Handlungsfeuerwerk mit Aussetzern

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 192 – »Der letzte Blick auf SOL« von Kai Hirdt

Perry Rhodan wird von NATHAN beauftragt herauszufinden, wie weit die geistige Beeinflussung von ANDROS inzwischen reicht. Dazu bricht er mit zwei Freiwilligen in einer Space-Jet auf. Der Einsatz geht fehl und auch die Crew der MAGELLAN gerät unter ANDROS Einfluss. Nur Bully und Rhodan sind durch Zelldusche und Zellaktivator nicht betroffen. Gerettet werden Rhodan und die MAGELLAN schließlich von Atlans GARTAVOUR.
Mirona Thetin persönlich kommt dem Protektor und seinem Schiff zu Hilfe.
 Auf dem Mars versuchen sie und Rhodan herauszufinden, wer das Notsignal gesendet hat, das Mirona hergelockt hat. Es war Mironas Schwester, Avandrina.
Die liegt im sterben, beschützt durch die Bestie Tro Khon, die von Icho Tolot und dem Leyden-Team im Kuipergürtel aufgestöbert wird. Während er Avandrina an Rhodan und Mirona übergibt, behält er Tolot und das Team Leyden gefangen, ohne zu verraten, warum.
Auf Mimas erlangt Avandrina mit Hilfe von Sud so lange das Bewusstsein wieder, dass sie Rhodan eine Aufgabe erteilen, und sich mit ihrer Schwester versöhnen kann.
Weil Bully NATHANS Vorschlägen zur Verteidigung gegen ANDROS nicht traut, versucht er selbst den Prototypen einer Waffe zu testen. Doch die Mission scheitert. Zwei Besatzungsmitglieder der MAGELLAN sterben, während Bully in letzter Sekunde von einem Posbischiff gerettet werden kann.

Perry Rhodan watete durch den flüssigen Sauerstoff auf der Suche nach einer Feueraxt. Es war in der Tat keine so gute Idee gewesen, die Temperatur im Hangar auf minus 200 Grad Celsius abzusenken, ohne zuvor die Atmosphäre abzusaugen. Und warum zur Hölle hatte Bully ihn gebeten, eine Feueraxt aus dem Schiffswrack zu holen? In Raumschiffen gab es nichts, was man im Brandfall mit einer Axt hätte bearbeiten können. Die Schläge hätten nur unschöne Dellen im Metall hinterlassen, aber kein Leben gerettet. Rhodan hielt inne. Das ergab keinen Sinn, außer dass sich der Chef der Raumflotte einen Scherz mit ihm erlaubte.
Er aktivierte das Interkom. »Bully?« Ein Feixen drang aus dem Lautsprecher, ein unterdrücktes Lachen, das ihm seine Ahnung bestätigte. »Okay, hier gibt es keine Feueräxte nur einen See aus flüssiger Luft. Du hast gewonnen. Sag es!«
»April, April!«, prustete Reginald Bull los.

Mit dieser kleinen Geschichte fasse ich mal die physikalischen Aussetzer des Romanes zusammen. Denn das ist nämlich alles, was ich an dem furiosen Werk von Kai Hirdt auszusetzen habe. Jede Seite des Romans ist vollgepackt mit aktionreicher Handlung, gelungenen Dialogen, die nicht nur Spaß machen, sondern mitunter auch ziemlich tiefsinnig sind. Mir als Leserin wurde es zu keinem Zeitpunkt langweilig. Es ist wahrlich ein Feuerwerk, was der Autor hier abbrennt.

Es tauchen Personen auf, die man nicht auf der Rechnung hatte. Es werden Fäden aus lang zurückliegenden Staffeln verknüpft. So langsam schält sich heraus, was lange im Verborgenen lag. Aber es wird auch einiges endgültig zu den Akten gelegt. Die Liduuri sind tot. Das kosmische Schachspiel zwischen ANDROS und ES steuert auf sein Ende zu und noch weiß niemand, wer gewinnen wird. Zumindest muss Rhodan sich nun nicht mehr entscheiden, welchen Personen die Liduuri eine Zelldusche gewähren sollen. Es wäre auch ziemlich hart. Wobei, zumindest seine Frau Thora geht in dieser Hinsicht nicht leer aus. Sie erhält den Zellaktivator von Avandrina.

Erwähnenswert sind auch die vielen Nebenschauplätze aus dem Roman. Um nur einige zu nennen: Rhodans Einsatz in der Space-Jet, Tro Khons Rache an Tolot, Bullys Alleingang und NATHANS kryptische Versuche, die Menschen und das Sonnensystem vor ANDROS zu schützen. Ich frage mich zwar, warum die Menschen dem Mondgehirn immer noch misstrauen, obwohl es ihnen bisher immer geholfen hat; auf unkonventionelle Art zwar, aber es hat nie einem Menschen geschadet.

»Der letzte Blick auf Sol« liefert Unterhaltung pur. Die physikalischen Unkorrektheiten kann ich angesichts der berauschen Fülle verschmerzen. Den etwas übertrieben dramatischen Titel auch. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Die Staffel startet besser, als ich erhofft hatte.

Faszinierende Internet-Visualisierung

Quelle: Filmstarts.de

Eigentlich wollten wir am Freitag nach München zum Trekdinner. Doch dann begann es am Mittag zu schneien. Der Himmel verdunkelte sich und die auf der Straße liegenbleibenden Schneeflocken raubten uns die Lust an der langen Fahrt. Zumal auch die Autobahn mal wieder gesperrt war. Kurzentschlossen nutzten wir den Abend stattdessen für einen Kinobesuch. Wir sahen uns »Ralph reichts 2: Chaos im Netz« an.

Ich fand den ersten Film über die Videospiel-Figuren schon ziemlich klasse; die tollen Animationen der Spielelandschaften genauso wie die vielschichtigen Charaktere. Da steckten eine Menge witziger Ideen drin, aber auch genug ernsthafte Botschaften, um Kinder wie Erwachsene gleichermaßen zu begeistern.

Im zweiten Teil müssen Ralph und Vanellope ins Internet, um bei Ebay ein Lenkrad für Vanellopes Videospiel zu bekommen. Das ist natürlich mit jeder Menge Abenteuern und Verlockungen verbunden. Am Ende bekommen zwar beide, was sie wollen, finden aber auch heraus, dass wirkliche Freundschaft bedeutet, loslassen zu können.

Die Visualisierung des Internets ist den Machern extrem gut gelungen. Ich bin sicher, das man sich den Film mehr als zwei oder dreimal ansehen muss, um alle versteckten Anspielungen mitzubekommen. Der Film kann nämlich nicht nur Kindern verständlich erklären, wie das Internet funktioniert, sondern macht sie auch auf die Gefahren aufmerksam, die dort lauern. So werden die Helden weder vor Viren und dem Darknet, noch vor Katzenvideos oder den Kommentaren der Nutzer verschont. Allein das macht den Film absolut sehenswert.

Wer die Möglichkeit hat, sollte »Chaos im Netz« unbedingt in 3D ansehen, weil sich bei diesem Streifen der 3D-Effekt wirklich auszahlt. Ich habe keine Sekunde des witzigen Animations-Spektakels bereut.

Übrigens: als wir vom Kino nach Hause fuhren, war der Himmel sternenklar und kein Gramm Schnee mehr zu sehen. Das war ja klar!

PR 3000 – Event in München

Programm-Flyer für PR 3000

Das Programm ist da. Am vergangenen Mittwoch schneite der Briefumschlag mit dem Programm-Flyer ins Haus.

Den Programmpunkten zufolge verspricht der 9. Februar 2019 ein anstrengender aber auch toller Tag zu werden. Da ist vieles, was mich interessiert und die anderen Perryfans sicher auch. Besonders gespannt bin ich auf das NEO-Panel mit den beiden Exposé-Autoren. Wollte ich doch Rainer Schorm schon immer mal persönlich treffen.

Aber auch die Punkte rund um Band 3000 klingen informativ. Genauso wie die Vorstellung der neuen Projekte innerhalb der PERRY RHODAN-Serie: Perry Rhodan Biografie von Andreas Eschbach, die Taschenbuchreihe zu den Dunkelwelten und Miniserie Mission SOL.

Von 10 – 19 Uhr eine geballte Ladung Perry, so gefällt mir das. Es wird zwar kein Weltcon werden, aber dennoch eine würdige Veranstaltung. Schade nur, dass nicht jeder Fan, der wollte, ein Ticket erhalten hat.

Zum Vorglühen verschiebt der Münchner PERRY RHODAN-Stammtisch »Ernst Ellert« seinen Stammtischtermin vom Donnerstag- auf den Freitagabend, also auf den 8. Februar 2019. Es ist Treffen für alle, die schon früher angereist sind. Der Stammtisch findet am 8. Februar um 18 Uhr im Lokal »Solo Italia« in der Bergstraße 5 in München statt. Mehr Infos unter: www.prsm.clark-darlton.de

 

Winterfreuden im Schnee

In der Loipe

Die letzten Tage habe ich mir eine kleine Auszeit gegönnt. Auch im Blog. Man mag es mir nachsehen. Unteranderem waren wir Langlaufen.

Ich habe schon so einigen Schnee gesehen, aber das was derzeit in der Region liegt, spottet jeder Beschreibung. Es ist schon einiges getaut und die Schneeberge an den Straßenrändern sind nur noch graue Eisberge. Aber man kann zumindest das Ausmaß dessen erahnen, was gelegen haben muss. In manchen Ortschaften muss sich der Schnee zwei Meter hoch auf den Dächern der Häuser aufgetürmt haben. So haben wir ein altes Bauernhaus gesehen, dessen Dach unter den Schneemassen eingebrochen ist.

Ich habe mindestens zwei Jahre lang nicht auf Skiern gestanden, dementsprechend nervös und vorsichtig war ich unterwegs. Weil keine Lust habe zu stürzen und mir wehzutun. Mit zunehmenden Alter ist das nicht mehr so unkritisch, als wenn man jung ist. Zumindest habe ich bei ersten Mal am Sonntag immer, wenn es leicht bergab ging, die Langlaufski vorsichtshalber abgeschnallt und bin die drei Schritte gelaufen, bis es wieder geradeaus ging.

Am Freitagvormittag war es dann schon besser. Erstens war ich dann schon sicherer und zweitens hat es leicht geschneit. Die Spur war dementsprechend zugeschneit und nur noch bedingt erkennbar, aber es war nicht mehr so glatt, so dass ich mich getraut habe, den einen oder anderen kleinen Hügel herunterzufahren. In der Loipe ist das ohnehin recht unkritisch. Ohne würde ich das nicht sturzfrei bewältigen. Ich kann nämlich nicht bremsen.

Langlaufen ist ganz schön anstrengend. Während mein Mann locker zweieinhalb Runden lief, brachte ich gerade mal eine dreiviertelste Runde zusammen. Es waren dennoch gut zwei Kilometer, auf denen ich mich völlig verausgabt habe.

Zum Schluss haben wir noch ein paar Fotos von den Schneebergen gemacht. Leider war am Freitag kein so schöner Sonnenschein wie am Sonntag. Da war es aber mit minus neun Grad so kalt gewesen, dass der Smartphone-Akku nicht mitgespielt und sich das Handy nach einem Foto ausgeschaltet hatte. Beeindruckend sind die Bilder aber dennoch.

 

 

Discovery of violence and emotion

Quelle: Amazon

So, wir sind durch mit der ersten Staffel von »Star Trek Discovery«.

Was soll ich sagen. Es gibt Licht, aber auch viel Schatten bei den Episoden. Die Grundidee, die Geschichte von einer Figur heraus zu erzählen, die kein Captain ist, finde ich nach wie vor gut. Auch viele der Charaktere sind gut entwickelt. Mir gefiel besonders Captain Lorca, der leider im Laufe der Staffel entsorgt wurde. Einige Episoden zeigten gute Ansätze, aber … und jetzt folgt ein großes Aber … der komplette Serienüberbau funktioniert hinten und vorn nicht.

Wenn der Krieg gegen die Klingonen so vernichtend gewesen ist, wieso wurde das nie thematisiert. Theoretisch müssten Kirk und Co völlig traumatisiert sein nach den Geschehnissen. Wie schon gesagt, funktioniert der gesamte Plot nur, wenn man die Klingonen gegen die Romulaner tauscht und die ganze Handlung knapp hundert Jahre in die Vergangenheit versetzt. Dann würde es auch passen, das Starbase 1 zerstört wird. Nun ja, egal. Es mussten eben unbedingt die Klingonen sein. Warum, kann ich zwar nicht nachvollziehen, weil doch schon so viel darüber geschrieben und gefilmt wurde. Über die bisweilen haarsträubenden Logiklöcher will ich gar nicht erst reden.

Was mich aber massivst gestört hat, ist die sinnlose Gewalt und die vielen Kämpfe, die sich nicht aus der Geschichte heraus entwickelten, sondern einfach nur der Show wegen gezeigt wurden. Manchmal kam ich mir vor, wie bei einer der Defcon-Shows auf der Fedcon. Besonders deutlich tritt das in den Folgen über das Spiegeluniversum zu Tage. Das war für mich definitiv kein Star Trek mehr.

Viele werden sich jetzt wundern, wenn ich sage, dass mir die Serie stellenweise zu gefühlsduselig war. Ich meine, ich habe nichts dagegen, mal einen Blick ins Innere der Figuren zu werfen. Aber so oft und so ausgiebig wie das bei Discovery gemacht wurde, war mir das schlicht »to much«. Statt Handlung wurden Gefühle gewälzt. Auch das ist untypisch für eine Star Trek Serie.

Ich hätte mir für eine Star Trek Fortsetzung etwas wirklich Neues und frisches erhofft. Warum muss die Serie unbedingt zu Zeiten Kirks spielen? Warum nicht dreihundert Jahre später? Warum als Gegner wieder die Klingonen, warum nicht einmal was komplett neues? Hier zeigt sich zu deutlich, dass es bei Star Trek genauso läuft, wie bei allen anderen Franchises, es fehlt der Mut, neue Wege zu gehen, neue Ideen zu leben und etwas wirklich Neues zu schaffen, wie man das seinerzeit bei TNG getan hat. So brät man lieber im eigenen Fett, aus Angst das Publikum zu verschrecken bzw. mit intelligenten Geschichten zu überfordern. Man setzt auf Gewalt statt auf Vernuft und auf Emotionen statt auf Logik.

Im Nachhinein betrachtet ist »The Orville« tatsächlich eine Parodie auf »Star Trek Discovery«, nur das Erstere die besseren Geschichten erzählt, mit mehr Humor und mehr Verstand.

Wohlstand und Aggression

»Das Unbehagen im Frieden: Die neue Lust am Leid« heißt ein Buch zweier Psychologie-Professoren, das im Oktober erschienen ist und das ich mir demnächst mal genauer ansehen möchte. Darin erklären sie, die zunehmende Verrohung unserer Gesellschaft und warum sich viele Menschen am Leid anderer ergötzen.

Auf das Buch aufmerksam geworden, bin ich durch ein Interview, das die Autoren dieser Tage gegeben haben. Darin erklären sie unteranderem warum Langeweile zu Aggression führt und warum Menschen gern andere Menschen leiden sehen. Sie werfen einen Blick auf die Geschichte der Menschheit und erläutern die Zusammenhänge zwischen dem menschlichen Gehirn und den psychologischen Effekten, die hinter der Wohlstands-Aggression stecken. Das ist faszinierend und erschreckend zugleich.

Sie zeigen, dass der Rechtsruck in unserer Gesellschaft, das Mobbing von Menschen im Internet, die Verrohung unserer Sprache und die Gaffer bei Unfällen auf der Autobahn einen Zusammenhang haben – unseren Wohlstand. Es ist also nicht nur ein Gefühl, wenn ich sage: Vielen von uns, geht es einfach zu gut.

Aber die Autoren betreiben in ihrem Buch nicht nur Ursachenforschung, sondern zeigen auch Wege auf, wie wir unser Selbst austricksen können und der Vernunft zum Sieg zu verhelfen. Das macht Hoffnung.

Das komplette Interview findet sich hier.

Entschleunigter Filmgenuss

Quelle: Amazon

Es gibt sie noch, die Kleinode der Filmkunst, versteckt zwischen den Marvel-, DC- oder anderem Action-Geballer. Einen dieser besonderen Filme entdeckte ich vergangene Woche doch tatsächlich im Fernsehen.

Zugegeben der Film ist nicht neu, die Story nicht sonderlich spektakulär und dennoch hat er mich tief beeindruckt. Was nicht zuletzt an dem Schauspieler-Ensemble lag: Robert de Niro, Meryl Streep, Harvey Keitel, Jane Kaczmarek (die Mutter aus »Malcolm mittendrin«) und eine sehr junge Dianne Wiest. Wobei … jung waren die Mimen allesamt.

Der Film von 1984 erzählt die Geschichte von Molly und Frank, die mit demselben Zug nach NYC fahren und sich dort zufällig in einem Buchladen begegnen. Beide sind verheiratet, Frank hat sogar zwei Kinder und dennoch entwickelt sich zwischen den beiden etwas, das tiefer geht als eine simple Freundschaft.

Die Langsamkeit mit der sich die Geschichte entwickelt, das Zögern, das immer wieder voneinander Trennen und erneut Zusammentreffen mag vielleicht der heutigen Generation zu langweilig sein. Ich fand es total erholsam. Keine Hektik, keine lauten Worte, dafür immer wieder Nahaufnahmen der Schauspieler, wie sie aus dem Zugfenster schauen. Es wird nicht viel gesprochen in dem Film und dennoch ist man dabei, fühlt mit den Figuren und ihren Nöten. Das ist echte Schauspielkunst und hat mich sehr berührt.

Bis zum Ende befürchtete ich, das der Film kein Happy End haben würde, und wurde dann doch überrascht.

Ebenfalls interessant ist der Blick zurück in die Achtziger. Wenn man genau hinschaut, so entdeckt man in den Büros keinen einzigen Computer, Telefone gab es nur mit Hörer und die Protagonisten benutzten sehr oft Telefonzellen.

Fazit: Wer Meryl Streep und Robert de Niro gemeinsam in einem Film erleben möchte, sollte sich den Film unbedingt ansehen. Aber auch denjenigen, die sich auf eine sich langsam entwickelte Liebesgeschichte einlassen wollen, kann ich den Streifen empfehlen.

Von Koimern und Kletzei geh

Beinahe täglich lerne ich neue Wörter von meinen vorwiegend bayrischen Kollegen. Meistens weiß ich nicht, wie man die Worte schreibt, denn viele davon finden sich nicht mal in meinem »Bairischen Wörterbuch«. Diese Woche jedoch kann ich ein paar der Ausdrücke hier teilen, weil ich im Waginger Seeblattl gelesen habe, wie man sie korrekt schreibt.

Also, los geht’s!

Der erste Begriff ist eigentlich ein Verb, denn es bezeichnet eine Tätigkeit. Da es aber getrennt geschrieben wird, nehme ich an, dass es ein Substantiv mit Verb ist. Die Rede ist vom »Kletzei geh«. »Kletzei« oder »Kletzein« ist so etwas ähnliches wie eine Mischung aus Halloween und Heilige Drei Könige. Es findet an den ersten beiden Donnerstagen im Dezember statt. Beim »Kletzei geh« verkleidet sich die Dorfjugend (meist Kinder), geht von Haus zu Haus und ruft dabei »kletz, kletz« Wenn ihnen jemand die Tür öffnet, singen sie ein Lied und bekommen dafür eine kleine Gabe. Der Brauch stammt aus einer Zeit, als es noch sehr arme Familien gab. Deren Kindern wurde vor Weihnachten erlaubt an den Türen der Dorfbewohner um Gaben zu betteln. Meist bekamen sie dann getrocknete Birnen (Kletzen) geschenkt.

Der nächste Begriff ist so speziell, dass ich sogar im Internet Schwierigkeiten hatte, ihn zu finden. Im Hochdeutschen wird ein junges Rind als Kalb oder als Färse – wenn es älter ist – bezeichnet. Im Altbayrischen sagt man dazu auch »Koim«. »Koimer« sind also junge Kühe, die schon besamt werden können.

Ein Wort, das nicht einmal alle Einheimischen kannten ist: »aba«. »Aba« heißt nichts anderes als abgetaut. Wenn also eine Straße oder ein Weg »aba« ist, ist er frei von Schnee.

Besonders witzig finde ich das Wort »Fotzn«. Nein, im katholischen Bayern ist das nichts unanständiges. Eine »Fotzn« ist eine deftige Ohrfeige. Wobei der Bayer beim Verteilen von Ohrfeigen grundsätzlich Unterscheidungen trifft. Es gibt da noch die Watschn und die Schelln. Worin die Unterschiede bestehen, erklärte einmal Johannes Ringelstetter in Ottis Schlachthof.

Seht selbst!

Auf einem Auge blind …

… nun ja, nicht ganz. Seit heute vormittag sehe ich auf dem linken Auge nur noch verschwommen. Was daran liegt, das meine sündhaft teure Silhouette-Brille kaputtgegangen ist.

Heute morgen kurz nach zehn: Ich komme gerade vom Steuerberater, will mir im Treppenhaus die Mütze aufsetzen, rutscht mir die Brille von der Nase, einfach so. Ich schiebe sie wieder hoch, aber sie hält nicht. Beim nächsten Versuch halte ich schließlich den Steg mit den Nasenaufsätzen in der Hand. Super!

Da stand ich nun mit meinen Beuteln voller Einkaufe, der Post, die ich noch zum Postamt bringen wollte und wusste nicht, was tun. Ohne Brille kann ich mich nicht orientieren, bei minus sechs Dioptrien verschwimmt die Umwelt zu bunten Farbschlieren. Irgendwie schaffte ich es, dass die Brille im Gesicht hielt. Was vielleicht an der Mütze gelegen hat, die ich trug.

Ich bewegte mich vorsichtig die Treppe hinunter, auch wenn ich ein wenig schwankte. (Jeder Brillenträger weiß, wie es sich anfühlt, wenn man die Brille nicht richtig aufhat. Das hat etwas von einem schaukelnden Schiff. Wo ich doch so empfindlich bin.) Ich ging also hinaus auf die Straße und steuerte den nächsten Optiker an. Der offenbarte mir, dass die Brille eingeschickt werden müsste, weil sich eine Lötstelle gelöst hatte. Bei einer 700 Euro Brille wohlgemerkt. Es könnte aber mindestens eine Woche dauern, bis ich sie zurück hätte. Ich konnte und wollte das gute Stück nicht da lassen und ging erstmal heim, um meine Ersatzbrille aufzusetzen.

Daheim die nächste Überraschung. Die Ersatzbrille hat eine andere Gläserstärke. Irgendwie habe ich die beim letzten Mal nicht aktualisieren lassen. Ich rief meinen Optiker an, der mich bat, ihm die kaputte Brille zu schicken. Er hätte noch ein Ersatzteil herumliegen, da ginge die Reparatur schneller und würde nicht zu teuer. Denn just vor zwei Monaten war die Gewährleistung des Herstellers abgelaufen. Ich packte sie also ein und schickte sie per DHL Express nach Saalfeld. Wegen meiner Ersatzbrille konnte er mir aber nicht helfen.

So, nun trage ich eine Brille, bei der mein Mann witzelte, ich sähe aus wie eine Lehrerin und bei der ein Glas von der Stärke passt, das andere aber nicht. Mit einem Auge sehe ich also scharf mit dem anderen verschwommen. Das ist echt blöd.

Zum Glück soll morgen die Sonne scheinen, dann kann ich zumindest meine Sonnenbrille aufsetzen. Zur Not hätte ich noch eine Schwimmbrille mit geschliffenen Gläsern, damit sähe ich sicher auch nicht schlechter.

Studierter Spion

»Intelligence and Security Studies« heißt der neue Master-Studiengang an der Bundeswehrakademie in Neubiberg bei München. Nicht nur Mitarbeiter der Nachrichtendienste sollen hier geschult werden, sondern auch Mitarbeiter der Polizei und anderer öffentlicher Behörden. Es soll vor allem um Weiterbildung im Bereich Krisenmanagement und Cyber-Abwehr gehen.

Absolut notwendig, wenn man bedenkt, dass zuletzt ein Zwanzigjähriger private Daten von Politikern gesammelt und veröffentlicht hat. Was können dann erst die Profis unter den Hackern?

Was mich interessieren würde: Studiert man in Neubiberg unter einem Tarnnamen? Wahrscheinlich sind die Daten der Studierenden unter Verschluss, denn sonst wären später etwaige Undercover-Einsätze nicht möglich.

Interessant ist auch folgender Zusammenhang: Der BND hat seine Hochschule in München/Haar im Dezember geschlossen und ist mit Sack und Pack nach Berlin übergesiedelt. Vielleicht ist der neue Studiengang an der Bundeswehr-Universtät nur eine Art Wiedergutmachung an die Bayrische Staatsregierung, damit der Freistaat nicht ganz ohne Spion-Ausbildung bleibt.

Wer weiß!