Schritt in die Mobilität

Nachdem wir heute den ganzen Tag auf der Autobahn unterwegs waren, fiel mir ein, dass ich noch gar nichts über mein erstes (und einziges) Auto gebloggt habe.

Ich war und bin kein leidenschaftlicher Autofahrer. Ich fahre nur, wenn ich muss und es nicht anders geht. Auch meinen Führerschein machte ich nicht freiwillig. Eigentlich wollte ich nie fahren lernen, wurde aber während meiner Ausbildung dazu gezwungen. Damals wohnte ich allein in einem winzigen Dorf in Franken und musste jeden Tag mehrere Kilometer zur Arbeit fahren. Was im Winter oder bei Regen mit dem Fahrrad nicht immer ideal war. Meist fand sich dann ein netter Arbeitskollege, der mit mitnahm, aber irgendwann wurde denen das auch zu viel. Alle vierzehn Tage kamen meine Eltern am Freitag die einhundert Kilometer aus Thüringen, um mich nach Hause zu holen und mich am Sonntag wieder hinzubringen. Auch das war auf Dauer keine ideale Lösung. So machte ich dann irgendwann mit zwanzig den Führerschein (im ersten Anlauf) und ging anschließend auf die Suche nach einem Auto. Weil ich in der Fahrschule einen Golf gefahren hatte, wollte ich unbedingt einen VW.

Es war im Herbst 1994, als wir auf dem Weg nach Thüringen bei einem Kronacher VW-Händler hielten. Der Verkäufer war sehr freundlich und meinte, dass er genau den richtigen Gebrauchtwagen für mich hat. Das Auto hatte einem betagten Rentner gehört, der es nach einem kleinen Auffahrunfall aus Altersgründen abgegeben hatte. Der rote Golf II war drei Jahre alt und hatte gerademal 20.000 Kilometer auf dem Tacho, war also fast neu. Ich verliebte mich sofort in den Wagen, kratzte meine ganzen Ersparnisse zusammen und kaufte mit einem kleinen Zuschuss von meinen Eltern das Auto.

Anfänglich hatte ich zwar ein wenig Schwierigkeiten, weil es ein Benziner war und ich das Fahren mit einem Diesel gelernt hatte, aber das gab sich schnell. Bald schon fuhr ich Freitagnachmittags die einhundert Kilometer allein nach Hause.

Auch später während des Studiums leistete mir das Auto gute Dienste. Ich war mobil, auch wenn die Parkplatzsuche auf dem Campus stets eine nervenzermürbende Angelegenheit war und ich das eine oder andere Knöllchen fürs Falschparken kassierte.

Das Auto begleitete mich bis 2012. Wobei ich in den letzten Jahren, in denen ich in München wohnte, nicht mehr sehr oft damit gefahren bin, weil ein Auto in der Großstadt eher lästig ist. Als meine Eltern es für ein neues Auto in Zahlung gaben, hatte es nicht einen Rostfleck und einen Kilometerstand von knapp 80.000.

Momentan fahren wir einen Corsa, wobei meist mein Mann hinterm Steuer sitzt. Auf dem Land ist ein Fahrzeug unumgänglich und vielleicht muss ich mir ja irgendwann wieder eines zulegen.

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