Christinas Multiversum

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Auf einem Auge blind …

… nun ja, nicht ganz. Seit heute vormittag sehe ich auf dem linken Auge nur noch verschwommen. Was daran liegt, das meine sündhaft teure Silhouette-Brille kaputtgegangen ist.

Heute morgen kurz nach zehn: Ich komme gerade vom Steuerberater, will mir im Treppenhaus die Mütze aufsetzen, rutscht mir die Brille von der Nase, einfach so. Ich schiebe sie wieder hoch, aber sie hält nicht. Beim nächsten Versuch halte ich schließlich den Steg mit den Nasenaufsätzen in der Hand. Super!

Da stand ich nun mit meinen Beuteln voller Einkaufe, der Post, die ich noch zum Postamt bringen wollte und wusste nicht, was tun. Ohne Brille kann ich mich nicht orientieren, bei minus sechs Dioptrien verschwimmt die Umwelt zu bunten Farbschlieren. Irgendwie schaffte ich es, dass die Brille im Gesicht hielt. Was vielleicht an der Mütze gelegen hat, die ich trug.

Ich bewegte mich vorsichtig die Treppe hinunter, auch wenn ich ein wenig schwankte. (Jeder Brillenträger weiß, wie es sich anfühlt, wenn man die Brille nicht richtig aufhat. Das hat etwas von einem schaukelnden Schiff. Wo ich doch so empfindlich bin.) Ich ging also hinaus auf die Straße und steuerte den nächsten Optiker an. Der offenbarte mir, dass die Brille eingeschickt werden müsste, weil sich eine Lötstelle gelöst hatte. Bei einer 700 Euro Brille wohlgemerkt. Es könnte aber mindestens eine Woche dauern, bis ich sie zurück hätte. Ich konnte und wollte das gute Stück nicht da lassen und ging erstmal heim, um meine Ersatzbrille aufzusetzen.

Daheim die nächste Überraschung. Die Ersatzbrille hat eine andere Gläserstärke. Irgendwie habe ich die beim letzten Mal nicht aktualisieren lassen. Ich rief meinen Optiker an, der mich bat, ihm die kaputte Brille zu schicken. Er hätte noch ein Ersatzteil herumliegen, da ginge die Reparatur schneller und würde nicht zu teuer. Denn just vor zwei Monaten war die Gewährleistung des Herstellers abgelaufen. Ich packte sie also ein und schickte sie per DHL Express nach Saalfeld. Wegen meiner Ersatzbrille konnte er mir aber nicht helfen.

So, nun trage ich eine Brille, bei der mein Mann witzelte, ich sähe aus wie eine Lehrerin und bei der ein Glas von der Stärke passt, das andere aber nicht. Mit einem Auge sehe ich also scharf mit dem anderen verschwommen. Das ist echt blöd.

Zum Glück soll morgen die Sonne scheinen, dann kann ich zumindest meine Sonnenbrille aufsetzen. Zur Not hätte ich noch eine Schwimmbrille mit geschliffenen Gläsern, damit sähe ich sicher auch nicht schlechter.

One Response to “Auf einem Auge blind …”

  1. Januar 21st, 2019 at 8:04

    Jonas says:

    Oh ja, das kenne ich, für einen Brillenträger der Supergau. Mir ist auch mal die Brille morgens beim putzen gebrochen. Da ich natürlich keinen Ersatz zur Hand hatte, musste ich damals meine Mutter anrufen, damit sie mich zum Optiker fährt. Unterwegs sind wir dann an Leuten vorbei gekommen die mich gegrüßt haben, ich aber nicht zurück grüßte, weil ich einfach niemanden erkennen konnte :-( Das sind echt blöde Situationen.

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