Gestern habe ich etwas entdeckt, das ich unbedingt haben will. Es handelt sich zwar um ein Bilderbuch, aber da es so schön gezeichnet ist und mich die Geschichte interessiert, werde ich es mir zulegen.
Ich liebe Buntstiftzeichnungen. Ab und zu zeichne ich selbst mit Buntstiften und weiß, wie viel Arbeit in so einer Zeichnung steckt.
Seit ein paar Tagen haben wir einen Kuckuck in der Nähe. Zuerst dachte mein Mann die Nachbarn hätten sich eine Kuckucksuhr zugelegt, weil der Ruf zeitlich zur Uhrzeit passte. Als der Ruf dann ständig und in unregelmäßigen Abständen zu hören war, tippte ich auf das Klingeln eines Handys. Inzwischen sind wir uns sehr sicher, dass wir tatsächlich einen echten Kuckuck um uns haben. Denn der kleine Kerl ist unermüdlich. Zu jeder Tageszeit erklingt sein Ruf, was auf Dauer ziemlich nervig sein kann.
Er ist spät dran der Kuckuck. Viele seiner Wirtsvögel haben schon die erste Brut aufgezogen. Wahrscheinlich sucht er noch nach einer Partnerin und da die Population des Kuckuck durch Klimawandel und extensive Landwirtschaft ständig zurückgeht, kann es sein, dass er keine findet.
Ein bisschen rabiat ist das ja, was der parasitäre Kuckuck so anstellt. Nicht nur das die Kuckucksweibchen ihre Eier in fremde Nester legen, die fressen zuvor auch noch die Eier der Wirtsvögel. Das geschlüpfte Jungtier drängt dann die noch verbliebenen aus dem Nest und lässt sich von den fremden Vogeleltern dick und fett füttern. Spannend finde ich ja die Tatsache, dass die Weibchen Farbe und Musterung ihrer Eier an das Gelege der Wirtsvögel anpassen können. Die beobachten nämlich zuvor ganz genau, bei wem sie die Eier ablegen. Auch um den richtigen Augenblick zur Eiablage abzupassen.
Dieses Mal hat unser Auto mitgespielt und weil wenig Verkehr war (Ferien & Brückentag), waren wir sogar die ersten. Der harte Kern traf gegen sieben ein. Es war nicht allzu voll, deshalb konnte man mal wieder mit Leuten plaudern, die sonst an der anderen Seite des Tisches sitzen. Auch ohne Cocktail redete ich mich dabei fast um Kopf und Kragen. Über das Thema schweige ich lieber, weil es nicht jugendfrei war. Nur so viel: Wir hatten eine Menge Spaß!
Später gab ich noch meine Erkenntnisse in Sachen Schreiben mit Schreibcoach und Schreibseminar weiter und machte Werbung für die Buchmesse in Leipzig. So verging der Abend im Flug und wir verließen erst kurz vor zehn Uhr das Lokal.
Gegessen habe ich die Tagliatelle Emiliana. Nächstes Mal muss ich unbedingt mal wieder einen der leckeren Salate essen. Das »Bar Restaurant Portugal hat übrigens einen neuen Internetauftritt, hier gibt’s alles, was man wissen muss – auch das Menü. Am Freitag war ausnahmsweise mal nicht viel los. Ich denke, zur Fußball EM wird sich das ändern. Interessant finde ich ja, dass das parallel stattfindende Treffen der Piratenpartei unter eklatantem Mitgliederschwund zu leiden scheint.
Wie war das nochmal mit der Chaostheorie? Der Flügelschlag eines Schmetterlings in Afrika, verursacht einen Hurrikan an der Amerkanischen Atlantikküste? Das heißt, wenn auf der anderen Seite der Welt ein Computernetzwerk ausfällt, hat das direkte Auswirkungen auf mein Arbeitsleben.
Nun, das mit der anderen Seite der Welt ist jetzt übertrieben, aber die Schweiz ist ja doch schon ein Stückchen weit von München entfernt. Bei der Swisscom gibt es jedenfalls seit Mittag einen massiven Netzausfall, von dem vor allem Geschäftskunden, Banken oder große Unternehmen betroffen sind. Inklusive das Unternehmen für das ich arbeite. Und weil unser Netzwerk (wie auch immer) über die Schweiz läuft, (deshalb haben auch alle Computer Schweizer IP-Adressen) hatten wir keinen Internetzugang mehr. Also keine E-Mails und auch keine Cloud. Zum Glück liegen unsere Daten auf den Servern in München und sicherheitshalber habe ich auch die eine oder andere Sache auf dem Computer auf meinem Schreibtisch gespeichert, sonst hätte ich heute Mittag heimgehen müssen.
Die vernetzte Welt gehorcht auch irgendwie der Chaostheorie. Ein kleiner Netzausfall kann die halbe Welt lahmlegen. Das erinnert mich an den Roman »Blackout« von Marc Elsberg. Darin ging es um Stromnetze, aber ich denke, ein anhaltender flächendeckender Ausfall des Internets, würde die Wirtschaft auf der Welt arg in Mitleidenschaft ziehen und nicht nur die facebook- und twitter-Junkies an den Rand des Wahnsinns treiben.
Ich gebe zu, dass es mir manchmal schwer fällt nach einem anstrengenden Arbeitstag noch einen Blogartikel zu verfassen. Das ist nämlich ziemlich zeitraubend. Und wenn man den ganzen Tag, über einem Manuskript gebrütet hat, schwirrt einem schon mal Buchstabensalat durch den Kopf.
So wie heute. Noch vier Kapitel überarbeiten, dann ist die Fan Edition »für mich« fertig. Ob mein Schreibcoach derselben Meinung ist, bezweifle ich. Zumindest sehe ich das Licht am Ende des Tunnels. Parallel arbeite ich an der NEO-Kolumne für die SOL und der nächste Newsletter will auch vorbereitet werden, dass heißt ich muss mir Fragen für meinen Interviewpartner ausdenken. Da ist es doch schön zu lesen, wenn Hermann Ritter in den aktuellen Clubnachrichten 522 über die SOL 81 und den Newsletter Nummer 12 schreibt. Endlich mal jemand der sich zu dem Interview äußert, dass ich mit Klaus N. Frick im November in Wolfenbüttel geführt hatte. Ich wusste, dass es Hermann Ritter gefallen wird, wenn ich im Interview indirekt auf die Clubnachrichten eingehe. Und ich finde es immer wieder nett, wenn man einem Menschen damit eine Freude machen kann. Das motiviert mich weiterzumachen.
Eigentlich hatten wir ja bereits zum Captain’s Table 2011 beschlossen nie wieder mit dem Auto zu einer Fedcon anzureisen. Warum wir es dann in diesem Jahr doch gemacht haben, ist mir nach wie vor schleierhaft. Es hatte aber wohl mit den unzähligen Baustellen der Deutschen Bahn sowie mit der schlechten Verbindung zwischen Flughafen Köln-Bonn und dem Maritimhotel Bonn zu tun. Außerdem übernachten wir in einem Ort außerhalb von Bad Godesberg, der ohne Auto schlecht erreichbar ist.
Als wir dann gestern nach neun Stunden, völlig entnervt ankamen, hatte sogar mein Mann die Nase voll und er fährt leidenschaftlich gern mit dem Auto. Nicht nur der unglaublich dichte Verkehr auf der A3, Staus und die endlosen Baustellen haben uns zugesetzt, sondern auch die wechselnden Wetterbedingungen. Bei plötzlich einsetzenden Starkregen ist es kein Vergnügen, eingeklemmt zwischen LKWs auf der rechten Spur und unbelehrbaren Rasern auf der linken Spur, ohne jegliche Sicht voranzukommen.
Im Maritimhotel zerschlug sich die Hoffnung meines Mannes, wir könnten uns trotz bereits bezahlter Tageskarten für morgen anmelden. Das geht natürlich nicht, hatte ich aber schon prophezeit. Wir blickten uns kurz um, ob wir zwischen den vielen Star Trek Fans Bekannte treffen und fuhren gleich zu unserer privaten Unterkunft weiter, wo wir dann sehr freundlich empfangen wurden.
Doch ganz ehrlich, mir graut bereits vor Montag, wenn wir die Heimreise antreten müssen. Was wieder mindestens sieben Stunden Autofahrt bedeutet. Kostengünstiger ist zwar das Auto, aber dass rechtfertigt nicht die Nerven, die man dabei verliert. Ich glaube ich habe ein paar graue Haare mehr.
Das nächste Mal nehmen wir wieder das Flugzeug. Basta!
Ich bin kein Biertrinker. »… mehr« sollte ich vielleicht präzisieren, denn als Kind war keine Bierflasche vor mir sicher. Die größte Menge an Bier konsumierte ich bei meinem ersten Oktoberfestbesuch 2001. Nach knapp zweieinhalb Maß hatte ich am nächsten Tag solche Kopfschmerzen, dass ich von da an kein Bier mehr anrührte.
Was ich aber heute erfuhr, lässt mich darüber nachdenken, doch mal wieder einen Schluck zu probieren. Und zwar wenn ich in meine thüringische Heimat fahre. Denn das Bürgerliche Brauhaus Saalfeld hat beim World Beer Cup in den USA zwei Bronzemedaillen gewonnen und ist damit unteranderem Deutschlands bestes Pilsner.
80 deutsche Brauereien haben an dem Wettbewerb teilgenommen, aber nur wenige haben einen Preis gewonnen. Um so stolzer macht es mich, dass das Brauhaus Saalfeld unter den Gewinnern ist. Mein Vater trinkt schon seit Jahren kein anderes Bier mehr, als das Saalfelder Premium Pilsner.
Spannend finde ich, in welchen Kategorien die Biere beim World Beer Cup ausgezeichnet werden. Da ist vom »German Style Pilsner« über »Chili Beer« bis zum »Chocolat-Beer« alles vertreten. Wobei bei den meisten das Reinheitsgebot eine eher untergeordnete Rolle spielen dürfte. Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie man so etwas verkostet und beurteilt. Da werden 6000 Biere bewertet. Auch wenn nur daran genippt wird, ich könnte nicht soviel Bier trinken, zumindest nicht in angemessener Zeit und ohne eine Alkoholvergiftung zu bekommen.
… war ich in den letzten Tagen. Nach fast acht Wochen besuchte ich mal wieder meine Heimat. Dort hatten sich einige Aufgaben angesammelt, die mein Mann und ich sukzessive erledigten.
Dazu gehörte auch der Aufbau meines neuen Schreibtisch/-schranks, den ich im Dezember bestellte und der endlich Anfang März geliefert worden war. Das gute Stück besteht aus 39 Teilen (Schrauben und Co nicht mit gerechnet) und sollte in 56 Arbeitsschritten zusammengefügt werden.
Ich baue gern Möbel zusammen, erinnert es doch ein bisschen an ein Puzzel. Nur lag dieses Mal der Schwierigkeitsgrad etwas höher. Wir kamen gut voran und hatten das gute Stück bereits nach drei Stunden aufgebaut. Mir tat zwar hinterher alles weh, vor allem die Kniescheiben, vom vielen auf dem Boden rumkriechen, aber Tisch und Schrank standen. Alles war gut, bis ich die Glasböden einschob. Die hingen nämlich aus unerfindlichen Gründen schief im Regal. Also betrieb ich erst einmal Ursachenforschung und fand schnell den Grund des Übels. Es war das erste Brett, das wir zusammengefügt hatten. Dies war nämlich keineswegs mittig, wie man visuell annehmen mochte. Die Löcher waren auf einer Seite um drei Millimeter versetzt und wir hatten es prompt verkehrt herum eingebaut. Der dazugehörige Hinweis in der Anleitung war nur als Bemaßung angeben. Da ich mich mit dem Schreiben von Anleitungen einigermaßen auskenne, weiß ich, dass das unzureichend ist. Ein großes Ausrufezeichen wäre passender gewesen. Um den Fehler zu beheben, hätten wir alles wieder auseinandernehmen müssen, wozu ich a nicht die Lust und b nicht mehr die Nerven hatte. Zum Angleichen legte ich an einer Seite der Glasböden einfach etwas unter.
Am Montag tat ich dann etwas, was ich liebe und viel zu selten tue. Wir waren schwimmen. Schon nach zehn Bahnen im Schwimmerbecken, erinnerten mich meine Arme, dass ich aus der Übung bin. Ich schwamm trotzdem noch ein paar Bahnen weiter. Während mein Mann im Anschluss die Wasserrutschen testete, wechselte ich nach draußen. Es war ein Traum. Sonnenschein, milde 18 °C und keine Menschenseele im Wasser. Ich hatte tatsächlich das 120 Quadratmeter große Außenbecken ganz für mich alleine. Cool!
Am Dienstag ging’s dem Elterlichen Wintergarten an den Kragen. Ausräumen, kehren, wischen und Fensterputzen nahmen den ganzen Vormittag in Anspruch. Viel Zeit für andere Dinge bleibt mir zuhause nie. Da fällt auch schon mal der eine oder andere Blogeintrag kürzer aus.
Richtig viel Geld hat die Regierung investiert, um sich unabhängig von Kasachstan zu machen. Die lassen sich die Nutzung von Baikonur nämlich gut bezahlen. Ab jetzt kann Russland seine Raketen also auch vom eigenen Grund und Boden starten. Das im Vorfeld so einiges schief gegangen ist und es auch Unregelmäßigkeiten bei der Bezahlung der Arbeiter gegeben haben soll, darf natürlich nicht verschwiegen werden. Dennoch freue ich mich, dass die Russen den Mut haben, ein solches Projekt anzugehen.
Während sich die Europäer eher mit innenpolitischen Zankereien und Sparkursen beschäftigen und die Amerikaner die Raumfahrt am liebsten der Privatwirtschaft überlassen möchten, machen die Russen mal wieder Nägel mit Köpfen. Das dies natürlich auch Prestigegründe hat, und das Putin damit den starken Macker gegenüber der restlichen Welt markiert, will ich nicht beschönigen.
Aber seien wir mal ehrlich. In der Zeit des Kalten Krieges wurden viele Meilensteine der Menschheitsgeschichte gesetzt. Der Wettlauf ins All war einer davon. Der Zwang besser zu sein als andere, stachelte ganze Nationen an. Geld spielte keine Rolle, um ehrgeizige Ziele zu erreichen. Von den »Abfall«-Produkten der Raumfahrt profitieren wir alle noch heute. Sei es, wenn wir mit dem Akkuschrauber hantieren, den Barcode über die Kasse ziehen, Babys in eine Einwegwindel wickeln oder irgendwelche Geräte benutzen, die auf Mikroelektronik basieren. Wahrscheinlich hätten wir diese Dinge noch längst nicht, wenn es keine Raumfahrt gegeben hätte. Und das sich die Regierungen heute so winden ein paar Millionen Euro für eine Vision auszugeben, während sie anderweitig Milliarden für die Rettung von Banken verbraten, wird uns früher oder später auf die Füße fallen.
Steven Hawking hat mal gesagt, wenn wir jetzt nicht ins All aufbrechen, werden wir es nie tun. Wenn ich mir die Welt da draußen ansehe, glaube ich ihm.