Christinas Multiversum

Ansichten, Rezensionen, Kommentare

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Mein erster Zeitungsartikel

Nachdem ich den Text über die Deutsche Bahn am Freitag in meinen Blog gestellt hatte, überlegte ich kurz. Immer wieder hatten meine Eltern mich aufgefordert, meine Texte doch mal an die Zeitung zu schicken. Und immer wieder bin ich dem ausgewichen, weil ich mir sagte, das interessiert doch keinen.

Auch am Freitag dachte ich zunächst so, überlegte es mir dann aber anders und suchte die E-Mail Adresse des Redaktionsleiters der Lokalzeitung heraus. Allen Mut zusammennehmend schrieb ich eine kurze Erklärung und ein paar Eckdaten zu mir und schickte den Artikel ab. Es hat mich einiges an Mut gekostet und ich hatte ehrlich gesagt, nicht mit einer Antwort gerechnet. Doch meine Sorge war unbegründet. Ich erhielt eine geradezu euphorische Antwort-Mail und die Bitte, doch ein Foto von mir vor einem Zug zu schicken.

Noch am Samstag morgen fuhr ich mit meinem Vater und einem leeren Koffer an den Bahnhof. Just zu diesem Zeitpunkt wartete eine Regionalbahn auf den Gleisen und wir konnten das perfekte Foto machen. Ich gebe zu, die Leute im Zug haben ein wenig misstrauisch geguckt, als ich ohne einzusteigen mit meinem Koffer den Bahnsteig wieder verließ, aber das war mir in diesem Moment egal. Ich hatte das Foto und ich schickte es noch am selben Tag an die Redaktion.

Heute nun erschien mein Artikel als Gastbeitrag auf der Lokalseite. Es ist mein erster Zeitungsartikel in der Regionalpresse. Ich bin einigermaßen stolz darauf, vor allem, dass ich den Mut gefunden habe, ihn einzureichen. Wenn ich mir recht überlege, hätte ich das schon viel früher mal tun sollen.

Dem Einhornhype erlegen

Mini-Einhorn

… bin ich am Freitag.

Schuld war die Deutsche Bahn. Durch die Verspätung musste ich lange auf meinen Anschlusszug warten. Da bummelte ich ein bisschen durch den Nürnberger HBF. Im »Nanu Nana« entdeckte ich dann das aufblasbare Mini-Einhorn und es war um mich geschehen.

Es ist ein Getränkedosenhalter für den Pool. Während man also durchs Wasser treibt, schwimmt, dank dem Einhorn, das Getränk gleich nebenher. Total überflüssig, aber ich musste es trotzdem haben.

Mein Mann bezeichnete mich als ein bisschen gaga, nachdem ich das Ding gestern aufgepumpt hatte. Das weiß ich ja selbst, aber manchmal muss der vernünftigste Mensch gaga sein. Das gehört irgendwie dazu, sonst wäre das Leben ja langweilig.

Nobelpreis und Industriespionage

Quelle: Amazon

»Der Nobelpreis« von Andreas Eschbach

Ganz ohne Zweifel, es ist ein echter Eschbach, komplett mit einem Ende, das jeden unvorbereiteteten Leser, wahrscheinlich die Schuhe ausziehen wird.

Da ich, durch eine Bemerkung von Kathrin Lange, wusste, dass der Roman einen unvorhergesehenen Ausgang nimmt, war es für mich nicht so überraschend. Irgendwie hatte ich immer im Hinterkopf, dass da was nicht stimmen kann. Vielleicht wäre das nicht passiert, wenn mir ihre Bemerkung auf der Eschbachtagung in Wolfenbüttel nicht im Gedächtnis geblieben wäre.

Der Roman endet jedenfalls nicht so, wie man sich das zunächst denkt. Weswegen ich hier auch nicht ins Detail gehen möchte. Nur so viel, es ist ein Thriller, in dem es um Spionage und Einbruch geht und in dem man als Leser eine Menge über die Nobelpreisverleihung und die Wirkung von Hormonen auf das menschlichen Gehirn lernt. Außerdem erfährt man mehr über das Knacken von Schlössern und das Umgehen von Sicherheitsvorkehrungen, als einem lieb sein kann.

Ungemein spannend jagt der Autor seinen Protagonisten durch die Handlung und zieht den Leser gleichsam mit. Er führt aber beide auch reichlich an der Nase herum, was den Roman noch interessanter macht. Ich persönlich hatte am Anfang ein Problem mit dem plötzlichen Wechsel des Protagonisten. Gerade als ich mich eingelesen hatte und dem spannenden Leben von Hans-Olof Anderson folgte, taucht in Kapitel 16 plötzlich sein Schwager Gunnar Forsberg als Ich-Erzähler auf. Das fand ich im ersten Moment ziemlich irritierend. Erst zum Schluss wird klar, warum der Autor das so und nicht anders schreiben konnte.

»Der Nobelpreis« ist ein wendungsreicher Thriller, der mit viel Detailwissen zu unterschiedlichen Fachgebieten auftrumpft und in dem jede der unzähligen Plotwendungen aufwendig vorbereitet und durchgeführt wird. Allein die Recherchen für den Roman müssen Monate in Anspruch genommen haben. Eine Leistung, die Bewunderung verdient und dem Roman eine regelrechte Sogwirkung verleiht. Ich konnte ihn jedenfalls nur sehr schwer aus der Hand legen.

Der Thriller erschien bereits 2007 hat aber angesichts des diesjährigen Skandals um den Literaturnobelpreis nicht an Aktualität eingebüßt. Wieder etwas, das Andreas Eschbach vorausgesehen hat.

Der Roman ist bei allen Onlinehändlern und im Buchhandel (auf Bestellung) erhältlich.

Von Natur und Wissen

Der Ort an dem ich einen Großteil meiner Kindheit verbrachte.

Dass ich großes Glück hatte in einer reizvollen Gegend aufzuwachsen, nah an der Natur und ihren Schätzen, begreife ich erst, wenn ich Menschen treffe, denen dieses Glück nicht vergönnt war. Menschen die in Großstädten aufwuchsen oder in Gegenden, deren Reiz sich nur auf den zweiten Blick erschließt. Menschen die eine Linde nicht von einem Ahorn unterscheiden können oder eine Meise von einem Spatz. Oder – besonders schlimm – Kinder, die Kühe nur aus der Milka-Werbung kennen.

Genau dann weiß ich zu schätzen, dass ich in einer intakten Umwelt aufwachsen durfte, dass meine Eltern mir beibrachten, wie die Bäume und Sträucher heißen, wie man Pilze in essbar und giftig unterscheidet und welche Tiere besonders selten sind. In meiner Jugend blätterte ich gern in den Naturführern, die überall zuhause herum lagen. Oftmals konnte ich direkt am lebenden Objekt nachschlagen, um was für einen Schmetterling oder Vogel es sich handelte, oder wie die Pflanzen am Wegesrand hießen.

Dort, wo ich aufwuchs, gibt es heute noch eine Artenvielfalt, die mich immer wieder in Erstaunen versetzt. Ob es das Pärchen Neuntöter ist, das in der Hecke brütet, oder der Schwalbenschwanz, der sich am Schmetterlingsflieder niederlässt, oder das Zittergras auf dem Hang hinter der Hütte. Das alles gehört zu meinem Leben und ich könnte mir nicht vorstellen, ohne dieses Wissen zu sein.

Umso trauriger macht es mich, wenn ich sehe, wie die Natur sich langsam verändert, wie es immer weniger Insekten und Vögel gibt, wie Bäume sterben und die Wälder lichter werden. Regelrecht wütend macht es mich, wenn ich sehe, wie manche Menschen völlig sorglos mit der Umwelt umgehen, wenn Hecken in der Brutzeit abgesäbelt werden und Tonnenweiße Gülle auf die Wiesen versprüht wird.

Dann erinnere ich mich, dass diese Menschen in ihrer Kindheit sicher keine Eltern hatten, die ihnen gezeigt haben, wie die Natur funktioniert und wie fragil und wertvoll sie für uns ist. Wir werden in unseren Kindern kein Umweltbewusstsein wecken, wenn wir ihnen nicht beibringen, wie der Vogel heißt oder der Baum. Denn wenn man den Namen von etwas kennt, bekommt es eine Bedeutung. Man kann nur das schützen, was man kennt.

Vorfreude auf die Nussernte

Traube-Nuss

Nachdem es in den vergangenen Jahren eher wenig bis gar keine Walnüsse gab, gibt es heuer dafür umso mehr. Das milde Frühjahr hat daran einen großen Anteil. Während im vergangenen Jahr ein später Frost der Nussblüte den Gar ausgemacht hat, konnten in diesem Frühjahr die Bäume ungehindert erblühen. Dementsprechend voll sind sie jetzt. Unser Nussbaum hatte in den vielen Jahren noch nie und ich betone das, weil es stimmt, noch niemals so viele Nüsse. Ich habe heute ein paar Fotos gemacht. Unteranderem hängt an einem einzigen Ast eine Traube mit sechs Nüssen. Da bekommt die Bezeichnung Traube-Nuss, die sonst nur bei Schokolade verwendet wird, eine ganz neue Bedeutung.

Sicher, es werden nicht alle dranbleiben bis zum Herbst. Das geht gar nicht, aber ich hoffe und wünsche mir, dass wir wenigstens ein paar selbst ernten können. In den vergangenen Jahren waren meist die Eichhörnchen schneller. Zumindest sollten bei der Fülle ein paar übrigbleiben.

Wenn man es genau nimmt, sind die vielen Nüsse und auch die vielen Zapfen an den Douglastannen kein gutes Zeichen. Es ist zu trocken und die Bäume reagieren darauf, indem sie möglichst viele Samen produzieren, um sich zu vermehren.

Dennoch, ich freue mich auf’s Sammeln und darauf, dass mein Mann wieder sagt: Du und Deine Nussmacke!

Willkommen in der Provinz

Heute ist wieder einer jener Tage, an dem ich die Deutsche Bahn, vor allem aber die Politik verfluche. Denn zum großen Teil ist es ihre Schuld, dass ich seit einem halben Jahr statt viereinhalb Stunden ganze sechs benötigte, um nach Saalfeld zu kommen. Heute waren es wegen eines liegengebliebenen Zuges sogar sieben Stunden. SIEBEN Stunden für knapp 500 Kilometer. Wenn ich es nicht so verabscheuen würde, Auto zu fahren, wäre ich wahrscheinlich längst umgestiegen, zum Schaden der Umwelt.

Die wenigsten Bewohner im Landkreis wissen um das Dilemma durch die fehlende Fernverbindung am Saalfelder Bahnhof. Meist erfahren sie es erst, wenn es sie selbst betrifft, weil die Reise zu den Kindern oder Enkeln plötzlich länger dauert und viel umständlicher ist.

Seit Frühjahr 2001 pendle ich mehr oder weniger regelmäßig zwischen Saalfeld und München, seit 2013 sogar zwischen Saalfeld und Traunstein. In all den Jahren habe ich viel mitgemacht, Verspätungen, Zugausfälle und Streckensperrungen, eine Vielzahl skurriler Erlebnisse eingeschlossen. Anfangs der Zweitausender führte die Strecke noch über Augsburg. 2006 folgten die Eröffnung der Schnellstrecke zwischen Nürnberg und Ingolstadt und der Einsatz des ICE-T mit Neigetechnik. Rückblickend kann ich die Zeit in den Jahren zwischen 2006 und 2011 als goldenes Zeitalter der Saalebahn bezeichnen. In nicht einmal drei Stunden war man von Saalfeld aus in München und das gänzlich, ohne Umsteigen zu müssen.

Nach dem Fahrplanwechsel 2012 nahmen der Service ab und die Fahrzeit sukzessive zu. Zuerst wurden ICE-Verbindungen gegen ICs getauscht und die Streckenführung dahingehend geändert, dass diejenigen ICEs, die in Saalfeld hielten, nur noch über Augsburg fuhren und nicht mehr über Ingolstadt. Wenn man, wie ich von München weiterfahren wollte, musste man zwangsläufig in Nürnberg umsteigen, wenn man nicht fünfzig Minuten länger unterwegs sein wollte. Wie oft stand ich im Winter fröstelnd am Nürnberger Hauptbahnhof und wartete auf den Anschlusszug, der meistens Verspätung hatte oder gar ausfiel. Wenigstens war ich am Donnerstagabend nicht allein, wenn Dutzende von Pendlern in Richtung Thüringen und Sachsen unterwegs waren und sich mit mir zusammen über überfüllte Züge und die Bauarbeiten an der Strecke zwischen Nürnberg und Bamberg ärgerten.

2016 war die Strecke dann für ganze neun Monate vollständig gesperrt und man bekam als Reisender schon mal einen Vorgeschmack auf das, was kommen würde, wenn keine Fernzüge mehr die Saalebahn bevölkerten. Ich reduzierte damals meine Besuche in der alten Heimat auf das Nötigste, weil sich der Schienenersatzverkehr zwischen Lichtenfels und Bamberg eher wie eine Irrfahrt anfühlte, als eine Fahrt durch das »Hightech-Land« Deutschland. Vor allem angesichts der Tatsache, dass diese Sperrung nur der ICE-Trasse zwischen Erfurt und Nürnberg diente und man genau wusste, dass damit das Ende des Fernverkehrs auf der Saalebahn eingeläutet wurde.

Seit Dezember 2017 ist nun nichts mehr so wie es war. Schnell mal mit dem Zug nach München oder Berlin fahren, ist zu einer Illusion geworden, zu einer fernen Erinnerung, die immer mehr verblasst. Dafür gleicht die Fahrt in die Heimat und zurück einer nicht enden wollenden Odyssee. Verbindungen mit drei- bis viermal umsteigen, sind keine Seltenheit. Wenn ich Glück habe, brauche ich nur in München oder Nürnberg umsteigen. Wobei die Reise aus dem Süden bis nach Nürnberg erstaunlich schnell geht. Doch anschließend tuckert man mit Regionalbahnen durchs Land, die nicht nur zu unbequem zum Sitzen sind, sondern in denen es auch kein Platz für Gepäck gibt und die an jedem Briefkasten zu halten scheinen. Fortschritt sieht für mich anders aus. Die viel gepriesene, aber kaum auffindbare IC-Verbindung, die zwischen Leipzig und Karlsruhe in Saalfeld halt macht, ist so ungünstig getaktet, dass die Pendler sie nicht nutzen können. Natürlich, die sollen gefälligst über Erfurt fahren und dafür zwanzig Prozent mehr zahlen. Schließlich wollen die Milliarden, welche die Schnellstrecke durch den Thüringer Wald gekostet haben, auch wieder eingefahren werden. In meinen Augen der Hauptgrund, warum sich die Bahn weigerte, eine Fernverbindung über die Saalebahn aufrechtzuerhalten.

Die Zukunft beschert uns keine blühenden Landschaften mehr, zumindest nicht in Ostthüringen. Dafür haben die Politiker der Vergangenheit gesorgt, als sie ein Projekt durchdrückten, das sowohl finanziell, als auch wirtschaftlich eine Fehlentscheidung darstellt. Ein Projekt bei dem schon frühzeitig Experten warnten, dass es nicht nur viel zu teuer und unrentabel würde, sondern dass auch Teilen Thüringens wirtschaftlichen Schaden zufügen wird. Allein die Obrigkeit in Erfurt hielt daran fest, weil es ihnen persönliches Prestige und der Landeshauptstadt neue Einnahmen versprach. Vor allem aber diente es dazu, die Baufirmen mit Aufträgen zu füttern, die diese auf Jahre hinaus beschäftigen und deren Gewinne ins Astronomische steigern würden.

Es war nichts anderes als ein Konjunkturprogramm, das kurzfristig gesehen, die Bauwirtschaft vielleicht vorangebracht hat, dem Land Thüringen nachträglich aber mehr schaden wird. Denn überlegen wir mal, was passiert denn, wenn Städte wir Jena oder Saalfeld längerfristig vom Fernbahnnetz abgekoppelt sind? Firmen werden ihren Sitz in eine andere Stadt verlegen, die einen besseren Anschluss hat. Studenten und Wissenschaftler werden ausbleiben, weil es zu mühsam ist, nach Jena zu kommen, wo sie Erfurt doch viel besser erreichen können. Ostthüringen wird gleichsam wie Teile Oberfrankens zur Provinz degradiert und in der Unbedeutendheit verschwinden, während die Erfurter sich mit dem zukünftigen ICE-Drehkreuz Mitteldeutschlands rühmen. Überhaupt Erfurt … ganz automatisch drängt sich dem Zugreisenden auf der Saalebahn der Gedanke auf, dass das dies alles so gewollt ist, dass den Landesregierungen der vergangenen Jahrzehnte das Wohl Ostthüringens immer zweitrangig war.

Und die Lokalpolitiker der betroffenen Landkreise? 26 Jahre hatten Städte und Kreise Zeit, sich auf das Aus im Fernverkehr einzustellen. Doch außer ein paar halbherzigen Protesten und dem irrigen Glauben, die Bahn würde sie nicht hängen lassen, passierte nichts. Das drohende Problem wurde ausgesessen, denn die meisten Politiker würden ihre Legislaturperiode längst beendet haben, wenn der letzte ICE fuhr. »Nach uns die Sintflut«, könnte man meinen. Die Landräte und Bürgermeister, die jetzt das Ergebnis ausbaden müssen, haben keinen Chance mehr, eine Änderung zu bewirken Sie müssen sich zusammen mit der Bevölkerung mit vollendeten Tatsachen arrangieren.

Letztendlich sind bei der Planung des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 8 zwei fatale Kräfte zusammengekommen. Zum einen die Geltungssucht einiger Westdeutscher Politiker nach der Wende und die Gewinnsucht der Manager bei der Deutschen Bahn (besonders in Hinblick auf den geplanten und später abgesagten Börsengang). Der Konzern ist weiterhin damit beschäftigt, unbedingt dem Flugzeug Konkurrenz machen zu müssen, als seine eigentliche Aufgabe, mittels einer flächendeckenden Infrastruktur die Beförderung von Reisenden von Ort zu Ort zu erfüllen und nicht nur zwischen ein paar Großstädten. Angesichts von Dieselskandal und steigender Schadstoffwerte in der Atmosphäre ist dies der falsche Weg zur Erhaltung einer intakten Umwelt. Von 22 Tunneln und 29 Brücken, die jetzt den Thüringer Wald wie eine blutende Wunde durchschneiden, ganz zu schweigen.

Das Wohl weniger ist in heutiger Zeit eben wichtiger, als das Wohl vieler.

Jedis, Ziegen und der Krieg

Quelle: Amazon

Der Film Männer die auf Ziegen starren könnte auch von den Coen-Brüdern stammen, aber er basiert auf einem Buch von Jon Ronson. Diese Woche habe ich mir den Streifen seit langem mal wieder angesehen.

Der skurrile Spaß über eine Hippie-Spezialeinheit in der US-Armee steckt voller Anspielungen über Jedi-Ritter und Parapsychologie. Was der Kleinstadtreporter Bob Wilson (Ewan McGregor) aufdeckt, klingt zunächst so absurd und unglaublich, dass einem vor Lachen die Tränen kommen. Statt mit Waffen trainieren die selbsternannten »Jedis« Hellsehen, Telekinese und Yoga. Es geht darum bewaffnete Konflikte zu verhindern und Frieden zu stiften und das mitten im Golfkrieg. Das geht so lange gut, bis sich ein Ehrgeizling unter die Truppe mischt.

Bei allem Klamauk und Wahnwitz enthält der Film dennoch eine wichtige Botschaft. Nämlich, das Krieg das dümmste ist, was es auf der Welt gibt. Die Leute, die gegeneinander kämpfen müssen, könnten im eigentlichen Leben beste Freunde sein.

Herausragend ist die Besetzung des Streifens. Eine ganze Riege von Hollywoodstars haben sich um Ewan McGregor versammelt. Neben George Clooney sind auch Jeff Bridges und Kevin Spacey mit von der Partie. Alle zusammen machen den Eindruck, als hätten sie sich bei dem Dreharbeiten köstlich amüsiert. Besonders witzig sind die Bemerkungen die Ewan McGregors Rolle in Sachen Jedi-Ritter über sich ergehen lassen muss, denn der Schauspieler verkörperte in STAR WARS Episode 1-3, den Obi Wan Kenobi und ist damit der einzig wahre Jedi-Ritter im Film.

Männer die auf Ziegen starren ist wie ein LSD-Trip, immer unwirklich und herrlich komisch. Hier kommen nicht nur Fans von George Clooney auf ihre Kosten.

Den besten Platz zum Fußballschauen

Auch Simon Tofield von Simons’s Cat schaut gern Fußball. Nicht immer ist er dabei ungestört.

Wer kennt das nicht als Katzenbesitzer, wenn man auf dem Lieblingsplatz der Katze sitzt, kann das schnell ungemütlich werden. Ich muss da immer an unseren Floh denken, eigentlich ist es eine sie. Die hatte sich den Stuhl meines Vaters am Esstisch als Platz für sich erkoren und dann so lange herum gequengelt bis er aufgestanden ist, damit sie drauf konnte.

Simon Tofield geht es da nicht besser, wenn man das folgende Video sieht:

Mobil im Osten

Mein Oma und ich vorm Trabi

Viele Erinnerungen kamen gestern Abend wieder hoch, als wir uns eine Dokumentation auf ZDFinfo angesehen haben. Es ging dabei um die Mobilität in der DDR, um Trabi, Wartburg und Co.

Schon weit vor meiner Geburt besaßen meine Eltern ein Auto. Das war in der DDR nicht selbstverständlich. Als ich geboren wurde, hatten sie sogar schon ihren zweiten Wagen. In den Fünfzigern fuhr mein Vater mit dem Motorrad durch die Gegend. Meine Mutter erzählt immer, dass er eigentlich kein Auto wollte und sie ihn heimlich in der Fahrschule angemeldet hat. Nachdem er schließlich die PKW-Fahrerlaubnis hatte – in der DDR durfte es nicht Führerschein heißen (man kann sich denken wieso) – musste dann unbedingt ein Auto her. Das war irgendwann Mitte der Sechziger. Es wurde ein gebrauchter Trabant 500, der eine Monsarote Lackierung bekam. Die Farbe sponserte mein Onkel aus dem Schwarzwald.

Ich habe erst das Nachfolgemodell kennengelernt. 1971 legten sich meine Eltern einen weißen Trabant 601 zu und ließen ihn mit einem dunkelgrünem Dach und Streifen versehen. Noch nach Jahren färbte die grüne Farbe ab.

In der DDR musste man sehr lange auf ein Auto warten. Man füllte eine Anmeldung aus und dann dauerte es 12-15 Jahre, bevor man ein Schreiben bekam, dass man sein Auto abholen kann. Den weißen Trabi hatten wir bis 1984, dann bekamen wir einen neuen. Ich weiß noch, er war Monsungelb mit Papyrusweißem Dach. Paprusweiß deshalb, weil es ein schmuddeliges Weiß war. In der Fabrik bekam man zu der Zeit einfach kein reines Weiß hin. Aber das machte nichts. Verglichen mit unserem alten Auto hatte es eine »moderne« Ausstattung. Dazu gehörten Rollgurte und Nackenstützen vorn, und ausstellbare Fensterscheiben hinten. Es war ein Trabant 601 de lux und mein Vater war ziemlich stolz auf das Auto. Bis 1997 ist er damit gefahren und erst vor zwei Jahren hat er es schweren Herzens verkauft.

Unsere Trabis waren immer treue Begleiter, wir fuhren damit zur Arbeit, ins Wochenendhaus und zurück, besuchten Verwandte und reisten damit sogar durch die ganze Republik bis an die Ostsee. Dabei ließ er uns nur wenige Male im Stich. Einmal war es ein gerissener Keilriemen, dann hakte mal die Zylinderkopfdichtung und ein anderes Mal auf der Autobahn vor Potsdam riss der Spannreifen vom Gebläse. Letztendlich aber haben uns die Autos immer ans Ziel gebracht.

Ich selbst habe allerdings nie versucht, mit einem Trabi zu fahren. Da ich ohnehin kein großartiger Autofahrer bin, scheute ich das Abenteuer. Meinen Führerschein machte ich 1994 unter Zwang und fuhr dann bis 2012 einen roten Golf II. Als ich ihn verkaufte, war er 23 Jahre alt und hatte nicht mal 80.000 Kilometer auf dem Tacho.

Lob für die SOL 90

SOL 90 mit einem Cover von John Buurman

Ich bin einigermaßen stolz auf die zurückliegende Ausgabe der SOL. Für das Jubiläumsheft habe ich einiges an Zeit und Arbeit investiert. Dass sich die Mühe gelohnt hat, beweisen die positiven Rückmeldungen.

Besonders gefreut hat mich die Besprechung von PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick im Redaktionsblog, die am Donnerstag erschienen ist. Der Themenschwerpunkt des Heftes über die internationalen PERRY RHODAN-Ausgaben, scheint ihm gefallen zu haben, denn er schreibt dazu: »Solche Beiträge zeichnen die »SOL« aus und heben sie über das Niveau eines »gewöhnlichen« Fanzines weit hinaus.« Das finde ich sehr schmeichelhaft und lässt mich den einen oder anderen Ärger vergessen, der die Produktion des Heftes überschattet hat.

Das alles wäre aber nicht möglich, ohne das Team an Mitarbeitern an meiner Seite. Im Fall der SOL 90 danke ich besonders Norbert Fiks und Günter Puschmann, für ihre Geduld und ihr Engagement, ohne das die SOL 90 niemals das Licht der Welt erblickt hätte.

Wer sich für die vollständige Besprechung von Klaus N. Frick interessiert, kann sie hier nachlesen.