Wirrwarr auf Gorrawaan

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 217 – »Die zerborstene Welt« von Ruben Wickenhäuser

Die FANTASY erreicht Gorrawaan. Der gespaltene Planet ist so eine Art »Werftwelt«, auf der die insektoiden Garrm Rohstoffe für das Compariat abbauen und daraus Bauteile verschiedenster Art herstellen. Überwacht werden sie von Shafakk, denen sie nur wenig Sympathie entgegenbringen.
Mittels der Torkade kann ein Reviersteiger der Garrm überredet werden, für die FANTASY notwendige Ersatzteile herzustellen. Doch damit das von den Shafakk nicht bemerkt wird, müssen die Menschen stillgelegte Anlagen wieder in Gang bringen, was nicht komplikationslos abläuft.
Derweil erforschen Gucky und Perry Rhodan den Kern des Planeten. Hier gibt es Artefakte einer uralten Zivilisation. Unteranderem wurde hier der Kreell-Block mit dem Leyden-Team gefunden. Alles erinnert stark an die Überbleibsel der Memeter. Rhodan entdeckt einen defekten Zeitbrunnen und hat eine Begegnung mit einem steinalten Arkoniden. Der stirbt jedoch, bevor Rhodan ihn befragen kann.

Ein Generalstreik der Garrm und die Bequemlichkeit des Shafakk-Zuul sorgen dafür, dass die FANTASY mit neuer Ausrüstung entkommen und endlich Kurs auf Lashat nehmen kann.

Der Autor lässt die zerborstene Welt sehr plastisch vor den Augen des Lesers entstehen. Da werden viele Elemente aus dem Bergbau und der Schwerindustrie vermischt. Das ist gut beschrieben, war mir auf Dauer aber zu üppig, insbesondere die unzähligen »Achterbahnfahrten«.

Ohnehin hatte ich meine Schwierigkeiten mit den Abläufen. Vieles erschien mir stellenweise nicht logisch. Ich hatte immer das Gefühl, der Autor würfelt viele Handlungsstränge zusammen, ohne konkret zu wissen, wie er sie auflösen soll. Zwischen dem 4. und 5. Kapitel gibt es definitiv einen Übereinstimmungsfehler. Wir erleben die Szene erst aus der Sicht des Reviersteigers und anschließend nochmal aus Sicht von Laura Bull-Legacy. Dabei stimmen weder die Dialoge noch die Abläufe. Das hat mich beim Lesen derartig gestört, dass ich den Roman zunächst zur Seite gelegt habe.

Viele der Schwierigkeiten auf die die Crew bei ihrer Mission trifft, waren von Anfang an vorhersehbar. Dass es den Menschen nicht gelingt, die Fertigungsanlagen in Betrieb zu nehmen, ohne das dies jemandem auffällt, darauf hätten sie selbst kommen können. Der Reviersteiger hatte einerseits Befehlsgewalt, andererseits nicht und wenn, war er als Vermittler nicht zur Stelle. Er geht genauso blauäugig vor wie die Menschen. Ich hätte es sinnvoller gefunden, wenn er zuvor seine Kollegen informiert und zur Zusammenarbeit aufgerufen hätte. Schließlich funktioniert es am Ende genau so und nur so. Da wurde die Logik leider wieder der Spannung geopfert.

Gucky gibt den Shafakk, was eher unterhaltend ist, als das er seine Gegner wirklich in Angst und Schrecken versetzt. Sophie und Laura Bull-Legacy streiten ständig und auch die Torkade verhält sich nicht, wie sie sollte. Das dieses Himmelfahrtskommando überhaupt funktioniert und »nur« ein Menschenleben kostet, ist vielen Zufällen und dem Gutdünken des Shafakk-Zuul geschuldet, der keinen Ärger in seinem Revier will.

Interessant war Rhodans Ausflug ins Innere des Planeten. Die Artefakte und die Informationen die der Protektor sammelt, werfen Fragen auf. Ich musste ganz tief in meinem Gedächtnis kramen, um die Zusammenhänge zwischen Kreell, Molkex, den Memetern usw. wieder hervorzuholen. Mit den Auftauchen des Zeitbrunnens und des alten Arkoniden stellen sich Perry Rhodan neue Rätsel. Da freue ich mich schon auf die Auflösung.

Seit vielen Bänden taucht zum ersten Mal wieder Froser Metscho auf. Der Chefingenieur, der das Versagen des Linearantriebs verursacht hat, scheint nicht mehr von Iratio Hondro besessen zu sein. Oder doch? Man weiß es nicht. Es wundert mich jedoch, dass dieser so wichtige Punkt in den vergangenen Romanen keine Rolle gespielt und auch hier nicht wieder aufgenommen wurde.

Stilistisch ist an dem Roman wenig auszusetzen. Vielleicht die etwas zu lockere Sprache. Stellenweise hatte ich das Gefühl, das sich der Autor selbst nicht so richtig ernst nimmt. Und was das Verwenden von bekannten Filmzitaten angeht, weise ich auch hier wieder ausdrücklich daraufhin, das weniger mehr ist. »… hatte ein mieses Gefühl« kam sooft vor, dass ich es schon als lästig empfand.

Gelungen ist auf alle fälle das Titelbild von Dirk Schulz, das die Bergwerks-Welt eindrucksvoll wiedergibt.

»Die zerborstenen Welt« enthält einige wichtige Hinweise auf die Vorgänge vor vielen Millionen Jahren und damit auch auf die Zeitbrunnen. Die Geschichte rund um die Ersatzteilbeschaffung für die FANTASY artet dagegen ein wenig in Wirrwarr aus.

Perry-Beschaffungs-Problem gelöst

Vor einiger Zeit jammerte ich an dieser Stelle, wie schwierig es ist, bei uns im Ort an PERRY RHODAN-Hefte zu kommen. Der einzige Kiosk hatte die Hefte immer nur sporadisch. Mal gab es den NEO, mal nur die Erstauflage, mal waren beiden vorhanden, oft aber keines von beiden. Man konnte sich nicht darauf verlassen, dort ein Heft zu kaufen. Bestellen war auch nicht möglich. Wahrscheinlich war das der Inhaberin zu aufwendig oder zu kompliziert.

Wir sind dann immer nach Traunstein gefahren. In der dortigen Bahnhofsbuchhandlung sind immer genug Hefte von beiden Serien vorrätig und man bekommt sie dort bereits am Donnerstag. Nur mussten wir meist 50 Cent Parkgebühren für die Tiefgarage zahlen, wenn wir nicht innerhalb von zehn Minuten wieder am Auto waren. Außerdem zwölf Kilometer wegen eines Heftromans ist Klimatechnisch eine Katastrophe.

Also habe ich vor einem Jahr ein E-Book-Abo für die NEO-Serie abgeschlossen und lese sie seit dem nur digital. Die Erstauflage bezog ich bis Oktober im Print-Abo.

Im Oktober öffnete dann der REWE-Markt in Waging. Als wir zum ersten Mal dort einkauften, entdeckten wir im Zeitschriftenregal die PERRY RHODAN-Erstauflage. Seit dem kaufen wir unsere Perry-Hefte im REWE. Einmal waren wir zu spät und es gab keins mehr, weshalb wir jetzt jeden Freitagnachmittag zum Supermarkt laufen, um dort fürs Wochenende einzukaufen. Da nehmen wir den Heftroman gleich mit.

Anscheinend sind wir nicht die einzigen Käufer. In den ersten Wochen gab es dort nur zwei Hefte. Heute lagen vier Stück im Regal. Ich bin begeistert. Denn, nur wenn die Hefte ausliegen, werden sie gekauft und nur wenn sie gekauft werden, liegen sie auch im Regal. Man sollte diesen Kreislauf besser nicht unterbrechen. Weswegen wir jetzt immer meinen Schwiegervater losschicken, damit er das Perry-Heft kauft, wenn wir Freitags mal nicht da sind. Ich hoffe, das funktioniert weiterhin so gut.

Übrigens, bin ich mit dem NEO-Abo aus dem PERRY RHODAN-Shop ebenfalls hoch zufrieden. Das hat bisher problemlos geklappt. Man bezahlt so viele Hefte, wie man möchte im Voraus. Und wenn sie erscheinen, bekommt man eine Benachrichtigungs-Mail. Man loggt sich im Shop ein, geht auf Abo-Verwaltung und kann sich bereits ab Donnerstag den aktuellen NEO aufs Lesegerät herunterladen. Gedruckt gibt es das Taschenheft erst am Freitag und günstiger ist so ein E-Book außerdem.

Für mich als Rezensentin hat das noch einen zusätzlichen Nutzen. Ich kann in dem E-Book besser suchen, wenn ich eine Stelle mal näher besprechen möchte. Dennoch vermisse ich manchmal die Haptik und den Geruch von bedrucktem Papier. Da bin ich dann doch irgendwo Nostalgikerin.

In den Händen der Shafakk

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 216 – »Geburt einer Torkade« von Lucy Guth

Die Crew der FANTASY wird von den Shafakk gefangen gehalten. Die schwarzen Mausbiber versuchen das Schiff zu demontieren, um die Technik des Linearantriebs zu entschlüsseln. Gucky ist der einzige, der Perry Rhodan und die Mitglieder seines Teams auf der FANTASY und dem Raumschiff der Shafakk hin und her teleportieren kann, doch seine Ressourcen sind begrenzt. Alle Versuche das Schiff zu schützen, schlagen fehl. Die Shafakk nehmen die Bull-Legacy Zwillinge gefangen und lassen sie zusammen mit anderen Crewmitgliedern in der Arena gegen einen der ihren kämpfen. Da espert Gucky ein fremdes Lebewesen.
Der junge Oproner Kashik wird seinen Eltern entrissen und zur Ausbildung auf einen fremden Planeten gebracht. Hier soll er lernen Teil einer Torkade zu werden. Der Weg dorthin ist steinig und von Verlusten begleitet. Nach seinem erfolgreichen Abschluss wird er mit einer wichtigen Mission betraut und an den Rand des Compariats geschickt.
Perry Rhodan und Gucky können den jungen Oproner aus der Bewusstlosigkeit und der Gefangenschaft der Shafakk befreien. Er stellt sich als Retter in der Not heraus. Denn gerade als die Zwillinge in der Arena um Leben und Tod kämpfen müssen, verbindet sich Kashik mit den Opronern an Bord der FANTASY zu einer Torkade. Diesem Verbund darf keine Zivilisation innerhalb des Compariat einen Wunsch verwehren. So können nicht nur die Besatzungsmitglieder in der Arena befreit, sondern auch mit Hilfe eines Schreienden Steins, den der junge Oproner im Gepäck hatte, Chaos unter den Shafakk verbreitet werden.
Die FANTASY entkommt, nicht jedoch ohne zuvor den Kreell-Block mit dem Leyden-Team an Bord genommen zu haben.

Mit diesem Roman wird endlich der Cliffhanger aus Band 214 aufgelöst. Es passiert eine Menge in dem Roman. Lucy Guth baut viele Wendungen ein und stellt die Figuren immer wieder vor neue Herausforderungen. Das hat seinen Preis. Denn je übermächtiger der Feind und desto auswegloser der Weg der Protagonisten, umso unglaublicher wirkt die Auflösung. Die Idee mit der Torkade ist gerade noch so akzeptierbar. Der Einsatz des Schreienden Steins eher weniger. Nicht nur das Kashik zufällig einen solchen mit sich führt, er ist auch noch in der Lage ihn so zu programmieren, dass er die Menschen unbeeindruckt lässt, die Shafakk aber nicht.

Das Finale gerät zu schnell und überstürzt. Da werden plötzlich allerlei Tricks aus dem Hut gezaubert. Von Guckys übermäßigen Einsatz angefangen über den Schreienden Stein bis hin zur Behandlung von Sophie Bull-Legacy mit Nanotechnologie des Ministrel. Sie kann dadurch wieder sprechen und wird gleichzeitig körperlich aufgewertet, um den Kampf zu gewinnen. Der Tod von Sork am Ende ist völlig unnötig, der Ilt wäre ohnehin nicht mitgekommen und Gucky hat genug Bitterkeit erfahren, als ihm lieb ist. Da hätte es nicht noch den Verlust eines Artgenossen bedurft.

Ronald Tekener bekommt mal wieder etwas zu tun, auch wenn er nur erwähnt wird. Es wunderte mich, dass er seit der Evakuierung der FANTASY aus der Handlung völlig verschwunden schien. Dafür lernten wir andere Besatzungsmitglieder kennen, nur um sie gleich wieder den Serientod sterben zu sehen.

Außergewöhnlich gut gefiel mir die Hintergrundgeschichte von Kashik. Mit wenigen Kapitel zeichnet die Autorin ein stimmiges Bild des Oproner-Jungen. Gleichzeitig erfahren wir mehr über das Volk der Oproner und ihre Bräuche. Nicht ganz klar sind nach wie vor die Ziele Merkoshs. Was will der Oproner? Was verbirgt er vor den Terranern? Und warum hat nicht er die anderen Schreienden Steine ausgeschaltet oder umprogrammiert. Denn offensichtlich ist dies einem Oproner möglich.

Es bleibt noch Luft nach oben in den verbliebenen beiden Romanen dieser Staffel. Die Exposé-Autoren müssen noch einige Geheimnisse aufdecken, bevor es auf Arkon weitergehen kann.

Lucy Guth hat mit »Geburt einer Torkade« gezeigt, dass sie ihr Handwerk versteht und einen NEO-Roman auch allein stemmen kann: mit viel Herz, einer Menge Action und einer spannenden Dramaturgie. Lesenswert.

Absturz auf Triton

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 215 – »Botschafter des Imperiums«

Ein Frachter der Mehandor havariert beim Eintritt ins Sonnensystem. Das Raumschiff stürzt auf Triton einem der Monde von Neptun. An Bord sind neben einer Ladung exotischer Tiere für den Zoo Terrania auch ein Abgesandter von Imperatrice Emthon V. Der Arkonide reist verdeckt, weil er Perry Rhodan eine brisante Botschaft überbringen soll. Mit viel Glück überlebt er den Absturz zusammen mit einer Handvoll Mehandor. Doch sie können nicht auf Hilfe der Terranischen Flotte warten, weil das Wrack auf der instabilen Oberfläche des Mondes unterzugehen droht. 
Rhodans Söhne werden vom Geheimdienst losgeschickt, den Botschafter aus dem verunglückten Schiff zu bergen, bevor die offiziellen Retter eintreffen. Man vermutet, dass das Schiff nicht zufällig abgestürzt ist. Ihre Chancen den Arkoniden in dem Trümmerhaufen von Frachter zu finden und lebend zu bergen sind schlecht. Denn ein paar der gefährlichen Tiere haben überlebt und stürzen sich nun auf alles was sich bewegt.

Auch wenn ich viel lieber erfahren hätte, wie es mit der FANTASY und dem Compariat weitergeht, so muss ich gestehen, dass Rüdiger Schäfer ein ausgesprochen spannender Roman gelungen ist. Da kommt dramaturgisch einiges zusammen. Leute, die in einem fast völlig zerstörten Schiff zu überleben versuchen, verfolgt von wilden Tieren und zwei Geheimagenten auf einer fast unmöglichen Mission.

Nicht zu vergessen Thora als Kommandantin der CREST II, die sich zurückhalten muss, nicht nur im Dienst, sondern auch privat. Ihre Sorge um ihren Ehemann darf sie genauso wenig zeigen, wie ihre Meinung darüber wie sie vom Terranischen Rat behandelt wird. Der beschuldigt sie nämlich, Perry Rhodan beim Diebstahl der FANTASY unterstützt zu haben. Was ja eigentlich auch stimmt. Hinzu kommt nun die Sorge um ihre Heimat. Was geht vor im Imperium? Was muss passiert sein, dass sich die Imperatrice an die Terraner wendet? Fragen, die im Laufe der nächsten Staffeln beantwortet werden müssen.

Keine Frage, Rüdiger Schäfer kennt sich aus mit Arkon und seinen Bewohnern. Dieses Detailwissen spürt man in jedem Satz. Hier eine kleine Anspielung, dort ein Informationshappen. Wer mit den Arkoniden nicht so vertraut ist, erfährt hier einiges neues. Natürlich schafft der Autor es auch diesmal wieder mich an mindestens zwei Stellen zum Weinen zu bringen. Diese emotionale Tiefe bekommt nur er so perfekt hin.

Einzig, wie Thora am Ende erlaubt wird, mit der CREST II nach Arkon aufzubrechen, ging mir zu schnell und zu problemlos, wo sie doch zuvor von allen Seiten mit Mistrauen behandelt wird. Vielleicht wollte der Terranische Rat sie auch nur loswerden.

»Botschafter des Imperiums« überrascht, weil er die Leser an einen neuen Schauplatz führt und ein unerwartetes Thema aufgreift. Viele haben darauf gewartet. Eingebettet in eine spannende Handlung erfahren wir, wie es aussieht im Arkonidischen Imperium. Eine Geschichte mittels vier Handlungsebenen spannend zu erzählen, ist nicht einfach. Rüdiger Schäfer hat das grandios gemeistert.

Das Imperium der Mausbiber

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 214 – »Der Zorn der Shafakk« von Bernd Perplies

Der unsichtbare Gegner, den Gucky im Wrack der KORRWAK enttarnt ist ein Mausbiber. Mit pechschwarzem Fell, silberverstärkten Reisszähnen und enormen Aggressionspotential ist er das ganze Gegenteil eines friedlichen Ilts. Gucky muss den Shafakk töten, um sich und den Außentrupp zu schützen.
Zurück an Bord der FANTASY gerät das Schiff beim Verlassen des Systems in einen Hinterhalt und wird von einer Flotte Shafakk Schiffe aufgebracht. Perry Rhodan gelingt es die Shafakk zu überreden, die unterlegene FANTASY nicht auf der Stelle zu zerstören, sondern sie zum Mutterschiff der Shafakk-Flotte zu bringen. Die KIRSSH versteckt sich in einem planetaren Nebel und ist mit 14 Kilometern ein Gigant.
Dort werden alle von Bord gebracht und weggesperrt. Nur Gucky hält sich versteckt und versucht die FANTASY vor dem Zugriff der schwarzen Mausbiber zu schützen. Als dies misslingt, befreit er Rhodan, um die Zerstörung des Schiffs zu verhindern. Dabei trifft er auf Sork, einem Mausbiber, der ihm ähnelt und der nicht so aggressiv ist, wie die Shafakk. Von ihm erfährt er, dass der Name Ilt, nicht der Name seiner Spezies ist, sondern ein Schimpfwort der Shafakk für genetisch unreine Exemplare wie Sork, die von den Shafakk wie Sklaven gehalten werden.
Zusammen mit Sork suchen sie in der KIRSSH nach einer Fluchtmöglichkeit für die FANTASY und ihre Crew und machen dabei eine unerwartete Entdeckung.

Sie haben es tatsächlich getan. Im NEO-Programmpunkt in Osnabrück witzelte Rainer Schorm über die Zukunft der Serie und meinte, man würde die Serie nach Rhodans Tod durch den versagenden Zellaktivator in »Das Imperium der Mausbiber« umbenennen. Ich denke mal, dass die Expokraten damals schon die Idee mit den Shafakk ausgebrütet hatten.

Das ist in der Tat eine schöne Überraschung, die von Bernd Perplies auch ausgesprochen originell umgesetzt wurde. Die Geschichte war so spannend, dass ich ziemlich erstaunt war, wie schnell ich sie durchgelesen hatte.

War ich von den Romanen des Autors für »Mission SOL« enttäuscht gewesen, so liefert er mit NEO 214 ein kleines Meisterwerk ab. Die Handlung war stimmig, die Figuren tiefgründig und agierten glaubhaft. Selbst Wogrill, das seltsame Wesen mit dem schrägen Sprachwitz, hat er furios gemeistert.

Der Roman endet erneut in einem fiesen Cliffhanger, wobei der erst im übernächsten Band aufgeklärt wird. Von mir an der Stelle nur so viel: das Leyden-Team ist zurück.

Als eher negativ empfinde ich die vielen verbalen Assoziationen zu Star Wars und Co. Mit der Verwendung der Zitate hat sich der Autor keinen Dienst erwiesen. Klar ist es verlockend und witzig, doch ich finde, dass dadurch die Originalität seiner eigenen Geschichte leidet.

Bei »Der Zorn der Shafakk« sieht man wie sehr sich NEO inzwischen von der Erstauflage abhebt. Die Einführung einer Zivilisation aus Mausbibern, die aggressiv und gewalttätig daherkommen, hat es in sich.

Künstler in Not

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 213 – »Der letzte Flug der KORRWAK« von Rainer Schorm

Die FANTASY folgt einem Notruf. Die Transition bringt sie in ein extrem aktives Doppelsternsystem, in dem ein havariertes Raumschiff droht, in eine der Sonnen zu stürzen. Obwohl die äußeren Bedingungen mehr als schwierig sind, schickt Perry Rhodan ein Außenteam unter der Führung von Mentro Kosum los, um eventuelle Überlebende der Besatzung zu retten.
Doch an Bord des Schiffes finden die Menschen nichts, außer der Nahrung der Besatzung, die an den Wänden und Böden wächst. Aber auch die ist am Absterben. Das liegt nicht nur an dem Sonnensturm, der das Schiff regelrecht brät, sondern vor allem am Dunkelleben. Die KORRWAK war auf dem Weg in ein Vimat, wie es die FANTASY in Band 212 entdeckt hat und die mit Dunkelleben infizierte Besatzung damit ohnehin zum Sterben verurteilt. Nach und nach verdichten sich die Hinweise, dass das Schiff attackiert und die Besatzung getötet wurde. Bestätigt bekommen das Mentro Kosum und seine Mitstreiter, als sich dem Außenteam der letzte Überlebende präsentiert. Woggrill ist als »Schwarzmieter« quasi ein blinder Passagier, der das Massaker überlebt hat.
Das Außenteam, durch einen Unfall dezimiert, macht sich auf den Rückweg zur FANTASY, als sie von einem Unsichtbaren angegriffen werden. Gucky soll den Retter spielen, um das Außenteam zurückzuholen. Mittels einer EMP-Waffe enttarnt er den Angreifer. Mit dem, was da zum Vorschein kommt, hat jedoch keiner der Anwesenden gerechnet.

Rainer Schorm lässt in diesem Roman seinem schrägen Humor freien Lauf. Die Szenen mit Woggrill dem Künstler sind nicht nur sprachlich bizarr, sondern auch von der Denkweise des Wesens. Ich hätte zwar nicht einen ganzen Roman in dem Stil lesen wollen, aber die paar Kapitel waren wirklich originell. Wobei mir anfangs nicht bewusst war, dass Woggrill und die Besatzung der KORRWAK einer Spezies angehören. Ich nahm an, dass er sich als fremde Lebensform eingeschlichen hat. Was daran liegen mag, dass man nicht viel über das Aussehen seiner Mitfahrer erfährt. Mit Woggrill ist dem Autor ein neues Meisterwerk in Sachen Charakter gelungen, der uns hoffentlich noch ein wenig länger erhalten bleibt.

Die erzählte Geschichte ist ohne Frage spannend. Ein echter Pageturner, den ich sehr schnell durchgelesen habe. Besonders fies ist der Cliffhanger am Ende, der den Leser ahnungslos zurücklässt. Zum Glück gab es bereits die Leseprobe zu Band 214 auf der PERRY RHODAN-Homepage. Ich hätte das sonst nicht ausgehalten.

Ein bisschen genervt haben mich die Diskussionen. Das Außenteam ist mehrfach in bedrohlichen Situationen. Das Terrain ist fremdartig und hochgefährlich. Unteranderem verlieren sie ein Mitglied (ausgerechnet die Frau) durch einen Strahlungseinbruch. Aber statt sich schleunigst auf den Rückweg zu machen, diskutieren sie ewig über die vorhandene Alientechnologie, ohne dabei ein Ergebnis zu erzielen. Ich dachte beim Lesen ständig: »Macht, dass ihr da rauskommt, dass könnt ihr an Bord der FANTASY noch diskutieren.«

Ärgerlich ist die Gedankenlosigkeit, mit der das Außenteam in der gefährlichen Situation agiert. Mich wundert, dass es nicht mehr Verluste gegeben hat. Da waren typische Redshirts unterwegs, deren Tod von Deringhouse und Rhodan kommentarlos abgetan wird. Das Team geht sehr unvorsichtig vor. Da werden die Raumanzüge innerhalb des Schiffs geöffnet, ohne das grundlegend gesichert ist, ob von der Atmosphäre eine Infektionsgefahr ausgeht. Außerdem ist das Schiff einer enormen Strahlenbelastung durch die beiden Sonnen ausgesetzt. Selbst das stärkste Material kann so ein Teilchenbombardement nicht vollständig abhalten. Die Anzüge des Außenteams müssen allein durch die Strahlung stark kontaminiert sein, vom Dunkelleben ganz zu schweigen. Und was macht Gucky … Er teleportiert sich und den panischen Oproner Merkosh direkt vom Schiff in die Zentrale der FANTASY. Das war nur einer meiner vielen Kopfschüttelmomente.

»Der letzte Flug der KORRWAK« besticht am meisten durch die ungewöhnliche Perspektive von Woggrill. Ich bin mir nicht sicher, ob der Humor alle Leser gleich erfreuen wird. Manche werden damit ihre Probleme haben. Rainer Schorm gibt sich viel Mühe die physikalischen Eigenheiten des Sonnensystems zu erklären und dann lässt er so elementare Dinge wie Strahlenkontamination außer acht. Das fand ich schade, weil der Roman ansonsten wirklich gut ist.

Planet der Totgeweihten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 212 – »Welt der Hoffnungslosen« von Susan Schwartz

Galduta ist ein Kind, das ums Überleben kämpft. Ausgesetzt auf einer Welt, die von gefährlichen Lebensformen nur so strotzt, infiziert mit Dunkelleben und jeden Tag den nahenden Tod vor sich. Doch sie stirbt nicht. Im Gegenteil, wo andere immer schwächer werden, wird sie stärker. Mutationen an ihrem Körper helfen ihr, sich mit der Umwelt gegen die Fressfeinde zu verbünden.
Eines Tages beschließt Galduta an den Ort der Legenden aufzubrechen. Dorthin, wo alle ohne Schmerz sind und frei leben dürfen. Was sie dort findet, ist nicht das, was sie erhofft hatte. Es ist viel mehr. Es ist eine neue Zivilisation, deren Individuen ein gemeinsamer Wunsch eint, ins All aufzubrechen, um diejenigen zu bestrafen, die sie hier ausgesetzt haben.
Die Besatzung der FANTASY wird erneut von Albträumen heimgesucht. Ein zweiter Schreiender Stein hat sich aktiviert, um die Menschen vom Raumgebiet des Compariats fernzuhalten. Doch Perry Rhodan und seine Freunde lassen sich nicht aufhalten. Um den Schreienden Stein zu deaktivieren, fliegen sie einen Planeten an, auf dem Elend herrscht. Auf der Suche nach dem Stein werden sie von Galduta und ihrem Volk festgesetzt. Sie wollen die FANTASY kapern, um sich am Compariat zu rächen.
Rhodan kann sie zum Bleiben überreden und Tekener gelingt es den Schreienden Stein auszuschalten, außerdem entdecken sie einen weiteren Oproner und nehmen ihn an Bord.

In diesem Roman kann Susan Schwartz ihre blühende Fantasie voll ausleben. Das überbordende Leben des Planeten schildert sie in bunten schillernden Bildern, eindrucksvoll und phantastisch. Mir ist das beinahe schon zu viel. Es gelingt ihr jedoch die Handlung voranzutreiben und mich mit dem Schicksal Galdutas zu fesseln.

Kleine Beobachtung von mir am Rande: Man merkt den NEO-Romanen die TV-Sehgewohnheiten der Autoren und Exposéautoren an. In letzter Zeit scheinen Zombis und ähnliches ziemlich beliebt zu sein, woran wahrscheinlich die eine oder andere amerikanische TV-Serie schuld sein könnte. Bei Susan Schwartz warte ich tatsächlich noch auf einen Steam-Punk-NEO.

Perry Rhodan agiert in diesem Roman überraschend souverän. So kennt man ihn normalerweise nur aus der Zeit des frühen Solaren Imperiums. Er handelt überlegen und weitsichtig, sogar Ronald Tekener ist beeindruckt. Überhaupt sind der Autorin die Kapitel aus der Sicht des Spielers besonders gelungen. Man spürt, dass sie einen Draht zur Figur gefunden hat.

Manche Absätze in der fortlaufenden Handlung hätten mehr Erklärungen bedurft, während an anderen Stellen die Beschreibungen hätten reduziert werden können. Die eine oder andere Kampfszene weniger, hätte dem Roman auch nicht geschadet. Der Teil, in dem die Crew der FANTASY den mutierten Zivilisten hilft, kam mir gerafft vor. Und der Fundort des Steins … na, ja … Aber das ist alles nur Jammern auf hohem Niveau.

»Welt der Hoffnungslosen« hat mich gut unterhalten. Es ist eine spannende und schön geschriebene Lektüre. Man erfährt neues über das Compariat, ohne dass die Spannung innerhalb der Staffel auf der Strecke bleibt. Wieder ein Roman von Susan Schwartz der mich positiv überrascht hat.

Endloser Albtraum

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 211 – »Der schreiende Stein« von Michelle Stern und Lucy Guth

Nach der Beinahekatastrophe ist die FANTASY in der Southside der Galaxis gestrandet. Während die Reparaturarbeiten am Antrieb auf vollen Touren laufen, werden die Crewmitglieder zunehmend von Albträumen geplagt. Fast alle fühlen sich unausgeschlafen und erschöpft, was zu Fehlern führt. 
Gucky glaubt, dass die Albträume in einem schreienden Stein auf einem nahegelegenen Planeten ihren Ursprung haben. Als Gucky und immer mehr Menschen ins Koma fallen, brechen Perry Rhodan, die Bull-Legacy Zwillinge, die Tekener Geschwister und der Oproner Merkosh zur Oberfläche auf, um den Schreienden Stein zum Schweigen zu bringen.
Auf Nachdruck erklärt Merkosh Rhodan, dass der Stein ein Mechanismus des Compariats ist, damit niemand in die von Dunkelleben verseuchte Raumregion eintritt.

Ich habe selten so lange für einen NEO-Roman gebraucht. Manchmal war ich versucht, in das Schreien des Steins mit einzustimmen, um mich meines Frusts zu entledigen.

Man merkt schon. Diese Lektüre war nichts für mich. Absolut nicht. Ich kann dem Horror-Genre wenig abgewinnen und wenn gefühlte zwei Drittel eines Romans aus Albträumen bestehen, dann geht mir das schon gehörig auf den Keks. Zumal diese Träume auf den ersten Blick überhaupt nicht handlungsrelevant zu sein scheinen. Vielleicht kommt da noch was nach, aber ich fühlte mich von der Fülle schier erschlagen.

Irgendwie wartete ich die ganze Zeit, wann es denn jetzt endlich mit der Handlung weitergeht, aber selbst als Rhodan und die anderen auf dem Planeten gelandet waren, ging es mit den Träumen und Monstern weiter. Die Beschreibungen fand ich zuweilen derart mit Adjektiven überladen, dass ich am liebsten einen Rotstift genommen hätte, um sie zu streichen.

Bestimmt gibt es Leser denen solche Geschichten gefallen. Es war mal etwas anderes. Nach mehr als 200 Bänden darf man selbstverständlich ein Experiment wagen. Aber, bitte, bitte liebe Exposé-Autoren, die nächsten hundert Bände möchte ich sowas nicht mehr lesen.

Einziger Lichtblick im Roman war die Figurenentwicklung von Nadine Baya. Von der Technikerin mit mangelndem Selbstbewusstsein zur Interimskommandantin der FANTASY, war gut und glaubhaft erklärt, auch die Erklärung, wieso sie bis zum Schluss wach geblieben ist.

Ein Roman wie ein Albtraum. »Der Schreiende Stein« hat mich so gar nicht überzeugt. Ich hoffe, die nächste Geschichte der beiden Autorinnen gefällt mir besser.

Ein Sammelsurium für die SOL 96

Die letzten Wochen hielt mich die SOL, das Magazin der PRFZ, in Atem. Anfang September machte ich die ersten Artikel zum Redigieren fertig. Mein geschätzter SOL-Redaktionskollege Norbert Fiks hat dieses Mal Überstunden machen müssen, weil er ganz allein alle Artikel auf Fehler prüfen musste. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für seinen Einsatz. Für die nächste Ausgabe haben wir einen zweiten Lektor gefunden – denn geteilte Arbeit ist bekanntlich halbe Arbeit, wie es so schön heißt.

Zum Inhalt: Der ist wieder sehr bunt geraten. Neben den Besprechungen zur Erstauflage und zur NEO-Staffel »Die solare Union«, werfen wir im Schwerpunkt einen Blick auf die Publikationen, die in diesem Jahr zusätzlich zur Erstauflage zur PERRY RHODAN-Serie erschienen sind, inkl. Interviews und Werkstattberichten der Autoren. Die 6-teilige Reihe zu den »verlorenen Jahrhunderten« wird genauso vorgestellt wie die Romane zu den »Dunkelwelten«. Aus Platzgründen konnten wir leider nicht alle Ausgaben in dieser SOL vorstellen. Aber keine Sorge, die verbliebenen Artikel werden ins nächste Heft verschoben. Es gibt zudem eine Besprechung zu Andreas Eschbachs »Perry Rhodan – Das große Abenteuer« und zwei Werkstattberichte zur Miniserie »Mission SOL«.

In einem Interview berichtete Robert Corvus, wie er vom Gucky-Hasser zum Gucky-Fan wurde und warum Gucky für jeden Autor eine Herausforderung darstellt. Wie versprochen liefern wir die Highlights des NEO-Programmpunkts von den 3. PR-Tagen Osnabrück nach. Außerdem drucken wir einen Artikel über die Zyklus-Enden und ihre Titelbilder. Liebhaber von Fan-Geschichten kommen bei zwei Geschichten aus dem Perryversum auf ihre Kosten. Und wie in jeder letzten Ausgabe des Jahres gibt es bei einem Kreuzworträtsel etwas zu gewinnen.

Das Cover stammt von Thomas Rabenstein und zeigt eindrucksvoll eine gestrandete SOL.

Jugendstil, Perry und eine Bahnschranke

NEO auf dem BuCon

Das Wochenende verbrachte ich in Frankfurt. Am Samstag fand dort parallel zur Buchmesse der BuchmesseConvent statt. Es war bereits mein dritter BuCon. Inzwischen kenne ich sowohl das Prozedere und auch einige der Leute, die sich dort jährlich treffen. Wobei ich jedes Mal neue Autoren und Fans kennenlerne. In diesem Jahr hatte ich sogar eine Übernachtungsmöglichkeit in Frankfurt, so dass ich nicht völlig gestresst und umweltschädigend mit dem Flieger an- und abreisen musste.

Ich fuhr entspannt mit der Bahn am Freitagmittag nach Frankfurt, stieg dort instinktiv, ohne den Fahrplan näher zu inspizieren in die nächste S-Bahn und an der Hauptwache in die nächste U-Bahn und kam tatsächlich dort an, wo ich hin wollte. Es macht sich bezahlt, wenn man mal in Großstädten gelebt hat. Der städtische Nahverkehr scheint einem ins Blut überzugehen, oder er funktioniert halt überall ähnlich. Außerdem lag mein Ziel ziemlich zentral.

Von meiner Gastgeberin Esther Schmidt wurde ich sehr herzlich empfangen. Wir kennen uns von den Seminaren in Wolfenbüttel, bei denen sie fast schon zum Inventar gehört und gern ihr Wissen übers Schreiben an andere weitergibt. Sie wohnt in einem hundertjährigen Stadthaus im klassischen Jugendstil, mit hohen Räumen, Stuckdecken und passend eingerichtet mit edlen Tapeten und Antiquitäten. (Ich habe das ganze Wochenende nachgerechnet, wie viel es kosten würde, so ein Haus energetisch zu sanieren. Das ist zur Berufskrankheit von mir geworden.) Zwischen all den antiquarischen Schätzen entdeckte ich immer wieder nerdige Dinge, die scheinbar nicht dahin gehören, z. B. eine Tartis oder Star Trek-Postkarten. Wenn man die Bewohnerin kennt, passte dann doch alles sehr schön zusammen. Ich durfte in der Bibliothek übernachten, einem Eckzimmer mit gut gefüllten Bücherschränken bis unter die Decke und einem beeindruckenden Blick auf die Straßenkreuzung vorm Haus.

Am Freitagabend saßen wir bei thailändischen Essen noch lange zusammen und wälzten Autorenprobleme. Nach Mitternacht kam dann auch der zweite Übernachtungsgast (die Autorin Ann-Kathrin Karschnik) vom Galaktischen Forum nach Hause, so dass wir in dieser Nacht und am Morgen als kleine Autorinnen-WG verbrachten und auch gemeinsam zum BuCon fuhren, inklusive eines Zwischenstopps an der Tankstelle, weil Esthers Auto wegen der ungewohnten Beladung – drei Leute plus Gepäck – zu wenig Reifendruck meldete.

Vor dem Bürgerhaus in Dreieich war schon einiges los. Ich verbrachte ein paar Minuten in der Schlange am Einlass, bis ich meinen Eintritt zahlen konnte und meine Contüte entgegennehmen durfte. Danach ging es auch schon in die »heiligen« Hallen. Entweder waren es mehr Stände als in den vergangenen Jahren, oder sie lagen weiter auseinander, jedenfalls kam es mir voller vor, als beim letzten Mal. Allein den Lärmpegel empfand ich wegen meiner Kopfschmerzen zunächst als unangenehm. Spätestens nach dem ersten Bekannten, der mir in die Arme lief und dem ersten Gespräch waren die jedoch vergessen.

Ich führte viele Gespräche an diesem Tag, hörte mir sogar zwei Lesungen an. In einer erzählte Robert Corvus über seine Erlebnisse in Darjeeling. Ich verquatschte mich aber auch und verpasste leider die Lesung von Oliver Plaschka, die ich eigentlich hören wollte. Nahm aber am PERRY RHODAN NEO Programmpunkt teil, bei dem neben den beiden Exposé-Autoren Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm auch Oliver Plaschka, Michelle Stern und NEO-Neuzugang Lucy Guth angekündigt waren. PR-Chefredakteur Klaus N. Frick war ebenfalls gekommen, ihm versagte aber im entscheidenen Moment die Stimme, so dass Rüdiger gut vorbereitet und souverän durch die Stunde führte.

Nachdem meine Mitfahrgelegenheit schon früher hatte gehen müssen, suchte ich für die Rückfahrt nach Frankfurt eine Alternative. Rüdiger Schäfer war mein Retter, der brachte Rainer Schorm zum Frankfurter Hauptbahnhof und nahm mich kurzerhand mit. Wir warteten in Buchschlag zwar eine gefühlte Ewigkeit an einer Bahnschranke, kamen aber pünktlich an, so dass Rainer seinen Zug noch bekam. Ich fuhr voller Euphorie vom Hbf weiter und als ich aus der U-Bahn ausstieg und am Fahrkartenautomaten vorbeikam, stellte ich mit Entsetzen fest, dass ich mir gar keine Fahrkarte gekauft hatte. Unfassbar, jetzt war ich auch noch zum Schwarzfahrer geworden. 

Nach einer kurzen erholsamen Nacht, trotz des Verkehrslärms – ich bin das echt nicht mehr gewohnt, seit ich nicht mehr in München wohne  – und einem guten Frühstück fuhr ich am Sonntagmorgen wieder nach Hause. Diesmal nahm ich bis zum Bahnhof den Bus, um noch ein bisschen von der Stadt zu sehen. Der fuhr tatsächlich zwischen den Wolkenkratzern hindurch, was mich ein bisschen an meine Zeit in New York City erinnerte. So ging ein schönes und ereignisreiches Wochenende mit einem Blick auf die Frankfurter Skyline zu Ende.