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PERRY RHODAN – Bis zur Unsterblichkeit und darüber hinaus

Heute feiert ein Phänomen Jubiläum, das in Deutschland und auf dem Globus seines Gleichen sucht. Am 15. Februar 2019 erscheint Band 3000 der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Die Rede ist weder von »Star Wars« noch von »Star Trek« sondern von PERRY RHODAN. Die deutsche Heftromanserie aus dem Verlag Pabel-Moewig ist gleichzeitig die längste Fortsetzungsgeschichte der Welt.

Seit dem 8. September 1961 können sich Leser jede Woche am Kiosk ihren Heftroman aus dem Perryversum holen. Kein Ereignis, ob Mauerfall oder 11. September, hat bisher eine Veröffentlichung verhindert. Und so ist PERRY RHODAN ein mediales Phänomen, das inzwischen mehr als fünf Jahrzehnte andauert.

In der DDR verboten

In Ostdeutschland ist die PERRY RHODAN so gut wie unbekannt. Was vor allem daran liegt, dass »Schundliteratur« aus dem Westen in der DDR verboten war. Dabei ist die Serie keineswegs ein blendendes Beispiel für den Kapitalismus, im Gegenteil … Ihr Held der ersten Stunde Perry Rhodan ist Amerikaner und landet 1971 auf dem Mond, wo er ein außerirdisches Raumschiff entdeckt.

Im Laufe der Handlung kehrt er mit Hilfe der Außerirdischen zur Erde zurück und gründet die »Dritte Macht«. Er reißt sich Rangabzeichen und Insignien von der Uniform und bezeichnet sich fortan als Terraner. Mitten im Kalten Krieg setzt er sich für Frieden und Verständigung zwischen den Nationen ein, befriedet die Supermächte und eint die Völker der Welt.

Nachdem unter seiner Ägide Hunger und Not auf der Erde beseitig wurden, führt er die Menschheit hinaus ins All. Aus der »Dritten Macht« wächst zunächst das Solare Imperium, später das Vereinte Imperium, noch später die Liga Freier Terraner bis hin zur Liga Freier Galaktiker. Der Botschaft von Toleranz und Frieden ist er in all der Zeit treu geblieben.

Über 3000 Jahre erstreckt sich inzwischen die Geschichte des Raumfahrers Perry Rhodan. Überleben konnte er den langen Zeitraum – ebenso wie einige seiner engsten Mitstreiter – nur, weil ihnen mittels Zellaktivator die relative Unsterblichkeit verliehen wurde.

Lesestoff für Jahrzehnte

Außer den 3000 Heftromanen vervollständigen unzählige Taschenbücher, das Spinoff PERRY RHODAN NEO und mehrere Nebenserien das umfangreiche Universum, das aus Millionen gedruckter Seiten besteht. Wenn man jeden Tag nur ein Romanheft (65 Seiten) lesen wollte, benötigt man dafür über acht Jahre. Zuzüglich der Romane, die in dieser Zeitspanne noch erscheinen, kommt man auf neuneinhalb Jahre.

Als Karl-Herbert Scheer und Walter Ernsting 1961 die Serie starteten, planten sie dreißig Folgen. Doch die Geschichten um den Raumfahrer Perry Rhodan fielen im Nachkriegsdeutschland auf fruchtbaren Boden. Abenteuer, fremde Welten und exotische Außerirdische zogen in erster Linie ein junges Publikum an. Jungs zwischen 14 und 18 Jahren, die bisher vor allem Karl May gelesen hatten, verschlungen die Hefte, tauschten sie untereinander und mussten sie oft genug vor Lehrern und Eltern verstecken. Denn damals galt die Serie im Westen genauso als Schund wie Liebes-, Arzt- und Westernromane.

Gebrauchsliteratur ist der Fachbegriff für ein Format, das bis in die Neuzeit überdauert hat. Heute sind die Verkaufszahlen von PERRY RHODAN zwar nicht mehr so hoch wie in den siebziger und achtziger Jahren, dennoch konnte sich die Serie eine treue Stammleserschaft bewahren.

Arbeiten im Team

Wie hält man eine solche Serie am Leben? Und wie schafft man es, jede Woche einen Roman herauszubringen? Die PERRY RHODAN-Redaktion kennt die Antworten. Unter der Leitung von Chefredakteur Klaus N. Frick sorgt sie im baden-württembergischen Rastatt für regelmäßigen Nachschub an Lesestoff.

Geschrieben wird die Geschichte von einem derzeit zwölfköpfigen Autorenteam, das im Übrigen schon aus der dritten und vierten Autorengeneration seit Beginn der Serie besteht. Zwei Autoren geben mit Exposés die Handlung jedes Romans vor. Der wiederum von einem Teamautor verfasst wird. Nur wenn ein Heft auf dem anderen aufbaut, ist es möglich, die Kontinuität innerhalb der Serie zu bewahren.

Um Lesern den Einstieg zu erleichtern, unterteilt man die PERRY RHODAN-Serie in Zyklen. Zirka alle einhundert Bände beginnt eine neue Rahmenhandlung.

Vom Fan zum Macher

PERRY RHODAN ist ein Mammutprojekt, denn es muss nicht nur jede Woche pünktlich ein Heftroman, sondern auch alle zwei Wochen ein NEO-Taschenheft herausgegeben werden. Ganz zu schweigen von den parallel erscheinenden Formaten E-Book und Hörbuch.

Das erfordert nicht nur eine ausgeklügelte Koordination und ein gut geöltes Marketing, sondern auch enormen Einsatz für Lektorat und Bearbeitung. Denn die hohen Qualitätsansprüche der Fans wollen befriedigt werden.

Dafür sorgt vor allem Klaus N. Frick, der mit Argusaugen über die Manuskripte wacht und jedes geschriebene Wort liest, bevor es veröffentlicht wird. Keiner kennt die Serie besser als ein Fan wie er.

So wie viele der heutigen Autoren als Fans begonnen haben, las auch Frick bereits als Teenager in den Siebzigern die Abenteuer von Perry Rhodan. In der Schule verfasste er Kurzgeschichten und schrieb Artikel für die Tageszeitung seiner Heimatstadt im Schwarzwald.

Später arbeitete er freiberuflich für Pabel-Moewig in Rastatt, bis er Anfang der Neunziger als Redakteur in die Serie einstieg und 1999 den Posten des Chefredakteurs übernahm.

Umtriebige Fan-Szene

Kaum eine andere Heftromanserie hat eine so enge Beziehung zu ihren Fans. In Leserbriefen, Internet-Foren und den sozialen Medien tauschen sich die Fans über die Romane und Titelbilder aus, äußern Kritik und Lob gleichermaßen.

Bei Stammtischen und auf Veranstaltungen, sogenannten Convents (Cons), treffen sie sich, diskutieren oder erweitern das PERRY RHODAN-Universum auf ihre Weise, mittels Fan-Romanen, animierten Filmen, Hörspielen oder Fanzines (selbst publizierten Magazinen).

Unter anderem entstand aus der Fan-Szene heraus die Perrypedia, eine Online-Enzyklopädie in der Begriffe, Raumschiffe und Charaktere aller bisher veröffentlichten Publikationen beschrieben werden. Mit mehr 43.000 Einträgen ist die sie inzwischen nicht nur für die Fans und Leser zu einem unersetzlichen Wissens-Pool geworden, sondern vor allem auch für die Autoren. Sie haben dieses Geschenk der Fans für ihre Arbeit zu schätzen gelernt.

Blick in die Zukunft

In unserer digitalen Welt hat es der Heftroman jedoch schwer. Vieles funktioniert inzwischen über E-Books, während die gedruckten Romane nur im Abo oder an wenigen Kiosken erhältlich sind. Dass es PERRY RHODAN immer noch gibt, verdankt die Serie der Voraussicht der Redaktionsmitarbeiter, die bereits Anfang der 2000er Jahre ins E-Book-Geschäft eingestiegen sind.

Im Unterschied zu früher sind die Leser jedoch keine Jugendlichen mehr, sondern meist Männer über 50 aus allen Bevölkerungsschichten – vom Arzt, über den Bauarbeiter bis hin zum Bordellbesitzer. Und darin liegt auch das Problem. Die Serie benötigt dringend junges Blut unter den Lesern. Viele der Autoren sind inzwischen jünger als die Leser. YouTube-Videos, vermehrte Präsenz in den sozialen Medien und Publikationen außerhalb des Heftromans sollen helfen, die Serie in die Zukunft zu führen.

Zu diesem Zweck erscheint unteranderem eine Woche nach dem Jubiläum ein Buch von Bestsellerautor Andreas Eschbach. Mit »Perry Rhodan – Das größte Abenteuer« möchte man den Normalleser auf die größte Science-Fiction-Serie der Welt aufmerksam machen. Der Roman erzählt die Geschichte Perry Rhodans bis zu seinem Flug zum Mond und ist für alle Leser und Leserinnen von Spannungsliteratur geeignet.

Handlungsfeuerwerk mit Aussetzern

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 192 – »Der letzte Blick auf SOL« von Kai Hirdt

Perry Rhodan wird von NATHAN beauftragt herauszufinden, wie weit die geistige Beeinflussung von ANDROS inzwischen reicht. Dazu bricht er mit zwei Freiwilligen in einer Space-Jet auf. Der Einsatz geht fehl und auch die Crew der MAGELLAN gerät unter ANDROS Einfluss. Nur Bully und Rhodan sind durch Zelldusche und Zellaktivator nicht betroffen. Gerettet werden Rhodan und die MAGELLAN schließlich von Atlans GARTAVOUR.
Mirona Thetin persönlich kommt dem Protektor und seinem Schiff zu Hilfe.
 Auf dem Mars versuchen sie und Rhodan herauszufinden, wer das Notsignal gesendet hat, das Mirona hergelockt hat. Es war Mironas Schwester, Avandrina.
Die liegt im sterben, beschützt durch die Bestie Tro Khon, die von Icho Tolot und dem Leyden-Team im Kuipergürtel aufgestöbert wird. Während er Avandrina an Rhodan und Mirona übergibt, behält er Tolot und das Team Leyden gefangen, ohne zu verraten, warum.
Auf Mimas erlangt Avandrina mit Hilfe von Sud so lange das Bewusstsein wieder, dass sie Rhodan eine Aufgabe erteilen, und sich mit ihrer Schwester versöhnen kann.
Weil Bully NATHANS Vorschlägen zur Verteidigung gegen ANDROS nicht traut, versucht er selbst den Prototypen einer Waffe zu testen. Doch die Mission scheitert. Zwei Besatzungsmitglieder der MAGELLAN sterben, während Bully in letzter Sekunde von einem Posbischiff gerettet werden kann.

Perry Rhodan watete durch den flüssigen Sauerstoff auf der Suche nach einer Feueraxt. Es war in der Tat keine so gute Idee gewesen, die Temperatur im Hangar auf minus 200 Grad Celsius abzusenken, ohne zuvor die Atmosphäre abzusaugen. Und warum zur Hölle hatte Bully ihn gebeten, eine Feueraxt aus dem Schiffswrack zu holen? In Raumschiffen gab es nichts, was man im Brandfall mit einer Axt hätte bearbeiten können. Die Schläge hätten nur unschöne Dellen im Metall hinterlassen, aber kein Leben gerettet. Rhodan hielt inne. Das ergab keinen Sinn, außer dass sich der Chef der Raumflotte einen Scherz mit ihm erlaubte.
Er aktivierte das Interkom. »Bully?« Ein Feixen drang aus dem Lautsprecher, ein unterdrücktes Lachen, das ihm seine Ahnung bestätigte. »Okay, hier gibt es keine Feueräxte nur einen See aus flüssiger Luft. Du hast gewonnen. Sag es!«
»April, April!«, prustete Reginald Bull los.

Mit dieser kleinen Geschichte fasse ich mal die physikalischen Aussetzer des Romanes zusammen. Denn das ist nämlich alles, was ich an dem furiosen Werk von Kai Hirdt auszusetzen habe. Jede Seite des Romans ist vollgepackt mit aktionreicher Handlung, gelungenen Dialogen, die nicht nur Spaß machen, sondern mitunter auch ziemlich tiefsinnig sind. Mir als Leserin wurde es zu keinem Zeitpunkt langweilig. Es ist wahrlich ein Feuerwerk, was der Autor hier abbrennt.

Es tauchen Personen auf, die man nicht auf der Rechnung hatte. Es werden Fäden aus lang zurückliegenden Staffeln verknüpft. So langsam schält sich heraus, was lange im Verborgenen lag. Aber es wird auch einiges endgültig zu den Akten gelegt. Die Liduuri sind tot. Das kosmische Schachspiel zwischen ANDROS und ES steuert auf sein Ende zu und noch weiß niemand, wer gewinnen wird. Zumindest muss Rhodan sich nun nicht mehr entscheiden, welchen Personen die Liduuri eine Zelldusche gewähren sollen. Es wäre auch ziemlich hart. Wobei, zumindest seine Frau Thora geht in dieser Hinsicht nicht leer aus. Sie erhält den Zellaktivator von Avandrina.

Erwähnenswert sind auch die vielen Nebenschauplätze aus dem Roman. Um nur einige zu nennen: Rhodans Einsatz in der Space-Jet, Tro Khons Rache an Tolot, Bullys Alleingang und NATHANS kryptische Versuche, die Menschen und das Sonnensystem vor ANDROS zu schützen. Ich frage mich zwar, warum die Menschen dem Mondgehirn immer noch misstrauen, obwohl es ihnen bisher immer geholfen hat; auf unkonventionelle Art zwar, aber es hat nie einem Menschen geschadet.

»Der letzte Blick auf Sol« liefert Unterhaltung pur. Die physikalischen Unkorrektheiten kann ich angesichts der berauschen Fülle verschmerzen. Den etwas übertrieben dramatischen Titel auch. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Die Staffel startet besser, als ich erhofft hatte.

Die drei Weisen aus dem Leerraum

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 191 – »Pilgerzug der Posbis« von Oliver Plaschka

Reginald Bull geht dem Notruf eines Händlerschiffes nach und entdeckt im Kuipergürtel eine erneute Manifestation von ANDROS.
Einundzwanzig Posbi-Schiffe materialisieren in der Plutobahn und bitten um Einlass ins Sonnensystem. Bei den Verhandlungen mit den Positronisch-biologischen Robotern erfährt Perry Rhodan nicht nur, dass die Posbis im Leerraum durch eine Seuche dezimiert wurden. Sie sind auch auf der Suche nach der Einen, dem ersten Prototyp mit stabilisiertem Kern, von NATHAN ins Solsystem gelockt worden. Das Mondgehirn bittet Rhodan die Posbis gewähren zu lassen, die sich daraufhin bei Sedna, der Sonne und dem Mond sammeln und eine Waffe bauen, mit der ANDROS endgültig vernichtet werden soll.
Tifflor und Sud gelingt es derweil John Marshall aus dem Block zu befreien, in dem er aus dem Creaversum zurückgekehrt ist.

Einen Roman von Oliver Plaschka zu lesen, ist immer wieder ein besonderes Vergnügen. Hier stimmen nicht nur die Charakterisierung der Figuren, sondern auch der gesamte Plot. Seine Texte werden aufgelockert durch witzige und gleichzeitig intelligente Bemerkungen und Dialoge, die mir regelmäßig ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Außerdem gibt er sich sehr viel Mühe, die astronomischen und physikalischen Gegebenheiten im Roman möglichst akkurat zu beschreiben. Das ist es, was ich unter professionellem Erzählen verstehe.

Der Roman erschien wenige Tage nach dem 6. Januar. Ich wurde irgendwie den Gedanken nicht los, dass die pilgernden Posbis eine Anspielung auf die heiligen drei Könige (die eigentlich keine Könige waren, sondern weise Männer) sein sollten. Im Roman heißen sie Hek, Mo und Cal. Konsequenterweise hätte ich sie Cas, Mel und Bal genannt. Aber das wäre wahrscheinlich zu viel des Guten gewesen.

Das Besondere an diesem Roman sind die Briefe, die Rhodans Tochter Nathalie ihrer imaginären Freundin Ansa schreibt. Der Leser erhält einen Blick in die Psyche eine Kindes, dass anders ist als seine Spielkameraden. Außerdem beschert uns der Autor das erste Kochrezept innerhalb eines NEO-Romans. Ich hätte es allerdings besser gefunden, wenn sich diese Briefe bis zum Ende des Romans durchgezogen hätten, und Nathalie in die Kommunikation mit den Posbis eingespannt worden wäre.

Sehr gut schildert der Autor die Verunsicherung der Menschen mit dem Auftauchen der Posbis, denen die Menschen an Feuerkraft nichts entgegenzusetzen haben. Man spürt wie misstrauisch Perry Rhodan und die Administration geworden sind, angesichts der wiederholten Eroberungen der Erde durch Außerirdische. Wobei nicht ganz richtig ist, wenn es heißt, dass der Absturz des Posbi-Schiffs auf dem Mond ungeklärt ist. Soweit ich mich erinnere, wurde das Schiff damals (in der MEISTER DER SONNE-Staffel) von den Menschen abgeschossen, weil sie einen Angriff vermuteten.

Ein Wermutstropfen ist die angebliche Romanze zwischen Belle McGraw und John Marshall. Die kam quasi aus dem Nichts. In den vergangenen Staffeln wurde nicht mal ansatzweise angedeutet, dass zwischen den beiden etwas läuft oder gelaufen ist. Belles Motivation hätte der Autor näher erklären müssen. Darauf komme ich aber unten nochmal zurück.

Großartig waren wie immer die Szenen zwischen Eric Leyden und seinen menschlichen Kollegen. Fesselnde Dialoge, die witzig aber nicht albern sind. Oliver Plaschka kommt damit dem großen Leyden-Interpreter Kai Hirdt sehr nahe.

Fazit: Oliver Plaschkas erster Staffeleinstieg »Pilgerzug der Posbis« ist ein absolut lesenswerter Roman, der Hoffnung auf eine spannende Abschluss-Staffel schürt.

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ANDROS kam, sah und ging

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 190 – »Als ANDROS kam …« von Rüdiger Schäfer

Bestien fallen ins Solsystem ein. Fünf von ihnen, darunter Masmer Tronkh machen sich auf der Suche nach Perry Rhodan auf den Weg zur Erde. Die Terranische Flotte kann sie nur im Auge behalten, aber nicht aufhalten. Derweil ballt sich innerhalb der Plutobahn, gespeist durch die Energie des Sonnenchasmas und des Sedna-Nexus ANDROS als eine Art interdimensionale Blase zusammen. Wenn es ihm gelingt, sich auszubreiten, bedeutet das nicht nur das Ende des Solsystems, sondern auch der Milchstraße und Andromeda, da er in Verbindung mit der großen Ruptur steht, der beiden Galaxien verbindet. Als sich Schiffe der Terraner ANDROS nähern, werden sie von den Bestienschiffen angegriffen, die ihn verteidigen. Die TERRANIA unter Systemadmiral Markus Everson steht kurz vor der Vernichtung, als endlich die MAGELLAN zurückkehrt und in den Kampf eingreift.
Perry Rhodan hat einen Plan um Masmer Tronkh zu verjagen. Zusammen mit Gucky und Tolot fliegt er nach Terrania, wo die Bestien bereits Teile der Stadt in Schutt und Asche gelegt haben. Doch sein Plan scheint nicht zu funktionieren. Es kommt zur Konfrontation zwischen Gucky, Tronkh und Tolot. Kurz bevor Rhodan zu scheitern droht, kommt ihm sein Sohn Thomas mit Unterstützung von NATHAN zu Hilfe. Gemeinsam können sie die Bestien von der Erde verjagen und bis in den Kuipergürtel zurückdrängen. Damit steht ANDROS ohne Verteidigung da.
Aber selbst mit allen Schiffen der Flotte könnten die Menschen nichts gegen das Geisteswesen ausrichten. Da öffnet sich plötzlich der Transfernexus auf dem Mond. Mehr als vierhundert Laurinschiffe fliegen von dort ins System ein und beschießen ANDROS mit allem was sie haben. Das Geisteswesen muss sich geschlagen aus dem Solsystem zurückziehen, genauso wie die Bestien.
Rhodan weiß, dass die Laurin – die genauso schnell verschwinden, wie sie gekommen sind – den Terranern nur eine Verschnaufpause verschafft haben. ANDROS und die Bestien werden wiederkommen und zurückschlagen.

Hm!

Mit diesem Ausdruck lässt sich der Roman von Rüdiger Schäfer umschreiben. Das dem meist keine positive Kritik folgt, wissen zumindest die PERRY RHODAN-Autoren aus ihrer Erfahrung mit dem PR-Chefredakteur.

Der Roman steht systematisch für die ganze Staffel. Es sind zu viele Schauplätze, zu viele Ansatzpunkte und zu viel, was nicht richtig zusammenpasst. Es fehlt der Rote Faden, der die Geschichte zusammenhält, außer man nimmt die Zerrissenheit der Staffel als Gemeinsamkeit.

Ob man die beiden Rhodansöhne und NATHAN betrachtet oder Rhodan und sein Kampf gegen die Bestien oder ANDROS‘ Motive, all das wirkt bemüht. Man spürt, dass die Exposé-Autoren die Töpfe, die Frank Borsch in den ersten 100 Bänden geöffnet hat, mit jenen Töpfen, die sie selbst aufgemacht haben, zusammenrühren wollen. Herausgekommen ist eine, sagen wir mal, genießbare Suppe aber kein Vier-Gänge-Menü eines Sternekochs. Wenn wir schon bei Töpfen und Suppen sind.

Das Auftauchen der Laurins kommt unerwartet und wird nur unzureichend erklärt. Selbst NATHAN weiß nicht so recht, ob sie nun aus dem Creaversum kommen oder Gestrandete im Einsteinraum sind. Mit den Laurins und dem Symboflexpartner, mit dem Rhodan die Bestien verjagen kann, bedient sich der Autor gleich zwei Deus ex Machina, um die Plotverwicklungen zu lösen, in die er sich als Exposé-Autor selbst verstrickt hat.

Irritiert haben mich die beiden Handlungsstränge auf der Erde. Die am Beginn mit den Viehzüchtern aus Südaustralien und die mit dem kleinen Mädchen aus Friedrichsdorf bei Frankfurt (!). Ich habe keinen Handlungsbezug entdecken können, außer das sehr klischeehafte Aufeinandertreffen zwischen Masmer Tronkh und dem Kind, was mich an diverse Disney-Verfilmungen erinnerte. Solche Schlaglichter mögen innerhalb der Staffel hilfreich und nett sein, gehören aber meiner Meinung nach nicht in einen Abschlussband, wo in erster Linie das Finale abgehandelt werden sollte.

Antworten auf die großen Fragen des »Wie und Warum« der Allianz bleiben auch im letzten Roman der Staffel unbeantwortet. Ich bin mir immer noch nicht im Klaren darüber, welchen Grund ANDROS für die Gründung der Allianz hatte. Denn so wie es aussieht, ist sein einziges Ziel einen Zwischenraum aus Creaversum und Einsteinraum zu formen, in dem er schmerzlos existieren kann. Warum also braucht er die Allianz? Denn offensichtlich benötigt er weder die Maahks, noch die Goldenen, noch die MdI um sich im Solsystem zu manifestieren. Er braucht höchstens die Bestien, die ihn verteidigen, bis sich sein neues Zuhause etabliert hat, aber selbst das ist fraglich. Denn es bleibt unklar, wie ANDROS seine Untertanen rekrutiert und wie er mit ihnen Kontakt aufnimmt. Warum ein Jahrtausende währender Krieg mit den humanoiden Völkern, wenn es nur darum geht, sich »ein Haus zu bauen«? Nein, dieses Motiv ist mir zu schwach, zu simpel, da hätte ich mir etwas Komplexeres gewünscht.

Am Ende ist ANDROS zwar besiegt, aber nicht geschlagen. Und auch die Bestien sind noch immer eine Gefahr für die ganze Galaxis. Ihr Untergang wird bewusst hinausgezögert, damit die nächste Staffel ihren Namen tragen kann. Obwohl, wenn ich recht bedenke, die Bestien haben in den vergangenen Romanen eine größere Rolle gespielt als die Allianz.

»Als ANDROS kam …« ist ein wenig befriedigender Abschluss einer in sich zerrissenen Staffelhandlung, die von Anfang an nach einem Weg sucht und ihn bis zum Ende nicht findet. Da können auch die pseudoreligiösen Gedanken und die moralischen Grundsätze, die Rüdiger Schäfer Perry Rhodan in den Mund legt, nicht darüber hinwegtrösten. Schade!

Technospektakel

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 189 – »Die Leiden des Androiden« von Rainer Schorm

Der Androide Seka Ow geht in seiner Aufgabe als Diener der Bestien auf. Er betreut einen Teil des Synchrofarks, das mittels des Nexus eine Passage zum Creaversum öffnen soll. Als ein unbekanntes Objekt durch den Nexus in den Einsteinraum einbricht und im Synchrofark einschlägt, scheint alles aus dem Ruder zu laufen und Seka Ow droht das Ende seiner Existenz. Doch dann nimmt ihn ein Bestienschiff auf und er bekommt einen neuen Herren.
Das Treiben am Synchrofark wird auf der MAGELLAN mit Argusaugen beobachtet. Doch die Chancen für Rhodan und seine Crew, das Vorhaben der Bestien und damit ANDROS zu stoppen, stehen schlecht. Bis sie plötzlich ein Unbekannter in einem Bestienschiff kontaktiert. Mit seiner Hilfe können Rhodan, Tolot, Leyden und Gucky das Synchrofark zerstören und das Objekt aus dem Creauniversum bergen. Der Inhalt der Kapsel hält für die Menschen eine Überraschung bereit. Es ist John Marshall.

Ein Leser, der in der Science Fiction völlig unbedarft ist, würde bei dem Roman von Rainer Schorm vermutlich überhaupt nichts verstehen. Selbst mir fiel es zuweilen schwer, allen Ideen und technischen Zusammenhänge des Autor zu folgen. Da steht mir wahrscheinlich mein Bedürfnis im Weg, alles verstehen zu wollen und alles zu hinterfragen. Rainer Schorm gibt sich ehrlich Mühe, seine Ideen klingen durchdacht und auf den ersten Blick auch logisch, aber er fordert mich als Leser auch. Was nicht einmal so schlecht ist. Dennoch wünschte ich mir bei seinen Romanen am Ende ein Glossar, in dem all die unbekannten Begriffe erklärt werden, mit denen er im Text um sich wirft. Das würde mir das Nachschlagen ersparen und für einen geschmeidigeren Lesefluss sorgen.

Die Sichtweise des Androiden setzt der Autor gekonnt um. Man fühlt mit ihm, obwohl er keine biologische Lebensform ist, oder vielleicht auch gerade deshalb. Man hat Mitleid mit dem Kerl, der eigentlich nur der Diener einer höheren Macht ist, die seinen Wert nur bedingt zu schätzen weiß. Das macht die Figur sehr menschlich und verzeiht den einen oder anderen komplizierten Sachverhalt, mit dem sich der Androide auseinandersetzen muss. Dieser Part ist die große Stärke des Romans.

Die Geschichte hat aber auch eine schwache Seite. Der Text strotzt vor Anschlussfehlern aus den vergangenen Romanen. Seka Ow, wurde zuletzt von Masmer Tronkh auf Layl festgehalten, um die Ankunft von ANDROS vorzubereiten. Jetzt ist er wieder auf seinem alten Posten auf dem Synchrofark, ohne das dies hinreichend erklärt wurde. Auch der Kontakt mit ANDROS, den Kai Hirdt im letzten Roman angerissen hatte, wurde nicht weiter thematisiert. Stattdessen war wieder nur von dem Besucher die Rede, der sich aber als ein völlig anderer entpuppte.

So geht es weiter. Masmer Tronkh hatte Tolot am Ende von Band 188 eines seiner Herzen herausgerissen, was zu einer Behandlung auf der DOLAN und einer Überführung des Haluter in die Krankenstation der MAGELLAN führte. Auch Gucky war am Ende des Romans schwer angeschlagen und wurde von der Positronik der DOLAN zur eigenen Sicherheit betäubt. Diese nicht unbedeutenden Details werden mit keiner Silbe erwähnt. Stattdessen tischt uns Rainer Schorm die Erklärung auf, dass die beiden unter dem Einfluss des Dunklen Schrein stehen und deshalb auf der Krankenstation behandelt werden müssen, ohne das dies später im Roman zu irgendeiner Konsequenz führt.

Da frage ich mich, ob es am fehlerhaften Exposé lag, oder eher an der mangelnden Kommunikation zwischen den beiden Autoren. Mir scheint, das Kai Hirdt in seinem Roman einiges vorweggenommen hat, was erst später in der Staffel relevant werden soll. Vielleicht hat er aber auch seinen Roman zu spät abgegeben und Rainer Schorm konnte, nicht mehr darauf reagieren. Sei es wie es sei, aber solche Sachen sind ärgerlich und dürfen nicht passieren. Zumal es nicht das erste Mal in dieser Staffel war. Zum Beispiel fragt Gucky Rhodan, was ANDROS mit dem Synchrofark bezweckt. Hier bleibt ihm der Protektor eine Antwort schuldig, obwohl er von ES weiß, warum ANDROS das tut. Das wurde von Rüdiger Schäfer bereits in Band 180 eindeutig dargelegt.

Das am Ende Tuire Sitareh plötzlich als Lichtgestalt in der Zentrale erscheint und Rhodan auffordert, sofort zur Erde zurückzukehren, fällt im Übrigen auch in diese Kategorie. Hatte nicht schon Ruben Wickenhäuser in Band 187 Rhodan einen ähnlichen Gedanken ins Gehirn gelegt? Warum zögert der Protektor so lange nach Hause zu fliegen?

Überrascht war ich vom plötzlichen Auftritt von Hak Gekkoor. Den Etrionen hatte ich schon beinahe vergessen. Mich wundert nur, dass er nicht als Meister der Insel auftrat. Schließlich hat er Faktor II auf dem Gewissen. Wie mit der Zerstörung des Synchrofarks sein Leben ein unspektakuläres Ende findet, fand ich dann doch etwas schade. Das Geschenk, was er Masmer Tronkh überbringen soll, und das ihm von dem großen Unbekannten in dem Bestienraumer abgenommen und an Rhodan übergeben wird, wirft eine Menge neuer Fragen auf.

Überhaupt: Wer ist der Unbekannte in dem Bestienraumer? Wo kommt er her und auf welcher Seite steht er? Auch hier bleiben mehr Fragen zurück, als der Roman beantwortet. Laut Seka Ow ist das Ringen beendet, warum und wieso, erfährt man leider nicht. Auch nicht, wohin die Laurins verschwunden sind, oder ob sie den Bestien zum Opfer gefallen sind. Dafür scheint der Dunkle Schrein eine Entität zu beherbergen, die nicht nur älter als das Universum ist, sondern auch ziemlich gefährlich. Auch hier frage ich mich, warum sich die Bestien nicht dafür interessieren? Wenn sie etwas darüber wissen, warum gehen sie dann so sorglos damit um?

Diese vielen irritierenden Fragen und internen Unstimmigkeiten ziehen sich nicht nur durch den Roman, sondern durch die komplette ALLIANZ-Staffel. Ich hoffe, dass Rüdiger Schäfer im Abschlussband zumindest ein wenig Licht ins Dunkel bringt und das eine oder andere gerade biegen kann.

An dieser Stelle möchte ich ein großes Lob an den Lektor Dieter Schmidt aussprechen. Ich kann mir nur bedingt vorstellen, wie viel Arbeit ein Roman mit so komplexen Beschreibungen macht. Das ihm da das eine oder andere überflüssige Adjektiv oder hin und wieder auch eine Phrase durchrutscht, kann ich in dem Fall sogar verstehen.

»Die Leiden des Androiden« ist ein herausfordernder Roman mit einer starken Hauptfigur, der aber unter zu vielen Anschlussfehlern und Unstimmigkeiten leidet. Da wünsche ich mir in Zukunft mehr Sorgfalt bei Autoren und Expokraten.

Haluterseele

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 188 – »Die Bestie in mir« von Kai Hirdt

Im Kriiyrsystem sind die Laurins genauso verschwunden, wie die MAGELLAN. Dafür arbeiten Bestien zwischen den beiden Pulsaren an einer riesigen Konstruktion, deren Sinn selbst Eric Leyden und Icho Tolot verborgen bleibt.
Um das Geheimnis zu ergründen starten Tolot, Rhodan, Gucky und Leyden mit der DOLAN zu einem Himmelfahrtskommando. Auf den Planeten Layl geraten sie nicht nur einmal in Gefahr von den Bestien und dem Dunklen Schrein der Laurins getötet zu werden. Vor allem Icho Tolot muss sich mit der Frage herumschlagen, was er zu opfern bereit ist, um die Bestien zu vernichten.

Im Hirn eines Haluters, so könnte man einen Teil des Romans zusammenfassen. Wobei Kai Hirdt Tolots Dilemma sehr gut einfängt. Auf der einen Seite ist die Wut auf die Bestien und das Wissen um deren Gefährlichkeit, andererseits ist es seine pazifistische Neigung, mit der er immer wieder hadert. Die Passagen lassen tief in die Haluterseele blicken und zeigen, dass auch Tolot nur ein »Mensch« ist. Hervorragend!

Die Geschichte ist actionreichen und spannend bis zum Schluss. Auch wenn manche Szenen arg konstruiert wirken. Rhodan und Leyden agieren teils in MacGyver-Manier, um die Hindernisse zu überwinden, die ihnen der Autor in den Weg legt. Was anfangs nicht mal schlecht ist, aber bei der Häufigkeit irgendwann auffällt. Das fühlte sich nicht entwickelt an.

Am Einsatz Guckys wird deutlich, wie schwierig die Figur ist. Seine übermächtigen Fähigkeiten müssen immer wieder eingebremst werden, damit die Spannung erhalten bleibt, und das merkt man an diesem Roman besonders deutlich. Da hätte ich mir beinahe gewünscht, der Ilt wäre an Bord geblieben.

Ein Höhepunkt ist der verbale Schlagabtausch zwischen Rhodan und Leyden im Biotop der Laurin. Aber auch hier wird deutlich, dass der Autor eine Krücke bemühen muss, um dem Protektor urmenschliche Züge zu verleihen. In diesem Fall ist es die Strahlung des Dunklen Schrein, die die Aggressivität der beiden steigert, und zu Wortgefechten führt, die man einem Perry Rhodan nie zugetraut hätte. Das meine ich an dieser Stelle nicht negativ. Kai Hirdt nutzt die ihm gegebenen Optionen optimal, um der Figur mehr Tiefe zu verleihen, ohne das der Leser Rhodan »out of character« erlebt.

Was den Handlungsfortschritt in der Staffel anbelangt, so werden wieder einige Puzzlestücke zusammengefügt. ANDROS hat also die Bestien beauftragt, einen weiteren Durchbruch ins Creaversum zu schaffen, vielleicht sogar ein neues Suprahet. Mit welcher Rücksichtslosigkeit ANDROS agiert, um sein eigenes Leid zu lindern, ist für ein solches Wesen schon erstaunlich. Welche Rolle die Laurins aber in diesem Komplott spielen, und auf welcher Seite sie stehen, ist nach wie vor unklar. Mir scheint es, als bröckle die Allianz um ANDROS. Erst die Methans, dann die Goldenen, jetzt die Laurins. Das Geisteswesen nutzt nun die hörigsten der Mitglieder, um mit Nachdruck sein Ziel zu erreichen. Das die Sitharak, die hier auch mitmischen, nicht zur Allianz gehören, war eine neue Information für mich. Ich bin jedenfalls sehr erwartungsvoll, wie es weitergeht.

Bei den letzten Szenen im Buch, als Tolot mit Masmer Tronkh kämpft und Hilfe von einem Unsichtbaren erhält, kam mir der Gedanke, dass möglicherweise Tuire Sitareh dahinter stecken könnte. Der Aulore ist ja beim letzten Besuch auf Layl verschwunden und seitdem nicht wieder aufgetaucht. Mich wundert ein wenig, dass in jedem der vergangenen Romane der Tod von Tim Schablonski angesprochen wird, aber keiner auch nur einen Gedaken an Tuire Sitareh verschwendet. Da erhoffe ich mir baldige Aufklärung.

»Die Bestie in mir« ist ein spannender Roman, der Icho Tolot in den Mittelpunkt der Handlung stellt und mit vielen Ideen aufwartet. Wobei ich glaube, dass der Roman noch tiefgründiger geworden wäre, wenn Tolot allein nach Layl gegangen wäre. Aber der Rhodan-Leyden Konflikt reißt das raus, einfach weil er unglaublichen Spaß macht.

Tauziehen um NATHAN

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 187 – »Schwarzschild-Flut« von Ruben Wickenhäuser

Eine Flotte von Maahkschiffen wird mittels einer durch den Universen-Riss bedingte hyperphysikalische Störung in die Zukunft geschleudert und landet in der Nähe des Solsystems. Sie können von der Terranischen Flotte nicht gestoppt werden. Erst als NATHAN in das Geschehen eingreift, werden die Maahks vernichtet. NATHANS Waffen werden von den beiden Rhodansöhnen gesteuert, ein Grund warum die Mondintelligenz die beiden zu sich geholt hat. Derweil liefern sich auf der Erde die Politiker wilde Debatten, ob und wie man NATHAN ausschalten könnte. Dabei ist ihnen jedes Mittel recht, auch wenn das heißt, Naturkatastrophen und die Not eines chinesischen Jungen für sich auszunutzen.

Ich war baff. Nach dem Desaster vom NEO-Band 186 liefert Ruben Wickenhäuser eine durchdachte und vielschichtige Geschichte. Excellent. Da ist von politischen Ränkespielen, über die Lebensverhältnisse auf der wiederbesiedelten Erde, bis hin zu den Abenteuern zweier Jungs alles dabei. Die Figuren sind lebhaft beschrieben und ihre Handlungen nachvollziehbar und dennoch gibt es genügend Ecken und Kanten, an denen sie sich reiben. Im Vergleich zum Vorgängerroman spürt man das Herzblut, was der Autor in jede Buchseite investiert hat.

Gut gefallen hat mir vor allem die Geschichte um Jie Tao, auch wenn sein Aufstieg zum chinesischen Regierungsoberhaupt am Ende etwas weithergeholt war. Ich hätte gern mehr darüber erfahren, wie es dazu kam. Dafür hätte die Indianergeschichte um Thomas und Farouq gern kürzer sein können. Der Autor scheint ein Western- und Indianer-Fan zu sein. Dies klang bereits bei seinem Debütroman für NEO – »Lockruf des Kreells« – an. Mich hat die Indianererzählung ein wenig an meine ersten Schreibversuche im Alter von neun Jahren erinnert, da waren auch Indianerkinder meine bevorzugten Protagonisten. Heute finde ich das nicht mehr so originell, aber das ist Geschmacksache.

Gelungen fand ich die politischen Plänkeleien um Maui John Ngata und Sdelo Willem. Das war intelligent und sehr spannend. Man kann als Leser die Argumente beiden Politiker und ihrer Gegner nachvollziehen. Man versteht, warum die Menschen Angst vor NATHAN haben sollten und durchschaut zeitgleich wie die beiden die Massen manipulieren. Auch der Zweispalt, in dem Thora steckte, war verständlich visualisiert. Einerseits ist sie sauer auf NATHAN, weil er ihre Kinder entführt hat, andererseits muss sie zugestehen, das NATHAN der Menschheit erneut geholfen hat.

Stilistisch habe ich an dem Roman ebenfalls nichts auszusetzen. Er liest sich flüssig, die Figuren sind lebhaft und auch die Szenarien sind gut beschrieben. Ich hätte wie gesagt auf den Großteil des Indianerspiels verzichten können, um dafür mehr über das Schicksal von Jie Tao zu erfahren.

Der junge Mann auf dem Cover von Dirk Schulz soll sicher Thomas Rhodan sein. Ich bin mir nicht sicher, aber sollte er als Sohn von Thora nicht rötliche Augen haben?

»Schwarzschild-Flut« ist eine großartiger Roman, der mir den Glauben an die Serie wiedergegeben hat. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass die Staffelhandlung auf der Stelle tritt. Vielleicht überrascht mich Kai Hirdt mit Band 188.

Bestrafte Naivität

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 186 – »Aufstand der Goldenen« von Susan Schwartz

Die Crew der MAGELLAN verarbeitet noch den Tod ihres Kameraden, als ein Notruf sie erreicht. Während das Flaggschiff im Kriiyrsystem zurückbleibt, um mit den Laurin (Naiir) diplomatische Gespräche zu führen, bricht Perry Rhodan mit der FERNAO und der DOLAN auf, um dem Signal auf den Grund zu gehen. Sie entdecken ein Sonnensystem, dessen Sonne zu einem roten Riesen angeschwollen ist und zwei der inneren Planeten bereits zerstört hat. Schnell wird den Menschen klar, dass ihnen keine Zeit bleibt, die fünf Milliarden Ranaarer auf dem dritten Planeten zu evakuieren. Zwar warten zehntausend ranaarische Schiffe, um den Teil der Bewohner aufzunehmen, der im wahrsten Sinns des Wortes das große Los gezogen hat. Aber es wird nicht reichen, man würde eine ganze Flotte von Schiffen wie der MAGELLAN benötigen.
Da gibt es einen Zwischenfall in einer Biofabrik. Den, dort, von der Allianz gezüchteten Goldenen, gelingt die Flucht. Sie wollen den sterbenden Planeten ebenfalls verlassen und nutzen ihre Intelligenz, um nicht nur die FERNAO sondern auch die DOLAN unter ihre Kontrolle zu bringen. Rhodan sieht hilflos zu, wie die psychopathischen Klone nicht nur unschuldige Ranaarer ermorden, sondern auch Pläne schmieden, um die MAGELLAN zu erobern und sich damit an den Laurin für das Massakar auf Torran-Gar zu rächen, während er und die Crew der FERNAO auf dem sterbenden Planeten festsitzen. Icho Tolot muss eine Entscheidung treffen, die das Leben Vieler über das Leben Weniger stellt, um seine Freunde zu retten.

Es ist nicht alles Gold was glänzt – unter diesen Leitspruch könnte man den Roman von Susan Schwartz einordnen. Dabei enthält der Roman eine Menge wichtiger moralischer Fragen. Auch die Beschreibungen der Ranaarer und ihrer Welt sind plastisch und gelungen. Aber – und hier haben wohl Exposáutoren als auch Autorin gleichermaßen Anteil – das Verhalten von Perry Rhodan und seinen Mitstreitern innerhalb der Geschichte ist mehr als zweifelhaft. Man kann es fast schon töricht nennen, mit welcher Naivität sie den Goldenen in die Falle gehen. Da ist plötzlich nichts mehr übrig von der Cleverness, die die Crew der MAGELLAN und FERNAO in den vergangenen Staffeln an den Tag legte. Dass die Menschen einem Notsignal folgen, obwohl sie im System einer fremden Intelligenz stehen, die für den Tod eines ihrer Freunde verantwortlich ist (absichtlich oder unbeabsichtigt), dem kann ich noch folgen. Helfersyndrom! Aber wie sie sich von den Goldenen auf der Nase herumtanzen lassen, hat mich richtiggehend geärgert. Sowohl Superhirn Eric Leyden, als auch Perry Rhodan selbst, erkennen die offensichtliche Gefahr viel zu spät und selbst dann warten sie nur ab, statt zu agieren. Da hilft auch ein übermotivierter Gucky nicht mehr. Fast scheint es, als wäre die stoische Gelassenheit der Ranaarer ansteckend.

Dass dann auch Icho Tolot und die KI der DOLAN so spielend leicht von den Goldenen aufgehalten werden können, ist der Gipfel der Unglaubwürdigkeit. Ihre Überlegenheit ist mehr als fragwürdig, wenn man bedenkt, wie die Autorin in bester Gruselmanier die Klone zum Leben erweckt. Der Roman erschien wenige Tage nach Halloween und ich hatte die ganze Zeit im Hinterkopf, dass sich die Geschichte wie eine Parodie auf diverse Horrorfilme anfühlt. Vom Zombiestreifen mit unausgereiften Klonen bis hin zu den schreienden Menschen aus »Die Körperfresser kommen«. Diese unfreiwillige Komik empfand ich nicht nur als störend, sondern als beleidigend. Ich möchte als Leser ernst genommen werden. Bei »Aufstand der Goldenen« hatte ich eher das Gefühl verspottet zu werden. Glaubhaft wäre gewesen, wenn die Goldenen fertig ausgebildet aus ihren Tanks gekrochen wären. Das hätte auch besser mit der Erklärung übereingestimmt, dass das Projekt schon vor Jahrhunderten stillgelegt wurde.

Auf die unzähligen wissenschaftlichen Patzer, z. B. dass aus einem Neutronenstern ein Weißer Zwerg entsteht oder eine Sonne zwei Drittel des Himmels einnimmt, will ich gar nicht eingehen. Auch die »infrarotsichtigen Augen« hätte ich verschmerzen können, wenn die Autorin die übertriebene Moral der Menschen bis zum Ende durchdacht hätte. Tolot ist letztendlich derjenige, der die einzig vernünftige Entscheidung trifft und die Goldenen aufhält, bevor sie die halbe Milchstraße in Schutt und Asche legen können. »Die Bedürfnisse Vieler sind wichtiger als das Wohl Weniger« – schon Spock wusste, dass manchmal der Tod Einzelner in Kauf genommen werden muss, um die große Masse vor Schaden zu bewahren. Perry und Co zerbrechen sich den Kopf über das Überleben von achtzig psychopathischen Mördern, während sie am Ende Milliarden Ranaarer ihrem Schicksal überlassen. Der Ranaarische Regierungschef lehnt Rhodans Angebot ab, wenigstens ein paar tausend Ranaarer an Bord der FERNAO und der MAGELLAN unterzubringen. Hat sich irgendjemand Gedanken gemacht, dass vielleicht nicht alle Untergebenen der gleichen Meinung sind? Nein! Diese Aussage wird einfach so akzeptiert und das ist es, was mich am Ende richtig wütend gemacht hat. Auf der einen Seite wird ein moralischer Konflikt geschürt, der eigentlich keiner ist, während auf der anderen Seite der eigentliche Konflikt ignoriert wird. Die Goldenen sind gefährliche Krüppel, die sogar der Allianz gefährlich werden können. Ihr Leben ist zudem eine Tortur, die man dem ärgsten Feind nicht wünscht. Während die Ranaarer ein unschuldiges Volk sind, dass von den Laurin gnadenlos für ihre Zwecke ausgenutzt wurde. Die Parallelen zu den Meistern der Insel sind hier eindeutig.

Versöhnend ist am Ende nur die Erkenntnis von Perry Rhodan, dass was im Sonnensystem der Ranaarer passiert, möglicherweise auch im Solsystem geschieht und sie unbedingt zur Erde zurückkehren müssen. Endlich!

Fazit: »Aufstand der Goldenen« wirkt wie ein, aus der Staffelhandlung herausgelöster Roman, der mit großen Ambitionen daherkommt, die letztendlich einer schlecht durchdachten Story geopfert werden. Ich empfand diesen NEO-Roman nicht nur vergebens, sondern als einen Schlag ins Gesicht. Da kann man als Autor/in noch so stilsicher schreiben, wenn man den großen Fehler begeht und seine Leser nicht ernst nimmt.

Simulationen und Gedankenwelten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 185 — »Labyrinth des Geistes« von Michelle Stern und Rüdiger Schäfer

Thomas und Farouq Rhodan werden von NATHAN durch eine Vielzahl von geistigen Simulationen gehetzt, die sie bis an ihre Leistungsgrenze bringen.

Auch Perry Rhodan steckt zusammen mit Tuire, Leyden, Tolot und Schablonski in einer virtuellen Realität fest. Die Naiir (Laurin) versuchen so Informationen über die Menschen zu erlangen. Perry Rhodan wäre nicht Perry Rhodan, wenn er die scheinbar ausweglose Situation nicht ausnutzen würde. Und so erlangt er Erkenntnisse darüber, was vor 85 Millionen Jahren geschehen ist, und was den Riss zwischen den Universen verursacht hat. Bezahlen muss er diese Informationen jedoch mit dem Leben eines seiner Freunde.

Wenn mir jemand erzählt hätte, dass sich zwei Drittel der Handlung eines Roman ausschließlich in den Köpfen der Figuren abspielt, so hätte ich wahrscheinlich geantwortet, dass das nicht funktioniert. Rüdiger Schäfer und Michelle Stern belehren mich eines Besseren.

Auch wenn mir immer noch nicht ganz klar ist, was die Expokraten mit den beiden Rhodansöhnen bezwecken, so gelingt es der/dem Autorin/Autor – Ich wage zu behaupten, dass Michelle Stern diesen Handlungsstrang verfasst hat – interessante Ausblicke zu vermitteln. Die Schlaglichter einer spekulative Zukunft sind unterhaltsam gestaltet und sprachlich in plastische Bilder gesetzt. Wobei ich widersprechen muss, dass Farouq der Stärker der beiden ist. Der Mars besitzt eine um zwei Drittel geringere Schwerkraft, Marsgeborene sollten also schon mit der Erdgravitation ihre Probleme haben. Sie mögen Kälte und Trockenheit besser verkraften, aber Widerstandsfähiger als Menschen sind sie auf keinen Fall.

Noch besser gelungen, ist der Trip, den Perry Rhodan und seine Freunde durchmachen müssen. Gefangen in einem positronischen Netz können die Menschen mit Hilfe von Tuire Sitareh das Netz sogar für ihre Zwecke missbrauchen, zumindest diejenigen mit Zelldusche und Zellaktivator. Die großen Zusammenhänge werden endlich gelüftet, der NEO-Leser erfährt, was passiert ist und wie alles begann, ohne dass er sich sorgen muss, zu viel zu erfahren.

Das Finale ist überraschend konsequent und zeigt wie im wirklichen Leben, dass es oft kein Happy End gibt. Das fand ich ehrlich und anrührend.

Wie immer ist es die sprachliche Qualität Rüdiger Schäfers, die mich abholt. Ich ertappte mich dabei in den langen Erzählpassagen zu schwelgen. Ja, der Autor neigt zum Schwafeln, dies aber so schön, dass es mir tatsächlich egal ist. Dass seine Wahl auf Michelle Stern als Co-Autorin fiel, hat seinen Grund. Die beiden Schreibstile harmonieren ausgesprochen gut, man kann kaum unterscheiden, wer was geschrieben hat.

Eine nette Geste ist auch das Raumschiff auf dem Titelbild. Die SONNENWIND ist einer schwer erkrankten NEO-Leserin gewidmet. Rüdiger Schäfer und Dirk Schulz verwirklichten hier die Ideen einiger Fans.

»Labyrinth des Geistes« ist ein Roman, der viele Fragen beantwortet, aber auch neue aufwirft. Mit einem Ende, dessen Konsequenz einige Leser überraschen wird.

Dunkle Bedrohungen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 184 – »Im Reich der Naiir« von Rainer Schorm

Im, aus einem Doppelpulsar bestehenden, Kriiyrsystem landet die FERNAO auf einem Planetenrumpf. Perry Rhodan, Icho Tolot, Eric Leyden, Tim Schablonski und Tuire Sitareh dringen unbemerkt in eine Basis der Laurins ein. Dort findet sie neben der Klaue einer Crea, den von den Laurins beschriebenen Schrein. Was sie dort entdecken, hat nicht nur psychologische sondern auch physische Auswirkungen auf sie. So können sie sich nicht wehren, als sie von den Laurins gestellt werden.
Derweil wächst im Isolationsbereich der Medo-Station auf der MAGELLAN etwas, das so fremdartig ist, dass es sich jeder Untersuchung entzieht. Die MAGELLAN wird daraufhin unter Quarantäne gestellt. Allein Sud ist in der Lage die Bedrohung zu erkennen und entschließt sich, mit der wachsenden Entität zu interagieren, bevor sie alle auf dem Schiff in Gefahr bringen kann.
Auf Luna durchlaufen die Rhodansöhne Tom und Farouq einen Parcours, mit dem NATHAN ihre Sinne testet. Am Ende landen sie tief im Inneren des Mondes und sehen sich dem Nexus gegenüber, der von Zeitkreell umsponnen ist.
Pikka Haikännen die Kommandantin der RA trifft sich auf dem Merkur mit Wissenschaftlern, darunter Prof. Oxley, um die Veränderungen der Sonne näher zu erforschen. Doch die Entartung des solaren Gestirns zwingt sie wenig später dazu, den Merkur zu evakuieren.

In vier Handlungssträngen bringt Rainer Schorm die Bedrohungen im Sonnensystem und dem Kriiyrsystem den Lesern näher. Das ist spannend geschildert und wäre noch weitaus spannender, wenn der Autor nicht immer wieder durch eingestreute Erklärungen wissenschaftlicher Art oder durch Kampeleien zwischen den Figuren den Handlungsfluss unterbrechen würde. Die Dialoge sind oft ganz witzig, stören aber zunehmend, weil man eigentlich wissen will, wie es weitergeht. Was die wissenschaftlichen Einschübe angeht, so wirken diese manchmal aufgesetzt und deshalb auch ein wenig altklug, speziell wenn sie von Tom Rhodan kommen. Hier hatte ich oft das Gefühl, dass der Autor unbedingt seine Kenntnisse an den Mann bringen wollte. Das hätte er meiner Meinung nach subtiler machen müssen, ohne dass man sich als Leser belehrt fühlt.

Der Roman liefert zwar kaum Antworten, dafür deckt er das wahre Ausmaß der Bedrohung auf. Das Finale mündet zudem in einem Cliffhanger, der mich angeheizt hat, die Leseprobe für die 185 zu lesen. In dem Fall hat der Autor ganze Arbeit geleistet. Besonders der Handlungsstrang im Kriiyrsystem, sowohl auf der MAGELLAN, als auch um den Landetrupp von der FERNAO, zeigt einige interessante Facetten. Besonders gefielen mir die Szenen mit dem Mentalamalgam Sud. Das war perfekte Figurenarbeit. Schräg finde ich allerdings die Physik rund um den Doppelpulsar. Man merkt, dass sich Rainer Schorm Gedanken gemacht und endlich auch mal relativistische Effekte geschildert hat. Allerdings finde ich es fragwürdig, ob ein Raumschiff den Belastungen gewachsen wäre – ich denke da eher an die Einflüsse der Schwerkraft, als an den Strahlungsdruck – andererseits bin ich mir nicht sicher, ob die Laurins sich so einfach infiltrieren lassen. Unwahrscheinlich, dass sie nicht merken, wenn ein Raumschiff in der Nähe ihres Stützpunktes landet. Aber das sind Fragen, die hoffentlich der nächste Roman klären wird.

Unschlüssig, was ich davon halten soll, bin ich bei den Handlungssträngen im Solsystem. Die Geschichte um die beiden Jungs fand ich stellenweise flach und wenig zielführend. Das Geschehen um Pikka Haikännen war zumindest aus zwischenmenschlicher Sicht interessant zu lesen, auch wenn hier eigentlich nur Informationen für die Leser transportiert wurden.

»Im Reich der Naiir« ist eine ambivalente Mischung aus Spannung und Infodump, die starke Szenen enthält, aber auch einige Tiefpunkte aufweist. Rainer Schorm gibt sich Mühe, den wissenschaftlichen Hintergrund präzise zu schildern, scheitert aber oft an der Fülle der Informationen. Weniger und diffuser wäre hier mehr gewesen. Wer auf exotische Welten und wissenschaftlich-technische Ausführungen steht, dem wird der Roman gefallen.

Spannungstechnisch geht der Roman für mich in Ordnung. Ich habe aber schon bessere Romane des Autors gelesen.