Klimatisches Durcheinander

Also wenn ich heute so aus dem Fenster sehe, bin ich etwas besorgt. Draußen sieht es aus wie Spätsommer und nicht wie an einem 16. November. Gut ich habe die 19° C und den puren Sonnenschein genutzt, um meine Orchideen auf der Terrasse umzutopfen und die Fenster im Wohnzimmer zu putzen. Aber Bitteschön, dass ist doch nicht normal. Außerdem ist es mal wieder viel zu trocken, wie so oft in diesem Jahr. Kaum Regen, warme Temperaturen, wenn dass so weitergeht, verwandelt sich Deutschland noch in eine Steppe. Unser Problem wird dann sein, wohin flüchten wir dann? Nach Grönland?

Das der Klimawandel uns in den nächsten Jahrzehnten weitere Flüchtlingsströme bescheren wird, ist kein Märchen von Ökofuzzis mehr, sondern bald schon bittere Realität. Und wer weiß, vielleicht werden auch wir irgendwann zu Klimaflüchtlingen werden.

Ja, ich weiß! Ich sehe das mal wieder viel zu negativ. Aber angesichts des derzeitigen Wetters, muss man ja auf solche Gedanken kommen. Außerdem gebe ich offen zu, ein Fan der kalten Jahreszeit zu sein. Ich will endlich Winter mit viel Schnee und zweistelligen Minusgraden. Da fühle ich mich wohler, als heute nachmittag bei gefühlten 25 °C auf der Terrasse.

Fassungsloses Schweigen

Es gab Zeiten, in denen ich dachte, dass wir Menschen die Fähigkeit besitzen, über uns hinauszuwachsen, dass wir die Fesseln von Egoismus, Machthunger, Neid und Eitelkeit abstreifen würden, dass Fanatismus und Irrglaube irgendwann der Vergangenheit angehören würden und dass wir gemeinsam eine humane Zukunft schaffen könnten. Wie naiv dieser Gedanke war, ist mir heute morgen am Frühstückstisch klargeworden, nachdem das Radio die Nachrichten verkündeten.

Terror in Paris; eine Mutter die ihre acht Säuglinge tötet; Angstbürger, die Wohnheime anbrennen; Großkonzerne die lügen und betrügen; käufliche Sportfunktionäre …

… das ist nicht die Zukunft, wie ich sie mir noch vor 15 Jahren vorgestellt hatte. So langsam glaube ich, wir Menschen sind es nicht wert, als Spezies zu überleben. Ich denke, mit unserem Aussterben würden wir dem Universum einen großen Dienst erweisen.

Ich kann heute nicht mehr tun, als fassungslos zu schweigen …

Frühlingstag im November

Scheinbar ist Frühling. Zumindest kam es mir heute so vor. Es war schon morgens unnatürlich warm und ich mochte mir schon auf der Fahrt zum Einkaufen am liebsten die Jacke vom Leib reißen. Beim Teppichhändler musste ich der armen Verkäuferin helfen, die Teppiche zur Seite zu räumen, um an den heranzukommen, den sich meine Mutter auserkoren hatte. Alleine hätte sie das nicht geschafft und uns den Teppich nicht verkaufen können. Ich frage mich ja, wer kommt auf die grandiose Idee, eine einzige Frau an einem Samstagvormittag völlig allein für ein riesiges Geschäft mit Auslegware und Teppichen abzustellen?

Den Nachmittag verbrachte ich dann tatsächlich in der Natur, auf dem Wochenendgrundstück meiner Eltern, wo ich beim Abrechen des Rasens gehörig ins Schwitzen kam. Ich hätte doch lieber ein T-Shirt anziehen sollen, bei zwanzig Grad Celsius im November.

Beim Kaffeetrinken konnte ich dann von der Terrasse aus, die Vögel beobachten, die sich um das Vogelhäuschen im Garten sammelten. Es ist erstaunlich, wie zutraulich die sind, wenn man eine Hand voll Vogelfutter ausstreut. Es gab vier verschiedene Sorten Meisen zu bewundern sowie einen unerschrockenen Kleiber, der bis auf einen Meter herankam. Der Anblick der niedlichen Tiere hatte schon etwas sehr beruhigendes.

Zu guter Letzt habe ich noch mit meinem Vater auf einem fremden Grundstück Meerrettichwurzeln ausgegraben. Was man nicht alles so tut, wenn man mal wieder daheim ist.

Blutiges Halloween

Das kommt von sowas!
Nun bin ich ja eigentlich kein Fan von solch neumodischem Zeug’s, dass vor Jahren aus den Staaten nach Deutschland schwappte. Ich rede von Halloween.

Das erste Mal mit Halloween konfrontiert, wurde ich im Oktober 1998. Ich war gerade mal zwei Wochen in NYC, als mich mein Mitbewohner zur Halloweenparade nach Greenwich Village schleppte. Zugegeben es war schon ein tolles Erlebnis all die Masken und Kostüme zu sehen, aber als der Hype dann nach Deutschland kam, konnte ich mich nicht wirklich damit anfreunden. Aber man ist ja ein offener Mensch und ich fand die Halloween-Trekdinner in München immer sehr stimmungsvoll. Auch wenn ich nie in einem Gruselkostüm sondern meist in Star Trek Uniform auftrat.

In diesem Jahr war mir sowieso alles egal, weil ich viel zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt war. Nun sah ich heute den Kürbis, der schon seit zwei Wochen im Fenster steht und der bei der Lieferung unserer wöchentlichen Gemüsekiste dabei war. Da mein Mann von den Kürbisrezepten aus dem vergangenem Jahr noch genug hat, wussten wir nicht wohin damit. Da schlug ich in meiner Einfalt vor, anlässlich von Halloween doch den Kürbis zu schnitzen. Nun, dass funktionierte auch ganz gut, bis ich mich mit dem schlecht entgrateten Griff des Schnitzmesser in die Finger schnitt. Sehr blutige Angelegenheit und auch nicht wirklich schmerzfrei. Das hat man nun davon, wenn man sich unbedingt aktuellen Trends unterwerfen muss.

Nun steht er auf der Terrasse und leuchtet, der Kürbis. Während ich mit verbundenen Fingern über der Tastatur hänge. Zugegeben ein bisschen Blut gehört zu Halloween dazu, auch wenn es das eigene ist.

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Einräumstress

Wer schon mal umgezogen ist oder renoviert hat, kennt das bestimmt: Ausgeräumt ist ein Raum schnell, das wieder Einräumen ist die echte Herausforderung.

Seit fünf Tagen versuche ich mein Schlaf- und Arbeitszimmer wieder einzuräumen. Dort musste im Sommer wegen eines Wasserschadens der Fußboden raus. Und ehe alles wieder trocken und der neue Teppichboden verlegt war, hat es bis Mitte Oktober gedauert.

Ich hatte mir extra ein paar Tage mehr freigenommen, um alles wieder an Ort und Stelle zu befördern. Bett und Schränke aufstellen ging ja noch. Den Computer und seine Peripherie zu verkabeln war schon kniffliger. Woran ich aber wirklich verzweifle ist, dass ich meinen Schreibtisch nicht mehr habe. Der hat mir nämlich das zweimalige auseinander- und wieder zusammenbauen übel genommen und nur noch Schrottwert. Einen adäquaten Neuen konnte ich auf die Schnelle nicht finden und so verzweifle ich an massenhaft CD’s, Papier und Stiften. Und stelle mal wieder mit Ernüchterung fest, dass ich viel zu viel aufhebe. Schon gestern habe ich angefangen rigoros wegzuwerfen, aber irgendwie will der Berg nicht kleiner werden.

Es wird wohl noch einige Wochen in Anspruch nehmen, bis ich für jedes Ding einen Platz gefunden habe.

Die Klasse von 1990

25 Jahre sind vergangen, seit ich die zehnklassige Oberschule abgeschlossen habe. Gestern habe ich einige meiner Mitschüler bei einem sehr netten und angenehmen Treffen wiedersehen dürfen.

25 Jahre sind eine lange Zeit. Eine Zeit die an keinem spurlos vorübergegangen ist, auch wenn einige äußerlich nicht um ein Jahr gealtert schienen. Tief drinnen sind wir aber längst nicht mehr die unbekümmerten Jugendlichen von damals. Wir sind erwachsen geworden. Der eine oder andere Schicksalsschlag wie Krankheit und Tod Angehöriger, Scheidung oder berufliche Rückschläge haben ihre Furchen in den Charakteren hinterlassen. Manche waren vielleicht nicht mehr so fröhlich oder spontan wie früher, während andere, die einst still und zurückhaltend waren, plötzlich viel gelöster und freier auftraten.

Im Vergleich zu den vergangenen Klassentreffen (5, 10, 15 und 20 Jahre) ist mir aufgefallen, dass wir ehrlicher zueinander geworden sind. Keine Rede mehr von „Mein Haus, mein Auto, mein Pferd …“. Es wurde viel über Familie geredet, über Trennungen und die Sorgen mit den Kindern oder den Eltern, über den Stress auf Arbeit und auch darüber eine Arbeit zu finden, die Spaß macht und mit der man sich identifizieren kann. Etwas, das bei den wenigsten der Fall zu sein schien. Vielleicht ist es wirklich so, dass man mit Vierzig einen Schnitt macht und sich darüber klar wird, was für einen selbst im Leben wichtig ist.

Ich führte an diesem Abend ein paar sehr nette Gespräche; redete über Star Trek und Perry Rhodan und darüber, dass ich schreibe. Und da fiel mir etwas auf. Wenn ich jemandem aus Bayern oder Baden-Württemberg von Perry Rhodan erzähle, kommt meist die Reaktion: „Ach, das kenne ich von früher! Das gibt es noch?“ Im Osten jedoch werde ich nur gefragt: „Wer ist das?“ Leider war die Heftromanserie in der DDR genauso verboten wie die Bravo oder andere „Schundpublikationen“ des Klassenfeindes. Es gibt nur sehr wenig Ostdeutsche die die größte Science Fiction Serie der Welt überhaupt kennen. Schade eigentlich.

Mir hat der Abend viel Spaß gemacht, auch ein Grund warum ich trotz Husten und Heiserkeit bis kurz vor Mitternacht geblieben bin. Ich freue mich schon auf das nächste Treffen in fünf Jahren.

Herbstlicher Seespaziergang

Es ist Herbst. So richtig bunt ist es zwar noch nicht, aber die Blattspitzen färben sich schon mal gelb. Auf unserem Spaziergang am Sonntag zeigte sich der See von seiner ruhigen Seite. Die Saison geht zu Ende, die meisten Touristen sind weg. Der See liegt verlassen wie ein bleigrauer Teppich, und man kann sich an den Vogelschwärmen und den vielen Farbtönen der Bäume und Wiesen nicht satt sehen.

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Komischer Montag

Heute ist ein komischer Montag, komisch im Sinne von seltsam und nicht von lustig.

Nach dem Frühstück sehe ich besorgt zur Uhr. Da war doch was, erinnere ich mich dunkel. Richtig, Kirchweihmontag. Ich muss noch in die Apotheke und zum Bäcker, weil die Geschäfte im Ort am Nachmittag geschlossen haben. Also renne ich gleich los und besorge noch die Dinge, die ich sonst gemeinsam mit meinem Mann am Nachmittag erledigt hätte.

An einem normalen Wochentag, an dem jeder arbeiten muss, werden im Ort ab elf Uhr Vormittags die Bürgersteige hochgeklappt. Während alle anderen weiterhin ihrer Arbeit nachgehen, müssen die Einzelhändler ihre Geschäfte schließen. Selbst die, die es vielleicht nicht wollen, oder nötig hätten. Nur die großen Ketten bekommen eine Ausnahme. Sogar einige Ärzte haben geschlossen.

Warum das alles, erschließt sich mir auch nach Jahren, die ich hier lebe, leider nicht. Ich bin a nicht katholisch und b nicht in Bayern aufgewachsen. Aber ich weiß, dass die Kirchweih in großen Teilen Bayerns (nicht in allen) auf den dritten Sonntag im Oktober fällt. Das hatte die katholische Kirche irgendwann beschlossen, nachdem die Kirchweihfeiern vor und nach dem Geburtstag des Namensgebers, der jeweiligen Kirche, in große Saufgelage ausgeartet sind. Der Brauch scheint sich in manchen Orten bis heute gehalten zu haben, den Horden von Betrunkenen nach zu urteilen, die vergangenen Nacht an unserem Schlafzimmerfester vorbeimarschierten.

Wahrscheinlich brauchen die den Montag, um ihren Rausch auszuschlafen.

Neues Badmobiliar

Nachdem das mit dem Loch in unserer Badwand in diesem Jahr wohl nicht mehr klappen wird, (So wie es jetzt aussieht, müssen wir es wohl selbst bohren. Etwas, das ich gern vermieden hätte, aber leider findet sich keine Firma, die das Risiko eingehen will, weil eventuell ein paar Fliesen zu Bruch gehen könnten.) haben wir uns kurzentschlossen einen Badschrank bestellt. Bisher hatten wir nur ein wackeliges Regal, dass sich bei der letzten Ausräumaktion als unpraktisch erwiesen hat.

Am vergangenen Wochenende haben wir den neuen Schrank aufgebaut und gestern kam auch endlich die funktionierende Beleuchtung dazu. Endlich genug Platz für Handtücher und Kosmetikartikel. Und ein bisschen futuristisch sieht er auch aus, damit passt er zu unserer Spaceküche.

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Drei Mal Kino

In diesem Monat habe ich einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt, indem ich an drei aufeinanderfolgenden Wochen jeweils Freitags im Kino war.

Neben dem bereits erwähnten Pixarstreifen »Alles steht Kopf« und »Der Marsianer«, sah ich mir gestern Abend auch noch »Hotel Transilvanien 2« an. Eigentlich ist das ja ein Kinderfilm, dementsprechend zusammengesetzt präsentierte sich auch das Kinopublikum. Aber da mir schon der erste Film um Hotelbesitzer Dracula und seine Tochter so gut gefallen hat, wollte ich mir die Fortsetzung natürlich nicht entgehen lassen und ich habe mich auch neunzig Minuten lang sehr gut amüsiert. Es gab ein paar richtig gute Gags aber auch ein paar peinliche Gesangseinlagen, die zum Glück nicht von langer Dauer waren. Es ist sicher kein Film, den man unbedingt gesehen haben muss, aber nett.

Alle drei Filme waren in 3D. Nun bin ich als Brillenträgerin in dieser Hinsicht doch etwas benachteiligt, da die in den letzten Jahren weit verbreiteten Shutterbrillen schwer waren und auf die eigene Brille drückten. Vor einem Jahr wurde das Kino modernisiert und die 3D-Technik auf Polarisation umgestellt. Jetzt kauft man einmal für einen Euro eine Plastikbrille und gut ist. Man darf sie nur beim nächsten Mal nicht vergessen. Für Brillenträger gibt es dazu eine elegante Lösung zum Aufstecken. Coole Sache, man merkt kaum noch, dass man eine 3D-Brille trägt. Das fand ich gut. Nur ob man die Filme unbedingt in 3D sehen muss, sei dahingestellt. Bei den Animationsfilmen vielleicht, aber bei »Der Marsianer« war ich von der spannenden Handlung so abgelenkt, dass ich nach kurzer Zeit den Effekt nicht mehr wahrnahm. Die beiden Filme, die meiner Meinung nach bisher den 3D Effekt am überzeugendsten rübergebracht haben, waren »Madagascar 3« und »Gravity«. Bei Letzterem stellte sich bei mir stellenweise sogar ein Schwindelgefühl ein. (Ich bin ein bisschen empfindlich, was das angeht. Ein Besuch im Planetarium geht leider gar nicht mehr, da muss ich die Augen schließen, sonst wird mir übel.)

Wenn man innerhalb kürzester Zeit drei Mal in dasselbe Kino geht, bekommt man auch drei mal dieselbe Werbung vorgesetzt. Das war etwas lästig. Einziges Highlight war die Kinointerne Werbung, dass man doch bitte seinen Müll nach dem Kinobesuch selbst entsorgen soll. Ich bin ja in dieser Hinsicht konsequent und vielleicht auch ein bisschen konservativ. Als ich jung war, war Essen und Trinken in Kinos verboten und ich halte mich bis heute daran. Deshalb ist es für mich jedes Mal irritierend, in welchem Zustand manche Leute ihren Sitzplatz im Kino verlassen. Ich weiß, dass die Kinos inzwischen nur noch an dem Verkauf von Erfrischungen und Snacks verdienen und nicht mehr an den Filmen. Dennoch werden sie an mich wahrscheinlich nie Popkorn, Eis oder Knabberzeugs verkaufen, im Höchstfall vielleicht ein Getränk, aber das trinke ich dann bevor ich den Saal betrete. Das Werbefilmchen jedoch fand ich großartig.

https://vimeo.com/130746985