Christinas Multiversum

Ansichten, Rezensionen, Kommentare

rainbow

Von reichen Bauherren und glücklichen Handwerkern

Ich habe lange überlegt, ob ich an dieser Stelle darüber bloggen soll. Es geht schließlich um meine Arbeit. Aber irgendwie muss ich meine Gedanken dazu loswerden. Nachdem ich jetzt schon seit Tagen mit meinem Mann darüber diskutiere.

In dieser Woche hatte ich das Vergnügen den Elektroplan zu einer 3,5 Mio Euro Villa umzuarbeiten. Das Ding steht an einem See und gehört einem, der in Immobilien macht. Das der Mann unheimlich viel Geld hat, sieht man nicht nur an dem großzügigen Schwimmbad und den Ankleidezimmern, sondern auch am Vorhandensein von zwei Küchen und einem Hausarbeitsraum mit mehr als einer Waschmaschine und einem Trockner. Damit das Hauspersonal nicht nur anständig kochen, sondern auch Waschen und Bügeln kann. Von den beiden extravaganten Badezimmern fange ich gar nicht erst an.

Mein Problem ist nicht, dass ich dem Menschen das nicht gönne. Im Gegenteil, ich möchte gar nicht so ein großes Haus. (Gegen so ein Schwimmbad hätte ich allerdings nichts. Obwohl, da braucht man einen Poolboy und den könnte ich mir nicht leisten.) Das Haus muss saubergemacht und erhalten werden und man braucht sehr gute Sicherheitssysteme, damit man nicht ständig Angst vor Einbrechern haben muss.

Worüber ich die ganze Zeit grüble, sind dagegen die vielen Menschen in der Region, die nicht so viel Geld haben und händeringend eine bezahlbare Wohnung suchen. Für das, was diese Villa kostet, hätten mehrere Mehrfamilienhäuser gebaut werden können. Ich glaube auch nicht, dass man die Mengen an Steckdosen, KNX Schaltern und den übrigen Schnick-Schnack wirklich braucht. Aber darüber kann ich mir kein Urteil erlauben.

Allerdings hat die Sache noch eine zweite Seite. Wir verteufeln oft Menschen die viel Geld haben, anderseits geben diese Menschen unheimlich viel Geld aus, um sich teure Autos, protzige Boote oder eben große Villen bauen zu lassen. So verdienen allein an dieser Villa, mit ihrem aufwändigen Innenleben, viele Handwerker aus allen Gewerken ihr Geld. Geld, dass sie an einem mickrigen Fertighaus oder einem Mehrfamilienhaus mit Mietwohnungen nicht verdienen würden.

Ich denke nun schon seit Tagen darüber nach, ob das jetzt gutes oder schlechtes Geld ist.

Animierte Kurzgeschichte

Unlängst berichtete ich hier über eine Kurgeschichte von Science-Fiction-Autor Andy Weir, die mir sehr gut gefallen hat. Es geht darin um … nun, ja … das verrate ich an dieser Stelle nicht.

Jetzt hat eine Animations-Firma aus München die Kurzgeschichte in bewegte Bilder umgesetzt. Und das ziemlich gekonnt. Der Clip ist bei YouTube zu sehen und schon mehr als 7 Millionen mal geklickt worden.

Ich finde das kleine Filmchen so gut, dass ich es hier verlinken möchte. Wer also zu faul ist, die Kurzgeschichte zu lesen, kann sie sich jetzt ansehen.

David Rott und »Die Chefin«

Da hätte ich es doch fast vergessen. Am Freitag spielte in der Krimiserie »Die Chefin« Schauspieler David Rott mit. Zum Glück warf ich kurz vor Acht nochmal einen Blick in die Fernsehzeitung.

Die Folge »Gier« dreht sich um einen Mord und eine Entführung in einem Auslieferungslager eines Handelskonzerns. David Rott spielt das Entführungsopfer. Die Umstände sind in der Tat verzwickt, da kommen nicht nur die Ermittler dem Täter nur nach und nach auf die Schliche. Auch ich war am Ende überrascht. Und dass, obwohl ich meist frühzeitig weiß, wer es gewesen ist. In der Folge kommt eine zweite Ebene hinzu, die durchaus zu Verwirrungen führt. Da musst man sein Gehirn anstrengen. Das gefiel mir gut.

Die Krimiserie »Die Chefin« war mir bisher unbekannt. Kein Wunder, da ich mir ohnehin nicht viel aus Krimis mache. Dafür kannte ich einige der Darsteller. Die Serie spielt in München und die Wahl der Handlungsschauplätze hat mir gut gefallen. Bei den meisten Orten wusste ich sofort, wo sie sich befinden. David Rott spielt das »Opfer« recht überzeugend. Man nimmt ihm den arroganten Geschäftsmann ab, der für mehr Dividenden alles tut, sogar die eigenen Angestellten ausspionieren.

Eine gute Krimi-Episode, die ich durchaus empfehlen kann. Noch ist sie in der Mediathek des ZDF verfügbar.

Einsatz für Tekener

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 207 – »Einsatz auf Ertrus« von Susan Schwartz

Ronald Tekener ist gesundet und zurück auf Terra. Doch nach wie vor hat er weder seine Spielsucht noch seinen Alkoholkonsum im Griff, schon gar nicht sein Leben. Als er mal wieder an einem Tiefpunkt angekommen scheint, treten seine Schwester und die Rhodan Geschwister an ihn heran und machen ihm ein Angebot, dass er nicht ablehnen kann. Zumal sie ihm seinem Ziel, sich an Iratio Hondro zu rächen und den Plophoser zu vernichten, einen großen Schritt näher bringen.
Die Vier brechen mit der NATHALIE nach Ertrus auf. Auf der Kolonie soll das Geminga-Kartell die Übernahme einer großen Lieferung Schwingquarze geplant haben. Das ruft nicht nur Iratio Hondro sowie das Kartell auf den Plan, die Quarze werden auch dringend von der Terranischen Union für den Prototypen einer neuen Schiffsklasse gebraucht. Dumm nur, das die Übergabe misslingt und Hondro mit den wertvollen Hyperkristallen entkommen kann. Doch sowohl Hondro als auch der Terranische Geheimdienst haben die Rechnung ohne Ronald Tekener gemacht.

Ein Roman von Susan Schwartz ist wie eine Wundertüte. Man bekommt entweder eine tolle Überraschung geliefert, oder man ist maßlos enttäuscht.

Im Fall von Band 207 überrascht die Autorin mit einer sehr stimmigen Charakterstudie über Ronald Tekener und schließt damit unmittelbar an Oliver Plaschka an, der in Band 203 der Figur auf so wunderbare Weise Leben eingehaucht hatte. Der andere Teil des Romans spielt auf Ertrus, einer Welt im Arkturus-System und bringt uns die nächste wichtige Kolonie der Terranischen Union näher.

Die Kolonie finde ich leider nicht so plastisch beschrieben, wie die Welten zuvor. Mir fehlt etwas das Lokalkolorit. Dafür steht die Undercover-Mission der Geschwisterpaare im Vordergrund, die durchaus zu unterhalten weiß. Einige der Gegebenheiten, wie das mit der verdichteten Atmosphäre, sind nicht immer schlüssig erklärt. Zum Beispiel, ob die Mehandor ebenfalls eine Dekompression durchlaufen haben, bevor sie in ihrem geöffneten Frachtraum an den Verhandlungen teilnahmen? Das mit dem Schüsseleffekt habe ich ebenfalls nicht ganz verstanden. Das Ende liest sich ein wenig verwirrend. Aber das sind Kleinigkeiten in einem ansonsten gut zu lesenden Roman, der ein wenig Licht in die Struktur des Kartells und die weitere Staffelhandlung bringt.

»Einsatz auf Ertrus« ist kein spektakulärer Agententhriller, aber ein lesenswerter Roman von Susan Schwartz, die eine neue Kolonie vorstellt und dem Charakter von Ronald Tekener großen Raum zur Entfaltung gibt. Zu Casinos und Glücksspiel lernen Unbedarfte ebenfalls einiges.

Orakeln über die SOL

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN-Mission SOL 6 – »Das Orakel von Takess« von Hermann Ritter

Stilistisch hat mir der Roman von Hermann Ritter außerordentlich gut gefallen, viel besser als die beiden Vorgängerromane. Der Autor schreibt in einem angenehmen Sprachduktus. Ich hätte mir hin und wieder weniger genaue Beschreibungen der Szenerie gewünscht, weil mir das mehr Spielraum für die eigene Phantasie lässt und für das Voranschreiten der Handlung förderlicher ist. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau. Ich würde mich freuen in Zukunft mehr vom ehemaligen Autor der Clubnachrichten zu lesen.

Was den Inhalt des Romans angeht, bin ich nicht ganz so euphorisch. Dabei hat mich weniger das Wallfahrten von Perry und Co gestört, als das unsägliche Verhalten von Mahlia Meyun. Ganz ehrlich, ich hatte mich echt gefreut, als Kai Hirdt im ersten Band diesen Charakter eingeführt hatte. Endlich eine taffe Frau, die auch mal Gefühle zeigt und dennoch ihren Weg geht. Eine Frau die intelligent ist, über Autorität verfügt und schwierige Entscheidung zu treffen weiß.

Leider ist nach Band 6 der Miniserie nicht mehr viel von dieser Frau übrig. Mahlia gebärdet sich zunehmend trotzig, weinerlich und scheint auch nicht mehr rational denken zu können. Klar hat sie einiges mitmachen müssen, aber sie verzagt und gibt anderen die Schuld, statt sich zusammenzureißen und vorwärts zu blicken. Das Exposé hat der Figur ihren Schimmer genommen, sie von der Protagonistin zur Antagonistin gemacht. Am liebsten würde ich ihr und dem Exposéautor dafür in den Hintern treten.

Vielleicht war der Charakter von vornherein zum Scheitern verurteilt. Ist es glaubwürdig, dass eine Mutter ihre beiden Kinder zurücklässt, um einem Fremden auf eine ungewisse Mission zu folgen, die ihr persönlich nichts bringt? Hätte es nicht näher gelegen, dass sie sich für die Talbewohner einsetzt, um ihnen und ihrer Familie da rauszuhelfen? Was glaubt sie, wie die Talbewohner sie empfangen, jetzt, Wochen später? Sie haben sie doch schon beim letzten Mal zum Teufel gejagt.

Die Herausforderung bei der Figur der Mahlia liegt darin, dass sie Mann und Kinder hat. Da bleiben nur wenige Optionen. Fühlt sie sich der Familie verbunden, wäre sie nicht weggegangen. Fühlt sie sich der Gemeinschaft der Talbewohner verbunden, hätte sie sich bei Rhodan für deren Schicksal eingesetzt. Fühlt sie sich aber Perry Rhodan verbunden – und so sah es zunächst aus – dann sollte sie ihre Entscheidung nicht ständig hinterfragen. Sie hatte die Wahl. Sie traf die Entscheidung mit ihm zu gehen, dann muss sie das jetzt auch durchstehen.

Ich finde gerade das macht doch eine starke Persönlichkeit aus: jemand der sich von Schicksalsschlägen nicht gleich aus der Bahn werfen lässt. Jemand der einmal getroffene Entscheidungen, seien es auch Fehlentscheidungen, akzeptiert und das beste draus macht. Jemand, der an der Verzweiflung wächst. Natürlich darf die Figur bedauern, aber letztendlich muss sie vorwärts blicken.

Ich gehe mal von mir aus. Ich habe schon viele Entscheidungen im Leben getroffen, einige waren nicht so clever, wie gedacht. Aber ich habe mich immer zusammengerissen und nie die Schuld für meine Lage bei anderen gesucht. Ich habe weitergemacht und auf Chancen gewartet. Ich habe mich von Rückschlägen nicht umwerfen lassen, dass sollte übrigens niemand. Aufgeben war für mich nie eine Option. Aufgeben und sich einigeln ist leicht, sich durchzubeißen schwieriger aber lohnenswerter, auch wenn man das in dem Moment vielleicht nicht so sieht. Wenn Kai Hirdt Mahlia so darstellen wollte, dann kommt das leider überhaupt nicht rüber.

Mahlia muss klar sein, dass eine Rückkehr in ihr gewohntes Leben nicht möglich ist, weil sich auch das Leben im Dorf geändert hat. Soviel Intelligenz traue ich ihr zu, dass sie das begreift. Leider ist alles was ich bei der Figur noch spüre, Verbitterung. Damit hat sie sich bei mir als Leserin, und ich meine das vom Standpunkt als Frau, disqualifiziert. Den Charakter so zu verweichlichen, war in meinen Augen kein guter Schachzug und macht sie keineswegs so glaubwürdig, wie vom Exposéautor erhofft. Schade!

Unschlagbar clever

Quelle: Carlsen Comics

Ich hatte ja schon angekündigt, dass ich mir die beiden Comic-Bände von »Unschlagbar« zulegen würde. Nachdem ich sie jetzt bereits mehrfach gelesen habe, bereue ich den Kauf überhaupt nicht. Diese ungewöhnlichen Comics sind einfach grandios. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.

Ein stinknormaler Superheld aus einem Comic, kann fliegen, ist besonders stark oder ultraschnell, vielleicht kann er sich auch unsichtbar machen oder hat den Röntgenblick. Doch all diese Fähigkeiten verblassen gegenüber dem, was Unschlagbar kann. Er sieht vielleicht nicht aus wie ein Superheld, ist eher klein und dicklich, aber er überwindet die Dimensionen und trägt ein Cape. Er behält den Überblick über den Comicstrip, kann zwischen Bildern und Zeilen wechseln oder mit Dingen werfen, die erst ein paar Strips später ihr Ziel erreichen. Er agiert quasi in einer anderen Dimension. Damit ist er seinen Feinden mehr als nur überlegen.

Pascal Jousselins Superheld bekommt es in den beiden Comic-Bänden mit allerlei merkwürdigen Personen zu tun, die ebenfalls ungewöhnliche Fähigkeiten besitzen und die immer mit Comics zu tun haben. Da wäre sein Praktikant TUDI-Boy, dessen Fähigkeiten 2D-Zeichnungen zu manipulieren oftmals ganz hilfreich sein können, oder Opa Schweinchen, der die Macht der Worte besitzt und sich ebenfalls in den Dienst von Unschlagbar stellt. Ihre Gegner sind der verrückte Professor, dessen hinterhältige Pläne regelmäßig an Unschlagbars Fähigkeiten scheitern, genauso wie die des Bösen Scherzkeks, der durch Seiten gehen kann.

Quelle: Carlsen Comic

Pascal Jousselin spielt mit dem Medium Comic, wie auf einem Instrument. Er reizt den Leser zum Grübeln. Ich habe ein paar mal echt lange überlegen müssen, wie er das jetzt gemacht hat. Außerdem gibt es in jedem Band Gimmicks (eine fehlende Ecke oder eine zusätzliche Seite zum Aufklappen) die sich aus der Comic-Handlung ergeben und ohne die die Handlung nicht funktionieren würde. Man kann das schwer beschreiben, man muss es selbst erleben.

Mich hat jedenfalls noch nie ein Comic gleichzeitig so gefordert und begeistert wie die beiden Comic-Bände über den Superhelden Unschlagbar. Science-Fiction-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten, obwohl die Handlung in der Gegenwart Frankreichs spielt. Aber allein die phantastischen Geschichten, die Jousselin erzählt, lassen das Herz eines Nerds höher schlagen.

Der Comic ist für Kinder gedacht, macht aber Erwachsenen sicher noch viel mehr Spaß, wenn sie zu ergründen versuchen, wie Unschlagbar seine Feinde zur Strecke bringt. Kinder lernen hierbei, um die Ecke zu denken und dass es im Comic-Universum auch drei Dimensionen geben kann.

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich auf der Seite von Carlsen Comics die Leseproben ansehen.

Neues von David Rott

Quelle: ZDF

Es ist faszinierend, kaum läuft ein Film mit David Rott und schon gehen die Besucherzahlen meines Blogs durch die Decke. Dabei wurde gestern Abend im NDR nur ein Interview mit dem Schauspieler gesendet. Der hatte auf dem »Roten Sofa« im TV-Magazin »DAS!« Platz genommen und erzählte einiges darüber, was ihm gerade am Herzen liegt. Unter anderem, dass er angefangen hat, Marathon zu laufen und dass er mit dem Rauchen aufgehört hat. Wie immer kam er dabei sehr sympathisch und bodenständig rüber. Nur der Schnauzbart passt irgendwie nicht so richtig zu ihm. Aber das ist wohl Geschmacksache.

Hauptgrund seines Besuchs waren die beiden Produktionen, in denen David Rott demnächst im TV zu sehen sein wird. So wird heute Abend im ZDF der Film »Balanceakt« ausgestrahlt, den ich übrigens sehr empfehlen kann. Ich hatte ihn schon diesen Sommer im ORF gesehen. Es geht darin um eine Architektin, die auf dem Höhepunkt ihrer Karriere mit der Diagnose – Multiple Sklerose – konfrontiert wird. Wie sie damit umgeht und wie ihre Umwelt darauf reagiert, fand ich sehr eindrucksvoll geschildert. Trotz des schweren Themas behält der Film seine Leichtigkeit und seinen Witz. Die Darsteller allen voran Julia Koschitz spielen sehr überzeugend. David Rott verkörpert den Ehemann, der auf seine Musiker-Karriere verzichtet, um für seine Frau und das gemeinsame Kind da zu sein. Sehr bewegend, sehr emotional, aber niemals kitschig.

Im September ist David Rott dann in einer vierteiligen TV-Produktion zu sehen. In »Vater allein zu Haus« wird in jeder Folge ein Vater gezeigt, der sich um die Erziehung der Kinder kümmert, während die Mutter einem Job nachgeht. Das »Mann« dabei auf die gleichen Vorurteile und Probleme stößt, mit denen sich Mütter in der Bundesrepublik schon seit Jahrzehnten herumschlagen müssen, ist klar. Das im TV zu zeigen, war fast schon überfällig. Denn die Realität sieht inzwischen öfter so aus, dass die Frau arbeitet und der Mann daheimbleibt. Insofern hat sich endlich mal jemand getraut, dies zu verfilmen. David Rott kann in die Rolle eigene Erfahrungen einbringen. Als Vater von fünf Kindern, von denen er drei zu Hause betreut, während seine Frau als Ärztin im Krankenhaus arbeitet, gibt es da bestimmt Berührungspunkte.

Ich bin gespannt, wie es umgesetzt wird. Ob es eine seichte Komödie bleibt, oder ob da tatsächlich ernsthaft Stellung bezogen wird. Spätestens am 13. und am 20. September werden wir es in der ARD erleben.

Entstörter Barcode

Entstört!

Es gibt Sachen, die glaubt man erst, wenn man sie sieht. Da kam mir unlängst ein Artikel unter die Augen. Ich las, war verblüfft und sah sofort aufs Datum, an dem der Beitrag erschienen war. Nein, es war nicht der 1. April, der Verfasser wollte mich anscheinend nicht veralbern. Sicherheitshalber prüfte ich seine Angaben beim nächsten Besuch im Bioladen nach und tatsächlich …

Doch beginnen wir von vorn. Der Strichcode oder auch Barcode genannt ist eine Erfindungen aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts und wurde in den 1970er Jahren großflächig im Handel eingeführt, auf Druck der großen Supermarkt-Ketten in den USA. Die NASA entwickelte für das Space-Shuttle-Programm einen ähnlichen Code für die Inventarisierung der vielen Bauteile der Shuttles. Ein Barcode ist eine durch Striche kodierte Nummer, die einem bestimmten Produkt zugeordnet ist.

In meiner Lehrzeit hatten wir eine Software die Barcodes generierte. Man musste nur die Nummer eingeben und die Software gab ein Grafik-Datei mit dem Strichcode aus, die man dann auf Film belichten oder am Computer in ein Layout einsetzen konnte.

Kommen wir wieder zurück zum Bioladen. Bei vielen gesundheitsbewussten Menschen spielt Wasser eine besondere Rolle. Manche legen Edelsteine in eine Karaffe, um das Wasser zu vitalisieren, andere lassen es vom Wasserhahn versprudeln und andere wiederum bauen sich Enthärtungs- oder Filteranlagen in die Trinkwasserversorgung im Haus ein. Ich will mich hier nicht darüber auslassen, was davon sinnvoll ist und was nicht, das soll jeder für sich selbst entscheiden.

Entstört!

Was ich ein wenig absurd finde, dass es anscheinend Menschen gibt, die glauben, ein Barcode würde das Produkt, auf dem er aufgedruckt ist, negativ beeinflussen. Sie glauben zum Beispiel, dass von dem Barcode negative Energien auf das Wasser in der Flasche übergeht. Deshalb müssten diese Strichcodes entstört werden, in dem man sie beispielsweise durchstreicht, oder mit einem Zeichen überdruckt. Zur Erinnerung: wir reden hier von einem Stück bedruckten Papier, in dem ist keine Metallfolie hinterlegt, und es kommt auch keine »verstrahlte« Farbe zum Einsatz. Was bitte soll da negativ strahlen? Egal!

Das allein wäre für mich kein Aufreger. Doch, dass Firmen diesen Irrglauben nutzen, um damit Geschäfte zu machen, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten, finde ich nicht in Ordnung. So gibt es einige Hersteller von Bio-Wassern und Säften, die ihre Strichcodes tatsächlich entstören. Ich sage jetzt keine Namen, das kann jeder im Bioladen selbst überprüfen. Aber ich habe ein paar Bilder gemacht, weil ich es hier unbedingt zeigen wollte.

Wer den interessanten Artikel bei Bento nachlesen möchte, dem empfehle ich dem Link zu folgen.

Sonniges Plätzchen

Wo sitzen Katzen am liebsten? Klar doch! Auf der Fensterbank. Nicht nur das man von dort aus einen besonders guten Ausblick hat, meist ist es da auch schön warm, ob jetzt von der Sonne oder im Winter von der Heizung. Schlecht ist dagegen, wenn ein Störenfried einem von dort vertreiben will. Doch Simons Cat wäre nicht Simons Cat, wenn sie keine Idee hätte, wie man den frechen Eindringlich vertreiben kann. Seht selbst!

(Ich finde es in Ordnung, dass die Videos jetzt gesponsert werden, von irgendwas wollen die Zeichner der Serie ja leben. Zumindest sind es meist sinnvolle Sponsoren.)

Blauer Sonntag

Blick aus dem Hotelfenster zum »Affenberg«

Im Gegensatz zum tristen Samstag überraschte uns der Sonntag mit strahlend blauem Himmel. Ich machte gleich ein paar Fotos aus dem Hotelzimmer.

Nach dem Frühstück packten wir unsere sieben Sachen und machten uns auf den Rückweg. Schnell waren wir aus Karlsruhe heraus und auf der A8. Die war schon recht bevölkert. Zwar kamen wir bis Stuttgart gut durch, standen aber anschließend mehrere Kilometer im Stau.

Weil wir noch Zeit hatten, schlug ich vor, von der Autobahn abzufahren und in Blaubeuren Mittagessen zu gehen. Die Parkplatzsuche gestaltete sich schwierig, wir fanden erst einen am Ortsausgang. Dafür war in der Stadt trotz schönstem Sonnenschein und warmen Temperaturen erstaunlich wenig bis gar nichts los. Fast alle Restaurants oder Gaststätten hatten entweder Urlaub oder waren geschlossen. Die Touristen und Ausflügler irrten durch die Straßen. Das einzig offene Lokal, was wir fanden, war ein Italiener der mit kreativer Küche warb. Hier ergatterten wir die letzten freien Plätze. Die vegetarische Pasta war schmackhaft und auch die Preise waren moderat, man kann das Lokal also weiterempfehlen. Warum die anderen Gaststätten an einem Sonntagmittag im Hochsommer nicht offen hatten, wissen wohl nur sie selbst. Denn der Andrang an Gästen bei dem Italiener war so groß, das viele weggeschickt werde mussten. Denen blieben nur die Imbissbuden rund um den Blautopf.

Nach dem Essen bewunderten wir das türkisfarbene Wasser des Blautopfs. Die Quelle des Flüsschens Blau sollte man einmal mal besucht haben. Wenn möglich bei Sonnenschein, damit die Farben richtig zur Geltung kommen. Ich machte eine Menge Fotos, weil ich mich nicht sattsehen konnte. Von dort spazierten wir zurück zum Auto und fuhren ins wenige Kilometer entfernte Ulm, die Verwandtschaft besuchen.

Die Heimfahrt über die Autobahn und die baustellengeplagte B304 zog sich am Abend scheinbar ewig hin. Bei Wasserburg stauten sich die Autos sogar auf der Gegenspur über mehrere Kilometer. Das hatte ich auch noch nicht erlebt. Aber wir kamen heil daheim an und das ist das Wichtigste.

hier noch ein paar Eindrücke vom Blautopf:

Blautopf

Orgie in blau und Grün