Inside YouTube

Die geschätzten Autorenkollegen Robert Corvus und Ben Calvin Hary haben sich vergangene Woche bei Twitch.tv über zwei Stunden lang über das Schreiben und das Produzieren von YouTube-Videos ausgetauscht. Robert hat das Gespräch aufgezeichnet und dankenswerter Weise auf seinem YouTube-Kanal zur Verfügung gestellt. Ich hätte es mir auch live auf Twitch ansehen können, aber das war mir dann zu spät. Unsereiner muss früh raus und ich bin froh, wenn ich am Abend nicht noch ewig vor dem Computer verbringen muss, sondern einfach mal was lesen kann.

Zurück zum Video. Es geht unteranderem ums Schreiben. Robert befragt Ben nach einzelnen seiner Romane. Es wird über das Wie und das Warum gesprochen. Das meiste war mir bekannt, schließlich kennen ich fast alles, was Ben geschrieben hat. Als Testleserin ist man da ein bisschen in den Entstehungsprozess involviert.

Dann wechselt die Diskussion zu YouTube. Da war mir tatsächlich vieles neu. Allein die Informationen zu den Analyse-Algorithmen bei YouTube hat bei mir für Unwohlsein geführt. Die Vorstellungen, dass die Algorithmen autark die Inhalte der Videos untersuchen und die Google-Entwickler selbst nicht mehr so richtig wissen, wie ihr Algorithmus arbeitet, erfüllt mich mit Besorgnis. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie man das missbrauchen könnte. So gesehen haben wir »1984« schon längst hinter uns gelassen. Wir sind, glaube ich, schon viel weiter. Und das Schlimmste daran ist, wir lassen das alles freiwillig über uns ergehen, um Geld und Anerkennung zu ernten. Mir war auch nicht klar, was bei dem Drumherum alles so beachtet werden muss. Mit einfach mal ein Video hochladen, ist es nicht getan. Ich habe mich mit YouTube bisher nicht beschäftigt. Ich schaue ab und zu mal Katzenvideos an (ja, da kommt man echt nicht drumherum, selbst wenn man es gar nicht will) oder wenn ich eine Bastelanleitung suche.

Beeindruckend ist ebenfalls, was alles notwendig ist, um so ein aufwändiges Video herzustellen, wie Ben sie produziert. Ich kenne die Vorgehensweise im Grunde, weil ich Medientechnik studiert habe und in einem Postproduktionhaus gearbeitet habe. Wir haben an der Uni auch Videos produziert und Radiosendungen gemacht. In den Neunzigern war das in dieser Form aber meist nur den Profis vorbehalten (allein wegen der teuren Software). Ich kann mich daran erinnern, dass wir für fünf Minuten Video viele Stunden im Studio gesessen haben. Ich finde toll, dass jetzt jeder Videos in solch professioneller Art und Weise produzieren kann. Ben erklärt das auch sehr gut.

Also, wer wissen will, wie YouTube tickt und was man für ein richtig tolles Video braucht, der sollte sich das unbedingt ansehen bzw. anhören. Aufgefallen ist mir, dass am Ende Bens Tonspur ziemlich asynchron zum Bild läuft. Kann aber gut sein, dass es an der Aufzeichnung liegt.

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