Hörbücher im Stream

Seit ein paar Tagen rumort es unter Deutschlands Hörbuchhörern, die bisher Streamingdienste wie Apple Music oder Spotify zum konsumieren von Hörbüchern genutzt haben. Denn Apple Music und offensichtlich auch Spotify nehmen nach und nach die Hörbücher aus dem Angebot. Apple verschiebt die Hörbücher still und heimlich auf die Bücher App. Und bei Spotify nehmen immer mehr Verlage ihre Hörbücher von sich aus aus dem Angebot.

Darüber kann man meckern, sollte es aber nicht. Denn bei Streamingdiensten verdienen Künstler und Verleger so gut wie nichts, genauso wenig wie Musiker oder Produzenten. Die einzigen Gewinner sind die Dienste selbst. Die verdienen dabei nicht unbedingt an den monatlichen Beiträgen ihrer Nutzer, sondern vor allem an den Daten ihrer Nutzer. Die lassen sich gut analysieren oder meistbietend verkaufen.

Aus diesem Grund lehne ich Streamingdienste grundsätzlich ab. Klar ist es bequem jederzeit auf alle Songs und Hörbücher zugreifen zu können. Doch wenn man sich überlegt, wie wenig man da im Monat zahlt und wie viel man konsumiert bzw. konsumieren könnte, das hängt von jedem selbst ab, dann wird schnell klar, das dies nicht funktionieren kann. Jeder möchte für seine Arbeit angemessen bezahlt werden, dass gilt auch für Autoren und Musiker.

Einige Nutzer sind so außer sich, dass sie nun ankündigen keine Hörbücher mehr zu hören, wenn das so weitergeht. Ich frage mich, was soll diese »Geiz ist geil«-Mentalität, wenn es um Kunst geht. Bei anderen Dingen wie dem neuesten iPhone oder dem Bier in der Kneipe sparen die Leute auch nicht. Warum kauft man sich das Hörbuch oder die Musik nicht einfach als mp3 oder als CD? Oder wenn man wirklich kein Geld hat, leiht es sich in Bibliotheken aus?

Ich finde es gut, dass Verlage inzwischen erkannt haben, das sich Streaming nicht rechnet. Jedenfalls nicht für die Autoren. Das einzige was man an der Situation beklagen könnte ist, dass die Apple-Mitarbeiter im Support offensichtlich nicht darüber informiert wurden und sich zusammen mit den Nutzern über die verschwundenen Hörbücher wundern.

Heute schon die DVDs gelüftet?

Was es nicht alles gibt. Das CDs und DVDs auch nur eine begrenzte Lebenszeit haben, davon können Bibliotheken und Archivare ein Lied singen. Sogenannte »Disc-Fäule« vernichtete bereits so manchen Datenträger.

Das, was mein Mann am Wochenende entdeckt hat, ist ähnlich gelagert, wenn auch zum Glück mit etwas Aufwand wieder zu beheben. Er wollte sich seit langem mal wieder eine »Stargate SG1«-Folge ansehen. Doch als er die DVD aus den Silberboxen holte und sie einlegte, weigerte sich der DVD-Player sie zu erkennen und abzuspielen. Beim näheren Hinschauen und beim Anfassen bemerkte er, dass auf der Disk eine matte klebrige Schicht war. Und nicht nur auf dieser DVD, sondern auf fast allen DVDs in der Box bis auf die DVDs mit der Nummer 5 und 6. Eine Prüfung der restlichen Staffeln ergab, dass dieses Problem bei den Staffeln 1-7 in gleichem Maß auftritt, bei Staffel 8-10 allerdings nicht. Es sind also nur DVDs betroffen, die zwischen 2003 und 2004 hergestellt wurden und die ganz unten in der Box liegen.

Heute Nachmittag habe ich mir das Dilemma mal angesehen. Es ist wirklich eklig. Die DVDs fassen sich an, als seien sie mit Honig bestrichen. Meine Recherche im Internet ergab, dass dies ein Problem der Silberboxen ist. Sprich, offensichtlich erging es nicht nur uns so. Schuld ist der Weichmacher im Kleber, mit dem die Boxen zusammen gehalten werden. Der lagert sich über die Zeit auf den DVDs ab. Da hilft nur regelmäßiges Lüften.

Das Gute ist, der Kleber ist wasserlöslich und lässt sich mit lauwarmem Wasser, etwas Spülmittel und einem weichen Tuch relativ gut von der DVD entfernen. Das etwas aufwendige Prozedere habe ich gestern gleich mal ausprobiert. Es funktioniert, die DVDs lassen sich im Anschluss wieder abspielen. Zum Glück. Es hätte uns echt leid getan, wenn wir die schönen Boxen hätten wegwerfen müssen. Die waren mit ca. 80 Euro nämlich nicht billig.

Nun wissen wir, wir müssen die »Stargate SG1«-DVDs regelmäßig lüften, damit das nicht wieder passiert. Unglaublich!

Ein Ereignis, welches unser Leben veränderte

Januar 1999

Am 11. September 2001 arbeitete ich bereits den sechsten Monat in meinem ersten Job nach dem Studium. Es war zwar nur ein Praktikum, aber ich hatte wenige Tage zuvor meinen Arbeitsvertrag für eine Festanstellung ab Oktober unterschrieben. Es war ein normaler Arbeitstag in einem großen Postproduktionshaus in München. Das hieß, hier mal eine MAZ tauschen, dort einen Bildschirm kalibrieren, oder da ein paar neue Anschlussleitungen crimpen. Als ich von einem der Aufträge zurück in die Messtechnik kam, lief beim Kollegen ein Video auf dem Bildschirm mit einem rauchenden Turm des World-Trade-Centers in New York City.

Weil ich wusste, dass der Kollege immer wieder Videos aus dem Internet fischte und an alle aus dem Team verteilte, scherzte ich mit ihm, aus welchem Katastrophenfilm er denn diesmal das Video geschnitten hatte. Er sagte schlicht: »Kein Katastrophenfilm!« und deutete auf das Senderlogo von CNN, das in der Ecke des Videostreams eingeblendet war. Just in dem Moment krachte die zweite Maschine in den Südturm des World-Trade-Centers. Wir waren wie eingefroren, starrten ungläubig auf das Bild. Ich sagte zu ihm: »Du veräppelst mich doch!«

Er rief ein paar Newsseiten im Internet auf und zeigte sie mir. Auf allen waren die Bilder der brennenden Twintower zu sehen. Das bewegte mich sehr. War ich doch erst zwei Jahre zuvor dort gewesen, hatte an einem kalten Januartag vor den bodentiefen Fenstern des Aussichtsdecks des Südturms gestanden und nach unten geblickt. Ein Anblick, den ich nie wieder vergessen würde.

»Ich glaube, wir sollten das denen da oben sagen«, meinte mein Kollege und deutete mit dem Finger nach oben.

Über uns war die Abteilung für Commercials, die Jungs dort produzierten Werbespots und arbeiteten in ihren Räumen relativ abgeschottet. Ich rannte die Treppe rauf und quatschte jeden an, dem ich begegnete. Ein weiterer Praktikant aus der Messtechnik arbeitete ganz hinten in einem Büro und schrieb dort an seiner Diplomarbeit. Ich rannte fast die Tür zu seinem Büro ein und rief: »Du musst unbedingt kommen, es sind zwei Flugzeuge ins World Trade Center von New York gekracht.«

Er runzelte die Stirn. »Haben sich da zwei Ultraleichtflieger verflogen?«

Ich schüttelte mit dem Kopf: »Nein, Passagiermaschinen.« Das diese vollbesetzt gewesen waren, wurde mir erst viel später klar. Es verstörte mich damals zutiefst, dass jemand bewusst unschuldige Menschen mit in den Tod gerissen hatte.

Er sprang auf und wir liefen durch den Flur. Vorn im Showroom neben der Teeküche, hatte bereits jemand den Monitor angemacht und ein Fernsehsignal draufgelegt. Davor hatte sich schon eine Traube von Leuten versammelt, die auf die Bilder aus New York starrten.

Wir gingen die Treppe runter in die Messtechnik, wo nun auch die anderen Kollegen ungläubig auf diverse Monitore blickten.

An dem Tag hat von uns keiner mehr gearbeitet. Alle standen nur rum, sahen sich die Nachrichten an und diskutierten. Wir sahen Bilder aus dem zerstörten Pentagon, sahen erst den einen Turm des World-Trade-Centers fallen, dann den zweiten. Es wurde wild spekuliert und manch einer versuchte Freunde oder Bekannte zu erreichen, die gerade in NYC waren.

Ich radelte nach der Arbeit schnell nach Hause, um ja nichts zu verpassen und verbrachte die halbe Nacht vor dem Fernseher. Die nächsten Tagen waren wir alle wie betäubt. So richtig begreifen konnte das keiner von uns. Es war so surreal.

Oktober 1998

Die Realität holte uns sehr schnell ein. Die Aufträge für Werbung gingen in den darauffolgenden Wochen massiv zurück. Bald hatten die Jungs im oberen Stockwerk nichts mehr zu tun. Das Geschäftsklima verschlechterte sich zusehends. Und vor Weihnachten teilte mir mein Abteilungsleiter mit, dass ich ab Ende Januar ohne Job sein würde. Angesichts der schlechten Auftragslage wurde allen, die in den letzten Monaten einen neuen Vertrag bekommen hatten, betriebsbedingt gekündigt. Ich konnte zwar noch aushandeln, dass ich zumindest noch bis Ende März bleiben konnte, damit ich wenigstens Anspruch auf Arbeitslosengeld hatte, da ich erst im April angefangen hatte. Aber meine Karriere in der Medienbranche war vorbei, noch bevor sie richtig begonnen hatte.

Die Anschläge in New York haben viele Opfer gefordert. Ich wage zu sagen, dass sie viel mehr Menschenleben auf der Welt negativ verändert oder beeinflusst haben, als uns bewusst ist. Ich denke da an die Kriege in Afghanistan oder im Irak, aber auch an die Medienhäuser, die damals in Deutschland von der Krise in die Knie gezwungen wurden. Ich erinnere mich an die vielen Mitarbeiter von Medienunternehmen, die 2002 mit mir auf dem Münchner Arbeitsamt warteten und versuchten einen Job in der Branche zu bekommen. Damals fühlte auch ich mich ein bisschen als Opfer des 11. September. Wären die Anschläge nicht passiert, wer weiß, ob ich nicht heute noch dort arbeiten würde.

Gegrillte Schnecke

Am Freitag riefen mich meine Eltern ganz aufgeregt an. Sie waren in unserem Wochenendhaus auf dem Berg und der Strom war mal wieder ausgefallen. Und dass, obwohl wir im vergangenen Jahr die fünfzig Jahre alte Zuleitung haben tauschen lassen. In die hatte ein Blitz eingeschlagen und sie endgültig erledigt. 100 Meter aufgraben und neues Kabel verlegen lassen, hatte viel Geld und Nerven gekostet. Nun war der Strom schon wieder weg.

Der Elektriker stand am Freitagabend schon unter der Dusche, versprach aber am Samstagvormittag vorbeizukommen und nachzusehen. Ich dachte mir gleich, dass es eigentlich nur am Stromanschlusskasten liegen kann. Ich meine, der steht mitten in der Natur. Vielleicht war Wasser eingedrungen und hatte einen Kurzschluss ausgelöst. Oder eine Maus wollte sich den Stromanschlusskasten als neues Zuhause einrichten und war zwischen die Phasen geraten. Das hab ich alles schon erlebt.

Nur soviel: Eine Maus war es nicht, sondern eine Schnecke. Die war dann auch gut durchgegrillt bei 230 V. Jedenfalls haben wir in unserem Bungalow wieder Strom, der Kühlschrank und die Wasserpumpe laufen wieder bis zur nächsten Aufregung.

Beitrag zum 60 Jahre PERRY RHODAN Tribut_Teil 2

Ich kann nicht kurz. Wenn ich schreibe, werden die Texte immer länger. Das war schon in der Schule so. Da habe ich meine Lehrer immer mit Seitenlangen Aufsätzen gefoltert. Die hatten jedes Mal Angst, dass ich in der Unterrichtsstunde nicht fertig werde. Ich habe es aber immer geschafft.

Jedenfalls beiße ich mir beim Schreiben von Kurzgeschichten immer die Zähne aus. Ich möchte meine Figuren gern ausführlich charakterisieren und das geht bei Kurzgeschichten schlecht. Da geht es mehr darum, eine Idee zu verkaufen, als um die Personen. Deshalb schreibe ich lieber Romane.

Langer Rede kurzer Sinn, anlässlich des 60. Geburtstags der PERRY RHODAN-Serie wollte ich mich natürlich nicht lumpen lassen und beim Tribut-Projekt von Alexander Kaiser auch eine Kurzgeschichte beisteuern. Auf meiner Festplatte schlummerte noch ein Textfragment meiner zweiten FanEdition. Es waren die drei Normseiten, mit denen ich mich beim Exposé-Wettbewerb beworben hatte. Der Anfang des geplanten Romanes quasi. Weil ich damals aber letztendlich das ganze Konzept komplett umgearbeitet habe, war der Text obsolet geworden und ruhte nun seit 2015 auf meinem Computer. Ich fand ihn aber so gut, dass ich ihn nicht wegwerfen wollte.

Für das Tribut-Projekt holte ich ihn also wieder hervor und überlegte mir, wie ich daraus eine abgeschlossene Geschichte machen konnte. Schnell war mir klar, dass ich unbedingt etwas zu NEO schreiben wollte, weil das bei den bereits vorhandenen Geschichten noch nicht thematisiert wurde. Zwei Stunden Grübeln in der Nacht und ich hatte letztendlich die zündende Idee.

Vergangene Woche setzte ich mich also hin und schrieb die Geschichte fertig. Aus drei Normseiten wurden vierzehn. Wie schon gesagt, ich kann nicht kurz. Diese Woche habe ich sie ruhen lassen und am Freitag nochmal gründlich überarbeitet und endlich auch einen passenden Titel gefunden. Auch das ist ein Novum. Normalerweise lege ich den Titel einer Geschichte schon fest, bevor ich den ersten Satz schreibe. Das ist so eine Macke von mir.

Am Freitag habe ich den Text dann eingereicht. Jetzt kann man die Geschichte im gemeinsamen Blog von PROC und PRFZ lesen.

Nun wünsche ich viel Spaß mit »Xenia«.

Eine Woche Ferenginar

Quelle: t-online.de

Seit einer Woche regnet es jetzt bei uns schon. Am vergangenen Sonntag ging es los und es hat tatsächlich diese Woche so gut wie jeden Tag mindestens einmal geregnet, meistens sogar mehrmals am Tag. Man kommt sich vor wie auf Ferenginar, der Heimatwelt der Ferengi, da soll es ja auch ständig regnen. Angeblich gibt es 178 Ferengiausdrücke für atmosphärische Niederschläge, also mehr Begriffe als die Inuit für Schnee haben.

Für einen August ist das Wetter schon ungewöhnlich. Vor allem ist es teilweise recht kühl für die Jahreszeit, bei Tags manchmal nicht mehr als zwölf Grad. Ich musste schon meine dicken Socken aus dem Schrank holen, damit ich in der Wohnung keine kalten Füße bekomme. Meine Eltern haben schon die Heizung eingeschaltet. Bei uns geht es noch, die Wände haben genug Wärme gespeichert. Besonders unangenehm finde ich aber die hohe Luftfeuchtigkeit. Das merke ich sofort an den Schleimhäuten, meine Nase ist dann zu und ich habe dauern einen Kloß im Hals.

Unternehmungen im Freien sind deshalb ebenfalls eingeschränkt möglich. Wir wären gern nochmal in den Bergen wandern gegangen, aber bei der Gefahr, dass jeder kleine Gebirgsbach zu einem reißenden Strom werden kann, ist das zu riskant. So gehen wir immer nur kurz um den Block, sobald sich mal die Sonne für ein paar Minuten blicken lässt.

Der Regen und die feuchte Luft führen noch zu einem ganz anderen Problem. Ich bekomme unsere Wäsche nicht trocken. Normalerweise hänge ich sie im Sommer auf den Westbalkon, da wird sie in der Sonne innerhalb eines Tages trocken. Im Winter hänge ich sie im Trockenraum im Keller auf. Das geht aber gerade nicht, weil der Lüfter im Keller kaputt gegangen ist. Da braucht die Wäsche erstens ewig bis sie trocken ist und zweitens riecht sie dann immer etwas modrig. Jetzt hab ich es mit dem Wäscheständer auf dem Südbalkon ausprobiert, da regnet es nicht hin. Zumindest die Geschirrtücher sind nach zwei Tagen trocken geworden. Aber die Handtücher musste ich dann doch in den Keller hängen.

Wenn man sich das Regenradar anschaut, sieht man sehr schön, wie lange das Tiefdruckgebiet an einer Stelle verharrt und nicht weiterzieht. Das ist eindeutig, dem verlangsamten Jetstream über Europa geschuldet. Ich fürchte wir werden in den nächsten Jahren immer mehr solcher ungewohnter Wetterlagen erleben. Ein Gutes hat das Wetter allerdings: Der Regenreservoirs werden nach zwei Trockenjahren endlich wieder aufgefüllt.

Tierischer PodCast

In letzter Zeit habe ich PodCasts für mich entdeckt. Immer wenn ich auf meinem Rudergerät trainiere höre ich einen PodCast. Meist einen der inzwischen vier Perryversum PodCasts. Hin und wieder aber schweife ich ab und höre den PodCast zu meiner Lieblings-Reality-Serie »Elefant, Tiger und Co« aus dem Leipziger Zoo. Da verpasse ich selten eine der TV-Sendungen am Freitagabend. Und wenn doch, schaue ich sie mir anschließend in der Mediathek an.

Jetzt gibt es die Serie auch im PodCast-Format. Hier wird meist einer der vielen Tierpfleger interviewt. Man erfährt sehr viel Neues über diese Leute. Beispielsweise wie sie zu dem Beruf gekommen sind und was ihnen daran besonders gefällt. Das sind immer interessante 45 Minuten, in denen ich andächtig zuhöre. Da kann es schon mal passieren, dass ich weiter rudere, als ich mir vorgenommen habe.

Also, wer die Sendung kennt und mag, sollte unbedingt mal beim PodCast reinhören.

Zu viel zu tun, zu wenig Zeit

Es ist wie verhext. Es gibt Zeiten, in denen man nicht wirklich etwas zustande bringt. Man nimmt sich das und das vor, aber dann funkt wieder irgendwas dazwischen und man wird davon abgebracht.

Momentan gehts mir mal wieder so. Ich wurschtle den ganzen Tag vor mich hin, auf der Arbeit und daheim, und am Ende des Tages habe ich dennoch das Gefühl, nichts fertigzubekommen zu haben. Eigentlich wollte ich heute über unsere Kartoffelernte bloggen und über das Politnavi, stattdessen kümmere ich mich um die Reklamation der SOL103 (zu wenige Exemplare gedruckt und zu spät geliefert) und schreibe Seitenweise Anträge und Widersprüche wegen unserer Wallbox oder telefoniere mit Anwälten.

Gestern hat es mich dann noch im Flur der Länge lang hingeschmissen. Ich hatte den feuchten Fleck auf den Fliesen nicht gesehen und bin mit Schwung darauf ausgerutscht. Jetzt kühle ich mein blaues Knie (zum Glück das gesunde) und hoffe, dass das angeschlagene zweite Knie keinen allzu großen Schaden genommen hat. Ich war so froh, dass es sich seit einem Jahr einigermaßen ruhig verhält. Dafür ist mein Nacken wieder so verspannt, das ich mich morgens nach dem Aufwachen kaum bewegen kann und mich ständig unterschwelliges Kopfweh plagt.

Auf meiner »to do-Liste« von heute stehen zwei Artikel, die ich noch schreiben muss und eine Kurzgeschichte. Ob ich das hinbekommen weiß ich nicht, vom Schreiben an meinem Roman ganz zu schweigen. Ich hoffe, dass ich zumindest einen Text heute noch fertigbekomme.

Dass ich zwei NEOs im Rückstand bin, ist auch noch nicht vorgekommen. Zumindest einen habe ich heute morgen schon mal angefangen. Aber eigentlich kann ich es mir momentan nicht leisten, zu lesen, weil so viel anderes ansteht. Das ist alles irgendwie deprimierend.

Das Bild von unserer diesjährigen Kartoffelernte vom Balkon, will ich dennoch niemandem vorenthalten. Drei Sorten Kartoffeln von insgesamt drei Pflanzen – kann sich sehen lassen. Mal sehen, wie sie schmecken.

Spaziergang zum Wasserfall

Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber ich habe ein Faible für Wasserfälle. Auf Madeira sind wir mal einen ganzen Tag lang alle Wasserfälle abgefahren, die wir finden konnten, und das waren eine ganze Menge. Zu einem sind wir gut zwei Stunden hingewandert, auf der schmalen Brüstung eines Levada und dann erwartete uns nur ein armseliges Getröpfel. Im Maggia-Tal im Tessin haben wir an einem einsamen Wasserfall gerastet. Die Erinnerungen daran sind heute noch präsent.

Dass es bei uns in der Gegend auch spektakuläre Wasserfälle gibt, ahnte ich bisher nicht. Am Wochenende haben wir einen gefunden. Dank Google Maps. Der Wasserfall heißt passend »Wasserwandl« und ist für hiesige Verhältnisse beeindruckend. Vom Wanderparkplatz Kohlstadt aus geht man in 50 Minuten einen mäßig steilen Forstweg hinauf. Inzwischen sind dort mehr Radfahrer unterwegs als Wanderer, was schon ein bisschen seltsam ist. Der Bach ist häufig angestaut und bietet Ausblicke auf viele kleinere Wasserfälle. Es ist keine sehr anstrengende Tour, die sogar für nicht passionierte Berggeher oder mit Kleinkindern geeignet ist.

Im Tal war es angenehm frisch. So um die 20 Grad, während außerhalb der Berge die Dreißig-Grad-Marke überschritten wurde. Wir verbrachten etwa eine Viertelstunde dort, machten ein paar Fotos und gingen dann wieder zurück zum Auto.

Hier ein paar Impressionen:

Zwei SF-Romanzen zum anschauen

Science Fiction und Romantik in einem Film, geht das überhaupt? Ja, das geht. Das haben schon so einige phantastische Filme wie »Die Frau des Zeitreisenden« oder »Passenger« bewiesen. Heute möchte ich an dieser Stelle zwei weitere Filme dieser Gattung vorstellen.

»Clara« oder »A billion Stars« erzählt die Geschichte einer jungen Künstlerin und des menschenscheuen Astronomen Isaac Bruno, der auf der Suche nach intelligentem Leben im All ist. Beide lernen sich durch Zufall kennen und Clara hilft Isaac bei seinen Forschungen. Doch die junge Frau ist krank. Hin und wieder wird sie von Visionen heimgesucht, die sie nicht versteht. Das führt nicht nur zu Konflikten zwischen den beiden ungleichen Persönlichkeiten, sondern Claras Visionen verhelfen Isaac zum Durchbruch. Dann stirbt Clara …

Mehr möchte ich vom Inhalt nicht verraten, denn der Twist am Schluss des Films ist genial und behandelt ein Thema der Science Fiction, dass in dieser Form noch nicht oft aufgegriffen wurde. Ein bisschen erinnert mich der Film an »Contact« mit Jodi Foster. Auch da ist eine Wissenschaftlerin auf der Suche nach außerirdischem Leben.

Wer mal einen Blick riskieren möchte, sehe sich den Trailer an:

Eine weitere Science-Fiction-Romanze sahen wir vorgestern Abend an. »Für immer Adaline« erzählt ebenfalls von einer jungen Frau. Die wird 1908 geboren und verunglückt 1935 bei einem Autounfall. Der Zufall will es, dass in dem Augenblick in dem sie im kalten Wasser eines Flusses stirbt, ein Blitz einschlägt und sie durch den Stromstoß wiederbelebt wird. Von dem Tag an altert Adaline nicht mehr. Sie bleibt für immer neunundzwanzig und das wird sehr bald für sie und ihre Tochter zu einem Problem. Adaline muss sich verstecken und wechselt alle zehn Jahre die Identität. Keiner außer ihrer Tochter kennt ihre wahres Ich. Sie lässt sich nicht fotografieren und geht Beziehungen aus dem Weg. Bis sie an einem Silvesterabend Ellis begegnet. Der junge Mann lässt nicht locker und lädt sie immer wieder zu Dates ein. Adaline stimmt zu, mit ihm seine Eltern zu besuchen. Doch da nimmt das Drama seinen Lauf. Ellis Vater ist Adalines verflossene Liebe. Er erkennt sie natürlich wieder …

Das einzige, was mir an dem Film nicht gefallen hat, war das Happy End. Ansonsten ist es ein großartiger Film mit hochkarätiger Besetzung. Harrison Ford sieht mal richtig alt aus, im Gegensatz zu der unverbrauchten Darstellerin der Adaline, die optisch auch im Jahr 2015 aussieht, als käme sie direkt aus den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts, ohne das sie altmodisch wirkt. Der Look ist perfekt.

Wer mal reinschauen will, hier ist der Trailer: