Happy Birthday Robert

Die im deutschen Fandom wohl bekannteste Person ist Robert Vogel. Der langjährige SF-Fan gehört zum Inventar so gut wie jeder Convention. Jeder kennt seinen Stand oder seine Panels. Seine Besuche an den Sets von Stargate SG1 und Andromeda gelten als legendär. Keiner weiß so viel über die Fanszene und über Science Fiction und keiner kann so schön darüber referieren wie Robert. Unvergessen auch der Heiratsantrag an seine Frau auf der Bühne des Maritim in Düsseldorf vor knapp 4000 Fans.

Am Samstag feierte das Urgestein seinen 60. Geburtstag. Ich gratuliere an dieser Stelle aufs Herzlichste und wünsche ihm gute Gesundheit und dass er dem Fandom noch viele Jahrzehnte erhalten bleiben möge.

Robert, die Feier holen wir auf der nächsten Con bestimmt nach!

Durchmischte 5. Staffel

Quelle: Filmstarts.de

»The Expanse« ist unbestritten eine der besten SF-Serien der letzten zehn Jahre. Keine andere Serie verknüpft spannende Geschichten, starke Charaktere und visuelle Effekte so genial miteinander. Es mag daran liegen, dass die Geschichte auf einer literarische Vorlage basiert. Dabei weicht die Serienhandlung mal mehr oder weniger von den Originalromanen ab. Die Serienproduzenten beweisen ein Gespür für Charaktere und Spannungsbogen. Daher ist es kaum verwunderlich, dass die Serie nach ihrer Absetzung auf Syfy bei Amazon Prime ein neues Zuhause gefunden hat. Der Amazongründer Jeff Bezos persönlich hatte sich für die Serie eingesetzt.

In den vergangenen Wochen lief nun die fünfte Staffel. Wir haben uns gestern das Staffelfinale angesehen. Die erste Hälfte der Staffel hatte einige richtig tolle Folgen. Da saß man mitunter nägelkauend vor dem Fernseher und war enttäuscht, als die Folge zu Ende war. Überraschend war, wie viele verschiedenen Handlungsstränge in den Einzelepisoden erzählt wurden, die innerhalb der Folge nicht aufgelöst wurden. In der zweiten Hälfte konzentrierte sich die Handlung dann meiner Meinung nach zu sehr auf eine Hauptfigur. Das hat der Spannung geschadet. Entweder hat die Schauspielerin, Dominique Tipper, Fans in der Produzentenriege, oder sie hat die Produzenten unter Druck gesetzt. Jedenfalls ging es gefühlt fast nur noch um Naomi Nagata. Dabei fiel mir auf, dass die Figur öfter »out of character« agierte, wie man so schön sagt. Normalerweise kennt man Naomi als taff und beherrscht. Sie ist Technikerin und ließ sich bisher kaum von Gefühlen leiten. In dieser Staffel traf sie nicht nur ein paar fragwürdige Entscheidungen, sondern agierte zudem noch weinerlich und schwach. Es sah fast so aus, als wolle sie Michael Burnham aus »Star Trek: Discovery« Konkurrenz machen. Es ist schon sehr offensichtlich, wie ähnlich sich beide Charaktere sehen. Da beugten sich die Verantwortlichen der derzeitigen Diversitätsdebatte. Ich finde, das  »The Expanse« dies eigentlich nicht nötig hatte, weil die Charaktere an sich sehr ausgewogen sind.

Zurück zur Staffelhandlung. Durch die Zeit, die man mit Naomi vergeudete, blieben für die letzte Folge so viele Handlungsfäden offen, dass ich mich fragte, wie sie das eigentlich alles auflösen wollen. Es überraschte mich, dass sich auch die letzte Folge fast zur Hälfte um Naomi drehte, während die anderen kaum in Aktion traten, allen voran Alex und Bobby. Die beiden Marsianer bekam am wenigsten Sendezeit. Dabei war ihre Geschichte um die Aufdeckung einer Verschwörung innerhalb der Marsregierung spannend genug, um mehr Raum einzunehmen. Auch James Holden, sowie Amos Burton und Clarissa Mao kamen in der letzten Folge zu wenig zum Zug. Entsprechend hektisch verliefen die letzten Minuten, in denen so viel passiert, dass man es locker in einer weiteren Episode hätte erzählen können. Das fand ich sehr schade.

Noch mehr bedauere ich aber den Serientod von Alex Kamal. Der Schauspieler wurde aus der Serie geschrieben, weil gegen ihn Vorwürfe wegen sexueller Belästigung vorliegen. Die Vorwürfe kamen im Sommer 2020 auf und konnten trotz offizieller Untersuchung bisher nicht nachgewiesen werden. Ich sehe das kritisch, wie leicht kann man heute in den sozialen Medien denunziert werden, obwohl man unschuldig ist. Ich werde den Charakter jedenfalls vermissen.

Meine absolute Lieblingsfigur in der Serie ist allerdings Chrisjen Avasarala. Die Generalsekretärin der Vereinten Nationen hat sich über die ganzen Serie hinweg von der skrupellosen Politikerin zu einer weitsichtigen Anführerin gewandelt. Sie entspricht keinem der sonstigen Klischees, ist unberechenbar und trägt immer so tolle Klamotten.

Eine sechste Staffel ist angekündigt, gleichzeitig soll es die letzte Staffel sein, obwohl es neun Romane gibt. Band 9 ist gerade erschien. Aber bekanntlich soll man aufhören, wenn es am Schönsten ist.

Auch wenn die Staffel nicht hundertprozentig perfekt war. »The Expanse« beweist, dass man vor allem eine gute Geschichte braucht, um erfolgreich zu sein, dass innere Logik und Glaubwürdigkeit die Erfolgsgaranten für eine Fernsehserie sind. Verglichen mit »The Expanse« ist »Star Trek: Discovery« billiger belangloser Abklatsch. Dies tut um so mehr weh, als das der Executive Producer und Autor mehrerer Folgen von »The Expanse« – Naren Shankar – einst für TNG und DS9 geschrieben hat.

Ich finde übrigens die Veröffentlichungsweise von Amazon Prime gut, nämlich nur eine Folge pro Woche, wie es früher immer war. Da erhält man sich die Spannung und genießt die Serie umso mehr.

Psychogefasel im Weltall

Quelle: Amazon

Es gibt Filme, über die man nicht länger nachdenken sollte. Denn je länger man sich mit ihrem Plot und ihrem Realitätsbezug auseinandersetzt, desto mehr fallen sie auseinander. Einer dieser Filme ist »Ad Astra« mit Brad Pitt. Der Weltraumfilm lief 2019 in den Kinos und erschien vergangenes Jahr auf DVD. Nach dem die BluRay weniger kostet als die Kaufgebühr bei Prime entschieden wir uns den Film zu kaufen. Gestern haben wir ihn uns dann angesehen. Je länger der Film lief, desto tiefer wurde mein Stirnrunzeln.

Nach einem Strahlenausbruch im Sonnensystem und den katastrophalen Folgen (Stromausfälle) für die Erde und die Stützpunkte der Menschen auf Mond und Mars, glaubt man den Schuldigen gefunden zu haben, den Wissenschaftler Clifford McBride. Der war vor zwanzig Jahren aufgebrochen, um außerirdisches Leben zu suchen und auf seiner Reise zum Neptun spurlos verschwunden. Sein Sohn Roy, ein unerschrockener Astronaut wird heimlich auf die Suche nach seinem Vater geschickt, damit die immer wiederkehrenden Strahlungsausbrüche beendet werden können.

Was ein schöner Vater-Sohn-Konflikt hätte werden können, mutiert zu einer Bildgewaltigen Odyssee, bei der weder auf Technik noch auf die Handlungsführung geachtet wird. Stattdessen verliert sich die Handlung in pseudopsychologischem Gefasel, wenn Roy in regelmäßigen Abständen psychologische Tests absolvieren muss, deren Zweck mir bis zum Ende des Films nicht wirklich klar geworden ist.

Die Physik, der sich der Film bedient, wirkt auf den ersten Blick glaubhaft extrapoliert. Schaut man aber genauer hin, bemerkt man schnell, dass da keine Experten am Werk waren. Denn wieso starten die Raketen zum Mars von der Rückseite des Mondes und nicht aus seiner Umlaufbahn? Warum stößt das Raumschiff beim Start vom Mond eine Raketenstufe ab, ohne die es bei der Landung auf dem Mars kleiner sein müsste? Wäre es nicht effizienter, wenn das Raumschiff auf Mond und Mars nicht landen würde und stattdessen Shuttles die Leute an Bord bringen? Absolut unglaubwürdig ist die Aktion, in der Roy auf dem Mars sich von unten in die startende Rakete schmuggelt, während die Triebwerke bereits zünden. Von der Erklärung wie es zu dem zerstörerischen Impuls kommt (irgendwas mit Antimaterie) ganz zu schweigen. Auch Roys Durchquerung der Ringe des Neptuns mittels eines Metallblechs als Schild … die Ringe bestehen nur zu 40-50 Prozent aus Staub die Dichte ist marginal. Gipfel war die Sprengung von Clifford McBrides Raumschiff im Orbit vom Neptun, inklusive der Druckwelle, die Roys Raumschiff wieder Richtung Erde beschleunigt. Als ob es im Weltall Druckwellen gäbe.

Vielleicht wäre die mangelnde Physik zu verschmerzen gewesen, wären die Charaktere ausgefeilter und der tiefere Sinn des Films greifbarer gewesen. Die Handlung konzentriert sich ausschließlich auf Roy. Brad Pitt macht das gar nicht schlecht. Doch um die Figur zu charakterisieren, zerfasert man die Handlung. Ob es der Piratenangriff auf dem Mond oder die Rettungsmission auf einem Forschungsschiff mit wildgewordenen Primaten ist, es soll die Figur charakterisieren, lenkt aber vom eigentlichen Ziel des Films ab. Außerdem lässt es alle Figuren neben dem Protagonisten als Idioten erscheinen. Ich denke da an die Raumschiffcrew auf dem Weg zum Mars. Ein Copilot, der sich vor Angst in die Hosen macht, wenn er auf eine Außenmission gehen soll und das Raumschiff im Notfall nicht manuell steuern kann, gehört eher hinter einen Schreibtisch, aber definitiv nicht ins All. Sollten die psychologischen Tests für alle Mitglieder des Space Command gelten, hätte diese Schwäche längst auffallen müssen. Die anderen Crewmitglieder verhalten sich gleichfalls irrational, was ihnen später das Leben kostet. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, warum die eigentlich zum Mars geflogen sind. Roys Mission war ja geheim, sie musste also irgendeinen Befehl haben.

Das Finale, als Roy seinen totgeglaubten Vater tatsächlich am Neptun findet, offenbart die Schwächen des Plots. Clifford hat seine meuternde Crew auf dem Gewissen. Mal davon abgesehen, wie er zwanzig Jahre allein auf dem Raumschiff beim Neptun überleben konnte. Er läßt sich jedoch von seinem Sohn scheinbar überreden, zur Erde zurückzukehren, obwohl er seine Vision, die Suche nach intelligentem außerirdischem Leben, nicht aufgeben will. Dass sich der Vater als Mörder letztendlich nicht wirklich zur Rückkehr würde bewegen können, war mir gleich klar. Man wirft sich ein paar »Liebenswürdigkeiten« an den Kopf, bereut Fehler und wünscht sich, man hätte vieles anders gemacht. Die Handlung bleibt aber an der Oberfläche, hält sich an Klischees und birgt nichts wirklich Tiefsinniges.

Letztlich frage ich mich: Was soll die Botschaft des Films sein? Dass es keine Außerirdischen gibt, nur weil man in den dreißig Jahren keine gefunden hat? Dass die Erde das einzig Wahre ist und die menschliche Existenz mit dem Glauben an Gott die einzig mögliche Lebensweise? (Es wird oft gebetet in dem Film.)

Wie gesagt, dass alles reißen die tollen Bilder nicht raus. Am Ende ärgert man sich, dass man seine Zeit verschwendet hat. Einziger Lichtblick ist Brad Pitt. Der spielt den verschlossenen unnahbaren Helden mit dem Ruhepuls von 47, den nichts aus der Ruhe bringen kann, glaubwürdig mit wenig Emotionen. Für Mitte fünfzig sieht der Schauspieler immernoch knackig aus.

Ich und der Blade Runner

Quelle: Amazon

Es ist eine alte Geschichte, wie ich in den Neunzigern beinahe mal »Blade Runner« gesehen hätte. Das war an der Uni, irgendwann im Grundstudium, in den ersten beiden Jahren. Der Filmclub der Universität veranstaltete eine Science-Fiction-Woche und zeigte jeden Abend einen SF-Film im Großen Hörsaal. Am ersten Abend, ich glaube es war ein Montag, sollte »Blade Runner« laufen. Eine Kommilitonin und ich stiefelten also auf den »Berg«, wo das Hörsaalgebäude stand und kauften uns zwei Eintrittskarten für den Film.

Als wir saßen, dann die schlechte Nachricht. Aus technischen Gründen konnte der SF-Klassiker nicht abgespielt werden. Dafür wurde »Eolomea« gezeigt, ein SF-Film aus der DDR. Ich kann mich an den Inhalt des DEFA-Films nicht mehr erinnern. Ich weiß aber, dass wir uns den ganzen Abend über die Requisiten des Films amüsierten. Da waren nämlich die gleichen Schulbänke zu sehen, wie wir sie aus der Schule kannten.

Zu »Blade Runner« ergab sich später nie wieder die Gelegenheit. Bis vor zwei Wochen. Da fischte mein Mann die beiden Filme aus dem Regal und meinte, dass wir uns die endlich mal ansehen sollten.

Sagen wir mal so: Ich weiß jetzt, warum der Originalfilm damals an den Kinokassen floppte. Ich hatte Schwierigkeiten der Handlung zu folgen, vor allem konnte ich das Warum nicht so richtig einordnen. Außerdem ist mir der Streifen viel zu gewalttätig. Dauernd wird gekämpft, geschossen und Leuten der Schädel an Wänden eingeschlagen. Gewaltorgien wie diese stoßen mich grundsätzlich ab. Ich konnten dem Film nichts abgewinnen, da halfen auch die optisch ansprechenden Achtzigerjahre Zukunftsvisionen nicht.

Letztes Wochenende sahen wir uns dann »Blade Runner 2049« an. Die Fortsetzung punktet schon mal damit, dass es eine nachvollziehbare Handlung gibt, die vieles aus dem ersten Film erklärt. Die Personen waren mir irgendwie näher, als im Originalfilm von 1982. Aber auch hier gab es für meinen Geschmack zu viel Gewalt. Vieles davon war Show und eigentlich gar nicht notwendig. Zumindest aber hinterlässt der Film von 2017 einen bleibenderen Eindruck bei mir.

Fazit: Ich habe »Blade Runner« endlich gesehen, kann den Hype, der darum gemacht wird, aber nicht nachvollziehen. Wir werden wohl beide Blu-Rays bei Booklooker reinstellen.

Starke Anthologie zu Künstlicher Intelligenz

Quelle: Plan9-Verlag.de

»Wie künstlich ist Intelligenz« – dieser Frage geht die gleichnamige Anthologie nach, die unlängst bei Plan9 einen Imprint der Bedey Media GmbH veröffentlicht wurde. Neun Science-Fiction-Autoren, darunter so bekannte Namen wie Andreas Eschbach, Judith C. Vogt oder Michael Marrak, nähern sich mit ihren Geschichten dem Thema Künstliche Intelligenz auf verschiedene Weise. Herausgegeben wurde die Anthologie von PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick, der ebenfalls mit einer Geschichte beteiligt ist.

Andreas Eschbach blickt aus der Sicht zweier Programmierer auf das, was Künstliche Intelligenz (KI) sein und werden kann. Welche Auswirkungen hat der Einsatz einer KI auf die Gesellschaft, wenn man die Konsequenzen nicht weit genug vorausdenkt?

Judith C. Vogt zeigt eine KI quasi von innen. Sie stellt die Frage: Was wenn eine Simulation für die Insassen eben nicht nur eine Simulation ist?

Klaus N. Frick erzählt von einem Jungen auf dem Mars, dessen Leben von einer KI dominiert wird. Nur das Träumen, das kindliche Vermögen Dinge zu sehen, die kein anderer sieht, kann sie ihm nicht nehmen.

Stefan Lammers zeigt, wie man eine KI in den Selbstmord treibt. Seine Johanna soll einen Menschen vor dem Selbstmord bewahren und gerät selbst in den Strudel von Abhängigkeiten.

Jannis Radleff spielt in Crashtestdummies Menschen und künstliche Intelligenzen gegeneinander aus. Seine Geschichte punktet mit einer unerwarteten Pointe.

Nele Sickel beschreibt das Verhältnis zwischen einem Menschen und einer KI. Sollte es so tief sein, dass der Mensch dafür sogar bereit ist, Gesetze zu brechen?

Carsten Schmidt liefert in meinen Augen die beeindruckendste Geschichte der Anthologie. Kann eine KI demenzkranken Menschen helfen ihren Alltag bis zum Ende allein zu bewältigen? Und was macht es mit der Persönlichkeit der Betroffenen?

Gundel Limberg stellt ein Haus in den Mittelpunkt ihrer Geschichte. Nach dem Tod seiner Bewohner entpuppt sich das »smarte« Home als viel smarter, als es sich sein Programmierer je ausgedacht hat.

Michael Marrak beschließt die Runde mit einer klassischen Science-Fiction-Geschichte aus einer fernen Zukunft. Nanowesen aus der Weite des Alls entdecken das menschliche Unterbewusstsein und nutzen es schamlos für ihre Zwecke aus.

Das Niveau der Texte ist hoch, entgegen ähnlicher Publikationen sind die Geschichten sorgfältig lektoriert und bearbeitet worden. Es gibt keine Geschichte die unfertig wirkt, oder an der man noch etwas hätte verbessern können. Sie sind allesamt unterhaltsam und kurzweilig, bisweilen entlocken sie dem Leser sogar ein Lächeln. Beeindruckend ist die Vielschichtigkeit, mit der die Autoren an das Thema herangehen. Da werden Wege und Möglichkeiten gezeigt, jenseits bekannter Einsatzmöglichkeiten. Das ist frisch und unverbraucht und lohnt sich zu lesen.

In einem Nachwort äußert sich Reinhard Karger vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz zum Thema und wirft nochmal einen ganz anderen Blick darauf, nämlich den eines Wissenschaftlers.

Wer Kurzgeschichten mag, wer sich für Science Fiction begeistert und sich für Künstliche Intelligenz in all ihren Ausprägungen interessiert, dem lege ich das Buch ans Herz. Es ist überall im stationären Buchhandel und bei einschlägigen Onlinebuchhändlern erhältlich. Am besten erwirbt man es direkt beim Verlag.

Ein Jubiläum steht bevor

Die »SOL« wird 100.

Seit einigen Monaten beschäftige ich mich jetzt schon mit dem Inhalt des Heftes, das im November erscheinen wird. Eigentlich nicht nur mit dem Inhalt, sondern auch mit dem Drumherum. Schließlich soll es etwas ganz besonderes werden.

Heute darf ich schon mal das Cover präsentieren, das Raimund Peter nach meiner Idee gefertigt hat. Ich finde es sieht stark aus. Bisher gab es erst zwei SOL-Ausgaben mit umlaufenden Cover. Für die Leser wird es im Innenteil ein dazu passendes Poster geben.

Inhaltlich geht es bunt zu. Wir haben 32 Seiten mehr als sonst, die mit Artikeln, Interviews und Berichten zur größten Science-Fiction-Serie der Welt gefüllt sind. Im Schwerpunkt geht es um PERRY RHODAN und die Zukunft. Wir zeigen zwei Jugendliche, die PERRY RHODAN lesen. Weiterhin gibt es eine witzige Geschichte über SF im Perryversum und was Perry Rhodan persönlich davon hält. Klaus N. Frick spricht über die Aktivitäten im Jubiläumsjahr 2021. Die NEO-Exposéautoren Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm berichten wie es bis Band 250 weitergeht. Und wir stellen einen PERRY RHODAN-Podcast vor, ein Format, das für die Serie zukunftsweisend sein könnte.

Ein österreichischer Journalist hat uns ein Interview mit dem chinesischen Bestseller-Autor Cixin Liu zur Verfügung gestellt. Die ehemaligen Redakteure der SOL und ihr Layouter kommen zu Wort. Es gibt wieder ein Preisrätsel mit verzwickten Fragen und ich habe einige Reaktion zum »Mord« an Mausbiber Gucky zusammengetragen. Ach ja, und wir berichten natürlich von der PROW, der PERRY RHODAN Online-Woche im Juli diesen Jahres.

Ich denke mal, da sollte für jeden etwas dabei sein. Ich freue mich schon, wenn ich das Heft in Händen halten darf.

SF-Geschichten zu künstlicher Intelligenz

Quelle: plan9-Verlag.de

Sie liegt schon daheim auf dem Tisch, die Kurzgeschichtensammlung über künstliche Intelligenz. Herausgeber Klaus N. Frick hat hochkarätige Autoren dafür gewinnen können, unteranderem Andreas Eschbach. Ein paar Autoren kenne ich von den Seminaren in Wolfenbüttel. Gelesen habe ich das Buch noch nicht, außer einer Geschichte. Die gibt es bei TOR-Online, quasi als Kostprobe.

Sie stammt von Carsten Schmitt, den ich gut kenne. Wir trafen uns schon bei einigen Seminaren an der BA. Dass seine Geschichte das Aushängeschild für die Anthologie ausgewählt wurde, freut mich. Sie ist allerdings auch großartig geschrieben, sehr berührend und wirft ein völlig neues Licht auf die Möglichkeiten, die künstliche Intelligenz bietet.

Also, wer mal herein schnuppern möchte, dem empfehle ich die Kurzgeschichte »Wagners Stimme« von Carsten Schmitt. Einfach mal reinlesen.

Die vollständige Sammlung werde ich demnächst hier besprechen, zuerst ist der NEO von Ben Calvin Hary dran.

Wolfenbüttel 2020

An diesem Wochenende fand das Schreibseminar zum phantastischen Roman an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel statt. Nachdem im Mai das Seminar coronabedingt abgesagt werden musste, war das aktuelle Seminar das erste seit März, das wieder vor Ort an der Bundesakademie stattgefunden hat. Unter den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen, versteht sich.

In den vergangenen Tagen wurde ich gefragt, warum ich nicht teilnehme, obwohl ich sogar von Literatur-Bereichsleiter Olaf Kutzmutz angeschrieben wurde. Da gibt es gleich mehrere Gründe. Ich hatte in diesem Jahr ohnehin nicht geplant, am Romanseminar teilzunehmen, weil ich meinen Roman noch nicht fertig habe und es unnütz wäre, mitten in der Schreibarbeit an einer neuen Romanidee zu tüfteln. Außerdem wollte ich mir durch das Corona-Prozedere nicht die schönen Erinnerungen an Wolfenbüttel verderben lassen. Außerdem hieße es für mich neun Stunden Zugfahrt mit Maske und vielen Leuten. Nein, da warte ich lieber ab, bis sich die Lage wieder einigermaßen normalisiert hat. Und wenn es nie wieder normal werden sollte … dann war es das für mich und die BA. Dann bleiben mir eben nur die schönen Erinnerungen daran.

Im Juli hatte ich im PERRY RHODAN-Report in Heft 3076 einen Artikel über die Seminare in Wolfenbüttel und ihre Bedeutung für die PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. An diesem Wochenende wurde der Text auf der PERRY RHODAN-Homepage veröffentlicht. Der Länge wegen, wurde er in drei Teile zerlegt.

Teil 1: bit.ly/2QzdiEi
Teil 2: bit.ly/2YFaxFY
Teil 3: bit.ly/2EBCSX1

Der Vanille-Himmel

Quelle: Amazon

Obwohl ich den Schauspieler Tom Cruise eigentlich nicht so mag, haben wir eine Menge Filme mit ihm im Regal. Da sind viele Streifen dabei, die ich richtig gut finde. »Magnolia« zum Beispiel, oder »Eyes wide shut«, dann natürlich sein Durchbruch »Top Gun«. Zwei Science-Fiction-Filme ragen heraus: »Minority Report« und »Vanilla Sky«. Letzteren haben wir uns am Wochenende mal wieder angesehen.

Als der Film 2001 in die Kinos kam, war ihm kein großer Erfolg beschieden. Und das obwohl neben Tom Cruise eine Menge Stars mitspielen, wie Cameron Diaz, Penélope Cruz, Kurt Russell und Tilda Swinton. Zugegeben der Film ist nicht einfach. In Rückblenden erzählt der New Yorker Yuppie, David Aames, seinem Psychiater, was ihm passiert ist. Offensichtlich sitzt er im Gefängnis und wartet auf seine Verhandlung. Er ist des Mordes angeklagt, doch er erinnert sich nicht, jemanden ermordet zu haben.

Was wie ein Psycho-Thriller beginnt, geht im Laufe des Films in ein Drama über. Der Knall erwartet den Zuschauer erst am Ende, als sich das Verwirrspiel um David Aames auflöst und der Film zu einem SF-Film mutiert. Die Geschichte ist unglaublich komplex und man muss schon genau zuschauen, um zu begreifen was passiert. Das überraschende Ende wird sehr gut vorbereitet, die Hinweise sind im ganzen Film verstreut und dennoch merkt man nicht, worauf die Handlung hinausläuft. Ich mag solche verzwickten Filme, in denen die Handlung bis zum Ende nicht klar ist.

Der Film hat auch eine romantische Note, was der verwirrenden Handlung entgegensteht. Die Liebesszenen sind ästhetisch gefilmt und wirken natürlich. Dass der Streifen kein großer Erfolg an der Kinokasse war, liegt einfach daran, dass sich im Film reale und imaginäre Welt des Helden miteinander verwischen und der Zuschauer aktiv versuchen muss, die Realwelt zu entschlüsseln, das erfordert nachdenken und dazu waren damals viele Kinozuschauer nicht bereit, und sind es heute noch weniger.

»Vanilla Sky« startete am 14. Dezember 2001 im Kino, drei Monate nach dem 11. September. Im Film sind die Zwillingstürme des World Trade Centers noch zu sehen.

Upload in die Unsterblichkeit

Da stolperte ich unlängst bei dieZukunft.de über einen Artikel zu einer neuen Serie auf Amazon Prime.

Das Konzept dieser SF-Comedy-Serie ist nicht neu. Man schreibt das Jahr 2033. Menschen können ihr Bewusstsein in ein Computernetzwerk hochladen und leben dort weiter in einer virtuellen Realität. Es muss also keiner mehr Angst vor dem Tod haben. Doch das ist nicht so toll wie es klingt, denn im vorherrschenden Kapitalismus geht nichts ohne Geld. Das zieht sich bis in die virtuelle Realität. Je nach finanzieller Ausstattung erhält man viel oder wenig Speicherplatz. Vieles läuft über inAPP-Käufe, ganz wie im richtigen Leben. Und manche dieser virtuellen Lebensräume entpuppen sich bei näherem Hinsehen als Alptraum.

In diesem Setting spielt die Liebesgeschichte um Nathan und Nora. Nathan ist ein egozentrischer Juppie, der mit der Programmierung einer eigenen Afterlife-Software Geld machen will. Er verunglückt mit einem autonomen Auto. Seine Juppie-Freundin Ingrid lässt den Schwerverletzten hochladen und inszeniert die Beziehung mit ihm als eine Art Instagram-Story. Um Nathan die Anpassung in die virtuelle Realität zu erleichtern, kümmert sich Servicemitarbeiterin Nora um ihn. Im Laufe der Staffel verlieben sich die beiden ineinander. Nora kommt dahinter, das Erinnerungsdateien von Nathan gelöscht wurden. Nach und nach wird beiden klar, dass Nathan ermordet werden sollte.

Die Serie ist enorm vielschichtig. Zu den diversen Handlungssträngen, kommen witzige Einfälle und eine tiefgründige Kapitalismuskritik. Die zehn Folgen sind mit zirka dreißig Minuten relativ kurz. Da kann man auch mal zwei Folgen hintereinander sehen. Mir gefällt die Figurenentwicklung. Nathan ist am Anfang das totale Arschloch und denkt erst nach seinem Tod darüber nach, was ihm andere Menschen bedeuten.

Unfassbar komisch sind die vielen Einfälle zur Technik der Zukunft, wie Kondomgrößen-Scanner am Supermarktregal, Essen aus dem 3D-Drucker, Kameras, die man während des Sex trägt, um die Einwilligung zu versichern und den Partner hinterher zu bewerten und natürlich autonome Autos und alles überwachende KIs. Wenn man genauer hinsieht, entdeckt man, was den Menschen diese Technik kostet. Sie bezahlen mit ihrer Privatsphäre und der persönlichen Freiheit. Denn das Leben der Meisten ist nämlich nicht so besonders toll. Auf wenige Superreiche kommen sehr viele Arme. Es gibt sogar Mütter, die sich mit ihren Kindern freiwillig hochladen lassen, weil sie sich in der virtuellen Welt ein besseres Leben erhoffen. Auch die beiden Protagonisten sind nicht wohlhabend und das wird am Ende zu einem echten Problem, wenn sich Nathan von seiner reichen Freundin Ingrid trennt.

Ich finde diese SF-Serie richtig gut. Sie vereint Krimielemente, Liebesgeschichte und Comedy zu einer spannenden Geschichte. Der Cliffhanger am Ende ist richtig fies. Zum Glück wurde bereits eine zweite Staffel bestellt. Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen möchte, kann sich den Zusammenschnitt der ersten Folge ansehen.