Opfer der GDL

Eigentlich hatte ich mich ja auf einen entspannten Abend und einen schönen freien Mittwoch gefreut, nachdem ich heute von halb 6 Uhr morgens bis halb 7 Uhr Abends unterwegs war. Doch dann kam die Ankündigung des Bahnstreiks ab Donnerstag und meine Nerven lagen blank.
Ich wollte mich ja eigentlich nicht zu den Streiks bei der Bahn äußern, weil das ein zweischneidiges Schwert ist. Einerseits kann ich die Lokführer verstehen, die für ihren verantwortungsvollen Job auch entsprechend entlohnt werden wollen, aber andererseits ist es nicht die feine Art, den Arbeitskampf auf dem Rücken derer auszutragen, die nun überhaupt nichts dafür können, nämlich Bahnkunden wie mich.
Da ich am Donnerstag nach der Arbeit mal wieder ins heimatliche Thüringen reisen wollte, muss ich nun zwangsläufig umdisponieren und bereits morgen fahren. Zu meinem Glück bin ich selbständig und kann frei darüber entscheiden, wann ich arbeiten gehe. Die meisten Pendler können das leider nicht. Für die heißt es, entweder mit dem Auto fahren oder Zwangsurlaub nehmen.
4 Tage Streik ist in meinen Augen eine maßlos übertriebene Aktion, die mehr wirtschaftlichen Schaden anrichten wird, als man jetzt schon prognostizieren kann. Etwas, das wir uns eigentlich gar nicht leisten können. Schuld daran sind in meinen Augen, sowohl die Deutschen Bahn als auch die GDL. Beide benehmen sich wie streitende Kinder, die auf ihren Standpunkten beharren. Bspw. die GDL: Wenn sie auch Tarifabschlüsse für das Servicepersonal und die Zugführer durchsetzten will, was eigentlich nicht in ihre Zuständigkeit fällt, warum schließt sie sich dann nicht mit den anderen Gewerkschaften zusammen? Dann könnte sie auch für alle verhandeln. So, wie es jetzt ist, ist das rechtlich nämlich gar nicht möglich. Aber auch die Deutsche Bahn sollte sich mal überlegen, was ihnen wichtiger ist. Bei den dauernden Preiserhöhungen den sie ihren Kunden zumutet, kann es doch nicht sein, dass das Personal, welches die Arbeit liefert, leer ausgeht. Da fallen eben die Boni für die Aktionäre mal kleiner aus, die meisten von denen haben doch eh schon mehr Geld, als sie ausgeben können.
Ich könnte mich noch weiter darüber auslassen, doch ich mag mir nicht den Abend verderben. Ändern kann ich daran ja eh nichts.

Wir Deutsche sind es eben nicht gewohnt, das mit den Streiks. In Italien oder Frankreich ist das anders. Da gibt es tagelange Generalstreiks, an denen gar nichts mehr geht. In Deutschland wäre das undenkbar. 4 Tage Lokführerstreik würden Italiener und Franzosen wahrscheinlich schulterzuckend hinnehmen und sich lieber ein Glas Rotwein gönnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.