Christinas Multiversum

Ansichten, Rezensionen, Kommentare

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Bahn im Wind

Für alle Fans meiner Zugreportagen berichte ich heute mal wieder ausführlich über meine Erlebnisse mit der Deutschen Bahn:

Ich ahnte es, noch bevor ich am Montag in den Zug stieg. Stürmische Böen hatten den Händlern auf dem Markt schon in den Morgenstunden zu schaffen gemacht. Ausgerechnet an dem Tag, an dem ich mit der Bahn fahren wollte. Aber es musste sein. Vielleicht habe ich ja Glück, dachte ich und auch der Zugbegleiter meinte, als er meine Fahrkarte kontrollierte, das Sturmtief beträfe nur den Norden, im Süden sei das kein Problem. Nun, ja, er sollte sich irren.

Nach knapp einer Dreiviertelstunde Fahrt kam er bei mir vorbei und meinte, dass vor uns die Strecke jetzt doch gesperrt sei, wegen Gegenständen in der Oberleitung. Der Zug würde vorzeitig enden und ich müsse aussteigen. Ich solle auf die Durchsagen am Bahnsteig achten. Prima!

So war meine Reise schon nach knapp 100 Kilometern erst eimal beendet. Ich stand mit zirka zwanzig Leuten am Bahnsteig und wartete. Niemand wusste was, es gab keine Durchsagen, die Navigator-App auf dem Handy streikte, weil kein Netz. Ich überlegte tatsächlich einen Augenblick lang, zurückzufahren. Verwarf diese Idee dann wieder. Der Tag war noch lang und irgendwie käme ich hier schon wieder weg. Es ist erstaunlich, wie abgebrüht man im Laufe der Jahre als Pendler wird.

Irgendwann kam auf dem Gleis gegenüber ein weiterer Zug. Leute stiegen aus, einige der Wartenden stiegen ein, nur um dann wieder auszusteigen, weil der Zug ebenfalls nicht weiterfahren würde. Dafür schickte uns der Zugbegleiter zum Bahnhofsvorplatz, weil von dort ein Ersatzbus fahren sollte. Aha, endlich mal jemand, der wusste was los ist. So eilten alle los. Dumm nur, dass auf dem Platz vorm Bahnhof kein Bus zu sehen war. Ich ging ins Gebäude, um mich am Service Point zu informieren, der jedoch fünf Minuten zuvor geschlossen hatte. Klar, es war Mittag.

Ich wollte gerade wieder nach draußen, da verkündete eine Durchsage, dass die Sperrung wieder aufgehoben sei, und der nächste Zug planmäßig in einer Viertelstunde fahren würde. Ich ging also zurück zum Gleis, fragte aber bei einigen herumstehenden Bahnbediensteten nochmal nach, ob die Information auch stimmte. Die einen sagten »Ja«, die anderen »Nein« und die nächste wieder »Ja«. Na, wenn die das schon nicht wissen?! Egal! Ich stieg in den bereitstehenden Zug, während die anderen Mitreisenden noch vor dem Bahnhof warteten. Dort war die Durchsage wohl nicht zu hören gewesen. Zehn Minuten später stiegen auch sie in den Zug, der dann tatsächlich auch losfuhr. Nur um am nächsten Bahnhof wieder stehenzubleiben.

Laut der Navigator-App auf meinem Smartphone, war die Sperrung aufgehoben. Die Wirklichkeit sah anders aus. Nach zehn Minuten fuhr der Zug dann doch weiter und ich schaute schon mal, welche Anschlussmöglichkeiten mir in Bamberg blieben. Es war sogar ein verspäteter ICE aufgelistet, der nach München fuhr, allerdings über Augsburg. Aber ich könnte in Nürnberg umsteigen und bekäme noch den Meridian eine Stunde später als geplant.

In Bamberg beschloss ich beim Service Point nachzufragen, was die mir denn anbieten konnten und um meine Zugbinung aufheben zu lassen. Ich bekam eine Verbindung ausgedruckt und wurde auf Gleis 3 geschickt. Dort fuhr wenig später eine Regionalbahn ein, statt des erhofften ICE. Ich betrachtete die ausgedruckte Verbindung genauer. Tatsächlich stand da RE nach Nürnberg statt ICE nach München. Hm! Ich stieg also in den RE und schaute in der App nach, wie viel Zeit ich in Nürnberg zum umsteigen hatte. Es würde knapp werden.

Ich saß noch nicht richtig, als die Durchsage kam, dass sich die Weiterfahrt verzögern würde, weil erst der verspätete ICE durchgelassen werden soll, der gerade auf dem Gleis gegenüber einfuhr. Das war der Moment der Entscheidung. Ich schnappte Jacke und Koffer und wechselte von der Regionalbahn in den ICE, machte es mir in dem mäßig besetzten Wagon bequem und fuhr bis Nürnberg.

Kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof informierte eine Durchsage, dass auf dem Nachbargleis ein verspäteter ICE nach München wartet, der über Ingolstadt fuhr. Der sei jedoch bereits stark ausgelastet und man solle lieber auf den darauffolgenden Zug warten. Dieser hatte aber bereits zehn Minuten Verspätung. Damit würde ich in München meinen Anschlusszug nicht bekommen. Also stieg ich entgegen den Anweisungen der Bahnmitarbeiter in den vollbesetzten Zug ein und fand im Abteil hinter dem Fahrer noch einen freien Sitzplatz, sogar mit Aussicht nach vorn.

Leider waren wir dann doch ein paar Minuten zu spät in München, sonst hätte ich noch den Meridian nach Traunstein bekommen und wäre nur eine halbe Stunde später als geplant angekommen. Allerdings hätte ich dafür rennen müssen. Vier Minuten für 900 Meter hätte ich nicht ohne Astma-Anfall geschafft. Da holte ich mir lieber in aller Ruhe einen Kaffee und nahm den nächsten Zug, der nur eine halbe Stunde später fuhr.

Hinter Rosenheim war es allerdings vorbei mit der Gemütlichkeit. Immer wenn der Zug an einem Bahnhof gehalten hatte und wieder anfahren wollte, wurde er unsanft ausgebremst. Es fühlte sich so an, wie ein Auto, das beim Anfahren abgewürgt wird. Das passierte zwei bis dreimal hintereinander, bis es endlich weiterging. Anfangs war das noch spaßig. Die Leute im Zug scherzten darüber, wo der Zugführer eigentlich seinen Führerschein gemacht hätte. Spätestens nach dem dritten Bahnhof nervte es. Es war später Nachmittag. Nach dem Bahnhof-Hopping am Vormittag wollte ich nur noch nach Hause. Aber durch das wiederholte Anfahren und Bremsen hatte der Zug inzwischen eine Verspätung von zehn Minuten angehäuft.

Schließlich schaffte ich das Unerwartete: ich kam tatsächlich an und auch mit NUR einer Stunde Verspätung, allerdings mit viermaligem Umsteigen. Ich war ziemlich kaputt, obwohl ich die meiste Zeit gesessen hatte. Da soll einer mal sagen, Zugfahren entspannt. Bei dem dauernden Umsteigen hatte ich nicht mal richtig schreiben können, das regte mich am meisten auf. Darüber, dass ich ohne die Smartphone-App völlig aufgeschmissen und wahrscheinlich noch viel später angekommen wäre, mag ich angesichts der gewohnt schlechten Informationspolitik der Bahn gar nicht denken.

Auf der Treppe

Es ist lange her, seit das letzte Video von Simon’s Cat erschienen ist. Doch jetzt gibt es wieder Neues rund um Simon und seine Miezen.

Dieses Mal findet das Abenteuer auf einer Treppe statt. Wer Katzen hat, weiß, wie sehr sie Treppen lieben. Ich will gar nicht wissen, wie viele Katzenbesitzer wegen ihren Lieblingen schon von der Treppe gestürzt sind. Ich mindestens einmal. Als ich nachts auf der Treppe kein Licht machte und beinahe über die, auf der obersten Stufe schlafende Friedel gestürzt wäre.

Hier ist Simon Tofields Version. Viel Spaß!

Temperaturschwankungen

An diesem Wochenende leide ich ein wenig unter den Temperaturen. Draußen ist es mal kalt und mal mild. Man weiß eigentlich nicht, was man anziehen soll. Samstagmorgen ging ich mit Winterjacke zum Bäcker und war anschließend komplett durchgeschwitzt.

Abends herrschen bei meinen Eltern 25 Grad im Wohnzimmer. Meine Mutter sitzt mit Decke im Sessel und ich stehe kurz vorm Hitzekollaps.

Außerdem hat Vati es gut gemeint und die Vorlauftemperatur der Heizung in meiner Wohnung auf 70 Grad gestellt. Die Therme röchelte und jaulte die ganze Nacht, ich wunderte mich und schwitzte, bin aber erst am Morgen draufgekommen. Also habe ich den Heizkörper in Büro und Schlafzimmer abgestellt und das Fenster zum Lüften aufgemacht … und dann vergessen. Als ich mich nachmittags an den Computer setzen wollte, waren es 11 Grad und ich musste eine Jacke anziehen.

Inzwischen herrschen wieder angenehme 19 Grad in meinem Büro. Beim Abendbrot werden es im Wohnzimmer sicher wieder 25 Grad sein. Ich hab schon mal den Bikini bereitgelegt.

Fabelheft

Quelle: Amazon.de

»Animal Love Train« heißt die Fabelsammlung aus der Feder von Dirk Bernemann.

In dem kleinen silbernen Heft im Format eines Pixisbuchs erzählt der Autor von Tieren, die sich in irgendeiner Weise befreien und am Ende in einer Großstadt als Band zusammenfinden.

Die Charaktere sind dabei so unterschiedlich, jeder hat andere Sorgen und Nöte. Da ist zum Beispiel das Nashorn, das im Vorgarten eines greisen Millionärs angebunden auf seinen Abschuss wartet. Oder der Blindenhund, der seine Aufgabe leid ist und seinen Blinden im Wald aussetzt. Oder das Känguru das sich nicht in Regel pressen lässt.

Am Ende steht zwar kein Happy End, sondern das normale Überleben ganz wie in der Wirklichkeit. Ein besonderes Heft mit besonderen Geschichten, denen tatsächlich etwas Fabelhaftes anhaftet. Sehr schön auch als Geschenk geeignet.

Ausgefeilte Haluterhistorie

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 194 – »Abgründe der Zeit« von Rainer Schorm

Perry Rhodan erreicht mit dem Situativ das Epsilon-Lyrae-System und damit eine weitere Anlage um die Transmitterstraße zu aktivieren. Ihm auf den Fersen ist Hak Gekkoor. Der Entrione will Rhodans Tod, doch er hat nicht mit der Verschlagenheit einiger Bestien gerechnet, deren Bewusstseine innerhalb der Pyramiden auf der Steuerwelt Ka’Gassh gespeichert sind. Rhodan kann den Transmitter aktivieren und Gekkoor entkommen. Nur die Reise mit dem Situativ scheint ihm immer mehr von seinen Erinnerungen zu nehmen. Er fragt sich, was am Ende von seiner Persönlichkeit bleiben wird.
Derweil entführt Tolot im SOL-System Sud und Nathalie in die DOLAN, damit sie ihm beistehen, das Ungleichgewicht innerhalb seiner drei Gehirne, dem Planhirn, dem Ordinärhirn und dem Tertiärknoten wieder ins Lot zu bringen. Er steht neben sich und kurz vor dem Ausbruch einer Drangwäsche. Damit befinden sich Sud und Nathalie in großer Gefahr. Doch sie erfahren durch ihn auch, wie die Haluter entstanden sind und warum auf Tolot eine so schwere Last liegt, die ihn zu zermürben droht.
Thora da Zoltral will ihre Tochter schützen und stellt sich dem Haluter entgegen, als er die Kontrolle verliert.

»Abgründe der Zeit« ist ein ungewöhnlicher Roman für Rainer Schorm. Seine sonst üblichen ausschweifende Erklärungen zu Technologie finden sich hier kaum, stattdessen erzählt er die faszinierende Geschichte der Haluter, auch wenn ich das Wie als nicht so ganz originell empfinde.

Eine Menge Puzzlestücke fügen sich in diesem Roman endlich zu einem großen Ganzen. Das fühlt sich zu keiner Zeit konstruiert an. Nebenbei enttarnt der Autor auch das »Ringen« als Schwindel, mit dem ANDROS seine Untergebenen an der Nase herumführt.

Besonders gelungen sind die Einblicke in Tolots Vergangenheit. Rainer Schorm verleiht der Figur damit sehr viel Tiefe. Auch Sud und Nathalie erhalten von ihm einen komplexeren Hintergrund.

Der Handlungsstrang um Perry Rhodan nimmt zwar nur einen Bruchteil im Roman ein, man hat aber als Leser nie das Gefühl, sinnlos Zeit zu verlieren.

Zwei kleinere Fehler inhaltlicher Art habe ich dann doch entdeckt, aber darüber sehe ich angesichts der faszinierenden Erzählung hinweg.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass »Abgründe der Zeit« genau das liefert, was ein Roman in der finalen Staffel vor dem Jubiläum liefern sollte: Antworten und Zusammenhänge. Auch wenn Rainer Schorm dies auf einem ungewöhnlichen Weg erreicht, mir hat es gefallen.

Heise Medien mit neuem Angebot zur Science Fiction

Lesung zum Start der neuen Buchreihen c’t Stories und heise online: Welten

Hannover, 28. Februar 2019 – Aufbruch in neue Welten: Am Donnerstag, den 14. März 2019, stellen Heise Medien und der Hinstorff Verlag ihren neuen Programmbereich Science Fiction vor und laden zur Lesung ein, unter anderem mit SciFi-Autor Dr. Hans-Arthur Marsiske. Die Lesung findet um 18 Uhr im Verlagshaus der Heise Gruppe statt. Der Eintritt kostet 8 Euro, Snacks und Kaltgetränke sind inklusive. Einlass in der Karl-Wiechert-Allee 10 ist um 17:30 Uhr.

In Kooperation mit dem c’t-Magazin und heise online bricht der Hinstorff-Verlag auf in neue Welten. Seinen neuen Programmbereich Science-Fiction startet der Verlag mit den beiden Buchreihen c’t Stories und heise online: Welten. „Die Autorinnen und Autoren der neuen Buch-Reihen denken unsere Welt konsequent weiter und werfen einen visionären Blick auf die Auswirkungen digitaler Techniken und künstlicher Intelligenz. Die bewegenden, fesselnden Erzählungen und Romane sind beste Unterhaltung, die Horizont erweiternd wirkt”, freut sich Eva Maria Buchholz, Leiterin des Hinstorff Verlages. Gerade jetzt, wo es dringend notwendig ist, über gesellschaftliche, philosophische und ethische Folgen der Digitalisierung nachzudenken, kann Science-Fiction Orientierung geben.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Verleger Ansgar Heise stellt Hinstorff-Chefin Eva Maria Buchholz die neue Buchreihe vor. Anschließend erläutern die beiden Herausgeber der Buchreihen, Dr. Jürgen Rink, Chefredakteur c’t, und Jürgen Kuri, Newsroom-Chef und stellvertretender Chefredakteur heise online, wie Science und Fiction bei Heise zusammenpassen. Heise-Pressereferentin und Radiosprecherin Isabel Grünewald liest eine Kurzgeschichte aus den c’t Stories vor und stimmt das Publikum auf das Thema ein.

Anschließend liest Dr. Hans-Arthur Marsiske aus seinem neuen Buch „Die letzte Crew des Wandersterns“ und nimmt die Zuhörer mit auf eine spannende Reise in den Orbit. In seinem Romandebüt fragt der promovierte Philosoph und Wissenschaftsjournalist, ob Menschen im Weltraum leben können.
Ticketvorbestellung (Gästeliste) ist per Mail an presse-hm@heise.de möglich.

Vielen Dank für die Informationen an Heise Medien GmbH & Co. KG, Karl-Wiechert-Allee 10, Hannover, Niedersachsen 30625, Deutschland.

Die Lüge um die Pillenpause

Es ist unfassbar, was man so erfährt. Da lese ich unlängst in einem seriösen medizinischen Magazin, über die Wahrheit hinter der sogenannten Pillenpause.

Den meisten Leserinnen muss ich wahrscheinlich nicht erklären, was eine Pillenpause ist, aber zumindest für die männlichen Leser will ich kurz etwas dazu sagen. Frau nimmt die Pille 21 Tage lang ein und setzt dann neun Tage aus, bevor ein neuer 21-tägiger Zyklus beginnt. In den neun Tagen kommt es zur normalen Regelblutung.

Ich musste die Pille viele Jahre lang nehmen, wegen meiner Endometriose. Dabei habe ich zeitlebens gedacht, es gäbe einen medizinischen Grund für diese Pillenpause. Vielleicht, damit sich die Gebärmutterschleimhaut erneuert, damit keine Tumore oder so entstehen oder aus anderen lebensnotwendigen Gründen. Denkste!

Die Pillenpause wurde von ihren Erfindern deshalb eingeführt, um das Verhütungsmittel der katholischen Kirche bzw. dem Papst besser »verkaufen« zu können. Quasi, soll damit der natürliche Zyklus der Frau suggeriert werden, der der von der Kirche anerkannten Knaus-Ogino-Rechenmethode ähnelt. Tatsächlich ist die Pause zwischen den Zyklen medizinisch nicht notwendig. Wow!

Im Gegenteil, diese Pause verursacht bei vielen Frauen gesundheitliche Probleme, die sie ohne die Pause nicht hätten. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Das geht von Kopfschmerzen wegen des sinkenden Östrogenspiegels, über Migräne, bis hin zu starken Regelschmerzen und -blutungen. Mir ging es an diesen Tagen meistens ziemlich schlecht, vor allem mit fortschreitendem Alter. Weswegen mir mein Frauenarzt im Endometriosezentrum schließlich eine Pille verordnet hat, die ich im Langzeitzyklus nehmen musste. Bei der ich nur einmal alle drei Monate eine Pause gemacht habe. Schon damals hätte mir eigentlich klar sein müssen, dass das mit der Pillenpause nicht so ganz stimmen kann. Ich sah es jedoch als Behandlungsmethode meiner Endometriose an.

Letztendlich ist es sogar logisch, die Pille ohne Pause einzunehmen. Sie gaukelt schließlich dem Körper durch die Anhebung des Östrogenspiegels eine Schwangerschaft vor. Schwangerschaften dauern bekanntlich neun Monate und wenn man anschließend noch lange genug stillt, bleibt auch der Östrogenspiegel hoch. Das ist ein natürlicher Vorgang.

Das mir die Einahme im Langzeitzyklus letztendlich nicht gegen die aggressive Form der Endometriose geholfen hat, die ich hatte, steht auf einem anderen Blatt. Aber die Tatsache, dass etwas, nur gemacht wurde, um die Akzeptanz eines Produktes zu erhöhen, ist schon stark. Vor allem, dass man es so viele Jahrzehnte lang nicht publik gemacht hat, finde ich nicht in Ordnung. Schließlich konnte man über einen langen Zeitraum genug Erfahrungen zur Langzeiteinnahme sammeln.

Andererseits muss ich hier aber auch bemerken, dass die Pille eine Menge unschöner Nebenwirkungen hat, die auch mich ereilt haben. Meine Blutwerte sind über die vielen Jahre schlechter geworden, vor allem Leber- und Bauchspeicheldrüsenwerte (sie besserten sich nach dem Absetzen innerhalb weniger Monate). Außerdem ist die Pille bei Migräne mit Aura ein enormes Risiko, was vom migralen Schock bis hin zum Schlaganfall führen kann. Und ich bin heute echt froh, dass ich sie nicht mehr nehmen muss. Also man sollte als Frau schon abwägen, ob man sich dies wirklich antun möchte, oder ob es nicht auch andere Wege gibt. Endometriose-Patientinnen bleibt allerdings kaum eine andere Wahl.

Katzenliebe

Gestern habe ich auf meinem Simon’s Cat Kalender eine schöne Zeichnung entdeckt. Genauso ein Bild habe ich von mir auch, zusammen mit unserer Friedel. Ich habe darauf einen Jogurtbecher in der Hand. Friedel liebte Jogurt und es war Pflicht, dass sie stets ebenfalls einen Löffel voll bekam, in einem Schälchen auf meinem Schoß.

Friedel lebt leider nicht mehr, aber ich habe so viele Fotos von ihr, dass sie nicht in Vergessenheit gerät.

PR 3000 – Der Inhalt

Quelle: Perrypedia

Nach dem ganzen Trubel rund um den dreitausendsten Band meiner Lieblingsheftromanserie, kam ich endlich auch dazu, ihn zu lesen.

So ein Band muss natürlich vieles leisten. Er muss die Altleser mitreißen und den Einsteigern genügend Informationen zur Serie zu bieten, ohne sie mit allzu vielen Altlasten zu langweilen. Dennoch muss er genügend Spannung enthalten, um beide Fraktionen zu fesseln. Das ist ein dünner Grat, den die Autoren von »Mythos Erde« aber meistern.

Zwei übersichtliche Handlungsstränge um den Schauplatz des Zyklus und seine Haupt-Protagonisten vorzustellen. Rhodans Verunsicherung und die Verzweiflung seiner Mitstreiter über den vergangenen Zeitraum werden gut dargestellt. Die Erstauflage hat jetzt also auch ihren Tuire Sitareh, nur das Er eine Sie ist und Zamina Paath heißt. Wobei ich von der Figur etwas mehr Widerstand erwartet hätte, als sie sich von Perry Rhodan einfach so unter »Arrest« stellen lässt. Schließlich hat sie die RAS TSCHUBAI und ihre Semitronik ANANSI gerettet. Auffällig ist auch, das von dem Firnis, mit dem sie das Schiff der Terraner umgeben hat, um es vor der Ortung der Cairaner zu schützen, im zweiten Teil des Romans nicht mehr die Rede ist. An dieser Stelle erschien mir der Charakter nicht mehr so stark wie zu Beginn.

Gut gefiel mir auch die Handlungsebene mit der Terranerin Giuna Linh, die alles aufs Spiel setzt, um ihren Partner aus dem Cairanischen Gefängnis zu holen. Der Twist, aus ihrem Schicksal eine Agentengeschichte zu machen, war überraschend. Hier erfährt man einiges über die Cairaner, deren Absichten wohl kaum einem der Galaxis-Bewohner richtig klar sind. Da bleibt bei mir ein kleiner Zweifel. Wenn die Cairaner die Milchstrasse schon so lange dominieren, sollte dem einen oder anderen »Befriedeten« mal der Gedanke gekommen sein, was sie mit dem aufgezwungenen Frieden eigentlich bezwecken.

Schön, war am Ende das Wiedersehen mit Bully und seinem unerwarteten Bündnispartner Vetris-Molaud. Letzteren finde ich nach wie vor einen höchst interessanten Charakter.

Der Roman hat in meinen Augen alle Bedingungen für einen Jubiläumsband erfüllt und doch wünschte ich mir, die Exposé-Autoren hätten eine etwas andere Richtung eingeschlagen. Wieder kommt die Bedrohung von außen, wieder gibt es Unterdrücker und Unterdrückte, wieder muss Perry Rhodan den Helden spielen, um das angerichtete Chaos zu beseitigen. Das hatten wir in den vielen Jahrzehnten der Seriengeschichte schon zu oft.

Ich hätte gern einmal etwas völlig anderes gelesen. Zum Beispiel über eine Milchstrasse in der seit 500 Jahren ein Frieden herrscht, der von selbst gewachsen ist. Und dann kommt Perry Rhodan als Störfaktor zurück (Das wäre übrigens ein cooler Titel: »Störfaktor Rhodan«). Die eine Hälfte der Völker der Galaxis lehnen ihn ab, weil er dem Mythos nach, der Milchstraße in der der Vergangenheit nur Unbill gebracht und den Weltenbrand ausgelöst hat. Andere wiederum feiern ihn als Heiland, als Erlöser, der endlich zurück gekehrt ist. Es kommt zu Unruhen und bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen seinen Anhängern und Gegnern. Rhodan muss zusehen, wie der Frieden wegen seiner Person zu bröckeln beginnt. Er muss sich entscheiden, die Galaxis für immer zu verlassen oder nach Terra zu suchen, um dem »Mythos Erde« mit Fakten zu begegnen. Auf der anderen Seite Bully als sein Gegenspieler, dessen chaotarchisch geprägter Zellaktivator ihn zum Despoten gemacht hat, und der Rhodan die Schuld am Verschwinden seiner Frau und Tochter gibt. Das hätte ich faszinierend gefunden. Aber wahrscheinlich ist das für die meisten Leser der EA zu simpel und nicht kosmisch genug.

Steuerschlupflöcher im Immobiliengeschäft

»Share deals« heißt das Zauberwort, mit dem Immobilienfirmen Milliarden an Steuergeldern jedes Jahr am Fiskus vorbeischleusen.

Steuerrechtler sprechen bei der Grunderwerbsteuer inzwischen von einer »Dummensteuer«. Weil nur diejenigen sie bezahlen, die nicht anders können oder wollen. Nämlich die kleinen Haus- und Wohnungseigentümer, die von dem mühsam zusammengetragenen Geld für den Kaufpreis ihrer Immobile 3,5 – 6,5 Prozent nochmal an die Steuerämter zahlen müssen. Bei unserem Wohnungskauf im letzten Jahr waren das fast 10.000 Euro. 10.000 Euro die wir zusätzlich auf die Kaufsumme aufschlagen mussten. Der größte Batzen, neben Makler-, Notar- und Grundbuchgebühren.

Wie so ein Share Deal abläuft? Ein Beispiel: Eine Wohnungsgesellschaft besitzt mehrere Immobilien mit Wohnungen und möchte oder muss diese veräußern. Der Investor kauft der Wohnungsgesellschaft nicht einfach die Immobilien ab. Nein, das käme wegen die Grunderwerbssteuer viel zu teuer, außerdem hätten in vielen Fällen, bei einem Verkauf der Häuser und Grundstücke die Städte und Gemeinden ein Vorkaufsrecht. Es geht einfacher. Der Investor kauft einfach die Wohnungsgesellschaft. Er muss dafür nur 94,5 Prozent aller Anteile kaufen, dann gehören die Immobilien ihm und er kann damit machen was er will: Mieter aus ihren Wohnungen werfen, Luxussanieren, Neubauten hochziehen etc., eben alles, was man in der letzten Zeit in den Städten und Gemeinden so erlebt. Und das ohne einen Cent Grunderwerbssteuer zu zahlen, das müsste er erst bei 95 Prozent der Anteile. Das ist schon ein starkes Stück.

Und unsere Regierung? Die macht wie immer die Augen zu, obwohl dieses Vorgehen seit Jahren die Regel ist, und den Regionen Milliarden an Steuergeldern flöten gehen, die sie dringend für die Infrastruktur gebrauchen könnten. Die Immobilienlobby argumentierte unlängst bei einer Anhörung im Bundestag, dass die Kosten dann auf die Mieten abgewälzt und damit die Mieten steigen würden. Ja, klar, als ob die Mieten nach einer Übernahme gleich bleiben.

Unfassbar!