Leiden durch den MVV

Meine Leidensfähigkeit wurde diese Woche vom Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH (MVV) auf eine harte Probe gestellt.

Während ich am Mittwochmorgen noch überraschend gut durchkam und schon 5 vor 8 Uhr im Büro war, holte mich am Nachmittag die Ernüchterung ein. Ich saß wegen einer Signalstörung 45 Minuten in der U-Bahn fest, verpasste meinen Eurocity am Hauptbahnhof und bekam den Regionalzug nur, weil ich gleich zum Ostbahnhof fuhr und einen Zwischenspurt einlegte. (Eigentlich hasse ich es Rolltreppen rauf- und runterzurennen und dabei andere Fahrgäste anzurempeln, aber manchmal geht es eben nicht anders.)
Untätig wartend in einer U-Bahn festzusitzen (vor allem im Tunnel), empfinde ich als frustrierend. Ständig starrt man auf die Uhr, sieht die Zeit davonrennen und kann nichts dagegen tun. Meistens stöhne ich dann leise vor mich hin und rolle genervt mit den Augen. Manchmal kommt man dadurch mit Mitreisenden ins Gespräch und ist abgelenkt. Am Mittwoch funktionierte das nicht, weil die meisten auf ihr Smartphone starrten oder telefonierten. Also kramte ich einen Stift und ein Blatt Papier hervor und schrieb weiter an meiner Kurzgeschichte, meistens macht mich das ruhig. Aber auch das half nichts, denn ich war viel zu unkonzentriert. Frustriert steckte ich das Schreibzeug wieder weg und ergab mich meinem Schicksal.
An diesem Mittwoch war ich erst gegen 18:30 Uhr zu Hause, dabei hatte ich das Büro bereits 15:25 Uhr verlassen.

Gestern morgen dann das volle Programm: Regionalbahn verspätet, Niete im S-Bahn Lotto gezogen und schließlich ging auch noch die U-Bahn kaputt. Ich kam eine halbe Stunde zu spät. Es ist zum Heulen.

München hat mit dem Nahverkehr ein akutes Problem und das schon seit ein paar Jahren. Was ursprünglich für 250.000 Fahrgäste pro Tag ausgelegt war, wird inzwischen von 850.000 genutzt. Überalterte Fahrzeuge (die Neuen wurden schon vor Jahren bestellt, sind aber vom Kraftfahrtbundesamt noch nicht zugelassen) und marode Signaltechnik. Letztere lässt sich bei vollem Betrieb schlecht tauschen, zumal Alternativstrecken fehlen. Und dabei ist die Münchner U-Bahn noch gar nicht so alt, die ersten Strecken entstanden anlässlich der Olympiade 1972.
Seit Jahren sind die Fahrpreise jedes Jahr gestiegen und dennoch wurde gespart, was das Zeug hält. Die geplante zweite S-Bahn Stammstrecke wurde genauso beerdigt, wie der Transrapid ein paar Jahre zuvor. Obwohl sie inzwischen dringend notwendig wäre. Das fällt dem MVV und der DB (Betreiberin der S-Bahn) nun auf die Füße. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwas Größeres defekt ist.

Das Kuriose daran ist, dass die zweite Stammstrecke unteranderem daran scheiterte, dass die Bewerbung Münchens für die Olympiade 2022 zurückgezogen wurde. Ausschlaggebend dafür war ein Bürgerentscheid in dem sich die Menschen in den vier betroffenen Regionen Bayerns (inkl. München selbst) gegen eine Teilnahme aussprachen. Aber das ist ein anderes Thema.

Auf lange Sicht gesehen, werde ich und alle anderen Fahrgäste mit den Problemen leben müssen. Das diese, durch weiter steigende Fahrgastzahlen, nicht weniger werden, davon ist auszugehen.

De(ppen)generation

Für wie degeneriert müssen uns die Fernsehverantwortlichen eigentlich halten? Ehrlich, das was uns heute als „Sendevielfalt“ präsentiert wird, ist abgründig. Offenbar scheint das Programm aus einer endlosen Abfolge von Superstar, Bachelor, Dschungelcamp, Next Topmodel und Let’s Dance zu bestehen. Immer abwechselnd und schön banal.
Das Schlimme daran ist, die Leute sehen sich den Schmarr’n auch noch an, denn sonst hätten die Sender schon längst die Formate eingestellt. Anscheinend gibt es genug Menschen, deren voyeuristisches Ego sich angesprochen fühlt. Und auch man selbst kann sich dem nicht entziehen. Selbst wenn man wegsieht, holt es einen spätestens bei einem Blick in die Onlinenachrichten wieder ein. Auch wenn man nichts davon wissen will.
Machen wir uns nichts vor, die Medien haben uns längst im Würgegriff. Sie versuchen uns auf eine manipulierende Weise zu kontrollieren. Jeder der dem nicht gewachsen ist, verfällt ihnen früher oder später. Manchmal komme ich mir vor, als verwandelten wir uns in eine Gesellschaft von degenerierten Individuen; im höchsten Maße abhängig von der Flut an Informationen und medialen Kontakten. So wie die Arkoniden bei Perry Rhodan, die sich nur noch mit sinnfreien virtuellen Spielchen beschäftigten.
Spätestens bei diesem Gedanken wird mir Angst und Bange um die Menschheit.

Verwaiste Innenstädte

In meiner Heimatstadt läuft gerade eine Bürgerbefragung. Es geht um den Neubau eines Fachmarktzentrums auf brachliegenden Grundstücken in Bahnhofsnähe.

Der Bahnhof ist zu Fuß zwanzig Gehminuten vom Zentrum entfernt und liegt an einer stark befahrenen Bundesstraße. Solche Grundstücke sind für Handelsmärkte natürlich wie geschaffen. Nur gibt es dort in der Nähe wenig Wohnraum. Was daran liegt, dass das Bahnhofsgelände durch Bombenbeschuss im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört wurde und sich anschließend meist nur Industriebetriebe angesiedelt hatten, die die Wende nicht überlebten. In den letzten Jahren wurden dann mehrheitlich die meisten Ruinen abgerissen und auf den freigewordenen Flächen soll nun etwas Neues entstehen.

Geplant sind zirka zehn Fachmärkte, also Textil- und Schuhgeschäfte, ein Lebensmittel- und Elektronikfachmarkt sowie weitere Objekte wie Fitnesscenter und Sonnenstudio. Nun ist es nicht so, dass es das in Saalfeld nicht schon zur Genüge gäbe. Problem an der Geschichte ist vor allem, das die ansässigen Geschäfte in der Stadt zu Recht befürchten, noch mehr Kunden zu verlieren. Das Einkaufserlebnis der Innenstadt schrumpft sowieso schon seit Jahren, was nicht zuletzt an der Ansiedlung großer Verbrauchermärkte in den Industriegebieten außerhalb der Stadt liegt. Das geplante Fachmarktzentrum würde den verbliebenen Händlern wahrscheinlich den Todesstoß versetzten.

Dabei könnte man die freie Fläche für einen Neubau der Medizinischen Fachschule nutzen, die im oberen Teil der Stadt auf engstem Raum angesiedelt ist, und durch die die dortigen Anwohner mit ständig zugeparkten Straßen zu kämpfen haben. Oder aber für produzierendes Gewerbe und Industrie, das von der guten Verkehrsanbindung profitieren könnte. So würde auch sichergestellt, dass junge Menschen in der Stadt bleiben und nicht, wie bisher wegziehen. Die Einwohnerzahl schrumpft seit Jahren, schon jetzt beträgt die pro Kopf Verkaufsfläche das 1,5 fache zum Bundesdurchschnitt. Da sind noch mehr Läden nicht sinnvoll.

Ich kenne nur wenige Städte in Thüringen, die es besser gemacht haben. Ilmenau zum Beispiel. Die Stadt ist nicht nur deswegen attraktiv, weil sie Universitätsstadt ist, sondern weil es dort eben keine Fachmarktzentren und Großmärkte auf der „grünen Wiese“ gibt. Oberbürgermeister und Stadtrat haben dafür gesorgt, dass die vielen kleinen Geschäfte im Stadtkern erhalten geblieben sind. Die Bewohner und Studenten freut’s. Nicht für umsonst ist Ilmenaus Oberbürgermeister seit 1990 im Amt.

Viele Saalfelder Bürger sind gegen das vom Stadtrat beschlossenen Fachmarktzentrum und nun gibt es eine Bürgerbefragung. Doch was nützt diese noch, wenn die Grundstücke schon 2012 an den Investor verkauft wurden und der Bürgermeister offen sagt, das gebaut werde, egal wie die Bürgerbefragung ausgeht. Da frage ich mich doch ernsthaft, warum führt man die Befragung dann überhaupt durch? Um den Schein von Demokratie zu waren?

Ich habe dennoch abgestimmt. Und zwar mit NEIN.

Brauner Sumpf

Ich bin entsetzt. Da werden Begriffe der friedlichen Revolution von ’89 wie „Montagsdemo“ dazu genutzt, um Ausländerhass zu verbreiten. Da gehen 15 000 Menschen auf die Strasse, von denen wahrscheinlich zwei Drittel keine Ahnung haben, wofür sie eigentlich demonstrieren und der Rest einfach nur die Gelegenheit nutzt, um offen braunes Gedankengut zu verbreiten. Ich bin sprachlos und beschämt. Da bekommt man als Ostdeutscher in den anderen Bundesländern schiefe Blicke zugeworfen und muss sich für etwas rechtfertigen, das über den eigenen Verstand hinausgeht.

Da wird von „Angst vor Islamisierung“ gesprochen, Angst davor das Flüchtlinge aus anderen Kulturkreisen ihre Konflikte auf deutschen Boden austragen könnten. Da stellt man sich doch die berechtigte Frage, woher kommt diese Angst.
Dazu gibt es viele eindeutige Antworten:

– Medien! Sieht man sich die Nachrichten im TV und den „populären“ Zeitungen an, so gibt es eigentlich nur noch ein Thema: Krieg und Gewalt. Dabei wird auffälligerweise zumeist aus Staaten mit vorwiegend islamischer Bevölkerung berichtet und eine beispiellose Schwarzmalerei betrieben. Positive Nachrichten werden einfach ausgeblendet oder auf Seite drei verbannt, weil sich ja nur das Negative gut „verkauft“. Von unabhängiger Berichterstattung kann da schon lange keine Rede mehr sein. Es ist fast schon Propagandajournalismus, der da derzeit betrieben wird. Da kann einem auch wirklich Angst und Bange werden. Ein Grund dafür, das ich mich schon lange davon verabschiedet habe, Nachrichten im TV oder aus Zeitungen zu konsumieren.

– Politik! In diesem Punkt werfe ich sowohl den Parteien, als auch der Regierung totales Versagen vor. Und da nehme ich keine der großen Parteien aus. Ob CDU/CSU, SPD, Linke oder die Grünen – Sie haben in den letzten zwei Jahrzehnten versäumt, so etwas wie Integration zu schaffen. Große Reden darüber zu halten und jetzt mit dem Zeigefinger zu drohen, hilft weder der Bevölkerung noch den Ausländern. Aufklärung täte da Not, doch das hieße Geld in die Hand zu nehmen. Da lässt man sich doch lieber vor den Karren spannen, wie es die CSU gerade tut, um nach ein paar Wählerstimmen im rechten Lager zu fischen. Forderungen, die Menschen vorschreiben, in welcher Sprache sie mit ihren Familienangehörigen zu kommunizieren haben, klingen für mich zutiefst menschenfeindlich. Konsequenterweise müsste die CSU dann auch fordern, dass in bayrischen Familien kein Bairisch mehr gesprochen werden darf. Aber andererseits ist es in Bayern Privatleuten verboten, Flüchtlinge aufzunehmen, selbst wenn sie über die notwendigen Vorraussetzungen verfügen. Darüber sollte man mal nachdenken, bevor man Flüchtlinge in isolierten „Ghettos“ unterbringt. Integration sieht für mich anders aus. Denn die Menschen, die jetzt zu uns kommen, sind nicht die Ärmsten der Armen, sondern die, die sich eine Flucht leisten können und über entsprechende Bildung verfügen.

– Unzufriedenheit! Ich kann die Gedanken der Ostdeutschen in Sachsen schon nachvollziehen. Vierzig Jahre abgeschottet (im „Tal der Ahnungslosen“ wie es damals so schön hieß), da ist das Misstrauen gegenüber Fremden groß, zumal das Vertrauen der Menschen nach der Wende vom Westen oft genug missbraucht wurde. Vielen wurde in den Jahren nach dem Mauerfall die Lebensgrundlage entzogen. Menschen, die es gewohnt waren, nicht für alles kämpfen zu müssen und die an den Zusammenhalt der Gesellschaft glaubten, wurden plötzlich mit der Fratze des Kapitalismus konfrontiert. Wir Ostdeutschen leiden noch heute unter unserem mangelnden Durchsetzungsvermögen, weil wir eben nie gelernt haben, für das eigene Wohl über Leichen zu gehen. Für viele muss sich das, was sich in der Flüchtlingsfrage gerade abspielt, wie eine Bedrohung anfühlen.

Dennoch es ist unverzeihlich, die Fehler die Politik und Gesellschaft in der Vergangenheit gemacht haben, den Menschen aufzubürden, die ihre Heimat verlassen mussten, um heil mit dem Leben davonzukommen. Wir an ihrer Stelle würden nicht anders reagieren und wären sicher froh irgendwo aufgenommen zu werden. So wie die tausenden Flüchtlinge aus der ehemaligen DDR im Westen Unterschlupf gesucht und meist auch gefunden haben. Etwas, das wir Ostdeutschen nach fünfundzwanzig Jahren gerne vergessen.

Tough oder blöd?

Eigentlich gibt es diese Woche einen noch größeren Aufreger, aber über den darf ich aus beruflichen Gründen nicht berichten. Dafür rege ich mich nun über etwas anderes auf.

Da hat mir doch am Montag eine Verwandte von einem Event berichtet, der am Wochenende in der Nähe meines Heimatortes stattfinden wird. Das ganze nennt sich „Getting Tough!“ und ist so eine Art Crosslauf der besonderen Art.
Da werden sich 2000 Irre bei eisigen Temperaturen (Immerhin liegt in Thüringen seit zwei Tagen Schnee) am Start zunächst von der Feuerwehr nassspritzen lassen, bevor sie einen 25 Kilometerlangen Parcours bezwingen. Die Hinternisse bestehen aus meterhohen Gerüsten, Schlammsuhlen, engen Röhren mit gerade mal 40 Zentimetern Durchmesser und vielem mehr.
Früher hat man mal gesagt: „Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis.“ Angesichts der Bilder glaube ich fast, dass es einigen in diesem Land viel zu gut geht. Denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, warum Menschen sich das freiwillig antun. Das hat nichts mehr mit gesundem Menschenverstand zu tun, sondern nur noch mit Eigennutz und der eigenen Selbstbestätigung (oder eher Selbstbefriedigung). Wenn, dann sollen sie sich doch bitte bei der Bundeswehr melden, da bekämen sie sogar noch Geld dafür und würden noch einen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Aber so wie ich das einschätze, waren die meisten der Teilnehmer wahrscheinlich eher Zivis.
Ich finde es nur sehr traurig, dass man den Hilfskräften (THW, Feuerwehr und Rotes Kreuz), die das alles sowieso nur ehrenamtlich machen, wegen eines solchen Unsinn das Adventswochenende verdirbt, welches sie sicher viel lieber bei ihren Familien verbringen würden.

Das Spektakel fand auch im letzten Jahr statt. Wer sich ein Bild davon machen möchte, kann das in diesem Video tun. Ich greife mich nur verwundert und staunend an den Kopf.

E-POSTSCAN – Der Gipfel des Onlinewahns

Da flatterte doch letzte Woche, zusammen mit der üblichen Werbeflut, ein kleiner Flyer der Deutschen Post ins Haus. Nachdem ich ihn zunächst ignoriert und zur Seite gelegt hatte, warf ich gestern dann endlich einen Blick darauf. Was ich da las, hinterließ dann bei mir mehr als nur ein Stirnrunzeln.

Sie möchten jederzeit und überall auf ihre Briefpost zugreifen? Buchen Sie einfach E-POSTSCAN. Dann digitalisiert die Deutsche Post Ihre Briefpost, stellt sie Ihnen werktäglich per E-Post zu und Sie haben mit dem Smartphone, Tablet oder PC immer Zugriff. Selbstverständlich werden bei allen Schritten strengste Datenschutzrichtlinien eingehalten. Und die Originale stellen wir Ihnen nachträglich per Post zu.

Mal ehrlich, wie soll man sich das jetzt vorstellen? Sitzt da jemand bei der Post, der meine privaten Briefe öffnet, in einen Scanner legt und das gescannte Exemplar dann an meine E-Mail Adresse schickt? Selbst wenn die Dokumente automatisch gescannt werden, muss doch irgendjemand die Briefe öffnen. Wie ist das dann mit dem Briefgeheimnis? Und wenn, warum sollte ich meine Post unbedingt digital haben wollen?
Ich weiß, da werden jetzt ganz sicher einige Leute aufschreien und sagen, dass das doch ein ganz toller Service ist, auf den sie schon immer gewartet haben. Was für ein Quatsch, also wirklich!
Ich muss nicht immer alles online haben, die Briefe von Behörden oder Freunden schon mal gar nicht und ich habe auch keine Lust, das Fremde meine Post lesen. Vielleicht (Achtung Verschwörungstheorie!) ist das ja auch ein genialer Schachzug der NSA, um auch noch die letzten Geheimnisse aus uns herauszusaugen. Oder die Deutsche Post möchte eine großflächige Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ins Leben rufen, um all den Arbeitslosen in Deutschland eine vernünftige Arbeit zu bieten, zumindest das wäre ja als positiv zu werten. Aber daran glaube ich ehrlicherweise nicht.
E-POSTSCAN – ehrlich, brauchen wir das? Ich sage nein! Ich mag mein analoges Leben so wie es ist und möchte meine Briefe auch in Zukunft lieber selbst öffnen.

Opfer der GDL

Eigentlich hatte ich mich ja auf einen entspannten Abend und einen schönen freien Mittwoch gefreut, nachdem ich heute von halb 6 Uhr morgens bis halb 7 Uhr Abends unterwegs war. Doch dann kam die Ankündigung des Bahnstreiks ab Donnerstag und meine Nerven lagen blank.
Ich wollte mich ja eigentlich nicht zu den Streiks bei der Bahn äußern, weil das ein zweischneidiges Schwert ist. Einerseits kann ich die Lokführer verstehen, die für ihren verantwortungsvollen Job auch entsprechend entlohnt werden wollen, aber andererseits ist es nicht die feine Art, den Arbeitskampf auf dem Rücken derer auszutragen, die nun überhaupt nichts dafür können, nämlich Bahnkunden wie mich.
Da ich am Donnerstag nach der Arbeit mal wieder ins heimatliche Thüringen reisen wollte, muss ich nun zwangsläufig umdisponieren und bereits morgen fahren. Zu meinem Glück bin ich selbständig und kann frei darüber entscheiden, wann ich arbeiten gehe. Die meisten Pendler können das leider nicht. Für die heißt es, entweder mit dem Auto fahren oder Zwangsurlaub nehmen.
4 Tage Streik ist in meinen Augen eine maßlos übertriebene Aktion, die mehr wirtschaftlichen Schaden anrichten wird, als man jetzt schon prognostizieren kann. Etwas, das wir uns eigentlich gar nicht leisten können. Schuld daran sind in meinen Augen, sowohl die Deutschen Bahn als auch die GDL. Beide benehmen sich wie streitende Kinder, die auf ihren Standpunkten beharren. Bspw. die GDL: Wenn sie auch Tarifabschlüsse für das Servicepersonal und die Zugführer durchsetzten will, was eigentlich nicht in ihre Zuständigkeit fällt, warum schließt sie sich dann nicht mit den anderen Gewerkschaften zusammen? Dann könnte sie auch für alle verhandeln. So, wie es jetzt ist, ist das rechtlich nämlich gar nicht möglich. Aber auch die Deutsche Bahn sollte sich mal überlegen, was ihnen wichtiger ist. Bei den dauernden Preiserhöhungen den sie ihren Kunden zumutet, kann es doch nicht sein, dass das Personal, welches die Arbeit liefert, leer ausgeht. Da fallen eben die Boni für die Aktionäre mal kleiner aus, die meisten von denen haben doch eh schon mehr Geld, als sie ausgeben können.
Ich könnte mich noch weiter darüber auslassen, doch ich mag mir nicht den Abend verderben. Ändern kann ich daran ja eh nichts.

Wir Deutsche sind es eben nicht gewohnt, das mit den Streiks. In Italien oder Frankreich ist das anders. Da gibt es tagelange Generalstreiks, an denen gar nichts mehr geht. In Deutschland wäre das undenkbar. 4 Tage Lokführerstreik würden Italiener und Franzosen wahrscheinlich schulterzuckend hinnehmen und sich lieber ein Glas Rotwein gönnen.

Frei(e)fahrt mit der DB

Als ich gestern den DB-Newsletter las, in dem mir eine Freifahrt nach Paris in Aussicht gestellt wurde, wenn ich meine BahnCard in eine Kreditkarte umwandele, entkam mir ein nur mühsam unterdrückter Fluch. Ich hatte nämlich eine halbe Stunde vorher am Fahrkartenautomaten festgestellt, dass ich am nächsten morgen nicht würde zur Arbeit fahren können. Streckensperrung wegen Bauarbeiten und das noch bis einschließlich Mittwoch!
Das hieß dann entweder Schienenersatzverkehr oder ein Tag Zwangsurlaub, an dem ich als Selbstständige natürlich kein Geld verdiene. Nun sind dreieinhalb Stunden Fahrt hin und dreieinhalb Stunden zurück kein Pappenstiel. Das wären sieben Stunden Fahrt für sieben Stunden Arbeit und das wollte ich mir dann doch nicht antun. So habe ich heute unfreiwillig einen Tag frei, die Firma motzt, ich verdiene kein Geld und das nur weil die Deutsche Bahn in den vergangenen Jahren gespart hat, wo sie nur konnte. Prima!
Es ist mir unverständlich wie man eine derart stark befahrenen Bahnstrecke, wie die zwischen Salzburg und München, einfach mal für eine ganze Woche sperren kann. Da fahren jeden morgen hunderte von Pendlern zur Arbeit und gerade in den Ferien sind viele Touristen in der Gegend unterwegs. Ich verstehe es einfach nicht, da hätte es doch sicher eine andere Lösung gegeben.

So nutze ich nun den freien Tag dazu, um an meinem Roman zu arbeiten. Richtig darüber freuen, kann ich mich aber nicht. Denn ich will keine Freifahrt nach Paris sondern nur freie Fahrt bis München.

Fahnenwahnsinn

DSC06236_1024Gestern bewunderten wir die neu aufgestellten Fahnenmaste am Sepp-Daxenberger-Platz in Waging, bis mir beim näheren Hinsehen auffiel, dass sich die Maste drehten. Zunächst dachte ich, ich fantasiere, aber nein, die drehten sich tatsächlich. Mir blieb nur ein Kopfschütteln.

Wofür eine Gemeinde ihr Geld rausschmeißt, unglaublich. Ich habe mal bei besagtem Händler der Masten (der Aufkleber am Mast ist ja groß genug) nachgesehen, was der Spaß so kostet. Die beiden Fahnenmaste schlagen da mit satten 1200 Euro zu Buche (ohne Fahnen und Fundamente). Ich frage mich ernsthaft, hätten es nicht auch normale Maste getan? Und wäre das Geld nicht an anderer Stelle besser aufgehoben? Der Namensgeber des Platzes, der verstorbene Bürgermeister Sepp Daxenberger, hätte das wohl auch so gesehen. Überhaupt, wenn er wüsste, was die Waginger in den letzten 4 Jahren in der Gemeinde an Natur und Umwelt so verbrochen haben, er würde sich im Grab umdrehen.

S-Bahn Lotto die Zweite

Hier einige Tipps, wie man dennoch im S-Bahn Lotto gewinnen kann:

1.  Niemals  den Anzeigen am Bahnhof vertrauen, die sind grundsätzlich falsch. Einfach auf den eigenen Instinkt verlassen, da liegt man zu 50% richtig.
2. Die Fahrplan-Reihenfolge der S-Bahnen auswendig lernen. Denn so weit es möglich ist, werden die Züge in genau dieser Reihenfolge abgefertigt, egal ob eine früher oder später kommt. (Klappt leider auch nicht immer!)
3. Auf dem Bahnsteig stehen kleine Häuschen in denen sich der Bahnhofsschaffner befindet. Dieser steht immer auf der Seite, auf der auch der nächste Zug abfährt. (Das funktioniert leider nur bei Gleis 1 und 2.)
4. Man wählt eine alternative Verbindung, fährt bis zum Hauptbahnhof durch und läuft dann kilometerweit bis zur nächsten U-Bahn Station.
5. (Achtung Sarkasmus!) Am Besten man sucht sich einfach einen Job in der Nähe, wo man mit dem Fahrrad hinfahren kann.