Am Frillensee

Wenn man schon dort wohnt, wo andere Urlaub machen, sollte man auch mal dort hingehen, wo sich sonst die Touristen tummeln.

Den Frillensee hatte ich bei einem meiner Streifzüge auf Google Maps entdeckt. Meine Kollegin, die sich dort auskennt meinte, der Erlebnis Wanderweg zum Frillensee wäre ein schöner Spaziergang. Und weil am Samstagvormittag das Wetter noch schön sein sollte, fuhren wir nach Inzell. Der Wanderparkplatz war noch nicht überfüllt, aber es standen schon viele Autos da, die meisten hatten aber einheimische Nummernschilder.

Mit Bergschuhen, Rucksack und Stöcken ausgestattet, gingen wir los. Der Weg zum See war ausgeschildert und sollte etwa eineinhalb Stunden dauern. Hinter dem Forsthaus dann die Ernüchterung. Der Weg war mit einem Flatterband abgesperrt, wegen Baumfällarbeiten. Die jungen Leute vor uns drehten um, wir stiefelten durch die Wiese, weil mein Mann weiter vorn einen anderen Weg entdeckt hatte. Ich hatte zwar das Schild gesehen, aber nicht den Weg. Wir kamen auf einer Forststraße heraus und folgten ihr.

Es war steil, ich kam schnell ins Schwitzen und keuchte bald wie eine Astmakranke. Außerdem bekam ich Kopfschmerzen, wie immer, wenn mein Blutdruck steigt. Die langen Lockdowns waren definitiv nicht gut für meine Fitness gewesen. Doch der Waldweg führte bald auf einen weniger steilen Weg und je länger wir gingen, desto mehr verschwanden die Kopfschmerzen. Am Wegesrand blühte der wilde Rhabarber, was ich so noch nie gesehen habe und das Heidelbeerkraut war voller Blüten.

Nach einer Stunde erreichten wir den See auf knapp tausend Meter Höhe. Es ist sehr idyllisch, man hat einen Steg gebaut, so das man komplett drumherum gehen kann. Es waren ein paar Familien und Wanderer unterwegs, aber es hielt sich in Grenzen. Im flachen Wasser konnte man Fische sehen und Schwärme von Mücken tanzten über dem Steg. Leider schob sich gerade eine Wolke vor die Sonne, als ich fotografieren wollte. So sind die Bilder etwas dunkel geworden.

Nach einer kurzen Rast, spazierten wir um den See und gingen über die Forststraße zurück zum Auto. Inzwischen war es recht warm geworden und meine Knie schmerzten. Ich hätte keinen Schritt weiter gehen wollen. Aber schön war’s. Es gibt in der Gegend weitere Bergseen, denen werden wir demnächst einen Besuch abstatten.

Geschenke zum Geburtstag

Am Pfingstwochenende hatte ich Geburtstag und wir waren auch deshalb zu der Zeit in Saalfeld. Die Feier war ganz familiär ausschließlich mit Geimpften. Neben meinen Eltern wir nur noch meine 90-jährige Tante da. Ich hatte Rhabarber-Torte gebacken und abends hat mein Mann Bratwürste gebraten.

Meine Mutter hat sich die vergangenen Wochen sehr viel Arbeit gemacht, um mein Geburtstagsgeschenk pünktlich fertigzustellen. Bis auf die letzte Minute hat sie daran gearbeitet. Das möchte ich an dieser Stelle würdigen. Die handgestickte Tischdecke liegt jetzt auf unserem Wohnzimmertisch und erfreut uns jeden Abend, wenn wir auf der Couch sitzen.

Mein Vater war dieses Mal für das Schriftliche zuständig, obwohl ihm das nicht so gut liegt. Er hat mir eine schöne Karte gekauft – eine Ehrenurkunde mit einem passenden Spruch – und etwas dazu geschrieben. Das hat mich gleichzeitig verblüfft und gefreut.

Nochmals vielen Dank!

Design trifft auf Physik

Quelle: Mapio.net

Eigentlich wollte ich diesen Text gestern schon schreiben, aber dann hatte ich gestern Abend einen solchen Knoten im Kopf, dass gar nichts mehr ging. Grund dafür ist ein Mehrfamilienhaus, das wenige Schritte von uns entstehen wird und für das ich mit der Durchbruchsplanung beauftragt wurde.

Die Wohnungen sind inzwischen längst verkauft. Bei den Preisen pro Quadratmeter schätze ich mal, dass die Käufer wieder vorwiegend aus der ganzen Republik kommen und keine Einheimischen sein werden. Vermutlich ältere Leute, die ihr Haus verkauft haben und nun in eine Wohnung ziehen, die genausoviel kostet wie anderswo ein Haus oder eine Villa. Das Architekturbüro aus Österreich hat schicke Exposés erstellt, computeranimierte, realistisch aussehende Fotos zeigen moderne Wohnungen.

Quelle: Mapio.net

Das sieht alles wunderbar aus und wäre auch toll, wenn nicht die Physik wäre. Ich habe nämlich nun die schwierige Aufgabe, die Versorgungs- und Entwässerungsleitungen für das Gebäude festzulegen. Da ist es hinderlich, wenn in einem vierstöckigen Gebäude mit Keller, die Bäder und WCs in jeder Wohnung an einer anderen Stelle sind und sich unter und über den Bädern Wohn- oder Schlafräume befinden. Bei denen das Abwasserrohr dann genau durchs Bett verlaufen würde. Außerdem wird gern vergessen, dass Abwasserrohre oben offen sein müssen, damit das Wasser auch ablaufen kann. Sprich, jedes Abwasserrohr muss auf dem Dach in einer Entlüftung enden. Das Abwasserrohr, das vom Erdgeschoss in den Keller führt, muss also auch durch die Obergeschosse und durchs Dach. Wenn die Bäder also nicht übereinander liegen heißt das: ich brauche für jede Wohnung mindestens einen Strang, der sich durch alle Etagen zieht. Wenn Badewanne, Toilette oder Dusche sich auch noch an verschiedenen Seiten des Bads befinden, brauche ich zwei Abwasserrohre. Diese einfach so über den Boden zu verlegen, geht nur bei kurzen Distanzen, weil die Rohre ein Gefälle haben müssen, damit das Wasser nicht stehenbleibt, sondern abläuft. Und dazu reicht der Fußbodenaufbau in den meisten Fällen nicht.

Quelle: Mapio.net

Man sieht, so eine Abwasserplanung ist hochkomplex. Zusätzlich kommen noch die Versorgungsleitungen mit Trinkwasser, Warmwasser sowie Vor- und Rücklauf für die Heizung hinzu. Auch hier gibt es Mindestlängen, die man einhalten muss, zum Beispiel wegen der Trinkwasserhygiene oder der Vorlaufzeiten fürs Warmwasser. Ich habe mir gestern erstmal den ganzen Tag den Kopf zerbrochen, wie man wo lang fahren könnte, um das Haus zu entwässern, ohne den Grundriss der Wohnungen zu ändern. Ich hatte dann zumindest drei von zehn Strängen die einigermaßen von unten bis oben durchgingen, wenn auch mit kleinem Versatz. Beim Rest scheitert es meist an der Entlüftung übers Dach. Sprich, ich komme mitten in der Terrasse bzw. mitten im Wohnzimmer hoch. Oder ich lande im Kellerflur, der als Brandabschnitt gekennzeichnet ist. In diesen darf man nur Rohre oder Leitungen verlegen, die nicht brennbar oder schwer entflammbar sind, bzw. die speziell abgeschottet werden müssen, damit der Brandschutz eingehalten wird. Was extreme Mehrkosten verursacht.

Quelle: Mapio.net

Die Wohnraumlüftung ist auch noch nicht perfekt. Vor allem im Dachgeschoss schaffen wir die vorgegebenen Maße des Herstellers nicht und müssen die Abluftstränge notfalls über den Boden ziehen. Das geht zwar, kostet aber wieder mehr.

Am Montag kommt der Architekt vorbei. Ich bin gespannt, was er sagt. Beim Hausbau ist der Spruch »form follows function« nämlich zwingend. Wasser richtet sich immer nach der Physik und nie nach dem Design.

Kritik einstecken kann man lernen

»Wer seinen Hintern zum Fenster raushängt, der muss damit rechnen, dass es drauf regnet.« Den Satz von NEO-Exposéautor Rainer Schorm sage ich jedes Mal zu mir selbst, wenn ich in der einen oder anderen Weise Kritik für meine schreiberische oder redaktionelle Arbeit einstecken muss.

Diese Woche hatte ich gleich zwei Mal das Vergnügen, mich mit Kritiken zu meiner Kolumne »FanSzene« auseinanderzusetzen. Unabhängig voneinander wurden Inhalt und Aussagen kritisiert. Noch vor ein paar Jahren hätte mich das total verunsichert. Inzwischen habe ich gelernt, konstruktiv damit umzugehen. Die Kritiker meinen es nicht böse, sie haben nur einen anderen Standpunkt oder eine andere Meinung. Das ist legitim. Meist ist es der fehlende Einblick in die Abläufe, um zu verstehen, warum ich das eine Fanzine nicht dafür aber das andere besprochen habe? Warum in der Ausgabe der SOL jene Artikel drin sind und nicht andere. Ich kann allen nur versichern, dass es gute Gründe gibt für das, was ich schreibe und tue. Was meine Aussagen betrifft, so hat jeder seine eigenen Ansichten. Ich finde es gut, wenn sich jemand gegenteilig äußert, denn das beweist mir, das diejenigen es gelesen und sich damit auseinandersetzt haben. Das bringt ganz viel für mich selbst, weil manches von einem anderen Standpunkt ausgesehen, tatsächlich einen anderen Eindruck macht. Insofern bin ich froh, wenn sich jemand kritisch äußert. Es sollte aber konstruktiv sein, da bin auch auch gern bereit, mit demjenigen zu diskutieren.

Es gab diese Woche auch angenehme Kritik. Zum Beispiel zur SOL 102. Uwe Bätz, der fleißig alle Romane der PERRY RHODAN Erstauflage rezensiert, schrieb in seinem Blog »Ansichten zu PERRY RHODAN« zur aktuellen Ausgabe der SOL. Und Volker Hoff hat zusammen mit Martin Ingenhoven ein YouTube-Video über die SOL 102 gedreht.

Beides freut mich natürlich sehr. Ich hoffe, auch die anderen Leser der SOL hatten viel Freude mit den Beiträgen im Heft. Momentan arbeite ich schon an der Ausgabe 103.

Klassisches Kinderbuch

Quelle: Diogenes.ch

Vor einiger Zeit sahen wir uns den Film »Der kleine Nick macht Ferien« an. Tags darauf entdeckte ich im »Merkheft« das dazugehörige Buch aus dem Diogenes Verlag und bestellte es.

Die Geschichten vom kleinen Nick wurden von Asterix Erfinder René Goscinny in den späten Fünfziger bis frühen Sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts geschrieben und 2009 und 2015 verfilmt. Klar das ich beim Lesen, die Bilder der Schauspieler im Kopf hatte. Der Vater wird von Kat Merad gespielt und man hat die ganze Zeit sein Bild vor Augen.

Mit dem Film haben die Kurzgeschichten im Buch wenig bis gar nichts zu tun. Die Figuren sind die gleichen, aber der Film hat eine zusammenhängende Dramaturgie. Das ist auch nicht schlimm. Viel schlimmer finde ich, dass die Namen und Ortsbezeichnungen für die deutsche Übersetzung eingedeutscht wurden. Das ist ein französisches Kinderbuch, es spielt in Frankreich, warum muss man die Handlung an die Nordsee oder Ostsee verlegen? Das erschließt sich mir nicht.

Auch finde ich die Geschichten, die das Buch enthält, etwas altbacken. Sie sind zwar lustig, aber ich bin mir sicher, dass sie auf Kinder von heute bisweilen befremdlich wirken könnten. Beispielsweise wenn Nick aus dem Ferienlager berichtet und dort mehrmals am Tag Fahnenappelle abgehalten werden oder wenn von Sperren am Bahnsteig die Rede ist. Ich bin mir auch sicher, das heute der Umgang mit Kindern ein anderer ist, wenn zum Beispiel der Gymnastiklehrer den Jungs Ohrfeigen androht. Es wirkt antiquiert und eingestaubt. Ohne den entsprechenden Kontext ist Kindern im 21. Jahrhundert der Inhalt schwer vermittelbar. Beim Film ist das einfacher, da sieht man, dass es in der Vergangenheit spielt, allein an den Autos und der Kleidung. Im Buch fehlen die notwendigen Erklärungen und dass macht es meines Erachtens problematisch.

Das beste an der Ausgabe, die ich gekauft habe, ist das kleine Begleitheft, in das Kinder ihre Ferienerinnerungen selbst eintragen und mit Bildern ausschmücken können. Das ist eine schöne Idee.

Klimatisches Hin und Her

Man weiß dieser Tage nicht, was man anziehen soll und muss sich gefühlt zehnmal am Tag umziehen. Entweder man friert oder es ist einem zu warm.

Gestern stand ich vorm Kleiderschrank und suchte nach einem langärmeligen Schlafanzug … Ende Mai, das muss man sich vorstellen. Heute morgen entschied ich mich für ein langärmeliges Shirt. Wir gingen raus und spazierten durchs Dorf für ein paar Erledigungen. Danach schwitzte ich weil die Sonne schien und zog mir daheim ein T-Shirt an, in dem ich kurze Zeit später wieder fror. Ich zog das Langärmelige wieder an und setzte mich auf den Balkon in die Sonne. Da der Wind ging, war es mir bald zu kühl im Rücken und ich zog eine Weste drüber. Als die Sonne heute Nachmittag weg war, kehrte ich frierend ins Wohnzimmer zurück. Wetten, heute Abend brauche ich auf der Couch wieder eine Strickjacke und im Bett meine warmen Wollstrümpfe. Morgen früh ist es mir dann wieder zu warm.

Mein Mann war heute Nachmittag Fahrradfahren und musste umkehren, weil es anfing zu tröpfeln. Zehn Minuten später schien wieder die Sonne. Ich hab ja nichts gegen schlechtes Wetter, aber das was wir seit zwei Monaten haben, ist lästig. Man kann sich nichts vornehmen, weil es so unbeständig ist und man nie weiß, welche Kleidung angesagt ist. Unlängst sind wir aus heiterem Himmel in ein Gewitter gekommen. Da schien die Sonne noch und es hat schon geregnet. Wir waren patschnass.

So ein bisschen Stabilität wäre wünschenswert, nicht nur beim Wetter.

Wechselhafter Maiurlaub

Es ist aufgefallen, dass ich in den vergangenen Wochen nicht so häufig gebloggt habe. Der Grund: Ich habe mir etwas Urlaub gegönnt. Was auch hieß, dass ich meine Finger stillgehalten und weniger geschrieben habe. Mein Mann war drei Wochen zu Hause, ich nur zwei. Viel konnte man nicht unternehmen, zum einen wegen der anhaltenden Pandemielage und zum anderen wegen des Aprilwetters, das keine halbe Stunde lang stabil war. Dennoch will ich mich nicht beschweren, der Regen ist besonders für die Wälder dringend notwendig. Die letzten beiden Jahre waren einfach zu warm und zu trocken, was man erkennt, wenn man auf der A9 Richtung Norden fährt und im Frankenwald die sterbenden Bäume sieht.

Eine Woche waren wir in Saalfeld und haben dort mehr gearbeitet als uns erholt, aber zumindest waren wir an einem schönen Vormittag auf dem Kulm. Das Top-Ausflugsziel in der Region wird derzeit saniert. Aus dem ehemaligen Restaurant wird ein Hotel mit Restaurant und Außenterrasse. Noch stehen die Baumaschinen und durchwühlen die Bergspitze, zum Aussichtsturm kann man aber hinlaufen. Ich hab mich natürlich nicht bis ganz hoch getraut. Bei der steilen Treppe, dem luftigen Stahlträgergerüst und der Höhe, erschien mir das zu gefährlich. Ich weiß nicht, als Kind hat mir das nichts ausgemacht, da war ich immer die erste, die oben war. Dabei gab es damals keine Edelstahl-Fangnetze und der Rost hatte den 1884 erbauten Turm fest im Griff. Der Ausblick ist aber nach wie vor sensationell und mein Mann war so lieb ein paar Fotos zu machen.

Das frische Grün der Blätter und die Rapsfelder leuchteten in der Sonne und man konnte die Stadt und die sie umgebenden Berge in aller Schönheit bewundern. Der Sendemast ist nach wie vor beeindruckend in seiner Größe, obwohl ein Teil der Spitze zurückgebaut wurde. Ich denke, da fahren wir wieder einmal hoch oder besser laufen. Ich möchte einmal von unten bis hinauf wandern.

Hin- und Rückfahrt liefen wieder völlig unkompliziert und angenehm. Mit dem ID3 fährt es sich einfach entspannter, auch wenn EnBw demnächst massiv die Preise an den Ladesäulen anheben wird. Leider gibt es da keine staatliche Regulierung wie beim Ölpreis, die Anbieter dürfen verlangen, was sie wollen. Bei manchen kostet die Kilowattstunde 1,09 Euro, das Dreifache dessen, was man beim Haushaltsstrom zahlen muss. Ich würde es verstehen, wenn die Anbieter den Aufbau der Infrastruktur komplett selbst bezahlen müssten, aber alle Ladestationen, bei denen wir getankt haben, wurden alle staatlich gefördert von unseren Steuergeldern. Da kleben überall die Aufkleber des Verkehrsministeriums drauf. Wenn das so weitergeht, wird das mit der E-Mobilität nichts werden.

Hier noch ein paar Bilder vom Kulm.

Zwangsläufige Annäherung

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 252 – »Kampf um SENECA« von Susan Schwartz

Die Lage im Akon-System ist nach wie vor angespannt. Akonen und Terraner stehen sich misstrauisch gegenüber. Die Unsicherheit auf beiden Seiten in der Bevölkerung ist groß, dennoch geben sich die Regierungen hoffnungsvoll. Akonische und menschliche Wissenschaftler versuchen den Blauen Schirm zu reparieren. Die komplette Raumflotte ist auf der Erde gelandet. Nur die CREST II mit der Interims-Kommandantin Gabrielle Montoya befindet sich noch im Weltraum zwischen den Planeten, weil die Schiffspositronik SENECA sich immer seltsamer verhält.
Montoyas Kontakt zur Akonin Auris von Las-Toór ist herzlich und so lädt diese als Mitglied des Hohen Rates eine Delegation der CREST II nach Drorah zu einem Empfang in der Hauptstadt ein. Die friedliche Begegnung wird auf beiden Planeten in den Medien ausgestrahlt und soll das Mistrauen abbauen.
Doch ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt dreht SENECA durch und die CREST II droht auf den Planeten zu stürzen. Der Impakt würde nicht nur die Crew, sondern auch Millionen Akonen auslöschen. Von der akonischen Delegation an Bord zurückgelassene Nanomaschinen zerstören nach und nach die Positronik. In letzter Minute gelingt es den Spezialisten auf der CREST II, allen voran Donna Stetson und den Zwillingen Bumipol und Sianuk na Ayutthaya die Naniten den Grund für SENECAS Probleme auszumachen.
Zum Glück erfahren weder die akonische noch die terranische Bevölkerung etwas von der Beinahekatastrophe. Stattdessen können die Wissenschaftler in enger Zusammenarbeit den Blauen Schirm reparieren und wieder aktivieren.

Susan Schwartz hat die undankbare Aufgabe die Situation im Akon-System von allen Seiten zu beleuchten. Das gelingt ihr gut. Man gewinnt einen Einblick, wie die normalen Bewohner beider Welten die Katastrophe sehen, welche Gefühle sie dabei haben und wie sie auf unterschiedliche Art versuchen, mit der geänderten Lage zurecht zu kommen. Vielleicht kommt manche Aussage ein wenig belehrend rüber, aber die Autorin bemüht sich um Glaubhaftigkeit.

Mittels sechs oder sieben Perspektiven erzählt die Autorin ihre Geschichte, die eigentlich viele kleine Geschichten sind. Besonders gut gefallen hat mir die Handlung um Merle van Leeuwen und die Akonin Pinar von Rohan. Sie sind beide für die Reparatur des Blauen Schirms verantwortlich, müssen zusammenarbeiten, obwohl sie zunächst einander nicht mögen. Gut fortgesetzt hat die Autorin auch die aufkeimende Freundschaft zwischen Gabrielle Montoya und Auris von Las-Toór.

Interessant finde ich die politischen Ränkespiele innerhalb des Akonischen Hohen Rats beschrieben. Unglücklich bin ich über die Zusammensetzung der terranischen Notregierung. Da gibt es doch sicher jüngere Politiker als nur einen greisen Julian Tifflor. Ich habe sowieso nicht verstanden, warum die komplette Erdregierung sich während der Versetzung an Bord der Raumflotte aufhielt und nicht auf der Erde. Als hätten sie Angst, dass etwas schiefgehen würde. Gegenüber der normalen Bevölkerung war dieses Verhalten nicht in Ordnung und außerdem ist es heute schon bei Regierungen üblich Staatschefs und ihre Stellvertreter nicht gemeinsam auftreten zu lassen. Manche dürfen sich nicht mal in der gleichen Stadt aufhalten. Ich warte bereits darauf, wann die ersten Klagen gegen die TU und die Terranische Regierung eingereicht werden.

Ausgerechnet die Haupthandlung um SENECA hat mich nicht restlos überzeugt. Es ist spannend geschrieben, aber dennoch ziemlich vorhersehbar. Es hatte sich schon im vorangegangenen Roman angedeutet, dass die Akonen an Bord der CREST II irgendetwas angestellt haben. Dennoch ist die Erklärung nicht logisch. Nanomaschinen sind sehr klein, dennoch sind sie makroskopisch. Bei dem schiffsweiten Systemcheck hätten sie in der Hardware auffallen müssen, unter dem Mikroskop zum Beispiel. Die Zwillinge begeben sich aber virtuell in die Software der Positronik, dort können sie vielleicht Computerviren, -würmer oder Softwarefehler aufspüren, aber sicher keine Naniten.

»Kampf um SENECA« ist ein spannender Roman, den ich sehr schnell durchgelesen habe und der sehr eindrucksvoll die menschlichen und akonischen Charaktere in der Ausnahmesituation in Szene setzt.

Spannung an zwei Fronten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 251 – »Hinter der Dunkelwolke« von Lucy Guth

Das Auftauchen der SOL bringt Unruhe ins Verhältnis zwischen Terranern und Akonen, dennoch versuchen beide Völker zusammenzuarbeiten. Die Akonen sehen in der SOL eine Gefahr für das Blaue System und Perry Rhodan ist zugleich bestrebt, das neue Raumschiff in Augenschein zu nehmen. Er wechselt mit Thora von der CREST II auf die SOL. Nicht nur, um das System der Akonen möglichst schnell zu verlassen, sondern auch um bald den Grund für die Versetzung von Erde und Mond nach M3 herauszufinden und wenn möglich rückgängig zu machen.
Die SOL dringt dazu in die Dunkelwolke im Zentrum von M3 ein, die von den Akonen auf Grund der dort drohenden Gefahren gemieden wird. Das Schiff übersteht den Transfer und landet in einer Art Quantenuniversum, ohne Möglichkeit auf Rückkehr. Dafür empfangen sie einen Notruf und entdecken auf einem Planeten die DOLAN.
In einer Anlage der Loower bzw. der Vorläufer stoßen sie auf Icho Tolot und Tro Khon, die in ihrer verfestigten Form dort schon so lange ausharren, dass sie kaum noch am Leben sind. Der Arkonide Sofgart kann sie mit Hilfe des F’Atkor wiederbeleben und Rhodan, Hawk und Gucky sie aus der zum Leben erwachenden Station herausholen.

Derweil gibt es ein Problem mit SENECA auf der CREST II. Die Bordpositronik verhält sich irrational und verursacht schiffsweite Störungen und das ausgerechnet, als eine Delegation der Akonen das Schiff besichtigt. Die Positronik sieht ihre Existenz in Gefahr und nicht einmal Positronikpsychologin Donna Stetson kann zu SENECA durchdringen.

Ein wahrlich furioser Roman. Beide Handlungsebenen versprechen Spannung und starke Charaktere. Da ist kein Satz zu viel und keiner zu wenig. Die Charaktere sind lebhaft gezeichnet und ihre Probleme nachvollziehbar. Es macht einfach Spaß Donna Stetson bei der Arbeit mit SENECA zuzusehen oder mit Thora durch die SOL zu streifen.

Die Schiffstechnik der SOL wird gut eingeführt. Die Ideen für das Generationenschiff sind originell von Peter Dachgruber ausgedacht. Da steckt eine Menge Hirnschmalz drin. Wie zum Beispiel die, mittels einer Mikrosingularität betriebene, Energieversorgung oder die fünf verschiedenen Habitate, in denen die Besatzung lebt und die sich an verschiedenen Welten orientieren. Da möchte man selbst gern mitreisen oder kann sich vorstellen wie viele schöne Geschichten man dort erzählen könnte.

Aber auch die Situation auf der CREST II mit der Begegnung zwischen Gabrielle Montoya und Auris von Las-Toór oder mit Donna Stetson ist gut und glaubhaft geschildert. Dass die Akonen nicht darauf bestehen, an der Expedition in die Dunkelwolke teilzunehmen, weil sie zu viel Angst davor haben, hätte allerdings besser herausgearbeitet werden müssen.

Ein paar Probleme hatte ich mit der Rettung von Icho Tolot und Tro Khon. Der Planet, die Station, die Hinweise auf die Loower und die Vorläufer – das klang phantastisch, dennoch fehlten mir oft die Details. Es war spannend, aber es ging mir zu schnell, nicht alles konnte ich nachvollziehen. Erneut ist es eine Armee aus Robotern, die plötzlich erwachen und sich unseren Helden in den Weg stellen. Wieder müssen Gucky, Omar Hawk und Watson dafür sorgen, sie in einen Haufen Schrott zu verwandeln. Wieder ist es der Einsatz von Sofgarts F’Atkor der die Situation auf unerklärliche Weise rettet. Diese Szenarios hatten wir schon so oft. Da hätte ich mir gern mal was Originelleres gewünscht. Und dass sich sowohl Tolot als auch die DOLAN so schnell erholen, um den angreifenden Robotern zu entkommen, fand ich dann doch etwas unglaubwürdig. Aber das ist Jammern auf hohen Niveau.

»Hinter der Dunkelwolke« ist ein spannender und rasanter Roman, der zu keiner Zeit Langeweile aufkommen lässt und durch die SOL und die Erkundung der Dunkelwolke auch den nötigen Sense of Wonder liefert.