F-Diagnosen

Mein geschätzter Kollege aus der SOL-Redaktion, Michael Tinnefeld, hat zusammen mit Uli Bendick einen Kurzgeschichtenband herausgegeben. In dem geht es weitgehend um Psychologie in der Zukunft. Michael hat seinen Beruf als Psychologe mit seiner Science-Fiction-Leidenschaft verbunden und rief 2019 auf ihm Geschichten zum Thema zu schicken. Nach langer gründlicher Überarbeitung erschien nun endlich die von Uli Bendick reich bebilderte Anthologie. Ich selbst habe sie noch nicht gelesen, möchte aber schon mal hier darauf aufmerksam machen.

Im Klappentext heißt es:

Psychische Störungen eröffnen uns einen meist unbekannten, fremden und manchmal bizarren Kosmos.
»Diagnose F« entführt Sie mithilfe von 35 Erzählungen und ebenso vielen Illustrationen in die Welt der seelischen Erkrankungen, deren Symptomen und möglicher Therapien. Die Grafiken stammen von zwei Künstlern, die die Geschichten auf ihre Art grafisch interpretieren. Ein Psychotherapeut diagnostiziert, analysiert und kommentiert jede Erzählung fachlich, sodass eine Verbindung zwischen Science und Fiction hergestellt wird.
Die Kurzgeschichten spielen in naher wie in ferner Zukunft und handeln von einem depressiven Alien, einer paranoiden KI, einem spielsüchtigen Menschen mit Gehirnchip, einem narzisstischen Psychiatrieprofessor, überaus konsequenten Robotern, einem schizophrenen Retter der Welt und vielem mehr.

Das Buch erschien bei AndroSF und ist bei allen Händlern als Paperback, Hardcover und E-Book erhältlich.

Michael Tinnefeld & Uli Bendick (Hrsg.)
DIAGNOSE F
Science-Fiction trifft Psyche
AndroSF 138
p.machinery, Winnert, Februar 2021, 352 Seiten

Waging im TV

Bergfex Webcam vom 25.03.2021

Am Montagabend schon lief im Bayrischen Fernsehen eine Sendung über den Ort in dem ich wohne. Sie erzählt von Menschen, die hier leben und der schönen Landschaft. Es gibt viele tolle Ansichten zu sehen und die Zuschauer erfahren, was es alles zu erleben gibt.

Klar ist das Werbung für den Ort. Viele Leute, die Waging noch nicht kannten, werden sich das sicher mal für einen der nächsten Urlaube notiert haben.

Wer sich die Sendung mal anschauen möchte, sie wird noch einige Zeit in der  Mediathek der ARD zu sehen sein.

Wintererwachen im Frühling

Heute ist Frühlingsanfang. Allerdings scheint die Natur das noch nicht so richtig mitbekommen zu haben. Jedenfalls sah es heute morgen so aus, wie auf den Bildern.

Wir hatten in dieser Woche mehr Schneefall als im ganzen abgelaufenen Winter. Am Mittwochnachmittag war es richtig schlimm. Mein Mann hatte mich von der Arbeit abgeholt. Binnen Minuten war alles eingeschneit, die Scheibenwischer von Auto haben es kaum geschafft. Dabei ist es jetzt morgens um Sechs schon so hell, das ich mit dem Fahrrad fahren könnte. Aber bei der Kälte und den wechselhaften Wetterkapriolen – zwischendurch scheint dann doch immer mal wieder die Sonne – ist mir das zu gefährlich.

Von den Krokussen, die ich vergangenen Herbst auf die Wiese vor dem Haus gepflanzt habe, sind nur die Spitzen zu sehen. überall sonst im Ort blühen sie schon, oder sind längst verblüht. Die Märzenbecher sind gar nicht erst aufgegangen. Es fehlt eindeutig die Sonne. Die Wiese liegt den halben Tag im Schatten und die Sonne steht noch nicht so hoch, dass sie über das Käsewerk hinweg scheint. Zumindest konnte man jetzt im Schnee erkennen, das tatsächlich ein paar der Krokusse aufgegangen sind. Bisher hatte ich befürchtet, das die Zwiebeln gefressen worden sind.

Ich mag den Winter ja und Schnee sowieso, aber irgendwann ist es genug.

Erstmals durch die Republik gestromert

Weil ich nicht als Rabentochter gelten möchte, die sich nicht um ihre Eltern kümmert, und ich ein echtes Problem damit habe, weil ich sie seit Weihnachten nicht besucht habe, entschlossen wir uns spontan an diesem Wochenende nach Saalfeld zu fahren. Selbstverständlich mit unserem neuen E-Auto.

Ein echter Praxistest sollte es werden. Sind wir genauso schnell unterwegs wie mit dem Diesel-Corsa und vor allem, ist die Reise genauso unbeschwert?

Die Antwort ist eindeutig, JA!

Normalerweise brauchen wir für die Strecke von 450 Kilometern etwa fünfeinhalb bis sechs Stunden. Wir machten bisher immer eine zehnminütige Tankpause in Forsting oder Ebersberg und eine halbe Stunde Pause in Plech. Auf der Rückfahrt halten wir normalerweise in Greding für einen Kaffee im McCafe. Seit einem Jahr ist das etwas anders, da die McDonald-Restaurants an der Autobahn wie die meisten Raststätten geschlossen sind. Weil wir nicht mit dem Auto durch den McDrive fahren wollen, gehen wir zum KFC, da kann man zu Fuß an den Counter oder ins Restaurant zum abholen. Die Toiletten darf man da meist auch benutzen, was bei McDonalds gar nicht mehr geht. Außerdem schmeckt das Hühnerfleisch einfach besser.

Mein Mann lud am Donnerstagabend unser Auto an der Ladesäule im Ort kostenlos auf 97 Prozent und wir kamen am Freitagmorgen locker bis Plech, wir hätten sogar noch 120 Kilometer weiterfahren können, laut Ladestandsanzeiger. In Plech steht neben dem McDonalds eine Fastnet-Ladestation mit vier Ladesäulen, eine hat sogar 350 kW. Da unser Auto aber höchstens mit 125 kW laden kann, benutzten wir die 175 kW-Säule. Es herrschte gähnende Leere an der Ladestation. Wir waren die einzigen. Wir aßen etwas und gingen dann noch in den dortigen Aldi, weil ich meinen Eltern noch etwas mitbringen wollte. Wir hätten uns auch beim McDonalds oder im REWE Essen oder einen Kaffee holen können. Nach gut einer halben Stunde war der Akku wieder zu 80 Prozent voll. Kostenpunkt 20 Euro mit der Ladekarte vom ADAC.

Damit kamen wir locker bis Saalfeld (eigentlich wären noch 240 km drin gewesen) und konnten am Samstag das Auto an der Ladestation der Saalfelder Stadtwerke wieder auf 90 Prozent aufladen. Das heißt, bei wärmeren Temperaturen wären wir sogar ohne zu Laden bis ins Ziel gekommen. Das wollten wir aber bei dem kalten Wetter nicht riskieren und eine Pause machen wir ja ohnehin immer.

Rückwärts ging’s genauso gut. Trotz Schneefall und zwei Grad plus wären wir mit der Akkuladung auch weiter, als bis Greding gekommen. Aber so hielten wir dort, holten uns beim KFC etwas zum Mittag, bewegten uns ein bisschen, weil der KFC außerhalb der Raststätte am Berg liegt. Machten gemütlich im Auto Mittag und fuhren nach etwa vierzig Minuten mit 90 Prozent Ladekapazität bis nach Waging.

Die Bedienung der Ladesäulen ist denkbar einfach. Stecker reinstecken, Karte dranhalten, warten bis geladen, fertig. Abgezogen wird der Betrag von der Kreditkarte. Die ADAC-Ladekarte wird meist überall akzeptiert (EnBW), mitunter zahlt man damit sogar weniger und wenn es doch mal nicht geht, haben wir noch die Karte von VW und die App von BOSCH. Bei EnBW lädt man sogar mit Ökostrom. Was will man mehr.

Rein technisch machte es für uns keinen Unterschied, ob wir mit unserem Corsa oder jetzt mit dem ID3 unterwegs waren, aber beim Komfort merkt man den Klassenunterschied deutlich. Es war viel ruhiger, man saß entspannter und wir waren lange nicht so müde nach der Fahrt. Außerdem waren wir nicht mehr Freiwild für die SUVs, die normalerweise mit Kleinwagen kurzen Prozess machen. Egal wie schnell man fährt, man wird angehupt, geschnitten, an den unmöglichsten Stellen überholt und abgedrängt. Ich hätte es nie geglaubt, aber man fühlt sich in einem Mittelklassewagen tatsächlich sicherer.

Aufregender Vorabend

Große Aufregung gestern am späten Nachmittag. Wir saßen gemütlich auf der Couch, als die Sirene heulte. Ich sagte noch scherzhaft zu meinem Mann, dass sie sich ihren Probealarm am Vormittag (jeden ersten Samstag im Monat um 11:11 Uhr) hätten sparen können. Wir blieben sitzen, weil es öfters Alarm gibt, meist wenn es auf der Umgehungsstraße mal wieder gekracht hat.

Erst als die Signalhörner der Feuerwehr in relativer Nähe erklangen, stand ich auf und sah aus dem Fenster nach Westen, wo gerade die Sonne hinter dem Käsewerk unterging. Ihre Strahlen kämpften sich durch eine trübe Wolke.
»Sieht aus wie Rauch«, sagte ich zu meinem Mann.
Er konterte, das sei nur eine Wolke.
In dem Moment blickte ich nach links zur Ortsmitte und entdeckte die dicke schwarze Qualmwolke, keine fünfzig Meter Luftlinie von uns entfernt direkt hinter dem Verwaltungsgebäude vom Käsewerk, auf dessen Dach auch die Sirene steht.

»Das ist der alte Bauernhof«, meinte mein Mann gleich.
»Nur weil das Gebäude alt ist, muss es nicht brennen. Das kann auch die Glasbläserei sein«, erwiderte ich.
Jede Menge Feuerwehrautos waren zu hören, ein paar wendeten auf dem Vorplatz vom Käsewerk, das Auto vom Katastrophenschutz fuhr dagegen die Einbahnstraße verkehrt herum rauf. Der Parkplatz vor unserem Haus füllte sich minütlich mit Autos von Schaulustigen. Spätestens als ein Viehtransporter eintraf, war klar: es war der Bauernhof, der brannte. Mein erster Gedanke: »Die armen Kühe.«

Es ist der einzige verbliebene Bauer im Ort, dessen Kuhstall direkt gegenüber der Verwaltung vom Käsewerk steht. Bei dem ich mich schon längst gefragt habe, warum der mitten im Ort, umgeben von Parkplätzen, Straßen, Wohn- und Geschäftshäusern in einem winzigen baufälligen Stall noch Kühe halten durfte. Die armen Viecher hatten wahrscheinlich noch nie Tageslicht gesehen.

Zum Glück herrschte an diesem Nachmittag Ostwind, der den Rauch und das Feuer von dem angrenzenden Ärztehaus wegwehte. Man roch nichts, aber die schwarzen und weißen Qualmwolken waren schon beängstigend. Inzwischen ging die Sonne unter und färbte den Rauch gelb ein.

Die Löscharbeiten dauerten bis spät in die Nacht. Scheinwerfer strahlten in den Himmel, immer wieder stiegen weiße Rauchwolken auf. Es wurde kalt. Man hörte Autos kommen und fahren. Es war eindeutig geschäftiger als an einem üblichen Samstagabend. Chiemgau24 verkündetet die ersten Nachrichten und zeigten die ersten Bilder. Tatsächlich war das Stallgebäude bis auf die Grundmauern niedergebrannt, das angrenzende Wohnhaus wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Die gute Nachricht, niemand war verletzt worden, alle 13 Kühe konnten gerettet werden und wurden auf umliegende Bauernhöfe verteilt.

Heute Vormittag schauten wir uns die Brandruine aus der Nähe an. Der Parkplatz und die Straße davor waren noch gesperrt, das Haus ist einsturzgefährdet. Es lagen noch Stroh und verkohlte Holzbalken davor. Ich glaube nicht, dass hier wieder ein Kuhstall stehen wird.

Neues über grüne Sonnen

Grüne Sonnen gibt es nur bei Perry Rhodan

… so schrieb ich im November 2017, als ich mich über die grünen Sonnen bei PERRY RHODAN NEO aufgeregt habe. Dieser Tage bekam ich freundlicherweise einen Link zugeschickt, der mich zu einem Artikel in Spektrum der Wissenschaft führte. Hier stellt die Autorin eine wissenschaftliche Arbeit vor, die sich mit der Frage beschäftigt: »Welche Farbe hat die Sonne?«.

Astrophysiker René Heller vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen hat die Spektren unterschiedlicher Sterne genommen und sie mit den spektralen Empfindlichkeiten des menschlichen Auges verknüpft. Sein Ziel war es, herauszufinden, wie wir die Sterne wahrnehmen würden, könnten wir sie im Weltraum direkt beobachten. In Anbetracht dessen, dass wir nur einen winzigen Ausschnitt des tatsächlichen Spektrums sehen, sind erstaunliche Ergebnisse herausgekommen.

Er hat sich nicht nur angesehen, wie ideal sich die Sterne zu einem schwarzen Strahler verhalten, sondern er untersuchte auch den Einfluss von Randabfall und Metallzität (also wie viele schwere Elemente der Stern in seiner Hülle hat).

Die Erkenntnis: rote Zwerge sehen für uns nicht rot aus, sondern maximal orange. Auch weiße Zwerge sind nicht immer weiß, sondern ebenfalls orange, zumindest wenn sie schon einige Jahrmillionen auf dem Buckel haben. Blaue Überriesen sehen wir eher als hellblau. Und unsere Sonne? Die ist nicht gelb, sie erscheint uns auf der Erde nur so, weil wir sie durch die Atmosphäre beobachten. Von einem Raumschiff aus gesehen, würde sie uns weiß erscheinen mit einem leicht gelblichen Touch, die Astronauten und Kosmonauten können das sicher bestätigen.

Am Ende bestätigt René Heller nochmal, dass es keine grünen Sonnen gibt, weil Sterne ihr Licht zum Glück nicht in Stufenfunktionen ausstrahlen. Außer eine außerirdische Spezies hat einen Tarnschirm um ihre Sonne gelegt, weil sie grünes Licht sexy findet, sowas ist natürlich nie auszuschließen. Zwinker!

Wer sich für die komplette Studie von René Heller interessiert, kann sie sich hier herunterladen. Ich fand es sehr interessant, man sollte sich aber ein bisschen mit Farbmetrik und Spektren auskennen und sie ist natürlich in englischer Sprache.

Hunger im reichsten Land der Welt

Die vereinigten Staaten zählen zu den reichsten Ländern der Welt. Hier leben die reichsten Menschen wie Elon Musk oder Bill Gates. Nirgendwo gibt es so viele vermögende Menschen, so viele Banken und so viel Geld auf einem Haufen wie hier. Und dennoch leiden sehr viele Menschen, vor allem Kinder und alte Leute, an Hunger.

Der Hunger hat viele Gründe. Vergangenes Jahr las ich einen Bericht über den mittleren Westen der USA. Dort wo große Farmen das Bild der Landschaft prägen. Hier wird vorwiegend Mais und Soja angebaut. Man sollte meinen, dass die Leute dort ausreichend mit gesunden Nahrungsmitteln versorgt werden, doch das Gegenteil ist der Fall. In den meisten der kleinen Ortschaften gibt es keine Lebensmittelgeschäfte mehr, in denen man frisches Obst & Gemüse oder Fleisch kaufen kann. Die Leute versorgen sich dort an der Tankstelle, wo es nur Tiefkühlware und ungesunde Fertiggerichte zu kaufen gibt. Wer selbst keinen Garten hat, muss auf Obst und Gemüse verzichten oder sehr lange Strecken bis zum nächsten größeren Einkaufszentrum fahren.

Und dann sind da noch die hohen Lebensmittelpreise. Ich erinnere mich an meine Zeit in New York City Ende der Neunziger. Damals lebte ich dort mehrere Monate fast nur von Reis und Tomatensoße, weil ich im Chinaladen um die Ecke günstig einen Sack Reis gekauft hatte und pürierte Tomaten aus der Dose nur 49 Cents kosteten. Manchmal kaufte ich mir im Supermarkt Wurst, Käse und Butter. Doch das kostete mich stets ein kleines Vermögen. Ich war die niedrigen Lebensmittelpreise aus Deutschland gewohnt und konnte über vier Scheiben Käse für 3,50 $ und ein paar Scheiben Salami für 4 $ nur staunen (damals kostete ein Dollar 1,76 DM). Das Vollkornbrot aus dem Supermarkt war übrigens ungenießbar ebenso wie der Jogurt. Weißbrot hatte ich irgendwann über, also fuhr durch halb Manhattan, um in einer französischen Bäckerei genießbares Brot zu kaufen. Fragt lieber nicht, was das gekostet hat. Auf der anderen Seite war ich oft versucht, einfach zu Mc Donalds oder Burger King zu gehen. Dort bekam man für 2,22 $ zwei Cheeseburger und zweimal Pommes inklusive Getränk. Das Dilemma wird sichtbar: gesunde Lebensmittel kosten in den USA viel Geld, während Fast Food spottbillig und jederzeit verfügbar ist.

Nun hat sich das in den vergangenen zwei Jahrzehnten wahrscheinlich nicht groß geändert. Vielleicht haben die Preise in den Fast Food Ketten etwas angezogen. Billiger wird das Leben nicht geworden sein, im Gegenteil. Durch die Corona-Pandemie trifft es jetzt auch Haushalte, die zuvor geradeso über die Runden gekommen sind. Ein Bericht in den Nachrichten zeigte unlängst lange Autoschlangen in denen Menschen um Lebensmittelspenden anstanden.

Umso wichtiger ist es, wenn sich Menschen mit Geld und Einfluss gegen solche Missstände einsetzen und ihre Kraft in Projekte stecken, die Menschen in der Nachbarschaft vor Hunger bewahren oder ihnen zumindest zu einer Mahlzeit am Tag verhelfen. Einer dieser Menschen ist der Schauspieler John Billingsley, bekannt durch seine Rolle als Dr. Phlox aus Star Trek: Enterprise. Wir lernten uns 2012 kennen, als ich ihn und seine Frau durch München führen dufte. Er und seine Frau Bonnie unterstützen seit Jahren die Hollywood Food Coalition (hofoco).

Seit 1987 verteilt die Wohltätigkeitsorganisation Lebensmittel und Mahlzeiten an Bedürftige und das 365 Tage im Jahr. Zuerst waren es nur Sandwiches, heute sind es ca. 65.000 Mahlzeiten im Jahr zuzüglich Lebensmittel- und Hygienepakete. Man sollte meinen, dass es in Hollywood keine Armut gibt, aber das ist falsch. Gerade hier gibt es mehr hungernde Menschen als sonstwo im Großraum Los Angeles. In einem Flyer der hofoco heißt es:

»Wir helfen Überlebenden von häuslicher Gewalt, ausgerissenen Jugendlichen, Jugendlichen in der Übergangsphase, Senioren, Mitgliedern der LGBTQ+-Gemeinschaft, Menschen mit Behinderungen, Veteranen, Familien, ehemaligen Häftlingen oder auch Menschen mit psychischen Erkrankungen und Drogenabhängigkeit. Einige unserer Gäste sind gezwungen, zwischen Miete und Essen wählen. Keiner wird abgewiesen.«

Die Mitglieder der Hollywood Food Coalition wollen den Menschen Hoffnung machen und zu einem humanerem Dasein verhelfen. Niemand ist vergessen und jeder ist wichtig – das ist die Philosophie hinter dem Anliegen. Das beinhaltet nicht nur Essen, sondern auch medizinische Versorgung und Beratung. Inzwischen sammelt die Hollywood Food Coalition mehr Lebensmittel, als sie für ihren Bezirk benötigt, diese Überschüsse fließen an andere Hilfsorganisationen im Großraum Los Angeles, damit jeder, der es notwendig hat, Hilfe erhält.

»Wir glauben, dass das Schmieden von Allianzen mit Gleichgesinnten der schnellste Weg ist, um sinnvolle Veränderungen innerhalb unserer Gemeinschaft zu bewirken. Aus diesem Grund bauen wir aktiv Partnerschaften mit anderen sozialen Einrichtungen, Gemeindegruppen, kleinen und großen Unternehmen, Kirchen aller Konfessionen, Nachbarschaftsräten, sowie Städten und gewählten Führungspersönlichkeiten der Stadt und des Bezirks. Wir teilen Lebensmittel, Wissen und Ressourcen mit Dutzenden von Gruppen mit dem Ziel, die Qualität und Quantität der Dienstleistungen für die Bedürftigen in der ganzen Stadt zu erhöhen.
Wir sind ein „barrierefreier“ Koalitionsbauer über programmatische und geografische Grenzen hinaus.«

Die Corona-Pandemie erleichtert ihnen die Arbeit nicht gerade, weil jetzt nicht nur 63 Prozent mehr Mahlzeiten ausgegeben werden müssen, sondern die Menschen nicht vor Ort verköstiget werden können und Essen nur zum Mitnehmen angeboten werden kann. Unterstützer werden daher ständig gesucht, ob als Volunteer oder finanziell. Firmen und Privatleute können Sachspenden wie Lebensmittel, Hygieneprodukte und Kleidung einreichen. Mehr informationen zur Hollywood Food Coalition gibt es auf deren Homepage, und in den sozialen Netzwerken, dort finden regelmäßig Spendenaufrufe statt, an denen man sich beteiligen kann. Man kann auch mittels PayPal oder Kreditkarten spenden, was von Europa aus, die sinnvollste Alternative darstellt.

Mir ist klar, dass auch in Deutschland jeden Tag Menschen Hunger leiden, dass die Zahl der Bedürftigen, die von den Tafeln versorgt werden, jedes Jahr ansteigt. In den kommenden Wochen und Monaten wird es da noch größeren Zulauf geben. Aber dies ist nichts, verglichen mit den Zuständen in den USA. Wo es kein engmaschiges Netz staatlicher Absicherung gibt, das Menschen auffängt, die durch Krankheit, Arbeitslosigkeit und Trennung ins Straucheln geraten sind. Daran sollten wir immer mal wieder denken, wenn wir uns über die deutsche Politik ärgern.

Hier noch zwei Bilder mit Statistiken, die ich sehr spannend finde:

Hostwechsel

Von den Lesern meines Blogs unbemerkt, habe ich diese Woche den Host gewechselt. Mein bisheriger Host hat sich zurückgezogen, weil die ganzen rechtlichen Sachen inzwischen zu viel Arbeitskraft und Zeit für eine Privatperson gebunden haben. Er hat mich aber in hoffentlich gute Hände weitervermittelt. Bisher lag mein Blog auf den Servern von All-Inkl.com, dort wird er auch bleiben. Ich habe aber nun einen direkten Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit All-Inkl.com geschlossen.

Schauen wir mal. Die Probleme aus dem Januar, dass meine Seite öfters nicht erreichbar war, haben sich inzwischen gegeben. Ich steuere übrigens auf den 2000ten Blogeintrag zu. Wenn es soweit ist, werde ich das an dieser Stelle natürlich abfeiern.

An dieser Stelle nochmal Danke an Florian für die vielen Jahre, die Du erst meine Webseite und später den Blog administrativ betreut hast.

Dies und das aus der Küche

Ich habe lange kein Foodblogging gemacht, stelle ich gerade fest. In den vergangen Wochen haben wir an den Wochenende wieder einiges gekocht und gebacken. Hier nur eine kleine Auswahl.

Los geht’s mit einer Birnen-Quark-Torte. Irgendwie war mir danach, mal wieder eine Torte zu backen. Ich schaute im Kühlschrank nach, was noch da war und suchte mir ein passendes Rezept raus. Am Ende konnte ich endlich die Dekorelemente verarbeitet, die ich vergangenes Jahr mal gekauft hatte. Sah toll aus und hat super geschmeckt. Aus den Resten habe ich dann noch ein Dessert gemacht, dass man einige Tage im Kühlschrank aufheben konnte.

Zwiebelkuchen mit Gorgonzola

 

 

Das Rezept für den Zwiebelkuchen mit Gorgonzola stammt aus der »Schrot und Korn«. Ich hatte es schon eine Weile herumliegen. Es ist einfach zu machen und hat auch super lecker geschmeckt. Allerdings war die Zwiebel ein bisschen zu viel für meinen Magen-Darm-Trakt. Seit meiner Darm-Op bin ich da sehr empfindlich. Ich hatte es fast befürchtet. Das wird es wohl so bald nicht wieder geben.

 

Da waren die Schinken-Käse-Rohrnudeln schon eher das Richtige. Das machte ich mal zum Abendessen. Obwohl wir abends eigentlich nicht warm essen, vor allem nicht so üppig. Aber bei dem Rezept muss man nicht alles sofort essen, sondern kann den Rest gut im Kühlschrank aufbewahren und am nächsten Tag zur Brotzeit essen, da es fast wie ein Sandwich ist.

 

 

Neu ausprobiert haben wir die Blechkartoffeln mit Erbsengemüse. Dazu hat mein Mann Wurststreifen gebraten. Das Gericht machen wir sicher wieder mal. Es ist relativ einfach und geht auch einigermaßen schnell, sofern man mehlige Kartoffeln nimmt.

 

Ich liebe ja den Bienenstichkuchen, den meine Mutter früher immer zu Geburtstagen gebacken hat. Das ist ein altes DDR-Rezept. Man kann es mit Mürb- oder Hefeteig machen. Ich habe dieses Mal Hefeteig genommen. Das Topping besteht aus einer erhitzten Mischung von Zucker, Honig und Kokosraspeln, dazwischen kommen Preiselbeeren, damit es nicht zu süß ist. Da ich leider nicht mehr genug Kokosraspeln hatte, habe ich kurzerhand noch gemahlene Mandeln reingerührt. Sah zwar etwas dunkler aus als mit Kokos, hat aber genauso gut geschmeckt.

 

Heute gab’s dann Brokkoliauflauf mit Rinderhack und Fetakäse. Diese Art Auflauf kann man eigentlich mit fast allem Gemüse machen. Mir war mal wieder nach Brokkoli. Zum Kaffee hatte ich Selterskuchen mit Johannisbeeren (selbst gepflückt aus dem Garten meiner Schwiegereltern) und Kakaonips gebacken. Der war so gut, dass ich nicht mal mit dem Fotografieren hinterher kam.

An der heißen Strippe

Am Donnerstag war Hotline-Tag. Ich verbrachte an diesem Tag viel Zeit mit Hotline-Telefongesprächen oder hing in -Warteschlangen.

Hotlines können, sofern sie gut organisiert sind, absolut hilfreich und in manchen Fällen sogar lebensrettend sein. Beruflich muss ich öfters bei diversen Hotline anrufen, meist geht es um technischen Support für irgendwelche Geräte oder für die Software, mit der ich arbeite. Meistens rufe ich an, wenn ich etwas nicht weiß, oder etwas nicht so funktioniert, wie es sollte. Für das CAD-Programm mit dem ich arbeite, müsste mein Chef eigentlich Rabatt bekommen, dafür, dass ich so viele Programmierfehler finde. Nebenbei lernt man da viele interessante Leute kennen und seit Corona, drehen sich die Gespräche nicht mehr nur um die Software, sondern um Allgemeines, die Arbeit im Homeoffice oder darum, wie jeder mit der Situation klarkommt. Manche Leute haben echt ein Bedürfnis, mal mit jemandem über etwas anderes zu reden. Bei manchen hört man die Kinder im Hintergrund quieken. Die Leute sind wahrscheinlich froh, wenn sie irgendwann wieder in ihre Büros zu ihren Kollegen zurückkehren können.

Nervig wird es, wenn man zunächst ewig in einer Warteschlange festgehalten wird. Bei einigen Firmen meldet sich dann zumindest jemand, der das Problem notiert, und man wird wenig später zurückgerufen. Auch das hatte ich am Donnerstag. Helfen konnte mir der Mann damit zwar nicht, aber es war okay.

Richtig doof war es, als ich dann nach Feierabend die Pakethotline von DHL anrufen musste, weil mein Paket laut Sendungsverfolgung in der Packstation lag, sich aber mit dem Strichcode auf der Benachrichtigungskarte nicht aus der Packstation abholen ließ. Die behauptete stur, dass ihr die Nummer unbekannt sei. Zuerst musste ich mindestens drei mal die Sendungsnummer laut aufsagen, bis mich der Computer verstanden hat und mich zu einem Mitarbeiter weitergeleitet hat. Dann hing ich eine geschlagene Viertelstunde in der Warteschlange, bis sich jemand meines Problems annahm. Der Mensch konnte mir dann sogar helfen und hat mir eine neue Nummer durchgesagt, die ich in die Packstation eingeben musste. Das hat zwar alles geklappt, aber die Zeit, die ich dabei am Telefon vergeudet habe, hätte ich gern anders genutzt.