
PERRY RHODAN NEO Band 386 – »Sammler der Kuriositäten« von Antares Bottlinger
Um ihrer Tochter Nathalie zu helfen, benötigen Perry Rhodan und seine Frau Thora die Hilfe von Atlans Sohn Eric Weidenburn, zu dem sie aber nur vordringen können, wenn sie ein anderes Artefakt auftreiben.
Ihre Suche nach einem Artefakt führt sie auf den Planeten Agemas im Kugelsternhaufen M13. Dieser Planet wird seit kurzem von schweren tektonischen Erschütterungen heimgesucht. Sie brechen bei einem Kuriositätensammler ein und klauen das Artefakt, doch kaum sind sie zur TERRANIA II zurückgekehrt, bewegt sich das Artefakt eigenständig an seinen Ausgangsort zurück.
Dao-Lin-H’ay schlägt vor, den geheimnisvollen Veiyerdal um Hilfe zu bitte, da er sich offenbar mit den Artefakten auskennt. Mit seiner Hilfe gelingt der Diebstahl. Der Abtransport des Artefakts durch die Menschen geschieht gerade noch rechtzeitig, bevor ein Vulkan die Gegend um das Anwesen des Kuriositätensammlers unter Lava begräbt und tausende Arkoniden in Gefahr bringt. Der Ausbruch wurde durch die Anwesenheit des Artefakts ausgelöst.
Wenn im Abspann des Romans nicht auf den Inhalt des Romans eingegangen wird, wirft das in der Regel kein gutes Licht auf die Handlung. Die Geschichte rund um Perry und Co ist in der Tat etwas dürftig und stellenweise auch nicht nachvollziehbar.
Den Roman rettet die Nebenhandlung, die deutlich spannender ist und das Leben der Arkoniden auf einem paradiesischen Planeten zeigt, der von lauter superreichen Touristen heimgesucht wird. Es stecken viele gute Ideen in der Story aber auch eine Vielzahl an Klischees, dennoch spiegelt sie parallele Entwicklungen aus unserer Wirklichkeit gekonnt wieder. Das hätte sich genauso gut auf La Palma abspielen können. Korrupte Politiker und rücksichtslose Superreiche auf der einen Seite sowie die arbeitende Bevölkerung als Leidtragende auf der anderen Seite, ergibt ein in sich stimmiges Bild. Die sympathischen Charaktere und die bodenständige Geschichte sind ein großer Pluspunkt für den Roman.
Dagegen wirken Perry und seine Begleiter »out of character« wie man so schön sagt. Der moralisch überlegene Perry Rhodan bricht in eine Millardärsvilla ein und entwendet das Eigentum eines anderen ohne auch nur ein einziges Mal über eine Alternative zu dem Diebstahl nachzudenken. Er versucht es nicht mal. Erst beim zweiten Versuch wird zumindest ein Grund geliefert, warum es notwendig ist, das Artefakt zu entfernen, da es den Vulkan ausbrechen lässt. Gucky und Dao spielen Taxi, wobei sie mal erschöpft und mal weniger erschöpft sind. Jedenfalls waren sie immer dann fit, wenn sie gebraucht wurden, was der Geschichte die Spannung genommen hat. Dao erschien mir zudem etwas zu kratzbürstig zu sein. Und über den Maahk als Sicherheitschef reden wir lieber nicht.
Das Auftauchen von Veiyerdal war für mich die größte Überraschung. Er war es, der Nathalie angegriffen und mit ihr verschwunden ist. Und keiner, weder Dao, die dabei gewesen ist, noch Perry, dem Dao es erzählt hat, kommt auf die Idee, Veiyerdal nach Nathalie zu fragen. Also irgendwie war das für mich nicht schlüssig. Ich hätte eher gedacht, man wendet sich an Prospektor Lee Norskwod. Veiyerdal erschien mir nach den vergangenen Romanen eher der geheimnisvolle Bösewicht zu sein.
Davon abgesehen, dass man Reginald Bull erstmal wieder auf der Erde geparkt hat und Atlan sich von seinem Kryoschlaf erholen muss – seltsam für einen Zeitträger – fand ich das schnelle hin- und herfliegen zwischen Milchstraße und M13 schon in den vergangenen Romanen unglaubwürdig. Hier wieder. M13 ist 23.000 Lichtjahre entfernt. Früher drehten sich ganze Staffeln nur um den Flug dorthin. In der Zeit der Symaios war es unmöglich M13 zu erreichen und nun reicht ein Fingerschnipsen der Autoren und schon ist man da. Hm!
»Sammler der Kuriositäten« ist ein schwacher NEO mit einer guten Nebenhandlung. Dieser Roman beweist, dass ein guter Autor nicht zwingend auch ein guter NEO-Autor sein muss.