Tropfsteine und 5D-Sinter

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 283 – »Weite Ferne« von Rainer Schorm

Perry Rhodans Gehirn steckt nach wie vor im Körper eines Yaanztroners und muss sich auf einer fremden fernen Welt durch allerlei Gefahren schlagen. Zumindest hat er inzwischen einige Mitstreiter gefunden. Neben dem Zelebralpfleger Doyntscho und dem Piloten Gayt-Coor auch einen Yaanztroner in dem das Gehirn von George Danton steckt, einem Franzosen aus dem 16. Jahrhundert. 
Was Rhodan und auch Danton am meisten interessiert: wo und wie weit weg befinden sie sich von der Erde. Deshalb wollen sie das Drychasch besuchen, eine 7000 Meter hohe Felsnadel, auf dessen Gipfel es ein Observatorium gibt. Zuvor jedoch besuchen sie einen Raumschiff-Markt, auf dem Gayt-Coor sein Raumschiff zurückerwerben will, das er verspielt hat. Die Gefährten trennen sich und während der Pilot tatsächlich dem schmierigen Bentscho mit List und Tücke die KASTA-FREIN abluchsen kann und den anderen im Anschluss folgt, dringen Perry Rhodan und seine Mitstreiter in das Drychasch ein.
Was sie nicht wissen, ihr Führer Famorosch wurde von den Freihändlern gebeten, Rhodan und die anderen zum »Kosmologen« zu bringen. Der »Kosmologe« ist ein uralter Yaanztroner, der sie seltsamen Artefakte und Einrichtungen in der wundersamen Felsnadel untersucht. Er erhofft sich von Perry Rhodan neue Erkenntnisse über die geheimnisvollen Hinterlassenschaften einer fremden Zivilisation. Und tatsächlich ist Rhodan in der Lage einiges zu identifizieren, einen versteinerten Loower zum Beispiel oder einen dreidimensionalen Zeitbrunnen. Neu ist der Kreis der Gehirne, die versteinerten Überreste sogenannter Pehrtus.
Der Plan des »Kosmologen« geht auf und die Gehirne erkennen in Perry Rhodan einen autorisierten Geist und »kommunizieren« mit ihm. Ihm erscheint das Abbild von Dao-Lin-H’ay, die ihm sagt, er müsse nach Payntec einem Planeten auf der anderen Seite des Kugelsternhaufens Naupaum. Der »Kosmologe« zeigt ihnen noch einen weiteren seltsamen Ort, den er das Observatorium nennt, welches aber nichts mit jenem Observatorium der Yaanztroner auf dem Gipfel zu tun hat. Es ist ein dreidimensionaler Zeitbrunnen in den Perry Rhodan blickt. Dort reist er virtuell vom Solsystem aus der Milchstraße hinaus in Richtung Virgo-Galaxienhaufen. Wo er schließlich im Kugelsternhaufen Naupaum landet, der sich um die elliptische Galaxie M87 dreht. Rhodan ist geschockt. Wie soll er die Strecke von 55 Millionen Lichtjahren bis nach Hause jemals überwinden? Er ist sich sicher, wenn er nach Hause kommen will, muss er nach Payntec.
Mit Gayt-Coors KASTA-FREIN verlassen sie den Planeten, doch die Ceynach-Jägerin Torytrae bleibt ihnen auf den Fersen.

Mit einer Geologiestunde unterhält Rainer Schorm seine Leser. Die geologische Struktur des Drychasch hat es ihm angetan und er zieht hier auch alle Register. Das wirkt sich bisweilen negativ auf die Spannung im Roman aus. Denn man möchte eigentlich lieber erfahren, ob und wie Perry Rhodan denn nun in der Felsnadel erfährt, wo er gelandet ist. Schließlich sind die Leser daran genauso interessiert wie der Protagonist selbst. Stalaktiten, Stalakmiten und Stalaknaten – das erinnert an die Tropfsteinhöhlen meiner Heimatstadt. Damit kenne ich mich aus, das ist nichts neues für mich. Deshalb habe ich die Passagen eher überflogen. Originell ist die Idee mit der Fünf-D-Aufgeladenen Sinterhaut, die Besucher der Höhlen relativ schnell in Skulpturen verwandelt.

Positiv aufgefallen ist mir Gayt-Coor. Den Charakter des Echsenwesens hat der Autor sehr schön beschrieben. Überhaupt, hätte ich auch ohne auf den Titel dieses NEOs zu schauen, sofort gewusst, wer den Roman geschrieben hat. Die Wortspiele und unzähligen Kabbeleien zwischen den handelnden Figuren, allen voran ein ständig lamentierender Franzose, das kann keiner besser als Rainer Schorm. Manchmal ist mir das ja zu viel, aber gerade hier mit Georges Danton und Doyntscho, hat es mir gefallen.

»Weite Ferne« wirft mehr Fragen auf als es beantwortet. Zumindest schlagen die Exposéautoren wieder Verbindungen zu vorherigen Handlungsebenen. Das Dunkelleben, die Loower, die Vorgänger und die Schwestern der Tiefe – da ist einiges dabei. Schauen wir mal, wie sie das alles am Ende auflösen. Für mich war es bisher der schwächste Roman der Staffel. Aber nach drei so sensationellen Werken, darf auch mal ein Hänger kommen.

Das Cover zeigt Gayt-Coor und das Observatorium. Ich finde es eine sehr aussagekräftige Arbeit von Dirk Schulz und Horst Gotta.

Wasserfälle am Wochenende

Weil es am Sonntag nicht so heiß war, gingen wir nicht ins Freibad, sondern auf den Berg. Nun ja, nicht bis ganz hoch, aber hoch genug.

Den Wanderweg von Kohlstadt in Bergen bis zum Wasserwandl sind wir vergangenes Jahr schon mal gegangen. Das hatte mir damals so gut gefallen. Jetzt also noch einmal, auch weil ich durch zwei Jahre faul herumsitzen in der Pandemie nicht mehr so richtig fit bin.

Wir waren schon kurz nach 9 Uhr morgens da. Der Parkplatz noch nicht allzu voll, was vielleicht auch an den Schildern an der Straße lag. Die suggerierten nämlich, die Straße sei gesperrt. Die Sperrung gilt aber nur von 20 bis 6 Uhr, weil die Straße eng und zum Bach hin nicht befestigt ist. Es könnte ja jemand im Dunkeln von der Straße abkommen und im Bach landen.

So war es wenig bevölkert und man konnte in Ruhe die Forststraße hochlaufen, entlang tiefer Schluchten und gurgelndem Wasser. Immer wieder stürzt hier das Wasser in kleinen Wasserfällen nieder. Weiter oben gibt es sogar eine Sperrmauer, die irgendwann mal gebaut wurde, um die Geröllmassen und das Wasser bei der Schneeschmelze aufzuhalten und das Dorf weiter unten zu schützen. Inzwischen ist das Becken aber komplett mit Kies gefüllt. So dass wahrscheinlich die Wassermassen darüber hinweg rauschen. Hier wachsen nun Schilf und Bäume und der Bach ist nur ein kleines Rinnsal zwischen den Kiesbänken.

Weiter oben ein Stückchen abseits des Weges kann man zwischen den Bäumen den Wasserfall »Wasserwandl« herabstürzen sehen. Mit festem Schuhwerk kann man auch bis ganz an die Felswand klettern. Wir saßen eine Weile ganz allein da und sahen dem Wasser zu. Ich spielte mit unserer Kamera und machte Bilder mit langen Belichtungszeiten. Damit sieht das herabfallende Wasser wie ein Schleier aus.

Anschließend folgten wir noch weiter der steil ansteigenden Forststraße. Da wir aber zum Mittag bei meinen Schwiegereltern verabredet waren, gingen wir nicht bis zur Alm. Das machen wir dann vielleicht beim nächsten Mal.

Es war ein schöner Ausflug, auch wenn uns auf dem Rückweg unzählige E-Bike Fahrer nervten. Viele ältere Leute waren darunter und die meisten ohne Helm. Manch ein Bike hatte Reifen dicker wie ein Motorrad. Ich frage mich, was daran so toll sein soll. Ohne Motorunterstützung kämen die keine zehn Meter weit. Was haben die früher gemacht, als es noch keine Elektrofahrräder gab? Sind die gewandert oder lieber daheim auf der Couch sitzengeblieben?

Na, ja. Zumindest benahmen sie sich anständig und machten keinen Lärm. Was man von der Frau mit dem Hund am Parkplatz nicht sagen konnte. Die ließ ihren großen Hund frei herumtollen, der jeden ankläffte. Bei mir kam er von hinten und ich dachte echt, der springt mich an. Ich war so erschrocken, dass ich fast die Kamera fallen gelassen hätte. Das muss doch nicht sein. Können die ihre Hunde in der Natur nicht anleinen, wenn sie genau wissen, dass der Hund lebhaft jeden anfällt. Man war ich sauer.

Die neuen Star Wars-Serien

Quelle: Fernsehserien.de

Da blickt man ja kaum noch durch. So viele Star Wars-Serien hat Disney in den vergangenen Jahren veröffentlicht, neben den Filmen wohlgemerkt. Das ist fast schon so unübersichtlich wie bei Marvel. Dort blicke ich gar nicht mehr durch.

Jedenfalls schauen wir regelmäßig Star Wars, seit wir Disney+ haben. Mein Mann ist leidenschaftlicher Fan und kann die Originalfilme auswendig mitsprechen. Er hat in der Vergangenheit auch die Animationsserien »The Clone Wars«, »Rebels« und »The Bad Batch« gesehen sowie die meisten Romane gelesen, die bei Star Wars übrigens zum Kanon gehören. Daher freuten wir uns, dass wir nun auch Star Wars bei Disney+ anschauen können.

Die erste Folge von »The Mandalorian« wurde auf Pro7 ausgestrahlt. Die Folge hat mir gut gefallen, leider hatten wir die Serie damals dann erst einmal nicht sehen können. Die klassische Story im Western-Look ist zwar einfach aufgebaut, aber dennoch ansprechend. Die einfachen Geschichten funktionieren halt doch am besten. Ich finde den Look auch sehr gut getroffen und die vielen Ideen erweitern den Star Wars-Kosmos ohne ihn in Frage zu stellen. Das finde ich besser gemacht als bei Star Trek. Wo es nach dem Motto geht: Das machen wir so, weil es gut ausschaut, egal, ob es logisch ist oder nicht. »The Mandalorian« ist auch nach den ersten beiden Staffeln immer noch sehenswert. Wir freuen uns auf Staffel 3, die für Februar 2023 angekündigt ist.

Ähnlich sieht es mit »The Book of Boba Fett« aus. Die ersten beiden Folgen fand ich etwas verwirrend, weil hier die Geschichte in zwei Zeitebenen erzählt wird und in der ersten Episode so gut wie nicht geredet wird. Da muss man sich erstmal dran gewöhnen. Irgendwann schien den Autoren aber offensichtlich die Ideen auszugehen, denn in Folge trat der Mandalorianer aus »The Mandalorian« auf. In Episode 5 trägt er sogar die komplette Geschichte. Nicht, dass ich das schlecht gefunden hätte, im Gegenteil. Aber ein wenig irritierend ist es schon, wenn der namensgebende Held der Serie nicht auftritt. Man hatte jedenfalls den Eindruck, dass die Autoren irgendwie Lust hatten, lieber die Geschichten vom Mandalorianer weiterzuerzählen, als die von Boba Fett. Na gut, kann man machen. Mir hat es gefallen.

Die Miniserie »Obi Wan Kenobi« war von der Fangemeinde am meisten erwartet worden. Im Nachinein wurde viel an den sechs Folgen kritisiert. Man ließ kein ganzes Haar an der Geschichte. Dennoch fand ich es nicht schlecht gemacht. Das Ende kam vielleicht etwas überstürzt. Da hätte es mindestens noch einer Episode bedurft, um die Geschichte besser zu Ende erzählen zu können. Aber es war jetzt nicht so schlecht, wie viele Fans behaupten. Ja, die Antagonistin war nervig. Ihre Motive waren in meinen Augen nicht richtig gut ausgearbeitet. Sie kam als elende Zicke rüber und man begriff erst am Ende, warum dieser Charakter so geworden ist. Das hatte übrigens ganz schlimme Auswirkung auf die Darstellerin Moses Ingram. Die wurde von den Fans massiv rassistisch angegriffen. Offensichtlich gibt es immer noch Menschen, die einen Filmcharakter nicht vom Darsteller trennen können. Zumindest hat sich dieses Mal das Studio vor die Schauspielerin gestellt und die Beleidigungen verurteilt. Beim Darsteller von Ja Ja Binks war das noch anders gewesen. Er hatte Morddrohungen von Fans bekommen und stand kurz vorm Selbstmord, ohne dass sich das Studio nennenswert dazu geäußert hätte. Selbst den Wunsch des Darstellers, die Filmfigur in Episode III sterben zu lassen, hatte ihm George Lucas nicht gewährt.

Eines muss ich aber ergänzen. Wir haben »The Mandalorian« und »Obi Wan Kenobi« parallel gesehen. Das sollte man nicht machen. Die beiden Serien spielen in verschiedenen Zeitepochen (vor und nach der Original-Trilogie« und man kommt echt durcheinander. Ansonsten habe ich mit den Star Wars-Serien momentan mehr Spaß als mit Star Trek. Aber vielleicht lege ich bei Star Wars auch andere Maßstäbe an. Es ist im Grunde keine richtige Science Fiction, sondern eine Space Opera bzw. ein Märchen oder, im Fall von »The Mandalorian«, ein waschechter Western.

Endlich wieder Freibad

Über zwei Jahre waren wir jetzt nicht im Freibad. Das lag nicht nur unbedingt an den Auswirkungen der Pandemie, sondern auch am Wetter. Vergangenes Jahr war der Sommer bei uns im Alpenraum meist kühl und nass.

Es hat sich in der Zeit einiges geändert. Viele Freibäder haben das Problem, dass sie nicht genug Personal haben, sprich Bademeister, die aufpassen, dass niemand ertrinkt. Deshalb bleiben Bäder geschlossen oder haben ihre Öffnungszeiten angepasst. So auch das Freibad in Bergen, wo wir immer hingefahren sind. Als ich letztens nachschaute, stellte ich fest, dass das Bad nicht mehr um neun Uhr morgens öffnet, sondern erst um elf. Das ist uns schlicht zu spät, weil wir ja mindestens eine halbe Stunde brauchen, bis wir dort sind. Außerdem ist das Bad zu dieser Zeit dann auch entsprechend voll, das von entspanntem Schwimmen nicht mehr die Rede sein kann.

Also hab ich mich umgesehen, welche Alternativen es in der Gegend gibt und bin auf das Freibad in Neukirchen am Teisenberg gestoßen. Das wurde von einem Verein mit privaten Mitteln aufgebaut und öffnet schon um acht Uhr morgens.

Heute morgen waren wir dort und sind echt angetan. Alles sieht neu aus, man riecht noch das frische Holz. Die Duschen, WCs und Umkleidekabinen sind sauber und funktional. Das Wasser wird über eine Solaranlage erhitzt. Es gibt ein kleines Nichtschwimmerbecken, das auch für Kleinkinder geeignet ist und ein 25 Meter Schwimmerbecken, eine große schattige Liegewiese, einen Spielplatz, kostenlose Sonnenschirme und Poolliegen.

Als wir kurz vor zehn kamen, war es noch ruhig. Das Wasser war 22 Grad Celsius warm oder kalt, je nachdem wie man es nimmt. Zum Schwimmen war es jedenfalls ideal. Wir waren die einzigen im Schwimmerbecken, später kam noch ein älterer Herr dazu.

Nach den ersten Runden streckten wir uns zum Trocknen auf den Sonnenliegen aus und beobachteten die Kälber (mit Glöckchen) auf der Wiese gegenüber. Man hat von hier einen schönen Blick auf die Berge. Den Straßenlärm von der nahen A8 hört man überraschenderweise gar nicht.

Doch dann strömten die ersten Familien ein und mit der Ruhe war es vorbei. Die herumtobenden Zehnjährigen wurden allerdings vom etwas kühlen Nass ausgebremst und tummelten sich erstmal im etwas wärmeren Kinderplanschbecken.

Mit den nächsten Runden hoffte ich, dass ich das Wasser, das mir in die Ohren gelaufen war, wieder rausbekommen würde. Die Hoffnung erfüllte sich allerdings nicht. Nach zehn Bahnen wurde es mir dann auch ein bisschen zu kalt. Frisch Geduscht verließen wir das Bad nach einer Stunde wieder.

Fazit: Schön war’s. Hierher kommen wir sicher bald wieder.

Ach, ja, der Eintritt kostet 3 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder ab Sieben. Kinder unter Sechs in Begleitung eines Erwachsenen müssen nichts bezahlen. Das finde ich absolut fair.

Inflation und Lebensmittel

Seit ich damals in NYC gelebt habe, weiß ich, Lebensmittel in Deutschland waren/sind viel zu billig. Wenn man vor 2020 im Urlaub, sei es in Italien oder Spanien, mal in einen Supermarkt gegangen und sich die Preise angeschaut hat, kam man zur gleichen Erkenntnis. Sprach man mit Ausländern, die in Deutschland zu Besuch waren, bekam man ähnliches zu hören. Lebensmitteltechnisch ging es uns, was die Preise anging, blendend. Oft genug habe ich mich gefragt, wie man ein Kilo Hackfleisch für 2,99 Euro herstellen kann, oder wieso Kartoffeln aus Ägypten günstiger waren, als aus Deutschland? Warum man Äpfel und Trauben aus Argentinien braucht, wenn es auch welche aus Europa gibt? Und wieso Bananen aus Afrika kommen müssen, wenn auch auf den Kanaren welche wachsen? Nur weil die kleiner sind? Und warum man zu Weihnachten Erdbeeren braucht?

Das alles hat jetzt ein Ende. Die Preise für konventionelle Lebensmittel schnellen wöchentlich in ungeahnte Höhen. Wir selbst merken davon nur wenig. In den letzten Jahren haben wir vorwiegend Bioprodukte oder regionales Obst und Gemüse gekauft. Wir fanden, dass Obst und Gemüse aus dem Bioladen nur wenig teuerer als konventionelles waren. Richtig teuer hingegen waren Biofleisch und -Milchprodukte. Wir waren es also gewohnt für ein Hühnchen 25 Euro zu zahlen, oder 2,90 Euro für ein Stück Butter oder drei Euro für sechs Eier. Wir haben halt weniger gekauft und zwar nur so viel, wie wir essen konnten. Fleisch gab und gibt es bei uns nur an drei Tagen in der Woche. Manchmal essen wir nur am Wochenende welches. Eier gibts nur am Sonntag, oder wenn wir backen. Es ist erstaunlich, mit wie wenig man auskommen kann und trotzdem satt wird.

Inzwischen hat sich die Lage umgekehrt. Vergleicht man im Supermarkt die Preise, so kosten Bioprodukte mitunter weniger als die Konventionellen. Bestes Beispiel ist Kaffee. Eine Packung Bio-Fair-Trade-Kaffee beim Rossmann kostet knapp sechs Euro. Der 08/15 Kaffee vom Dallmayer dagegen mehr als 7 Euro. Noch deutlicher ist es beim Öl. Das native Olivenöl aus Bioanbau ist viel günstiger als der konventionelle Öl-Mischmasch, den die Discounter anbieten. Wir waren heute auf dem Markt und haben vom hiesigen Bauern Obst & Gemüse gekauft. Es hat weniger gekostet, als wir im Supermarkt bezahlt hätten.

Also, wer jetzt behauptet, er könnte nicht mehr nachhaltig leben, weil alles so teuer geworden ist, hat auch die vergangenen Jahre nicht nachhaltig gelebt. Denn dann wüsste er, wie viel Lebensmittel wert sein müssen. Leid tun mir tatsächlich die Menschen, die von Armut betroffen sind, Alleinstehende mit Kindern oder alte Leute, die es sich schon bisher schlicht nicht leisten konnten. Hier müsste es ein Bon-System geben, mit dem es Menschen mit geringem Einkommen ermöglicht wird, sich gesund zu ernähren. Und ich fände es richtig, wenn die Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel auf fünf Prozent gesenkt würde, vor allem auf Säfte und Schorlen. Warum muss man in einem Restaurant in Deutschland für eine Saftschorle neunzehn Prozent zahlen, für ein Mittagessen aber nur sieben Prozent?

Man kann übrigens viele Leckereien mit wenig Aufwand selbst herstellen. Beispiele:

Erdbeershake
Nussschnecken aus selbstgesammelten Haselnüssen
Zucchini-Brokkoli-Auflauf mit Schafskäse und Kartoffelspalten

Montagsausflug

Wir waren heute in München. Ich hatte nach zwei Jahren endlich einen Termin im Endometriosezentrum in Pasing ergattern können. Bei der dortigen Koryphäe einen Termin zu bekommen, ist schwierig. Da bekommt man eher eine Papstaudienz.

Wir fuhren kurz vor 11 Uhr los. In Wasserburg hielten wir an und ließen uns in einem kleinen vietnamesischen Restaurant bewirten. Das Essen war sehr gut, frisch und mit der nötigen Schärfe. Anschließend holten wir uns zum Nachtisch eine Kugel Eis beim Italiener gegenüber. Mein Jogurette-Eis war allerdings nicht der Brüller. Da hätte ich gleich Erdbeere nehmen sollen.

Über die B 304, die A94, die A99 und die A8 ging’s dann weiter nach Pasing. Wir waren etwas früher da und warteten auf dem Parkplatz, weil man wegen Corona nicht so lange im Wartezimmer sitzen darf. Familienangehörige dürfen übrigens nicht rein. Das macht mir jetzt nicht viel aus, aber bei Alleinerziehenden gibt es da sicher Probleme. Als mir die Sprechstundenhilfe meine Karte zurückgab, meinte sie, das wir wohl jetzt komplett wären. Ich schaute etwas verdattert drein. Da zeigte sie auf die Kollegin, auf sich und auf mich: »Darf ich vorstellen: Christina. Christina und Christina. Alle gleich geschrieben.«  Das war in der Tat ungewöhnlich, denn so häufig ist der Name nicht.

Der Arzt arbeitet schon mal seine Nachfolgerin ein und hat ihr erklärt, was man bei mir im Ultraschall so sieht. Die Endometriosezyste ist noch da. Ist in den vergangenen zwei Jahren aber nur um einen halben Zentimeter gewachsen und ist jetzt 3,5 Zentimeter groß. Kritisch wird es erst, wenn sie größer als fünf Zentimeter ist. Wenn es so weitergeht, habe ich noch ein wenige Galgenfrist bis zur nächsten OP.

Nachdem wir aus München wieder raus waren, sind wir in Parsdorf rausgefahren und haben beim dortigen McCafe einen kalten Kaffee und warmes Eis genossen. Es gab keine Erdbeersauce und Frozen Jogurt schmeckt mit Schokosauce irgendwie komisch. Die Angestellten machten bei eigentlich normalem Ansturm einen gestressten Eindruck. Ich glaube, die haben zu wenig Personal. Irgendwie scheint zwar jeder bei McDonalds essen zu wollen, aber nicht dort arbeiten. Hm!

Übrigens stehen auf dem dortigen Parkplatz 14 in Buchstaben VIERZEHN Tesla-Ladestationen. Warum schafft Tesla das und warum nicht VW oder Mercedes? Warum schreien die nach dem Staat? Das sollte doch zu denken geben.

Auf der Rückfahrt waren wir in Frabertsham noch auf einem Biobauernhof und haben Blaubeeren und Kirschen gekauft. Die kann man dort auch selbst pflücken, aber wir hatten keinen Behälter dabei. Da müssen wir unbedingt nochmal hin. Die haben dort so viele Tiere, kleine Schweine, Hühner, Enten und kleine Kätzchen. Wie süß!

Um sechs Uhr waren wir wieder zu Hause. Und weil wir keine Fotos gemacht haben, präsentiere ich Gurke Nummer Drei in diesem Jahr von unserem Balkon.

Massenbildung – Vorstufe zum totalitären Staat

Den englischen Begriff Massformation bzw. Massenbildung hatte ich noch nie zuvor gehört. Gut, ich habe mich bisher auch nie mit Psychologie auseinandergesetzt, oder auseinandersetzen müssen.

Für die Recherche zu meinem Buch stieß ich auf den belgischen Psychologen Matthias Desmet, der ein Buch über Totalitarismus herausgebracht hat. In The Psychology of Totalitarianism erklärt er, was der Unterschied zwischen einer klassischen Diktatur und einem totalitären Staat ist und erzählt wie totalitäre Staaten entstehen. Da läuft es einem kalt den Rücken runter, denn das, was wir gerade in Deutschland und der Welt erleben, ist eine Massenbildung, die Vorstufe zum Totalitarismus. Die derzeitige gesellschaftliche Entwicklung deckt sich zum Großteil mit den, von ihm genannten Faktoren. Dabei ist er nicht der Erste, der das entdeckt hat. Es gab schon im 19. Jahrhundert Psychologen, die das Phänomen beschrieben haben.

Ich finde das gruslig. Vor allem, weil ich viele Bekannte und Freunde habe, die Opfer dieser Massenbildung geworden sind, ohne das sie es bemerken. Das Schlimme ist, dass man diese Leute nicht wird bekehren können. Sie haben den Blick für die Realität verloren. Und es tut mir leid, weil ich absolut nichts dafür tun kann, damit sie die Wahrheit erkennen.

Marc Friedrich, dessen Meinung ich nicht immer teile, hat ein langes Interview mit dem promovierten Psychologen geführt. Es geht nicht nur um Corona, wie der reißerische Titel suggeriert, aber auch darum. Menschen, die der Massenbildung erlegen sind, werden mit dem Video nichts anzufangen wissen und mich in die Querdenkerecke stellen. Das ist mir egal. Ich möchte es trotzdem teilen für all diejenigen, deren Bauchgefühl in den vergangen zwei Jahren ihnen immer wieder sagt, das irgendetwas nicht stimmt.

Denn ich habe durch Matthias Desmet gelernt, dass es meine ethische Pflicht als Mensch ist, meine Meinung zu äußern, auch wenn sie einigen nicht gefällt und ich damit niemanden aus der Massenbildung herausholen vermag.

Willkommen im Kristallpalast

Seit ein paar Wochen haben wir den Kristallpalast auf dem Balkon. Für alle Perryunkundigen: der Kristallpalast ist die Residenz des arkonidischen Imperators. Die Kelchbauten sind typisch für Arkon.

2017 zum Con in Osnabrück hatte ich mal einen als Papiermodell gebastelt. Jetzt habe ich einen für den Balkon entdeckt. Solarbetrieben leuchtet er abends in faszinierenden Farben. Und macht sich toll zwischen meinen Steingartengewächsen.

Gekauft habe ich das gute Stück beim NKD ums Eck. Mehrere Male bin ich dran vorbeigegangen und habe gezögert, ob ich das wirklich brauche, bzw. kaufen muss. Letztendlich hat der Nerd in mir gewonnen.

Nun habe ich ein bisschen arkonidisches Flair auf dem heimischen Balkon, das hat nicht jeder.

Das Monster im Abfluss

Ich habe an dieser Stelle sicher schon einige Male erwähnt, dass wir unser Brot selbst backen. Eigentlich macht das mein Mann, der ist darin inzwischen Spezialist.

Nun ist das mit dem Brotbacken so eine Sache. Für ein gutes Roggenbrot braucht man Sauerteig. Wir nehmen immer den Gekauften aus der Tüte. Andere züchten den selbst. Das ersparen wir uns, weil das im Schimmelsporen verseuchten Waging nicht so einfach wäre. Da wir auch noch direkt neben dem Käsewerk wohnen, ist schon die Aufbewahrung von gebackenem Brot eine knifflige Angelegenheit. Die von Schnittkäse und anderen leicht schimmelnden Lebensmitteln erst recht. Parmesan frieren wir deshalb immer gleich nach dem Öffnen ein, sonst hat der innerhalb einer Woche eine Pelzmütze.

Dennoch waren wir in den vergangenen Jahren unfreiwillige Sauerteigzüchter. Es gibt Orte in der Wohnung, an denen sich Sauerteig besonders wohl fühlt, obwohl er da eigentlich nicht hingehört. Das ist zum einen der Abfluss in der Küche und zum anderen die Geschirrspülmaschine. Dass das Wachstum des Sauerteigs irgendwann kumulieren und zu einem Totalausfall führen würde, damit hatten wir allerdings nicht gerechnet.

Ich sage euch: Sauerteig ist ein lebendiges Monster.

Wir machten anfangs den Fehler und stellten die Backschüssel und den Knethaken ein oder zweimal in die Spülmaschine. Seit dem war er drin und ließ sich auch nicht mehr entfernen. Trotz regelmäßiger Reinigung, wuchs der Sauerteig in der Spülmaschine immer wieder und setzte sich an schwer zugänglichen Oberflächen ab. Da half meist nur regelmäßiges Putzen. Vor zwei Wochen dann die Überraschung, der Geschirrspüler lief, aber das Geschirr wurde nicht sauber. Ich war gerade nicht daheim und mein Mann rief mich an und erzählte mir, dass irgendwas mit der Maschine nicht stimmt. Er vermutete erst, dass ein Teller den Wasserauslauf blockiert hatte oder der Korb nicht richtig eingeschoben war. Doch auch nach mehreren Versuchen tat sich nichts mehr. Es gelangte einfach nicht mehr genug Wasser in die Maschine. Mein Mann baute das Seitenblech ab und da sahen er schon, warum kein Wasser mehr durchkam. Es war alles voller Sauerteig. Totalausfall. Mein Mann fragte seine Kollegen, die sich mit Haushaltsgeräten auskennen und die meinten, der Kundendienst würde teuer, weil die ganze Wassereinheit ausgetauscht werden müsste. Wir rechneten nach, was uns die Reparatur des zehn Jahre alten Geräts kosten würde und was ein neuer Geschirrspüler (ohne Sauerteig) kostete. Unterm Strich entschieden wir uns ein neues Gerät zu kaufen. Den Alten holte ein Kollege von mir ab und will nun versuchen ihn mit Ameisensäure zu reinigen. Vielleicht klappt es.

Das ist aber noch nicht das Ende der Geschichte. An dem Wochenende an dem der Geschirrspüler wegen des Sauerteigs sein Leben aushauchte, ging auch im Abfluss der Küchenspüle nichts mehr. (Bemerkung: Der Geschirrspüler steht im Bad und hängt nicht am selben Abfluss.) In den letzen Wochen hatte sich das schon angekündigt, weil das Wasser nicht mehr optimal ablief. Wir hatten den Spülenabfluss 2018 bei unserem Umzug selbst verlegt und ein flexibles Rohr verwendet, das nicht das vorgeschriebene Gefälle von zwei Grad hatte. Trotz mehrfacher mechanischer Reinigung mit einer Spirale und jede Menge Abflussreiniger, Cola und anderen Hausmitteln wurde es immer schlimmer. Bis an jenem Wochenende gar nichts mehr ging. Als mein Mann das Rohr mit einer Säge durchtrennte, war das fünf Zentimeter dicke Rohr komplett mit eingetrocknetem Sauerteig und sonstigen organischen Material gefüllt. Das Zeug war steinhart. Da konnte nichts mehr durchgehen.

Für uns hieß das, eine Woche lang, das Geschirr in der Spüle abwaschen und einen Eimer unterstellen, in dem man das Abwasser auffing und im WC entsorgte. Zum Glücke arbeite ich in einem passenden Handwerksbetrieb und so fand ich einen netten Kollegen, der den Abfluss fachgerecht instandsetzte. Danach konnten wir zumindest wieder normal abwaschen. Auch wenn ich gestehe muss, das ich faul geworden bin. Man hat sich so daran gewöhnt, dass einem die Spülmaschine die Arbeit abnimmt. Eine Stunde abwaschen, ist echt anstrengend. Wie haben wir das nur früher gemacht, als es noch keinen Geschirrspüler gab oder man keinen hatte?

Diese Woche Dienstag wurde der neue Geschirrspüler geliefert. Wir waren froh, dass wir so schnell einen bekommen haben. Momentan ist das nicht selbstverständlich. Insofern ist jetzt alles wieder gut. Nur werden wir niemals nie wieder die Backschüssel mit dem Sauerteig in die Spülmaschine stellen und auch nicht mehr in den Abfluss der Küchenspüle schütten. Das wird von uns jetzt separat vorgespült und ins WC gekippt. Das hat ein 100er Rohr und wird hoffentlich nicht so schnell zukleistern.

Merke: Sauerteig machen ist leicht, einfach nur eine winzige Menge in die Spülmaschine geben und zehn Jahre warten bis sie kaputt ist.

15 Jahre

Heute ist der 15. Juni. Heute vor 15 Jahren bin ich das erste Mal nach Waging gefahren. Es war ein Freitag und ich war reichlich aufgeregt. Denn nach über vier Wochen E-Mail-PingPong hatten ich das erstes Date mit meinem jetzigen Mann.

15 Jahre später sind wir seit 12 Jahre verheiratet und immer noch verliebt wie am ersten Tag. Zur Feier des Tages waren wir Eisessen beim Italiener. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal in einer Eisdiele waren, so lange ist das schon her. Wir saßen draußen, es hat gut geschmeckt und anschließend machten wir noch einen Spaziergang durch den Kurpark. Es war richtig schön.

Auf die nächsten 15 Jahre!