Neues aus der Küche

An den meisten Wochenenden kochen und backen wir zusammen. Essengehen kam bei uns schon immer selten vor, auch vor Corona. Wir bereiten eben beide gern selbst unser Essen zu und haben Spaß daran Neues auszuprobieren. Meistens halte ich das aber nicht im Foto fest.

Das war am vergangenen Wochenende anders, da musste ich einfach Fotos machen. Zum einen probierte ich unsere neuen Backformen aus und zum anderen versuchte ich mich erstmalig an einer Terrine, die am Ende, sagen wir es gleich, nicht ganz so gelungen ist. Agar Agar ist eben doch keine Gelantine.

Freitag und Montag habe ich mir Nudeln gekocht. Samstag und Sonntag gab es dann Mittags je eine leckere Mahlzeit, die so gut aussah, das ich ebenfalls die Kamera gezückt habe. Und am Nachmittag dann die gebackenen Desserts. Hier nun die Ergebnisse unseres Küchenmarathons.

Selbstgebackene Torteletts mit Obst: einmal ohne Tortenguss
Und einmal mit Tortenguss
Die misslungene Terrine
Früchtedessert mit Waffeln
Schweinemedaillons mit frischen Champignons, Blumenkohl und Thymian-Kartoffeln
Lachs in Blätterteig mit Spinat und Schafskäse
Bandnudeln mit Zitronenpfeffer-Hollandaise und Kirschtomaten
Bandnudeln mit selbstgemachtem Rucolapesto
Vor zwei Wochen hatten wir auf unserem Balkon gegrillt. Es gab rumänische »Mici«, Zucchini und Bratkartoffeln.

Gedanken zum Jetzt

Wenn wir in ein paar Jahren auf unsere jetzige Gegenwart zurückblicken, werden wir die Jahre 2020 und 2021 vielleicht als die »leeren Jahre« bezeichnen.

Wir werden uns erinnern an ereignislose Wochen und Monate, an Tage durch die wir uns wie Kaugummi gequält haben. Wohl dem der ein Haustier hatte, das seine Aufmerksamkeit verlangte und ihn von dem täglichen Einerlei ablenkte. Jene, die nicht im Homeoffice arbeiteten, konnten zumindest zeitweise den eigenen vier Wänden entfliehen, um zur Arbeit zu gehen. Doch auch hier war es so, dass man abends nach Hause kam und wie mit Pattex angeklebt auf der Couch saß. Die Nachrichten des Tages ignorierend, sich in einen Film oder eine Serie flüchtend oder in ein Buch. Nur um am nächsten Morgen aufzustehen, zur Arbeit zu gehen, im Strom mitzuschwimmen und doch froh zu sein, wenn abends die Haustür hinter einem wieder ins Schloss fiel. Jeden Tag der gleiche Trott ohne Abwechslung, gefangen in einer scheinbar stillstehenden Zeit ohne Hoffnung auf Änderung. Man fühlte sich wie ein Wartender. Warten auf Was: darauf das Sommer würde, darauf das die Zahlen sinken? Von denen man nie genau wusste, ob sie das abbildeten, was tatsächlich draußen vorging. Warten auf die Impfung oder auf den den Tag X, an dem alles vorbei sein würde?

Die Ereignislosigkeit manifestierte sich je länger sie anhielt. Man reduzierte Kontakte, erst erzwungen, später freiwillig. Man wollte am liebsten nichts mehr mit der Welt da draußen zu tun haben. Man begann sie zu verabscheuen, die Welt, die Menschen, alles was man früher getan hat und was man selbst einmal gewesen war. Man schloss sich ein in sein geschrumpftes Universum und ließ andere nur hin und wieder durch die Kamera an seinem Computer am eigenen Leben teilhaben. Vorfreude und frohe Erwartungen wurden gänzlich ausgelöscht und machten Resignation und Verbitterung Platz.

Wenn ich über diese Jahre eines sagen kann, dann das: Ich habe überlebt, aber ich habe nicht gelebt.

Die Katze im Homeoffice

Jeder Katzenbesitzer wird das kennen, kaum sitzt man vor dem Computer kommt die Katz und platziert sich wahlweise auf die Tastatur oder so vor den Monitor, dass man weder tippen noch etwas erkennen kann. Gelegentlich wird dann auf dem Schreibtisch oder dem Schrank herumgeturnt und mit Stiften oder der Computermaus gespielt. So, dass man den Gast irgendwann freundlich aber bestimmt hinunter dirigieren muss, um weiterzuarbeiten. Die Ruhe hält aber nicht lange an, spätestens fünf Minuten später liegt sie wieder laut schnurrend auf der Tastatur.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn man gerade eine Videokonferenz hat. Simon Tofield weiß es und lässt uns sehr anschaulich daran teilhaben.

Ich wünsche viel Spaß!

Neue Brücke und ein alter Biber

Weil ich dieses Wochenende mal wieder in Saalfeld bin, wollte ich mir die neueste Errungenschaft der Stadt anschauen. Nach Pfingsten wurde die neue Bohlenwand-Brücke eingeweiht. Die Rad- und Fußgängerbrücke verbindet die Ortsteile Obernitz und Reschwitz und erspart den Fahrradfahrern auf dem Saale-Radweg einiges an Steigungen. Bis in die Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts stand dort eine Holzbrücke, die wurde aber abgerissen, weil sie marode war. Die Bewohner der Ortschaften mussten von da an einen langen Umweg fahren, um von einer Seite der Saale zur anderen zu kommen.

Das moderne Bauwerk ist schon beeindruckend. Mir war gar nicht bewusst, dass die Saale an dieser Stelle so breit ist – weiter vorn ist ein Wehr. Dementsprechend lang ist die Hängebrücke, die sich über den Fluss spannt. Es ist auffällig ruhig und friedlich hier. Ein paar Radfahrer waren gestern am späten Nachmittag dort unterwegs und auch zwei Reiterinnen. Das Wasser floss träge durch die grüne Hölle der Uferböschungen, die an dieser Stelle sehr ursprünglich aussehen.

Irgendwann kam ein großer Nutria angeschwommen. Das sind südamerikanische Zwergbiber (auch Biberratte genannt), die in der DDR wegen ihres Pelzes gezüchtet wurden und die nach Aufgabe der Farmen an der Saale ausgesetzt wurden. Die Tiere sind hier ansässig geworden und haben sich vermehrt. Sie sehen von vorn aus wie ein Biber haben aber einen langen dünnen Schwanz und keinen breiten. Das Exemplar, das unter der Brücke hindurch schwamm, hatte eine beachtliche Größe. Ich glaube, die sind auch nicht ganz so ungefährlich, wie sie aussehen. Zumindest tummelte sich der Nutria dann auf der Wiese eines angrenzenden Grundstücks. Dass der Grundstücksinhaber dort ebenfalls zu Gange war, schien das Tier nicht zu interessieren. Es dauerte auch nicht lange und er bekam Gesellschaft von einem kleineren Artgenossen. Gemütlich grasten sie eine Weile in der Abendsonne und tauchten alsbald wieder im Wasser der Saale unter.

Eine Tierbeobachtung am Rande der Stadt. Es gibt inzwischen an der Saale übrigens auch richtige Biber, die haben sich nach vielen Jahrzehnten von allein wieder hier angesiedelt. Ob und wie sie sich mit den Nutrias vertragen, kann ich aber nicht sagen.

Piks die Zweite und anderes

So, gestern zum zweiten Mal geimpft. Nebenwirkungen noch keine. Der Arm tut ein bisschen weh, aber sonst geht‘s. Schauen wir mal, ob ich in einer Woche wieder Gelenk- und Muskelschmerzen bekomme, so wie nach der ersten Impfung.

Da ist die derzeitige Hitze nerviger. Zum Glück habe ich seit einer Woche ein klimatisiertes Büro auf Arbeit. Es ist halt von Vorteil, wenn man in einer Firma arbeitet, die Klimaanlagen verkauft und installiert. Aber nachts ist es so warm in der Wohnung, da sich die Wände tagsüber so aufheizen. Bei geschlossenen Jalousien bekommt man die Hitze nachts nicht raus. Ich kann aber nicht mehr bei Licht schlafen, seit ich hier wohne. Früher war das kein Problem. Außerdem zogen die letzten Abende immer wieder Unwetter über uns hinweg. Zum Glück hat es nur stark geregnet und nicht gehagelt. Ein paar Orte weiter sahen die Rasenflächen gestern Abend aus wie auf einer Driving Ranch. Hagelkörner so groß wie Golfbälle und teils noch größer.

Ich wollte noch ein paar Bilder von unserem Dschungel auf dem Balkon nachreichen. Die Erdbeeren tragen sehr fleißig, die Himbeeren sind auch schon reif. Ich habe uns noch eine Chilipflanze gekauft, weil unsere beiden Minichilis den Winter im Wohnzimmer leider nicht überstanden haben – Blattläuse.

Und wir haben die erste Gurke geerntet. Wobei ich hoffe, dass da noch eine kommt, weil die anderen irgendwie nicht wachsen wollen. Geschmeckt hat sie auf jeden Fall sehr lecker.

Es geht auch ohne

Das Autodromo Internacional do Algarve

»Ich binne nur Fan von die Ferrari«, hätte ich noch vor zwei Jahren Luigi aus dem Pixarfilm »Cars« zitiert. Inzwischen geht mir die gesamte Formel 1 am Hintern vorbei. Das liegt nicht nur daran, dass die Rennen nicht mehr von RTL ausgestrahlt werden, sondern nur noch im Bezahlfernsehen.

Früher habe ich kein Rennen versäumt, kannte die Fahreraufstellung und die Hintergründe. Fast hätte man mich als Experten bezeichnen können. Ich liebte es am Sonntagnachmittag auf der Couch zu sitzen und dem Start entgegenzufiebern und nach ein paar Runden sanft dahinzudämmern (das Geräusch macht müde). Doch in den letzten Jahren ließ mein Interesse an dem »Sport« immer mehr nach. Es waren immer die gleichen Fahrer bzw. der Gleiche, der gewann. Die Überlegenheit eines Rennstalls sorgte dafür, dass die Rennen langweilig wurden, da halfen auch die ständigen Reglement-Änderungen nicht. Coronabedingt begann letztes Jahr die Saison spät und ich sah, glaube ich, nur ein einziges Rennen und zwar das aus Portugal. Und das auch nur, weil wir in unserem Urlaub an der Algarve an der Rennstrecke vorbeigefahren sind.

In diesem Jahr habe ich noch keine Minute von der Formel 1 gesehen und stelle fest: Es fehlt mir nicht. Ich glaube, dass sich das Format überholt hat. Angesichts von Umweltschutz und Klimakrise ist es einfach nicht mehr zeitgemäß, sinnlos Ressourcen zu verpulvern, für eine Technologie wie den Verbrennungsmotor, der im nächsten Jahrzehnt ohnehin eingestampft werden wird. Es gibt die Formel E, die aber lange nicht so viel Aufmerksamkeit bekommt. Obwohl sie besser dazu geeignet ist, Praxistest für neue Fahrzeug-Technologien zu sein.

Es ist so wie mit der Tour de France, die ich Ende der Neunziger bis Ende der Zehnerjahre mit großem Interesse verfolgt habe. Nach den ganzen Doping-Skandalen hatte ich irgendwann keine Lust mehr. Es wurde auch von den öffentlich-rechtlichen Sendern eine zeitlang nicht mehr ausgestrahlt. Das kann ich gut verstehen, denn es gibt sicher genug Leute, die das damals nicht interessiert hat. Wobei ich bei den Übertragungen eigentlich die Landschaften und die Hintergrundinformationen zu den Ortschaften am besten fand. Man lernte Frankreich auf eine schöne Art und Weise kennen. Das Rennen war da fast zweitrangig.

Vierzehn Jahre

Heute vor vierzehn Jahren traf ich mich zum ersten Mal mit meinem Mann. Das erste Date quasi. Vorangegangen waren wochenlange E-Mail-Wechsel und ein Abend beim Trekdinner in München.

Eigentlich kannten wir uns schon seit 2004, sahen uns fast jeden Monat beim Star Trek-Stammtisch, aber irgendwie kamen wir nie richtig ins Gespräch. Im April 2007 war meine Mutter mit beim Trekdinner. Es war ein sehr warmer Abend, wir saßen draußen im Biergarten und ich saß meinem Mann gegenüber. Wir unterhielten uns über Fanfiction zu »Star Trek: Enterprise« und das ich ein tolle Seite mit englischsprachiger Fanfiction entdeckt hatte. Als ich damals sagte: »Ich schick dir mal den Link.«, hatte ich keine Ahnung, dass daraus eine Beziehung werden sollte, vor allem eine, die so lange anhält.

Am 15. Juni 2007 fuhr ich mit dem Zug zum ersten Mal nach Waging. Es war ein sonniger Freitag und wir verbrachten ein schönes Wochenende, bevor ich am Sonntag nach München zurückfuhr.

Unser Jubiläum werden wir heute Abend mit einem Spaziergang im Kurpark begehen, so wie damals vor vierzehn Jahren.

In der grünen Hölle zuhause

Wie jedes Jahr ist unser Balkon inzwischen zur grünen Hölle mutiert. Neben den unzähligen Tomaten,- Kartoffelpflanzen, Paprika, den Him- und Erdbeeren haben wir in diesem Jahr auch eine Gurke. Die hat sogar schon kleine Früchte dran. Der Weinstock rankt inzwischen über dem Fenster entlang und blüht. Wenn nichts dazwischenkommt, erwarten wir auch da wieder eine reiche Ernte.

Seit letztem Jahr haben wir auch den Tisch und die Stühle auf diesem Balkon, weil es auf dem anderen immer so zieht und ich dort außerdem die Wäscheleinen gespannt habe. Ein bisschen eng ist es ja, aber man sitzt dadurch mitten im Grünen. In den letzten Tagen haben wir immer, wenn es möglich war, draußen gegessen. An der frischen Luft schmeckt das Essen gleich viel besser und es fühlt sich ein bisschen wir Urlaub an. Auf unserer Terrasse die wir zuvor hatten, saßen wir nicht so oft draußen, weil es im Sommer einfach viel zu heiß war. Aber auch da hatten wir immer viel Grün um uns herum.

Design trifft auf Physik – Update

Nach der Besprechung mit den Architekten.

Ein Hamburger und eine Thüringerin versuchen in einer Zoom-Konferenz zwei Tirolern zu erklären, warum das und das nicht geht. Mit einem einzigen Mikrofon an einem Headset und dem nach hinten ausstrahlenden Lautsprecher des Monitors …

Sagen wir mal so: Der Wille nach Verständigung war da, allein es scheiterte am Dialekt und der geringen Lautstärke. Zumindest optisch konnte ich, durch das Teilen meines Bildschirminhalts, die Problematik vermitteln.

Am Frillensee

Wenn man schon dort wohnt, wo andere Urlaub machen, sollte man auch mal dort hingehen, wo sich sonst die Touristen tummeln.

Den Frillensee hatte ich bei einem meiner Streifzüge auf Google Maps entdeckt. Meine Kollegin, die sich dort auskennt meinte, der Erlebnis Wanderweg zum Frillensee wäre ein schöner Spaziergang. Und weil am Samstagvormittag das Wetter noch schön sein sollte, fuhren wir nach Inzell. Der Wanderparkplatz war noch nicht überfüllt, aber es standen schon viele Autos da, die meisten hatten aber einheimische Nummernschilder.

Mit Bergschuhen, Rucksack und Stöcken ausgestattet, gingen wir los. Der Weg zum See war ausgeschildert und sollte etwa eineinhalb Stunden dauern. Hinter dem Forsthaus dann die Ernüchterung. Der Weg war mit einem Flatterband abgesperrt, wegen Baumfällarbeiten. Die jungen Leute vor uns drehten um, wir stiefelten durch die Wiese, weil mein Mann weiter vorn einen anderen Weg entdeckt hatte. Ich hatte zwar das Schild gesehen, aber nicht den Weg. Wir kamen auf einer Forststraße heraus und folgten ihr.

Es war steil, ich kam schnell ins Schwitzen und keuchte bald wie eine Astmakranke. Außerdem bekam ich Kopfschmerzen, wie immer, wenn mein Blutdruck steigt. Die langen Lockdowns waren definitiv nicht gut für meine Fitness gewesen. Doch der Waldweg führte bald auf einen weniger steilen Weg und je länger wir gingen, desto mehr verschwanden die Kopfschmerzen. Am Wegesrand blühte der wilde Rhabarber, was ich so noch nie gesehen habe und das Heidelbeerkraut war voller Blüten.

Nach einer Stunde erreichten wir den See auf knapp tausend Meter Höhe. Es ist sehr idyllisch, man hat einen Steg gebaut, so das man komplett drumherum gehen kann. Es waren ein paar Familien und Wanderer unterwegs, aber es hielt sich in Grenzen. Im flachen Wasser konnte man Fische sehen und Schwärme von Mücken tanzten über dem Steg. Leider schob sich gerade eine Wolke vor die Sonne, als ich fotografieren wollte. So sind die Bilder etwas dunkel geworden.

Nach einer kurzen Rast, spazierten wir um den See und gingen über die Forststraße zurück zum Auto. Inzwischen war es recht warm geworden und meine Knie schmerzten. Ich hätte keinen Schritt weiter gehen wollen. Aber schön war’s. Es gibt in der Gegend weitere Bergseen, denen werden wir demnächst einen Besuch abstatten.