Wie im Rausch … der Con-Samstag

Beim PRFZ-Panel

Der Samstag war tatsächlich schneller rum, als man bis Drei zählen konnte. So kam es mir jedenfalls vor.

Morgens ging es gleich nach dem Frühstück los. Im Jugendhaus bestückte ich zunächst den Stand. Am Tag zuvor hatten wir nur die Kartons unter den Tisch gestellt, jetzt musste ich die FanEditionen, Dorgon-Romane und PerryPaper-Bastelbögen noch hübsch auslegen. Enttäuschung macht sich breit, nachdem ich feststellte, dass die aktuelle SOL-Ausgabe 94 fehlte. Noch enttäuschter war ich aber, dass meine STELLARIS-Geschichte im Conbuch durch das Layout derart verhunzt wurde, dass sie eigentlich nicht mehr verständlich ist. Ich entschuldige mich also schon mal im Voraus bei denjenigen, die sich beim Lesen durch die nicht mehr vorhandenen Kapiteltrennungen verlieren. Mir bleibt nur ein seufzendes Kopfschütteln.

Kaum aufgebaut, ging es schon los mit dem Verkauf. Eine neue FanEdition und ein neuer DORGON ziehen immer Käufer an. Noch schöner wäre es aber gewesen, wir hätten mal wieder ein neues Papiermodell anbieten können. Kurz nach 10 Uhr stand plötzlich Con-Moderator Markus Gersting neben mir, um mich zum PRFZ-Programmpunkt abzuholen. Inzwischen hatten sich zum Glück mit Michael Tinnefeld und Gerhard Huber zwei Helfer gefunden, die mich an Stand vertreten konnten. Danke an die beiden Fan-Autoren.

Zusammen mit Nils Hirseland wurde ich dann auf der Bühne im großen Saal von Roman Schleifer über die SOL, die PRFZ und die FanSzene ausgequetscht. Roman ist der geborenen Entertainer und moderierte auch all die anderen Programmpunkte mit Witz und viel Wiener Schmäh. Nach dem Programmpunkt blieb ich im Saal, weil ich das, was da kommen sollte, um nichts in der Welt verpassen wollte. Unter dem langen Titel »Die Vorsitzenden der PRFZ – im Gespräch über gestern, heute und morgen« mit Klaus Bollhöfener, Nils Hirseland und Rüdiger Schäfer verbarg sich nämlich etwas anderes. Es sollte eine Überraschung werden und zwar für die Zuschauer und für einen der Beteiligten auf der Bühne. Der hatte keine Ahnung und war zunächst entspannt, blickte dann aber zunehmend ungläubiger, je länger Klaus Bollhöfener redete. Der PERRY RHODAN-Marketingchef spielte großartig mit und verlieh am Ende einem völlig verdutzten und sichtlich gerührten Rüdiger Schäfer die Ehrenmitgliedschaft der PRFZ. Überraschung gelungen, würde ich sagen.

Auch beim nächsten Programmpunkt blieb ich im Saal, weil es einer der wenigen Punkte war, die ich mir fest vorgenommen hatte anzusehen. PR-Chefredakteur Klaus N. Frick stand Rede und Antwort zu Fragen, die Roman Schleifer ihm stellte. Es waren auch einige dabei, die Fans in den Sozialen Medien gestellt hatten. Eine Stunde lang wurde über die Produktion der PERRY RHODAN-Serie geredet. Unteranderem wurden Schreibblockaden von Autoren angesprochen und der dann in Kraft tretende Plan B verraten. (Wenn es hart auf hart kommt schreibt der Chefredakteur auch mal höchstselbst den Roman übers Wochenende fertig.) Sowie allerlei weitere interessante Fakten über die Hintergründe der Serie offenbart. Ich war überrascht mit welcher Offenheit Klaus N. Frick den durchaus kritischen Fragen begegnete und sichtlich Spaß an der Unterhaltung hatte.

In der darauffolgenden Mittagspause blieb keine Zeit zum Luft holen, denn es war die Mitgliederversammlung der PRFZ ausgerufen. Hermann Ritter übernahm die Leitung und zog die Versammlung straff wie am Schnürchen durch. Immerhin 20 Mitglieder hatten sich eingefunden, beim letzten Mal in Osnabrück waren es noch 25 gewesen. Vor allem waren viele Vorstandsmitglieder nicht anwesend, was kein gutes Licht auf die innere Struktur der PRFZ warf. Da ist fürs nächste Mal definitiv noch Luft nach oben.

Mir blieb nicht mal eine Stunde am Stand, bevor ich erneut auf die Bühne klettern durfte. Roman Schleifer hatte mich gebeten, ihm beim NEO Programmpunkt zu unterstützen, um gezielt inhaltliche Fragen stellen zu können. Es war mir eine Ehre Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm ein paar Informationen zu entlocken und Rainer eine Dr. Brömmers-Frosch-KI zu überreichen. Ob die Zuschauer Spaß an dieser Unterhaltung hatten und ob sie mit den Fragen und Antworten zufrieden waren, kann ich an dieser Stelle nicht beantworten. Ich hoffe es wenigstens.

Den Rest des Nachmittags verbrachte ich am Stand, um Publikationen zu verkaufen und mit Leuten zu plaudern. Besonders gern erinnere ich mich dabei an die Unterhaltung mit Karl Nagel, dessen Lesung ich wegen NEO leider verpasst hatte. Es war aber sehr nett, den Autor, Punk und ehemaligen Kanzlerkandidaten der APPD persönlich zu treffen. Dazwischen holte ich mir noch die eine oder andere Unterschrift in der Autogrammstunde.

Die zwei Stunden vor dem Abendprogramm nutzten mein Mann und ich, mit den beiden NEO-Exposéautoren und NEO-Lektor, Dieter Schmidt, zu einem Abendessen im Kartoffelhaus, um anschließend gestärkt dem großen Finale des Con-Samstags beizuwohnen.

Rüdiger Schäfer hatte zur Saturday Night Live-Talkshow geladen und begrüßte unteranderem Wolfgang Kehl (Arndt Elmer), Andreas Brandhorst, Klaus N. Frick, Hermann Ritter und Robert Corvus auf der Bühne. Klaus Bollhöfener wurde von Klaus N. Frick gedoubelt (leider ohne fränkischen Dialekt). Dazwischen gab es Quizfragen fürs Publikum, bei dem Raritäten und Sammlerstücke gewonnen werden konnten. Ich hätte gerne die NEO-Sternenkarte ergattert, wusste aber nur den Vornamen des Pseudonyms von Rainer Schorm – Regina Shadow. Dabei stand er in der letzten Ausgabe der SOL auf Seite 43. Ich hätte es eigentlich wissen müssen. Nun ja, Namen sind eben nicht meine große Stärke.

Völlig erschöpft fiel ich kurz vor Mitternacht in Bett. Es war ein toller Tag, wie immer bei solchen Ereignissen nur leider zu kurz.

Langer Confreitag in Osnabrück

Das Con-Hotel

Die Deutsche Bahn brachte uns pünktlich und ohne Probleme nach Osnabrück. Na, ja, ich hatte meinen Mann dabei, der bringt mir bei Bahnreisen meist Glück. Ich genoss es mal wieder lange am Stück in einem Zug zu fahren, ohne nach zwei oder drei Stationen umsteigen zu müssen. Ich schrieb eine Szene für meinen Zeitreise-Roman und schmökerte in einem Buch, in dem es um PERRY RHODAN (zumindest indirekt) und um Pornos geht. Die Mischung ist durchaus skurril und witzig. Ich werde bei Gelegenheit darüber berichten.

Nach der Ankunft in Osnabrück stärkten wir uns in einem Café in der Fußgängerzone. Ein selig lächelnder Chefredakteur eilte an uns vorbei, ohne uns zu bemerken. Ich nahm aber freudig zur Kenntnis, dass Klaus N. Frick tatsächlich sein Versprechen wahr gemacht hatte, den Con in Osnabrück zu besuchen. Wo er doch in der Vergangenheit oft genug hatte verlauten lassen, keinen Perry-Con mehr besuchen zu wollen.

Während sich mein kränkelnder Ehemann im Hotelzimmer etwas hinlegte, ging ich ins Jugendhaus um Hallo zu sagen und bei den Vorbereitungen zu helfen. Vor und im Jugendhaus herrschte reges Treiben. Jugendliche aller Alterstufen tummelten sich dort. Schön zu sehen, dass sich die Jugend doch noch für nicht-virtuelle Aktivitäten von ihren Smartphones und Computer weglocken lässt.

Es hatten sich außerdem schon viele aus dem engeren Kreis der PRFZ versammelt und waren dabei, die Con-Räumlichkeiten zu dekorieren und die Händlertische aufzubauen. Die ausgedruckten Poster mit dem Programm wurden mir aus der Hand genommen und strategisch günstig aufgehängt, während ich mich um den Aufbau des Stands und das Anbringen des großen Banners an der Bühnenfront kümmerte. Im Laufe des Nachmittags kamen weitere Fans vorbei und boten ihre Hilfe an. Vielen Dank an dieser Stelle dafür, denn so waren wir schneller fertig als gedacht und setzten uns bei einem Kaffee im großen Kreis zusammen.

Gegen 18 Uhr wechselten wir ins wenige Meter entfernte Kartoffelhaus. Michael Tinnefeld und Gerhard Huber hatten mich schon im Vorfeld zum Essen eingeladen, als Dankeschön, dass ich ihre FanEdition lektoriert hatte. Nach einem sehr guten und vor allem umfangreichen Abendessen schlenderten mein Mann und ich ins Hotel zurück.

Am späteren Freitagabend traf sich dann die PRFZ-Spitze zu einem Vorgespräch im Biergarten vom Romantik-Hotel Walhalla. Mit von der Partie war Klaus Bollhöfener aus der PR-Redaktion. Wir sprachen über Zukünftiges und über die Verbesserung interner Abläufe. Doch je weiter der Abend voranschritt, desto kälter wurde es. Als ich eingewickelt in zwei Decken und mit einer Tasse Tee immer noch fror, zog ich mich dann doch lieber ins Hotelzimmer zurück. Außerdem war es spät und ich wollte am nächsten Morgen ausgeschlafen sein.

Der Saal im Jugenhaus

Im Constress

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen an jedem Tag des Wochenendes ein wenig vom Perry-Con zu berichten. Aber …

Mitarbeiterin im Con-Team zu sein, ist dann doch etwas anderes als solch eine Veranstaltung als normale Besucherin zu erleben. Es ist Arbeit und es ist mitunter stressig. Da will der Stand der PRFZ betreut, zwei Bühnenauftritte absolviert werden und dann ist noch das Nebenbei. Kleinigkeiten, die selbstverständlich immer vorkommen und die erledigt werden wollen.

Ganz wichtig jedoch waren an diesem Wochenende die Gespräche mit den Menschen, mit Fans genauso wie mit den Autoren. Dass ich dadurch kaum etwas vom Programm mitbekommen habe, ist da zu vernachlässigen. Der Austausch untereinander ist es, der einen Con unteranderem so wertvoll macht.

Jetzt, nachdem die 3. PERRY RHODAN-Tage Osnabrück hinter mir liegen, bin ich zwar ein wenig erschöpft, aber glücklich und zufrieden mit dem Ausgang. Es war ein ereignisreiches Wochenende, an dem ich viele nette Menschen getroffen und viele gute Gespräche geführt habe. Darüberhinaus war der Con auch ein schöner Erfolg für die PRFZ.

Vorfreude auf Osnabrück

Vor dem Haus der Jugend

Eigentlich poste ich ungern über etwas, das in der Zukunft liegt. Ich bin ein bisschen abergläubisch in solchen Dingen. Wenn man sich zu sehr auf etwas freut, ist es meist nicht so schön, oder man kann es nicht miterleben. Zumindest ging es mir im letzten Jahr mit dem GarchingCon so. Ausgerechnet an dem Wochenende hatte ich gesundheitliche Probleme.

Nun hoffe ich, dass es in Osnabrück nicht genauso ist. Mein Mann kränkelt nämlich seit gestern und wir wollen morgen früh mit dem Zug in den Norden fahren. Dabei gibt ja noch ganz andere Dinge, die schief gehen können. Ich sage nur Deutsche Bahn. Darum fahren wir auch sehr früh los.

Hoffentlich geht alles gut und hoffentlich werde ich nicht auch krank, denn ich habe so einige Programmpunkte bei den 3. PERRY RHODAN-Tagen zu absolvieren. Als ich heute das Programm ausgedruckt habe, wurde mir klar, dass ich wohl so einiges verpassen werde. Die Lesung mit Karl Nagel beispielsweise, die ich gern gehört hätte. Genau zu diesem Zeitpunkt bin ich als Moderatorin für den NEO-Programmpunkt eingeplant. Viel Zeit werde ich auch am Stand der PRFZ verbringen. Dafür habe ich extra eine kleine Kassen-App programmiert, die ich dort ausprobieren möchte.

Und dann haben ganz viele Leute gefragt, ob ich mit ihnen zum Essen gehe. Die vielen Einladungen muss ich irgendwie koordinieren.

Jetzt schauen wir erstmal, dass wir gut ankommen, und ich hoffentlich nichts vergessen habe, einzupacken.

Hier ist übrigens das Programm der 3. PERRY RHODAN-Tage Osnabrück. Für diejenigen, die im Norden wohnen und vielleicht kurzentschlossen vorbeikommen möchten.

Vom Lesen und Schreiben

Aufmerksame Leser meines Blogs werden festgestellt haben, dass ich in der letzten Zeit nicht mehr täglich blogge. Das liegt schlicht daran, dass ich neben der SOL jetzt auch für meine eigene Kolumne in der PERRY RHODAN Erstauflage schreibe. Textlich sind das zwar nur vier Seiten, die ich meist an einem Vormittag zusammenschreibe. Davor aber steht die Lektüre der Fanzines an, die ich von der Redaktion zugeschickt bekomme. Und das sind nicht wenige. Irgendwann muss ich die ja lesen, wenn ich darüber schreiben will. Also sitze ich meist abends da und schmökere in Fanzines, statt zu bloggen. Das ist okay, denn dafür werde ich bezahlt. Wer kann schon von sich behaupten, fürs Lesen bezahlt zu werden.

Es sind immer wieder richtig tolle Magazine dabei. Heute habe ich beispielsweise das EXODUS gelesen, das ist ein regelmäßig erscheinendes Heft mit Kurzgeschichten. Allesamt von professionellen Autoren geschrieben und von Künstlern illustriert, sehr hochwertig gefertigt, nicht nur inhaltlich. Ich bin begeistert.

Morgen werde ich mir die LARPzeit näher anschauen und die Andromeda-Nachrichten des Science-Fiction-Club-Deutschlands. Die SOL ist heute übrigens auch eingetroffen. Gut, die kann ich natürlich nicht besprechen, aber ich freue mich, denn das Heft ist nicht nur optisch ein Hingucker, auch die Beiträge passen schön zusammen. Es war bis zuletzt eine schwere Geburt, aber es hat sich gelohnt. Ich bin ja gespannt, was die Leser sagen.

Und so werde ich mich auch die nächsten Tage quer durch Fanzines und Magazine lesen. Ach ja … die Comics vom Gratis-Comic-Tag sind ja auch noch da. Da muss ich wohl Prioritäten setzten.

199 mal NEO

NEO-Collection

Der Anblick ist beeindruckend. Zwei Regalböden gefüllt von über einhundert schmalen Buchrücken mit markantem Aufdruck. Hätte ich alle Bände als Taschenhefte, würde nochmal ein Regalboden dazukommen.

Bald sind es zweihundertmal NEO, zweihundert Romane, zweihundert Geschichten, geschrieben von gut einem guten Dutzend Autoren. Der Erfolg der Serie überrascht selbst die Macher, bringt die Kritiker aber nicht zum Schweigen. Dennoch ist und bleibt die Serie ein wichtiger Bestandteil der PERRY RHODAN-Saga.

Mit der letzten Staffel vor dem Jubiläum haben Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm nochmal alle Register gezogen. Endlich erfährt der Leser die Hintergründe des kosmischen Schachspiels und dessen Auflösung. ANDROS die Entität aus Halatium sehnt sich nach Ruhe und Frieden und stürzte deshalb in Millionen von Jahren zwei Galaxien in eine Spirale der Gewalt. Er spielt ein falsches Spiel und verliert am Ende doch. ES befördert ihn mit einem Trick ins sterbende Creaversum. Ihr zur Seite stehen neben Perry Rhodan auch Tuire Sitareh, Ernst Ellert und Huang Wei. Andromeda und die Milchstraße werden befreit und sehen einer hoffentlich friedlichen Zukunft entgegen.

Leider forderte die finale Schlacht auch Opfer. Huang Wei der Helfer von ES opfert sich für die Superintelligenz und Tuire Sitareh bleibt zusammen mit Ernst Ellert im Creaversum gefangen … oder auch nicht. Hier haben sich die Autoren ein Hintertürchen offengelassen.

Die Romane ab Band 196 an sind durchweg spannend erzählt. Hervorzuheben ist dabei die 197 von Ruben Wickenhäuser und die 198 von Kai Hirdt, der mal wieder ein Feuerwerk an Ideen und cleveren Dialogen abbrennt. Dem Abschlussband der Exposéautoren mangelt es ein wenig an Spannung, weil man weiß, dass die Serie fortgesetzt wird und Perry Rhodan eigentlich niemals richtig in Gefahr ist. Der Roman ist jedoch angesichts der Zusammenhänge lesenswert, welche die beiden Autoren ausgeknobelt haben.

Ich gratuliere an dieser Stelle Autoren und Redaktion zum zweihundertsten und wünsche mir und allen NEO-Lesern, dass es so spannend und abwechslungsreich weitergeht.

Abstraktes Endspiel

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 199 – »Am Ende aller Tage« von Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm

Die MAGELLAN hat im Halit-System enorme Problem. Die durch ANDROS verursachten Störungen des Raum-Zeit-Gefüges bringen nicht nur das Schiff, sondern auch die Mannschaft an ihre Grenzen. Mit Mühe und Not können sie die DOLAN mit Icho Tolot an Bord nehmen und sich an den Rand des Systems zurückziehen. Der Haluter ist zudem eine große Hilfe, um die Gefahr durch platzende Halbraumblasen zu eliminieren. Dem im System zurückgebliebenen Perry Rhodan kann die Crew allerdings nicht im Kampf gegen ANDROS beistehen.

Der Protektor befindet sich auf einer Verrytspähre. Zusammen Tuire Sitareh, Ernst Ellert und Huang Wei, soll er das Synchrofark mittels Sprengkapseln zerstören. Dort sieht Perry ES bei einem Angriff durch ANDROS sterben. Doch die Entität hat nur geblufft, es war Huang Wei der sich als ES ausgegeben hat und gestorben ist. Zurück auf der Verrytsphäre erläutert ES ihren Plan und schickt Ellert mit Tuire ins Creaversum, während Perry als Anker im Einsteinuniversum zurückbleibt. Durch die Augen von ES, erkennt Perry, wie das Schließen der Ruptur auch die Erde im Solsystem bedroht. Der Planet kann aber durch NATHAN und die Posbis geschützt werden. Der Plan von ES geht auf. Während die Crea mit einem riesigen Habitat – einer Art Arche – ins Einsteinuniversum überwechseln, wird ANDROS ins Creaversum gesaugt und die Dimension für immer abgeschnitten. Tuire und Ellert können nicht zurückkehren. Rhodan droht in den Gewalten, die im Halit-System nachwirken, getötet zu werden, kann aber in letzter Sekunde von Mirona Thetin und Atlan mittels Halbraumtransport gerettet werden.

Das sich die Prophezeiung von ES – der Tod Perry Rhodans – nicht bewahrheitet, davon war auszugehen, ansonsten wäre die Serie hier zu Ende gewesen. Insofern liefert dieser Aspekt keine so richtige Spannung. Interessant ist allerdings, der Ausgang des kosmischen Schachspiels zwischen ANDROS und ES. Der letzte Bluff, der die Rettung der Spezies des Creaversums und die gleichzeitig Verbannung von ANDROS in seine angestammte Heimat beinhaltet, ist von den Autoren sehr clever durchdacht.

Allerdings blieben mir viele Dinge in diesem Roman zu abstrakt. Abgesehen von den Auswirkungen der zusammenbrechenden Raumzeit, für die es weder Beweis, noch Gegenbeweis gibt, ist mir die Rolle des Protektors nicht so ganz klar geworden. Was genau außer seinem Zellaktivator und der bei der Aktivierung der Transmitterstrecke veränderten Physiologie macht die Person Perry Rhodans so wichtig? Theoretisch hätte das jeder mit Zellaktivator ausgestattete Mensch, also auch Thora oder Atlan tun können. Auch seine Rettung durch Mirona Thetin war mir zu konstruiert und zu simpel. Man hat ihn quasi an Bord gebeamt.

Tuires »Ableben« kam ebenfalls nicht unerwartet. Ich war stets ein großer Fan des rätselhaften Auloren, allerdings hat er in den vergangen Staffeln an Reiz verloren, weil er kaum noch auftauchte. Es tut mir wohl deshalb weniger leid, dass er ab Band 200 nicht mehr dabei sein wird. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es aber, dass er zusammen mit Ernst Ellert einen Weg zurückfindet.

Das Ende von ANDROS war gut gelöst, gerade weil die Entität nicht getötet wurde, sondern aus dem Einsteinuniversum verbannt. Soviel ich verstanden habe, ist ANDROS das gleiche wie METEORA. Also ein aus Halatium gebildetes Bewusstsein. Während ES aus den Seelen der Memetern hervorgegangen ist. Damit ist ANDROS aber eher der Bruder von METEORA, als der Bruder von ES. 

Die beiden Autoren bemühen sich sichtlich um Spannung. Das gelingt ihnen auch. Man kann außerdem nur schwer feststellen, wer was geschrieben hat. Ich tippe aber, dass Rüdiger Schäfer für die Rhodan Handlungsebene verantwortlich war. Dennoch hat mich der Roman nicht einhundertprozentig überzeugt. Wie gesagt, vieles war mir einfach zu abstrakt. Jemand, wie mich, der genau verstehen möchte, was passiert und der auf innere Logik wert legt, wird sich schwer tun. Irgendwann habe ich aufgegeben, es verstehen zu wollen, und einfach nur noch weitergelesen. Das heißt aber auch, dass ich nur mit halben Herzen dabei war und das wiederum finde ich schade.

Ein weiterer Aspekt, den ich vermisst habe, war das Leyden-Team. Die Truppe um den exzentrischen Hyperphysiker hat in den vergangenen knapp 100 Romanen einen großen Teil der Handlung dominiert. Das sie innerhalb der Staffel so plötzlich ins Aus befördert und ihnen nicht mal im großen Finale eine Rückkehr gestattet wurde, ist mehr als ärgerlich. Selbst Belle McGraw, die ja an Bord der MAGELLAN ist, taucht nicht mehr auf. Selbst dann nicht, als ihr »Geliebter« John Marshall bewusstlos in der Krankenstation materialisiert. Stattdessen etablieren die Autoren – ich tippe mal, es war Rainer Schorm – den bislang unbekannte Charakter Alfred Parlinger. Durch die Augen, des in der Astrometrie tätigen, Wissenschaftlers erleben wir die Auswirkungen der Raumzeitstörungen. Diese Rolle hätte gut auf die Astronomin Belle McGraw gepasst, die dann sogar ihrem Schwarm Marshall hätte zu Hilfe eilen können. Leyden hätte mit Tolot die MAGELLAN gerettet, während Luna Perparim ihre Verbindung zu Huang Wei offenbart worden wäre. Leider scheinen die Expokraten mehr auf ein paar nörgelnde Fans gehört zu haben, als sich und den Leyden-Fans diesen Knalleffekt zu gönnen. Damit verzichten sie leider auch auf einen richtig runden Abschluss.

Abgesehen, von den erwähnten Punkten ist »Am Ende aller Tage« ein überdurchschnittlich guter NEO, der die offenen Fäden von 199 Romanen glaubhaft abschließt. Ich hätte mir allerdings weniger abstrakte physikalische Details und mehr Gewicht auf die finale Charakterentwicklung gewünscht, denn angesichts des angekündigten Zeitsprungs, werden wir einige der Figuren nicht wiedersehen.

Noch eine Bemerkung zum Cover von Dirk Schulz: war es zuletzt Ricardo Montalban, der für Tuire Modell gestanden ist, dann war es bei Band 199 Gojko Mitic.

Ein neuer Meilenstein

Das Covermotiv gestaltete Stefan Böttcher

Wenn die SOL 94 erscheint, setzt dies einen neuen Meilenstein in der Geschichte der PRFZ und dem SOL-Magazin. Warum und wieso möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten, das werden die Leser selbst feststellen. Aber ich kann schon ein bisschen über den Inhalt des Heftes plaudern.

Neben den obligatorischen Besprechungen der PERRY RHODAN Erstauflage und zu NEO, erwartet die Leser einige bemerkenswerte Artikel und Interviews.

Besonders viel Spaß gemacht hat mir das Interview, welches ich mit Rainer Schorm geführt habe. Der Autor hat spannendes zu erzählen und würzt dies mit viel Humor. Alexandra Trinley hat Andreas Eschbach nach der Buchmesse zu seinem Roman »Perry Rhodan – Das größte Abenteuer« befragt.

Schwerpunkt des Heftes bilden die Jubiläen, die die PERRY RHODAN Serie in diesem Jahr begeht. Wir berichten unteranderem ausführlich vom Perry-Event in München. In sechs Beiträgen kommen Beteiligte unterschiedlicher Fraktionen zu Wort, die die Veranstaltung im Literaturhaus aus ihrem Blickwinkel beschreiben. Außerdem ging vor 15 Jahren die Perrypedia online, auch dies wird in einem Artikel gewürdigt.

Neben der Fortsetzungsgeschichte von Jörg Isenberg gibt es für die Fans von Fanfiction eine weitere Kurzgeschichte oder zwei, ganz wie man es sehen möchte. Die Fanszene wird repräsentiert von Gerhard Huber und Michael Tinnefeld.

Kurzum, es ist wieder für jeden etwas dabei.

Wichtiger Beitrag in der SOL 94

Die Autogramme der »Rhodan Familie«

Endlich, die SOL 94 ist in der Druckerei und wird, wenn alles gut geht, noch bis zum 21. Mai ausgeliefert. Also noch vor den 3. PERRY RHODAN-Tagen in Osnabrück. Ich werde heilfroh sein, wenn das klappt. Denn wir haben einen ganz speziellen Beitrag im Heft, der direkt mit der Veranstaltung in Osnabrück verknüpft ist. Darin geht es um etwas, was die Herzen einiger Sammler höher schlagen lassen wird.

Und weil vielleicht der eine oder andere Sammler nicht dazu kommt, die SOL 94 rechtzeitig zu lesen, oder weil er kein Mitglied in der PRFZ ist und die SOL nicht erhält. Möchte ich an dieser Stelle nochmals ausdrücklich daraufhin weisen.

Gunnar Teege, ein Fan aus München, sprach mich auf der Veranstaltung im Literaturhaus in München zwischen Tür und Angel an und erzählte mir, dass er einen besonderen Schatz daheim hütet. Er erzählte mir von der »Rhodan-Familie«, die auf der Leserkontaktseite von PR 795 abgedruckt worden war. Und er sprach vom WeltCon 1980, auf dem er gewesen ist, um sich die Unterschriften der damaligen Autoren zu holen, eben auf dieser Seite. Ich bat ihn, mir doch die ganze Geschichte aufzuschreiben und zuzusenden, damit wir sie in der SOL abdrucken können. Er stimmte zu und machte anschließend noch einen unglaublichen Vorschlag. Er fragte, ob wir nicht die Seite aus dem Heft auf dem Con in Osnabrück versteigern wollten. Er würde der PRFZ das Dokument spenden. Damit hatte ich nun nicht gerechnet und fragte später, als er mir per E-Mail seinen Text schickte, ob er das ernst gemeint hätte, mit dem Versteigern. Er meinte »ja« und schickte mir die Seite drei Tage später zu.

Die originale Heftseite enthält die Unterschriften von William (Rhodan) Voltz, Marianne (Rhodan) Sydow, Kurt (Rhodan) Mahr, Walter (Rhodan) Ernsting und Ernst (Rhodan) Vlcek. Wir werden also auf dem Con in Osnabrück dieses seltene Stück für einen guten Zweck versteigern. Für welchen Zweck – entscheiden wir auf der zuvor stattfindenden Mitgliederversammlung.

Also, wer noch unsicher ist, ob er die 3. PERRY RHODAN-Tage in Osnabrück besuchen soll, dann ist dies hier ein weiterer Grund, unbedingt am Con der PRFZ teilzunehmen. Allen potenziellen Interessenten wünsche ich schon mal viel Glück.

Auf der Zielgerade

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 198 – »Duell der Bestien« von Kai Hirdt

Die MAGELLAN gelangt mittels des Sechsecktransmitters nach Andromeda. Der ohnehin angeschlagene Perry Rhodan übersteht den Flug nur durch viel Glück und das Können der Mediziner. In Andromeda beschließt die Crew allen voran Rhodans besorgte Ehefrau Thora, nach Multidon statt ins Halit-System zu fliegen, um Mirona Thetin um medizinische Hilfe für Perry zu bitten.
Icho Tolot bricht derweil mit der DOLAN ins Halit-System auf, um auszukundschaften, wie die Lage dort ist und was ANDROS plant. Er stürzt mehr oder weniger freiwillig auf dem Heimatplaneten der Sitarakh ab und stellt sich dem finalen Kampf gegen die Bestie Masmer Tronkh. Durch einen jungen Sitarakh – oder einer Person, die sich als solcher ausgibt (ES?) – erfährt er, was es mit ANDROS, METEORA und dem kosmischen Schachspiel auf sich hat.

Kai Hirdt liefert mit »Duell der Bestien« erneut einen Roman ab, in dem die Charaktere nicht nur vor Lebendigkeit sprühen, sondern der auch in sich stimmig ist. Das der Autor ein Händchen für Dialoge hat, beweist er in diesem Roman zum wiederholten Mal. Thoras und Thetins Stutenbissigkeit sind einfach grandios geschildert. Überhaupt, lebt Thora zum ersten Mal seit vielen Romanen wieder so richtig auf.

Wobei sich das Hin und Her um Perry Rhodans Gesundheit ein wenig anfühlte, als ob der Autor Zeilen schinden müsse, damit Tolot genügend Zeit für seinen Kampf mit Masmer Tronkh bleibt. Tifflor und Sud sind gegenüber Rhodans Zustand praktisch hilflos. Atlans und Thoras Versuche mit der »Gedankenverschmelzung« bleiben ebenfalls erfolglos. Erst das Auftauchen von Tuire Sitareh holt Rhodan ins Leben zurück.

Schön beschrieben war Icho Tolots Kampf zunächst mit sich selbst und später mit der Bestie. Großartig auch die Idee, den brennenden Schwefel in den See zu leiten, um ein Säurebad herzustellen und damit die Schiffe der Bestien zu zerstören. Solche wissenschaftlichen Gedankenspiele freuen mich mehr, als die ins Phantastische gehenden Heilfähigkeiten von Sud.

Das einzige was mich ein bisschen ernüchtert: Auf sechs Seiten erfährt Icho Tolot und damit auch der Leser, die komplette kosmologische Hintergrundgeschichte der vergangenen knapp 200 Bände. Einfach so! Peng! Hier sind die Zusammenhänge! … Kann man das so machen? Ja! Sollte man es so machen? Vielleicht! Hätte ich es anders gemacht? Ich denke, ja! … Es gab in den vergangenen Staffeln genug Gelegenheit immer mal wieder ein Informationshäppchen einzubauen. Ich hätte es besser gefunden, wenn sich die Leser selbst ein Bild hätten erarbeiten müssen, als ihnen einfach die Lösung vor die Füße zu werfen. Was sprach dagegen, mehr auf die Hintergründe des kosmischen Schachspiels einzugehen? Allein in der laufenden Staffel sind mindestens drei Romane enthalten, die meiner Meinung nach eher Füllstoff waren. Auch auf die Gefahr hin, dass sich die Leser das Ende zusammenreimen können, fand ich den gewählten Weg nicht optimal.

»Duell der Bestien« ist eine unterhaltsame Geschichte, deren Charaktere aufs meisterliche ausgearbeitet sind und die durch Cliffhanger in den Kapitelenden ausgesprochen spannend daherkommt. Allein die lieblose Weitergabe der Informationen zum kosmischen Überbau der Serie hat mich geärgert. Ich wollte lieber mitraten und spekulieren und nicht die Geschichte des Ringens auf dem Silbertablett geliefert bekommen. Schade!