Viel Science in der Fiction

Quelle: Perrypedia

Inzwischen bin ich zu einem glühenden Anhänger von PERRY RHODAN NEO geworden. Das, was die beiden Expokraten derzeit machen, ist für mich ganz großes Kino. So auch der achte Roman der »Methans«-Staffel von Michael H. Buchholz »Die Freihandelswelt«.

Endlich macht sich mal jemand Gedanken darüber, wie groß die Entfernungen innerhalb der Milchstraße wirklich sind. In den alten EA-Zeiten ist man mal schnell nach Arkon aufgebrochen und war in gefühlt einem Tag dort. Da der Kugelsternhaufen M13 aber 34.000 Lichtjahre vom Sol-System entfernt ist und die Sprungreichweite der Transitionstriebwerke nur maximal 500 Lichtjahre, mit je 18 Stunden Zwangspausen, beträgt, kann man sich ja ausrechnen, wie lange man bis dahin braucht. Danke dafür, ein bisschen wissenschaftliche Korrektheit in die Serie zu bringen.

Noch besser geschildert war die Situation auf der Erde. Ich mag solche innenpolitischen Scharmützel, das hat mir in der EA schon im Plophos-Zyklus gut gefallen. Reginald Bulls Bemühungen den Vizeadministrator und dessen Nachfolger von der Notwendigkeit der Transitionsdämpfer im Erdorbit zu überzeugend, war nicht nur witzig erzählt, sondern man litt förmlich mit Bully mit. Der Anschlag auf sein Leben und seine Verfolgung des Attentäters waren Hollywoodreif und bildeten einen schönen Kontrast zur Nebenhandlung mit Thora oder der Mission der CREST unter Federführung von Perry Rhodan. Besonders gefreut hat mich das Wiederauftauchen von Eric Leyden als neuen Chefwissenschaftler des Flaggschiffs der Solaren Flotte. Die Figur ist mit so viel Liebe charakterisiert, dass ich hoffe, ihn noch oft im Einsatz erleben zu dürfen. Besonders gern lese ich auch von Leydens Assistentin Belle McGraw, einem Charakter mit dem ich mich hundertprozentig identifizieren kann.

Auch Thoras Auftreten war in jedem Satz glaubwürdig. Den Spagat zwischen besorgter Mutter und ehemaliger Raumschiffkommandantin hat der Autor gut hinbekommen. Sie wirkte nie wehleidig oder übertrieben tough. Ihr die »Old Men« an die Seite zu geben, ist eine gute Idee. Nur fand ich es etwas unglaubwürdig, dass man den Administrator der Erde auf eine solche Mission gehen lässt. Wenn er zuvor seinen Posten endgültig geräumt hätte, um den Staffelstab an seinen Nachfolger weiterzureichen, bzw. wenn er sich bei Neuwahlen nicht mehr zur Wahl gestellt hätte, wäre es für mich glaubwürdiger gewesen.

Im dritten Handlungsstrang erfährt man nur wenig. Perry Rhodan kommt nach Hause und bricht sofort mit dem Flaggschiff wieder auf, um nach dem verschollenen Crest zu suchen. An dieser Stelle fragte ich mich etwas verwirrt, wann ist die CREST zurückgekommen. Vielleicht habe ich die Stelle auch überlesen, aber ich war doch etwas irritiert, als sie plötzlich auf dem Raumhafen stand.

Alles in allem ist der PR-NEO mit der Nummer 8 wieder ein lesenswerter Roman bei dem ich viel Spaß hatte. Es gibt jetzt drei Handlungsebenen: das Sol-System, Thora und die »Old Men« an Bord der LEPARD in M13 und Perry Rhodan sowie Eric Leyden an Bord der CREST auf der Suche nach Achantur. Das ist gerade noch zu verkraften, mehr Handlungsstränge sollten es aber nicht werden.

Thora in Not

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Nr. 107 »Botschaft von den Sternen« von Rüdiger Schäfer

Wenn mir bereits auf Seite zehn eines Romanheftes die Tränen in den Augen stehen, dann ist ein positives Zeichen für den Roman. Eingefleischte PERRY RHODAN Fans würden das vielleicht nicht so sehen, aber ich stehe dazu. Die Szene, in der Perry den trauernden Gucky auf den Arm nimmt und zum Schiff zurück trägt, wühlt auf und berührt.

Mit Band 7 der Methans-Staffel beginnt ein neuer Handlungszweig, der mich zwar den lieb gewonnenen Eric Leyden vermissen lässt, dafür aber Thora in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Als in der Öffentlichkeit stehende Mutter, die sich um ihren entführten Sohn sorgt, muss sie so einiges durchmachen. Und gerade jetzt, wo Perry Rhodan weit weg ist. Thoras Charakterisierung ist Rüdiger Schäfer dabei genauso gut gelungen, wie die der anderen vertrauten Personen. Allen voran Bully und Lesly K. Pounder. Besonders die Kapitel über die Mutanten im Lakeside Institut sind erkenntnisreich. Da die Mutanten bei NEO inzwischen ausgefallenere Fähigkeiten aufweisen, als zum Beispiel in der Erstausgabe, ist der Blick, den der Autor hier auf die wissenschaftlichen Hintergründe wirft, durchaus ernst zu nehmen. Schön auch, dass er das Kompetenzgerangel und die Bürokratie in der Terranischen Union anspricht. Früher hat in der EA keiner gefragt, ob die Terranische Flotte einfach so einen Kidnapper jagen darf. Man hat es einfach getan, auch wenn man dabei einen Krieg riskierte.

Im zweiten Handlungsstrang, der wieder sofort an die Ereignisse aus dem Vorgängerroman anknüpft, geht es um Perry Rhodans Odyssee zwischen dem Violett- und dem Revek-System und später zur Relaiskette der Mehandor. Auch hier gibt es verschiedene Meinungen innerhalb der Crew. Es wird beraten, was zu tun ist. Das sind ja ganz neue Ansätze, dass finde ich gut. Die Maahk-Flotte ist bereits nach Arkon aufgebrochen, ohne das jemand die Arkoniden warnen konnte. Natürlich schafft Rhodan es in alter Manier, sich das Bestienschiff unter den Nagel zu reisen, auch wenn der Aulore Sitareh zunächst sichtlich mit der Steuerung des Schiffes überfordert ist. Das es überhaupt funktioniert, dafür wurde der Grundstein bereits im Vorgängerroman gelegt und so wirkt es einigermaßen glaubhaft.

Die Rettung der drei Mehandor aus dem völlig zerstörten Frachter und ihre Erzählungen, lassen viel Interpretationsspielraum für die kommenden Romane. Da man als Leser aber bereits weiß, dass sich die nächste Staffel mit den Posbi beschäftigen wird, kann man sich doch das eine oder andere zusammenreimen. Auch der plötzliche Notruf des todgeglaubten Crest und der Hinweis auf den Hort des Ewigen Lebens machen neugierig darauf, wie es weitergeht.

Wie immer gefällt mir an Rüdiger Schäfers Romanen, dass er zusätzliche Informationen einbaut. Kleine Zitate, kurze Erläuterungen zu wissenschaftlichen Themen, da merkt man sofort, mit was sich der Autor persönlich beschäftigt und welche Interessen er hat.

Mein Fazit: Wieder ein guter Roman aus der Feder meines PERRY RHODAN Lieblingsautoren, wenn auch nicht ganz so brillant wie der »Oxydkrieg«.

Kampf der Titanen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO – Band 106 »Der Zorn der Bestie« von Kai Hirdt

Erneut ist es Kai Hirdt, der einen NEO-Roman für mich zum Erlebnis werden lässt. Im Gegensatz zum schwächelnden Vorgängerroman, trumpft der Autor hier mit so viel Witz und Lockerheit auf, das man seine Freude am Schreiben in jedem Satz herauslesen kann. Von allen bisherigen Autoren glückt ihm die Darstellung des kauzigen Dr. Dr. Eric Leyden am besten. Er kehrt die Macken des Wissenschaftlers so glaubhaft heraus, dass man die Figur fast greifbar vor Augen hat. Aber er weiß auch die anderen Figuren gezielt zu charakterisieren, allen voran Perry Rhodan und Reginald »Bully« Bull. Und auch mit ihm gelingt Kai Hirdt der große Wurf. So lebensnah wie der Flottenchef im Roman auftritt, habe ich Bully selbst aus den alten Heftromanen nicht in Erinnerung. Perfekt!

Aber auch die Geschichte wurde von den beiden Expokraten, Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz, wieder perfekt inszeniert. Kai Hirdt macht daraus einen spannenden und furiosen Roman. Wobei Furios das Stichwort ist. Der Furior der die »Bestie« treibt, ist der Schlüssel zur Handlung. Der Kampf der beiden Haluter ist aktiongeladen und unglaublich gut in Szene gesetzt. Man glaub fast zu hören, wie die Steine aufeinanderprasseln, wenn die Giganten gegen den Fels krachen. Man riecht den Staub, der entsteht und ist mittendrin. Wenn Haluter Fancan Teik Perry Rhodan warnt, nicht ins Violett-System zu fliegen, so beißt er bei dem unerschrockenen Protektor auf Granit. Rhodan erinnert da sehr stark an den frühen Rhodan der Erstauflage und genau das unterscheidet ihn vom Rhodan der Borsch-Ära. Er ist weniger zögerlich, sondern geht auch mal ein Risiko ein.

Noch beim letzten Roman bemängelte ich, das die Terraner fremde Technik viel zu schnell erlernen und für sich nutzen konnten. Szenen wie diese gibt es auch in diesem Roman, auch hier wird die Mannschaft um Perry und die Mutanten mit fremder Technik konfrontiert. Doch im Gegensatz zu Susan Schwarz, erklärt Hirdt dem Leser, wie die Menschen an das Problem herangehen. Er erklärt ihre Vorgehensweise so genau, dass selbst das Unglaubwürdige plötzlich glaubwürdig wird. Er zeigt aber auch, dass die Terraner eigentlich völlig überfordert sind und nur rudimentär in die fremden Systeme eingreifen können, ohne sie zu verstehen. Das ist der Punkt, in dem sich die beiden Romane im wesentlichen unterscheiden.

Mit dem Tod des Haluters nehmen die Exposéautoren zwar einen wichtigen und vielleicht auch beliebten Charakter aus der Serie, schaffen dadurch aber viel mehr Spannung, weil sie den überlegenen Faktor in Perry Rhodans Team beseitigen. Ich finde das sehr mutig und konsequent. Wobei ich dann doch lieber gesehen hätte, wenn die Mutanten im Körper der Bestie eine Granate hinterlassen und sich nicht nicht nur auf die Kampftechnik von Tuire Sitareh verlassen hätten.

Der fiese Cliffhanger am Ende des Romans, macht so viel Lust auf mehr, dass ich es kaum noch erwarten kann. So muss ein spannender Heftroman aussehen. Von mir gibt es dafür eine »Eins mit Sternchen« fürs gesamte Team.

Schwerer Stand

Vor einem halben Jahr erzählte ich, wie ich zum PERRY RHODAN-Leser wurde. Damals deutete ich bereits eine Fortsetzung der Geschichte an …

Erster Juli 1990 – die Währungsumstellung. Die Einführung der D-Mark veränderte alles. Von einem Tag auf den anderen (bzw. übers Wochenende) waren alle DDR-Artikel aus den Geschäften verschwunden, dafür gab es alles zu kaufen, was man von den Besuchen aus dem Westen kannte. Zeitschriften und Heftromane gehörten da natürlich dazu. Bei den Ostdeutschen besonders populär waren die Publikationen, die in der DDR verboten waren, wie der Spiegel, die Bravo und die als »Schundliteratur« verschrieenen Heftromane. Da spielte es auch keine Rolle, wenn die Ausgaben schon ein paar Monate, Jahre oder mehr auf dem Buckel hatten, im Gegenteil, diese waren dann kostengünstiger. So war die Nachfrage nach Magazinen und Heften aus Antiquariatsbeständen besonders groß und ein paar findige Geschäftsleute nutzten ihre Chance. Auf den Märkten, die jetzt wöchentlich (meist Samstags) abgehalten wurden, reihten sich bald Tapeziertische mit Kartons voller Zeitschriften und Heftromanen. Das Angebot erstreckte sich vom Arztroman, über Liebesromane, bis hin zu John Sinclair. Letzterer war besonders bei meinen Schulfreundinnen aus der Gruftiszene beliebt.

Nach der Lektüre der ersten drei Heftromane jener mir damals unbekannten SF-Romanserie, die ich aus dem Schwarzwald mit nach Hause gebracht hatte, stand für mich natürlich PERRY RHODAN im Vordergrund. Ich hatte nur ein Problem: Die Händlerin hatte hunderte, wenn nicht gar tausende Heftromane mit den Abenteuern von Perry und seinen Mannen. Wo fing ich da an? Also fischte ich wahllos ein paar zusammenhängende Ausgaben aus den Kartons und kaufte sie für 50 Pfennig das Stück. Wenn ich sie eine Woche später ausgelesen wieder zurückbrachte, bekam ich 20 Pfennig pro Heft wieder heraus und konnte das Geld sofort in neue Romane investieren. So las ich mich durch einen Großteil des Cappin-Zyklus. Zwischendurch kaufte ich mir auch hin und wieder am Kiosk die Romane aus der Erstauflage. Bis ich ein paar Jahre später in der Buchhandlung die ersten STAR TREK-Romane vom Heyne-Verlag entdeckte. Von da an konzentrierte ich mich voll und ganz auf die Abenteuer aus dem STAR TREK-Universum. In den Neunziger Jahren war STAR TREK Kult, jeden Monat kamen mindestens ein, wenn nicht zwei, Romane heraus; jeden Nachmittag liefen Folgen von TNG (The Next Generation) im Fernsehen und manchmal sogar zwei Serien parallel. Man kam an STAR TREK einfach nicht vorbei und so geriet der unsterbliche Perry bei mir in Vergessenheit.

Wenn es damals noch genügend Kunden gab, die die PERRY RHODAN-Hefte gekauft haben, dann hat sich das heute gewandelt. PERRY RHODAN hat im Osten Deutschlands einen schweren Stand. Am letzten Freitag bekam ich gerade noch das letzte Heft der aktuellen Erstausgabe, den neuen NEO-Roman leider nicht.
Die Händlerin von damals mit den Tapeziertischen voller Heftromane, verkauft diese immer noch in ihrem kleinen Laden, den sie seit November 1990 betreibt. Doch inzwischen sind die Kisten mit Science Fiction-Heften auf zwei zusammengeschrumpft. Dort teilen sie sich den Platz mit John Sinclair und ein paar Fantasy-Heftchen. »Noch vor ein paar Jahren«, so erzählt sie mir, »kamen ab und an ein paar ältere Herren, die sich ihren PERRY RHODAN gekauft haben. Aber heute, heute fragt keiner mehr danach.« Auch ist sie froh darüber, dass ihr vor ein paar Monaten ein junger Mann die ersten zwanzig Silberbände abgekauft hat, die seit gut einem Jahrzehnt im Regal standen. Verdient habe sie daran aber nichts. »Das hier«, sie zeigt hinter sich ins Regal, wo Kartons mit »Dr. Norden« und diverse Liebes- und Adelsromane stehen, »verkauft sich nach wie vor gut.« Eines hat sich indes nicht geändert, so kostet ein Heft einen Fünfziger und man bekommt einen Zwanziger wieder, wenn man es zurückbringt. Nur die Währung ist inzwischen eine andere.

Wie ich dann doch wieder zu PERRY RHODAN zurückfand, dass erzähle ich ein anderes Mal.

Erleuchte mich!

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO »Erleuchter des Himmels« von Susan Schwarz

Nach der anfänglichen Euphorie fühle ich mich nach diesem Roman etwas ernüchtert. Er ist nicht schlecht, hat durchaus seine Szenen. Der Autorin gelingt es sehr gut die Besonderheiten der Charaktere herauskitzeln und dennoch schafft es der Roman nicht, mich zu überzeugen. Da sind zu viele unglaubliche Zufälle; zu viele undurchdachte Handlungen; zu viele Ungereimtheiten. Habe ich mich bei den ersten Romanen darüber gefreut, wie nahe sich die Geschichte an der Wirklichkeit orientiert, um so enttäuschter bin ich, dass in »Erleuchter des Himmels« nichts mehr davon zu spüren ist. Die Überraschungen werden wie von einem Magier aus dem Hut gezaubert. Auf dem Mond wurde also eine Maahkwalze gebaut, in Zusammenarbeit mit Atlan. Das hat Rhodan doch sicher schon früher gewusst. Es lässt den Versuch in Band 104 eine der Maahkwalzen zu kapern, sinnlos, ja verantwortungslos, erscheinen. Wozu das Risiko eingehen, wenn die Lösung in Form der MAYA bereits existiert. Die Mutanten konnten bei dem Unternehmen zwar den Maahk-Transponder erbeuten, aber das war nicht geplant, sondern auch einer von vielen unmöglichen Zufällen. Der Transponder ist ein Thema für sich. Fremde Technologie, die so mir nichts dir nichts von einem terranischen Wissenschaftler verstanden und an die eigenen Schiffssysteme angeschlossen werden kann. Also Bitte! Programmierer durchschauen nicht mal die Programme der eigenen Kollegen, wenn diese nicht kommentiert sind und dabei »sprechen« sie eine Programmiersprache. Der Transponder ist nicht nur nach einer völlig fremden Logik verfasst, sondern besteht zudem noch aus einer, auf unbekannten Materialien basierenden, Hardware. Ein solches Artefakt zu verstehen und zu verwenden, würde ganze Generationen von Wissenschaftlern beschäftigen. Hier erledigen es ein Arkonide und ein Hyperphysiker in unfassbar schneller Zeit.

Ob es die Maahk-Tarnanzüge sind, oder die Reaktionen der anderen Maahks auf die MAYA, manchmal hatte ich das Gefühl, die Maahks wurden zu leichtgläubigen Ignoranten degradiert. Wo sie doch in den Romanen zuvor bewiesen haben, dass sie scharf denkenden Logiker sind, die sich nicht übers Ohr hauen lassen. Hier schlüpft ein Schiff durch den Bündler, kommt in einem Sonnensystem heraus, in dem sich hunderttausende von Maahk-Schiffen auf einen Kriegseinsatz vorbereiten und keinen scheint es zunächst zu interessieren, woher das Schiff kommt und was es hier will? Das man Stunden später doch noch danach fragt, rettet die Situation auch nicht mehr. Die vielen Zufälle machen die Geschichte für mich einfach unglaubwürdig. Die Gigantomanie, die ich schon in den alten Heftromanen unmöglich fand, eingeschlossen. Hat sich eigentlich schon mal jemand die Mühe gemacht, den Ressourcenverbrauch dafür auszurechnen?

Das Gleiche gilt für den Handlungsstrang auf dem Jupiter. Man mag mir mangelnde Fantasie vorwerfen, aber ein bisschen rationaler Verstand und wissenschaftliche Logik in einem Science Fiction Roman sei mir als Leser bitte gegönnt. Anfangs habe ich die wirre Geschichte mit der durchgeknallten Stationspositronik gar nicht richtig erfasst. Und auch hier sind es viel zu viele Zufälle und Wunder, die mir das Lesevergnügen vereitelt haben. Leyden und sein Team sind viel zu rasch in der Lage die Symbole der fremden Sprache zu entziffern und anzuwenden – Ja sogar die Positronik umzuprogrammieren. Das steht im Widerspruch zu dem zögerlichen Prozess in der Marspyramide zwei Romane zuvor, wo sie lange rätseln mussten und am Ende doch nicht sicher waren, ob sie das Geheimnis des Ma-Bab-Ben richtig interpretiert haben.

Ich bin mir sicher, dass es sehr viele PERRY RHODAN Leser gibt, die sich von dieser Art Geschichten angesprochen fühlen. Ich gehöre leider nicht dazu. Mir fehlte dabei ein bisschen der Bezug zur Realität. Denn die NEO-Handlung spielt nur 30 Jahre in der Zukunft und nicht im Jahr 3000. Die Menschen hatten nur sehr wenig Zeit, Erfahrungen mit 5D-Physik zu sammeln, um so souverän damit umzugehen wie in diesem Buch. In meinen Augen ist das bisher der schwächste Roman aus dem Methans-Zyklus. Aber man muss ja nicht alles mögen.

Wasserstoffspiele

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN-NEO »Im Reich des Wasserstoffs« von Rainer Schorm

Es fasziniert mich, wie sehr sich die Stile von Autoren unterscheiden. Deutlich wird das bei einer Serie wie PERRY RHODAN. Und ganz besonders, wenn das Exposé im Hintergrund eine über mehrere Folgen homogene Geschichte vorgibt. Während Michael H. Buchholz in Band 101 mehr die wissenschaftliche Seite beleuchtet, Kai Hirdt in Band 102 die humorvolle und Rüdiger Schäfer dem Leser in Band 103 die gefühlvolle Seite nahebringt, so ist Rainer Schorm der Mann fürs Technische …

Keiner der drei vorangegangenen Romane konnte mit so vielen technischen Details aufwarten. Aber auch kein Roman litt so sehr unter dieser Last wie »Im Reich des Wasserstoffs«. Ich fühlte mich ein wenig in die Erstauflage versetzt. Es war einhundert Prozent PERRY RHODAN, aber es war nicht das NEO, dass ich in den letzten Romanen liebgewonnen hatte. Vielleicht liegt es daran, dass mir große Raumschlachten nicht gefallen oder auch daran, dass ich lieber wissenschaftlich fundierte Science Fiction mag. Ich folgte der Handlung, aber ich wurde nicht warm damit. Der Handlungsstrang um Eric Leyden war von allen noch derjenige, bei dem ich mich am wohlsten fühlte. Die Geschichte um die Mutanten, die zusammen mit Tuire Sitareh eine Maahkwalze kapern, empfand ich als überzogen. Sie verlief am Anfang viel zu glatt, während es am Ende fast in die Katastrophe führte. Mir war das alles zu wenig durchdacht, da fehlte für meinen Geschmack das Bodenständige. Es erinnerte an die PERRY RHODAN Heftromane aus den Sechzigern, in denen allen möglich war, ohne auf die wissenschaftliche Basis zu achten.

Was mir positiv auffiel, war der Versuch die Geschichte aus der Sicht eines Maahk zu zeigen. Leider waren diese Szenen zu kurz, um den Leser so richtig zu packen. Da half auch die letzte Szene nicht, in dem der Gedankenspeicher des getöteten Maahk in den Bündler gezogen und nach Haus transferiert wird. Sie löste in mir zumindest etwas Bedauern aus, das jedoch von den vorangegangen, hektischen, sich überschlagenden Ereignissen begraben wurde.

Apropos Hektik. Im letzten Drittel des Buches hatte ich das Gefühl, dass der Autor sich sehr zusammenreißen musste, um die erforderliche Länge der Geschichte einzuhalten. Da ging es plötzlich Schlag auf Schlag, Schorm raste förmlich durch die Handlung, wobei viele Details verloren gingen. Da war wohl die Seitenzahl schon fast erreicht und noch jede Menge Exposé übrig. Ich kenne das von meiner FanEdition. Dieser Faktor ist nicht zu unterschätzen. Es hätte sicher auch Band 104 gut getan, wenn man aus einem Roman zwei gemacht hätte.

Ich schiele mit etwas Sorge auf die nächsten Romane. Werden sie meine anfängliche Euphorie bremsen? Wir werden sehen.

Im Oxydkrieg

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN-NEO »Der Oxydkrieg« von Rüdiger Schäfer

Wenn es eine Steigerungsform für perfekt gäbe, hätte dieser Roman sie verdient. Wiederholt hat es ein NEO-Roman geschafft, dass ich ihn innerhalb weniger Stunden regelrecht verschlungen habe. Das mir der Schreibstil des Autors zusagt, brauche ich nicht zu wiederholen. Doch zusammen mit der intelligent ausgedachten Geschichte, wird daraus ein Glanzpunkt, der selbst die beiden Vorgängerromane überstrahlt. Dabei kann ich nicht mal sagen, was genau den Roman so besonders macht. Ist es die Geschichte über Eric Leyden auf dem Mars, bei der man fast so etwas wie Romantik heraushört oder die Abenteuer von Gucky und dem Haluter Fancan Teik auf der fremden Raumstation? Möglicherweise sind es auch die Erinnerungen des Maahk aus dem Qxydkrieg, die Perry Rhodan am eigenen Leib erfahren muss. Vielleicht liegt es aber auch an den vielen eingestreuten Informationshäppchen, die man als Leser mitbekommt, sei es nun über den Jupiter und seine geschichtliche Bedeutung bei Ägyptern und Babyloniern oder über die physikalischen Bedingungen auf dem Mars sowie den Wasserstoffwelten der Maahks. Hier gibt man sich richtig Mühe wissenschaftliche Details glaubwürdig in eine spannende Geschichte zu verweben. Einzig die Sache mit dem Sturm auf dem Mars ist nicht so richtig korrekt, aber das würde die ganze Dramaturgie der Geschichte über den Haufen werfen und wurde auch vom Autor von »Der Marsianer« ignoriert. Wer wissen will, wie es bei einem Sturm auf dem Mars wirklich wäre, kann es bei Astronews.com nachlesen.

Ich glaube was das Buch so besonders macht, ist die Mischung aus allem. Der sauber geschriebene und mit so viel Gefühl formulierte Roman entwickelt eine Homogenität, die ich bisher bei keinem Roman der NEO-Serie erlebt habe und macht es für mich zu einer wertvollen Lektüre, die ich ganz sicher noch ein zweites Mal lesen werde.

Das dynamische Titelbild von Dirk Schultz unterstreicht die Leidenschaft hinter den Geschichten aus der aktuellen Staffel.

Auf dem Abstellgleis …

… fühle ich mich zur Zeit, wenn es darum geht, zur Arbeit zu kommen.

Als Pendler hat man es nicht leicht und wenn man derzeit auf der Strecke Salzburg-München unterwegs ist, trifft es einen doppelt und dreifach. Ich habe heute sage und schreibe sechs Stunden damit zu gebracht, zur Arbeit und zurück zu kommen. Wahnsinn, und das an einem normalen Wochentag. Urheber ist mal wieder – ja, richtig – die Deutsche Bahn. Die muss ja unbedingt zwischen Traunstein und Prien die Gleise tauschen, jetzt, wo der Verkehr auf der Strecke durch die Grenzkontrollen eh schon belastet ist. Züge der Deutschen Bahn fahren gar nicht mehr, oder nur noch gerüchteweise (im Fahrplan habe ich noch keinen verkehrenden Zug gefunden). Die Züge des Meridian fahren zumindest alle Stunde und seit dieser Woche sogar wieder direkt bis nach Salzburg. Bis letzte Woche war in Freilassing Schluss; Reisende nach Salzburg mussten in Bussen die Grenze überwinden. Irgendein cleverer Kopf kam nach drei Wochen endlich auf die Idee, dass man die Züge ja eigentlich durchfahren lassen könnte, solange wie sie leer, sprich ohne nichtregistrierte Flüchtlinge, wieder zurückfahren. Seit dieser Woche fahren sie auch von Salzburg wieder nach München, aber nur mit Ausweiskontrollen.

Der Zugverkehr ist also nicht nur extrem ausgedünnt, man muss an den Baustellen meist auch ziemlich lange warten, weil die Strecke nur eingleisig befahrbar ist. Dann muss der Nahverkehr auch noch den österreichischen Railjet vorlassen und so kommt schnell eine Viertelstunde Verspätung zusammen. Morgens geht es immer noch, weil ich schon vor 6 Uhr fahre, aber am Nachmittag ist die Hölle los. Die Bahnen sind hoffnungslos überfüllt, weil sowohl die ECs/ICs der Deutschen Bahn ausfallen, als auch die Verstärkerzüge, die sonst nur bis Traunstein fahren und so zumindest im Feierabendverkehr einen halbstündigen Takt gewährleisten. So fährt nur alle Stunde einer, wo sonst mindestens drei fahren. Man kann sich das Passagieraufkommen ungefähr vorstellen. Und wenn man dann noch dicht gedrängt, gefühlte Jahrhunderte vor einer Baustelle auf den Gegenverkehr warten muss, macht das echt keinen Spaß mehr.

Ich wusste schon, warum ich die letzten drei Wochen Urlaub genommen habe. Jetzt muss ich nur noch bis zum 22.10. durchhalten.

Zumindest habe ich heute einen ganzen PERRY RHODAN-NEO geschafft. Immerhin!

„NEOisiert“

Quelle: Perrypedia

Sie haben mich gekriegt! Sowohl die Expokraten um Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz, als auch Autor Kai Hirdt, der mir mit seinen witzigen Dialogen sehr oft ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Vielen Dank für die wunderbare Unterhaltung!

Ein NEO-Roman, dessen Geschichte sich nahtlos an den vorherigen Roman anschließt? Ich war baff. Das war die Erfüllung eines langgehegten Wunsches. Worum es genau in der Geschichte geht, kann jeder in der Perrypedia nachschlagen. Mein persönliches Empfinden war wie zuletzt sehr positiv. Der Autor verleiht der Figur des Eric Leyden noch mehr Tiefe, aber auch Belle und Abha sind treffend gezeichnet. Ich mag es, wenn Charaktere so lebendig wirken, dass man sie lebhaft vor sich sieht. Auch Leydens Konfrontation mit der ausgemusterten Hyperphysikerin, war grandios inszeniert. Es war wie ein Film vor Augen, als sie und Leyden aufeinander treffen.
Sehr schön fand ich die Trennung zwischen ziviler und militärischer Führung und den dazugehörigen Kompetenzstreitigkeiten. Wobei ich mich jedoch frage, warum man Leyden nicht gleich die volle Verfügungsgewalt über die Forschungen auf dem Mars gegeben hat. Die Flotte sollte doch nach seiner Rettung von Io, über seine Erkenntnissen vom Jupiter Bescheid wissen. Warum gewährt man ihm erst die Unterstützung, als er Flottenchef Reginald Bull hinzuzieht?

Das Geschehen im Taktissystem um Perry Rhodan und die CREST, bildetet einen guten Kontrast. Die Begegnung mit den misstrauischen Scortoohks, die anfänglichen Kommunikationsprobleme und die Entdeckung der Festung „TASCHVAAHL“ sowie dem Bündler, machen Lust auf weitere Abenteuer. Was die Autoren mit der Figur des Captain Rainbow vorhaben, ist mir noch nicht ganz schlüssig. Erinnern tut er mich an Redhorse aus dem MdI-Zyklus. Während der Charakter dort jedoch stets den Befehlen seiner Vorgesetzten gehorchte und eine reine Weste hat, agiert Rainbow manchmal etwas unüberlegt und bringt sich und seine Kameraden nicht nur in Gefahr, sondern riskiert auch eine Degradierung. Interessante Idee, mal sehen wo das hinführt.

Auf der einen Seite also der kühle Taktiker Rhodan und die Flotte und auf dem Mars der Hyperphysiker Eric Leyden mit seinen mitunter sehr unkonventionellen Ideen. Das sind nur zwei Handlungsstränge in einem Roman. Bei NEO hatten mich bisher die Vielzahl der Handlungsstränge gestört. Für diese notwendige Reduktion ebenfalls ein herzliches Dankeschön!

Am Ende doch noch ein paar kritischere Worte an den Autor. Seine Dialoge sind oft treffend und witzig, aber er sollte den Bogen nicht überspannen. Es ist ein schmaler Grat zwischen Slapstick und eine Situation ins Lächerliche ziehen. Meines Erachtens war Kai Hirdt manchmal sehr nah dran, diese Grenze zu überschreiten. Ich mag gerade den ernsten Hintergrund bei PERRY RHODAN und möchte nicht, dass dieser zwischen den lustigen Szenen (die man selbstverständlich braucht) verloren geht.

Neue Abenteuer im NEOversum

Quelle: Perrypedia

Wow! Ich bin begeistert. Was heißt begeistert, ich bin geradezu euphorisch. Und das nach der Lektüre eines Perry Rhodan NEO Romans.

Als ich gestern Nachmittag in den Zug stieg und mein iPad vor mir in Stellung brachte, damit ich mir das E-Book des NEO Romans mit der Nummer 101 reinziehen konnte, dachte ich nicht daran, dass ich diese Geschichte noch am selben Abend fertig lesen würde. Nach drei Stunden Zugfahrt, die irgendwie substanzlos an mir vorüberzogen, weil mich die Geschichte tief eingesaugt hatte, waren nur noch ein paar Kapitel übrig. Ich las sie spätabends im Bett, auch wenn mir vor Müdigkeit beinahe die Augen zufielen, schließlich war ich seit fünf Uhr morgens auf den Beinen. Aber ich wollte unbedingt wissen, wie diese Geschichte weitergeht.

Zum Inhalt werde ich hier nichts sagen, das kann jeder in der Perrypedia nachlesen. Ich möchte hier nur meinen Eindruck schildern. Und der ist mehr als nur befriedigend. Das ist PR-NEO wie ich es mir vorgestellt, nein besser, wie ich es mir gewünscht habe. Michael H. Buchholz macht alles richtig. Die vielen wissenschaftlich fundierten Fakten zum Saturn, die agierenden Figuren allen voran Eric Leyden, den ich in den Silberbänden schon toll fand, ist ein Zusammenspiel all dessen, was Perry Rhodan ausmacht. Ich kann nur sagen: „Perfekt.“

Ich ahnte, dass der Wechsel der Exposéautoren Veränderungen mit sich bringen würde und hoffte, dass diese Veränderungen mich zufriedenstellen würden, doch ich hatte keine Ahnung, wie sehr sie bei mir einschlagen. Ich glaube, wenn die beiden Expokraten, dass weiterhin so gut hinbekommen, steht uns bei PR-NEO was ganz Großes bevor. Ohne die Arbeit von Frank Borsch schmählern zu wollen. Seine ersten vier Bände haben mich damals ähnlich begeistert und ich wünsche mir sehr, dass Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz das hohe Niveau, mit dem sie eingestiegen sind, auch in den nächsten Fortsetzungsromanen halten können.

Die lese ich dann aber wieder analog – auf Papier.