Machs gut, Delenn

Das hat mich heute Nachmittag sehr betroffen gemacht. Schauspielerin Mira Furlan ist im Alter von nur 65 Jahren gestorben.

Den meisten wird sie in ihrer Rolle als Minbari Delenn aus der Serie »Babylon 5« in Erinnerung sein. Ich mochte sie in dieser Rolle sehr. Mitte der Achtziger hatte ich die aus Jugoslawien stammende Schauspielerin bereits im Kino gesehen. Sie spielte in dem aufsehenerregenden »Erotik«-Streifen »Schönheit der Sünde« mit. Mein Cousin war damals Filmvorführer bei uns im Kino und lotste mich heimlich in die Vorstellung, weil der Film eigentlich erst ab 16 Jahre war, ich aber erst 14.

Später traf ich Mira Furlan auf der FedCon V wieder. Ich machte ein Foto von ihr, wie sie am Rand der Bühne lehnt und ihren Kollegen von »Babylon 5« bei deren Panel zusieht. (Das Foto wird nachgeliefert, ich muss es erst raussuchen und einscannen.)

Am Mittwoch erlag die Schauspielerin einer Infektion mit dem West-Nils-Virus. Sehr tragisch und sehr traurig, wieder ist einer der Schauspieler von »Babylon 5« verstorben. Vom Hauptcast leben nun nur noch Bruce Boxleitner (John Sheridan), Claudia Christian (Susan Ivanova), Bill Mumy (Lennier) und Peter Jurasik (Londo Mollari).

Fest statt Flüssig

Aus mehreren guten Gründen haben wir Flüssigseife aus unserem Haushalt verbannt. Da Flüssigseife zum größten Teil aus Wasser besteht, gibt man im Grunde viel Geld für nichts aus. Schlimmer sind jedoch die vielen Plastikflaschen, die da im Laufe eines Lebens zusammenkommen. Deshalb sind wir schon vor Jahren wieder auf herkömmliche Seifenstücke umgestiegen. Die kann man mit einem Magnethalter neben jedem Waschbecken aufhängen. Man spart Geld, weil Seife viel länger hält und man vermeidet Plastikmüll. Weil Seife die Hüllen von Viren sprengt, eignet sie sich optimal zur Handhygiene. Und man muss auch keine Angst haben, das man sich mit einem Bakterienverseuchten Seifenstück ansteckt. In mehreren Studien konnte nicht nachgewiesen werden, dass Bakterien über Seifenstücke übertragen wurden. Vergangenes Jahr habe ich sogar Seife selbst hergestellt, da hat man immer ein schönes Geschenk parat. Siehe Foto.

In letzter Zeit findet man in den Regalen der Drogeriemärkte weitere feste Pflegeprodukte, wie festes Duschbad oder Haar-Shampoos. Uns hat das gereizt und wir haben das ausprobiert. Zunächst war ich skeptisch, ob so ein festes Shampoo genauso wirksam ist, wie normales Shampoo aus der Flasche. Bei vielen Bio-Produkten waren meine Haare stumpf und fetteten leicht wieder nach. Das feste Shampoo funktioniert ganz ordentlich. Es schäumt sogar und meine Haare sind wie immer. Ich würde fast sagen, dass sie sich besser anfühlen, weil sie nicht durch Silikone beschwert werden. Ich habe beschlossen, dass ich jetzt dauerhaft auf festes Shampoo umstellen werde.

Was es schon vor zwanzig Jahren gab, kommt jetzt wieder – der feste Deo-Stick. Früher habe ich die immer gern genutzt. Irgendwann verschwanden sie vom Markt und heute kann man sie wieder kaufen. Mit dem Unterschied, das es sie jetzt auch in plastikfreier Verpackung gibt. Mein Mann hat mir einen zu Weihnachten geschenkt. Ich war zwischendurch auf Deo-Roller aus Glas umgestiegen. Aber Deo-Sticks in Pappverpackung sind natürlich noch besser. Leider gibt es die noch nicht überall in den Drogeriemärkten. Dort gibt es zwar festes Deo in Ökoqualität, meist aber in kleinen Döschen, deren Anwendung eher suboptimal ist. Bis man das mit dem Finger aus dem Becher gekratzt und aufgetragen hat, hat man mehr daneben verschmiert.

Pimp up your photobook

Das ich gern Fotobücher layoute, habe ich hier schon mehrfach angedeutet. In den Tagen vor und nach den Feiertagen beschäftigte ich mich mit unseren Urlauben 2018 und 2019. Da wir während unserer Algarve-Reise 2018 so viele Fotos gemacht hatten, bin ich bei dem Buch immer noch dabei. Zumindest ist aber das Fotobuch über unseren Ostseeurlaub 2019 fertiggeworden. Gestern durfte ich das gute Stück im Drogeriemarkt abholen.

Für dieses Fotobuch habe ich wieder einen besonderen Umschlag vorgesehen. Wie schon zum Fotobuch über Lanzarote ließ ich kein Titelbild drucken, sondern nur einen Rahmen in Metallic-Veredelung. Das lässt Fotobücher übrigens sehr professionell wirken. In den Rahmen klebte ich dann eine 3D-Postkarte, die ich im Urlaub gekauft hatte. Das ist quasi das I-Tüpfelchen auf dem Buch.

Wenn die Postkarten nicht allzu dick sind, kann man sie auch innen einkleben. Einfach einen schönen Hintergrund nehmen, ihn transparent machen und das 3D-Bild darüber kleben. Man kann statt des Hintergrunds auch einen Rahmen auswählen.

Immer wenn wir irgendwo im Urlaub sind, schaue ich, ob ich 3D-Postkarten von der Urlaubsregion bekomme. Auf den Kanaren ist das Angebot sehr groß, auch an der Ostsee und hier in Oberbayern findet man die Karten in den Souvenirs-Shops. In Portugal habe ich trotz intensiver Suche nichts bekommen, da werde ich den Umschlag zum Algarve Fotobuch klassisch mit Fotos gestalten.

Also, wer ein besonderes Fotobuch haben will, der kann es mit 3D-Postkarten »pimpen« wie man so schön sagt.

Wie ich beinahe zum Fechten gekommen wäre

Quelle: Splitter-Verlag.de

Dieser Tage las ich einen Comic in dem es ums Fechten ging. Drei junge Frauen, allesamt Opfer sexueller Gewalt, nehmen an einem Kurs für therapeutisches Fechten teil. Comicautor und Zeichner Quentin Zuttion schildert in einfachen aber eindringlichen Bildern die Geschichten vom Lucie, Tamara und Nicole. Drei Frauen, die während des Trainings zueinander und zu sich selbst finden. Eine schöne Geschichte, die berührt und bei der man ein bisschen was übers Fechten erfährt.

Der Comic hat mich daran erinnert, wie ich als Kind fast zum Fechten gekommen wäre. Meine Mutter wird schmunzeln, wenn sie das hier liest. Denn es war das erste und einzige Mal, dass sie mir etwas ausgeredet hat, mit Folgen.

Ich war zehn oder elf, als wir im Sportunterricht gemustert wurden. Sport hatte in der DDR einen großen Stellenwert und man war immer auf der Suche nach neuen Talenten. So bekam jeder von uns am Ende dieser Stunde einen Schein, auf dem stand, bei welchem Sportverein man sich melden sollte. Ich wollte eigentlich zum Turnen, hatte zu der Zeit aber einen Wachstumsschub gemacht und war zu groß geworden. So brachte ich ein Schreiben mit nach Hause, auf dem stand, dass ich im Fechtverein an einem Schnuppertraining teilnehmen sollte. Meine Mutter war nicht begeistert. Zwar waren die Fechter aus dem Kreis national und international ziemlich erfolgreich, sie sah aber ihre zehnjährige Tochter wohl nicht unbedingt mit Degen und Florett.

Wir gingen hin und ich sah mir das an. So richtig kann ich mich an die Stunde nicht mehr erinnern. Ich weiß nur, dass mir meine Mutter das Ganze ausredete. Wahrscheinlich wäre ich auch so nicht hingegangen, denn dann hätte ich alleine mit dem Bus ans andere Ende der Stadt fahren müssen. Das hätte ich mir nicht getraut. So wurde aus mir keine erfolgreiche Fechterin. Ein Umstand, den ich meiner Mutter in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder unter die Nase rieb.

Erst während meines Studiums nahm ich die Sache selbst in die Hand. Die Universität, an der ich studierte, hatte ein unglaublich großes Sportangebot. Im Grundstudium war die Teilnahme an mindestens zwei Angeboten mit eineinhalb Stunden pro Woche Pflicht. Ich erfüllte mir den Wunsch und ging zum Fechten. Das Fechten selbst machte unheimlich Spaß, auch wenn das Anlegen der Schutzkleidung recht anstrengend war. Wahrscheinlich wäre ich auch dabei geblieben, wenn man zum Aufwärmen nicht immer erst eine Stunde Volleyball hätten spielen müssen. Ich hasse Volleyball, weil ich danach stets aufgeschlagenen Handgelenke habe und als Brillenträger sowieso gehandicapt bin.

Nach nur einem Semester schmiss ich hin und ging lieber zum Schwimmen. Was ich dann wenigstens anständig lernte und wobei ich bis zum Ende meines Studiums blieb. Faszinierend finde ich Fechten aber immer noch.

Die Avengers jagen Fantomas

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 242 – »Sturm über Olymp« von Lucy Guth

Die Familie Rhodan trifft sich auf Olymp. Kaiser Anson Argyris, hinter dem Rhodans Tochter Nathalie steckt, ist besorgt. Irgendetwas geht auf Olymp vor, hinter dem wahrscheinlich Iratio Hondro steckt. Doch die von Rhodan und seinen Söhnen initiierte Suche nach dem allmächtigen Plophoser ist nicht erfolgreich. Als sie ihn endlich entdecken, hat er bereits einen Teil der Stadt in Schutt und Asche gelegt.
Hondro sucht zwingend eine Reisemöglichkeit ins Sol-System, weil er NATHAN übernehmen möchte. Doch die Transmitterstraße und der Flugverkehr werden von der Terranischen Union lückenlos überwacht. Da erfährt er, dass es in Trade City auf Olymp eine geheime Basis der MdI gibt. In Aussicht auf ein Schaltschiff oder ein anderes Transportmittel mit Tarnschirm, engagiert er eine Handvoll Banditen, die mit ihm die Basis überfallen und dem Erdboden gleich machen. Er versucht sogar Faktor II – Proht Meyhet – unter seine Kontrolle zu bringen, doch ein in der Basis stationierter Baphomet macht Hondro einen Strich durch die Rechnung.
Es kommt zum Showdown in den Straßen von Trade City bei dem Rhodan und sein Team aus Mutanten und GHOST-Mitarbeitern den Plophoser zu stellen versuchen und gleichzeitig den Baphometen ausschalten müssen. Doch Iratio Hondro wäre nicht er, wenn er nicht erneut entkommen könnte und ein weiteres Ass aus dem Ärmel schüttelt – Jessica Tekener.

Ich finde das nicht mehr lustig. Schon wieder entkommt Hondro und lässt Rhodan, dessen Söhne, die Mutanten und sogar den Kaiser Anson Argyris wie Deppen zurück. Als Kind mochte ich die »Fantomas«-Filme, weil der Superschurke immer wieder den dummen Polizisten entkam, heute fühle ich mich bei den NEO-Romanen eher negativ daran erinnert. Manchmal möchte man Perry Rhodan und seinen Mannen helfen. Zum Beispiel wenn sie daneben stehen und zusehen, wie Hondro versucht den MdI zu übernehmen, ohne einzugreifen. Dabei würde es reichen, Faktor II zu paralysieren. Andererseits hält man das einzige Wesen, das Hondro Paroli bieten kann, den Baphometen, davon ab, dass es Kleinholz aus dem Plophoser macht. Sehr schlau stellen sich die Terraner auch bei der Fahndung nach Hondro nicht an. Da schüttelt nicht nur Ronald Tekener mit dem Kopf, sondern auch ich als Leser.

Dieses ganze Szenario auf Olymp erinnert mich sehr stark an die »Avengers« Filme, die ich über die Feiertage gesehen habe. Da wird zerstört, gekämpft und brutalst getötet. Ist das noch Perry Rhodan oder schon der Abklatsch einer Marvel-Verfilmungen? Allein mit der Figur des Howard Snipes konnte mich die Autorin überzeugen. Doch auch hier ist eigentlich schon im Vorfeld klar, dass er ein typisches »Redshirt« ist, das den Roman nicht überleben wird.

Ebenfalls positiv überrascht mich die Anwesenheit der MdI. Das ist eigentlich nur logisch. Und das Faktor II – Proht Meyhet – nun als Botschafter Andromedas verzweifelt versucht, in Zusammenarbeit mit Abteilung III des TU-Geheimdienstes die Halatiumforschung voranzutreiben, ist irgendwie ebenfalls schlüssig. Warum sollten die MdI nicht gleichsam Probleme mit ihren Zellaktivatoren haben. Dass er dabei den Terranern und dem Kaiser von Olymp die eine oder andere Kleinigkeit verschweigt, macht ihn sogar sympathisch.

Jessica Tekener finde ich in diesem Roman weniger glaubhaft. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber die Figur löst bei mir ambivalente Gefühle auf. Die enge Beziehung zu ihrem Bruder kann man gut verstehen, aber was Thomas Rhodan da Zoltral an ihr findet, kann ich echt nicht nachvollziehen. Apropos Rhodans Sohn. Kann mir irgendeiner erklären, warum man seinen Namen immer ausschreiben muss? Ich meine, man weiß ja wie er vollständig heißt. Es würde meiner Meinung nach völlig reichen, wenn man den Namen einmal vollständig im Roman erwähnt. Ich will ihn aber nicht in gefühlt jedem dritten Satz lesen.

Eines muss ich an dieser Stelle würdigen. Nämlich, dass Lucy Guth mit Band 241 und 242 zwei NEO-Romane hintereinander geschrieben hat. Das hat bisher nur ein einziger Autor bei NEO vollbracht und zwar Überallzugleichschreiber Kai Hirdt. Das ist eine großartige Leistung, zumal die Autorin das qualitativ sehr gut umgesetzt hat. Für den Inhalt der Exposé kann sie ja nichts.

Allgemein möchte ich zu der aktuellen Entwicklung bei NEO sagen, dass die Romane zwar stellenweise spannend geschrieben sind. Dadurch aber, dass alles, was Rhodan versucht, um Hondro aufzuhalten, misslingt, bleibt ein fader Beigeschmack, der bei mir irgendwo zwischen Resignation und Unglauben rangiert. Hatten die frühen Romane der Erstauflage das Problem, dass den Terranern im Grunde alles gelang, dass jeder ihrer Pläne ohne Probleme funktionierte. So passiert bei NEO genau das Gegenteil. Klar, Helden müssen auch mal scheitern, aber wenn sie das zu oft tun, macht es den Lesern irgendwann keinen Spaß mehr. Und wenn dann auch noch so effekthaschend auf Action gesetzt wird, anstatt auf Glaubwürdigkeit, fällt es mir schwer, Gefallen an der Geschichte zu finden. Ich glaube, dass es mir nicht allein so geht. Hoffen wir, dass es nicht die ganze Staffel so weitergeht. Wahrscheinlich wird aber genau das passieren. Denn mit Jessica Tekener hat Hondro nun eine Marionette direkt unter den Terranern.

Wer Action wie in den »Avenger«-Filmen mag und wer kein Problem damit hat, dass Perry Rhodans Gegner nicht nur sadistisch, sondern auch all- und übermächtig ist, der wird an »Sturm über Olymp« Gefallen finden. Wer eher die leisen, intellektuellen Töne bevorzugt, wird sich mit dem Roman schwer tun.

Nachmeldungen zur SOL 100

Das hatte ich beinahe vergessen, möchte es aber an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen. Es gibt weitere Stimmen zur SOL 100 und das gleich mehrfach und in unterschiedlichen Medien.

In seinem Blog »Ansichten zu PERRY RHODAN« bespricht Uwe Bätz ausführlich das Jubiläumsheft und ist begeistert. Das freut mich natürlich sehr. Vielen Dank an Uwe für die lobenden Worte. Hoffentlich sieht man sich in diesem Jahr mal wieder auf einem Con.

Und noch eine Rückmeldung gibt es zur SOL, dieses Mal als Video. Jennifer Denter von »Letters & Life« stellt in ihrem Video-Blog die SOL 99 und die SOL 100 vor. Auch sie scheint begeistert, vor allem vom Cover. Dazu gibt es hier demnächst mehr. Ich habe nämlich für den Newsletter der PRFZ einen kleinen Artikel dazu geschrieben, wie das Titelbild entstanden ist.

Doch hier kommt erstmal das Video von Jennifer. Los gehts ab Minute 8:40.

Silvesterboykott

Paris 2016-17

Ich war nie die große Partygängerin. Silvester fand für mich meist daheim auf der Couch statt. Ich erinnere mich, in München mal auf zwei oder drei Silvesterpartys gewesen zu sein, aber in den letzten Jahren, fand ich Silvester eher doof.

Man hockt da, wartet bis es Mitternacht ist, frißt unnötig irgendwelche Snacks in sich rein, die einen erstens nicht bekommen und zweitens auf den Hüften landen und freut sich, wenn man endlich ins Bett gehen kann. Das Fernsehprogramm ist noch grauenhafter als sonst. Auf Pro7 läuft die hundertste Wiederholung von »Schuh des Manitu«. ARD und ZDF strahlen irgendwelche Schlagerpartys aus, in denen Leute frierend vorm Brandenburger Tor stehen, anstatt gemütlich daheim im Warmen zu sitzen.

Ich habe Silvester in NYC erlebt, frierend bei Minus fünfzehn Grad im Central Park, weil man schon am Nachmittag am Times Square nicht mehr aus der U-Bahn kam vor Menschen. Es war kalt, das Feuerwerk war unspektakulär und der Weg zurück nach Queens fand in vollgestopften Zügen statt. Ich bin anschließend erstmal in die Badewanne, damit mir wieder warm geworden ist.

2016/2017 waren wir Silvester in Paris. Was haben wir gemacht: Wir haben im Hotelzimmer bist kurz vor Mitternacht gewartet, standen dann am Les Colonnes de la Barrière du Trône in der Kälte – um uns rollte der Verkehr – und wir haben mit alkoholfreiem Sekt angestoßen.

Nein, ich kann nicht sagen, dass ich ein großer Fan von Silvester bin. Ich bleibe eigentlich nur auf, um das Feuerwerk zu sehen. Da das in diesem Jahr ausfällt – hin und wieder hört man es draußen trotzdem knallen – habe ich beschlossen, diesen Abend so wie jeden Abend zu verbringen. Mein Mann und ich werden uns eine Pizza teilen, wir werden einen Film gucken und zwischen zehn und elf Uhr ins Bett gehen. Das Telefon schalten wir aus, falls wer anruft.

Das Jahr 2020 war anders, da kann man Silvester auch mal ausfallen lassen. Zu feiern gibt es ohnehin wenig bis nichts. Selbst wenn 2021 die Pandemie eingedämmt werden kann, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen werden uns noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte beschäftigen. Denn die richtig harte Welle, nämlich die Pleitewelle steht uns noch bevor. Die nachfolgenden Generationen, die das ausbaden und bezahlen müssen, werden uns später mal Vorwürfe machen, wie wir es soweit haben kommen lassen. Da mögen sich unsere unfähigen Politiker noch so stolz auf die Brust klopfen. Das dicke Ende kommt erst noch.

In dem Sinne ein Happy New Year, vielleicht wird es nicht ganz so »unhappy« wie 2020.

Novembergrau

Dieser November macht seinem Namen alle Ehre, zumindest bei uns im Ort. Fast täglich hängt eine dichte Nebeldecke über dem See, die sich nur selten und wenn dann nur gegen Mittag auflöst. Es ist alles trist und grau und schmuddelig. Nur Regen gab es seit ein paar Wochen nicht, gerade jetzt, wo die Bäume den dringend bräuchten. Geschneit hat es demzufolge auch noch nicht, obwohl es frühmorgens schon ein paar mal gefroren war.

Gestern war wieder alles trüb. Zwar versuchte die Sonne gegen Mittag sich durch den Nebel zu kämpfen. Es gelang ihr aber nicht. Nach dem Kaffee sind wir dann nochmal mit dem Auto in Richtung Chiemsee gefahren. Aus Waging raus, den Berg hoch schrumpfte die Sicht im Nebel auf unter fünfzig Meter. Hinter Traunstein lockerte es dann so plötzlich auf, als führe man aus einer Wand hinaus ins Freie. Der Himmel war klar, der Mond schien, die Sonne ging gerade hinter den schneebedeckten Gipfeln der Alpen unter. Nur im Tal zogen unterschiedliche dichte Nebelschichten dahin. Das sah von der A8 so toll aus, dass ich das unbedingt fotografieren musste. Die Bilder geben den Eindruck leider nicht ganz so gut wieder.

Als wir dann runter zum Chiemsee kamen, sahen wir die Nebelfront schon auf uns zukommen. Es war, als wäre man kurzzeitig im Inneren eines Wirbelsturms, im Auge des Hurrikans sozusagen. Auf der Rückfahrt eine Stunde später waren die Berge dann komplett verschwunden nur der Mond direkt über uns deutet an, dass wir uns oberhalb des Nebels befanden. Zurück in Waging war dann wieder alles dicht. So dicht, dass man die Lichtkegel der Straßenlampen sehen konnte.

Warum wir an diesem Nachmittag unterwegs waren, davon werde ich hoffentlich in zirka zwei Wochen erzählen können.

Altersspießigkeit

Entweder liegt es an den Corona-Beschränkungen oder ich werde alt. Denn ich verspüre zunehmend seltsame Anwandlungen. Vorletztes Wochenende beispielsweise … Dazu muss ich jedoch etwas weiter ausholen.

Rund um unser Haus gibt es eine Rasenfläche, die im Sommer von der Hausverwaltung gemäht wird. Sie grenzt an den Parkplatz der Gemeinde. Dort stehen mehrere Ahornbäume, die in diesem Herbst wieder viel buntes Laub haben fallen lassen. Das Laub vom Parkplatz hat die Gemeinde am Freitag vor Allerheiligen räumen lassen. Da wurde ich morgens kurz vor sieben von zwei Laubbläsern und der Kehrmaschine unsanft geweckt.

Das Laub auf dem Rasen vorm Haus blieb liegen. Die Katzen der Nachbarin kratzten schon kleine Häufchen zusammen, um ihr Geschäft zu verstecken. Ich blickte jeden Tag auf die von Laub bedeckte Wiese und es störte mich. Die letzten beiden Jahre hatte es mich nicht gestört. Im Gegenteil, ich hatte es gar nicht wahrgenommen. Ich fragte unsere ehemalige Hausmeisterin, wer das Laub immer beseitigt hat. Die sagte mir, dass sie das Laub immer zusammen gerecht hat, es beim neuen Hausmeister aber nicht mehr im Vertrag steht.

Kurzentschlossen bat ich meinen Schwiegervater mir seinen Rechen zu leihen. Am Samstag stellte ich mich dann hin und rechte das Laub rund ums Haus zusammen. Mein Mann stopfte es in Säcke und fuhr es weg.

Eigentlich bin ich kein Fan von Gartenarbeit. Ich mochte es schon als Kind nicht, wenn ich meinen Eltern helfen musste, Unkraut zu jäten oder Rasen zu mähen, vom Zusammenrechen von Laub ganz zu schweigen. Das Schlimme war, dieses Mal machte es mir Spaß. Ich war mit viel Elan und Freude bei der Sache. Wenn ich jetzt vom Balkon herunter auf den laubfreien Rasen blicke, bin ich zufrieden und stolz. Das ist doch nicht normal, oder?

Ich schiebe das mal auf Corona, dass ich mich plötzlich für Gartenarbeit erwärme und nicht nur freiwillig, sondern auch mit Begeisterung einen Rechen zur Hand nehme. Wenn nicht, müsste ich mir eingestehen, dass ich alt und gleichzeitig spießig werde. Wobei …

… ich habe Blumenzwiebeln in der Wiese vergraben und nicht nur in diesem Jahr, sondern schon im letzten Herbst. Auweia!

Kulinarisches von den Wochenenden

An den vergangenen Wochenende haben wir wieder fleißig gekocht und gebacken. Hier eine kleine fotografische Auswahl:

Selbstgebackene Semmeln
Rotes Thai-Curry mit Hähnchen und Rukola-Rote-Beete-Salat
Jägerschnitzel mit Kartoffelpüree und Brokkolipesto
Mit Bergader-Käse überbackener Seehecht und Honig-Paprika-Risotto

Und ich habe mir wieder ein neues Backutensil gekauft. Einen Gitterroller. Damit kann man aus Kuchenteig ein tolles Gitter machen. Das musste natürlich sofort ausprobiert werden. Soweit so gut! Es funktioniert, ist aber nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt habe. Da braucht man ein bisschen Übung, bevor es richtig klappt. Ich arbeite dran.

Bätterteig-Apfelmuskuchen mit Gitter
Der dazugehörige Gitterroller

Zum Geleit

Der Vollständigkeithalber und weil so viele meinen Nachruf auf Manuela Farber aufrufen: Hier ist die Karte, die eine Klassenkameradin gekauft hat. Sie bat mich einen Text dafür zu verfassen, der Bitte bin ich selbstverständlich nachgekommen.

Schweren Herzens nehmen wir Abschied von unserer allseits beliebten Schulfreundin Manuela. Sie sorgte auch nach unserer Schulzeit dafür, dass wir in Verbindung blieben. Sie war die Kette, die uns miteinander verband. Es ist bezeichnend, dass sie gerade in der Woche von uns ging, in der wir unser 30-jähriges Klassentreffen feiern wollten. Ihr Tod ist ein schwerer Verlust, hinterlässt er doch eine Lücke, die nicht zu schließen sein wird.
Wir möchten an dieser Stelle unser herzlichstes Beileid ausdrücken und allen Familienangehörigen viel Kraft wünschen für die Zeit der Trauer und danach.

Deine Schulfreunde von der POS III Saalfeld.

Diese Woche bekam ich dann noch ein Foto vom Grabgesteck. Ich denke, es hätte Manuela gut gefallen.

Danke an Claudia und Jaqueline für die Bilder.