Das sind keine Drachen

Quelle: Perrypedia PERRY RHODAN NEO Band 390 – »Evolution und Chaos« von Kai Hirdt

Auf der Erde tauchen Ungeheuer auf, die es eigentlich gar nicht geben dürfte. In Nordamerika entwickeln sich Echsen zu einer Spezis, die wie Drachen aussehen und die Monumente von Washington in Schutt und Asche legen. Eine Nationalpark-Rangerin versucht die Tiere in den Wald zurückzuführen, wird aber von einem gierigen Geschäftsmann daran gehindert.
Reginald Bull kämpft in Terrania unterdessen mit den Auswirkungen einer Seuche. Die sogenannte Nachttollwut lässt die Menschen nachts Amok laufen und droht sich auf dem gesamten Planeten und sogar ins All auszubreiten.
Im Indischen Ozean wird Perry Rhodan von einem urzeitlichen Riesenhai attackiert, als er versucht einen Virologen aus einer Unterseestation zu befreien. Weil nur dieser weiß, wie man ein Gegenmittel für die Nachttollwut herstellt.
Rhodan fragt sich, ob die Geschehnisse auf Terra im Zusammenhang mit der sogenannten Proto-Negasphäre in M13 stehen und was das für die Menschen auf der Erde bedeutet.

PERRY RHODAN NEO ist dann besonders gut, wenn es die normalen Menschen oder Außerirdischen zeigt, die unter jenen Katastrophen leiden, die von den Unsterblichen und ihren Gegnern ausgelöst wurden. Menschen, die einfach nur ihr Leben leben wollen und sich dann mit einer Menge Problemen herumschlagen müssen, für die sie nicht verantwortlich sind. Und die dann über sich hinauswachsen, um diese Probleme für die Oberen zu lösen.

Der Auftaktroman zur Staffel »Entropia« gehört definitiv zu dieser Art Romanen. Kai Hirdt spielt mit seinen Charakteren, schickt sie im gnadenlosen Tempo durch allerlei Gefahren und versetzt sie immer wieder an verschiedene Orte. Da komme selbst ich als Leserin außer Atem. Man ahnt die diebische Freude mit der der Autor seine Geschichte erzählt und mit wie viel Spaß er an den Widerständen geknobelt hat, an denen seine Figuren scheitern oder eben wachsen.

Dieser Roman ist ein Fest und das nicht nur wegen der rasanten Handlung, sondern vor allem wegen des erzählerischen Witzes und der gelungenen Darstellung gleich mehrerer Normalos. Die sind mit ihren kleinen Macken so lebensnah gezeichnet, dass man sich sofort in sie hineinversetzen kann. Und das in einer Sprache, die zum Schmunzeln anregt. Dazu muss ich tatsächlich mal aus dem Roman zitieren. Es geht um einen Riesenhai: »Alle paar Minuten drehte er eine Runde um die Panzerglassitkuppel, starrte aus toten, schwarzen Augen zu den Menschen herein und vergewisserte sich, dass all seine Häppchen noch in der Vorratsglocke versammelt waren.«

Mit »Evolution und Chaos« liefert der Exposéautor einen Roman, der mich seit langem mal wieder begeistert hat, auch wenn ich keine Drachen mag. Aber es sind ja auch keine Drachen, wie im Roman mehrfach erklärt wird. Sehr schön!

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