Der forcierte Zerfall einer Gemeinschaft

Ich möchte heute eine kleine Geschichte erzählen, die sich möglicherweise genauso zugetragen haben könnte.

Es war einmal ein Planet mit vielen Bewohnern. Manche der Bewohner waren überaus intelligent, andere … nun ja … man weiß es nicht genau.

Vor vielen Jahren hatten sich auf dieser Welt zwei Großmächte verbündet, um einen Krieg gegen die Fraktion einer kleineren Macht zu führen, die damals noch keine war. Als der Krieg beendet war, zerfiel der kurzeitige Zusammenschluss der beiden Großen, und sie begannen damit, einen Krieg ohne Waffen gegeneinander zu führen. Die vielen Fraktionen auf dem Territorium zwischen den beiden großen Mächten vereinten sich indes zu einem Bündnis und formten eine dritte, kleinere Macht. Diese wuchs mit der Zeit und wurde immer größer und stärker. Grenzen fielen und alle Fraktionen der Gemeinschaft lebten solidarisch zusammen.

Das war den beiden Großmächten ein Dorn im Auge. Denn die kleinere Macht tat sich an, ihnen den Rang abzulaufen und sie an wirtschaftlicher und politischer Stärke auf dem ganzen Planeten zu übertrumpfen. Es galt also etwas zu unternehmen, um diese Macht zu schwächen. Weil das aber nicht offiziell und auf kriegerischem Weg ging, dachten sich die Hintermänner der Großmächte einen perfiden Plan aus, um die Gemeinschaft der Fraktionen auseinanderfallen zu lassen. Sie nutzten die Tatsache aus, dass das Bündnis sehr liberal und vor allem sehr solidarisch war.

Erst schürten sie Unruhen in den Grenzländern des Bündnisses. Diese gehörten zwar nicht dazu, standen aber an der Schwelle zur Mitgliedschaft. Die eine Großmacht annektierte sogar einen Teil eines solchen Landes, weil sie wusste, dass das Bündnis sich für den Mitgliedskandidaten einsetzen würde. Beide Großmächte verfügten außerdem Embargos und Handelsabkommen, welche das Bündnis schwächen sollten. Doch das alles funktionierte nicht so richtig.

Somit griffen sie zu drastischeren Mitteln und führten einen Stellvertreterkrieg in einem Land ihrer Wahl, das weit genug weg von ihnen lag, aber nah genug, damit eventuelle Kriegsflüchtlinge in das Territorium der Gemeinschaft fliehen konnten. Sie versorgten einfach zwei verfeindeten Parteien mit Waffen und sahen zu, wie diese das Land in Schutt und Asche legten. Wie erwartet flüchteten die Bewohner zunächst in die Nachbarländer. Als der Konflikt aber nicht endete, weil die beiden Großmächte weiterhin mit ihren Waffenlieferungen das Feuer schürten, wanderten die Flüchtigen weiter. Sie wurden mit offenen Armen vom Bündnis empfangen, was aber dazu führte, dass Menschen aus anderen Ländern das sahen und verständlicherweise nun ebenfalls dorthin wollten. Die Schwämme an Flüchtlingen führte tatsächlich zu Streitereien innerhalb der Gemeinschaft. Keiner wollte die vielen Menschen aufnehmen, es wurde gestritten und gefeilscht und die einstigen Grenzen wieder abgeschottet und verteidigt, damit ja keine ungebetenen Gäste mehr herein kamen. Die Lage beruhigte sich etwas, schwelte aber unter der Oberfläche weiter.

Die beiden Großmächte dachten sich daraufhin neue Aktionen aus, um das Bündnis in die Knie zu zwingen. Das Mittel ihrer Wahl war die Manipulation von Daten und Menschen über das weltweite Datennetz. Nutzer wurden getäuscht und Wahlen manipuliert. So kam es, dass die erste Fraktion nach einer beeinflussten Abstimmung aus dem Bündnis austrat. Doch statt die Verbliebenen nun gemeinsam an einem Strang zogen, zerstritten sie sich noch mehr. Politisch hetzte einer gegen den anderen, Misstrauen wurde gesät und Vorurteile gepflegt, die längst überwunden schienen. Damit verschob sich das Gleichgewicht von liberalen zu radikalen Ansichten. Was dazu führte, das immer mehr Populisten an die Spitze der einzelnen Fraktionen gelangten.

Der wichtigste Schachzug aber war, als eine Großmacht der anderen half, einen Präsidenten zu wählen, der so unberechenbar war, dass er die ganze Welt zuerst in Verwirrung und anschließend in einen globalen Konflikt zu stürzen drohte. Das alles geschah nur, um das Bündnis von den eigentlich wichtigen Dingen, nämlich dem Erhalt von Freiheit und wirtschaftlicher Zusammenarbeit abzulenken. Weitere Aktionen halfen dabei: vergiftete Spione, Handelskriege mit der vierten Macht, Skandale um Fahrzeuge mit unzureichenden Verbrennungsmotoren und immer wieder bewaffnete Konflikte und Terroranschläge.

Weil die Fraktionen innerhalb der Gemeinschaft unterschiedlicher Meinung waren, welcher Großmacht ihre Loyalität galt, zerstritten sie sich immer mehr. Sie ließen sich in die Konflikte hineinziehen und gingen geschwächt und mit materiellen sowie finanziellen Verlusten daraus hervor. Das Bündnis zerfiel, weil jede Fraktion glaubte, es allein besser machen zu können. Diejenigen, die dabei auf der Strecke blieben, waren die Bewohner des Planeten. Denn ihre Vision, dass alle friedlich miteinander zusammenleben könnten, starb zusammen mit dem Bündnis.

Die Gemeinschaft der Fraktionen hätte ein Zeichen für die ganze Welt setzen können, doch sie zerbrach an Misstrauen und Egoismus, weil sie die Gefahr, die von den Hintermännern der Großmächte ausging, nicht sahen oder sie ignorierten.

Rutschige Angelegenheit

Im neuesten Video von Simon’s Cat geht es darum, das Katzenbesitzer es nur schwer schaffen, ihr Umfeld schön und vor allem intakt zu halten. Über zerkratzte Möbel, umgeworfene Vasen oder angeknabberte Lebensmittel (falls man diese leichtsinnigerweise unbeaufsichtigt gelassen hat) gewöhnt man sich. Es fehlt einem richtig, wenn irgendwann keine Katze mehr im Haus ist.

Der Bahnsteig der keiner mehr ist

Wir waren am Wochenende mal wieder mit der Deutschen Bahn unterwegs. Von Südostoberbayern nach Thüringen und wie schon in den vergangenen Monaten fühlt es sich an wie eine Odyssee. Dabei waren die Züge sogar einigermaßen pünktlich. Von den fünf Minuten abgesehen, die wir auf der Hinfahrt und auf der Rückfahrt später ankamen. Einmal war eine Weichenstörung und das andere Mal ein liegengebliebener Güterzug die Ursache.

Fast schon witzig war dagegen der Umstieg in Nürnberg auf der Hinfahrt. Dort wurden wir gebeten auszusteigen, weil der IC enden sollte und wir in den IC aus Karlsruhe umsteigen sollten. Der fuhr an diesem Tag aber nicht, weil der Bahnhof in Ansbach wegen einer Baustelle gesperrt war. Wir waren also gerade ausgestiegen und warteten am Bahnsteig, als die Anzeige wechselte. Sie informierte uns, dass der IC, mit dem wir gerade angekommen waren, als Ersatzzug weiter in Richtung Leipzig fahren würde. Was nichts anderes hieß, als das wir in denselben Zug wieder einsteigen durften. Da hätte man auch schon mal vorher eine Durchsage machen können. Aber wenn selbst das Zugpersonal (auf Anfrage) nicht sicher ist, wohin ihr Zug fährt …

Während wir auf der Hinfahrt Umsteigezeiten von einer halben Stunde hatten und dann auch noch quer durch die halbe Republik gefahren sind, war die Rückreise ziemlich sportlich. Am Münchner Bahnhof hatten wir nämlich nur neun Minuten, um von Gleis 19 auf Gleis 9 zu gelangen. Was an sich schon nicht so einfach zu schaffen ist, da zwischen den Bahnsteigen mehr als 500 Meter Wegstrecke liegen. In unserem Fall verkomplizierte sich das noch, weil der Bahnsteig von Gleis 11 momentan gebaut wird. Dort wo man sonst entlanggeht, klafft nun eine Baugrube auf einhundert Metern Länge. Um zu den Gleisen 5-10 zu kommen, muss man derzeit das Bahnhofsgebäude verlassen, auf dem Fußweg die Bayerstrasse entlanglaufen (sich dabei möglichst nicht von einem Radfahrer über den Haufen fahren lassen), an der Ampel vor der Paul-Heyse-Unterführung warten und anschließend die Treppen an der Unterführung wieder hochsteigen. Von da aus sind es noch 50 Meter bis man endlich am Bahnsteig angelangt ist. Wenn man also das Pech hat, im hinteren Zugteil des ICEs zu sitzen und erst den langen Weg am Zug entlang bis in die Halle laufen muss und dann wieder nach draußen, schafft man den Weg von gut einem Kilometer eigentlich nur im Dauerlauf.

Normalerweise plane ich das beim Fahrkartenkauf auch schon mit ein. Aber als ich die Fahrkarte vor einem Monat gebucht habe, stand da Gleis 11 (das ist noch in der Halle). Von den Bauarbeiten war auch in den aktuellen Daten der App nichts zu lesen. Wenn wir es also nicht schon bei der Hinfahrt gesehen und uns daraufhin auf der Rückreise gleich vorn in den ICE gesetzt hätten, hätten wir wahrscheinlich den Anschlusszug nicht geschafft.

Was dem Münchner Bahnhof fehlt, ist eine Querverbindung zwischen den Gleisen, die das Umsteigen erleichtert. Man muss diese ja nicht unterirdisch machen. Es würde eine einfache Fußgängerbrücke am Ende der Halle reichen. Auf den Umbauplänen, die derzeit in der Bahnhofsvorhalle präsentiert werden, fehlt aber eine solche Brücke. Das heißt, selbst nach dem kostspieligen Umbau, werden die Wege in München von Zug zu Zug nicht kürzer sein. Da frage ich mich ernsthaft, ob diejenigen, die das planen, eigentlich selbst mit dem Zug fahren.

Außerirdisch gute Satire

Quelle: Ullstein Buchverlag

»How to take over Earth« von Paul Hawkins

Das musst du lesen! – So das Urteil meines Mannes, dem das Buch beim einschlägigen Onlinehändler in die Hände gefallen bzw. empfohlen worden war.
Ich blieb erst einmal an einem Wort im Untertitel hängen und brauchte tatsächlich eine Weile bis ich verstand, was da geschrieben stand. »GELEAKTE« – das könnte Gel- oder Geleeakte oder alles mögliche bedeuten, heißt aber neudeutsch »geleakt« also aufgedeckt. Da soll einer drauf kommen. Nach dem ich diese Hürde genommen hatte, entpuppte sich das Buch aber als eine echte Offenbarung.

Worum geht’s? Nun ja … Zum einen ist es die Geheimakte eines Außerirdischen, der vom Mond aus die Erde beobachtet und dabei mit seinem Vorgesetzten per Q-Mail (quantenverschränkte Nachrichten) kommuniziert. Zum anderen ist es gleichzeitig die Geschichte des Imperiums von Splorta, das ständig und gern fremde Planeten erobert und versklavt. In letzter Zeit dafür aber vom »Zunehmend ironischen Zusammenschluss der Isolationisten« und vom »Intergalaktischen Gerichtshof für Alienrechte und Ansprüche« häufig einen auf die Finger bekommt.

Der Außerirdische Leutnant Zinfluu berichtet seinem Vorgesetzten Xarge von den Menschen und ihren eigenartigen Bräuchen und mit welcher Verrücktheit sie sich und ihren Planeten zerstören. Xarge ist ein typischer Splortaner (eigentlich kein bisschen anders als die Menschen). Er wittert das Potential der Erde und beschließt aus der Ferne umgehend ihre Eroberung. Während Zinfluu immer weiter über die skurrilen Eigenschaften der Erdbewohner berichtet, muss Xarge seine Pläne einer Invasion immer wieder unterbrechen und anpassen. Denn Zinfluu hat Gefallen an den Bewohnern der Erde und ihren Verrücktheiten gefunden und die Aufnahme der Erde in die NAAOTA beantragt und darüberhinaus noch den Intergalaktischen-Erbe-Fond um UNIVERSCO-Unterstützung zur Klimawiederherstellung angerufen. Was sich natürlich mehr oder weniger mit den Zielen von Xarge beißt. Doch Zinfluu findet immer wieder Worte, um die neue Situation seinem Vorgesetzten schmackhaft zu machen. Bis Donald Trump unwissentlich den Planeten an Xarge verkauft und dieser sich auf den Weg zur Erde macht …

Was witzig klingt, ist es auch, bis … Ja, bis man die Berichte Zinfluus genauer in Augenschein nimmt. Da wird nämlich die Idiotie der Menschheit bis zu ihrer Wurzel entblößt. Man begreift wir blöd wir eigentlich sind, dass wir das tun, was wir tun. Und das Lachen bleibt einem im Hals stecken. Autor Paul Hawkins hält uns einen Spiegel vor, der nicht deutlicher zeigen kann, wie unsere Welt tickt und in welch perfidem System wir eigentlich leben. Das ist auf seine witzige Art irgendwie auch unfassbar traurig.

»How to take over Earth« steckt voller versteckter Anspielungen und satirischen Anmerkungen über die Bewohner der Erde aus der Sicht eines Außerirdischen. Die geschwollene Sprache mit der Zinfluu und Xarge kommunizieren, ist manchmal etwas anstrengend, passt aber wunderbar zu den Charakteren. Abbildungen und witzig formulierte Formulare ergänzen die schriftlichen Kommunikationsaufzeichungen, die aussehen, als kämen sie frisch aus dem Kopierer. Leider sind nicht alle Grafiken ins Deutsche übersetzt, was ich persönlich schade finde.

Das Buch ist eine echte Satire, die einem aufgeklärten Menschen des einundzwanzigsten Jahrhunderts das Gruseln lehrt. Am Ende wünscht man sich fast, das Zinfluus Bericht an die Menschheit echt wäre und nicht nur die Geschichte eines amerikanischen Autors, der in Berlin lebt.

»How to take over Earth« erschien im Februar 2018 im Ullstein Verlag und ist als Taschenbuch überall im Buchhandel und bei allen Onlinehändlern erhältlich.

Neue Rolle

Das habe ich mir bisher nicht vorstellen können. Ich als Ausbilder … der Wahnsinn!

Ab Herbst bekomme ich nämlich einen Azubi, dem ich dann die Dinge beibringe, die ich selbst erst im zurückliegenden Jahr gelernt habe. Der junge Mann hat die letzten beiden Tage Probe gearbeitet und es hat ihm so gut gefallen, dass er sogar schon im Mai als Praktikant anfangen möchte.

Ich gebe ja zu, so ein bisschen anstrengend ist diese neue Rolle schon. Man ist plötzlich Vorbild und muss sich zusammenreißen. Und man muss viel erklären und zeigen. Dabei muss ich meinen Hang zum Perfektionismuss etwas zügeln, schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, wie es so schön heißt. Schwieriger ist es nebenbei noch die eigene Arbeit zu erledigen. Zumindest hält mich das beschäftigt.

Zum Glück ist der junge Mann recht pfiffig und hat mit Begeisterung die YouTube-Videos verschlungen, die es als Tutorials für die Software gibt. Da bin ich dann doch sehr froh, dass andere schon vorgearbeitet haben.

10 Jahre Simon’s Cat

Simons’s Cat hat 10-jähriges Jubiläum. Seit zehn Jahren erfreuen die Comics von Simon Tofield die Internetgemeinde. Auch ich warte immer sehnsüchtig auf ein neues Video.

Anlässlich des Jubiläums hat der Künstler einen Videoclip über sich gemacht. Er erzählt darin, wie alles angefangen hat. Sehenswert!

Frühsport

Seit ein paar Tagen mache ich wieder Frühsport. Soll heißen ich fahre mit dem Rad auf Arbeit.

Letzte Woche ging es beim ersten Mal noch ziemlich zäh. Die drei leicht aber stetig ansteigenden Kilometer zehrten an meinen Kräften. Ich brauchte doppelt so lange wie bei meiner Bestzeit im vergangenen Jahr.

Man merkt, dass der Winter und vor allem die vielen Erkältungen Spuren hinterlassen haben. Ich musste sogar eine Pause einlegen, weil ich völlig außer Atem war. Heute Morgen hat es dagegen Spaß gemacht. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten, es roch nach Frühling und nicht nach Gülle, wie sonst üblich. Ich brauchte nur 15 Minuten. Na gut, kein neuer Rekord, aber für die erste Woche gar nicht schlecht.

Mal sehen, wie es morgen wird. Ich hoffe ja, dass es in den nächsten Wochen morgens trocken bleibt. Denn bei Regen macht mir das Fahrradfahren keinen richtigen Spaß.

Ach ja, ich brauche einen neuen Sattel. Irgendwie ist mir der alte plötzlich zu hart. Aber, vielleicht ist das auch nur Gewöhnungssache.

Löcher im Mobilnetz

Dass wir im hochentwickelten Deutschland ein Problem mit dem Mobilfunknetz haben, sollte inzwischen wahrscheinlich jeder Besitzer eines Mobiltelefons mitbekommen haben. Bereits 2008 stellten wir in unserem Rumänienurlaub fest, egal in welcher abgelegenen Gegend wir unterwegs waren, wir hatten stets vollen Handyempfang.

Größere Löcher im Netz klaffen hier vor allem auf der Bahnstrecke zwischen München und Salzburg. Nach der Ausfahrt aus dem Münchner Ostbahnhof ist zunächst Schluss mit dem Empfang. Erst in Rosenheim zeigt das Handy wieder mehr als einen Balken an. Danach ist es aber bis Traunstein wieder vorbei. Mit LTE ist es komischerweise nicht ganz so schlimm. Aber auch in Waging sieht es mit den Handyempfang mau aus. In unserer Wohnung kann ich mit dem Handy weder telefonieren noch SMS verschicken. (Außer ich mache das Fenster auf und halte das Telefon raus.) Im Gegenzug kann ich auch keine SMS empfangen, was meine Kolleginnen ziemlich nervt, wenn sie mich morgens fragen wollen, ob sie mich mitnehmen sollen. Noch schlimmer ist es aber auf Arbeit. Sehe ich daheim zumindest noch einen mickrigen Balken auf dem Display, zeigt das Handy im Gewerbegebiet ausschließlich »Kein Netz« an. Vertreter, die unsere Firma zum ersten Mal besuchen und auf das Navi ihres Handys vertrauen, scheitern daran, uns zu finden.

Damit sich das ändert, hat jetzt unser neuer Bundesverkehrsminister eine »großartige« Initiative gestartet. Die Leute sollen sich melden, wenn sie ein Funkloch im Mobilfunknetz entdeckt haben. Dies wird dann in eine Karte eingetragen. Diese Karte wird dann den Mobilfunkanbietern gezeigt und es sollen gemeinsame Lösungen zum Netzausbau gefunden werden. Das heißt, es sollen Standorte für Mobilfunkmasten gefunden werden, welche die Löcher abdecken.

Das klingt, als wüssten die Mobilfunkanbieter nicht selbst, an welchen Stellen ihre Netzabdeckung schlecht ist. Jeder der möchte, kann sich auf den Internetseiten von Vodafone, O2 oder der Telekom über deren Netzabdeckung informieren. Vielleicht sind die Daten dort nicht vollkommen exakt, aber die Anbieter selbst haben sicher genauere Daten vorliegen. Wozu braucht man also die Mithilfe der Bevölkerung. Das ist doch Augenwischerei. Wahrscheinlich geht es einfach darum, welche Funklöcher die Leute stören und welche nicht. Letztere braucht man dann auch nicht abzudecken.

Doch selbst wenn die Karte erstellt sein sollte und die Standorte der zukünftigen Mobilfunkmasten feststehen, heißt das noch lange nicht, dass sie dort auch gebaut werden können. Wenn es so einfach wäre, hätten die Betreiber es vielleicht schon längst getan. Zum einen wird erstmal festgestellt werden müssen, wer den Ausbau bezahlen soll. Und dann finden sich bestimmt wieder genügend Bürgerinitiativen oder besorgte Bürger die den Bau der Handymasten zu verhindern wissen. Das sind dann solche Leute, die gegen schädliche Handystrahlung protestieren, gleichzeitig aber in der Küche mit ihren Reproduktionsorganen zehn Zentimeter vor einem 7 KW Mittelwellensender (Induktionsherd) stehen.

Wie immer wird es damit enden, dass wir uns durch unsere übertriebenen Vorschriften und Rechte mal wieder selbst im Weg stehen.

Kosmologisches Feuerwerk

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 170 – »Abschied von Andromeda«

Die aus dem Transfernexus zwischen den Universen kommenden Raumschiffe greifen zunächst die DOLAN an. Rhodan kommt dem Schiff mit der MAGELLAN und ihren Beibooten zu Hilfe, doch sie haben gegen die Kalamarane der Crea keine Chance. Bevor die Verluste unter den Terranern zu groß werden, setzt die FERNAO die Transformkanone ein. Eines der Creaschiffe wird beschädigt, die anderen ziehen sich in die Nähe des Transfernexus zurück.
Ein Außenteam, dem neben Rhodan auch Mirona Thetin, Atlan und Faktor III angehören, untersuchen den weidwunden Kalamaran, der aus Kristallen zu bestehen scheint. Erst tief im Inneren des Raumschiffes treffen sie auf die Besatzung. Ein Kommunikationsversuch scheitert und die Crea eröffnen das Feuer auf Rhodans Team. Da erscheint Suator, Mirona Thetins Leibwächter, und rettet Rhodan und die Faktoren unter Einsatz seines Lebens.

Auf der MAGELLAN kommt es indes zu einer Invasion durch die Crea. Sie versuchen die Speicherbänke des Flaggschiffes anzuzapfen. Dem Techniker Atila Ardal und Icho Tolot gelingt es, sie daran zu hindern. Nachdem Rhodan zurückgekehrt ist, kommt ein weiteres Schiff aus dem Universenriss. Es ist die Crea, der Rhodan bereits auf Aguerron begegnet war. Sie ist bereit mit Rhodan zu kommunizieren und tut dies telepathisch. Rhodan erfährt, dass die Crea die Bewohner des Einsteinuniversums für eine Bedrohung halten und sie verhindern möchten, dass die Fremden in ihr Universum vordringen. Auch weil ebenfalls Redrifts von Materie aus dem Einsteinuniverum im Creaversum stattfinden und den Bewohnern schaden. Die Crea handeln also aus den gleichen Motiven wie die Menschen und Thetiser. Perry Rhodan kann der Crea klar machen, dass keiner von ihnen an der Ruptur zwischen den Universen schuld ist und schließt mit der Crea Freundschaft, bevor sich diese wieder in ihr Universum zurückziehen müssen.
Noch während des Kampfes gegen die Crea, wird John Marshall von Bord der DOLAN an einen fremden Ort »teleportiert«. Dort trifft er Ernst Ellert, der ihm aber nur vage Hinweise geben kann, was es mit den Chasmas und der Ruptur auf sich hat. Er spricht von einem kosmischen Schachspiel das ANDROS gegen seine Schwester ES spielt. Ellert gibt ihm einen Gegenstand und schickt Marshall auf eine Reise durch die Universen, vom Creaversum bis zum Rande des Einsteinuniverums. Zum Schluss schwebt John im Raum zwischen den Universen. Er sieht das Creaversum als Beule am Universum der Menschen wachsen, bevor er mit Hilfe von Ellerts Geschenk an Bord der MAGELLAN zurückkehren kann.
Nachdem die Gefahr durch die Crea gebannt ist, führen Rhodan und Mirona Thetin ein Gespräch. Sie gibt zu, dass sie von ANDROS getäuscht wurde, aber sie ist nicht bereit, deswegen eine weichere Gangart gegenüber ihrem Volk einzuschlagen. Aber sie wird die intrigierenden Faktoren nicht exekutieren, sondern einen Dialog mit ihnen anstreben. Danach macht sie den Terranern das Angebot die MAGELLAN über den Sechseck-Transmitter in die Milchstrasse zurückzuschicken. Auch, damit sie untersuchen können, was auf dem Erdmond passiert. Rhodan stimmt zu und die MAGELLAN kehrt nach ausgiebigen Reparaturen auf der Paddler-Plattform zwei Wochen später in die Milchstrasse zurück.

 

Wenn Rüdiger Schäfer von PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick so überschwänglich gelobt wird, dann ist das wie ein Ritterschlag oder die Verleihung des Literaturnobelpreises … Okay, Letzteres ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber es bedeutet, dass der Roman überdurchschnittlich gut sein muss.

In der Tat hat der Autor mit dem Abschlussband der Mirona-Staffel Überragendes geleistet. Er hat nicht nur die aufgeworfenen Fragen aus den vergangenen sieben Staffeln beantwortet, er hat zudem die Essenz der PERRY RHODAN-Serie für NEO neu interpretiert, ohne die Erstauflage zu verraten.

In der Tat ist das Leben nicht nur schwarz und weiß, es gibt nicht nur Gutes oder Böses. Die Realität besteht in der Regel aus einer Mixtur von Beidem und man muss als Mensch stetig Kompromisse eingehen, ohne den Rahmen der eigenen Moral zu sprengen. Rüdiger Schäfer lässt Perry Rhodan in dem Konflikt zwischen den Crea und den Meistern der Insel einen Zwischenweg finden, der vielleicht nicht ideal erscheint, der aber das Beste ist, was den Terranern in diesem Moment möglich ist.

Die Mischung aus actionreicher Handlung, tiefgründiger Charakterbeschreibung und philosophischer Betrachtung ist gleichermaßen gelungen wie die kosmologische Einordnung des »Schachspiels« zwischen ES und ANDROS. Dass Schäfer am Ende einen befriedigenden, und das meine ich jetzt nicht negativ, Abschluss der Andromedareise der MAGELLAN schafft und es ihm gleichermaßen gelingt, genügend Fragen für die folgenden Staffeln unbeantwortet zu lassen, finde ich stark.

Der Abschied von liebgewonnenen Figuren wie Tani Hanafe, John Marshall, Atlan, Tuire Sitareh und auch Baar Lun tut im ersten Augenblick weh, wird aber durch das Wissen, dass sie aus eigenem Wunsch in Andromeda zurückbleiben, und die Hoffnung ersetzt, sie irgendwann einmal wiederzusehen.

Fazit: Ein großartiger Abschlussroman, mit dem notwendigen Sense of Wonder und einer echten Verbeugung vor dem Geist der klassischen PERRY RHODAN-Serie.