Silvesterboykott

Paris 2016-17

Ich war nie die große Partygängerin. Silvester fand für mich meist daheim auf der Couch statt. Ich erinnere mich, in München mal auf zwei oder drei Silvesterpartys gewesen zu sein, aber in den letzten Jahren, fand ich Silvester eher doof.

Man hockt da, wartet bis es Mitternacht ist, frißt unnötig irgendwelche Snacks in sich rein, die einen erstens nicht bekommen und zweitens auf den Hüften landen und freut sich, wenn man endlich ins Bett gehen kann. Das Fernsehprogramm ist noch grauenhafter als sonst. Auf Pro7 läuft die hundertste Wiederholung von »Schuh des Manitu«. ARD und ZDF strahlen irgendwelche Schlagerpartys aus, in denen Leute frierend vorm Brandenburger Tor stehen, anstatt gemütlich daheim im Warmen zu sitzen.

Ich habe Silvester in NYC erlebt, frierend bei Minus fünfzehn Grad im Central Park, weil man schon am Nachmittag am Times Square nicht mehr aus der U-Bahn kam vor Menschen. Es war kalt, das Feuerwerk war unspektakulär und der Weg zurück nach Queens fand in vollgestopften Zügen statt. Ich bin anschließend erstmal in die Badewanne, damit mir wieder warm geworden ist.

2016/2017 waren wir Silvester in Paris. Was haben wir gemacht: Wir haben im Hotelzimmer bist kurz vor Mitternacht gewartet, standen dann am Les Colonnes de la Barrière du Trône in der Kälte – um uns rollte der Verkehr – und wir haben mit alkoholfreiem Sekt angestoßen.

Nein, ich kann nicht sagen, dass ich ein großer Fan von Silvester bin. Ich bleibe eigentlich nur auf, um das Feuerwerk zu sehen. Da das in diesem Jahr ausfällt – hin und wieder hört man es draußen trotzdem knallen – habe ich beschlossen, diesen Abend so wie jeden Abend zu verbringen. Mein Mann und ich werden uns eine Pizza teilen, wir werden einen Film gucken und zwischen zehn und elf Uhr ins Bett gehen. Das Telefon schalten wir aus, falls wer anruft.

Das Jahr 2020 war anders, da kann man Silvester auch mal ausfallen lassen. Zu feiern gibt es ohnehin wenig bis nichts. Selbst wenn 2021 die Pandemie eingedämmt werden kann, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen werden uns noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte beschäftigen. Denn die richtig harte Welle, nämlich die Pleitewelle steht uns noch bevor. Die nachfolgenden Generationen, die das ausbaden und bezahlen müssen, werden uns später mal Vorwürfe machen, wie wir es soweit haben kommen lassen. Da mögen sich unsere unfähigen Politiker noch so stolz auf die Brust klopfen. Das dicke Ende kommt erst noch.

In dem Sinne ein Happy New Year, vielleicht wird es nicht ganz so »unhappy« wie 2020.

Eine Maus und die Zeit

Quelle: Nord-sued.com

Ich habe zu Weihnachten das aktuelle Buch von Torben Kuhlmann geschenkt bekommen.

Nach den erfolgreichen Ausgaben Lindbergh, Armstrong und Edison stellt der Künstler nun Albert Einstein in den Mittelpunkt seiner illustrierten Geschichte.

Eigentlicher Protagonist ist eine kleine Maus, die einen Tag zu spät zum »Käsfescht« nach Zürich kommt. Sie ärgert sich sehr, bis jemand ihr scherzhaft vorschlägt, sie könne ja in die Vergangenheit reisen. Dieser Gedanke lässt sie nicht mehr los und so begibt sie sich auf die Suche nach den Geheimnissen der Zeit. Im Züricher Patentamt macht sie eine Entdeckung, die sie nicht nur zurück in die Vergangenheit bringt, sondern auch einen Mitarbeiter des Patentamts zu seinem größten Werk inspiriert – Albert Einstein.

Wie schon in den Bilderbüchern zuvor, erzählt Kuhlmann eine Geschichte, die Fiktion und Wirklichkeit vereint und sowohl Kindern als auch Erwachsenen die Wissenschaften näherbringen soll.

Die großformatigen Illustrationen sind wie immer beeindruckend. Der Künstler versteckt in seinen realistischen Zeichnungen so viele Details, dass man sich stundenlang damit beschäftigen kann. Ich kann mich jedenfalls nicht sattsehen.

Inhaltlich ist das Buch nicht so einfach wie seine Vorgänger. Begriffe wie Relativität und Zeitdilatation mit einfachen Worten und Bildern zu erklären, ist schwierig. Torben Kuhlmann gelingt es jedoch mit Hilfe seines Mäuseprotagonisten und den ausdrucksstarken Bildern.

Mit »Einstein« ist Torben Kuhlmann endgültig im Genre der Science Fiction angekommen. Und vielleicht weckt sein Werk in kleinen und großen Lesern die Neugier für dieses in Deutschland eher stiefmütterlich behandeltes Genre.

Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich. Den Mäusekalender für 2021 gibt es leider nicht mehr. Sehr schade! Da muss der Platz im Wohnzimmer nächstes Jahr leider leer bleiben.

Hygiene an der Autobahn

Wegen der Pandemie war ich in diesem Jahr deutlich weniger mit dem Zug unterwegs, dafür sind wir öfters mit dem Auto gefahren, zwei Mal in Zeiten eines Lockdowns bzw. Teil-Lockdowns. Bevor jemand fragt: Ja, das musste sein. Ich muss mich hin und wieder um meine hochbetagten Eltern kümmern, da es sonst niemand tut. Und ich wohne leider nicht um die Ecke, sondern 450 Kilometer entfernt.

Wir waren also mit dem Auto längere Zeit auf der Autobahn unterwegs. Früher hielten wir immer an Raststätten, wenn wir auf die Toilette mussten, oder bei diversen FastFood-Restaurants in den Autohöfen. Das war im Frühjahr und ist aktuell nicht möglich, weil viele der Raststätten geschlossen sind und die FastFood-Ketten nur den DriveIn geöffnet haben. Wenn man ein menschliches Bedürfnis hat, ist man jetzt gezwungen, die Klohäuschen auf den Parkplätzen zu nutzen. Seit der Einführung von SaniFair war ich nicht wieder auf einer solchen Toilette. Jetzt musste es sein und ich kann nur sagen, ich habe die WCs aus gutem Grund gemieden.

Da liest man überall von Hygienekonzepten, Maskenpflicht, Händewaschen, Abstand halten. Für die normalen Parkplätzen an der Autobahn scheint das nicht zu gelten. Keine Schilder, dass man eine Maske tragen soll. (Die trägt man übrigens freiwillig, wenn man ein solches WC betritt.) Sich gründlich die Hände zu waschen … Pustekuchen! Wenn man Glück hat, gibt es kaltes Wasser aber keine Seife. Die Toiletten sind schmutzig, die Türen lassen sich nur bedingt verriegeln und wenn auf der Autobahn viel los ist, sind die Parkplätze überfüllt, meist mit LKW-Fahrern oder Großfamilien, die da ihre Brotzeit machen. Da heißt es anstehen, während die Leute ohne Maske um einen herumstehen und rauchen oder essen.

Es gibt übrigens tatsächlich noch Parkplätze ohne WC. Für Männer ist das kein Problem, die pinkeln an den nächsten Baum, aber sich als Frau in die Büsche schlagen, wie früher zu DDR-Zeiten geht nicht, weil alles eingezäunt ist. Oftmals sieht man aber auch an den Parkplätzen mit WC Trampelpfade, die in die angrenzenden Wälder und Wiesen führen. Jetzt darf sich jeder ausmalen, wie verseucht der Boden in der Nähe eines solchen Parkplatzes ist. Es gibt also noch mehr Leute, die die öffentlichen Toiletten meiden, weil man sich da sonst was holen kann.

Ich fasse mal zusammen: Raststätten mit vernünftigen Toiletten, die sauber sind, auf denen man sich die Hände waschen kann und deren Zugang kontrolliert werden kann, wurden dicht gemacht. Dafür drängeln sich die Leute jetzt auf den Parkplätzen in gammligen WCs, die nur selten gereinigt werden, in denen es keine Seife gibt und bei denen keiner kontrolliert, ob man eine Maske auf hat und die Abstände einhält. Da frage ich mich doch, wo man sich eher ansteckt?

Solche blödsinnigen »Maßnahmen« sind es, die mich aufregen. Das ist wie mit den Gaststätten. Man zwingt die die Leute regelrecht in die Illegalität und verschlimmert das Problem dadurch nur. Ich denke dabei nichtmal an die Leute, die nur zum Spaß durch die Gegend fahren und lieber daheim bleiben sollten, sondern an die vielen LKW-Fahrer, die dort halten müssen. Die können oftmals gar nicht anders. Dabei dürfen die seit neuestem nicht mal mehr in ihren Fahrerkabinen übernachten. Wo sollen die hin? Wir haben nur wenige Hotels an den Autobahnen gesehen, die geöffnet hatten.

Bilder im Advent 24 – Positive Zukunftsvision

Zum Abschluss meines kleinen Adventskalenders steht ein Fotomosaik mit dem Logo der Vereinten Föderation der Planeten. Und damit jeder die Einzelbilder auch anschauen kann, habe ich es in voller Größe hochgeladen. Warum das Logo der Föderation? Weil es ein Sinnbild ist, für was Star Trek steht. Für Völkerverständigung, für Frieden und für eine lebenswerte Zukunft aller.

Star Trek hat auf vielfältige Weise mein Leben beeinflusst. Hätte ich ohne Star Trek: Classic, The next Generation oder Deep Space Nine angefangen zu Romane zu schreiben? Wahrscheinlich nicht. Hätte ich ohne Star Trek: Voyager Elektrotechnik studiert? Eher nicht. Hätte ich ohne Star Trek: Enterprise meinen Mann kennengelernt. Ganz sicher nicht.

Star Trek war und ist für mich wichtig. Es wird immer ein ein Teil von mir bleiben. Es ist der Glaube an eine positive Zukunft, die mich hoffen lässt.

In dem Sinne wünsche ich all meinen Lesern besinnliche Feiertage und kommt gesund ins Neue Jahr.

Fleischfressende Pilze und andere Unannehmlichkeiten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 341 – »Sporensturm« von Lucy Guth

Die CREST II erreicht Epsal und wird sofort von Iratio Hondro erpresst. Er hat die Bevölkerung der Kolonie unter seiner Kontrolle und versucht nun auch Besatzungsmitglieder der CREST II zu kontrollieren. Zum Teil gelingt ihm das. Die Betroffenen sabotieren wichtige technische Anlagen, darunter auch die Fusionsreaktoren. In letzter Minute können Gucky und John Marshall eine Katastrophe verhindern.
Getarnt dringen Rhodan, seine Söhne sowie Omar Hawk und Gucky nach Epsal vor. Dort versucht Hondro die Planetenmaschine in Gang zu setzen. Ronald Tekener folgt ihnen heimlich, weil er seine Schwester aus den Fängen des irren Plophoser befreien will. Unterstützung erhält er unteranderem durch die Schiffsintelligenz SENECA.
Jessica Tekener leidet unter Hondros mentaler Kontrolle. Sie kann aber einen epsalischen Jungen aus seinem Griff befreien. Er wird zum Schlüssel, den die Ärzte der CREST II benötigen, um auch die anderen Kolonisten Hondros Zugriff zu entziehen.
Rhodan und sein Team stellen Hondro in der Steuerzentrale der Planetenmaschine, doch der Plophoser ist so übermächtig, dass ihm niemand Paroli bieten kann. Nur Tekener in seiner schieren Wut gelingt es, Hondro zur Aufgabe zu bewegen. Doch Hondro hat ein Ass im Ärmel, er zwingt Jessica auf ihren Bruder zu schießen, kurz bevor er mit ihr vom Planeten fliehen kann.
Zwar sind Epsal und eine Bewohner gerettet, aber Hondro kann weiterhin seine dunklen Pläne verfolgen.

Ein großartiger Roman von Lucy Guth. Da steckt alles drin, was eine gute Geschichte braucht. Gut ausgearbeitete Charaktere, eine atmosphärisch dichte Handlung, eine exotische Welt und einen fiesen Bösewicht. Die Story hat mich mitgerissen.

Die Autorin schafft es sogar, mir Jessica Tekener nahezubringen, obwohl ich die Figur nicht wirklich mag. Aber hier leide ich tatsächlich etwas mit ihr mit. Vor allem als sie am Ende ihrem Bruder und ihrem Geliebten Thomas Rhodan gegenübersteht und Hondro sie zwingt, auf einen von beiden zu schießen. Das ist ein echter Showdown. Ronald Tekener ist auch in diesem Roman eine extrem starker Charakter, der sich von nichts und niemandem etwas sagen lässt, aber mit allem durchkommt, weil er mit seiner unkonventionellen Art Erfolg hat.

Schön ist, dass die Autorin Figuren aus ihren früheren Romanen wieder aufnimmt und weiterentwickelt. Mir gefiel die Autistin Donna Stetson schon bei ihrem ersten Auftritt in Band 236. In dieser Geschichte erhält sie weiteres Entwicklungspotenzial und einen guten Freund. Sie ist es auch, mit der SENECA direkt kommuniziert. Die Dialoge zwischen den beiden sind echte Highlights.

Erstaunlich finde ich nach wie vor, wie eigenmächtig die Schiffsintelligenz agieren darf. Dass Thora sich das gefallen lässt …? Da bin ich auf die weitere Entwicklung gespannt. Ebenfalls gespannt bin ich auf Iratio Hondro und was die Exposéautoren mit ihm geplant haben. Ich bin nach wie vor skeptisch, weil der Charakter einfach viel zu übermächtig ist.

»Sporensturm« ist ein spannender Roman, den man gelesen haben muss. Dass die Autorin gleich noch den Anschlussband verfasst hat, freut mich daher umso mehr.

Bilder im Advent 23 – Durch die Wüste

 

Anfang des Monats schrieb ich bereits einige Worte zu meinem Roman »Wüstenpfade«. Heute möchte ich das Titelbild präsentieren. Die Karawane ist Teil der Handlung. Damit versucht Doktor Bashir zusammen mit einer Entwicklungshelferin aus dem Sudan des Jahres 1994 zu entkommen.

Eine Kopie der Zeichnung überreichte ich dem Bashir-Darsteller Siddig el Fadil (Alexander Siddig) als er 2014 in Düsseldorf Stargast auf der FedCon war. Der Schauspieler hat eine große Fangemeinde und engagiert sich sehr für seine Fans. In diesem Jahr hat er eine Zoom-Initiative gestartet, weil die meisten Veranstaltungen und Cons ausgefallen sind. Jede Woche können sich Fans mit ihm zu einem Zoom-Meeting verabreden. Außerdem lud er einige seiner Kollegen aus Deep Space Nine ein. Sie vertonten gemeinsam die FanFiction-Geschichte eines Fans. Mitschnitte kann man sich in seinem YouTube-Kanal ansehen.

Ich finde es großartig, wie sich der Schauspieler um die Star Trek-Fans kümmert. Wo doch die Serie bereits vor zwanzig Jahren endete. Man spürt, dass Schauspieler und Fans nach so langer Zeit immer noch wie eine Familie sind.

Bilder im Advent 22 – Sarek

Das ich ein Faible für alles Vulkanische habe, insbesondere Vulkanier, hat man vielleicht schon bemerkt. Neben Spock gibt es einen weiteren Charakter, der es mir angetan hat, nämlich seinen Vater Sarek. Dieser taucht das erste Mal in der Classic-Serie auf, später dann in den Filmen. Auch in TNG ist er in zwei Folgen zu sehen. In all den Episoden wird das angespannte Verhältnis zu seinem Sohn Spock thematisiert.

Die Beziehung zwischen Vater und Sohn war nie die beste. Es kommt mehrmals zwischen beiden zum Bruch. Einmal, weil Spock sich entscheidet zur Sternenflotte zu gehen, entgegen Sareks Wunsch, er möge die Vulkanische Akademie der Wissenschaften besuchen. Zum letzten Mal entzweien sich Vater und Sohn als Sarek nach dem Tod seiner Frau Amanda, Spocks Mutter, wieder eine menschliche Frau heiratet. Dieses Zerwürfnis kann bis zu Sareks Tod nicht mehr gekittet werden. Sarek stirbt, ohne sich mit seinem Sohn zu versöhnen.

Diese problematische Vater-Sohn-Beziehung wird stets auf sensible und glaubwürdige Weise dargestellt. Die Ablehnung, die Spock von seinem Vater erfährt, ebenso wie die Reue, die sein Vater deswegen empfindet. Ich fand die Darstellung dieses schwierigen Verhältnisses immer ausgesprochen faszinierend. In den Romanen zur Serie wird das noch vertieft und stärker beleuchtet.

Gespielt wurde Sarek bis zu TNG von Mark Lenard, welcher leider viel zu früh verstarb. In den Star Trek-Filmen und -Serien nach 2009 tauchte der Charakter des Vulkaniers immer wieder auf, gespielt von verschiedenen Schauspielern. Leider konnte ich diesen Darstellungen des Sarek nichts mehr abgewinnen. Für mich ist und bleibt Sarek eine Inkarnation von Mark Lenard.

Die Bleistift-Zeichnung stammt aus einem meiner Romane aus der T‘Cai-Reihe. Ich habe den Charakter in meinen Geschichten sehr gern beschrieben.

Bilder im Advent 21 – Abgewürgt


Das Fotomosaik fertigte ich aus vielen hundert Bildern aus Star Trek: Enterprise an. Nach anfänglicher Skepsis hatte ich für die Serie Feuer gefangen. Das lag nicht nur an dem sympathischen Captain, sondern an zwei weiteren Charakteren, der Vulkanierin T‘Pol und dem Ingenieur Trip Tucker. Die beiden haben im Laufe der Serie eine Liaison, aus der am Ende sogar ein Kind hervorgeht. Die Entwicklung der beiden Figuren zog sich über alle Staffeln hinweg und wäre sicher noch weiter gegangen, wenn die Serie nicht abgesetzt worden wäre.

Dabei hatte sich die Serie in der vierten Staffel endlich gefunden. Die Geschichten, meist geschrieben von Manny Coto, waren durchweg spannend und warfen einen Blick auf die Entwicklung der Menschheit bis zur Gründung der Föderation. Oftmals verlief die Handlung über mehrere Episoden und zeigte vom Namen her bekannte Schauplätze zum ersten Mal überhaupt.

So wurde nicht nur die Gesellschaft auf Vulkan näher beleuchtet, sondern auch die Andorianer. Bisher kannte man von ihnen nur das Aussehen. Zum ersten Mal konnten die Fans den Planeten Andoria mit eigenen Augen sehen.

Die Serie machte in dieser Staffel alles richtig und wäre sicher noch erfolgreicher geworden, wenn sich der Sender UPN nicht einem Imagewechsel hätte unterziehen wollen. Das Problem, UPN wurde nur von wenigen Haushalten in den USA empfangen. Die Reichweite der Serie war also begrenzt. Viele kannten sie nicht und damit blieb auch die Popularität begrenzt. Zudem setzte der Sender verstärkt auf Reality-Formate, die billig zu produzieren waren. Eine Science-Fiction-Serie wie Enterprise war zu teuer und passte den Verantwortlichen nicht ins Konzept. Somit kam das vorzeitige Aus.

Das war aber nicht das Schlimmste. Die Fans und die Schauspieler wären versöhnt gewesen, wenn man einen runden Abschluss gefunden hätte, mit der man die Serie hätte verabschieden können. Was Berman und Braga aber machten, traf alle Beteiligten ins Herz. In der letzten Episode ließen sie die Charaktere Commander Riker und Deanna Troi aus TNG auf dem Holodeck beobachten, wie Jonathan Archer und seine Crew bei der Gründung der Föderation mitwirkten. Es wirkte, als wären die Erlebnisse der Enterprise NX-01 nur ein Holoabenteuer der TNG-Crew gewesen, als wäre alles was in den vier Serienjahren passiert ist, nicht echt und nur von den Menschen der Zukunft ausgedacht worden.

Für die Fans war das ein Schlag ins Gesicht und auch die Schauspieler waren wenig glücklich über diese Wendung. Selbst Jonathan Frakes und Marina Sirtis, die beiden Schauspieler aus TNG, fühlten sich beim Dreh der Episode nicht wohl in ihrer Haut. Als Folge davon, wird die finale Episode von Enterprise von den Fans bis heute ignoriert. Sie zählt als TNG-Folge, gehört aber nicht zum Kanon von Enterprise.

Das Absetzen der Serie und der Imagewechsel haben UPN nicht retten können, der Sender, der mit dem Pilotfilm von Star Trek: Voyager gestartet war und stets von Star Trek getragen wurde, ging 2006 sang und klanglos unter – ohne Star Trek.

Independent Film – Made in Bavaria

Seit dem Film »Wer früher stirbt ist länger tot« bin ich ein heimlicher Fan von bayrischen Heimatfilmen. Damit meine ich nicht die alten Schnulzen, sondern witzige Independent-Komödien wie zum Beispiel »Eine ganz heiße Nummer«. Die Eberhofer-Krimis sehe ich mir auch gern an, obwohl ich Krimis nicht mag, aber ich finde die Filme lustig. Die Bayern vor allem die Polizei in Bayern werden da regelmäßig auf die Schippe genommen. Nun habe ich als Zugereiste den Vorteil, dass ich seit knapp zwanzig Jahren in Bayern lebe und der Sprache einigermaßen mächtig bin. Zumindest verstehe ich die Leute in den Filmen meistens und brauche keine Untertitel.

Unlängst entdeckte ich wieder einen Film, der aus der Gegend kommt und auf witzige Art und Weise die bayrische Lebensweise karikiert. »Mit dem Rückwärtsgang nach vorn« ist eine ganz besondere Produktion, weil sie ausschließlich von jungen Leuten mit einem minimalen Budget produziert wurde. Das Geld stammt von Sponsoren und die vielen bekannten Darsteller haben alle ohne Gage gespielt. Die jungen Leute haben eine Produktionsgesellschaft gegründet und alle Aufgaben am Set selbst übernommen. Bei der Postproduktion waren ebenfalls ausschließlich junge Filmschaffende am Werk, die teils noch studieren. Dafür ist der Film superprofessionell geworden, finde ich. Dadurch, dass ich mal in einer »Filmfabrik« gearbeitet habe, kann ich ungefähr einschätzen, was es bedeutet, einen Film zu drehen und wie viel Arbeit in einer Postproduktion steckt.

Es ist eine beachtliche Leistung, die die jungen Leute um Autor und Regisseur Sebastian Schindler erbracht haben. Der Wasserburger sieht ein bisschen aus, wie eine junge Ausgabe von Axel Stein. Es war nicht sein erster Film. Er machte bereits mit dem Kurzfilm »Ein Dorf steht Kopf« auf sich aufmerksam. Mit dem aktuellen Streifen erzählt er eine Geschichte über ein kleines Dorf in der Nähe von Wasserburg, in dem der Bürgermeister genervt von den modernen Zeiten irgendwann entscheidet, die Zeit zurückzudrehen.

Besagter Bürgermeister beschließt das Dorf einschließlich seiner Bewohner in die achtziger Jahre zurückzuversetzen, komplett mit D-Mark, alten Autos, Röhrenfernsehern sowie Telefonen mit Wählscheibe. Die Alten machen begeistert mit, nur die Jugendlichen leiden unter den für sie archaischen Zeiten ohne Internet und Smartphone. Als er zur Kontrolle der jungen Menschen eine Mauer um das Dorf bauen lässt, wehrt sich die Jugend. Die Geschichte ist lustig, hat aber gleichzeitig einen ernsten Hintergedanken. Man erlebt mit, wie aus einer gutgemeinten Idee eine totalitäre Situation wird, die am Ende tragisch eskaliert.

Ich möchte an dieser Stelle ein bisschen Werbung für diesen schönen Film machen. Der erschien im April und fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. Er konnte leider nur bei wenigen Veranstaltungen im Sommer gezeigt werden. Seit ein paar Tagen ist die DVD erhältlich und kann direkt bei den Produzenten auf der Internetseite mitdemrueckwaertsgangnachvorn.de bestellt werden. Bei Amazon und Co gibt es den Film nicht zu kaufen.

Ich habe mir die DVD bestellt und kann den Streifen nur wärmstens empfehlen. Zumindest denjenigen, die keine Probleme mit dem Bairischen haben. Wer möchte, kann mal in den Trailer reinschauen.

Bilder im Advent 20 – Good Bye Voyager

Mit dem Bild »Eclipse« möchte ich das Thema Voyager abschließen. Ich habe noch mehr Bilder zu der Serie gezeichnet. Aber wie schon gesagt, wurde meine Euphorie für die Serie relativ bald gedämpft. Die Figuren entwickelten sich nicht mehr. Die Geschichten waren nicht mehr so spannend. Ich verlor in der fünften und sechsten Staffel das Interesse an Star Trek: Voyager und wendete mich anderen Dingen zu. Die Nachfolgeserie Enterprise holte mich dann wieder ab und so blieb ich Star Trek treu.

Das Bild malte ich wieder mit Acryl, weshalb die Sonnencorona nicht so richtig gut gelungen ist. Wer genau hinsieht wird feststellen sie ist grün. So viel zu dem Spruch: »Grüne Sonnen gibt es nur bei PERRY RHODAN«. Offensichtlich existiert das Phänomen auch bei Star Trek. Vielleicht ist es auch nur die Anomalie der Woche, so genau weiß ich das nicht mehr.

Seit ich das Bild gemalt habe, sind zwanzig Jahre vergangen. Eine lange Zeit die unglaublich schnell vorüberging. Ich bin immer noch Star-Trek-Fan, obwohl ich heute nicht mehr so viel Star Trek schaue. Auch wenn mein Fanherz jetzt mehr für Perry Rhodan schlägt, werde ich weiterhin allem folgen worauf der Name Star Trek steht. Einschließlich Discovery, vielleicht wird es ja besser mit der Zeit. Man soll bekanntlich die Hoffnung nie aufgeben.

Bilder im Advent 19 – Fan-Fiction

Zu mir sagte mal ein Autor: »Wie kann man nur zu einer Fernsehserie Fan-Fiction schreiben?« Zu einem Buch fände er das okay, aber zu einer Fernsehserie …

Ich kenne viele professionelle Autoren, die mit Fan-Fiction angefangen haben. Andreas Eschbach zum Beispiel hat als Jugendlicher eine PERRY RHODAN-Geschichte geschrieben. Aber … Halt. Das ist eine literarische Vorlage, da darf man das … zu Star Trek nicht, weil das eine Fernsehserie ist!

Ich gebe zu, dass ich mich über die Worte damals sehr geärgert habe, aber ich habe nichts erwidert. In den letzten Jahren wurde von allen Seiten der Eindruck an mich herangetragen, Fan-Fiction im Allgemeinen sei etwas Böses. In den Neunzigern und Zweitausendern hat das niemanden gestört, zumindest nicht in meiner Hobbyautorenblase. Ich habe damals wie viele andere Fans, Fan-Fiction zu Star Trek zelebriert. Wenn mir nicht gefallen hat, wie sich die Figur in der Serie entwickelte, oder wenn ich nicht die Stories zu sehen bekommen habe, die ich gerne hätte sehen wollen, dann schrieb ich sie kurzerhand selbst. Das hat sich im Laufe der Jahre verselbstständigt.

So entstand mein eigenes kleines Epos. Ich erschuf einen Charakter und begleitete diesen durch die Jahrzehnte, so wie er mich gleichermaßen begleitete. Ich hatte immer Spaß dabei und machte mir nie Gedanken darüber, dass die Geschichte minderwertig sein könnte, weil sie Fan-Fiction zu Star Trek war.

Einerseits ist Fan-Fiction einfacher zu schreiben. Das Setting ist vorgegeben, der Weltenbau wurde von anderen erledigt, selbst die Figuren sind schon angelegt. Andererseits war immer mein Anspruch, dass meine Geschichten in den Kanon passten. Die Herausforderung hieß also, die Lücken im Weltenbau und in den Figurenhintergründen so zu nutzen, dass sich die Handlung in den bestehenden Serien-Kanon nahtlos einordnete. Außerdem durften sich die handelnden Figuren nicht »Out of Character« verhalten. Da hieß es, gut beobachten. Das wiederum schränkt die Möglichkeiten der Fan-Geschichten ein, wenn man es richtig machen will. Was ich damit sagen möchte, ist, dass Fan-Fiction ihre Daseinsberechtigung hat. Es macht unter Umständen mehr Arbeit, als sich eigene Geschichten auszudenken, weil man viele Vorgaben erfüllen muss.

Was nun der Unterschied zwischen einer literarischen Vorlage und einer Fernsehserie sein soll, habe ich bis heute nicht herausgefunden. Warum soll das eine okay sein und das andere nicht? Ich stehe nach wie vor dazu, Fan-Fiction zu Star Trek geschrieben zu haben. Und ich würde es niemandem vorwerfen oder ausreden, der es immer noch tut. Fan-Fiction ist eine großartige Erweiterung eines bestehenden Kosmos, die gleichermaßen gewürdigt werden sollte. Denn manchmal bringt Fan-Fiction sogar Bestseller hervor. So war »Fifty Shades of Grey« ursprünglich mal Fan-Fiction zur »Twilight«-Saga von Stephanie Meyers, die übrigens Fan-Fiction jeder Art zu ihren Büchern und den Filmen untersagt.

Die Bleistiftzeichnungen sind Illustrationen zum dritten Teil meiner T’Cai-Reihe.