Geld

Gibt es eigentlich noch irgendeine Sache auf der Welt, bei der es nicht vorrangig um Geld geht?

Angesichts des Korruptionsskandals in dieser Woche frage ich mich ernsthaft, in was für einer Welt wir leben. Wo man hinsieht, ob beim Fußball oder beim Motorsport; bei Kunst oder Literatur; bei Lebensmitteln oder in der Landwirtschaft; sogar im sozialen Bereich, überall geht es nur darum, möglichst viel mit möglichst wenig Aufwand zu verdienen. Das dafür im Hintergrund geheime Absprachen getroffen, Steuergelder verschoben und Menschen bewusst getäuscht werden, ist praktisch an der Tagesordnung.

Das man jetzt die FIFA im Visier hat, wundert mich nicht. Das einzige was mich daran wundert ist, warum das so lange gedauert hat. Das bei der Vergabe der letzten Fußball-Weltmeisterschaften etwas nicht mit Rechten Dingen zugegangen ist, konnte ein Blinder mit Krückstock erkennen.
Der nächste Skandal im Sport wird sich wahrscheinlich mit der FIA und der Formel Eins beschäftigen. Die Machenschaften in beiden „Vereinen“ sind ja dieselben und beide werden von alten Machthungrigen Männern regiert. Solche, wie sie in den Führungsetagen von Großkonzernen; an der Spitze von Gewerkschaften und nicht zu vergessen auch in Teilen von Regierungen sitzen.

Wie soll sich da etwas ändern.

FEDCON Ade!

Stell dir vor wir feiern 50 Jahre Star Trek und die 25. FEDCON findet an einem Ort statt, der viel zu klein und schwer zu erreichen ist!

Die FEDCON wird im nächsten Jahr wieder im Bonner Maritim Hotel stattfinden.

Was für ein Rückschritt und das zum 25. Jubiläum. Gerade im 50. Geburtsjahr von Star Trek hätte etwas Großes stattfinden sollen, stattdessen heißt es „back to the roots“. (Achtung Ironie!) Das sie nicht gleich ins Münchner Arabellahotel zurückgekehrt sind, liegt vielleicht daran, dass dies gerade umgebaut wird.

Ehrlich, ich verstehe es nicht. Damit tun die Veranstalter den Fans keinen Gefallen. Ich vermute aber, dass der Fünfjahresvertrag mit dem Düsseldorfer Maritim ausgelaufen ist und die mehr Geld von der FEDCON GmbH sehen wollten. Um das Hotel unter Druck zu setzen, verlegen sie die Convention zurück ins Bonner Maritim Hotel. Das hat schon mal geklappt, damals als die FEDCON einmal in Fulda stattfand.

Mich haben sie damit vergrault. Bonn ist für uns verkehrstechnisch total ungünstig. Wir müssten mit dem Auto anreisen, die Parkplatzsituation rund ums Bonner Maritim war schon immer angespannt. Das Angebot an alternativen Schlafmöglichkeiten ebenso. Das Hotel ist viel zu eng. Mit Schaudern erinnere ich mich an meine letzte Con in Bonn, als gefühlte 3000 Leute dicht zusammengedrängt in den Gängen im zweiten Stock in der Autogrammschlange von Leonard Nimoy standen. Stundenlang in stickiger Luft auf der Stelle tretend. Nein, das will und muss ich mir nicht antun.

Für mich und meinen Mann ist die nächste FEDCON bereits heute Geschichte – Traurig aber wahr. Dabei waren wir schon so oft dabei.

Kein Licht am Ende des Tunnels

Tatort ICE-Trasse durch Thüringen. Was ich schon lange befürchtet habe, schält sich so langsam als Gewissheit heraus. Da hat mal wieder jemand bei den Planungen alle Augen zugedrückt und ein idealisiertes Bild für ein Szenario gezeichnet, dass am Ende hunderten Menschen das Leben kosten könnte. Einfach so, nur um die eigenen Interessen oder die seiner Lobby durchzusetzen. Nachdem ich am Donnerstag diesen Artikel in der Ost Thüringer Zeitung gelesen habe, sieht es für mich so aus, als würde die Sicherheit der ICE Fahrgäste im Tunnel steckenbleiben.

700 – in Worten: siebenhundert – Rettungskräfte werden bei jedem Alarm mobilisiert, der in einem der 14 Tunnel (und 19 Brücken) ausgelöst wird. Und sei es nur, das ein ICE im Tunnel defekt zum stehen kommt. Eine ungeheure Zahl, die sich vorwiegend aus Freiwilligen der angrenzenden 59 Feuerwehren und der Erfurter Berufsfeuerwehr rekrutiert. Hauptproblem ist die Helfer vor Ort zu bringen. Besagte Strecke führt nämlich durch unberührte Thüringer Gebirgslandschaft, in die sich sonst höchstens mal ein Wanderer verirrt. Da diese Anfahrt sehr Zeitaufwendig ist, kann man nicht abwarten, um erstmal zu untersuchen, warum und wieso der Alarm überhaupt ausgelöst wurde. Da geht es gleich in die vollen – Katastrophenfall, auch wenn nur ein Nagetier ein Kabel angenagt hat. Und während sich ein Großteil der Retter für umsonst auf den Weg macht, können in den Gemeinden drumherum in aller Ruhe die Häuser abbrennen. Kollateralschaden eben! Nicht zu vergessen, dass die Retter das freiwillig und ohne Ausgleich tun (tun müssen).

Sehr einfach für die Deutsche Bahn und die Thüringer Landesregierung, die das Rettungskonzept von Hessen übernommen haben und nach dem Motto gehen, dass solch ein Tunnelalarm doch sehr selten ausgelöst wird. Da wird auf dem Rücken von Freiwilligen ein Prestigeprojekt durchgeboxt, wovon die meisten der Retter selbst nichts haben. Denn mit den Zügen werden die wenigsten von ihnen fahren, einfach schon deshalb, weil diese außer in Erfurt nirgendwo halten.

Ach, nicht zu vergessen die Fahrgäste in den Zügen, von denen allen Ernstes erwartet wird, dass sie sich doch bitte selbst aus den Zügen retten.
Zitat: „Sollte ein ICE im Tunnel zum Stehen kommen, egal ob er brennt, entgleist ist oder einen schwerwiegenden technischen Defekt hat, verlassen alle unverletzten Passagiere den Zug zu Fuß. Der Weg bis zum nächsten Notausgang ist maximal einen halben Kilometer lang, so der Bahn-Manager. Dann wären die Menschen in Sicherheit, aber noch nicht gerettet. Denn bis zur frischen Luft beträgt die längste Strecke durch einen Rettungstunnel am Bleßbergtunnel noch einmal drei Kilometer. Erst dann wären die Reisenden im Freien, wenn auch mitten im Wald.“
Laut Statistik sind ja von 300 Passagieren maximal 60 verletzt und 20 davon eingeklemmt. Das aber ein vollbesetzter ICE, wie ich ihn letzten Donnerstag erlebt habe, mehr als 800 Passagiere fast, wird stillschweigend ignoriert. Hoffen wir mal für alle Beteiligten – für die Passagiere und die freiwilligen Helfer – das nie etwas passiert.

Von Streiks, Verspätungen und anderen Hindernissen

Langsam bin ich’s leid, hier ständig über meine Erlebnisse mit dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr zu erzählen. Aber ich muss das irgendwie loswerden. Es nervt. Ich brauche dringend einen neuen Job, den ich möglichst zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen kann und keine drei Stunden in irgendwelchen Zügen, U-Bahnen und Bussen verbringen muss. Ganz besonders heute ging mir das alles doch ziemlich auf den Keks. Weil heute wieder so ein Tag war, an dem gar nichts klappte und das obwohl ich zu der privilegierten Minderheit gehörte, deren Zug heute überhaupt gefahren ist.
Ich habe ja erst über die Bayrische Landesregierung geschimpft, als sie die Strecke Salzburg-München an einen privaten Betreiber übereignet hat, aber so langsam, lerne ich das echt zu schätzen. Na gut, bis auf letzte Woche: Als ich Dienstagmorgen um Sechs am Bahnhof stand und dann unverrichteter Dinge wieder umkehren musste. Aber da konnten die Leute vom MERIDIAN nichts dafür, weil sich mal wieder einer vor den Zug werfen musste. Zumindest sorgten sie dafür, dass ich heute, wenn auch mit fünf Minuten Verspätung, zum Münchner Ostbahnhof gekommen bin.
Dort ging das ganze Theater dann richtig los. Mein Zug hielt auf Gleis 12 statt auf Gleis 8, eine der wenigen S-Bahnen fuhr aber von Gleis 2 und zwar eine Minute nach meiner Ankunftszeit. Also hieß es möglichst schnell rennen … Mit viel Glück und Körpereinsatz schaffte ich es, auch wenn es auf Grund des Gedrängels ziemlich eng war. Dann Umsteigen am Marienplatz, zusammen mit (gefühlt) tausend Leuten die zeitgleich die einzige vorhandene Treppe benutzen wollten. Dann rein in die U-Bahn und in Großhadern wieder raus und die Treppen hochrennen, weil ich hoffte den 268er Bus noch zu bekommen, um mit ein wenig Fußweg gegen acht endlich auf Arbeit zu sein. Den 266er am Klinikum hätte ich sicher nicht mehr bekommen. Doch dann Pustekuchen; die Straßen waren so verstopft, dass der Bus einfach nicht kam. Fünf Minuten nach Acht dann endlich ein Bus, der hielt zwischendrin noch zwei Mal und so war ich erst fünf Minuten später an der Haltestelle von der ich noch gut zehn Minuten zu Fuß bis zur Arbeit laufe, wo ich tatsächlich um zwanzig Minuten nach Acht aufschlug.

Heimwärts nahm ich dann doch den 266er. Der kam sogar mal pünktlich 15:36 Uhr und fuhr auch recht flott. Als er zum Klinikum einbiegen sollte fuhr er geradeaus. Der Busfahrer meinte, da wäre ein Unfall und er käme da nicht durch. Schön, dachte ich, da kann er die Leute, die alle sowieso nur zur U-Bahn wollten, ja gleich an der nächsten Haltestelle in Großhadern rauslassen. Denkste! Tat er nicht, durfte er nicht, wollte er nicht … Keine Ahnung! Auch wenn die Fahrgäste ihn bekniet haben, er fuhr strickt weiter zur Endhaltestelle am Klinikum, die eine U-Bahnstation weiter ist. Dort erwischte ich gerade noch die U-Bahn, die dann geradewegs zurück nach Großhadern fuhr … Ähh! Ja, ich weiß. Nicht nur ich kam mir verscheissert vor.
Weil mein Zug heute morgen wegen Bauarbeiten nicht bis zum Hauptbahnhof fuhr, und ich wieder mal recht knapp dran war, dachte ich mir, es wäre gut, gleich zum Ostbahnhof zu fahren. Sicher ist sicher. Also wollte ich am Marienplatz in die S-Bahn umsteigen. Rolltreppe wieder raufgehetzt nur um festzustellen, dass die nächste S-Bahn erst in zehn Minuten fährt. Mist! Also wieder zurück und die U-Bahn zum Odeonsplatz nehmen. Ja, so einfach ist das nicht. Es gibt nämlich keine Treppe die vom Bahnsteig wieder nach unten zur U-Bahn führt, weil die gebaut wird. Also über die Treppe rauf ins Zwischengeschoss und von da die Rolltreppe wieder runter zur U-Bahn. Die kam auch gleich, fuhr dann aber erst verzögert weiter. An der nächsten Station umsteigen; Rolltreppe rauf (Oder runter? Ich weiß es schon gar nicht mehr.) Die U5 zum Ostbahnhof war natürlich gerade weggefahren, also wieder fünf Minuten warten.
Zwei Stationen weiter am Ostbahnhof ist der Weg von der U-Bahn bis zu den Gleisen der DB nicht gerade der Kürzeste. Als ich zusammen mit den Massen die Treppe hinaufgestiegen bin, kam mir der Gedanke, dass das mit den Streiks und dem schlecht funktionierenden Verbindungen im Nahverkehr eine riesige Verschwörung der Krankenkassen ist, damit sich die Leute mehr bewegen. Quasi so ein Frühjahrsfitnessprogramm für Pendler. Je weniger Busse und Bahnen fahren, je mehr man dazwischen umsteigen muss und je verstopfter die Straßen und Autobahnen werden, desto mehr müssen die Leute wieder zu Fuß gehen oder das Rad benutzen. Ich glaube, dass heute bestimmt mehr Leute als sonst zur Arbeit geradelt sind…

Zu guter Letzt ist mir beim „Café to go“-kaufen auch noch das Regal mit den Utensilien und dem vollen Milchkännchen umgekippt, als ich einen Löffel rausnehmen wollte. Die nette Angestellte kam aber gleich mit einem Lappen und hat’s weggemacht. Irgendwie war mir das nicht mal peinlich, weil ich schon viel zu entnervt war.

Ach ja, dass ich dann am Ostbahnhof noch zehn Minuten auf meinen verspäteten Zug warten musste, der im übrigen mit Fahrgästen bis oben hin vollgestopft war, ist für mich inzwischen schon völlig normal.

Am Donnerstag darf ich dass Spielchen dann wiederholen; mit der Steigerung, dass ich gleich nach der Arbeit nach Thüringen fahren muss. Mal sehen, ob das trotz des Streiks klappt. Ich bin mal vorsichtig optimistisch.

Demo zum 1.Mai

Wenn wir früher in der DDR am 1. Mai zur Demo antreten mussten, war das meistens nervig, weil wir ja gar nicht wussten, wofür wir da demonstrierten. Heute ist das anders, da werden einem die Gründe freihaus geliefert. Sie nennen sich Pegida oder in diesem Fall „3.Weg“.

Morgen ist 1. Mai und in Saalfeld großer Naziaufmarsch.

Zum Glück gibt es einige geplante Gegenveranstaltungen. Die Antifa macht Werbung mit einem YouTube-Video und zahlt jedem Teilnehmer 25 Euro. Die Stadt wird von der Bundespolizei belagert, der heutige Markt wurde in die Fußgängerzone verlegt. Bereits am Abend findet eine „Nachttanzdemo“ mit angeschlossener „Schlafplatzbörse“ statt, damit die Nazis gleich morgen früh um 9 Uhr am Bahnhof in Empfang genommen werden können. Ob es unter den Bedingungen in diesem Jahr einen Maibaum geben wird, weiß ich nicht. Ist aber eher unwahrscheinlich, weil auch so in den letzten Jahren Maibäume in der Gegend oft genug über Nacht in kleine Stücke zersägt wurden. Meine Eltern sind schon seit Tagen in Sorge und wie viele andere Einwohner verunsichert. Und alle fragen sich, warum man solche Aufmärsche nicht einfach verbietet und die dahinterstehenden Parteien gleich mit.

Wie das alles enden wird, ist fraglich. Bei solchen Veranstaltungen kam es in den letzten Jahren meist zu tätlichen Auseinandersetzungen und entsprechenden Schäden an Mensch und Material. Das finde ich alles ziemlich scheiße, vorallem weil ich nicht selbst vor Ort bin.

Autonome Tätigkeiten

Der Nachbar hat ein neues Auto. Rundum ausgestattet mit Sensoren und Messfühlern fährt es fast von allein. Na ja nicht ganz, aber es verfügt neben einem Navi auch über einen Brems- und Spurhalteassistent, parkt sich selbst ein und was weiß ich noch. Wenn ich das höre, frage ich mich immer: Was hat das noch mit Autofahren zu tun?

Ich persönlich stehe schon mit Navigationsgeräten auf Kriegsfuß. Sicher mag das bequem sein, wenn man allein im Auto sitzt und durch eine fremde Stadt fährt. Aber veröden wir damit nicht unseren angeborenen Orientierungssinn? Was ist so schwierig, sich zuvor auf einer Karte anzusehen, wohin man fahren muss? Nein, schwierig ist das nicht, aber man muss Zeit und Kopf investieren und dafür haben viele Leute einfach nicht mehr die Geduld. Sie verlassen sich lieber auf satellitengestützte Hilfsmittel, die sie unter Umständen in einen See führen. Meist sind das die gleichen Leute, die darüber schimpfen, wie unsinnig und teuer doch die Raumfahrt ist.
Ich liebe Karten und ich sitze gern im Auto neben meinem Mann und navigiere ihn zuverlässig dahin, wo wir hin möchten. Und wenn man sich doch mal verfährt, kann man immer noch anhalten und jemandem nach dem Weg fragen. Das ist auch eine Form der Kommunikation.

Wenn ich jetzt noch daran denke, dass mein Auto auch im Gefahrenfall für mich bremst (Das mag ohne Frage eine gute Idee sein.) dann kommt mir der fatale Gedanke, dass ich mich als Autofahrer, ja gar nicht mehr so richtig konzentrieren muss, das Auto nimmt es mir doch ab. Wie gut und wie sicher fahre ich denn dann noch? Bin ich bei all den Assistenzsystemen denn nicht eigentlich nur noch Passagier statt Fahrer? Da kann man sich auch Chauffieren lassen, ist doch im Grunde genommen dasselbe. Mal davon abgesehen, mache ich mich als Mensch nicht nur von der Technik abhängig, sondern lasse auch meine eigenen Sinne abstumpfen.

Eine besondere Form der Autonomie ist die von technischem „Spielzeug“. Letzte Woche kamen wir bei einem Spaziergang an einem Grundstück vorbei, auf dem ein kleiner runder sich selbststeuernde Rasenmäher unterwegs war. Es war nett anzusehen, wie sich das kleine Gefährt entlang einer unsichtbaren Begrenzung bewegte und dabei den Rasen auf fünf Zentimetern Länge hielt. Aber braucht Mensch das wirklich; bzw. wie lange kann man von den Anschaffungskosten dieses Robotmähers (ca. 1600 EUR) jemanden bezahlen, der alle zwei Wochen den Rasen mäht? Bei 25 Euro im Monat und sechs Monaten im Jahr, plus den Anschaffungskosten für den manuell betriebenen Rasenmäher kann man etwa neun Jahre lang jemanden beschäftigen, der einen den Rasen kurz hält. Davor ist bei dem Robotrasenmäher längst der Akku kaputt gegangen. Dem beschäftigten Menschen dagegen hätte man über Jahre hinweg ein kleines Taschengeld beschert.

An sich ist das Übertragen unliebsamer Tätigkeiten auf Roboter, neben reiner Bequemlichkeit auch eine Art Entmenschlichung. Genauso, wie wir das Navigieren und Fahren mehr und mehr dem Auto überlassen.

Eintönige Krimiserien

Ich verstehe es nicht: Was finden Leute nur an Krimis und besonders an Krimiserien im Fernsehen? Erklärt mir mal jemand die Faszination dahinter!

Ich wollte mir gestern die neue Serie „Navy CIS: New Orleans“ ansehen, weil dort Scott Bakula mitspielt, den ich als Schauspieler sehr schätze. (Er verkörperte Captain Archer in der letzten Star Trek Serie „Enterprise“.) Nun ich hoffte zumindest, das mich der Pilotfilm unterhalten würde. Denkste! Nach nicht mal einer Viertelstunde, fragte ich meinen Mann, ob wir uns nicht lieber was anderes anschauen wollen. Der Plot war sterbenslangweilig. Das ist doch immer wieder dasselbe, oder täusche ich mich da? Ein Toter, ein persönlich betroffener Ermittler, zwei Assistenten, davon eine Quotenfrau, ein Geek für die Technik und eine Quotenfarbige als Pathologin, dazu zwei verfeindete Gangs und ein erschütterter Vater. Sowas ist doch nicht innovativ.

Da kann man auch gleich zum Tatort rüberschalten. Und weil wir gerade dabei sind. Wenn ich überlege, wieviele deutsche Krimis in der Woche im Fernsehen zu sehen sind und ich dann mal die Toten zusammenzähle, stelle ich fest, dass, wenn es wirklich so wäre, wir in Deutschland eine abartig hohe Kriminalitätsrate hätten.

Nein, Krimi ist definitiv nicht mein Genre.

Übrigens, wir haben uns anschließend köstlich über zwei Folgen „Futurama“ amüsiert.

Rabenmutter

Im EC von München nach Traunstein hatte ich heute nachmittag ein ungeheuerliches Erlebnis. Irgendwo hinter Rosenheim, rannte plötzlich eine Schar Kinder durchs Großraumabteil. Ich dachte mir nichts dabei, weil der nächste Wagon der Speisewagen war. Als sie dann kurze Zeit später in Begleitung eines Schaffners laut schluchzend zurückkamen, wurde ich aufmerksam.

Da das Sonderabteil der Zugbegleiter dem Wagen angeschlossen war, in dem ich saß, bekam ich das ganze Drama mit:
Die Mutter der vier Kinder (das älteste vielleicht 8 Jahre) war wohl in Rosenheim aus dem Zug gestiegen, wahrscheinlich um zu Rauchen. Das der Zug dort aber nur kurz hält, hätte sie sich eigentlich denken können, tat sie aber nicht. Und so war der Zug ohne sie weitergefahren.
Nun wurden die völlig aufgelösten Kinder ohne Mutter vom Zugpersonal umsorgt und erstmal ins Sonderabteil verfrachtet. Dort würden sie ihre Reise bis Graz fortsetzen, wo sie gegen 22 Uhr eintreffen sollten. Da dies für heute aber der letzten Zug nach Graz war, wird sich das Wiedersehen mit Mama wohl noch ein wenig verzögern.

Also ich kann nicht verstehen, wieso eine Mutter mit vier Kindern, einfach mal so unterwegs aus dem Zug steigt. Ich nenne sowas unverantwortlich und wünschte, dass es für das entsprechende Elternteil Konsequenzen nach sich zieht. Tut es aber wahrscheinlich nicht. Hoffentlich holt wenigstens in Graz jemand die Kinder vom Zug ab.

„Verhalten“ im Forum

Interessehalber stöbere ich hin und wieder in diversen SF-Foren. Ab und zu schreibe ich selbst einen Beitrag, tue dies aber eher zurückhaltend und das hat einen Grund.
Was mir nämlich häufig auffällt, sind die schlechten Umgangsformen, die von einigen Forumsmitgliedern an den Tag gelegt werden. Besonders wenn es darum geht über PR-Autoren und PR-Redaktion herzuziehen.
Bestes Beispiel Jubiläumsband 2800: Da werden Vorurteile gepflegt und über die Autorin gelästert, ohne das dieser Band überhaupt erschienen ist. Da glauben selbsternannte Experten, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen und dürften Stil und Inhalt eines Romans beurteilen, den es noch gar nicht gibt. Nur weil ihnen frühere Romane der Autorin nicht gefallen haben. Da werden Lektoren schlechtgemacht und die Redaktion der Unfähigkeit beschimpft.
Ehrlich, wenn ich das lese, kommt mir die Galle hoch. Kritik gern, aber wenn, dann doch bitte konstruktiv. Aber nein, es werden Pauschalurteile gefällt und auf Nichtigkeiten herumgetreten. Mich wundert’s, dass Autoren und Redaktion nicht schon längst die Flinte ins Korn geschmissen haben. Sollen die, die es besser zu wissen glauben, doch ihre eigenen Heftromane verfassen, mal sehen, ob sie’s denn wirklich besser könnten.

Nein, ich reg mich nicht auf.

Blu-ray mit Beigeschmack

Quelle: Amazon

Seit Anfang des Monats ist sie auf dem Markt… Ich spreche von der Blu-ray zum Kultfilm „Galaxy Quest“. Warum die deutschen Fans so lange darauf warten mussten, ist leider nicht bekannt. Denn die Star Trek Parodie gehört zu einem der beliebtesten Filme im Fandom.
Zum Inhalt muss ich hier nichts sagen. Der Film ist 16 Jahre alt, und inzwischen sollte jeder das Abenteuer um die Crew der Galaxy Quest kennen. Alles andere wäre eine echte Bildungslücke. Ich selbst kann nicht sagen, wie oft ich mir diesen Film schon reingezogen habe. Ich erinnere mich, ihn zum ersten Mal im Ilmenauer Kino während meines Studiums gesehen zu haben, zusammen mit einem ganzen Haufen echter Nerds. (Hey, ich hab schließlich Elektrotechnik studiert!)
Der Streifen hat mich sofort begeistert. Allein die Szenen auf der Convention … das war so lebensnah, dass man sich fast selbst im Publikum sitzen sah. :) Und die Schauspieler waren einfach grandios. Tim Allen als Kirk-Verschnitt; Sigourney Weaver als Quotenfrau, die mit dem Computer spricht; Tony Shalhoub (Monk) als introvertierte Chefingenieur, der ständig am Essen ist und last but not least, Allen Rickman als Dr. Lazarus. (Für mich immer noch seine beste Rolle.) Zu dieser Zeit wäre Rickman die ideale Besetzung als Atlan in einem Perry Rhodan Film gewesen, inzwischen ist der Schauspieler leider zu alt.

Gestern Abend haben wir uns nun die Blu-ray angesehen: Die Bildqualität scheint etwas besser als die der DVD zu sein, man erkennt ein paar Details, die einem zuvor nicht aufgefallen sind. Der Sound ist okay, aber das war es dann auch schon. Es gibt nur zwei Sprachen zur Auswahl (Deutsch & Englisch) und keinerlei Extras. Die DVD von 2006 hatte wenigstens ein paar Extras. Doch das Allerschlimmste ist: Es fehlen mindestens zwei Szenen! Die Erste könnte man noch verschmerzen, darin zeigt einer der Thermianer Dr. Lazarus sein leeres Quartier. Die Zweite ist aber von essentieller Bedeutung für den Film: Hier bittet der Commander den Fan auf der Erde, ihm bei der Landung des Schiffes zu helfen. Auf der Blu-ray sieht man aber nur, wie das Schiff in die Atmosphäre eintaucht und dann den Jungen mit den Leuchtfackeln aus dem Haus rennen. Ich habe den Film sooft gesehen, dass ich meine, das es dazwischen mindestens eine Minute Dialog gab. Vielleicht fehlen noch mehr Szenen. Leider kann ich die Blu-ray-Version nicht mehr mit unserer DVD vergleichen, weil wir diese bereits verkauft haben.
Laut Amazon scheint es zwei Versionen des Films zu geben, eine 98 minütige Fassung und eine mit 102 Minuten. Unsere DVD beinhaltete die Fassung mit 102 Minuten. Es sieht ganz so aus, dass auf der Blu-ray nur die 98 Minuten Fassung drauf ist, ob wohl es anders angegeben wird.

Auf alle Fälle habe ich mich gestern Abend tierisch darüber geärgert. Verglichen mit anderen Filmen, war die Blu-ray ziemlich teuer. Für das Geld sollte man zumindest einen ungekürzten Film erwarten dürfen, wenn es schon keine Extras gibt.

Das gibt eine ganz böse Bewertung bei Amazon.

Nachtrag vom 16.2.2015:
Nachdem meine Rezension bei Amazon hohe Wellen geschlagen hat, hat sich jetzt herausgestellt, dass die Szenen an die ich mich erinnere, Bestandteil geschnittener Szenen waren, die es als Extras auf der DVD gab. Ist schon seltsam was sich das Gehirn so alles zusammenreimt. Aber das wäre nicht passiert, wenn es die geschnittenen Szenen als Extras auch auf der Bu-ray geben würde.