Christinas Multiversum

Ansichten, Rezensionen, Kommentare

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Wichtiger Beitrag in der SOL 94

Die Autogramme der »Rhodan Familie«

Endlich, die SOL 94 ist in der Druckerei und wird, wenn alles gut geht, noch bis zum 21. Mai ausgeliefert. Also noch vor den 3. PERRY RHODAN-Tagen in Osnabrück. Ich werde heilfroh sein, wenn das klappt. Denn wir haben einen ganz speziellen Beitrag im Heft, der direkt mit der Veranstaltung in Osnabrück verknüpft ist. Darin geht es um etwas, was die Herzen einiger Sammler höher schlagen lassen wird.

Und weil vielleicht der eine oder andere Sammler nicht dazu kommt, die SOL 94 rechtzeitig zu lesen, oder weil er kein Mitglied in der PRFZ ist und die SOL nicht erhält. Möchte ich an dieser Stelle nochmals ausdrücklich daraufhin weisen.

Gunnar Teege, ein Fan aus München, sprach mich auf der Veranstaltung im Literaturhaus in München zwischen Tür und Angel an und erzählte mir, dass er einen besonderen Schatz daheim hütet. Er erzählte mir von der »Rhodan-Familie«, die auf der Leserkontaktseite von PR 795 abgedruckt worden war. Und er sprach vom WeltCon 1980, auf dem er gewesen ist, um sich die Unterschriften der damaligen Autoren zu holen, eben auf dieser Seite. Ich bat ihn, mir doch die ganze Geschichte aufzuschreiben und zuzusenden, damit wir sie in der SOL abdrucken können. Er stimmte zu und machte anschließend noch einen unglaublichen Vorschlag. Er fragte, ob wir nicht die Seite aus dem Heft auf dem Con in Osnabrück versteigern wollten. Er würde der PRFZ das Dokument spenden. Damit hatte ich nun nicht gerechnet und fragte später, als er mir per E-Mail seinen Text schickte, ob er das ernst gemeint hätte, mit dem Versteigern. Er meinte »ja« und schickte mir die Seite drei Tage später zu.

Die originale Heftseite enthält die Unterschriften von William (Rhodan) Voltz, Marianne (Rhodan) Sydow, Kurt (Rhodan) Mahr, Walter (Rhodan) Ernsting und Ernst (Rhodan) Vlcek. Wir werden also auf dem Con in Osnabrück dieses seltene Stück für einen guten Zweck versteigern. Für welchen Zweck – entscheiden wir auf der zuvor stattfindenden Mitgliederversammlung.

Also, wer noch unsicher ist, ob er die 3. PERRY RHODAN-Tage in Osnabrück besuchen soll, dann ist dies hier ein weiterer Grund, unbedingt am Con der PRFZ teilzunehmen. Allen potenziellen Interessenten wünsche ich schon mal viel Glück.

Lärmgeplagte Schildbürger

Eine benachbarte Gemeinde hat eine neue Lärmschutzverordnung beschlossen. Darin steht tatsächlich, dass Fußballspielen auf dem gemeindeeigenen Sportplatz nur noch für zweieinhalb Stunden am Tag erlaubt ist. So, so! Das heißt bei zwei Spielen am Tag dauert das erste Spiel wie gewohnt 90 Minuten. Die zweite Mannschaft, darf aber nur noch 60 Minuten Fußball spielen. Echt jetzt!

Es kommt aber noch absurder. Die Musik zum Einlauf und zur Aufstellung darf nicht mehr 90 Sekunden dauern, sondern nur noch 60 Sekunden. Da müssen die Sportler eben schneller machen und auch der Stadionsprecher muss sich beeilen.

Ich frage mich, was in den Leuten vorgeht, die solche Entscheidungen treffen, oder auch nur solche Vorschläge einreichen. Ein Fußballplatz ist ein Fußballplatz und da wird Ball gespielt und das ist mit einer bestimmten Geräuschkulisse verbunden. Es ist ja nicht so, als ob der Platz neu angelegt wurde, oder die Häuser neu gebaut wurden. Der Platz ist dort schon seit Jahrzehnten und auch die Häuser stehen da schon lange. Früher hat das keinen gestört. Wieso kommt plötzlich einer auf die Idee, dass die Anwohner vor dem Lärm geschützt werden müssen?

Uns scheint es tatsächlich zu gut zu gehen, wenn wir keine anderen Probleme haben, als Lärmschutz für einen Fußballplatz zu fordern. Was kommt als nächstes: Lärmschutz für die Stadien der Bundesliga?. Dürfen die Reporter dann nur noch im Flüsterton kommentieren? Müssen Sprechchöre in Gehörlosensprache absolviert werden?

Andererseits hat letztens auch eine Mieterin auf Mietminderung geklagt, weil die Nachbarskinder zu laut waren. Wir haben echt ein Problem in Deutschland.

Mit 25 km/h durch Deutschland

Quelle: Amazon

Der Film »25 km/h« lief im vergangenen Jahr im Kino, leider nur sehr kurz, so dass wir ihn verpassten. Inzwischen ist er als Leihvideo online verfügbar, da haben wir das nachgeholt.

In dem Streifen treffen sich zwei Brüder nach 30 Jahren zur Trauerfeier ihres Vaters wieder und beschließen spontan ihre Jugendtraum zu verwirklichen – mit dem Mofa durch Deutschland fahren und allerlei Spinnereien zu erleben. Wie beispielsweise: sich durch die komplette Speisekarte beim Griechen zu futtern oder eine schlafende Kuh umstoßen.

Die Brüder haben sich in den Jahrzehnten weit von einander entfernt. Der eine blieb im Dorf und wurde Handwerker. Der andere zog hinaus in die Welt und ist ein vielbeschäftigter Businessmann. Beide litten einst unter dem dominanten Vater und kommen sich auf ihrer Reise nur sehr langsam wieder nahe. Als einer erwähnt, dass er einen Sohn hat, den er noch nie gesehen hat, beschließen sie spontan einen Umweg zu fahren, um ihn zu besuchen.

»25 km/h« wartet mit einer Menge skurriler Situationen auf, die ziemlich lustig sind. Bei allem Klamauk hat der Film auch nachdenkliche Momente. Die beiden Männer sind über Vierzig und haben keine Familie. Sie fragen sich, ob sie wirklich glücklich mit ihrem Leben sind. Am Ende finden sie zu sich selbst und entdecken, was für sie wichtig ist.

Was ich merkwürdig fand. Die beiden stammen aus einem Dorf im Schwarzwald. Während alle Umstehenden, der Pfarrer oder die Taxifahrerin, schwäbisch »schwätze«, reden die Brüder untereinander nur hochdeutsch. Wahrscheinlich hätten die Zuschauer außerhalb des schwäbischen Raumes es nicht verstanden. Seltsam ist auch, dass die alten Mofas auf Anhieb funktionieren und unterwegs nicht kaputt gehen. Aber darüber kann ich angesichts der guten Schauspieler und der netten Geschichte hinwegsehen.

Sehr schön anzuschauen, sind im übrigen die Landschaftsaufnahmen – der nördliche Schwarzwald, die historischen Ortskerne der Städte und Dörfer, aber auch die Wälder und Alleen im Brandenburgischen. Wer eine Geschichte übers Älterwerden erleben möchte und mal wieder lachen will, sollte sich das deutsche Roadmovie unbedingt ansehen.

Clevere Idee mit zu viel Gewalt

Quelle: Amazon

Wir haben uns an »Lucy« gewagt. Der SF-Thriller lag schon länger im Regal, aber weil wir gehört hatten, dass er sehr gewalttätig sein soll, hatten wir ihn liegen gelassen. Ursprünglich hatte ich den Film gekauft, weil ich die Idee gut fand. Außerdem stammt er von Luc Besson, dem Macher von »Das fünfte Element«, da kann man eigentlich nichts falsch machen. Dachte ich.

Worum gehts? Studentin Lucy wird in Taiwan in eine Drogensache verwickelt. Ihr Körper soll als Drogenkurier dienen, doch der implantierte Beutel mit der Substanz ist undicht und der Stoff gelangt in ihren Blutkreislauf. Sie stirbt nicht, aber sie erhält nach und nach Zugriff auf ihre volle Hirnkapazität, was sie in eine Kampfmaschine mit ungewöhnlichen Fähigkeiten verwandelt. So ausgestattet, startet sie einen Rachefeldzug gegen den Drogenboss und versucht ihr Schicksal zu erfüllen.

Was passiert, wenn wir mehr als zehn Prozent unserer Hirnkapazität gleichzeitig nutzen könnten? Der Film stellt ein paar sehr gute Fragen, auch die großartigen Effekte und der ungewöhnliche Schnitt machen ihn zu einem besonderen Highlight. Scarlett Johansson stemmt den Film so gut wie allein und lässt selbst Morgan Freeman »alt« aussehen.

Es hätte ein verdammt guter SF-Film werden können, wenn … ja, wenn die Gewalt nicht im Vordergrund stehen würde. Einige Szenen sind richtig brutal und ich kann irgendwie nicht verstehen, wie der Film die Freigabe ab 12 Jahre bekommen konnte. Warum musste man aus einem Film mit einer solch großartigen Idee, einen reinen Actionfilm machen? Hatte man Angst, dass er sonst zu intellektuell würde und die Zuschauer ihn nicht verstehen könnten? …

… Ich weiß es nicht, finde es aber schade, dass das spannende Thema nur Beiwerk zum einem gewalttätigen Actionkracher dient. Leider!

Trinkspiele im Mai

Maibaum

Am Mittwoch dem 1. Mai 2019 nahm ich zum ersten Mal am bayrischen Ritual des Maibaum-Aufstellens teil. Maibäume kenne ich auch aus meiner thüringischen Heimat. Nur sind sie dort nicht blauweiß angemalt und stehen auch nur ein paar Wochen, nicht wie hier zwei bis drei Jahre. Außerdem werden sie meist am Vorabend des 1. Mai von der Feuerwehr aufgestellt. Ich habe dabei schon einige Mal zugesehen. Das ist relativ unspektakulär und nach einer halben Stunde erledigt.

Die Bayern zelebrieren das Aufstellen ihrer Maibäume. Wie bei den meisten Festen geht es im Grunde ums Trinken – möglichst viel, in möglichst kurzer Zeit. So auch beim Maibaumaufstellen. Wir waren nach ein Uhr auf dem Dorfplatz und ich befürchtete schon, alles verpasst zu haben, doch zum Glück befand sich der Maibaum noch in Schräglage. Männer in Tracht wuselten umher, hatten Stangen unter den Stamm gestützt. Der Motor des Krans lief, der den Stamm vorm Abstürzen sichern sollte. Rings um saßen die Zuschauer auf Bierbänken in der Sonne und ließen sich Leberkäs und Bier schmecken. Die Blaskapelle spielte.

Wir warteten, das es endlich losging. Dann plötzlich ein »Hauruck« und der Baum bewegte sich einen halben Meter nach oben. Dabei blieb es erstmal. Die Bedienungen schafften Masskrüge herbei, verteilten sie unter den Stamm-Hebern. Der Motor des Krans wurde abgestellt, die Blaskapelle spielte das obligatorische »Oans, zwoa, g’suffen« und die Männer tranken. Eine der Frauen eilte mit einer Flasche Sonnencreme herbei und schmierte das Gesicht ihres (wahrscheinlich) Mannes ein.

In der folgenden halben Stunde wurde der Baum keinen Millimeter höher bewegt. Dafür wurden weitere Biertische auf die Straße gestellt (die für den Durchgangsverkehr gesperrt worden war) und immer mehr Menschen strömten herbei. Ich hatte mich derweil auf eine Bierbank gesetzt und fragte mich, wann die denn mit dem Aufstellen endlich loslegen wollen. Wenn die so weitermachen, waren sie heute Abend noch nicht fertig. Ich blickte mich um, aber es schien keinen zu wundern, dass es nicht weiterging. Die Leute aßen, tranken und unterhielten sich.

Zünftig geht’s zu

Minuten später wurde der Motor des Kranwagens erneut angeworfen. Jemand rief etwas, die Männer an den Stangen gingen in Stellung, der Baum bewegte sich kaum merklich, zumindest wackelte die Krone. Dann war wieder alles vorbei und es wurde eine neue Runde Bier ausgeschenkt – in Maßkrügen wohlgemerkt.

Mein Mann schüttelte den Kopf und meinte, dass er sich das Besäufnis nicht länger ansehen wollte. Ich fragte mich, ob die Männer überhaupt noch in der Lage sein würden, den Baum aufzustellen. Wenn sie bei jedem Zentimeter eine Maß tranken, mussten sie womöglich irgendwann ausgetauscht werden.

Als wir um vier Uhr spazieren gingen, stand der Baum. Es mussten nur noch die Zunftschilder angebracht werden. Diesmal mit dem neuen Leiterwagen der Feuerwehr. Auch hier das gleiche Ritual: ein Schild, eine Maß Bier. Nach Zeugenaussagen saßen die Leute bis 23 Uhr und feierten das Trink-Ritual des Maibaumaufstellens. Das ist bayrisches Brauchtum.

Ciao Bella

Passend zum 1. Mai schreibe ich über eine Erinnerung an meine Kindheit, die mich dieser Tage auf ungewöhnliche Weise heimgesucht hat.

Ich stehe morgens auf Arbeit in der Küche und brühe mir einen Tee auf, da kommt einer der Azubis herein und trällert »Bella Ciao, Bella Ciao, Bella Ciao Ciao Ciao!«. Ein Lied, dass ich das letzte Mal vor bestimmt vierzig Jahren gehört habe. Das Partisanenlied gehörte zu den Liedern im Musikunterricht, die wir bis zum Abwinken gesungen haben. Woher kennt ein 19-jähriger dieses Lied, fragte ich mich.

Das Internet wusste die Antwort. Es gibt wohl eine Netflix-Serie, in der das Lied immer mal wieder von den Protagonisten gesungen wird. Das hat mehrere Bands und DJs veranlasst, dass Lied modern aufzupeppen und einen Remix daraus zu machen. Der avancierte im letzten Jahr zum Sommerhit und zwar nicht nur im Heimatland des Liedes – in Italien.

Es ist schon erstaunlich, irgendwann erlebt alles ein »Revival«. Die Auferstehung eines Partisanenliedes, das ich aus dem Musikunterricht der DDR kenne, hätte ich allerdings nicht erwartet. Neugierigerweise habe ich mir mal die Videos diverser Interpretationen bei YouTube angesehen. Mensch, wenn wir das damals geahnt hätten, hätten wir das Lied sicher mit mehr Enthusiasmus gesungen. So war es Pflicht und wurde eher mit negativer Einstellung gesungen. Obwohl es eigentlich nicht übel klingt.

Irgendwo habe ich dann im Netz noch den deutschen Text von damals ausgegraben. Die Übersetzung in der Wikipedia ist nur bedingt singbar. Wahnsinn! Wir müssen das Lied damals wirklich sehr oft gesungen haben, denn die ersten Strophen konnte ich noch auswendig.

Ich bin mir fast sicher, dass es auch am 1. Mai gespielt und gesungen wurde, während wir durch die Straßen unserer Heimatstadt marschierten und Birkengrün mit roten Fähnchen schwenkten. Lange ist es her.

Liebesfilm mit phantastischem Plot

Quelle: Amazon

»Every Day«, so heißt der Originaltitel des Films, benannt nach dem gleichnamigen Roman von David Levithan. Warum man Buch und Film in Deutschland »Letztendlich sind wir dem Universum egal« betitelte, wissen wohl nur die Marketingstrategen im Fischer Verlag oder die Übersetzerin.

Der umständliche Titel ist auf das Zielpublikum ausgerichtet – die »Young Adults«, also Jugendliche ab 17 Jahren. Dabei funktioniert die Geschichte auch für andere Altersgruppen. Es geht darin um eine Seele, die jeden Tag in einem anderen Körper aufwacht und diesen für einen Tag bewohnt. Sie nennt sich A. und wacht stets in gleichaltrigen Personen (Junge wie Mädchen) auf, die nie weit voneinander entfernt leben. Als A. im Körper von Justin steckt, lernt sie dessen Freundin Rhiannon kennen. Ab dem Tag fühlt A. eine Verbindung zwischen sich und dem Mädchen, die beider Leben von da ab bestimmt. Rhiannon lernt A. in unterschiedlichen Körpern kennen und lieben. Doch irgendwann müssen beide feststellen, dass dies auf Dauer nicht funktionieren wird und sie eine Entscheidung treffen müssen.

Neben den sympathischen Jungdarstellern ist es vor allem die Idee, die mich an diesem Film so fasziniert. Diese Idee ist größer, als dass sie in einem Film richtig ausgereizt werden kann. In den entfallenen Szenen gibt es Hinweise darauf, die tiefer in die Hintergründe des Seelenreisenden reichen. Da sie aber rausgeschnitten wurden, gehe ich davon aus, das sich die Filmemacher auf die Liebesgeschichte von Rhiannon und A. konzentrieren wollten. Was in dem Fall auch völlig richtig ist und den Film rund macht. Man hätte auch eine zusätzliche Ebene einbringen und die Geschichte aus der Sicht von A. erzählen können. Dann wäre es aber ein reiner Erwachsenen-Film geworden und die Liebesgeschichte wäre dem Hauptplot womöglich zum Opfer gefallen.

Mir gefielen die Gedankenspiele und die moralischen Fragen, die sich A. und später auch Rhiannon stellen müssen. Das ist intelligent und durchdacht, mit einem Hauch Phantastischem. Es erinnert ein wenig an »Die Frau des Zeitreisenden«, nur das es nicht ganz so traurig endet. Ich bin fast schon am überlegen, ob ich mir auch den Roman von David Levithan zulegen sollte.

Hier ist der Originaltrailer zum Reinschnuppern:

Auf der Zielgerade

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 198 – »Duell der Bestien«

Die MAGELLAN gelangt mittels des Sechsecktransmitters nach Andromeda. Der ohnehin angeschlagene Perry Rhodan übersteht den Flug nur durch viel Glück und das Können der Mediziner. In Andromeda beschließt die Crew allen voran Rhodans besorgte Ehefrau Thora, nach Multidon statt ins Halit-System zu fliegen, um Mirona Thetin um medizinische Hilfe für Perry zu bitten.
Icho Tolot bricht derweil mit der DOLAN ins Halit-System auf, um auszukundschaften, wie die Lage dort ist und was ANDROS plant. Er stürzt mehr oder weniger freiwillig auf dem Heimatplaneten der Sitarakh ab und stellt sich dem finalen Kampf gegen die Bestie Masmer Tronkh. Durch einen jungen Sitarakh – oder einer Person, die sich als solcher ausgibt (ES?) – erfährt er, was es mit ANDROS, METEORA und dem kosmischen Schachspiel auf sich hat.

Kai Hirdt liefert mit »Duell der Bestien« erneut einen Roman ab, in dem die Charaktere nicht nur vor Lebendigkeit sprühen, sondern der auch in sich stimmig ist. Das der Autor ein Händchen für Dialoge hat, beweist er in diesem Roman zum wiederholten Mal. Thoras und Thetins Stutenbissigkeit sind einfach grandios geschildert. Überhaupt, lebt Thora zum ersten Mal seit vielen Romanen wieder so richtig auf.

Wobei sich das Hin und Her um Perry Rhodans Gesundheit ein wenig anfühlte, als ob der Autor Zeilen schinden müsse, damit Tolot genügend Zeit für seinen Kampf mit Masmer Tronkh bleibt. Tifflor und Sud sind gegenüber Rhodans Zustand praktisch hilflos. Atlans und Thoras Versuche mit der »Gedankenverschmelzung« bleiben ebenfalls erfolglos. Erst das Auftauchen von Tuire Sitareh holt Rhodan ins Leben zurück.

Schön beschrieben war Icho Tolots Kampf zunächst mit sich selbst und später mit der Bestie. Großartig auch die Idee, den brennenden Schwefel in den See zu leiten, um ein Säurebad herzustellen und damit die Schiffe der Bestien zu zerstören. Solche wissenschaftlichen Gedankenspiele freuen mich mehr, als die ins Phantastische gehenden Heilfähigkeiten von Sud.

Das einzige was mich ein bisschen ernüchtert: Auf sechs Seiten erfährt Icho Tolot und damit auch der Leser, die komplette kosmologische Hintergrundgeschichte der vergangenen knapp 200 Bände. Einfach so! Peng! Hier sind die Zusammenhänge! … Kann man das so machen? Ja! Sollte man es so machen? Vielleicht! Hätte ich es anders gemacht? Ich denke, ja! … Es gab in den vergangenen Staffeln genug Gelegenheit immer mal wieder ein Informationshäppchen einzubauen. Ich hätte es besser gefunden, wenn sich die Leser selbst ein Bild hätten erarbeiten müssen, als ihnen einfach die Lösung vor die Füße zu werfen. Was sprach dagegen, mehr auf die Hintergründe des kosmischen Schachspiels einzugehen? Allein in der laufenden Staffel sind mindestens drei Romane enthalten, die meiner Meinung nach eher Füllstoff waren. Auch auf die Gefahr hin, dass sich die Leser das Ende zusammenreimen können, fand ich den gewählten Weg nicht optimal.

»Duell der Bestien« ist eine unterhaltsame Geschichte, deren Charaktere aufs meisterliche ausgearbeitet sind und die durch Cliffhanger in den Kapitelenden ausgesprochen spannend daherkommt. Allein die lieblose Weitergabe der Informationen zum kosmischen Überbau der Serie hat mich geärgert. Ich wollte lieber mitraten und spekulieren und nicht die Geschichte des Ringens auf dem Silbertablett geliefert bekommen. Schade!

Mehr als ein Schnäppchen

Quelle: Amazon

»Schlagen Sie dem Teufel ein Schnäppchen« ist das sechste Buch aus der »Happy Aua«-Reihe von Bastian Sick. Es erschien bereits 2017 und setzt gekonnt den lustigen Bilderreigen mit Irrungen aus der Deutschen Sprache fort.

Wenn man wirklich mies drauf ist und einem nichts aufzuheitern vermag, ist dieses Buch die Lösung. Ich saß diese Woche kichernd und lachend auf der Couch. Manchmal habe ich Minutenlang gelacht und mich kaum wieder eingekriegt. Dabei sind es meist die pointierten Bildunterschriften des Autors, die mich so sehr amüsierten. Die Fotos der Verfehlungen, seien es Preisschilder, Zeitungsausschnitte oder Speisekarten wären ohne seine Kommentare nur halb so lustig.

Die auf 224 Seiten abgedruckten Fotos stammen vorwiegend von Lesern aus Deutschland aber auch aus dem Ausland. Ich reiche ebenfalls regelmäßig meine Schnappschüsse ein. Inzwischen muss der Autor ein Archiv mit Tausenden von Fotos haben. Einige veröffentlicht er auf seiner Homepage. Dort kann man sich einen kleinen Eindruck verschaffen, was man so alles falsch schreiben kann.

Einige der Verfehlungen versteht man erst beim zweiten Durchlesen. Das sind meist aus Zeitungen stammenden Ausschnitte, bei denen der Sinn doppeldeutig ist. Bei manchen der Abbildungen spielt der Zufall eine tragende Rolle und macht beispielsweise aus einem Straßennamen und einem Wegweiser ein lustiges Duo, wie beim »Finanzamt« in der »Wolfsschlucht«. Diese beiden Schilder stehen allerdings nicht in Kulmbach, wie im Buch angegeben, sondern in Kronach, unterhalb der Feste. Ich habe sie selbst schon mal fotografieren wollen. Da hat der Einsender wohl die beiden Städte in Oberfranken verwechselt.

Wie gesagt: wer gern lachen möchte, bis ihm die Augen tränen, muss sich dieses oder ein anderes Buch aus der Reihe besorgen. Aber Vorsicht, ich würde es nicht in der Öffentlichkeit – zum Beispiel im Zug – lesen, das könnte unter Umständen irritierte Blicke der Mitmenschen nach sich ziehen.

Normen, Vorschriften und Empfehlungen

Weil es gestern auf Arbeit nicht ganz so arg zuging wie in den vergangenen Wochen (es sind noch Osterferien), hatte ich Gelegenheit all die Normen einzuordnen, die in diesem Jahr gekommen waren. Dabei wurde mir mal wieder bewusst, in welch einem Dschungel aus Vorschriften wir leben. Es gibt für beinahe alles ein Norm oder eine entsprechende Anweisung. Allein die VDE-Normen nehmen im Regal sechs breite Ordner ein. Und das sind nur solche, die für das Elektro-Handwerk gelten. Dazu kommen nochmal fünf Ordner für Wasser- und Heizung-Installationstechnik. Ich habe gestern fast zwei Stunden gebraucht, bis ich den Stapel Normen an die richtigen Stellen sortiert hatte.

Später beschäftigte ich mich dann noch mit einem weiteren Normen-Entwurf, der demnächst aktuell wird. Die 2016 erschienene Norm war von Anfang an umstritten. Sie legt nämlich unteranderem fest, dass in Schlafräumen von Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern sowie in Holzbauten Brandschutzschalter eingebaut werden müssen. Diese Brandschutzschalter erkennen Lichtbögen und schalten den Strom ab, bevor es brennen kann. Sie stellen eine Redundanz zu den FI-Schutzschalter dar, die in Deutschland ohnehin Pflicht sind. Wer sich das damals ausgedacht hat, die Hersteller oder ein überfürsorglicher Beamter, sei dahingestellt. In der Theorie klingt das auch richtig und logisch, in der Praxis ist es alles andere als das. Die Schalter erkennen nämlich nicht nur Fehlerlichtbögen, sondern auch solche, die in Föhnen oder anderen elektrischen Geräten entstehen. Da ist dann mal schnell der Strom weg, wenn man den Föhn einschaltet. Die Hersteller wissen um das Problem, schaffen es aber nicht, es abzustellen.

Nun haben nicht nur die Innungen der Elektroinstallateure, sondern vor allem die Vereinigungen der Architekten und die Hersteller von Fertighäusern ein Problem mit den Brandschutzschaltern. Fertighäuser sind im meisten Fall Holzbauten und somit sind dort laut Norm Brandschutzschalter Pflicht. Das macht das Ganze aber teuer, denn so ein Brandschutzschalter kostet seine 300 Euro und man braucht für jeden Stromkreis einen. Gehen wir davon aus, dass die Verkabelung ordnungsgemäß verlegt wurde, sollte ein FI-Schutzschalter im Grunde reichen, ein zusätzlicher Brandschutzschalter verursacht im jetzigen Stadium mehr Ärger, als er nützt. Was tut man da? Der Normen-Ausschuss hat darauf reagiert und die Norm abgeändert. Im neuen Normen-Entwurf sind Brandschutzschalter nur noch eine Empfehlung und keine Pflicht mehr. Das wird von den Fertighaus-Herstellern euphorisch gefeiert.

Man sieht, das Normen im Bau oft ihren Sinn erfüllen, manchmal aber nicht wirklich praxistauglich sind, in den meisten Fällen aber vor allem das Bauen verteuern. Das ist übrigens auch ein Grund für die steigenden Miet- und Immobilienpreise (nicht der Hauptgrund, aber einer der Gründe). Ein Luxusbau und ein Sozialbau unterscheiden sich nicht mehr sehr voneinander. Die Vorschriften nach denen gebaut wird, sind die gleichen. Die 2006 eingeführte Energieeinsparverordnung (ENEV) die erstmalig 2002 in Kraft trat und die jährlich verschärft wird, hat zur Folge, das Neubauten zwar besser gedämmt sind, dafür aber zusätzliche Aktionen notwendig sind, um den Bau zu belüften. Außerdem hat sie die Baukosten enorm in die Höhe getrieben.

Wieviel CO2 spart man durch ein gut gedämmtes Haus ein? Steht dies im Verhältnis zum Aufwand der Lüftungsanlage, die man braucht, damit es nicht schimmelt? Die Anlage mit ihren Plastikrohren und Lüftungsgeräten (die Strom brauchen) hat doch schon jede Menge CO2 verbraucht, bevor sie überhaupt eingebaut wird. Manche Dinge verstehe ich nicht, ich muss sie zum Glück auch nicht verstehen.