Trockener Sommer

Ich stehe an der Bushaltestelle. Der Wind fegt getrocknetes Laub um meine Füße, die Lindenbäume an der Straße sind braun gefärbt und schon beinahe kahl. Das Gras am Straßenrand sieht nicht besser aus, welke braune Stengel. Und auch hier teilweise kahle, wie verbrannt wirkende Stellen am Boden. Eigentlich ein typisches Bild für Oktober, doch wir haben erst Mitte August.

Es hat in diesem Sommer eindeutig zu wenig geregnet, dazu wochenlang täglich über 30 Grad – das war nicht gut für die Natur in unseren Breiten. In manchen Regionen ist es so schlimm, dass die Bauern kein Futter mehr für ihr Vieh ernten können und Futter zukaufen müssen. Das Obst vertrocknet oder fällt notreif von den Bäumen. Selbst im Alpenraum, wo es oftmals mehr regnet als anderswo, sieht die Natur verbraucht aus. Weniger grün, weniger frisch.

Werden wir uns an den Anblick gewöhnen müssen? Werden wir lernen müssen mit unserem Trinkwasser sorgsamer umzugehen? Angesichts des prophezeiten Klimawandels, müssen wir uns wohl häufiger auf Situationen wie in diesem Sommer einstellen. Eines ist sicher, üppiges Grün bis in den Oktober hinein wie in den letzten Jahren wird es heuer nicht geben. Da können auch die Regenfälle der letzten Tage nicht viel ausrichten.

Die Natur hat die Reißleine gezogen und auf Herbst geschaltet, auch wenn es erst August ist.

Exotische Duftnoten

Seit zirka zehn Jahren bevorzuge ich die Kosmetikartikel eines großen französischen Naturkosmetik-Herstellers. Zum einen kann man dessen Produkte sowohl vor Ort in den Filialen der Kette kaufen, aber auch per Katalog bestellen. Das ist ungemein praktisch, weil man sie zunächst probieren kann, bevor man sie bestellt.

Bei Kosmetikartikeln wie Cremes, Duschgel oder Shampoo ist für mich in erster Linie der Duft ausschlaggebend. Mein empfindliche Nase weiß sehr genau, was ihr gefällt und was nicht. So lehne ich stark blumig riechendes Parfüm ebenso ab, wie die intensiven Gerüche die von den meisten After Shaves ausgehen. (Ehrlich, da ist mir ein schwitzender Mann manchmal lieber.)

Besagter Kosmetikproduzent verfügt über eine ständig wechselnde Palette exotischer Duftnoten, die meist genau meinen „Geschmack“ treffen. Im letzten Jahr war ein Macadamia-Duschbad mein Favorit, in diesem Jahr ist es ein Bio-Produkt mit Karitebutter. Die Shampoos mit Kamille- und Lindenblütenduft sind bei mir schon dauerhaft in Verwendung.

Zur Zeit benutze ich ein Duschbad mit Kaffee-Extrakt. Das war zwar zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, weil ich jetzt nach dem Duschen wie ein Cappuccinobonbon rieche. Aber mein Mann findet es prima und auch ich mag es inzwischen auch ganz gern. Das ist definitiv etwas für Kaffeejunkies.

Affinity Designer

Cool! Mit dieser Software wird mein lang gehegter Traum war.

Seit ich das erste Mal mit Adobe Illustrator gearbeitet habe, sind mehr als zwanzig Jahre vergangen und außer Freehand (mit dem ich mich allerdings nie richtig anfreunden konnte), gab es bisher kein Programm das Illustrator das Wasser reichen konnte. Das wissen natürlich die Leute von Adobe und so sind deren Produkte für den Privatnutzer kaum erschwinglich, außer wenn man irgendwann mal in den Genuss einer Studentenversion kam.

Nach den letzten Betriebssystem Upgrades lief meine alte Adobe Suite nicht mehr am Mac und ich suchte seit langem nach einer Alternative. Bis ich letzte Woche auf ein kleines Programm im App-Store stieß, das es dort seit Oktober letzten Jahres gibt und seit Frühjahr auch in einer deutsche Version erhältlich ist.

Die kleine App kann großes und kostet gerade mal 50 Euro. Die Programmierer von Serif Labs aus England haben Affinity Designer ausschließlich für den Mac entwickelt und versprechen, dass jeder Nutzer der mit Vektorgrafiken vertraut ist, ohne große Umstellung mit Affinity klarkommt. Letzteres kann ich nur bestätigen, ich habe selten eine so intuitive Oberfläche erlebt. Manche Dinge gehen fast noch einfacher von der Hand als mit der Adobe Software. Auch das Leistungsspektrum ist vergleichbar. Jedenfalls ist mir auf Anhieb nichts aufgefallen, was ich vermisst hätte. Anscheinend gibt es auch eine Entwicklerwebseite, auf der die Benutzer ihre Wünsche äußern können, die dann nach und nach umgesetzt werden, um das Programm zu komplettieren. So bietet die aktuelle Version 1.2 bereits mehr Features, als die ursprüngliche Version.

Ich hatte jedenfalls großen Spaß bei der Arbeit mit Affinity. Dabei habe ich nur ein paar Buchstaben als Vektorgrafik angelegt und mir einen kurzen Überblick über das Programm verschafft. Das Beste ist Serif plant eine ganze Design Suite, so wird es bald auch Affinity Foto und einen Affinity Publisher geben.

Meine Fazit daher ist: Da ist Serif Labs der große Wurf gelungen und Adobe sollte sich für die Zukunft schon mal warm anziehen.

Feuchte Ärgernisse

Während ich mich gerade mit DEKRA-Reports, CE-Zeichen und Maschinensicherheit auseinandersetze, rumoren draußen Stemmeisen und Schlagbohrer.

Das Fundament unseres Nachbarhauses wurde beim Bau nicht vorschriftsmäßig isoliert, weswegen gestern eine außerordentliche Eigentümerversammlung stattfand. Nun steht zu befürchten, dass es bei unserem Haus (gleicher Bauherr) nicht anders aussieht. Es würde die permanent hohe Luftfeuchtigkeit in unserer Wohnung erklären.
Als erstes haben wir uns gestern ein Messgerät zur Bestimmung der Wandfeuchtigkeit gekauft, um zu sehen, wie es um die Feuchtigkeit der Außenwand bestellt ist. Sollte sich unser Verdacht bestätigen, droht unserem Sechs-Parteien-Haus dasselbe Prozedere. Fundament freilegen, trocknen lassen und isolieren. Die Summe wird sich inklusive Gutachter auf etwa siebentausend Euro belaufen. Zum Glück hat die Hausgemeinschaft eine stattliche Rücklagensumme gebildet.

Ärgerlich ist es dennoch, weil der Schaden erst so spät entdeckt wurde und der Bauherr nun nicht mehr regresspflichtig ist. Außerdem ist er vor zwei Wochen verstorben. Mhm, irgendwie passend.

Was heißt hier Gleichstellung?

Das erste Mal das ich mit dem Wort Gleichstellung konfrontiert wurde, war zu Beginn meines Studiums, als die Gleichstellungsbeauftragte der Uni alle neuen Studentinnen zu einem Treffen einlud. (Technische Universität – Wir waren nicht viele Frauen.) Dort fiel auch der Begriff „Gender“, mit dem ich anfangs so gar nichts anfangen konnte. Auch über das, was mir da erzählt wurde, runzelte ich irritiert die Stirn: Dass wir bereit sein müssten, uns durchzusetzen, dass wir aufpassen sollten, um nicht irgendwann an die gläserne Decke zu stoßen und das Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern jeden Tag neu erkämpft werden muss.

Ich fand das alles höchst seltsam, weil ich dachte, dass wir jene Dinge in unserer fortschrittlichen Gesellschaft doch schon längst erreicht hatten.
Ich wuchs in der DDR auf. Dort war Gleichstellung im Beruf und in der Familie keine Frage. Frauen konnten die gleichen Berufe ergreifen wie Männer und umgekehrt. So gab es in vielen Betrieben Kranführerinnen oder im Stahlwerk sogar Metallurginnen. Meine Mutter war Leiterin eines Sportartikel-Geschäftes bevor sie später einen ruhigeren Bürojob annahm. Sie hat sich immer über die westdeutschen Frauen im Fernsehen aufgeregt, wenn diese sagten: Sie wären von Beruf Hausfrau. Hausfrauen waren die meisten ostdeutschen Frauen neben ihrem Beruf und keiner hat sich daran gestört, weder die Männer noch die Frauen selbst. Es war selbstverständlich das eine Frau in der DDR einer Arbeit nachging und genauso dafür bezahlt wurde wie ein Mann. Im Gegenteil, man fiel auf, wenn man es nicht tat und zu Hause blieb.

Genau deshalb hatte ich ein Problem damit, die Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft als etwas Besonderes zu sehen. Ich vertraute auf meinen gesunden Menschenverstand und darauf, dass wir alle moderne aufgeklärte Menschen seien. Wie fehlerhaft diese Einschätzung war, wurde mir erst sehr viel später klar. Spätestens als man mich nach dem Studium ins harte Berufsleben entließ. In einer von Männern dominierten Branche, wurde ich plötzlich mit Vorurteilen konfrontiert, die ich kaum fassen konnte: Ich hätte das falsche Geschlecht, wurde mir immer wieder gesagt und das man es sich nicht leisten könne, eine Ingenieurin zu beschäftigen. Irgendwann stand ich vor der Frage arbeitslos oder selbstständig. Ich wählte letztere Option, weil ich etwas arbeiten und nicht vom Almosen anderer leben wollte und bisher läuft das ganz gut.

Nach den vielen Jahren in denen ich im Job mal mit Männern und mal mit Frauen zu tun gehabt habe, stelle ich immer wieder fest, wie sehr sich die Teamarbeit mit Männern von denen mit Frauen unterscheidet. Wenn man lange genug mit Männern zusammenarbeitet wird man irgendwann wie ihresgleichen behandelt. Das finde ich völlig in Ordnung. Zeigt es mir doch, dass ich wirklich gleichgestellt bin. Da mögen normale Frauen vielleicht die Nase rümpfen, wenn die Kollegen mal wieder mit einer blöden Bemerkung daherkommen oder versaute Witze erzählen. Ich mag das, weil es mir das Gefühl gibt, dazuzugehören – eine von ihnen zu sein. Ich will nicht mit Samthandschuhen angefasst werden, nur weil ich eine Frau bin. Dazu gehört halt manchmal auch ein rüder Ton oder das man sich die Dinge offen ins Gesicht sagt.
Aber dies ist genau das, womit viele Frauen ein Problem zu haben scheinen. Da wurde mir unlängst vorgeworfen, das Frauenbild in meinem FanEdition-Roman sei menschenverachtend. Als Beispiel nannte die Kritikerin die Szene als Perry Rhodan Anne Sloane befiehlt, sie solle dich erst einmal duschen, nachdem die mehrere Tage lang ohne hinreichende hygienischen Einrichtungen auskommen musste. Hey, wenn er das zu einem männlichen Offizier gesagt hätte, hätte das niemanden gestört.

Ich glaube ja, dass die Frauen, die am lautesten nach Gleichstellung schreien, diejenigen sind, die sich am meisten darüber aufregen, wenn ihnen kein Mann hilft, dass Gepäck aus dem Zug zu heben oder die Tür aufhält.

„Herzliches“ Willkommen

Seit ein paar Wochen bietet sich mir jeden Morgen, wenn mein Zug am Rosenheimer Bahnhof vorbeifährt, das gleiche verstörende Bild: Ein mit Absperrband abgetrennter Bahnsteig, Polizisten in schwarzen Schutzwesten, blaue Einsatzwagen und dazwischen wie Vieh zusammengepfercht, dünne ausgemergelte Gestalten. Meist Männer mit schwarzer Haut, manchmal junge kopftuchtragende Frauen mit kleinen Kindern oder arabisch aussehende junge Männer frierend in weiße Plastikdecken gehüllt – Flüchtlinge.

In Rosenheim halten die Nachtzüge aus Italien und dem Balkan das erste Mal auf deutschem Boden. Hier ist für die meisten Flüchtlinge Endstation. Sie werden generalstabsmäßig aus den Zügen geholt und müssen sich auf dem Treppenaufgang zum Bahnsteig sammeln.

Ich blicke aus dem Zugfenster und es ist als liefe dort ein schlechter Film, verstörend und surreal. Mit zunehmender Fassungslosigkeit beobachte ich, wie jeder einzeln aufgerufen wird und seinen Rucksack oder seine Tasche abgeben muss. Anschließend hat er die Taschen seiner Kleidung zu leeren. Die wenigen Habseligkeiten landen in einer transparenten Plastiktüte. Diejenigen die einen Gürtel tragen, werden aufgefordert ihn abzunehmen; auch er verschwindet in der Plastikhülle. Dann tritt er vor einen Tisch an dem zwei Beamte sitzen und auf dem sich Formulare stapeln. Eine junge Beamtin redet auf den Flüchtling ein. Es werden wenige hastige Worte gewechselt, ein anderer Beamter schreibt alles auf. Danach bekommt der Mann ein blaues Plastikarmband verpasst. Solche, die man von großen Veranstaltungen oder aus dem All-Inclusive Urlaub kennt. Dann wird er von ein oder zwei Polizeibeamten, die blauen Handschuhe tragen, abgeführt und hinter einem Polizeiwagen (manchmal auch schon an Ort und Stelle) abgetastet und systematisch durchsucht, bevor er zu der bereits abgefertigten Gruppe entlassen wird, die innerhalb eines abgesperrten Bereichs wartet. Die gesammelten Beutel mit den persönlichen Sachen landen in einer Plastikbox und werden von einem Polizeibeamten in eines der Einsatzfahrzeuge geladen.

Die morgendlichen Pendler stehen am Bahnsteig direkt daneben und steigen in den Zug ohne das Geschehen eines Blickes zu würdigen. Ich muss schlucken, habe plötzlich einen dicken Kloß im Hals und stelle mir vor, ich wäre einer der Flüchtlinge; heilfroh der Gewalt und der Verfolgung in meinem Heimatland entkommen zu sein, nur um dann so empfangen zu werden: Behandelt wie ein Krimineller.

Ich wende mich beschämt ab und kann es irgendwie nicht fassen. Sind wir wirklich so misstrauisch und so voreingenommen, dass wir Fremde, die bei uns Schutz suchen, so kaltherzig behandeln? Ich verstehe es nicht, fühle mich hilflos. Spätestens als ich das Gespräch zweier älterer Herren neben mir mitbekomme, die sich darüber auslassen, wie viele Krankheiten die Ausländer ins Land schleppen und dass wir bald lauter schwarze Mischlingsbabys haben werden, weil die „Schwarzen“ die deutschen Frauen anmachen, wird mir kotzübel.

Ich habe meine Generation bisher für aufgeklärt und hilfsbereit gehalten, aber davon scheinen wir Lichtjahre entfernt.

Wohnen wo andere Urlaub machen …

… wer will das nicht. Schöne Landschaften, geschichtsträchtige Orte oder viel Natur – Ferienregionen haben viel zu bieten. Manch einer der hier Urlaub macht, träumt wahrscheinlich davon, dauerhaft hier zu wohnen, doch wie alles im Leben hat auch das seine Schattenseiten.

Wir wohnen in einem Luftkurort innerhalb einer Touristengegend. Der nahe See zieht im Sommer tausende Feriengäste auf die fünf Campingplätze und in die kleine Orte der Umgebung. Gerade in so heißen Sommern wie in diesem Jahr ist der „Wärmste See Oberbayerns“ mit 30,5 °C Wassertemperatur (11.8.2015) ein echter Besuchermagnet. Im Winter übernachten im Ort die Skitouristen, weil die alpinen Skigebiete nur fünfundzwanzig Kilometer entfernt sind.
Normalerweise bekommen wir von dem touristischen Trubel nur wenig mit, weil wir uns im Sommer von den einschlägigen Plätzen fernhalten. Nur hin und wieder holt uns die Wirklichkeit ein: Im Wirtshaus nebenan findet fast jeden Abend ein Heimatabend statt, was nichts anderes bedeutet, als das wir auf unserer Terrasse mit lauter Blasmusik beschallt werden. Am Nachmittag sind es meist Heerscharen von Urlaubern die vorbeischlendern und nach dem Weg zum See fragen oder lange Schlangen vor der Eisdiele bilden, das ist nicht weiter tragisch, denn daran gewöhnt man sich im Laufe der Zeit. Genauso wie an die Touristenbusse, die regelmäßig bei uns ums Eck zirkeln und hin und wieder das Verkehrsschild rammen (so lange es nicht die Hauswand ist). Auch die lärmenden Massen, die bei schönem Wetter den Minigolfplatz im Kurpark bevölkern, machen uns wenig aus. Ärgerlicher ist es, wenn man am Sonntagmorgen bereits um acht Uhr morgens keine Vollkornsemmeln mehr beim Bäcker bekommt oder dafür ewig anstehen muss. Auch in Ruhe mit dem Fahrrad um den See fahren, kann man dann nur ganz früh morgens, denn ab zehn sind die Radwege übervölkert.
Apropos See: Im Frühjahr, Herbst und Winter einer unserer Lieblingsorte mutiert das Strandbad im Sommer zu einem von Menschen überquellenden Ort, für den man Eintritt bezahlen muss, auch wenn man dort nicht baden, sondern nur spazierengehen möchte.

Hauptärgernis sind jedoch die hohen Immobilienpreise. Doch das ist wieder anderes Thema …

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Strandpromenade im Frühsommer
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Blick über den See auf die nahen Alpengipfel

Schritt in die Mobilität

Nachdem wir heute den ganzen Tag auf der Autobahn unterwegs waren, fiel mir ein, dass ich noch gar nichts über mein erstes (und einziges) Auto gebloggt habe.

Ich war und bin kein leidenschaftlicher Autofahrer. Ich fahre nur, wenn ich muss und es nicht anders geht. Auch meinen Führerschein machte ich nicht freiwillig. Eigentlich wollte ich nie fahren lernen, wurde aber während meiner Ausbildung dazu gezwungen. Damals wohnte ich allein in einem winzigen Dorf in Franken und musste jeden Tag mehrere Kilometer zur Arbeit fahren. Was im Winter oder bei Regen mit dem Fahrrad nicht immer ideal war. Meist fand sich dann ein netter Arbeitskollege, der mit mitnahm, aber irgendwann wurde denen das auch zu viel. Alle vierzehn Tage kamen meine Eltern am Freitag die einhundert Kilometer aus Thüringen, um mich nach Hause zu holen und mich am Sonntag wieder hinzubringen. Auch das war auf Dauer keine ideale Lösung. So machte ich dann irgendwann mit zwanzig den Führerschein (im ersten Anlauf) und ging anschließend auf die Suche nach einem Auto. Weil ich in der Fahrschule einen Golf gefahren hatte, wollte ich unbedingt einen VW.

Es war im Herbst 1994, als wir auf dem Weg nach Thüringen bei einem Kronacher VW-Händler hielten. Der Verkäufer war sehr freundlich und meinte, dass er genau den richtigen Gebrauchtwagen für mich hat. Das Auto hatte einem betagten Rentner gehört, der es nach einem kleinen Auffahrunfall aus Altersgründen abgegeben hatte. Der rote Golf II war drei Jahre alt und hatte gerademal 20.000 Kilometer auf dem Tacho, war also fast neu. Ich verliebte mich sofort in den Wagen, kratzte meine ganzen Ersparnisse zusammen und kaufte mit einem kleinen Zuschuss von meinen Eltern das Auto.

Anfänglich hatte ich zwar ein wenig Schwierigkeiten, weil es ein Benziner war und ich das Fahren mit einem Diesel gelernt hatte, aber das gab sich schnell. Bald schon fuhr ich Freitagnachmittags die einhundert Kilometer allein nach Hause.

Auch später während des Studiums leistete mir das Auto gute Dienste. Ich war mobil, auch wenn die Parkplatzsuche auf dem Campus stets eine nervenzermürbende Angelegenheit war und ich das eine oder andere Knöllchen fürs Falschparken kassierte.

Das Auto begleitete mich bis 2012. Wobei ich in den letzten Jahren, in denen ich in München wohnte, nicht mehr sehr oft damit gefahren bin, weil ein Auto in der Großstadt eher lästig ist. Als meine Eltern es für ein neues Auto in Zahlung gaben, hatte es nicht einen Rostfleck und einen Kilometerstand von knapp 80.000.

Momentan fahren wir einen Corsa, wobei meist mein Mann hinterm Steuer sitzt. Auf dem Land ist ein Fahrzeug unumgänglich und vielleicht muss ich mir ja irgendwann wieder eines zulegen.

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Faszinierende Seitenstatistik

Statistik habe ich während meines Studiums nicht wirklich gern gemacht, immerhin fand ich es nachvollziehbarer als das Berechnen n-dimensionaler Vektorräume. Aber seit ich die Statistikfunktion meines Weblogs benutze, finde ich das Thema extrem faszinierend.

Bevor hier gleich wieder jemand aufschreit wegen Datenschutz und so … Kein Sorge, es werden keine IP-Adressen gespeichert. Ich weiß also nicht, wer mich besucht und wo derjenige gerade sitzt. Ich erfahre nur von welcher Internetseite ein Besucher hergeleitet wurde, welchen Browser und welches Betriebssystem er nutzt. Sobald aber mehr als ein Besucher online war, lässt sich das für den einzelnen nicht mehr auflösen.

Unabhängig vom Besucher erfahre ich wie viele Seiten täglich, wie lange angesehen, welche Kategorien aufgerufen und welche Suchbegriffe benutzt wurden. Diese Informationen verbunden mit der täglichen Besucherzahl sind höchst interessant. So merke ich sofort, wenn irgendetwas Außergewöhnliches passiert ist, zum Beispiel wenn jemand meine Seite auf Facebook oder Twitter verlinkt hat. Je nachdem wie populär diese Seite ist, steigen plötzlich die Besucherzahlen in unterschiedlichen Größenordnungen.

Die am häufigsten aufgerufene Kategorie in meinem Blog ist die über David Rott. Entweder sind das alles Fans des Schauspielers oder viele sind einfach neugierig wer sich hinter dem Namen verbirgt. Ich merke auch sofort wenn im Fernsehen wieder ein Film mit David Rott lief, denn da schnellen plötzlich die Besucherzahlen in die Höhe.

Viele kommerzielle Webseiten nutzen solche Informationen, um gezielt Werbung einzusetzen und um an ihren Besuchern zu verdienen. Eine solche Vorgehensweise liegt mir mehr als fern. Ich möchte nur wissen, was die Besucher meines Blogs interessiert, was sie gut finden und was nicht. So erfahre ich zumindest ein klein wenig über die Personen, die meinen Blog besuchen. Obwohl ich mich über jeden persönlichen Kommentar oder jede E-Mail weit mehr freue.

Statistik von Juli 2015
Blog-Statistik Juli 2015

Sinfonie am Himmel

Als ich vorletzte Woche früh morgens die Jalousie im Schlafzimmer öffnete, war ich angesichts, des sich mir bietenden Himmelsschauspiels, regelrecht verzückt. Präzise wie mit einem Lineal gezogen, glühten mehrere Kondensstreifen am Morgenhimmel. Es erinnerte mich an Notenlinien, fehlte nur noch der Notenschlüssel.

Kondensstreifen sind ein alltägliches Bild in unserer Gegend und meist führen sie in verschiedene Richtungen. Wahrscheinlich kreuzen sich über uns mehrere Flugrouten. Hin und wieder fliegt auch mal ein Passagierjet im Tiefflug über uns hinweg, wenn er auf dem wenige Kilometer entfernten Salzburger Flughafen landen will.

Man kann schon sagen, dass der Verkehr am Himmel in den letzten drei Jahrzehnten deutlich zugenommen hat. In meiner Kindheit war ein Kondensstreifen noch etwas Besonderes. Heute dagegen sind sie von unserem Himmel nicht mehr wegzudenken. Auch wenn sie sicher nicht das sind, was die Chemtrail-Verschwörungstheorie aus ihnen macht, haben sie Einfluss auf unser Klima. Zuletzt konnte dies während des Vulkanausbruchs auf Island, durch das angeordnete Flugverbot bewiesen werden. An den Tagen an denen keine Flieger über Europa flogen, waren die Tage heißer und die Nächte kühler und das bis zu fünf Grad Celsius.

Außerdem sollte man ehrlich zugeben: Überall wird vom Kohlendioxidausstoß geredet. Flugzeuge produzieren eine Menge davon und das auch noch hoch oben in der Atmosphäre. Das ist sicher noch schlechter für die Umwelt, als die vielen Autos in unseren Städten. Vielleicht sollten wir auch mal daran denken, wenn wir die Streifen am Himmel bewundern.

Kondenstreifen