Damit sich nicht noch mehr Leute Sorgen um mich machen, will ich heute mal wieder etwas schreiben. Die letzten Monate waren nicht ohne und nachdem ich im September gedacht hatte, es wird einfacher, wurde ich vergangene Woche eines Besseren belehrt. Das Leben hält stets Steigerungen für uns bereit. Vor allem dann, wenn man nicht mit ihnen rechnet. Ich will das hier nicht näher erläutern, weil es sehr privat ist.
Ich sage nur: Werdet nicht alt und krank. Und wenn doch, dann hinterlasst euren Kindern keinen Ballast, sondern schmeißt die Sachen, die ihr nicht mehr gebrauchen könnt, einfach frühzeitig weg.
Ein paar schöne Tage hatten wir dennoch. Wir waren nach den PERRY RHODAN-Tagen in Braunschweig anschließend noch eine Woche in Travemünde. Uns hatte es dort 2024 so gut gefallen.
Am Montag den 7. 9. sind wir von Braunschweig aus an die Lübecker Bucht gefahren. Durch viele Baustellen mussten wir einige Umleitungen fahren. Das Navi lotste uns mitunter auf volle Autobahnen oder auf Straßen entlang, die eher an Feldwege erinnerten. Wir kamen aber gut durch und spazierten noch eine Weile auf der Strandpromenade von Travemünde entlang, bis wir ins Zimmer vom Hotel konnten. Ich hatte wieder im Aja ein Zimmer mit Meerblick gebucht. Beim nächsten Mal buche ich eines mit Traveblick, da kann man besser »Schiffegucken«.
Am Dienstag haben wir vormittags einen ausgiebigen Strandspaziergang gemacht. Am Hundestrand entlang bis zur Steilküste. Das Wetter war durchwachsen. Es war nicht so warm, wie 2024, aber man konnte es aushalten. Außerdem konnten wir uns dann im Hotelschwimmbad wieder aufwärmen.
Natürlich waren wir auch wieder im »Outpost One«, selbst wenn wir am Mittwoch morgen vor einer wegen Streik geschlossenen Fähre standen und den langen Umweg über Lübeck machen mussten. Dafür sind wir durch einen Mautpflichtigen Tunnel unter der Trave gefahren. Ich hatte schon Angst, dass wir im »Outpost One« unseren Slot verpassen, aber die haben die Eintrittsmodalitäten geändert. Man kann jetzt jederzeit allein durch die Ausstellung und wird nicht mehr in Gruppen von Szene zu Szene geführt. So ist man schneller durch und sie können mehr Besucher an einem Tag durch die Ausstellung schleusen. Leider bekommt man nur noch die Geschichte erzählt und nicht mehr zu hören, mit welchem Aufwand die einzelnen Sets entstanden sind. Das finde ich schade. Dafür gibt es einen komplett neuen Eingangsbereich, der wirkt, als wäre man auf dem Todesstern. Sehr cool!
Es ist außerdem eine weitere Halle in Vorbereitung. Dort steht schon der X-Wing und es riecht tatsächlich wie in einem alten Hangar. Das ist ein richtiges 4D-Erlebnis. Bei der Scale-Ausstellung hat sich auch einiges geändert. Dort gibt es jetzt einen riesigen Sandcrawler der Jawas, dafür habe ich den großen Sternzerstörer vermisst. Man könnte dort den ganzen Tag verbringen, wir waren jedenfalls einen ganzen Vormittag dort. In der Folgewoche haben sie auch ein Kinosaal eröffnet, in dem man am Wochenende kostenlos Star Wars-Filme ansehen kann. Für Star Wars-Fans ist der »Outpost One« in Dassow ein absolutes Muss.
Abends waren wir dann noch in Lübeck. Eigentlich wollten wir uns mit dem PR-Stammtisch Ostholstein treffen, aber einer hatte krankheitsbedingt abgesagt und so blieb es bei einem Treffen mit einem Lübecker, der mich bei der SOL unterstützt. Das Lokal war toll und das Essen lecker, allerdings war die Anfahrt etwas schwierig, abgesehen davon, dass es in Strömen geregnet hat.
Donnerstag haben wir das Segelschiff besichtigt, das gegenüber am anderen Trave-Ufer liegt und schon seit 1965 ein Museum ist. Zuvor ist es mehrmals um die Erde gefahren. In den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts gab es keinen Strom oder irgendwelche Annehmlichkeiten an Bord. Anhand der Biografie eines Jungen wird der harte Alltag an Bord des Schiffes in den 1930er-Jahren erzählt. Der Junge war 13 oder 14 Jahre alt als seine Eltern ihn zur Ausbildung auf See schickten und auch noch dafür bezahlen mussten. Später ist der junge Seefahrer Kapitän geworden und viele Jahre zur See gefahren.
Nach dem Schiffsbesuch sind wir am Stand entlang bis zur ehemaligen deutsch-deutschen Grenze gelaufen. Man sieht kaum noch etwas davon. Im Hinterland stehen zwar noch Grenztürme, aber am Strand würde man ohne das Schild nichts mehr erkennen. Das Meer war in den Tagen sehr ruhig, es gab kaum Wellen. Ein paar Unerschrockene waren auch noch im Wasser. Das war aber mit 18 Grad wärmer als die Luft draußen.
Ansonsten haben wir es uns gutgehen lassen, waren Fisch essen und haben uns beim Niederegger (Marzipan) sehr schmackhafte Tortenstücke gekauft. Am spektakulärsten fand ich aber die großen Schiffe, die jeden Tag ein und ausgelaufen sind. Das war ein reges Kommen und Gehen. Direkt vorm Hotel befindet sich die Navigationszentrale, die den Verkehr in der Lübecker Bucht überwacht. Das ist sicher ein spannender Job.
Am Freitag sind wir nach Thüringen zurückgefahren und einen Tag später weiter nach Hause. Es sind ja doch viele Kilometer von uns bis zur Ostsee. Es war trotzdem sicher nicht das letzte Mal, dass wir im Aja in Travemünde abgestiegen sind.





