan, Icho Tolot, Tuire Sitareh und Eric Leyden einem Impuls nach und landen hart auf einem Eisplaneten. Dort entdecken sie nicht nur ein überdimensionales Physiotron, dessen Wächter ihnen eine beunruhigende Botschaft mit auf den Weg gibt, sondern sie finden auch die AVEDANA-NAU, die Memeterarche mit den 11 Milliarden verschollenen Terranern.
Fünf Menschen und ein Memeter erwachen aus den Schlafkapseln der AVEDANA-NAU. Das Schiff ist gestrandet und größtenteils funktionsuntüchtig. Der Memeter, ein kleiner Techniker, hat nur eingeschränkten Zugriff auf die Schiffspositronik. Zusammen mit den Menschen gelingt es ihm, einige Vorratslager zu öffnen und Waffen herzustellen, um sich gegen die Bohrschredden, ein gefährliches »Ungeziefer«, zu verteidigen.
Der Tentra Herxxell überlebt als einziger den Absturz seines Raumschiffes und schlägt sich auf der Eiswelt bis zum Wrack der AVEDANA-NAU durch. Hier wird er von den Menschen aufgenommen und kämpft die nächsten Jahre mit ihnen gemeinsam ums Überleben.

Rainer Schorm teilt den Plot in drei zunächst unabhängige Handlungsstränge, die er am Ende harmonisch zusammenfügt. Das ist spannend und klug umgesetzt. Wobei mich besonders die Geschichte um den Blues Herxxell und seinen tierischen Begleiter Slam fasziniert hat. In die Wandlung vom verwöhnten Muttersöhnchen zum geläuterten Schiffbrüchigen hat der Autor viel Mühe investiert und die Gefühlswelt des Außerirdischen mir als Leser gut nahegebracht.

Auch die Truppe um Perry Rhodan stolpert auf der Eiswelt Impos (Eric Leyden konnte sich nicht zurückhalten) von einem Wunder ins nächste. Das der Wächter ein Konglomerat aus mehreren Memeter-Bewusstseinen ist, die sich von den Memetern distanzieren, darauf konnte nur ein Eric Leyden kommen, denn es es gibt kaum Hinweise, die diese Theorie stützen. Die reichlich kryptische Botschaft des Wächters hat mich allerdings mehr verwirrt, als das sie mir die Augen geöffnet hat. Wir haben also mit zwei Gruppen von Memetern zu tun, die einen die eine universelle Katastrophe verhindern möchten, es aber nicht können und die anderen die … ja was eigentlich. Noch ist nicht klar, was die Memeter mit der Entführung der Menschheit im Sinn haben. Ich hoffe, dass dies in den nächsten Romanen aufgeklärt wird.

So gar nicht klar kam ich mit der AVEDANA-NAU. Die Handlung orientiert sich ein wenig an dem Film »Passengers« und ist nicht unspannend, aber ich hatte dabei immer die Schiffsdimensionen im Hinterkopf. Ein Raumschiff von zwölf Kilometern Länge macht eine Bruchlandung auf dem Planeten und bricht dabei nicht auseinander? Man stelle sich ein zwölf Kilometer langes Gebäude vor, dessen Statik schon im Ruhezustand enormen Belastungen ausgesetzt sein müsste. Da die Schiffsysteme der Arche ausgefallen zu sein scheinen, existieren anscheinend auch keine stabilisierenden Kraft- und Antigrav-Felder mehr – zumindest wird dies nicht angesprochen. Egal wie stabil die Schiffshülle ist, der Schwerkraft und vor allem den Kreellablagerungen kann sie auf Dauer nicht trotzen. Ich möchte gar nicht wissen, wie das Schiff wieder in den Weltraum gebracht werden soll. Dazu müssen die Expokraten ganz tief in die Trickkiste greifen und das sollte eigentlich nicht so sein. Auch die handelnden Charaktere bleiben mir bis zum Schluss rätselhaft. Wieso gibt es bei den hochentwickelten Memetern niedrige Ränge? Das zeugt mir nicht von großer intellektueller Reife, schließlich sollte die Funktion eines Schiffs in Extremsituationen auch von einzelnen Personen gesteuert werden können. Wozu braucht es eine Figur wie Mama Suk, und in welcher Beziehung steht die alte Frau zu dem Journalisten? Fragen, auf die ich in den nächsten Bänden hoffentlich eine Antwort komme.

»Der Moloch« ist ein guter Roman von Rainer Schorm, der zumindest in einem Handlungsstrang bewiesen hat, dass er nicht nur über Technik schreiben kann, sondern auch eine intensive Figurencharakterisierung abzuliefern vermag. Die Physik wird wieder einmal bis aufs Äußerste gedehnt, was mich persönlich nicht so richtig überzeugen konnte. Für die Handlungsentwicklung des Zyklus‘ und der Serie ist der Roman aber durchaus wichtig und lesenswert.

Abo oder Kiosk

Wie vielleicht schon erwähnt, habe ich seit Dezember ein NEO-Abo. Seitdem bekomme ich die Hefte viel später, als ich sie noch in der Bahnhofsbuchhandlung gekauft habe.

Bisher wurden die Taschenhefte erst zwei Mal am Donnerstag ausgeliefert. Zwei oder dreimal kamen sie am Freitag, meistens jedoch am Samstag und wenn ein Feiertag in der Woche war, wie vergangene Woche, dann erst am Dienstag der Folgewoche. (Selbst die Autobild meines Mannes kam statt Freitag erst am heutigen Mittwoch. Ich habe das jetzt bei der Post reklamiert, gehe aber nicht davon aus, dass es etwas bringt.

Für mich bedeuten die ständigen Verspätungen schlichtweg, dass ich das Abo Ende des Jahres wieder kündigen werde und mir die NEOs stattdessen im Dorfkiosk bestelle, sofern es den bis dahin noch gibt. Ansonsten muss ich eben wieder 12 Kilometer zur nächsten Bahnhofsbuchhandlung fahren und 50 Cent zusätzlich fürs Parken in der Tiefgarage zahlen.

Ich frage mich, warum der Verlag die Taschenhefte überhaupt als Büchersendung verschickt? Ich würde gern mehr Versandkosten zahlen, wenn ich die Hefte stattdessen am Donnerstag im Briefkasten hätte. Und überhaupt: War es nicht mal so das Abonnenten, Zeitschriften und Magazine früher bekommen haben? Bei der PM ist das heute noch so, außerdem werden keine Versandkosten fällig und die Hefte waren früher im Abo auch noch günstiger.

Und nein, ich kann nicht digital lesen, davon tun mir Arm und Nacken weh. Außerdem fehlt mir dann das Haptische.

Auf dem richtigen Pfad

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 174 – »Der Pfad den Auloren« von Kai Hirdt

Von seinem Bett in der Medostation aus, erzählt Tuire Sitareh seinem Freund Perry Rhodan, was ihm in der vergangenen Monaten zugestoßen ist. Wie er auf Multidon den Menschen zur Flucht verhalf, indem er als Meister der Insel auftrat … wie er in einem Situativ fliehen konnte und wie er auf den Geist des toten Meisters Kolin-Uns traf. Er berichtet von Thaynar seinem geistigen Begleiter, von seiner Abhängigkeit vom Memeteranzug, von den beiden sich ständig streitenden Stimmen in seinem Kopf. Zu denen sich schließlich noch die Stimme des Meisters gesellt, als dieser die Kontrolle über den Memeteranzug übernimmt.
Und er erzählt von seiner Vergangenheit, Erinnerungen an Liebe, Schuld und Verzweiflung, die ihm der Memeteranzug schenkte.
Seine Reise durch den Sonnentransmitter endet genauso wie die von Perry Rhodan in der Eastside der Milchstrasse. Mit ihm unterwegs ist Kolin-Uns. Als er erfährt, das der Imperator Regnal-Orton tot und das Imperium der Arkoniden gefallen ist, versucht er mittels der Blues das totalitäre System der MdI in der Milchstraße zu etablieren. Tuire kann ihn nur aufhalten, indem er sich selbst opfert. Und das tut er gern, denn er weiß jetzt, wer er ist: Der Schlächter von Ul (Taui).

Ich gebe zu, dass mich selten ein NEO-Roman so gefesselt hat, wie die Erzählung über Tuire Sitareh. Hier stimmt jedes Detail. Die vielen Puzzleteile, die man bisher über den Auloren sammeln konnte, ergeben plötzlich ein Bild. Aus dem geheimnisvollen Fremden wird endgültig ein Charakter, der dem Leser ans Herz wächst und dem man bedingungslos folgen möchte.

Kai Hirdt hat sich mit diesem Roman als Autor erneut gesteigert. Er beweist, dass es nicht viel Action und viele Erzählperspektiven braucht, um eine lebendige Geschichte zu erzählen. Die gut strukturierte Handlung wartet mit einigen Überraschungen auf. Das ist zwar keine Hard SF mehr, aber in diesem Fall hat mich das nicht gestört, weil es stimmig war.

Die Figur des Tuire Sitareh in die NEO-Handlung einzuführen, war ein kühner Schachzug der Expokraten. Einer, der sich vor allem jetzt auszahlt, wenn sich die Handlungsfäden verdichten und so langsam zu einem Muster verwoben werden. Wenn das weiterhin so konsequent und intelligent fortgesetzt wird, so stehen den NEO-Lesern noch spannende Romane bevor.

Fazit: »Der Pfad des Auloren« ist ein toller Roman, atemberaubend zu lesen und mit einer Menge Querverweisen gespickt, die das Große und Ganze des NEOversums Gestalt werden lassen. Absolute Leseempfehlung von mir.

Ein Western zum Debüt

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO – Band 173 »Lockruf des Kreells« von Ruben Wickenhäuser

Die MAGELLAN kommt einer Kolonie Blues aus dem Tentra-Gelege zu Hilfe. Ein Asteroid ist auf einer ihrer Schürfwelten eingeschlagen und hat schwere Verwüstungen hinterlassen. Betroffen sind besonders die einheimischen Hemasch, welche die Tentra bisher mit Nahrung beliefert haben. Sie geben den »Himmelssammlern« die Schuld an der Katastrophe und verweigern ihre weitere Versorgung. Perry Rhodan und seine Crew versuchen einen kriegerischen Konflikt zwischen den Tentra und den Hemasch zu verhindern. Und dann ist da auch noch ein Energiesignal auf dem Planeten, das den Memeteranzug, des aus dem Kreell befreiten Tuire Sitareh, gelb färbt.

Ein Western ist es also, den uns der neue Autor im NEO-Team präsentiert. Die klassische Geschichte einer Goldgräbersiedlung, die in Streit mit Indianern gerät. Ein Trapper, der den Greenhorns das Jagen beibringt; ein Handlungsreisender, der in den Konflikt hineingezogen wird und Perry Rhodan, der in Old Shatterhand-Manier die Parteien zum Frieden anstiftet. Nicht zu vergessen Gucky, der in die Rolle eines Sam Hawkins gepresst wird und immer für einen witzigen Spruch sorgen muss.

Keine ganz so schlechte Idee. Aber möchte ich das bei PR-NEO lesen? Vielleicht hätte der Autor ein paar weniger Klischees bedienen und sich ein wenig mehr Zeit für seine Figuren nehmen sollen. Der Anfang mit dem Tentra Jepprafomm war nämlich richtig gut geschrieben. Doch die Figur versackt im Strudel der weiteren Ereignisse und leidet wie vieles unter dem rasanten Tempo, mit dem der Autor die Leser durch den Roman jagt. Ähnlich wie es die PR-Autoren zu Beginn der klassischen Serie taten. Ich fühlte mich wie eine Getriebene, es passiert viel (vielleicht zu viel) und das in relativ kurzer Zeit.

Zumindest nimmt sich Ruben Wickenhäuser Zeit für die Beschreibungen des Planeten Rivar, die ihm gut gelungen sind. Weniger gut sind die Anschlussfehler aus den Vorgängerromanen. Icho Tolot tut, als würde er Tuire schon immer kennen, ohne das dies erklärt wird. Er stieß ja erst zur MAGELLAN, als der Aulore längst von Bord gegangen war. Die erkrankten Blues im Sanatorium scheinen schon Monate oder gar Jahre dort zu sein, obwohl wir im letzten Roman gelernt haben, dass die Infektion innerhalb weniger Tage zum Tod führt. Was auch das abgelegene Sanatorium ad absurdum führen müsste, weil die Infizierten bei den Strapazen der Anreise wahrscheinlich längst tot sind, bevor sie dort ankommen. An dieser Stelle hätte mich eher interessiert, wie die Blues ihre Toten bestatten. Und das am Ende einer der geheilten Blues mit der rührseligen Geschichte um die beiden kranken Blueskinder seine Artgenossen beeindruckt, ist schlicht falsch. Denn wie Susan Schwartz in Band 172 festgestellt hat, kennen die Blues-Völker kein Mitleid. Nun, vielleicht ist das auf Rivar anders, aber dann hätte es einer Erklärung bedurft.

Die großartigste Szene jedoch hat der Autor an den Anfang gestellt. Eine Raumschlacht zwischen zwei Blues-Raumschiffen kommentiert wie ein Fußballspiel. Sehr schön und sehr lustig. Weniger lustig finde ich dagegen die Darstellung von Gucky. Da fehlt mir der Ernst, den die anderen Autoren dem Mausbiber verleihen. Auf mich wirkt er in diesem Roman zu oft wie eine Witzfigur.

»Lockruf des Kreells« trägt den Titel zurecht. Es ist im Grunde ein Western der im NEOversum spielt. Der Stil des Autors ist gut lesbar. Er baut die Geschichte zusammenhängend und logisch auf, rast aber so schnell durch die Handlung, dass er dadurch viel vom Potenzial seiner Figuren verschenkt. Mein Fazit: Einstand geglückt, es gibt aber noch Raum nach oben.

Eine Frage aber bleibt unbeantwortet: Wie passt das Titelbild zum Roman?

Von Gelb und Blue

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO – Band 172 »Der gelbe Tod« von Susan Schwartz

Die MAGELLAN entkommt der Konfrontation mit Gatasern nur, weil die Hanen, ebenfalls ein Blues-Volk, sich in die Schlacht einmischen. Anschließend werden Rhodan und die Crew ins Heimatsystem der Hanen eingeladen. Im Gegensatz zum Gatasischen Befehlshaber Kerrek ist der Flottenkommandand der Hanen zurückhaltend und freundlich, obwohl er um die Schlagkraft der Transformkanone weiß. Auf Han bekommen die Menschen wiederholt Einblick in die ungewöhnliche Kultur der Blues und sie begegnen dem gelben Tod. Tifflor kann ein Heilmittel gegen die Krankheit entwickeln, was Rhodan gegen ein Enzym tauschen möchte, mit dem man den Kreellblock bearbeiten kann, in dem Tuire Sitareh gefangen ist. Doch der Ursprung des Enzyms stellt Rhodan vor eine harte moralische Entscheidung.

Anfangs befürchtete ich das Schlimmste. »Der gelbe Tod« erzählt eine ähnliche Geschichte wie Band 171. Mit dem Unterschied, dieses Mal waren es eben die Hanen, statt der Gataser. Doch die Autorin illustriert die Kultur der Hanen so mitreisend, dass sich meine Befürchtungen schnell zerstreuten.

Besonders die beiden Blues-Frauen auf der Wachstation haben sich mir eingeprägt. Sie sind gleichzeitig so fremdartig wie lebensecht geschildert, dass es eine wahre Freude ist. Ebenfalls schön beschrieben ist der exotische Planet Han, mit den überfüllten Städten, den kargen Landschaften und der zugigen Kälte. Susan Schwartz schickt ihre Leser auf eine faszinierende Reise durch eine fremde und doch gleichzeitig auch bekannte Welt. Denn so sehr unterscheiden sich die Außerirdischen mit den Tellerköpfen nicht von den Menschen. Sie haben ähnliche Probleme und Gewohnheiten und hegen dennoch völlig andere Moralvorstellungen und Ansichten. Dieser Widerspruch macht die eigentliche Genialität dieses Romans aus.

Man nimmt der Autorin alles ab, was sie erzählt, weil sie es auf eine Weise tut, die im Leser Assoziationen wecken. Bis auf eine kleine Rauferei am Rande kommt dieser NEO ohne Actionszenen aus und ist dennoch bis zum Schluss spannend. Nach NEO 154 ist dieser Band erneut ein großartiger Roman von Susan Schwartz, in dem sie ihr Talent für phantastische Welten und glaubhafte weibliche Figuren voll ausleben kann.

»Der gelbe Tod« ist mehr als nur eine Beschreibung eines Blues-Volkes. Es ist gleichzeitig eine Geschichte, die Perry Rhodan vor einige knifflige Situationen stellt. Es wird gezeigt, wie sehr sich das Handeln des Terraners inzwischen verändert hat. Er trifft Entscheidung, die er zu Beginn der Serie so niemals getroffen hätte. Das Aufzeigen dieser Entwicklung hat mir gut gefallen. Von mir daher eine unbedingte Leseempfehlung.

Gestrandet zwischen den Blues

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 171 – »Brennpunkt Eastside« von Arno Endler

Der Transmitter lässt die MAGELLAN nicht wie geplant im Zentrum der Milchstraße materialisieren, sondern in der Eastside. Der Sprung hat große Schäden an Schiff und Mannschaft hinterlassen. Es gibt viele Verletzte, unter denen sich auch die schwangere Autuum Legacy befindet. Besonders schlimm ist der Ausfall der Hauptpositronik, die das Schiff einigermaßen wehrlos macht. Nach und nach bekommen die Techniker das Schiff wieder auf Kurs. Leyden entdeckt Spuren von Kreell in dem System, ohne das er sagen kann, woher es kommt.
Da taucht plötzlich eine Flotte fremder Raumschiffe auf, die eine merkwürdige Panzerung aufweisen. Der Oberbefehlshaber Kerrek fordert die Kapitulation der MAGELLAN, weil sie unerlaubt in ihr Territorium eingedrungen ist. Die Außerirdischen haben Tellerköpfe und blaues Fell, was Reginald Bull veranlasst, sie Blues zu nennen. Als Rhodan der Forderung der Blues nicht nachgibt, entbrennt eine Schlacht, in der sich die beiden gleichstarken Gegner eher »beschnüffeln«, um möglichst viele Informationen über die Kampfstärke herauszufinden. Erst ein Einsatz der Transformkanone beendet die Kampfhandlungen und die Blues bieten Verhandlungen an. Dazu laden sie die Terraner in ihr Heimatsystem ein und versorgen die MAGELLAN mit Kartenmaterial, da die Menschen keine Navigationsdaten über die Eastside besitzen.
Eine Abordnung aus Perry Rhodan, Reginald Bull, Gabrielle Montoya, Luan Perparim, Abha Prajapati, Sicherheitsoffizier Maxwell T. Muller sowie Icho Tolot und Gucky landen auf Gatas, der Welt der Blues, auf der sie den Rat des geheiligten Ovarions, die Regierung der Gataser, treffen sollen. Sie können zwar viele Informationen über das fremde Volk sammeln, doch die Blues verzögern ein Treffen mit dem Rat und veranstalten dafür ein mehrtägiges Fest für die Ankömmlinge.
Während der Feierlichkeiten entdeckt Gucky im Keller eines Gebäudes einen vertrauten Gedankenimpuls. Eine Blueswissenschaftlerin bemerkt ihn, schlägt aber keinen Alarm, sondern zeigt ihm und Rhodan, woran sie forscht. Es ist ein Block aus Kreell in dem ein menschlicher Körper eingeschlossen ist, es handelt sich dabei um Tuire Sitareh. Der Aulore ist noch am Leben, aber die Blues hat bisher keine Möglichkeit gefunden, ihn zu befreien. Rhodan bittet sie, ihm den Block auszuhändigen. Sie willigt ein, weil sie eine Kriegsgefangene der Gataser ist. Es gibt verschiedene Bluesvölker, die sich gegenseitig bekämpfen.
Gerade als sie den Block aufs Dach schaffen, um ihn in die Korvette zu verladen, bekommen die Gataser Wind von der Angelegenheit. Besonders der Flottenchef Kerrek hat es auf die Terraner und im Speziellen auf deren Transformkanone abgesehen und versucht sie mit allen Mitteln aufzuhalten. Die Korvette mit dem Außenteam kann von Gatas fliehen und im letzten Moment in die MAGELLAN einschleusen, bevor diese eine Nottransition macht. Doch die Gatasische Flotte kann das Flaggschiff der Terraner aufspüren und durch ihre schiere Übermacht in die Knie zwingen. Rhodan bleibt kein Ausweg, er befielt die Kapitulation.

Egal wie viel Mühe sich Arno Endler mit seinen Figuren gibt, es gelingt ihm nicht, mich zu überzeugen. Der Roman ist in seiner Zerrissenheit nicht ganz so schlimm wie sein letzter, dafür erscheint mir diese Mal die erzählte Geschichte zu flach. Rhodan und seine Terraner begegnen den Blues, einer durchaus aggressiven und auf Expansion ausgerichteten Spezies. Im Laufe des Kontaktes begehen die Menschen aber derartig viele taktische Fehler, dass es ein Wunder ist, das Rhodan und das Außenteam wieder heil von dem Planeten herunterkommen. Zum Beispiel teilt Rhodan den einzigen Sicherheitsoffizier im Team ausgerechnet Tolot und Gucky zu, während er allein mit einem potenziell gefährlichen Außerirdischen alleine eine Tempelanlage besichtigt. Derselbe Sicherheitsoffizier versucht später Tolot unter den Tisch zu trinken, während sich Rhodan ungeschützt inmitten tausender feiernder Blues bewegt. Wenn das Autuum Legacy erfährt …

Die vom Autor beschriebene Kultur der Blues ist zwar interessant, doch die Beschreibungen lähmen die Handlung. Lange Zeit passiert überhaupt nichts, selbst die Schlacht zwischen MAGELLAN und Bluesflotte dümpelt so dahin. Erst gegen Ende des Romans kommt mit der Entdeckung von Tuire Sitareh die Geschichte richtig in Gang und ist wenige Seiten später auch schon wieder zu Ende.

Auffällig sind wiederholt die vielen kurzen Kapitel, die mich als Leser verleiten, das Buch öfter als nötig aus der Hand zu legen. In diesem Fall funktionieren die Cliffhanger in den Kapiteln sogar, um der Handlung mehr Spannung zu verleihen, als sie eigentlich hat. Was auf Dauer aber auch keine befriedigende Lösung ist.

Viele Nebenhandlungen erstrecken sich über höchstens ein oder zwei Kapitel und stellen sich als nicht Handlungsrelevant heraus. Dazu sind mir Schwächen in der Erzählperspektive aufgefallen, die oft zwischen auktorial und persönlich wechselt.

Alles in allem ist »Brennpunkt Eastside« ein eher befriedigender Roman, der mir sicher nicht in Erinnerung bleiben wird. An dieser Stelle vermisse ich die exzellenten Romane von Michael H. Buchholz noch schmerzlicher. Der Autor, der vor mehr als einem Jahr gestorben ist, hat eine größere Lücke hinterlassen, als es mir damals bewusst war.

Ein großes Lob richte ich dagegen an Dirk Schulz für das geniale Cover.

Kosmologisches Feuerwerk

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 170 – »Abschied von Andromeda«

Die aus dem Transfernexus zwischen den Universen kommenden Raumschiffe greifen zunächst die DOLAN an. Rhodan kommt dem Schiff mit der MAGELLAN und ihren Beibooten zu Hilfe, doch sie haben gegen die Kalamarane der Crea keine Chance. Bevor die Verluste unter den Terranern zu groß werden, setzt die FERNAO die Transformkanone ein. Eines der Creaschiffe wird beschädigt, die anderen ziehen sich in die Nähe des Transfernexus zurück.
Ein Außenteam, dem neben Rhodan auch Mirona Thetin, Atlan und Faktor III angehören, untersuchen den weidwunden Kalamaran, der aus Kristallen zu bestehen scheint. Erst tief im Inneren des Raumschiffes treffen sie auf die Besatzung. Ein Kommunikationsversuch scheitert und die Crea eröffnen das Feuer auf Rhodans Team. Da erscheint Suator, Mirona Thetins Leibwächter, und rettet Rhodan und die Faktoren unter Einsatz seines Lebens.

Auf der MAGELLAN kommt es indes zu einer Invasion durch die Crea. Sie versuchen die Speicherbänke des Flaggschiffes anzuzapfen. Dem Techniker Atila Ardal und Icho Tolot gelingt es, sie daran zu hindern. Nachdem Rhodan zurückgekehrt ist, kommt ein weiteres Schiff aus dem Universenriss. Es ist die Crea, der Rhodan bereits auf Aguerron begegnet war. Sie ist bereit mit Rhodan zu kommunizieren und tut dies telepathisch. Rhodan erfährt, dass die Crea die Bewohner des Einsteinuniversums für eine Bedrohung halten und sie verhindern möchten, dass die Fremden in ihr Universum vordringen. Auch weil ebenfalls Redrifts von Materie aus dem Einsteinuniverum im Creaversum stattfinden und den Bewohnern schaden. Die Crea handeln also aus den gleichen Motiven wie die Menschen und Thetiser. Perry Rhodan kann der Crea klar machen, dass keiner von ihnen an der Ruptur zwischen den Universen schuld ist und schließt mit der Crea Freundschaft, bevor sich diese wieder in ihr Universum zurückziehen müssen.
Noch während des Kampfes gegen die Crea, wird John Marshall von Bord der DOLAN an einen fremden Ort »teleportiert«. Dort trifft er Ernst Ellert, der ihm aber nur vage Hinweise geben kann, was es mit den Chasmas und der Ruptur auf sich hat. Er spricht von einem kosmischen Schachspiel das ANDROS gegen seine Schwester ES spielt. Ellert gibt ihm einen Gegenstand und schickt Marshall auf eine Reise durch die Universen, vom Creaversum bis zum Rande des Einsteinuniverums. Zum Schluss schwebt John im Raum zwischen den Universen. Er sieht das Creaversum als Beule am Universum der Menschen wachsen, bevor er mit Hilfe von Ellerts Geschenk an Bord der MAGELLAN zurückkehren kann.
Nachdem die Gefahr durch die Crea gebannt ist, führen Rhodan und Mirona Thetin ein Gespräch. Sie gibt zu, dass sie von ANDROS getäuscht wurde, aber sie ist nicht bereit, deswegen eine weichere Gangart gegenüber ihrem Volk einzuschlagen. Aber sie wird die intrigierenden Faktoren nicht exekutieren, sondern einen Dialog mit ihnen anstreben. Danach macht sie den Terranern das Angebot die MAGELLAN über den Sechseck-Transmitter in die Milchstrasse zurückzuschicken. Auch, damit sie untersuchen können, was auf dem Erdmond passiert. Rhodan stimmt zu und die MAGELLAN kehrt nach ausgiebigen Reparaturen auf der Paddler-Plattform zwei Wochen später in die Milchstrasse zurück.

 

Wenn Rüdiger Schäfer von PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick so überschwänglich gelobt wird, dann ist das wie ein Ritterschlag oder die Verleihung des Literaturnobelpreises … Okay, Letzteres ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber es bedeutet, dass der Roman überdurchschnittlich gut sein muss.

In der Tat hat der Autor mit dem Abschlussband der Mirona-Staffel Überragendes geleistet. Er hat nicht nur die aufgeworfenen Fragen aus den vergangenen sieben Staffeln beantwortet, er hat zudem die Essenz der PERRY RHODAN-Serie für NEO neu interpretiert, ohne die Erstauflage zu verraten.

In der Tat ist das Leben nicht nur schwarz und weiß, es gibt nicht nur Gutes oder Böses. Die Realität besteht in der Regel aus einer Mixtur von Beidem und man muss als Mensch stetig Kompromisse eingehen, ohne den Rahmen der eigenen Moral zu sprengen. Rüdiger Schäfer lässt Perry Rhodan in dem Konflikt zwischen den Crea und den Meistern der Insel einen Zwischenweg finden, der vielleicht nicht ideal erscheint, der aber das Beste ist, was den Terranern in diesem Moment möglich ist.

Die Mischung aus actionreicher Handlung, tiefgründiger Charakterbeschreibung und philosophischer Betrachtung ist gleichermaßen gelungen wie die kosmologische Einordnung des »Schachspiels« zwischen ES und ANDROS. Dass Schäfer am Ende einen befriedigenden, und das meine ich jetzt nicht negativ, Abschluss der Andromedareise der MAGELLAN schafft und es ihm gleichermaßen gelingt, genügend Fragen für die folgenden Staffeln unbeantwortet zu lassen, finde ich stark.

Der Abschied von liebgewonnenen Figuren wie Tani Hanafe, John Marshall, Atlan, Tuire Sitareh und auch Baar Lun tut im ersten Augenblick weh, wird aber durch das Wissen, dass sie aus eigenem Wunsch in Andromeda zurückbleiben, und die Hoffnung ersetzt, sie irgendwann einmal wiederzusehen.

Fazit: Ein großartiger Abschlussroman, mit dem notwendigen Sense of Wonder und einer echten Verbeugung vor dem Geist der klassischen PERRY RHODAN-Serie.

Gefangen im Kreell

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 169 – »Dunkle Welt Modul« von Rainer Schorm

Als Perry Rhodan nach einer gefährlichen Reise mit der FERNAO endlich Modul erreicht, stellt sich die Situation noch katastrophaler dar, als gedacht. Der Planet ist vollkommen mit Kreell bedeckt, jener Substanz, die durch einen Riss aus der Dimension der Crea in unser Universum herüber diffundiert. Wie gefährlich das Zeug ist, bemerken die Menschen sofort. Es zerstört jegliches Gewebe und saugt nicht nur Energie von Schiff und Ausrüstung ab, sondern auch von den Mutanten. 
Das Treffen mit Faktor III und VII verläuft positiv auch die Ankunft der Paddlerplattform mit der MAGELLAN erfolgt problemlos. Die beiden MdI sind freundlich und den Vorurteilen der Menschen aufgeschlossen. Bei einem Rundgang auf der Oberfläche entdecken Rhodan und das Leyden-Team in Kreell eingeschlossene Körper, unteranderem eine Bestie und den ehemaligen Faktor V. Mit Hilfe von John Marshall und Tani Hanafe gelingt es die Aufzeichnungen von Faktor V aus dem Kreell zu bergen. Da kann sich die Bestie befreien und greift Menschen und Faktoren an. Nur mit Hilfe von Icho Tolot und Monade kann die Bestie besiegt werden. Die gewonnen Informationen zeigen Baar Lun dem letzten Modul, dass sein Volk nicht von den Meistern vernichtet wurde, sondern durch einen Versuch den Riss zu stabilisieren. Während Tolot einen Zugang zur fremden Dimension öffnet, um mit den Crea zu kommunizieren, enttarnt sich das Schiff von Atlan und Mirona. Die MAGELLAN nimmt Kontakt zu ihnen auf, da bricht etwas durch den Riss.

Rainer Schorm schuf mit »Dunkle Welt Modul« einen soliden Roman, der die losen Fäden der Staffel gut zusammenführt. Er ist leider nicht so herausragend wie sein letzter NEO, dafür verläuft die Handlung zu geradlinig. Mich störte unteranderem die Leichtsinnigkeit der Menschen. Sie erkennen die Gefahren (z. B. die Bestie) bringen sich aber nicht in Sicherheit, sondern spazieren weiter über die Oberfläche.

Mit dem Auftreten von Faktor III und VII versuchen die Expokraten eine andere Sicht auf die Faktoren zu zeigen. Es gibt eben nicht nur gut und böse oder schwarz und weiß, sondern auch Nuancen dazwischen. Das hat mich nicht ganz überzeugt, mir wäre lieber gewesen, die Faktoren wären zwiespältiger oder undurchschaubarer geblieben.

Persönlich hat mich die Erläuterung zu den grünen Sonnen gefreut. Rainer Schorm liefert eine Erklärung, die ich ihm unter Umständen abkaufe. Er hat sogar eine passende Spektralklasse herausgesucht. Sehr schön!

Schwächen zeigte dafür das Lektrorat. Vor allem in der ersten Hälfte des Romans, sind dem Verantwortlichen ein paar Patzer durchgerutscht. Eine dünne Membran hat es an sich, dass sie extrem dünn ist.

»Dunkle Welt Modul« treibt die Handlung der MIRONA-Staffel ihrem Finale zu und beantwortet einen Teil der Fragen. Rhodan erfährt von den Vorkommnissen auf dem Mond und beschließt die Rückkehr in die Milchstraße. Damit bereitet Rainer Schorm die kommende Blues-Staffel vor. Zuvor bin ich aber auf das Finale aus der Feder von Rüdiger Schäfer gespannt.