Christinas Multiversum

Ansichten, Rezensionen, Kommentare

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Blogger und der Datenschutz

Ich hatte ja keine Ahnung …

Als mir mein Host vor zwei Wochen eine E-Mail schrieb, dass wir meinen Blog auf die neuen Datenschutzverordnung vorbereiten müssen, dachte ich mir nichts weiter dabei. Die Seite auf SSL-Verschlüsselung umstellen und ein paar Sätze im Impressum ergänzen und das war’s. Denkste! Da muss jetzt eine riesige Litanei zum Datenschutz auf die Seite, damit die Nutzer informiert werden, was passiert, wenn sie meinen Blog lesen. (Ich bin mir nicht sicher, ob sich das jemand wirklich durchlesen wird.) Außerdem muss das Impressum angepasst werden.

Was ich besonders bedenklich finde, ist, dass man als Betreiber eine Menge Kontaktdaten angeben muss. Ich bin mir sicher, das viele Firmen und Datensammler das ausnutzen werden und ich dann nicht nur mit Spam-Mails zugemüllt werde, sondern auch mit Telefonanrufen. Leider ist man ab dem 25. Mai als Webseitenbesitzer zu diesen Angaben verpflichtet.

Ich bin ja froh, dass ich das alles nicht selbst machen muss, sondern dass dies mein Host für mich übernimmt. Da gebe ich lieber ein bisschen Geld aus und lasse einen Profi ran, bevor ich lange herum suche und dann doch den falschen Text im Impressum stehen habe.

Die zusätzlichen Seiten werden in den nächsten Tagen freigeschaltet und ich muss noch ein paar Links und Bilder tauschen, damit das mit der SSL-Verschlüsselung auch richtig klappt.

Ergo, so ein Blog macht mehr Arbeit, als man denkt.

Wenn nichts mehr geht, dann Bernemann

Es gibt Zeiten in denen ich beim Schreiben in einer Sackgasse zu stecken scheine. Unmotiviert füge ich Wort um Wort aneinander, um am Ende des Satzes festzustellen, nur eine leere Satzhülse hinterlassen zu haben. Das bedeutet nicht, mir fehle die Motivation. Nein, nein, die ist da, auch an Ideen mangelt es nicht, aber ich bekomme diese einfach nicht in einer für mich akzeptablen Qualität zu »Papier«. Das steigert natürlich meinen Frust, der alles nur noch schlimmer macht. Spätestens da ist der Zeitpunkt gekommen, meine Wunderwaffe auszupacken, die Dirk Bernemann heißt.

Dirk Bernemanns Texte sind besonders. Sie folgen keinen strengen Regeln. Er lässt sich nicht in Schubladen packen und schon gar nicht von Konventionen zügeln. Gerade das macht seine Texte für mich so wertvoll. Seine fast unmöglichen Wortschöpfungen und Metaphern haben etwas poetisches und seinen Geschichten hängt eine Traurigkeit an, die die eigenen Probleme unbedeutend erscheinen lassen. Er überträgt die Gefühlswelt seiner Protagonisten auf den Leser, ohne sich streng an Erzählperspektiven zu halten. Er vermittelt Nähe ohne im Kopf der Figur zu stecken, sondern damit, sie bis ins Intimste zu beobachten.

Ich hole mir also eines von Dirk Bernemanns Büchern aus dem Regal und lasse mich von der wortgewaltigen Welt des Autors inspirieren. Wenige Seiten reichen schon aus, um die Qualität meiner eigenen Texte spürbar zu verbessern.

»Erst lesen, dann schreiben« so heißt ein Ratgeber der Bundesakademie Wolfenbüttel, den ich vor längerer Zeit gelesen habe. Und es stimmt. Durch das Lesen fremder Texte kann man den eigenen Schreibstil beeinflussen. Ich habe festgestellt, dass ich dafür besonders anfällig bin. Ich schreibe so wie das, was ich zuvor gelesen habe. Befasse ich mich mit schlechten Texten und langweiligen Geschichten, sind auch meine eigenen Texte nicht gut. Lese ich Geschichten, die mich zum Staunen bringen und in einem gefälligen Schreibstil verfasst sind, wirkt sich das direkt auf mein eigenes Schreiben aus.

Ein Grund, weshalb ich mich am Freitag mit Dirk Bernemanns Roman »Trisomie – So ich dir« beschäftigt habe. Wenn ich damit durch bin, werde ich das Buch an dieser Stelle auch besprechen. Zuvor muss ich aber erst die gewonnene Inspiration nutzen und meine eigenen Gedanken niederschreiben.

Karl Marx und die Deutschen

Kein anderer Philosoph und Theoretiker spaltet das deutsche Volk mehr als Marx. Die einen halten seine Lehren für umstritten, andere verehren sie und anderen wiederum sind sie völlig egal.

Zum zweihundertsten Geburtstag des Denkers ist nun zwischen den Deutschen ein Streit entbrannt. Ursache ist eine Statue von Karl Marx, die China der Stadt Trier vermacht hat und welche die Trierer aufgestellt haben. Einige möchten sie am liebsten wieder einreißen, andere empfinden dagegen Stolz, dass eine solche Berühmtheit aus ihrer Stadt kommt. Warum wir Deutschen mit einem solchen Ereignis nicht normal umgehen können, ist mir ein Rätsel.

Besonders viele Ostdeutsche sehen Karl Marx eher kritisch und irgendwie kann ich sie auch verstehen. Ich selbst wurde in der Schule schon früh mit Geschichten über Marx und mit seinen Theorien sozialisiert. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob wir als Kinder das tatsächlich verstanden haben, was man uns da beibrachte. Für uns war Marx eine Figur aus einer ziemlich langweiligen Märchenstunde. Es war der Zwang sich ständige damit beschäftigen zu müssen, der uns das Interesse verleidete. Und so habe ich mich später als Erwachsene auch nicht wirklich mit den Theorien oder dem Leben von Karl Marx befasst. Dennoch verstehe ich diejenigen nicht, die Marx für etwas verteufeln, an dem er eigentlich keine Schuld trägt. Denn nicht er hat die Millionen Opfer des Kommunismus und Stalinismus zu verantworten, sondern diejenigen, die seine Theorien für ihre eigenen Machtansprüche missbraucht haben. Das alles geschah zwar in seinem Namen aber Jahrzehnte nach seinem Tod. Ich denke nicht, dass Marx es persönlich so gewollt hätte. In der Tageszeitung las ich letztens einen interessanten Vergleich: Marx die Schuld für die Mauertoten zu geben, ist genauso unsinnig, wie Jesus Christus für die Kreuzzüge verantwortlich zu machen.

Man sollte das Wirken von Marx immer auch im zeitlichen Rahmen sehen. Den meisten Menschen im 19. Jahrhundert ging es schlecht und er hat erkannt, warum das so ist. Seine Ausführungen zum Kapitalismus enthalten durchaus genug Wahrheit, um auch heute noch aktuell zu sein. Der Kapitalismus ist ein imperfektes System, aber so lange wir kein besseres erfinden, werden wir darin leben müssen. Karl Marx hat Wege gezeigt, das System zu ändern. Diese Alternativen sind jedoch an den Menschen selbst gescheitert. Macht verdirbt den Charakter und einige im Kommunismus haben teilen vom Volk gefordert, ohne selbst teilen zu wollen.

Viel wird derzeit auch über die Person Karl Marx geredet, z. B. dass er ein Rassist war. Wer bitte war das im 19. Jahrhundert in Europa und den USA nicht? Ohne es verharmlosen zu wollen, aber das war damalige Realität. Auch dass er ein uneheliches Kind mit seiner Haushälterin hatte, die er zwang das Kind in eine Pflegefamilie zu geben. Das alles ist der Zeit und der Gesellschaft geschuldet, in der Marx lebte. Es zeigt, dass er ein Mensch mit Fehlern war. Aber ihn deshalb die Ehre einer Statue zu verwehren und ihn, wenn es ginge, ganz totzuschweigen, finde ich übertrieben. Goethe war ebenfalls kein tadelloser Mensch, aber bei ihm macht sich keiner Gedanken darüber, seine Büste in Archive zu verbannen und Denkmäler zu verhindern.

Vielleicht sollten wir Deutschen endlich mal lernen, entspannter mit unserer Geschichte umzugehen, auch wenn es schwerfällt.

Kleine Statistik zur SOL 90

Die SOL 90 ging gestern in die Druckerei. Ein Anlass für mich mal zu schauen, womit ich mich seit Februar in meiner Freizeit beschäftigt habe.

Seiten: 68
Artikel: 14
Interviews: 3
Kurzgeschichte: 1
Zeichen aller Artikel und Interviews: 280000
Bilder: 86
Anzeigen: 4

E-Mails zur SOL 90:

empfangen und gelesen: 150
geschrieben und verschickt: 130
90% davon in den vergangenen zwei Monaten

Arbeitszeit der Lektoren und des Layouters habe ich nicht erfragt.
Arbeitszeit der Chefredaktion: ca. 20-30 Stunden in der Woche – unbezahlt!

Seiten am eigenen Roman geschrieben: Keine.

Einhorn mit echtem Einhornhorn

Quelle: www.ullmannmedien.de

Einhörner sind ja derzeit in aller Munde, was nicht zuletzt an den Animationsfilmen der Reihe »Ich einfach unverbesserlich« liegt. Daraus entnommen auch das Wort »Einhornhorn« mit dem sich mein Mann und ich regelmäßig gegenseitig aufziehen.

Auch aus diesem Grund und auch weil es schon eine Weile auf meinem Wunschzettel bei Amazon steht, bekam ich jetzt von ihm die ersten beiden Bände von »Fibi und ihr Einhorn« geschenkt.

Die Comics von Dana Simpson sind ungewöhnlich, nicht nur durch die Zeichnungen, eine Mischung aus Calvin und Hobbes und den Peanuts, sondern vor allem durch die beiden Charaktere und ihre Gegesätze. Auf der einen Seite das eitle und fürchterlich egoistische Einhorn mit dem Namen Maiglöckchen Samtnüster und auf der anderen Seite die verträumte Fibi. Die Neunjährige muss auf der Suche nach einer echten Freundin gegen die eigene Unsicherheit und den Spott der Klassenkameradinnen ankämpfen.

Quelle: www.ullmannmedien.de

Wie und warum sich das Einhorn auf das Mädchen einlässt und wie sie am Ende zu echten Freundinnen werden, erzählt der erste Band, den ich fast für gelungener halte als Band 2 »Volle Fahrt ins Glück«. Die schönen Zeichnungen und die spitzzüngigen Dialoge zwischen dem Mädchen und dem Einhorn sind in beiden Bänden lesens- und sehenswert. Es gibt auch noch einen dritten Band, den ich aber noch nicht habe.

»Fibi und ihr Einhorn« erschien als Taschenbuch bei Ullmann Medien und ist ein Comic für kleine und große Mädchen. Vorallem wenn sie auf Einhörner mit Einhornhorn stehen.

Das Vorwort zu Band 1 schrieb übrigens niemand geringerer als Peter S. Beagle, der Autor von »Das letzte Einhorn«.

Interview mit einem Klingonen

Quelle: phantastisch.net

Die 70. Ausgabe der phantastisch! ist bereits vergangenen Monat erschienen und ich durfte wieder einen Beitrag dazu leisten.

In diesem Fall war es ein Interview, das ich mit Lieven L. Litaer geführt habe. Lieven ist Klingonisch-Experte und hat einen Sprachführer geschrieben, den ich an dieser Stelle bereits vorgestellt habe. In dem Interview erzählt er wie er zum Klingonischen kam und was ihn an der Sprache reizt. Leider durfte er mir nicht sagen, wie er es geschafft hat, für die neue Serie Star Trek: Discovery auf Netflix die klingonischen Untertitel verfassen zu dürfen. Das fällt unter klingonische Militärgeheimnisse.

Mir hat das Interview jedenfalls viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass ich Ähnliches in Zukunft fortsetzen kann. Für die nächsten Ausgaben habe ich zumindest einige Rezensionen eingereicht.

In der Rezension zum Heft auf Die Zukunft – dem Portal von Heyne-Verlag – wird sogar mein Name erwähnt. Wow!

Sonnig mit Aussicht auf Blütenstaub

Das schöne Wetter in den letzten zwei Wochen hat dazu geführt, dass die Natur aufgeblüht ist. Das ist einerseits sehr schön, andererseits ist das immense Pollenaufkommen selbst für Nichtallergiker inzwischen lästig. Straßen und Wege sind gelb, von den Feldern erheben sich gelbe Wolken. Autos und alle glatten Flächen sind mit einer sichtbaren Schicht aus Blütenstaub bedeckt. Selbst im Haus findet sich das Zeug wieder (irgendwann muss man ja mal Lüften).

Am Samstag hat mein Mann mit Staubmaske die Terrasse gekehrt und alles abgewischt. Wenige Stunden später sahen unser Glastisch und die Stühle wieder aus wie zuvor.

Als ich heute morgen mit dem Fahrrad am See entlang fuhr, tränten mir nach kurzer Zeit trotz Brille die Augen, weil der Pollen einfach überall eindringt. Ich bin (Gott sei Dank!) gegen kein Kraut allergisch, aber das war selbst mir zu viel.

Durch die anhaltende Trockenheit, wäscht es den Pollen nicht aus der Luft. Wenn also der Wind geht, ist das fast schon wie ein Sandsturm. Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen ein paar Regentropfen fallen, damit das mit dem Blütenstaub ein Ende hat. Nicht nur die Allergiker werden dankbar sein, auch die Autofahrer, die in den letzten Tagen vergeblich in die Waschanlage gefahren sind.

Die »internationale« SOL

SOL 90 mit einem Cover von John Buurman

Die letzten Tage, Wochen und Monate verbrachte ich meist mit der Planung der SOL 90. Das Jubiläumsheft sollte etwas ganz besonderes werden, weshalb ich schon im September vergangenen Jahres begann Artikel aus aller Herren Länder anzufordern. So richtig heiß wurde es dann im Februar und seitdem ist kaum ein Tag vergangen, an dem ich nicht mehrere E-Mails oder Texte für die kommende SOL bearbeitet oder verfasst habe. Das führte dazu, dass all meine privaten Projekte liegenblieben und auch meine Blogeinträge erschienen nicht mit der gewohnten Regelmäßigkeit.

Die letzten Tage wurde es nochmal hektisch, doch jetzt ist die Schlussredaktion so gut wie durch und alle Beteiligten einschließlich mich können aufatmen. Herausgekommen ist eine hoffentlich für alle interessante Ausgabe mit Beiträgen aus aller Welt. Fans aus Brasilien, Frankreich, Japan und der USA berichten über die PERRY RHODAN-Serie in ihren Heimatländern und über das dortige Fandom. Im Zuge der Artikelbeschaffung habe ich viele nette Menschen kennengelernt, die mir tolle Texte geschickt haben. Einen Artikel aus Russland beschlossen wir nicht zu veröffentlichen, weil er nicht interessant genug bzw. zu spezifisch war. Aber vielleicht machen wir später mal etwas daraus.

Der Rest des Heftes setzt sich aus Interviews, den gewohnten Rezensionen und Artikelreihen zusammen. Mitglieder der PRFZ bekommen das Heft im Rahmen ihrer Mitgliedschaft. Einzelhefte können nach Erscheinen über die Homepage der PRFZ bestellt werden.

Von Gelb und Blue

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO – Band 172 »Der gelbe Tod« von Susan Schwartz

Die MAGELLAN entkommt der Konfrontation mit Gatasern nur, weil die Hanen, ebenfalls ein Blues-Volk, sich in die Schlacht einmischen. Anschließend werden Rhodan und die Crew ins Heimatsystem der Hanen eingeladen. Im Gegensatz zum Gatasischen Befehlshaber Kerrek ist der Flottenkommandand der Hanen zurückhaltend und freundlich, obwohl er um die Schlagkraft der Transformkanone weiß. Auf Han bekommen die Menschen wiederholt Einblick in die ungewöhnliche Kultur der Blues und sie begegnen dem gelben Tod. Tifflor kann ein Heilmittel gegen die Krankheit entwickeln, was Rhodan gegen ein Enzym tauschen möchte, mit dem man den Kreellblock bearbeiten kann, in dem Tuire Sitareh gefangen ist. Doch der Ursprung des Enzyms stellt Rhodan vor eine harte moralische Entscheidung.

Anfangs befürchtete ich das Schlimmste. »Der gelbe Tod« erzählt eine ähnliche Geschichte wie Band 171. Mit dem Unterschied, dieses Mal waren es eben die Hanen, statt der Gataser. Doch die Autorin illustriert die Kultur der Hanen so mitreisend, dass sich meine Befürchtungen schnell zerstreuten.

Besonders die beiden Blues-Frauen auf der Wachstation haben sich mir eingeprägt. Sie sind gleichzeitig so fremdartig wie lebensecht geschildert, dass es eine wahre Freude ist. Ebenfalls schön beschrieben ist der exotische Planet Han, mit den überfüllten Städten, den kargen Landschaften und der zugigen Kälte. Susan Schwartz schickt ihre Leser auf eine faszinierende Reise durch eine fremde und doch gleichzeitig auch bekannte Welt. Denn so sehr unterscheiden sich die Außerirdischen mit den Tellerköpfen nicht von den Menschen. Sie haben ähnliche Probleme und Gewohnheiten und hegen dennoch völlig andere Moralvorstellungen und Ansichten. Dieser Widerspruch macht die eigentliche Genialität dieses Romans aus.

Man nimmt der Autorin alles ab, was sie erzählt, weil sie es auf eine Weise tut, die im Leser Assoziationen wecken. Bis auf eine kleine Rauferei am Rande kommt dieser NEO ohne Actionszenen aus und ist dennoch bis zum Schluss spannend. Nach NEO 154 ist dieser Band erneut ein großartiger Roman von Susan Schwartz, in dem sie ihr Talent für phantastische Welten und glaubhafte weibliche Figuren voll ausleben kann.

»Der gelbe Tod« ist mehr als nur eine Beschreibung eines Blues-Volkes. Es ist gleichzeitig eine Geschichte, die Perry Rhodan vor einige knifflige Situationen stellt. Es wird gezeigt, wie sehr sich das Handeln des Terraners inzwischen verändert hat. Er trifft Entscheidung, die er zu Beginn der Serie so niemals getroffen hätte. Das Aufzeigen dieser Entwicklung hat mir gut gefallen. Von mir daher eine unbedingte Leseempfehlung.

Der Mac ist weg

»Weißt du, dass wir denen gerade fast unser ganzes Leben dagelassen haben«, sagte ich zu meinem Mann als wir wieder ins Auto stiegen – ohne unseren Computer.

Das war vielleicht ein wenig übertrieben, aber irgendwie fühle ich mich komisch. Wenn ich zum Schreibtisch schaue, dann ist der leer. Es fehlt die vertraute Silhouette unseres iMacs.

Dabei wollte ich heute morgen nur ein Update vom Safari-Browser machen … Das dauerte zunächst ewig, um schließlich in einer Fehlermeldung zu gipfeln. Ich dachte mir nichts dabei und wollte den Browser wie gewohnt starten, doch das ging nicht. Das vertraute »Hüpfen« des Icons blieb aus und es tat sich auch so nichts weiter.

Meine Versuche einen anderen Browser zu installieren, schlugen fehl, weil ich im App-Store keinen fand. Und ohne Browser hilft auch die schnellste Internetverbindung nichts. Als nächstes versuchte ich den Computer neu zu starten. Der Bildschirm wurde dunkel, der Mauszeiger blieb, aber mehr passierte nicht. Nach zehn Minuten betätigte ich den Ausschalter. Harter Neustart also.

Der Computer fuhr wieder hoch, öffnete auch alle Fenster, aber der Safari-Browser ging immer noch nicht. Also kümmerte ich mich erstmal um meine Worddateien, als der Bildschirm plötzlich komplett einfror. Das hatte er letzte Woche schon mal gemacht und auch am Montag. Auch da hatte nur ein harter Neustart geholfen. Den brauchte ich heute nicht, denn nach wenigen Augenblicken startete der Mac von selbst neu.

Seit 2012 läuft der iMac ohne Probleme. Heute mussten wir ihn nun zum Service schaffen. Zum Glück gibt es in Traunstein einen Händler mit Reparaturwerkstatt der auf Apple Produkte eingerichtet sind. Der Typ, der sich um unseren Computer kümmern will, sah schon ziemlich Klischeehaft aus: Über fünfzig, lange verfilzte Haare und unrasiert. Wenn jemand Ahnung hat von Computern dann dieser Kerl.

Jedenfalls musste wir unser bestes Stück dort lassen. Ich hoffe, dass er bald wieder auf seinem vertrauten Platz steht. Ist schon komisch, wie sehr man sich an so ein Ding gewöhnt. Zum Glück sind wir ausreichend mit iPads und iPhones ausgestattet, damit wir nicht vollständig von der virtuell Welt abgeschnitten sind. Aber so eine Zwangspause ist vielleicht gar nicht schlecht.