Das Heft mit der Nummer 92 bietet den Mitgliedern der PRFZ wieder eine bunte Mischung aus dem PERRY RHODAN-Fandom. Neben den Besprechungen der Erstauflage sowie der Blues-Staffel der NEO-Serie liegt der Schwerpunkt auf der ersten Stadt der vereinten Erde – Terrania City. Neben Artikeln der PERRY RHODAN-Autoren Wim Vandemaan und Dennis Mathiak, ist PR-Chefredakteur Klaus N. Frick zum ersten Mal mit einer Kurzgeschichte aus dem Perryversum vertreten.
In den Interviews geben sich mit Andreas Eschbach und Uwe Anton zwei hochkarätige Autoren ein Stelldichein.
Berichte aus dem PRFZ-Vorstand, der Fanszene und zu weiteren spannenden Themen sowie die Kurzgeschichte eines ehemaligen Kanzlerkandidaten vervollständigen das Magazin.
Wie schon im vergangenen Jahr wartet das letzte Heft vor Weihnachten mit einem Preisrätsel auf, bei dem es etwas zu gewinnen gibt. Gekrönt wird die SOL 92 durch das Cover von Guy Roger, der die Titelbilder der französischen PERRY RHODAN-Ausgaben gestaltet.
Mitglieder der PRFZ erhalten das Heft im Rahmen ihrer Mitgliedschaft. Interessierte Fans können diese und andere Einzelausgaben der SOL im Space-Shop der PRFZ bestellen.
Da der nette Autor mich freundlicherweise daran erinnerte, dass es da noch einen zweiten Teil seines Science-Fiction-Werkes gibt, welches ich unlängst hier wohlwollend besprochen habe, gab ich diese Woche seinem Bitten nach und las den humoristischen Roman im Zug nach München und zurück. … Wahnsinn, was für ein Schachtelsatz!
Solche oder ähnliche Bemerkungen finden sich auch in »Selfies vom Mond« dem zweiten Teil der Bop-Saga. Der Autor nimmt Augenzwinkernd seinen eigenen Text auf die Schippe und sich und seine Figuren nicht einmal ansatzweise ernst. Wie zum Weltraumteufel soll man sowas rezensieren? Man könnte meinen, der Autor erkaufe sich damit einen Freifahrtschein in Sachen Stilanalyse. Doch so leicht lasse ich mich nicht hinters Licht führen.
Die Geschichte krankt nämlich an ganz anderen Stellen, als an Schachtelsätzen oder der Synonym-Seuche. Da wird mir zum Einen nur erzählt, was ich doch eigentlich sehen will. Beispiel gefällig? „Seht ihr irgendwo einen freien Tisch?“ fragte Edward angesichts des tumultartigen Tohuwabohus in der alten Nova. Ich bekomme gesagt, dass in der Kneipe ein Durcheinander herrscht, wie genau das aussieht, enthält mir der Autor aber vor. Da hätte ich gern mehr darüber gewusst, um mir ein Bild zu machen. Wie sieht es da aus? Welche schrägen Außerirdischen hängen dort rum? Was für exotische Getränke stehen auf den Tischen? Spielt da irgendwo eine Catina-Band und vor allem, wie riecht es da? All das erfahre ich nicht. Diese Szene ist beispielhaft für viele weitere.
Auch plottechnisch wäre noch so einiges zu verbessern. Am Anfang und im Mittelteil verläuft die Handlung nämlich arg zäh. Ich hatte zunächst damit zu kämpfen, wieder in die Geschichte zu finden. Die beginnt nämlich mit Kapitel 23. Es ist ratsam Teil zwei direkt im Anschluss an Teil eins zu lesen. Bei mir lagen mehrere Wochen dazwischen und ich wusste überhaupt nicht mehr, wer von den Figuren jetzt wer war und vor allem auf welcher Mission sie nochmal unterwegs waren.
Mir hat sich auch der Sinn nicht erschlossen, warum die Reisen der Abenteurer immer so lange dauern. Mal sind es zwei Wochen, dann wieder drei. Das Universum, das André Nagerski geschaffen hat, ist so verrückt, dass er eigentlich nicht auf die Einhaltung irgendwelcher physikalischen Gesetze achten müsste. Die Reise durch ein Wurmschlupfloch sollte innerhalb von Minuten vonstattengehen. Stattdessen lässt er seine Helden wochenlang in ihrem Raumschiff aufeinander hocken, zeigt mir dann aber die Auswirkungen nicht. Die lange Reise hat keinerlei Konsequenzen für die Geschichte und ist meiner Meinung nach somit überflüssig.
Die Stärke des Autors ist gleichzeitig seine größte Schwäche. Die Wortschöpfungen und Sprüche waren im ersten Teil noch originell und witzig, verlieren im zweiten Teil aber schnell ihren Reiz. Man gewöhnt sich daran und lächelt am Ende nur noch müde, wenn die Pointe mal nicht so knackig ausfällt, wie bei den Krachern zuvor. Was mir besonders aufgefallen ist, dass der Autor in »Selfies vom Mond« viele Werbe-Slogans oder bekannte Sprüche aus Funk und Fernsehen verwendet. Das finden Jungs in der Pubertät oft irrsinnig komisch, mir gefiel es nicht, weil es einfach peinlich ist. Bei anderen Passagen wiederum nimmt André Nagerski den Leser zu sehr an die Hand, weshalb der Humor aufgesetzt wirkt. Auch hier wieder ein Beispiel: „Seid gegrüßt in Vogelweide, Fremde!“, begann der Anführer der Gruppe. „Mein Name ist Nisnas – Alter von der Vogelweide. Der Vorsteher des Dorfes …“ Hätte der Autor den Typen Walter genannt, hätte jeder den Gag verstanden, ohne das er noch irgendein Wort hätte hinzufügen müssen. Das wäre subtiler gewesen als die angewandte Holzhammer-Methode.
Jetzt muss ich aber auch noch etwas Gutes sagen: Die irrwitzigen Ideen scheinen dem Autoren auch in Teil zwei nicht ausgegangen sein. Mir gefielen am besten die Phillyponys, davon hätte ich mir gern mehr in Aktion gewünscht, ebenso mehr von den tollen Erfindungen wie dem Multifraß 2000 aus dem ersten Teil. Sprachlich ist auch »Selfies vom Mond« einwandfrei geschrieben, wobei nicht jeder Gag bei mir gezündet hat. Lustig ist die Geschichte um die Bewohner des Planeten Bop auf ihrer Odyssee durchs All allemal. Wer Douglas Adams mag, ist hier gut aufgehoben. Großes Lob von mir geht übrigens auch an den Illustrator Stefan Kolmsberger für das sensationelle Cover
Im Epilog ist Band drei angekündigt. Ich hoffe der Autor lässt seine Leser nicht allzu lange warten.
André Nagerskis »Selfies vom Mond« erschien im Selbstverlag und ist bei Amazon als E-Book und gedrucktes Buch erhältlich. Ich empfehle auch die Internetseite des Autors roboter-weinen-heimlich.de. Dort finden sich alle News rund um die Bop-Saga.
Nach sechs Jahren Ruhe meldet sie sich mit einer eindrucksvollen Zyste zurück. Was ich schon seit Frühjahr befürchtet habe und was mir seit Juni gesundheitlich zu schaffen macht, hat sich nun bewahrheitet. Vier Zentimeter und kugelrund klebt sie im linken Unterbauch zwischen Bauchdecke und Darm. Das erkannte ich auf dem Ultraschall diese Woche beim Frauenarzt sofort. Normalerweise verursacht ein Zyste von dieser Größe noch keine Probleme. Bei mir aber schon, was wahrscheinlich an meiner Krankengeschichte liegt, über die ich hier schon mal berichtet habe.
Nach der letzten großen OP, mit Hysterektomie und Darmresektion hatte ich eigentlich gehofft, endlich Ruhe zu haben, aber die Natur lässt sich halt nicht austricksen. Dabei wäre es nicht sinnvoll, mich vorzeitig in die Wechseljahre zu schicken, denn meine Mutter hatte mit über siebzig noch eine Zyste. Nun muss ich mal sehen, wie lange ich die monatlichen Schmerzen und Darmprobleme aushalte. Früher oder später werde ich mich wieder unters Messer legen müssen.
Endlich, werden die Perryfans heute morgen gedacht haben. Denn seit heute kann man sich zu der Veranstaltung anlässlich von Band 3000 der PERRY RHODAN-Serie anmelden. Ich habe das selbstverständlich heute morgen auch gleich getan. Zum Einen findet die Veranstaltung in München, also in unmittelbarer Nähe, statt und zum Zweiten will ich so einen offiziellen Event nicht versäumen.
In den vergangenen Jahrzehnten veranstalteten Verlag und Redaktion bei solchen Jubiläumsbänden immer einen Worldcon. Also ein Treffen von Fans aus aller Welt, in der Größenordnung vergleichbar vielleicht mit der FedCon. Nun, Zeiten ändern sich und auch Verlage müssen sparen. Außerdem blieb die meiste Arbeit bei der Vorbereitung und Durchführung eines Worldcon an der Redaktion und ihren Mitgliedern hängen. Oftmals war das nur mittels einer 100 Stundenwoche zu stemmen. Verständlich, dass sich die Redaktion sehr gut überlegt hat, wie und in welcher Weise das Jubiläum gefeiert werden soll.
Also kein Worldcon, stattdessen ein Tag angefüllt mit vielen spannenden Programmpunkten, quasi ein Minicon. Das finde ich gut und freue mich darauf.
Übrigens: Perryfans die teilnehmen möchten, sollten sich beeilen, denn die Anzahl der Tickets ist begrenzt.
… Diesen Satz habe ich am Freitag gefühlt einhundert mal gehört.
Auf der Zugfahrt nach Wolfenbüttel, stieg in Nürnberg eine ältere Dame zu. Sie platzierte sich in die Sitzreihe schräg hinter mir. Kurz nachdem der Zug losgefahren war, klingelte ihr Handy. Sie nahm ab und stellte es auf Lautsprecher. Was danach kam, kann man eigentlich nicht beschreiben, das muss man erlebt haben. »Waltraud und Mariechen«, von den fränkischen Komödianten Heißmann und Rassau, wären angesichts der Vorstellung, die die beiden Damen im ICE lieferten vor Neid erblasst.
Ob es um das, von der Krankenkasse nicht genehmigte, Hörgerät ging oder um die polnische Putzfrau, die Schmuck klaut und der man nicht trauen kann, bis hin zum Betrug durch RFID-Chips, der Gesprächsstoff ging den beiden nicht aus. Das Faszinierende war, dass man beide perfekt verstehen konnten, weil sie ziemlich laut sprachen. Im fränkischen Dialekt versteht sich. Dabei fiel fast jede Minute einmal der Satz »Kannst du dir das vorstellen?!« Ja, inzwischen kann ich das und das sogar sehr lebhaft. Die unfreiwillige Comedyeinlage hat übrigens nicht nur mich unterhalten, sondern auch das Ehepaar mir gegenüber. Der Mann feixte so sehr, dass seine Frau ihn ständig anrempelte. Aber auch ihr fiel es schwer, ein Lachen zu unterdrücken. Ich nehme mal an, dass sich der Rest des Großraumabteils ebenfalls köstlich amüsiert hat. Zumindest weiß ich jetzt, was ältere Witwen so bewegt.
Schlecht war nur, dass ich eigentlich arbeiten wollte. Aber sowohl schreiben als auch lesen ging gar nicht. Immer wieder riss mich ein: »Kannst du dir das vorstellen?!« aus der Konzentration. Uns so musste ich mir anhören, wie ihr Auto stehen geblieben war, weil die Batterie schwächelte, wie der Werkstattservice Starthilfe gab und wie die Dame dann mit laufenden Motor vor ihrem Haus stand und nicht reinkam, weil der Haustürschlüssel am Autoschlüssel hing. Sie ihn aber nicht abnehmen konnte, weil sie noch weiterfahren wollte, und die Batterie nach den fünf Kilometern noch nicht wieder aufgeladen war. Das war so lebensnah geschildert, dass ich die Situation bildlich vor Auge hatte. Eigentlich hätte man das Gespräch mitschneiden sollen. Das wäre wahrscheinlich ein viraler Hit im Internet geworden.
Ich war dann aber doch froh, dass ein Funkloch das Telefongespräch kurz vor Würzburg nach einer halben Stunde beendete. Sonst wäre ich mit meiner Lektüre des Seminar-Readers wahrscheinlich nie fertig geworden. Aber Live-Comedy im ICE hat man nicht alle Tage, obwohl ich glaube, dass es öfter vorkommt als man denkt. Zumindest ahne ich, woher die Künstler ihr Material haben. Niemand schreibt bessere Geschichten als das Leben selbst.
PERRY RHODAN NEO Band 185 — »Labyrinth des Geistes« von Michelle Stern und Rüdiger Schäfer
Thomas und Farouq Rhodan werden von NATHAN durch eine Vielzahl von geistigen Simulationen gehetzt, die sie bis an ihre Leistungsgrenze bringen.
Auch Perry Rhodan steckt zusammen mit Tuire, Leyden, Tolot und Schablonski in einer virtuellen Realität fest. Die Naiir (Laurin) versuchen so Informationen über die Menschen zu erlangen. Perry Rhodan wäre nicht Perry Rhodan, wenn er die scheinbar ausweglose Situation nicht ausnutzen würde. Und so erlangt er Erkenntnisse darüber, was vor 85 Millionen Jahren geschehen ist, und was den Riss zwischen den Universen verursacht hat. Bezahlen muss er diese Informationen jedoch mit dem Leben eines seiner Freunde.
Wenn mir jemand erzählt hätte, dass sich zwei Drittel der Handlung eines Roman ausschließlich in den Köpfen der Figuren abspielt, so hätte ich wahrscheinlich geantwortet, dass das nicht funktioniert. Rüdiger Schäfer und Michelle Stern belehren mich eines Besseren.
Auch wenn mir immer noch nicht ganz klar ist, was die Expokraten mit den beiden Rhodansöhnen bezwecken, so gelingt es der/dem Autorin/Autor – Ich wage zu behaupten, dass Michelle Stern diesen Handlungsstrang verfasst hat – interessante Ausblicke zu vermitteln. Die Schlaglichter einer spekulative Zukunft sind unterhaltsam gestaltet und sprachlich in plastische Bilder gesetzt. Wobei ich widersprechen muss, dass Farouq der Stärker der beiden ist. Der Mars besitzt eine um zwei Drittel geringere Schwerkraft, Marsgeborene sollten also schon mit der Erdgravitation ihre Probleme haben. Sie mögen Kälte und Trockenheit besser verkraften, aber Widerstandsfähiger als Menschen sind sie auf keinen Fall.
Noch besser gelungen, ist der Trip, den Perry Rhodan und seine Freunde durchmachen müssen. Gefangen in einem positronischen Netz können die Menschen mit Hilfe von Tuire Sitareh das Netz sogar für ihre Zwecke missbrauchen, zumindest diejenigen mit Zelldusche und Zellaktivator. Die großen Zusammenhänge werden endlich gelüftet, der NEO-Leser erfährt, was passiert ist und wie alles begann, ohne dass er sich sorgen muss, zu viel zu erfahren.
Das Finale ist überraschend konsequent und zeigt wie im wirklichen Leben, dass es oft kein Happy End gibt. Das fand ich ehrlich und anrührend.
Wie immer ist es die sprachliche Qualität Rüdiger Schäfers, die mich abholt. Ich ertappte mich dabei in den langen Erzählpassagen zu schwelgen. Ja, der Autor neigt zum Schwafeln, dies aber so schön, dass es mir tatsächlich egal ist. Dass seine Wahl auf Michelle Stern als Co-Autorin fiel, hat seinen Grund. Die beiden Schreibstile harmonieren ausgesprochen gut, man kann kaum unterscheiden, wer was geschrieben hat.
Eine nette Geste ist auch das Raumschiff auf dem Titelbild. Die SONNENWIND ist einer schwer erkrankten NEO-Leserin gewidmet. Rüdiger Schäfer und Dirk Schulz verwirklichten hier die Ideen einiger Fans.
»Labyrinth des Geistes« ist ein Roman, der viele Fragen beantwortet, aber auch neue aufwirft. Mit einem Ende, dessen Konsequenz einige Leser überraschen wird.
Die Zeit schien an diesem Wochenende beschleunigt. Zwar versprach Olaf Kutzmutz (Bereichsleiter Literatur der BA und Dozent) bei Twitter einen Zeitsprung zurück zum ersten Seminartag am Freitag, doch daraus wurde leider nichts. So kommt es nun, dass ich im Zug nach Hause sitze.
Es war ein schönes Wochenende und auch ein lehrreiches Seminar mit vielen Anregungen und Eindrücken. Und doch war dieses Mal etwas anders. Ich kann nicht sagen, woran es lag. Vielleicht am Thema, dass sich bisweilen als schwer greifbar entpuppte, am Wetter, das nicht nur mir Kopfschmerzen bereitete oder vielleicht auch an mir selbst. Ich vermisste außerhalb der Werkstatt die Dynamik der Gruppe. Einige erzählten mir, dass sie sich zu müde und abgespannt fühlten, um nach dem Seminar im Mühlenfoyer noch lange durchzuhalten. Dabei empfand ich das Plott-Seminar im vergangenen Jahr um ein Vielfaches fordernder. Und so kam es, dass ich mich bei einem Seminar in Wolfenbüttel morgens noch nie so ausgeschlafen gefühlt habe, wie gestern und heute.
Vielleicht hatte ich auch einfach zu hohe Erwartungen, oder vermisste den einen oder anderen Perryfan unter den Teilnehmern. Fans, die Chefredakteur Klaus N. Frick normalerweise am Abend die eine oder andere Anekdote zur PERRY RHODAN-Serie entlocken können. Wobei ich andererseits auch froh darüber war, dass die Heftromanserie so gut wie nicht erwähnt wurde und sich die Diskussionen hauptsächlich um das persönliche Empfinden von Phantastik drehten. Das Themenspektrum im Reader war erstaunlich breit gefächert. Dies begriff ich erst, als uns Kathrin Lange heute morgen eine Zusammenfassung lieferte. Gleichfalls erstaunlich sind die Herangehensweisen der einzelnen Teilnehmer an ihre Texte. Möglicherweise fühlte sich der eine oder andere Neuling etwas überfahren. Ich kann das gut nachvollziehen. In meinen ersten beiden Seminaren fühlte ich mich danach wie die schlechteste Autorin der Welt. Aber ich lernte, wenn man diesen Eindruck überwindet und weitermacht, gewinnt man sehr viel für das eigene Schreiben dazu.
Als Hausaufgabe bekamen wir mit auf den Weg, einmal darüber nachzudenken, wo unsere persönlichen Grenzen beim Schreiben liegen. Über was können wir schreiben und welche Themen kämen für uns nicht in Frage. Da muss ich auch erst darüber nachdenken.
Mein Dank gilt Dozenten und Teilnehmern für Stunden voller Spaß und Spannung. Angesichts meines unsicheren Gefühls am Wochenende überlege ich dennoch, ob ich nicht mal ein Jahr pausieren sollte. Schließlich möchte ich den angefangenen Roman auch beenden.
Ach ja, von den im Blogeintrag von Klaus Frick angesprochenen Leckereien habe ich jetzt ein Stück Stollen im Koffer. Da kann Weihnachten kommen und das ist ja auch ein Anfang.
Um den Wechsel von Geschlechtern drehte sich die heutige Schreibaufgabe. Die ich sehr anspruchsvoll und fordernd fand. Aber dazu später.
Los ging es wie immer mit einem stärkenden Frühstück. Wobei ich an dieser Stelle die Küchendamen der Bundesakademie einmal loben möchte, die mich immer wieder mit leckeren Kreationen überraschen. Es mangelt an nichts und man fühlt sich gut umsorgt und bewirtet.
Meine Nacht war überraschend lang. Das heißt, mein Schlafdefizit hielt sich in Grenzen, weil ich noch vor ein Uhr im Bett war. Ich kann mich an Gesprächsrunden in der Vergangenheit erinnern, in denen wir bis drei Uhr morgens im Mühlenfoyer saßen.
Die Kopfschmerzen vom Vortag waren auch weg und so startete ich mit Vorfreude und Elan ins Seminar. Mein Text im Reader fand mir zu viele wohlwollende Worte. Und dass, obwohl ich nur wenig Überarbeitungszeit investiert hatte und auch eigentlich nicht die Szene eingereicht habe, die ich im Kopf hatte. Wie an dieser Stelle schon gesagt, hatte ich den Termin verschwitzt. Zu viel Lob und wenig Tadel macht mich immer ein wenig stutzig, weil ich nicht einschätzen kann, ob mir die Seminarteilnehmer und Dozenten nicht Kritik vorenthalten. Da wäre es mir beinahe lieber, der Text würde auseinander genommen. Dafür verteilte ich wahrscheinlich zu viel Kritik bei den anderen. Inwieweit man mir das übel nimmt, werde ich leider nicht erfahren.
Spannend fand ich die Schreibaufgabe nach der Mittagspause. Es galt eine Gesellschaft darzustellen, in der jeder das Geschlecht wechseln kann. Mein erster Gedanke war eine Sexszene zu schreiben, aber das traute ich mich dann nicht. So wurde es eher ein Datenblatt zu einer außerirdischen Spezies und leider keine echte Szene. Ich war dennoch überrascht, wie viel mir spontan zu diesem Thema eingefallen ist.
Anschließend ging es wieder an die Besprechung der Readertexte, nur unterbrochen vom Abendessen. Ich bin ganz froh, dass wir in den Seminarräumen im Schloss und nicht in der Mühle sind, so bekomme ich wenigstens ein bisschen Bewegung.
Es macht mich traurig, dass morgen schon wieder alles vorbei sein soll, und ich die Heimreise antreten muss.
Sechs Mal, so oft war ich nun schon an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel zu Gast.
In den Jahren seit 2014 hat sich auch in der Stadt einiges verändert. Als ich heute durch die Fußgängerzone schlenderte, entdeckte ich, dass endlich das leerstehende Kaufhaus abgerissen wurde. Der hässliche Betonbau aus den Achtzigern hatte so gar nicht dorthin gepasst. Gerade entsteht dort etwas Neues, leider wird es wieder ein Konsumtempel werden, was ich sehr schade finde. Meine Hoffnung ist, dass das neue Gebäude besser zum Stadtbild passen wird, wie das Alte.
Das Seminar lässt sich gut an, obwohl ich am Nachmittag und Abend mit Kopfschmerzen kämpfte und mich nur schwer konzentrieren konnte. Die Readertexte sind sehr unterschiedlich, wenig Fantasy, viel dystopisches, Flucht, Armut und Tod. Man sieht, was die Menschen beschäftigt. Es macht mir ein wenig Angst, dass uns die Hoffnung auf Dauer verloren gehen könnte. Schließlich sollte die Science Fiction Zukunftsvisionen liefern – Utopien, von denen wir lernen und bei denen wir hoffen können. Ich befürchte, dass wir das in letzter Zeit ein wenig aus den Augen verloren haben.