Perfekter Schwimmbadbesuch

Wir hatten uns die ganze Woche vorgenommen, heute morgen ins Freibad zu gehen. Auch wenn das Wetter sehr sonnig aussah, hielten die Temperaturen nicht ganz was der Himmel versprach, es waren nur ungefähr fünfzehn Grad. Nichtsdestotrotz fuhren wir nach Bergen ins Freibad.

Während die meisten Leute in die großen Freibäder der Umgebung strömen, ist das Freibad in Bergen ein Geheimtipp. Allein die Zufahrt im Ort findet nicht jeder und nicht jeder (Einheimische eingeschlossen) weiß, dass es dort überhaupt ein Freibad gibt. Von der Fläche kann das Gelände durchaus mit den anderen Freibädern mithalten und auch die beiden Becken, ein 25 m Sportbecken mit fünf Bahnen und ein 100 m x 25 m großes Naturbecken, sind ganz ansehnlich. Das übliche Freibad-Entertainment wie Wasserrutsche und Co sucht man vergeblich. Es gibt zwei aufblasbare Gummirutschen und Autoschläuche sowie ein paar Baumstämme im Naturbecken, dafür aber eine große Liegewiese am Hang und einen Kiosk, in dem man wie früher zu moderaten Preisen Getränke, Snacks oder Eis kaufen kann. Sonnenschirme kann man gegen fünf Euro Kaution ausleihen und der Eintrittspreis beträgt für Einheimische 2,80 Euro am Tag (Touristen zahlen siebzig Cents mehr, aber die verlaufen sich eh nicht hierher). Für eine 25er Karte (zwölf Besuche) zahlt man sogar nur zwanzig Euro.

Im Gegensatz zu unserem letzten Besuch vor zwei Wochen war es heute sehr ruhig. Was wohl der verhältnismässig niedrigen Temperaturen geschuldet war. So hatten wir das Sportbecken für uns allein, was ich ausgiebig zu nutzen wusste. Aber das Beste war, dass die Wassertemperatur mit vielleicht fünfundzwanzig Grad, deutlich über der Außentemperatur lag. So wollte man gar nicht wieder raus aus dem Wasser. Nach den tropischen Temperaturen der letzten Wochen war das sehr eine angenehme Erfrischung.

Je nachdem wie sich die Temperaturen in den nächsten Wochen entwickeln, werden wir sicher wieder unserem Lieblingsfreibad einen Besuch abstatten. Obwohl wir direkt am wärmsten See Oberbayerns wohnen, gehen wir dort nicht baden, weil ich grundsätzlich in kein Gewässer gehe, dass nicht gefliest ist.

Hier noch ein Foto von unserem letzten Besuch.

Freibad Bergen
Freibad Bergen

Lichtspiele mit Schloss

Dieses Video muss ich unbedingt teilen. Ich bin so begeistert davon, dass ich es mir gestern gleich zwei Mal angesehen habe. So was Tolles habe ich noch nicht gesehen – das ist einfach der Hammer.
Nur zur Erklärung: Karlsruhe feiert heuer 300 Jahre Stadtjubiläum. Dafür hat sich die Stadt mächtig ins Zeug gelegt, es gibt jede Menge Kultur zu bestaunen. Ein Highlight sind die täglich stattfindenden Schlosslichtspiele. Da werden 3D-Animationen mit Projektoren auf die Fassade des Stadtschlosses geworfen, dazu gibts Musik. Das klingt zunächst nicht unbedingt spannend, aber was die Künstler daraus gemacht haben, kann sich echt sehen lassen.

Toll, dass würde ich zu gern mal live sehen.

Zynisches von der Bahn

Als BahnCard-Inhaber bekommt man hin und wieder E-Mails von der Deutschen Bahn. Meist sind es Angebote zu Reisen, manchmal ist sogar ein Gutschein dabei, worauf ich natürlich nicht verzichten möchte, allein deshalb habe ich den Newsletter noch nicht abbestellt.

Was ich aber gestern in meinem Postfach fand, war zugegebenermaßen etwas befremdlich. Unter dem Betreff „Zur Zeit können Sie hier klicken“ zeigte die E-Mail ein Bild von einem nachdenklichen jungen Mann mit Kopfhörern, der offensichtlich in einem ICE sitzt. In einer großen Sprechblase steht die Frage „Was machen zwei Studenten in einer langgezogenen Linkskurve bei 214 km/h zwischen Frankfurt und Köln.“ Diese Frage macht neugierig, auch wenn sie mich zunächst etwas verwirrte. Aber den folgenden Text, kann ich eigentlich nur zynisch nennen. „Wenn Sie sehen wollen, was man Tolles im Zug machen kann, dann besuchen Sie doch einfach mal unser neues Portal … Hier finden Sie unzählige Inspirationen zum Zeitvertreib, Anregungen für Ihre Reisen … und vieles mehr … Tun Sie, was Sie schon immer tun wollten: Zeigen Sie uns … was Sie Neues im Zug ausprobiert haben und gewinnen Sie …“ Anschließend folgt noch ein Link, wo man seine Fotos oder Videos hochladen kann.

Ist die Situation bei der Deutschen Bahn schon so verzweifelt, dass sie ihren Fahrgästen Anregungen zum Zeitvertreib geben muss, damit die sich in den ständig verspäteten Zügen nicht langweilen und vielleicht auf den dummen Gedanken kommen, dass nächste Mal vielleicht nicht wieder den Service der Deutsche Bahn zu nutzen. Anders kann ich das nicht interpretieren. Oder versucht die Bahn ihre jungen Fahrgäste bei der Stange zu halten, bis es endlich kostenloses W-Lan an Bord aller Züge gibt. Dieser Service ist nämlich ein nicht zu vernachlässigender Grund für die Beliebtheit der Fernbusse – vom günstigen Preis mal abgesehen.

Mich hat die E-Mail zu einem Kopfschütteln veranlasst. Schon allein aus dem Grund, weil ich in dieser Woche bereits zweimal länger im Zug sitzen musste, als geplant. Vielleicht sollte sich die Deutsche Bahn um wichtigere Dinge Gedanken machen, als um das Entertainment ihrer Fahrgäste. Denn das schaffen die meisten von uns auch allein.

Nostalgisches Aschenputtel

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Quelle: TV-Movie

Die letzten beiden Tage haben mich ein wenig in die Vergangenheit geführt. Denn an den Nachmittagen flimmerte der zweiteilige Film „Cinderella 80“ über den Fernsehbildschirm. Die „80“ steht hierbei für die Achtziger wo der Film entstand. Die moderne Aschenputtelvariante hat mich damals 1987 völlig hingerissen, als ich zunächst die vierteilige Serie in der ARD und anschließend die auf Spielfilmlänge gekürzte Version im DDR-Fernsehen sah. (Übrigens jeweils mit eigener Synchronisation.)

Nach und nach wurden die Winnetou- und Pferdebilder an der Wand abgehängt und durch Poster der beiden Hauptdarsteller Bonnie Bianco und Pierre Cosso ersetzt. Wobei die Beschaffung solcher „Schätze“ eine große Herausforderung war. Wer nicht gerade Großeltern hatte, die mutig genug waren, die BRAVO über die Innerdeutsche Grenze zu schmuggeln, war auf die wenigen Abdrucke in DDR-Zeitschriften, wie der FF-Dabei (Fernsehzeitschrift) oder dem Neue Leben (Jungendzeitschrift) angewiesen. Aber auch hier musste man jemanden kennen, der ein Abo hatte, denn zu kaufen gab es diese begehrten Zeitschriften im offiziellen Handel nicht. Oftmals blieb einem nur der „Schwarzmarkt“ in der Schule, wo BRAVO-Hefte Seitenweise gehandelt oder abfotografierte Fotoabzüge verkauft wurden.

Ich habe die Serie bzw. den Film geliebt und jede Wiederholung im Fernsehen mit klopfendem Herzen angeschaut. Später wurde der Film in Ermangelung eines Videorekorders von mir auf Kassette aufgenommen. Die hörte ich dann beinahe jeden Tag während der Hausaufgaben. Was letztendlich dazu führte, dass ich heute noch den Text Satz für Satz mitsprechen kann.

Aus jetziger Sicht kann ich sagen, dass diese Zeit extrem prägend war. 1987 ist das Jahr, an welches ich mich am besten erinnern kann. Und wenn ich die Songs aus dem Film heute höre, fühle ich mich wieder als Dreizehnjährige.

Die beiden Hauptdarsteller haben sehr unterschiedliche Karrieren verfolgt. Während Bonnie Bianco, die eigentlich Lory Bianco heißt, sich auf die Musik konzentrierte und Ende der 90er ihr eigenes Plattenlabel gründete, wurde aus Pierre Cosso ein mehr oder weniger erfolgreicher Schauspieler. Seit vielen Jahren lebt er mit seiner Familie auf einem Boot in der Südsee. Er hat zwei Kinder und berichtet bei Instagram und Facebook über sein Leben im Südseeparadies. Leider ist die Seite nur auf Französisch, aber es gibt ja Google-Translate.

Erfreuliches zum Wochenende

Es sind die Kleinigkeiten im Leben, die glücklich machen. Eine freundliche Geste, ein kleiner Erfolg oder auch nur ein paar nette Worte können einen Tag zu einem positiven Ereignis werden lassen. So wie gestern …

Vormittags ergatterte ich im Zeitungsladen meiner Heimatstadt das letzte verbliebene Perry Rhodan-Heft mit der Nummer 2813 von Andreas Eschbach. Da hatte ich mal richtig Glück, meistens sind die sofort ausverkauft. Normalerweise kaufe ich die Hefte ja bereits am Donnerstagabend am Münchner Hauptbahnhof, leider war ich dieses Mal etwas zu früh dran und die Lieferung noch nicht ausgepackt.

In selbigem Heft fand ich eine sehr nette Besprechung von Hermann Ritter zum letzten Newsletter, den ich für die PRFZ redaktionell betreue. Er freut sich jedes Mal sehr über das Impressum. Diese Freude werde ich ihm auch weiterhin machen können. Der Newsletter mit der Nummer 9 ist schon in Arbeit.

Am Abend entdecke ich auch noch, dass Klaus N. Frick meine Rezension seiner Sardev-Novelle in seinem Blog „abfeiert“ und auf meinen Blog verlinkt, was mir wieder ein paar neue Besucher auf meinen Seiten bescherte. Das freut mich natürlich immer sehr.

Und dann ist da noch der nette Kommentar, den ich für meine Fan-Fiction Geschichte „Suraks Erben“ erhielt, und der mich dazu ermutigt, weiter mein Glück im Schreiben zu suchen.

Es sind solche Tage, die mich mit Zufriedenheit erfüllen und mir klar machen, dass man keinen Reichtum braucht, um glücklich zu sein.

Nichts Neues bei der Bahn

Wenn ich einen Zug früher nehme, bin ich eine Stunde eher zu Hause, so mein gestriger Plan. Aber da hatte ich mal wieder die Rechnung ohne die Deutsche Bahn gemacht.

Es sah zunächst auch ganz gut aus. Der ICE stand schon am Gleis; es gab keine Warnmeldungen und sogar die Klimaanlage funktionierte so gut, dass ich nach bereits nach zehn Minuten einen steifen Hals bekam. Doch dann …

„Sehr geehrte Fahrgäste, wegen einer Strecksperrung durch eine beschädigte Brücke werden wir Nürnberg Hauptbahnhof ohne weiteren Halt anfahren. Damit kann dieser Zug heute leider nicht in Ingolstadt halten. Fahrgäste nach Ingolstadt werden gebeten, sich zum Infopoint zu begeben.“

Oha! Mir war in diesem Augenblick sofort klar, dass ich sehr viel später am Ziel sein würde, als gehofft, denn der Zug würde über Augsburg umgeleitet werden. Das bedeutete, dass der ICE mit 40 bis 50 Minuten Verspätung in Nürnberg eintreffen würde, auch wenn das Zugpersonal dies nicht kommunizierte. Erst nachdem sich der Zug mit 10 Minuten Verspätung in Bewegung gesetzt hatte, kam die Nachricht, dass wir einen Extrastop in Augsburg machen würden, damit die Fahrgäste nach Ingolstadt umsteigen konnten.

Aha, man hatte sich dann wohl doch entschieden die Ingolstädter mitzunehmen, die sich wahrscheinlich unheimlich blöd vorkommen mussten, weil sie erst aus dem Zug geschmissen wurden, um dann doch wieder einsteigen zu dürfen. Diese Informationspolitik ist so typisch für die Deutsche Bahn.

Dann, zwei Stunden später, kurz vor Bamberg, eine weitere Durchsage. Man möge doch bitte Platz machen und seine Gepäckstücke von den Sitzen räumen, weil in Bamberg zirka 150 Fahrgäste zusteigen werden. Einige der Fahrgäste um mich herum, rätselten, was da wohl schon wieder passiert war. Die Antwort bekam ich dann von einem netten Leipziger, der mit seiner Tochter eingestiegen war und sich neben mich setzte. Sein vorausfahrender ICE war wegen einer defekten Klimaanlage aus dem Verkehr gezogen worden und man hatte alle Fahrgäste in Bamberg an die frische Luft gesetzt, wo sie nun nach einer Stunde mit einem der nachfolgenden Züge weiterfahren durften. Der junge Mann beklagte sich, dass er extra eine teure Sitzplatzreservierung gebucht hatte, die er nun vergessen konnte. Ich riet ihm, dass er versuchen solle, sich das Geld über das Fahrgastrechteformular zurückzuholen, welches die strenge Zugchefin nach einer Weile an die betroffenen Fahrgäste verteilte.

Ich kam an diesem Abend fast eine Stunde später an, als geplant. Aber das hat mich schon gar nicht mehr überrascht. Schon erstaunlich, wie sehr man sich an die Unzuverlässigkeit und die mangelnde Informationsweitergabe der Deutschen Bahn gewöhnt hat.

Von Weißwursteis und Heulimonade

In der Münchner Amalienstraße gibt es ein Eiscafé, vor dem sich meist lange Schlangen bilden. Grund für den Andrang sind ohne Frage die besonderen Eissorten, die das Geschäft im Angebot hat.

Angefangen hat alles mit einem Bier-Eis, inzwischen gibt es auch die Sorten Weißwurst und Leberkäs. Alles was man eben mit Milch und Sahne mixen kann. Nun kann ich mir Bier-Eis noch irgendwie vorstellen. Meine Großmutter kochte im Winter immer Biersuppe, einen Mix aus Milch, Bier und diversen Gewürzen, den ich als Kind eigentlich ganz lecker fand. Wahrscheinlich ist der Geschmack von Bier-Eis ähnlich. Bei Weißwurst oder Leberkäs … da weiß ich nicht so recht … Ich bin ja der Typ Mensch der alles Neue testen muss, vielleicht sollte ich diese Eissorten wirklich mal probieren…

Probiert habe ich dieser Tage etwas anderes. Von der Verkäuferin im Bioladen habe ich mir Heulimonade aufschwatzen lassen. Nun ja, sagen wir es mal so. Nicht alles was neu ist und hip klingt, ist auch wirklich genießbar. Der Geschmack der Heulimonade ist mehr als gewöhnungsbedürftig, aber zumindest hält sie was sie verspricht. Sie riecht wie Heu, sie schmeckt wie Heu und hat im Abgang eine intensive Note nach Kuhstall.

Manches sollte man dann doch nicht probieren.

Musikalische Autofahrt

Gestern verbrachten wir den größten Teil des Tages auf der A8 in Richtung Baden-Württemberg. Morgens drei Stunden hin und abends drei Stunden zurück. Extra dafür hatte ich am frühen Morgen noch eine CD mit mp3-Songs gebrannt. Darauf die Alben die wir zuletzt gekauft haben. Herausgekommen ist ein schräger Mix aus EAV, Tom Astor, Andreas Bourani, Chris de Burgh, James Blunt und Jürgen von der Lippe sowie den Soundtracks von Cars und Star Trek-Into Darkness. Außerdem habe ich noch meine beiden Lieblingssongs von Pascow und Love A unterbringen können. Mein Mann ist ja da sehr tolerant. Ich beschwere mich im Gegenzug auch nicht, wenn er Country von Tom Astor oder Jonny Cash hört.

Bei so viel musikalischer Vielfalt gestaltete sich die lange Autofahrt als sehr kurzweilig. Den meisten Spaß hatten wir jedoch gestern Abend auf der Rückfahrt mit dem Album von Jürgen von der Lippe. Die ernsthaft vorgetragenen Songs über die Sauerländer waren zwar makaber aber auch extrem lustig. Absolutes Highlight war jedoch seine Parodie von Helge Schneider und Peter Maffay. Ich hätte vor Lachen wahrscheinlich das Lenkrad verrissen, hätte ich am Steuer gesessen.

Manchmal, wenn wir mal wieder auf der langen Strecke nach Thüringen unterwegs sind, legen wir unsere EAV-Sammlung ein. Das sind dann fast sechs Stunden EAV am Stück. Ich gestehe, dass ich die Band aus Österreich erst durch meinen Mann für mich entdeckt habe. Zuvor kannte ich nur ihre Spaßsongs aus den Achtzigern. Aber das sie weit mehr drauf haben: Kritische Texte in einem breiten Spektrum an Musikrichtungen, wissen wahrscheinlich die wenigsten. Die bringen einen Heavy Metal Song genauso perfekt rüber wie einen Schlager. Mein absolutes Lieblingsalbum von ihnen ist „Amore“.
Inzwischen kann auch ich die meisten ihrer Songs mitsingen. Zu zweit im Auto macht das natürlich noch viel mehr Spaß.

Saint Tropez und seine Gendarmen

Manche Dinge die ich in meiner Kindheit mochte, funktionieren heute nicht mehr. Karl May ist so ein Beispiel. Aber es gibt auch Sachen, an denen ich heute noch genauso Freude habe wie früher…

Gestern Abend sahen wir uns einen Film aus der Gendarmen-Reihe mit Louis de Funes an. Die Filme sind und bleiben Klassiker. Trotz ihres Alters (und meinem auch) kann ich noch immer herzhaft darüber lachen.

Am besten finde ich den Charme, den die Drehorte in den Sechzigerjahren noch versprühten, dieses provinzielle. Wahrscheinlich wird Saint Tropez im heutigen einundzwanzigsten Jahrhundert nur noch einer von diesen mondänen Badeorten sein, in denen es von schicken Yachten und reichen Touristen nur so wimmelt. Und die Gendarmerie muss sich eher mit Drogenkurieren und Wirtschaftskriminellen herumplagen als mit Nudisten oder zu schnell fahrenden Nonnen.

Wechselwarmer Tagesverlauf

Mein Tag begann als Fischstäbchen im Meridian nach München. Steif und tiefgefroren stieg ich in eine überfüllte S-Bahn um. Dort kam ich mir ein wenig wie eine Sardine in einer Dose vor, zumindest war es dort kuschelig warm. In der U-Bahn saß sich im wahrsten Sinne des Wortes im „Zug“ weil überall die Fenster geöffnet waren. Nach drei Stationen stört einen auch der Ohrenbetäubende Fahrtlärm von draußen nicht mehr. Im Bus dann wieder Temperaturen wie am Südpol, während mich im Büro tropische Hitze empfing. Kein Wunder im vierten Stock bei Rundumverglasung mit Aluminiumfenstern. Da weiß man nicht, was wärmer ist, das Glas oder der Alurahmen. Zum Glück machte ich ein paar Versuche im Klimaraum, in den ich mich heute öfter zurückzog als sonst.

Als ich heute Nachmittag das Saunaähnliche Büro verließ, waren es mindestens 29° C im Raum; doch das war nichts gegen die sengende Hitze an der Bushaltestelle. Ich war froh, als endlich der Bus kam, dessen Klimaanlage tapfer gegen die Hitze ankämpfte und verlor. Im neuen Zug der U-Bahn herrschten dann vergleichsweise normale Temperaturen. Ich mag an den neuen U-Bahnen den simulierten Fahrtwind, der von der Klimaanlage durch den ganzen Zug geblasen wird, das ist fast so eine Art Cabrio-Effekt.

Die Hitze unter dem Glasdach am Hauptbahnhof war wiederum kaum auszuhalten, da bei jedem stehenden Zug die Klimaanlage auf Hochtouren lief, herrschten nicht nur extremer Lärm sondern auch Temperaturen wie im Dampfbackofen. Nicht nur mir lief da der Schweiß in Strömen. Die Deutsche Bahn überraschte ihre Fahrgäste dann noch mit einem kurzfristigen Bahnhofswechsel. Das hieß, dass mein Zug erst ab dem Ostbahnhof fahren würde und ich mitten im Feierabendverkehr mit der S-Bahn erst einmal bis dahin fahren musste. Wenn ich das früher gewusst hätte, wäre ich mit der U-Bahn gleich zum Ostbahnhof gefahren. Da stand ich dann wieder in dampfender Hitze, um auf den fünfundzwanzig Minuten verspäteten EC zu warten, bei dem bei der Hälfte der Wagons die Klimaanlage ausgefallen war. So endete mein Tag als Grillhähnchen im EC Richtung Salzburg.