Perspektiven und Debatten

Ich hatte hier unlängst einen Link zu einem YouTube-Interview geteilt. Darin sprach der belgische Professor für Psychologie Matthias Desmet über die Corona-Krise und die Entstehung totalitärer Systeme. Seit kurzem gibt es einen ganzen Film über den Mann. Produziert von Headwind.tv, einer Gruppe Journalisten, die Wissenschaftlern eine Plattform bieten, die eine abweichende Meinung zum Thema Corona-Pandemie vertreten.

Im Video, das auch durch schöne Aufnahmen aus Andalusien besticht, erzählt Desmet über sich, seine Theorie und wie sich sein Leben nach der Veröffentlichung seines Buchs verändert hat. Ich finde es wichtig, dass Wissenschaftler wie er sich so offen äußern, wo sie doch damit rechnen müssen, ihren Job an der Uni zu verlieren, weil sie eine gegenteilige Meinung als das vorherrschende Narrativ vertreten.

Noch vor zwei Jahren wäre sowas undenkbar gewesen. Heute befürchte ich, dass das in den nächsten Jahren noch zunehmen wird. Wer jetzt sagt, dass stimme nicht, und jeder dürfe heute seine Meinung zum Beispiel auf Plattformen wie Headwind.tv äußern. Nun ja, dass ist eine Sache der Perspektive. Es gibt viele Wege, Menschen wegen ihrer Meinung zu diskreditieren, ohne sie gleich ins Gefängnis zu sperren. Die Androhung von Jobverlust ist da noch das einfachste Mittel, um Menschen dazu zu bringen, ihren Mund zu halten. Auch Bloßstellung und psychischen Druck in den Sozialen Medien hält nicht jeder gleich gut aus.

Es kommen auf der Webseite noch weitere Wissenschaftler zu Wort und es gibt eine große Diskussionsrunde, in der das Für und Wider gleichberechtigt besprochen wird. Das ist leider viel zu selten geworden. Talkshows und Diskussionen im Fernsehen, besonders bei den Öffentlichen-Rechtlichen laufen nur noch nach einem Schema ab. Es werden drei oder vier Leute mit der gleichen Meinung eingeladen und einer, der eine andere Meinung vertritt. Auf letzteren wird dann gemeinsam eingehackt. Ich finde das so widerlich, dass ich mir das nicht mehr antue.

Hier nun der Link zum Film ohne weiteren Kommentar.

www.headwind.tv

Nachtrag zu Braunschweig …

… das Drumherum.

Über den Con hatte ich ja bereits berichtet. Heute möchte ich noch ein bisschen was zur An- und Abreise, sowie dem ganzen Drumherum erzählen.

Eigentlich wollten wir ja mit der Bahn fahren, wir hatten auch schon die Tickets gekauft. Nun kam es anders und ich weiß jetzt, dass man die Sitzplatz-Reservierungen nicht erstattet bekommt, wenn man seine Buchung von sich aus storniert. Das finde ich ein wenig frech von der Deutschen Bahn. Es ist quasi eine zusätzliche Strafgebühr, denn die Stornierung eines Spartickets kostet grundsätzlich 10 Euro. Nicht, dass mir die 18 Euro im Geldbeutel fehlen würden, aber in Ordnung finde ich es nicht. Ich hoffe nur, dass die Bahn das Geld zumindest vernünftig investiert.

Ostramondra. Ob da Mondra Diamond herkommt.

Wir sind also mit dem Auto nach Braunschweig gefahren. Damit die Fahrt nicht so stressig ist, fuhren wir in zwei Etappen, mit Zwischenstopp in Thüringen, wo ich gleich noch ein paar Termine erledigen konnte. Mit unserem Corsa fand ich Autobahnfahrten belastend. Ich war danach immer völlig erschöpft. Mit dem ID3 ist das nicht so. Es ist tatsächlich ein so entspanntes Dahingleiten, dass ich anschließend nicht müde bin.

Das Laden hat wie immer anstandslos geklappt. Und bei dem warmen Wetter hat das Auto kaum etwas verbraucht. Wir sind auf 12,9 kWh pro 100 km gekommen, dies sind umgerechnet 1,3 l Diesel pro 100 km. Nach dem letzten Update hat das Auto auch signifikant mehr Reichweite. Bei 100 Prozent Ladung zeigt es jetzt 620 km Reichweite an. Wir sind am Donnerstag mit 90 Prozent losgefahren und hatten in Plech (nach 310 km) noch 43 Prozent Restreichweite. Wir hätten also locker bis Saalfeld durchfahren können. Haben das aber nicht gemacht, weil wir sowieso stehengeblieben wären und was gegessen hätte. So war es halt so, dass das Auto schneller mit Laden fertig war, als wir mit Toilettenbesuch und Mittagessen. Das Laden in Saalfeld beim Nachbarn hat nicht geklappt, der hat sich zwar eine Wallbox installieren lassen, hat aber kein E-Auto. So ist ihm nicht aufgefallen, dass die Wallbox nur mit einer RFID-Karte zu bedienen ist, die er aber vom Monteur nicht bekommen hat. So haben wir das Auto wieder an der Ladesäule am Bahnhof geladen. Die zehn Minuten Fußweg sind dann auch nicht schlimm.

In Braunschweig fand sich eine Schnellladesäule in Hotelnähe, die wir am Sonntagfrüh angesteuert haben. Wobei ich es gut fände, wenn die Hotels den Gästen eine Lademöglichkeit anbieten würden. Es muss ja kein Schnelllader sein. Auf der Rückreise nach Waging haben wir am Montag dann wieder in Greting gehalten und auch hier hatten wir so viel Restreichweite, dass das Auto nur zwanzig Minuten laden musste.

Was mir während der Fahrt aufgefallen ist, war die extreme Trockenheit. Bei uns in Oberbayern ist es nicht ganz so schlimm, aber je weiter man nach Norden fährt, umso trostloser sieht die Landschaft aus. Besonders auffällig ist es im Erfurter Becken und oberhalb des Harz. Hier wägte man sich schon fast in der afrikanischen Savanne und glaubte jederzeit auf den gelben vertrockneten Feldern Elefanten und Giraffen zu sehen. Der Mais war zirka einen Meter hoch und komplett dürr. Das habe ich so noch nicht gesehen. Die Wälder im Thüringer Wald oberhalb der Saale sind inzwischen großflächig gerodet. Auf manchem Bergkamm steht nicht ein Baum mehr. Das ist ein grusliger Anblick.

In den Dörfern rund um den Harz sieht es nicht weniger gruslig aus. Wir fuhren durchs Mansfelder Land und waren auf der Suche nach einer Gaststätte oder einer Bäckerei, wo wir hätten Mittagessen können. Fehlanzeige. Die Dörfer wirken runtergekommen und verlassen, die Geschäfte waren geschlossen und die Fenster verbarrikadiert. Die Gaststätten, die in der Google-App angezeigt wurden, existieren schon länger nicht mehr oder hatten geschlossen. Als Alternative blieb uns da tatsächlich nur ein Besuch im Kaufland in Aschersleben. Auf der Rückfahrt sind wir auf der westliches Seite des Harz entlanggefahren, da sah die Welt tatsächlich noch ein wenig freundlicher aus. Es ließ sich auch besser fahren, deswegen brauchten wir bis Saalfeld keinen Stopp.

Von Braunschweig selbst habe ich nicht viel gesehen. Ich wünschte, ich hätte mehr Fotos gemacht. Aber irgendwie war ich die ganze Zeit über zu beschäftigt, das ich daran einfach nicht gedacht haben. Das einzige, was ich außerhalb des Congebäudes fotografiert habe, war das pompöse Treppenhaus im Hotel. Das war aber auch das einzige Highlight des Hauses. Unser Zimmer ist in den Neunzigerjahren das letzte Mal renoviert worden. Man erkennt das immer gut an den Bädern. Die Fenster sind noch aus den Siebzigern oder Achtzigern. Man kann sie nicht kippen, dafür sind Haken an den Seiten angebracht, um sie einzuhängen, damit nicht zugehen.

Großartig gedämmt scheint das Haus auch nicht zu sein, sonst wäre es tagsüber nicht so irre warm und nachts so frisch gewesen. Energetisch ist das Gebäude ein Alptraum, auch wegen des Treppenhauses. Die Austattung war recht einfach. Keine Minibar, dafür ein Föhn und ein elektrischer Heizlüfter im Bad. Mein Handtuch hatte Löcher, der Duscheinstieg war ein Abenteuer und für bewegungseingeschränkte Menschen nicht nutzbar. Die Ablagemöglichkeiten im Bad waren kaum vorhanden und die Sitzverhältnisse auf der Toilette so beengt, dass sie die Norm für Bewegungsflächen in Bädern locker unterschritten haben. Zudem herrschte ein Geruch, der einem schon den Atem verschlug, wenn man zur Tür hereinkam. Dafür dann noch 100 Euro pro Nacht zu verlangen, fand ich nicht gerechtfertigt. Es soll aber bereits renovierte Zimmer geben. Ob die dann teuer sind, weiß ich nicht. Das Frühstück war okay, auch wenn der Saft von Discounter stammte.

Ich weiß noch nicht, ob wir beim nächsten Mal wieder dort absteigen werden. Wobei es andere Conteilnehmer schlimmer getroffen hatte. Bei denen war das Hotel überbucht, und sie wurden ins Umland ausquartiert oder mussten sich eine neue Unterkunft suchen.

Die Gaststätten, in denen wir gegessen haben, waren jedenfalls sehr gut. Am Freitag waren wir im »Lord Helmchen« und am Samstag in »Schadts Brauereigasthaus«. Hier stimmt das Preis-Leistungsverhältnis und geschmeckt hat es auch.

Die Katze lässt das Espern nicht

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 284 – »Der Fluch der Kartanin« von Rüdiger Schäfer

Das Schiff von Perry Rhodan und seinen Freunden stürzt auf der Flucht vor der Cernachjägerin Torytrae auf einem unbewohnten Planeten ab. Torytrae ist so fixiert darauf Rhodans Gehirn habhaft zu werden, dass sie alle Vorsicht, es nicht zu verletzten, vergisst. Da taucht Dao-Lin-H’ay auf, um ihr Einhalt zu gebieten. Es kommt zum Kampf bei dem Torytrae die Kartanin schwer verletzt und anschließend flieht. Rhodan und Danton, deren Gehirne immer noch in den Körpern von Yaanztronern stecken, versuchen Dao-Lin-H’ay zu helfen. Doch ohne funktionsfähiges Raumschiff, das sie von dem Planeten wegbringt, ist das so gut wie unmöglich. Doch da taucht mit der LOVELY BOSCYK ein Schiff auf, dessen Crew aus den Nachfahren der SLITHRUGTANNI besteht. Der Langstreckenkreuzer der SOL verschwand nach Rhodans Zeitverständnis vor zwei Monaten im blauen System zwischen Mond und Erde in einer Art Zeitstrudel und wurde offensichtlich 50 Jahre in die Vergangenheit nach M87 versetzt. Die Besatzung hat in Naupaum eine Kolonie gegründet und sich als zuverlässige Händler etabliert.
Dao-Lin-H’ay wird auf die Krankenstation gebracht und behandelt, während das Schiff nach New Olymp fliegt. Die Verletzung setzt in ihrem Kopf einen Prozess in Gang, bei dem sie im Heilkoma spricht. Sie erzählt, wie sie nach einem Vorfall bei der Abschlusszeremonie ihrer Ausbildung in ein Sanatorium gebracht wird und von da aus zusammen mit einer anderen Kartanin flieht und auf einem Raumfrachter landet, der in M87 unterwegs ist. Die beiden schlagen sich viele Jahre allein durch. Dao-Lin-H’ay entdeckt dabei den »Ruf« des Schwarzen Lochs im Zentrum von M87 und will unbedingt in seine Nähe kommen.  Sie starten eine Expedition, bei der sie auf einem einsamen Planeten stranden. Ihre Gefährtin stirbt. Dao wird kurz vor ihrem Ableben von den Schwestern der Tiefe unter der Führung von Nathalie Rhodan da Zoltral gerettet.
Während sich die Kartanin auf New Olymp erholt, fliegen Rhodan und seine Begleiter weiter zur ersten Station des Peregosch.

Der Roman startet mit einer Raumschlacht, in dessen Folge das Schiff von Gayt-Coor auf einem Planeten zerschellt. Sowohl der Kampf gegen die überlegende Cernachjägerin als auch der Weltenbau des Planeten wirken überzeugend. Ich wundere mich nur, das Perry Rhodan im Kampf und auf der Flucht vor Torytrae Zeit hat, sich Gedanken zu Vegetation oder ähnlichem zu machen. Das hat die Actionszenen ein bisschen ausgebremst.

Charakterromane liegen Rüdiger Schäfer am Herzen und so stattet er dieses Mal Dao-Lin-H’ay mit einer passenden Hintergrundgeschichte aus. Das liest sich gut, befriedigt aber nicht alle meine Erwartungen. Denn die Geschichte endet, als die Kartanin von den Schwestern der Tiefe gerettet wird. Dazwischen liegt eine lange Odyssee, die die Beweggründe der Figur vermitteln soll, in vielen Teilen aber den Charakterromanen gleicht, die der Autor bereits für andere Figuren der NEO-Handlung verfasst hat. Rüdiger Schäfer verleiht der geheimnisvollen Kartanin ein wenig mehr Tiefe, offenbart aber keinerlei Hintergründe zu den Geschehnissen der Staffel. Wir erfahren aber, dass Torytrae von den Schwestern der Tiefe beauftragt wurde, Rhodans Gehirn sicherzustellen.

Gut gefallen hat mir die Gedankenwelt von Dao-Lin-H’ay. Mir war bisher nicht bewusst, das Kartanin über mentale Fähigkeiten wie Espern verfügen, sprich die Gedanken anderer lesen bzw. manipulieren können. Das ist sehr eindrucksvoll geschildert. Ich denke aber, das ich eine der wenigen bin, die diesen Aspekt des Romans faszinierend findet.

Dass die SLITHRUGTANNI wieder auftaucht, hat mich tatsächlich überrascht. Obwohl ich damit gerechnet habe, ist die Platzierung an dieser Stelle der Handlung nicht zu erwarten gewesen. Ich frage mich aber, wie groß die Besatzung des Langstreckenkreuzers wirklich war. Mir war es so, als bestünde sie nur aus einer Hand voll Personen, die nie eine so große Kolonie hätten bilden können. Andererseits ist es schön zu sehen, wie die Exposéautoren ein Puzzleteil nach dem anderen zusammenfügen.

In »Der Fluch der Kartanin« pausiert die Handlung zum ersten Mal in dieser Staffel. Am Ende weiß man ein wenig mehr über die Galaxie M87, die offensichtlich von einer trennenden Barriere umgeben ist. Und es wird die Jugend von Dao-Lin H’ay näher beleuchtet.

Sehr gelungen finde ich übrigens das Cover von Dirk Schultz und Horst Gotta. Da schlägt das Herz einer Katzennärrin höher.

Perry am Sonntag

Kassenwart der PRFZ – René Spreer – und ich bei der Verkaufsberatung

Tag 3 der 4. PERRY RHODAN-Tage der PRFZ startete früh. Ab 5:30 Uhr konnte ich nicht mehr schlafen. Also standen wir halb sieben auf, duschten, bezahlten an der Rezeption unser Zimmer und beluden schon mal das Auto. Anschließend fuhren wir zu einer Ladesäule, die nur wenige hundert Meter entfernt lag. Danach gingen wir wieder ins Hotel und frühstückten zusammen mit Robert Corvus und Klaus Bollhöfener. Nach dem Frühstück spazierte ich zusammen mit den anderen zum Jugendzentrum Mühle, während mein Mann das Auto holte.

Ich brachte mich wieder hinter dem Stand der PRFZ in Position. Der Andrang am Sonntagmorgen war jedoch überschaubar. Aber ein bisschen was ging doch. Eigentlich hatten wir einen Plan gemacht, dass wir uns abwechseln, damit jeder mal Standdienst hat und alle sich auch mal die Panels ansehen konnte. Am Sonntag klappte das irgendwie nicht. Ich saß die ganze Zeit da und quatschte mit den Leuten. Schließlich räumten wir gegen Mittag zusammen, sortierten alles wieder in die Kisten, zählten sowohl den Bestand als auch die Einnahmen. Dann ergatterten wir die letzten Wienerwürstchen im »Old Rocketman«, bevor wir hoch in den Hauptsaal zum Panel mit den Autoren der Erstauflage gingen.

Die Kunst mit möglichst vielen Worten wenig zu verraten, beherrschen PERRY RHODAN-Autoren und besonders die Exposéautoren in Perfektion. Selbst Roman Schleifer gelang es nicht, den Anwesenden mehr als ein paar Andeutungen zu entlocken. Es war dennoch unterhaltsam Arndt Ellmer, Wim Vandemaan, Kai Hirdt und Robert Corvus zuzuhören, was sie zum Kurs 3200 zu sagen hatten.

Pünktlich um 15 Uhr sprachen Nils Hirseland und Claudia Hagedorn die Abschiedsworte und brachten eine großartige Veranstaltung zu einem gelungenen Ende. Die Zeit des Abschieds war gekommen. Ich sagte jedem, den ich kannte und der noch da war »Auf Wiedersehen«, dann traten wir die Heimreise an.

Auch wenn ich vom Programm so gut wie nichts mitbekommen habe, waren die 4. PERRY RHODAN-Tage in Braunschweig ein toller Con. So viele Freunde nach mehr als drei Jahren endlich wiederzusehen, war ein unvergessliches Erlebnis. Die Organisation, die schon lange im Voraus geplant worden war, hat gut geklappt. Ein paar Sachen können wir beim nächsten Mal besser machen, aber man muss ja immer Patz für eine Steigerung lassen.

Mein besonderer Dank geht an Claudia Hagedorn und die Mitglieder des Fördervereins Phantastik Raum & Zeit e.V. für ihre aufopfernde Tätigkeit im Hintergrund bei Technik und Bewirtung der Gäste. Für über 200 Leute Essen und Trinken bereitzustellen, muss man erst einmal hinbekommen. Danke auch an den Vorstand der PRFZ und die vielen fleißigen Helfer aus der PRFZ, ohne die der Event nicht annähernd so gut geklappt hätte. Ich freue mich schon aufs nächste Mal.

Keine Zeit in Braunschweig

Das PRFZ-Panel

Tag zwei des PRFZ-Con startete mit einem guten Frühstück im Hotel. Der Frühstücksraum war wohl der einzig klimatisierte Raum im ganzen Hotel. Auf den Fluren und in den Zimmer war es kuschelig warm. Im Gegensatz zu draußen.

Wir machten uns schon nach 8 Uhr auf den Weg in die Mühle. Dort war schon einiges los. Ich und mein Mann packten die Publikationen aus dem SpaceShop aus und präsentierten sie ansprechend auf dem Tisch. Wir waren noch nicht fertig, da standen schon die ersten Käufer parat. Der Ansturm war so groß, dass ich anfangs ein bisschen überfordert war. Am besten verkauften sich die Glasmodelle. Wir konnten sie gar nicht so schnell wieder hinstellen, wie sie weggingen. Mein Mann holte sie dann gleich aus dem Karton und ich kassierte. Zum Abstreichen von der Liste kam ich allerdings nicht. So weiß ich nicht ganz genau, wie viele an dem Wochenende wirklich verkauft wurden.

Wegen des Standdienstes verpasste ich die Eröffnung, war aber dann um 11 Uhr beim Panel der PRFZ im Hauptsaal mit Nils Hirseland und Herbert Keßel auf der Bühne. Das verzögerte sich ein bisschen wegen der Beleuchtung, die nicht funktionierte und bei der dann ein wenig improvisiert werden musste. Das hat dann aber im Laufe des Cons offensichtlich gut hingehauen. Beim Programmpunkt verliehen wir unter anderem Herbert Keßel die Ehrenmitgliedschaft der PRFZ für seine langjährige Tätigkeit als Mitgliederbetreuer, Kassenwart, SpaceShop-Betreuer und Con-Organisator.  Das war von langer Hand heimlich geplant. Ich hatte die Urkunde gemacht und ein kleines Geschenk gekauft. Die Überraschung ist geglückt. Herbert hat sich sehr gefreut.

Die gestenreichen Erzählungen der Chefredakteurin

Mitten im Panel rief Madeleine Puljic auf Nils Hirselands Handy an und sagte, dass sie und Kai Hirdt im Stau stehen und später kommen und es daher nicht rechtzeitig zu ihrem Panel um 12 Uhr schaffen würde. Ich bot dann kurzerhand an mit Madeleine zu tauschen. So konnte ich leider vom Programmpunkt mit Ex-PERRY RHODAN-Marketingchef Klaus Bollhöfener und seiner Nachfolgerin Janina Zimmer nur die ersten Minuten anschauen, um pünktlich zu meinem Panel im Gruppenraum zu erscheinen. Dort musste ich den wartenden Gästen mitteilen, dass sie mit mir Vorlieb nehmen mussten, anstatt Madeleine. Es sind tatsächlich viele sitzengeblieben, obwohl ich keine wirklich spannenden Geschichten aus der SOL-Redaktion zu berichten hatte. Aber es entspann sich eine schöne Diskussion über alle möglichen Themen. Das fand ich sehr fruchtbar. Später beschwerten sich zwar einige, dass sie mich verpasst haben, was mir natürlich sehr leid tat. Es blieb übrigens der einzige Programmpunkt in den beiden Tagen, der verschoben worden ist.

Anschließend haben wir schnell war gegessen, denn um 13 Uhr fand die Mitgliederversammlung der PRFZ statt. Hermann Ritter führte wieder strikt und unterhaltsam durch die Versammlung, so dass wir zwar schnell fertig waren, aber die arme Schriftführerin (ich) kaum mit dem Protokoll nachkam. Wir waren übrigens 42 Teilnehmer. Es fanden nicht alle einen Sitzplatz und einige wenige mussten stehen. Es war die Versammlung mit den meisten Mitgliedern, an der ich teilgenommen habe. Das fand ich gut, da merkt man, dass den Leuten der Verein nicht egal ist.

Danach besuchte ich das NEO-Panel mit Rüdiger Schäfer, Ben Calvin Hary und Marlene von Hagen. Die Moderation hatte wie auf dem gesamten Con der »Schleifer von Wien« – Roman Schleifer – inne. Roman ist eine echte Rampensau und quetschte aus den Autoren allerhand neues heraus. Auf meine Frage (die übrigens im Forum diskutiert wurde) an Rüdiger, ob denn Dao-Lin-H’ay die Auftraggeberin von Torytrae ist, antwortete er mit einem Nein. Als ich ihm sagte, dass er das aber so in Band 284 geschrieben hätte, konnte er sich nicht mehr erinnern. Zum Glück sprang mir Lektor Dieter Schmidt (der vor mir saß) zur Seite. Er hatte das ebenso gelesen. Es ist doch schön zu hören, dass auch Expokraten hin und wieder Fehler machen.

Ben und ich hecken gerade etwas aus. Foto: Norbert Fiks

Anschließend hatte ich wieder Dienst am PRFZ-Stand. Der Andrang war jetzt aber nicht mehr so groß, so dass genügend Zeit für Gespräche mit Freunden und Fans war. Außerdem hatte ich den besten Platz, um all die Cosplayer zu bewundern, die zum Con gekommen waren. Ich hatte zwar auch meine Star Trek: Enterprise Uniform dabei, aber mir war es zu warm, so dass ich nicht in den Overall geschlüpft bin.

Gegen 19 Uhr gingen wir dann mit Klaus Bollhöfener und Uwe (der den Einlass organisiert hatte) zum Abendessen in ein nahegelegenes Brauhaus. Mir knurrte schon seit Stunden der Magen, weil ich mittags nur eine Nudelsuppe gegessen hatte. Im Biergarten vor dem Restaurant gab es eine lustige Szene mit zwei Damen, die Uwe für den Kellner hielten, weil er die Speisekarten bei uns am Tisch verteilte. Die beiden wollten zahlen und Uwe meinte sinngemäß: er würde das Geld schon nehmen, könne aber keine Quittung ausstellen. Wir haben alle gelacht. Nach ausreichender Stärkung gings zurück zur Mühle, wo die Late Night Show mit Hermann Ritter und Robert Vogel lief. Unterwegs kamen uns aber viele entgegen, die völlig ausgehungert waren und lieber essen gehen wollten.

Ich ging dann auch nicht mehr nach oben in den Hauptsaal, sondern quatschte noch bis knapp 22 Uhr vor dem Congebäude mit Fans. Totmüde fiel ich irgendwann danach ins Hotelbett.

Fotos folgen.

Erster Tag Braunschweig

Vorbereitungen abgeschlossen mit Nils Hirseland, Leonhard Beyerle. Foto : Norbert Fiks

Die PERRY RHODAN FanZentrale veranstaltet an diesem Wochenende ihren Con in Braunschweig. Eigentlich sollte der schon vergangenes Jahr stattfinden, aber wegen der Pandemie haben wir ihn nach 2022 verschoben.

Ich war ein bisschen in die Organisation eingebunden, habe Dinge besorgt, die man für den Con braucht und bin auch vor Ort zum Beispiel für den Stand der PRFZ verantwortlich. Außerdem werde ich auch wieder auf der Bühne stehen. Am Samstagnachmittag habe ich ein eigenes Panel. Ich weiß zwar noch nicht, was ich erzählen soll, aber schauen wir mal.

Wir sind nicht wie geplant mit der Bahn angereist, weil die Verbindung mit vier mal umsteigen nie im Leben geklappt hätte. So sind wir mit unserem Auto gefahren, mit einer Zwischenübernachtung in Saalfeld. Das war weniger stressig.

Heute Nachmittag haben wir erst im Hotel eingecheckt und geduscht. Dann haben wir das Congebäude aufgesucht und ein bisschen beim Aufbau geholfen. Schließlich waren wir Essen in einem Lokal, das »Lord Helmchen« heißt und haben gut gegessen.

Das einzige nervige ist das Wetter. Es waren heute wieder über dreißig Grad und sehr schwül. Selbst ohne Bewegung war ich dauernd am Schwitzen. Den anderen ging es ähnlich, ihre T-Shirts und Hemden hatten auffällige Flecken.

Ich freue mich schon auf morgen. Es wird zwar anstrengend aber sicher sehr schön.

Drei Mal Kamihimo

Ich bin ja immer noch begeistert von meinem neuen Hobby. Am Wochenende stellte ich die nächste Tasche fertig. Das Muster hat mich ganz schön beschäftigt, weil es kein richtiges Grundgerüst gibt und die Bänder nur dann fest sitzen, wenn alles miteinander verflochten sind. Weil sich alles erst im finalen Schritt ergibt, kann man auch nichts festkleben, sondern muss Klammern verwenden. Ich habe ein paar mal laut geflucht, als es zeitweise wieder auseinander fiel. Aber sie sieht schon toll aus.

 

Endlich habe ich auch das einzige deutschsprachige Buch zum Thema bekommen. Die Anleitungen sind sehr gut gemacht. Jeder Schritt ist bebildert und ausführlich erklärt. Manche Modelle sprechen mich mehr an als andere. Einige sind mir inzwischen zu simpel, die hätte ich gern am Anfang gemacht. Manche Tricks kenne ich schon aus diversen YouTube Videos. Aber ich habe auch einiges Neues entdeckt, was ich demnächst ausprobieren werde. Es gibt auch ein paar zusätzliche Informationen zum Material und zur japanischen Tradition.

Apropos Japan und Kamihimo. Ich habe ein Video entdeckt, das zeigt, wie Kamihimoband hergestellt wird. Es erinnert irgendwie an die Herstellung von Garn. Nun ja, das ist es irgendwie auch. Man erkennt an dem Video, dass da noch viel Handarbeit drinnen steckt. Ich finde es spannend.

Dschungelfeeling

April 2019

Das kommt davon, wenn man Pflanzen adoptiert. Besonders wenn es sich um die Monsteras meiner Mutter handelt. Die muss ihre nämlich regelmäßig abgeben, weil sie irgendwann das Schlafzimmer überwuchern.

August 2022

2019 im Frühjahr haben wir uns erbarmt und die zu groß geratene Zimmerpflanze mit nach Waging in unser großes Wohnzimmer genommen. Nun, offenbar fühlt sie sich bei uns noch wohler. Die unteren Blätter haben wir nach einem Schädlingsbefall einmal komplett abschneiden müssen. Seit dem bekommt sie in regelmäßigen Abständen zwei neue Blätter.

Ich habe inzwischen Angst, dass sie irgendwann mal den kompletten Raum einnehmen wird. Vielleicht bekommt sie aber auch irgendwann mal Früchte. Seit unserer Reise nach Madeira weiß ich, dass die Früchte der Monstera aussehen wie grüne Tannenzapfen und sehr lecker nach Banane und Ananas schmecken.

Energiewende und Hausbau

Der 26. Juli 2022 ist ein Datum, das einen Wendepunkt darstellen wird. An diesem Tag beschloss die Bundesregierung, von der Bevölkerung so gut wie unbeachtet, weitreichende Einschränkungen der Förderung von klimaschonenden Heizungsanlagen.

Am 27. Juli bekam ich auf Arbeit plötzlich jeden Menge Info-Mails von Firmen die Heizungsanlagen bauen. In den Schreiben wird auf die kurzfristige Änderung bei den Förderungen hingewiesen, die am Tag zuvor von der Bundesregierung beschlossen wurde. Nachdem im Januar schon die Förderung moderner Heizungsanlagen im Neubau quasi komplett eingestellt wurde, folgte nun ein weiterer Schritt. So werden Pelletsheizungen nur noch zu 10 Prozent statt bisher 35 Prozent gefördert. Auch wer seine bestehende Heizung auf eine Wärmepumpe umrüsten lassen möchte, bekommt nun weniger Fördergelder.

Dabei gab es ohnehin nur noch eine Förderung, wenn die Gas- oder Öl-Heizung mindesten zwanzig Jahre alt ist und die Anlage noch funktioniert, sprich kein Defekt vorliegt. Das heißt, wessen Heizung kaputt ging und umgerüstet werden musste, bekam nichts. Zudem muss ein Teil der neuen Heizunganlage mit erneuerbaren Energien gekoppelt werden, sprich ohne Solar oder Photovoltaik auf dem Dach gibt es auch nichts.

Nun sind Wärmepumpen keine schlechte Sache. Wir verbauen seit Jahren bei zirka 80 Prozent unserer Kunden Wärmepumpen. Die werden aber fast nur in Neubauten eingebaut, weil Altbauten kaum die technischen Voraussetzungen haben, damit die Wärmepumpen optimal funktionieren, sprich ausreichende Dämmung und Fußbodenheizung. Eine Wärmepumpe in Bestandsgebäuden ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Das Haus darf nicht älter als vierzig Jahre sein, gut gedämmt und mit speziellen Heizkörpern versehen, falls keine Fußbodenheizung da ist. Doch die Förderung der Dämmung und neuer Fenster wurde ebenfalls gestrichen bzw. ist an hohe Auflagen gekoppelt, so dass es sich nicht lohnt. Bisher wurden auch Hybridlösungen wie Wärmepumpe mit unterstützender Gastherme gefördert. Auch das ist seit dem 26. Juli nicht mehr förderfähig.

Perfide fand ich an der ganzen Sache die Fristen. Manches galt schon ab 27. Juli, anderes erst für Anträge ab 15. August. Wer noch seine Pelletsheizung zu 35 Prozent gefördert haben wollte, musste den Antrag bis zum 15. August eingereicht haben. Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage: So schnell kriegt man nicht mal ein Angebot von einem Heizungsmonteur, geschweige denn alle Antragsformulare ausgefüllt.

Letztes Jahr hat die neue Bundesregierung noch getönt, dass bis zu 500 000 Wärmepumpen im Jahr in Deutschland eingebaut werden sollen. Eine utopische Zahl über die selbst die Hersteller die Köpfe schütteln. Jetzt auf einmal mitten in der Energiekrise wird den Wechselwilligen die Unterstützung verweigert. Eine neue Heizung ist teuer. Ab 2025 sollen keine Gasheizungen mehr eingebaut werden dürfen. Jeder Cent, den ein Hausbesitzer zusätzlich bekommt, hilft mit, die Energiewende voranzutreiben. Wenn das aber plötzlich alles gestrichen oder erschwert wird, können sich das nur noch wenige Leute leisten und die Energiewende verzögert sich.

Und noch was anderes. Ich habe das Gefühl, dass die Ampelkoalition jetzt auch noch die letzte Branche kaputtmachen möchte, bei der es noch boomt. Das Handwerk. Wenn die Zinsen weiter steigen, wird ohnehin weniger gebaut werden. Bei dem herrschenden Preissteigerungen durch einen Mangel an Rohstoffen und Fachkräften werden die nächsten Monate und Jahre eher schwierig. Wenn jetzt noch die staatliche Förderung eingestellt wird, kann es sich kaum noch jemand leisten, seine Heizung umzubauen, was sich letztendlich im Handwerk durch weniger Aufträge bemerkbar machen wird. Hier wird eine ohnehin schon schwierige Situation noch zugespitzt.

Mir ist schon klar, dass dem Bund so langsam das Geld ausgeht. Das hätten ihnen aber schon klar sein müssen, als sie es für anlasslose Coronatests, Impfstoffe sowie Test- und Impfzentren zum Fenster rausgeworfen haben. Vielleicht sollten sie es über eine Übergewinnsteuer von den Mineralölkonzernen wieder reinholen und es tatsächlich dort einsetzen, wo es hilft, Klimaziele zu erreichen und die kleinen Leute entlastet.

Aber was weiß ich schon. Wir haben doch die klügsten Köpfe von Grünen, SPD und FDP in Berlin sitzen, die wissen das bestimmt viel besser. Sind ja alles Studierte.