Woche der Wahrheit

Heute hat unser »Märchenkönig« Markus Söder die »Woche der Wahrheit« angekündigt, nachdem ihm im Freistaat die Inzidenz um die Ohren fliegt.

Na dann reden wir doch endlich mal Tacheles. Das hätte die Politik schon von Anfang an machen müssen, dann wären wir jetzt nicht in dieser Situation. Im Landkreis Traunstein ist die Inzidenz seit Wochen hoch, wir stehen kurz davor die 1000er Marke zu durchbrechen. Also halten wir fest:

1. Eine Pandemie dauert drei Jahre. Ein Jahr kommt sie, ein Jahr bleibt sie und ein Jahr geht sie.

2. Eine Pandemie ist erst zu Ende, wenn alle infiziert waren. Das heißt, wir müssen da durch, auf die eine oder anderen Weise.

3. In einer Pandemie wird es immer viele Tote geben, egal wie vorsichtig man agiert. Es wird immer Menschen geben, die daran sterben. Die Frage ist nur, ob sie jung oder alt sterben.

4. Mit einer Impfung wurde noch nie eine Pandemie beendet. Schon gar nicht mit Impfstoffen, die nur für einen kurzen Zeitraum (3-4 Monate) Übertragungsschutz bieten, nicht zu verwechseln mit Impfschutz. (Siehe schwedische Impfstoff-Studie.) Es gehören immer mehrere Punkte dazu. Ein wichtiger ist und bleibt nach wie vor die Durchseuchung. Da sollten wir uns nichts vormachen, da kommen auch wir nicht drumrum, egal was wir anstellen.

5. Druck erzeugt Gegendruck. Je mehr Druck man auf Menschen ausübt, dass sie etwas tun sollen, desto weniger werden diese Menschen das auch tun. Es ist wie bei kleinen Kindern, wenn man ihnen etwas verbietet, machen sie es erst recht. Die Corona-Tests kostenpflichtig zu machen, um den Impfdruck zu erhöhen, hat bei uns im Landkreis und überall in Bayern dazu geführt, dass Corona-Partys gefeiert werden. Die Jugend feiert bei dem Kumpel der Corona Positiv ist, um sich anzustecken. Damit sie dann als Genesen gelten und die Test nicht bezahlen müssen.

6. Andauernde Panikmache und Hysterie bewirken irgendwann das Gegenteil. Wer kennt die Geschichte von dem Jungen, der immer rief »Die Wölfe kommen«, obwohl das gar nicht stimmte? Der Junge machte das so oft, dass ihm die Dorfbewohner irgendwann nicht mehr geglaubt haben, wenn er rief. Eines Tages kamen die Wölfe tatsächlich, und der Junge schrie sich die Seele aus dem Leib, doch keiner hörte auf ihn. Sprich, es setzt ein Gewöhnungseffekt ein, und da können die Medien noch so schlimme Bilder von überfüllten Krankenhäusern zeigen, es wird die wenigsten noch interessieren.

Halten wir fest: Die Abschaffung der kostenlosen Tests war der schlimmste Fehler, den man machen konnte. Da war ich sogar mit Herrn Lauterbach mal einer Meinung, obwohl ich ein arg gespaltenes Verhältnis zu dem Politiker habe und ihn für einen der gefährlichsten Menschen in der derzeitigen Politik halte.

Ein weiterer großer Fehler war, sich vollends auf die Impfungen zu verlassen und die Leute glauben zu lassen, dann wäre alles vorbei. Man sieht ja nun, dass der Schutz schnell nachlässt und es weiterhin zu Übertragungen kommt. Auch die Boosterimpfungen werden das nicht ändern. Das ganze führte zu einer trügerischen Sicherheit, vor allem bei den Geimpften, auch weil sie sich nicht mehr testen müssen. Ganz ehrlich, wer testet sich freiwillig, das machen die wenigsten Geimpften. Geimpfte müssen auch nicht mehr in Quarantäne, wenn sie Kontaktperson waren. Das ist auch so eine schwachsinnige Regelung. So dämmt man ganz sicher keine Infektionsketten ein.

Das Gesundheitssystem krankt schon seit Jahren, die zwei Jahre Pandemie haben das nicht nur sichtbar gemacht, sondern auch verschlimmert. Jetzt sind wir an einem Punkt, an dem tatsächlich kaum noch was geht. Vielleicht wäre es besser gewesen in der ersten Welle mehr Infektionen zuzulassen, als die Krankenhäuser personell noch besser dastanden. Durch das immer wieder Verzögern und Eindämmen der Infektionen haben wir uns in eine Situation gebracht, die vielleicht tatsächlich nicht mehr zu handhaben ist. Und je länger wir das Unvermeidliche hinauszögern, desto länger werden wir darunter leiden und desto mehr Menschen werden sterben, ob an Covid 19 oder an den Kollateralschäden. Vielleicht sollte die Politik endlich mit der Wahrheit rausrücken und die Leute vor die Wahl stellen, ob sie ein Ende mit Schrecken wollen oder ein Schrecken ohne Ende. Denn auf eines von beiden wird es herauslaufen, einen dritten Weg aus der Pandemie gibt es nicht.

Ich bin zwei Mal geimpft und werde mir auch den Booster holen, sobald das geht. Das tue ich aber ausschließlich für mich, denn ich weiß, dass das einzige Richtige im Moment die 1G Regel wäre. Sprich, jeder muss sich testen. Das würde endlich auch die Spaltung in der Bevölkerung beenden und wäre nur fair.

Das Leticron-Dilemma

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 264 – »Leticrons List« von Rüdiger Schäfer

Die Überschweren haben sich fünf Monate nach dem Verschwinden von Erde und Mond im Solsystem eingenistet und treiben ihre Expansion weiter voran. Nach und nach machen sie aus dem Solsystem und den Kolonien der Terraner eine Waffenschmiede. Aber auch die Ferronen und die Topsider wurden von ihnen versklavet und arbeiten für Leticrons großes Ziel – die Eroberung Andromedas.
Reginald Bull muss gute Miene zum bösen Spiel machen. Er versucht unter Leticrons Herrschaft den verbliebenen Terranern auf dem Mars und den Monden im Sonnensystem, so viele Freiheiten wie möglich zu erhalten. So muss sich auch die Widerstandsgruppe »Ares« unter ihrem Führer Zeus zurücknehmen, wenn die fragilen Zugeständnisse erhaltenbleiben sollen.
Doch es gibt eine Menge Leute, die unter der Herrschaft der Überschweren zu leiden haben. Einer von ihnen ist Harkon von Bass-Teth. Der Akone strandete beim Transfer von Erde und Mond ins Akonsystem auf dem Mars. Der Positronikspezialist möchte eigentlich nur nach Hause, und dafür greift er auf die verschlüsselten Informationen der Terraner und Überschweren zu. Das bleibt nicht lange unentdeckt. Harkon wird gefangen genommen und in ein Umerziehungslager der Überschweren verfrachtet. Dort kommt er noch ganz anderen Geheimnissen auf die Spur und wendet sich in seiner Verzweiflung an »Ares«.
Thomas Rhodan da Zoltral und Ronald Tekener werden von Zeus beauftragt, den Akonen zu befreien, was ihnen auch gelingt. Doch Leticron hat damit gerechnet. Er will Rhodans Sohn zu seinem Verbündeten machen und stellt ihm eine Falle. Als Köder nutzt er etwas dem Thomas nicht widerstehen kann – die wiedererwachte Jessica Tekener.

Beim vorletzten Kapitel dachte ich noch: »Das ist mal ein NEO von Rüdiger Schäfer, bei dem ich kein Taschentuch brauche.« Und dann schafft er es doch, mir im letzten Kapitel noch die Tränen in die Augen zu treiben. Also wirklich …

Zehn Bände hat es gebraucht, bis der Handlungsbogen um Leticron im Solsystem fortgesetzt wurde. Ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt. Aber das, was Rüdiger Schäfer daraus macht, ist spannend und meist auch glaubwürdig.

Zum einen ist da der Akone Harkon von Bass-Thet, der sich nach fünf Monaten auf dem Mars so leidlich in die Gesellschaft der Menschen integriert hat. Als Positronikspezialist weiß er inzwischen, wohin es Erde und Mond verschlagen hat. Er traut sich aber nicht, mit der Führung der Terraner Kontakt aufzunehmen, weil er befürchtet von den Überschweren entdeckt zu werden. Was letztendlich trotzdem passiert. Der Charakter des Akonen ist ein wenig zwiespältig. Einerseits hat er Angst und hält sich selbst für einen Feigling, andererseits hackt er sich immer wieder in die Positroniken der Terraner und Überschweren. So groß kann seine Feigheit dann doch nicht sein.

Weitere Handlungsträger sind Thomas Rhodan da Zoltral und Ronald Tekener, die sich immer noch nicht riechen können, aber gemeinsam für »Ares« in den Einsatz gehen. Erst am Ende sind sie sich einig, wenn es darum geht, Jessica Tekener aus den Fängen von Leticron zu befreien. Wenn man die Kapitel liest, hat man den Eindruck, es mit jungen, durchtrainierten Menschen um die dreißig zu tun zu haben. Allerdings sollte man sich vor Augen führen, dass Thomas 62, Ronald 66 und Jessica schon 70 ist. Zwar wird immer wieder erklärt, dass die Menschen im Jahr 2102 viel älter werden und länger jung bleiben. Aber dennoch wünschte ich mir, man würde dem ein bisschen mehr gerecht werden und sei es nur, in dem man auf die größere Lebenserfahrung hinweist. Zumindest werden die drei erst einmal sauber geparkt.

Die tragischste Figur des Roman ist aber Reginald Bull. Der Protektor hat sich in seine Rolle als Gon-Shial – dem Verkünder von Leticrons Worten – gefügt, auch wenn sich jede Faser seines Körpers dagegen sträubt. Er arrangiert sich mit den Feind, um die verbliebenen Terraner und Kolonisten vor den Repressalien der Überschweren zu schützen. Zumindest findet er in Administratorin Stella Michelsen eine neue Partnerin.

Leticron bleibt auch in diesem Roman weitgehend undurchsichtig. Wir als Leser wissen inzwischen, woher er kommt, aber seine Ziele sind nach wie vor unklar. Ist es tatsächlich Andromeda, das er seinem Imperium einverleiben möchte? Aber warum und vor allem wie? Seine Raumschiffe scheinen nicht in der Lage, die große Leere zwischen den Galaxien zu überbrücken. Und wer ist der geheimnisvolle Mann mit der Maske und warum hört Leticron auf ihn? Fragen, die noch zu beantworten sind.

Am Ende des Romans gibt es noch einen Zeitsprung von fünf Jahren. Hier erfahren wir einiges, was auf Terra und Luna im Akonsystem vor sich gegangen ist. 10 Millionen Eheverträge zwischen einem Akonen und einer Terranerin in knapp fünf Jahren? Und was ist mit den Männern, heiraten die keine Akoninnen? Oder die Schwulen, Lesben und Diversen? Sollte hier gegendert werden? Wenn, dann ist das ziemlich in die Hose gegangen. Wobei ich mir 7000 Eheverträge pro Tag nicht so wirklich vorstellen kann, aber …

Einige Dinge bleiben wegen dem Zeitsprung am Ende auf der Strecke. Nicht aufgeklärt wird zum Beispiel das Schicksal von Harkon. Konnte er mit einem Kurierschiff nach Akon zurückkehren? Überhaupt, warum kriegen die Überschweren den Kontakt zwischen Erde und Akon innerhalb eines so langen Zeitraums nicht mit, nachdem Leticron schon Verdacht geschöpft hat? Und wieso ist dieser Kontakt einseitig? Bull bekommt Nachricht von seinen Töchtern, schreibt aber in all der Zeit nicht einmal zurück, dass er jetzt verheiratet ist? Und was wurde aus den Opfern der Umerziehungslager? Sind die Leute nun gestorben, denen die Behandlung mit den Amöbophagen offenbar nicht bekommen ist? Hat Reginald Bull Leticron überhaupt darauf angesprochen? In den fünf Jahren sind da sicher eine Menge Menschen zu Schaden gekommen. Auch hier wird ein wichtiger Erzählstrang nicht bis zu Ende geführt.

»Leticrons List« ist eigentlich keine, denn außer, dass er mit Jessica Tekener Thomas Rhodan da Zoltral anlocken will, sehe ich keine wirkliche List in den Plänen des Überschweren. Ihm muss klar sein, dass Rhodans Sohn sich nicht so einfach übers Ohr hauen lässt. Daher ist der Titel des Romans ein wenig irreführend. Ja, er ist spannend und emotional geschrieben, aber es fehlen am Ende ein paar Details, um die Geschichte rund zu machen. Durch den Zeitsprung nimmt der Autor der Geschichte außerdem einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit. Schade!

Wohnen im Irrgarten

Zur Zeit gleicht unser Ort einem Irrgarten. Es gibt kaum eine Zufahrtsstraße, die nicht irgendwo gesperrt, umgeleitet oder mit einer Ampel versehen ist. Um bei uns vom Haus wegzukommen, müssen wir jetzt immer, verkehrswidrig, entgegengesetzt einer Einbahnstraße fahren (nur wenige Meter) um auf die andere Seite vom Ort zu kommen, oder durch den Kurpark fahren, der eigentlich für Autos gesperrt ist. Der offizielle Weg, sofern es den überhaupt gibt, würde mehrere Kilometer Umleitung und eine Ampel bedeuten.

Die Straße vor unserem Haus ist wie erwartet nur halbfertig geworden. Es fehlt die Deckschicht. Die kommt aber erst im nächsten Jahr, wenn der Gasversorger seine Leitungen eingebracht hat. Sprich, es muss nochmal aufgegraben werden.

Dafür ist nun noch die Straße vorm Käsewerk gesperrt. Die Liefer-LKWs müssen über eine schmale Straße auf dem Firmengelände fahren, um zur Käseabholung zu kommen. Dazu wurde extra eine Ampel aufgestellt. Auf der Straße hört man den ganzen Tag über die Bagger graben, von morgens um 6 Uhr bis Nachmittags um 18 Uhr. Ich glaube, wenn die mal fertig sind, werde ich die Geräuschkulisse wahrscheinlich vermissen.

Nicht vermissen werden die Anwohner auf alle Fälle die Ampel auf der Umgehungsstraße. Die ist ein echtes Verkehrshindernis. Von drei Seiten werden die Autos durchgeleitet. Wartezeit von bis zu zehn Minuten sind da keine Seltenheit. Als wir gestern vorbeigingen, stauten sich die Autos hundert Meter bis zum Kreisverkehr. Noch ein Wagen mehr und der Kreisel wäre dicht gewesen.

Ein Durchkommen durch den Ort ist momentan für Autofahrer kaum möglich. Egal an welcher Stelle man hereinfährt, man steht entweder an einer Ampel oder vor einem Umleitungsschild, dass zu einer Ampel oder zu weiteren gesperrten Straße führt. Ich frage mich: Hätte man das nicht irgendwie besser planen können? Oder war im Gemeindesäckel so viel Geld übrig, dass man das jetzt noch verbraten muss? Keine Ahnung, aber es nervt.

Good Bye Al

Quelle: Amazon

Das hat mich gestern sehr getroffen. Dean Stockwell ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Der Schauspieler war mir vor allem für seine Rollen in »Zurück in die Vergangenheit« und »J.A.G« bekannt. Er hat aber in vielen anderen Serien und Filmen mitgespielt. Insgesamt war er 70 Jahre lang im Film- und Theatergeschäft. Was für eine Leistung.

»Zurück in die Vergangenheit« steht bei uns im Regal und wir haben uns die fünf Staffeln im vergangenen Jahr angesehen. Zusammen mit Scott Bakula spielte Stockwell die Hauptrolle in der Serie, in der es um Zeitreisen geht. Zeitreisen ist eigentlich nicht ganz richtig, denn es wird nur der Geist eines Physikers (Scott Bakula) in einen Menschen in der Vergangenheit versetzt. Dort muss er eine Aufgabe erfüllen, um zum nächsten Wirtskörper in eine andere Zeitepoche zu springen. Bei jedem Sprung hofft der Wissenschaftler irgendwann wieder in seinen eigenen Körper zurückversetzt zu werden.

Dean Stockwells Rolle ist die des Beraters und Freundes Al Calavicci, der sich als Hologramm in die Gedankenwelt des Wissenschaftlers hineinversetzen und mit ihm interagieren kann. Der sehr exzentrische Charakter von Al sorgt für witzige und manchmal auch tragische Szenen.

Die Serie ist wegen ihrer sozialkritischen Untertöne und ihrer spannenden Geschichten absolut sehenswert und das nicht nur für Science-Fiction-Fans. Wer »Zurück in die Vergangenheit« nicht kennt, hat definitiv etwas verpasst.

Bakula und Stockwell waren eng befreundet. Später traten sie gemeinsam bei »Star Trek: Enterprise« in der Folge »Detained« auf. Zuletzt waren sie 2014 bei »NCIS: New Orleans« zusammen zu sehen.

Herbstliche SOL

Herbstlich kommt das Cover der SOL 104 daher. Gemalt wurde es von Stefan Wepil und zeigt den Kontinent Shushuuri auf Iya, dem Pendant von Terra im Dyoversum.

Wichtige Vereinsinformationen bilden den Einstieg ins Heft. Wir berichten von der Mitgliederversammlung im September 2021 und dem Ausgang der Vorstandswahlen. Es gibt eine Menge Veränderungen. Die PRFZ hat einen fast komplett neuen Vorstand bekommen. In den kommenden drei Jahren wird sich zum Wohle der Mitglieder einiges tun.

Der Schwerpunkt des Magazins widmet sich einer Person, die für die PERRY RHODAN-FanZentrale und speziell für die SOL von essentieller Bedeutung ist. Jemandem der jahrzehntelang im PERRY RHODAN-Fandom unterwegs war und 25 Jahre lang das Marketing der Serie verantwortete. Die Rede ist von Klaus Bollhöfener. Der ging im November 2021 in den Ruhestand, und die SOL-Redaktion möchte sich mit dieser Ausgabe im Namen des Vorstands und aller Mitglieder der PRFZ herzlich bei Klaus für sein Engagement bedanken.

Was haben PERRY RHODAN und Architektur gemeinsam? Mark Kammerbauer klärt darüber auf. Norbert Fiks geht der Frage nach, ob PERRY RHODAN-Gründervater K. H. Scheer bei »Reich im Mond« von Manfred Langrenus abgeschrieben hat.

Im zweiten Teil der PERRY RHODAN-Geburtstage gibt Alexandra Trinley einen Überblick über die Jahre 1983-1992. Außerdem berichtet sie zusammen mit Roman Schleifer vom Online-Abend zu 60 Jahre PERRY RHODAN.

Fans von Alaska Saedelaere können sich über eine Kurzgeschichte von Michael Mühlehner freuen. Zudem gibt es Werkstattberichte, Rezensionen und einen weiteren Teil des arkonidischen Wörterbuchs von Susanne Modl. Wie gewohnt beinhaltet die Ausgabe Besprechungen zur Erstauflage und zu NEO.

Bei dieser Ausgabe kommen zum ersten Mal Druck und Versand aus einer Hand. Wir hoffen, dass alles klappt und das Magazin pünktlich bei allem Mitgliedern ankommt.

Süßes oder Saures

Quelle: Amazon

Nein, das wird kein Beitrag zu Halloween. Mir geht es um etwas völlig anderes, was aber durchaus mit der Jahreszeit zu tun hat. Es geht um Tee.

Ich bin eine leidenschaftliche Teetrinkerin. Schon als ich Kind war, gab es bei uns jeden Abend Tee. Damals mochte ich am liebsten Pfefferminz mit Zitrone oder Mate-Tee. Später als ich zum Star Trek-Fan wurde, war mein Favorit natürlich Earl Grey. Was sonst! Auch heute gibt es jeden Abend bei uns Tee. Selbst auf Arbeit habe ich immer eine Kanne Tee auf meinem Schreibtisch stehen.

Inzwischen bin ich auf Früchtetee umgeschwenkt. Grüntees und Kräutertees sind nicht so mein Fall. Seit vielen Jahren liebe ich die Tees von Goldmännchen. Die stammen nicht nur aus Thüringen, sondern die haben immer tolle Kreationen. Ich erinnere mich an die leckeren Cocktail-Tees, besonders den »Bitter Orange«. Mein absoluter Lieblingstee von Goldmännchen war aber der Tee »Apfelfrucht«. Den hätte ich Tag und Nacht trinken können. Leider gibt es ihn seit gut zwei Jahren nicht mehr. Als Ersatz gibt es dafür nun einen Tee mit der Bezeichnung »Apfelernte« sowie »Apfel Granatapfel«. Und da beginnt mein Problem.

Viele Hersteller auch Goldmännchen verwenden neuerdings in ihren Tees Süßholz oder Stevia bzw. Süßkraut. Das ist zwar besser als Zucker oder künstliche Süßstoffe, aber ich frage mich warum. Warum muss Tee immer süß sein? Bei Kindertees kann ich das vielleicht verstehen. Bei Tees für Erwachsene finde ich das nicht notwendig. Vor der Zulassung von Stevia als Lebensmittel in Deutschland waren die meisten Tees ungesüßt. Warum auch? Wer wollte, konnte selbst nachsüßen. Heute müssen in alle möglichen Früchtetees Süßungsmittel rein. Ich finde das doof. Ich trinke lieber Tee, der säuerlich schmeckt. Und ich möchte meinen Goldmännchen »Apfelfrucht« zurück. Bisher habe ich noch keinen Apfeltee gefunden, der annähernd an den von Goldmännchen heranreicht. Leider!

Die Bahn kommt … oder auch nicht

Am letzten Wochenende war ich mal wieder mit der Deutschen Bahn unterwegs. Der Spruch »Genießen Sie ihre Fahrt in vollen Zügen« traf seit langem mal wieder zu. Es war, als würde es Corona nicht geben. Die Züge waren bis auf den letzten Platz besetzt.

Freitag früh hatte der EC mal wieder Verspätung wegen eines vorausfahrenden Güterzugs, der Minutenlang das Gleis am Bahnsteig belegte. Der ICE von München wurde durch einen anderen Zug ersetzt, bei dem – logischerweise – die Anzeige der Reservierungen nicht funktionierte. Es herrschte ein Drunter und Drüber bei der Sitzplatzsuche. Wenigstens war er halbwegs pünktlich.

Dafür hatte ich dann fast eine Stunde Aufenthalt in Bamberg. Im Sommer geht das ja, aber bei niedrigen Temperaturen und Regen ist das kein Spaß. Der McDonalds war gesperrt, es gab nur Straßenverkauf. Der Aufenthalt in der Bahnhofshalle war ebenfalls nicht gestattet. Dort hatten nur der Blumenladen und der Fahrkartenschalter geöffnet. Die Bäckerei und der Yorma waren geschlossen. Aus lauter Verzweiflung stöberte ich in der sehr gut ausgestatteten Bahnhofsbuchhandlung und kaufte zwei Comichefte. Die Verkäuferin beschwerte sich schon, dass im Laden so viel los sei. Tja, kein Wunder bei dem Wetter.

Dann wartete ich am Bahnsteig. Ein Zug nach Würzburg sollte an meinem Gleis fahren, anschließend der nach Leipzig. So wurde es mehrfach angesagt. Fünfzehn Minuten vor der Abfahrt, ich hatte mich in den Comic vertieft, fuhr ein Zug ein. Das wird der nach Würzburg sein, dachte ich und blickte zunächst nicht auf. Irgendwann sah ich doch hoch und traute meinen Augen nicht. Da stand Leipzig dran. Ich fragte den Zugführer, ob das jetzt der Zug nach Leipzig sei und bekam die blöde Antwort, dass es doch dranstehen würde. Ich setzte mich also rein, kontrollierte auf meinem Ticket die Zugnummer und war dennoch unsicher, ob ich im richtigen Zug sitze. Vor allem weil der Zug dann auch noch zehn Minuten vor der planmäßigen Abfahrt losfuhr. Selbst meine App konnte mir da nicht helfen. Später fragte ich die Zugbegleiterin, warum der Zug außerplanmäßig früher losgefahren sei. Sie meinte, das läge an der Baustelle. Ich konterte, dass das aber weder angezeigt, noch durchgesagt worden war und jetzt bestimmt Leute in Bamberg vergeblich auf den Zug warten. Ihr Kommentar: ja da gebe es wohl ein paar Kommunikationsprobleme. Oha!

Montag früh stieg ich schon mit einem schlechten Gefühl aus dem Bett. Ich hatte am Abend vergeblich versucht eine Platzkarte für den ICE von Erfurt nach München zu bekommen. Die App sagte, der Zug sei komplett ausgebucht, alles war rot und durchgestrichen. Das konnte ja heiter werden. Da ich am Bahnhof in Saalfeld noch Zeit hatte, ging ich zum Schalter und fragte die freundliche Dame dort, ob ich bei ihr noch eine Sitzplatzreservierung buchen könne. Hoffnung hatte ich keine, aber einen Versuch war es wert. Sie schaute nach, meinte das der Zug als ausgebucht angezeigt wurde, versuchte es aber trotzdem und es funktionierte. Sie bekam einen freien Platz angezeigt und druckte mir die Reservierung aus. Erklären konnte sie sich das selbst nicht. Als ich meinen Geldbeutel rausholte, um zu bezahlen, sagte sie: »Lassen Sie ihr Geld stecken.« und reichte mir die Karte. Da war ich baff. So viel Freundlichkeit ist man von der Deutschen Bahn nicht gewohnt.

Am Gleis traf ich dann einen Bekannten, der mit mir zusammen nach Erfurt fuhr. Es wurde eine kurzweilige Fahrt. In Erfurt hatte ich einen längeren Aufenthalt. Ich musste also nicht so hetzen beim Umsteigen. Dann kam der ICE auch noch zu spät und in der falschen Reihenfolge, was zu tumultartigen Szenen am Bahnsteig und später im Zug führte. Außerdem fehlte der Wagen 24. Nun wusste ich auch, warum es keine Reservierungen mehr gab und der Zug so voll war. Ich hatte mich günstig platziert und fand gleich den reservierten Sitzplatz. Dort durfte ich dann bis München sitzen, während viele andere in den Gängen saßen oder standen.

Hatte ich da schon ein beklemmendes Gefühl, ob der Enge, sollte sich das im anschließenden EC von München noch steigern. Der war alt, miefig und proppenvoll. Vor allem mit Gepäck. Ich frage mich immer, warum die Leute so viel Zeug mitschleppen. Viele haben riesige Koffer, die sie alleine nicht aus oder in den Zug heben können, dazu noch Beutel, Taschen und Rucksäcke. Es war kaum ein Durchkommen. Ich hatte zum Glück noch einen freien Platz erwischt, wusste später aber auch warum, der freigeblieben war. Daneben saß eine Familie mit zwei kleinen Jungs, die die ganze Zeit über das Großraumabteil beschallten. Immer wenn draußen irgendwelche Tiere zu sehen waren, brüllten sie das lautstark und lang in die Welt hinaus. »Küüüühhheee!« Die Eltern taten mir echt leid. Die Mutter sah schon fix und fertig aus und die wollten von Salzburg aus noch weiter. Meinen Glückwunsch.

An diesem Tag machte ich drei Kreuze, als ich endlich aussteigen durfte. So viele Leute ist man einfach nicht mehr gewohnt, auch wenn sie alle ordentlich Masken getragen hatten.

Immerhin schrieb ich trotzdem ein ganzes Kapitel für meinen Roman.

Sofgarts Reise in die Vergangenheit

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 263 — »Die erste Kaskade« von Rainer Schorm

Sofgart besucht zusammen mit Omar Hawk Arkon 1, um herauszufinden, warum es die SOL ins Arkonsystem der Vergangenheit geschlagen hat. Er folgt einer inneren Stimme sowie dem F’Atkor mit den Atorakten.
Mit Hilfe einer gefälschten Sondergenehmigung suchen die beiden das Karminsuul-Archiv auf. Dort hatte Sofgart den ersten Atorakt überreicht bekommen.
Das Archiv erkennt in Sofgart einen Abkömmling der ersten Arkoniden und zeigt ihm die Geschichte seiner Vorfahren, die mit der Flucht der Liduuri aus dem Soltsystem beginnt.
Er erfährt dabei die Geschichte wie die Akonen entstanden und wie daraus die Arkoniden wurden. Die wichtigste Erkenntnis aber ist die, warum die SOL und insbesondere ihre Bordpositronik SENECA hier in der Vergangenheit ist.
Seit Jahrtausenden kämpfen erst die Akonen und später die Arkoniden mit den Überresten eines Quantenschattens in ihren Positroniken. Mit zunehmender Intelligenz der positronischen Systeme führen die Überreste zu einer sogenannte Kaskade und damit zur Ausbildung einer Superintelligenz, die die biologischen Lebensformen versklaven oder vernichten wird.

Keiner kann den Arkoniden Sofgart so perfekt beschreiben wie Rainer Schorm. Und vielleicht ist es kein Zufall, dass die Abbildung des Arkoniden auf dem Cover dem Autor ein bisschen ähnlich sieht. Sieht man vom Bart ab.

Durch Sofgart lernen wir die Geschichte der Akonen und Arkoniden kennen. Wir erfahren das Sofgart in direkter Linie von Arbaraith abstammt. Jenem Akonischen Kommandanten, der die erste Kaskade erfolgreich aufhalten konnte. Und in diesem Zuge mit zwölf weiteren Schiffen und ihren Besatzungen in M13 gestrandet ist. Aus den Bewusstseinen der zwölf Kommandanten wurden die zwölf Heroen und Arbaraiths Bewusstsein wurde später ebenfalls zu einem Teil des Archivs.

Geschickt legt der Autor die einzelnen Puzzlesteine aus den vergangenen NEO-Staffeln zusammen. Man erahnt das Gesamtbild, dass sich zu ergeben scheint. SENECA könnte die Überreste des Quantenschatten überprägen und die Gefahr für die Arkoniden bannen. Denn ohne das Arkonidische Imperium würden die Maahks siegen und die Thetiser die Milchstraße überrennen. Vielleicht könnte das in Folge auch die Menschheit auslöschen, bevor sie in den Weltraum aufbrechen kann. Dies würde die Zeitlinie gravierend verändern.

Stark geschrieben sind die Kapitel über Akon und die Anfänge der Arkoniden. Das ist lebendig und glaubhaft erzählt. Danach wird es wieder ziemlich technisch. Da muss man schon konzentriert lesen, um alle Details zu verstehen. Irritierend finde ich allerdings, dass die Akonen und die Menschen dieselben Bezeichnungen für die Spektralklassen von Sternen verwenden, andere Begriffe wie Zeitangaben aber nicht. Aber das ist nur ein Detail, was mir »negativ« aufgefallen ist.

»Die erste Kaskade« ist ein wichtiger Roman, der viele Zusammenhänge erklärt und der Figur des Arkoniden Sofgart noch mehr Tiefe verleiht. Mich hat die Geschichte jedenfalls befriedigt zurückgelassen.

Reiche Ernte

Eigentlich wollte ich nur den Schmetterlingsflieder einpflanzen, den wir unlängst mal für meine Eltern gekauft haben. Doch als ich die Stengel einer verblühten Pflanze aus der Erde zog, hingen da plötzlich weiße Knollen dran. Ich erinnerte mich dunkel, dass die Pflanzen, die dort gewachsen waren, gelb geblüht hatten. Das konnte also nur Topinambur sein.

Ich grub weiter und wurde gleich mehrfach fündig. Das waren richtig dicke Knollen, die fast außerirdisch anmuteten in ihrer Form. Und je tiefer ich grub, umso mehr wurden es. Am Ende war es ein ganzer Eimer voll. Ich habe jetzt beschlossen, die kleineren Knollen an anderer Stelle wieder einzupflanzen und die Großen zu kochen.

Topinambur schmeckt ein bisschen wie eine Kombi aus Süßkartoffel und Kohlrabi und passt gut als Beilage. Hier ein paar Bilder dazu.

Zu Bruch gegangen

Muss ich mir jetzt Gedanken machen, dass ich eventuell zu viel gehäkelt habe? Vorgestern ist nämlich meine Lieblingshäkelnadel zu Bruch gegangen, die mit dem ergonomischen Griff.

Es hatte sich schon am Dienstag mit einem verdächtigen Knacken angekündigt. Ich war ganz erschrocken und habe die Nadel hin und her gedreht, aber nichts erkennen können. Da war kein Riss oder Sprung. Vorgestern brach sie dann völlig unerwartet mitten beim Häkeln durch. Ich nehme mal an, dass der Weichmacher aus dem Plastik diffundiert ist. Kunststoffgriffe halten eben nur eine begrenzte Zeit, dann werden sie spröde oder klebrig. Wie die Griffe unserer Lichtschwerter, die fassen sich ebenfalls so an. Also besser, wenn man die Lichtschwerter nur anschaut und nicht anfasst. Nicht, dass die guten Master Replicas noch auseinanderfallen.

Jetzt ist es nicht so, dass ich keine Häkelnadeln mehr hätte. Im Gegenteil, ich habe eine ganze Schachtel voll, aller Stärken. Die meisten haben aber leider keinen ergonomischen Griff. Noch besser wäre es, wenn es die ergonomischen Griffe aus Holz gäbe. Die Häkelnadeln meiner Mutter haben einen Holzgriff und sind bestimmt schon mehr als sechzig Jahre alt. Aber dann könnten die Hersteller nicht mehr so viele verkaufen, wenn die so lange halten.

Ach ja. Jetzt will bestimmt jemand wissen, was ich gehäkelt habe. Ich habe das Muster für die Baby-Chucks vergrößert. Die Kleinen wachsen so schnell raus und ich hatte inzwischen mehrere Anfragen für die Schuhe. So wie ich sie gehäkelt hatte, gingen sie weg wie warme Semmeln. Ich kam gar nicht hinterher. Von denen auf dem Bild geht am Wochenende wieder ein Paar weg. Dieses Mal sogar nach Malawi.