Realfuturistische Kunst

Mein Abitur machte ich in einer Kunstklasse an einem humanistisch, künstlerischen Gymnasium. Warum ich dann Elektrotechnik studierte, gehört zu den Irrungen und Wirkungen im Leben und tut hier nichts zur Sache. Eigentlich wollte ich Grafik-Designerin werden, doch wie bei so Vielen platzte mein Traum bei der Zulassung an den Hochschulen und Universitäten. Zu viele Bewerber und zu wenige Studienplätze. Ich war einfach nicht gut genug. Mein Faible für Kunst und Malerei konnte ich mir aber über die Jahre erhalten und wenn ich etwas sehe, bei dem sich Kunst mit Science Fiction mischt, bin ich immer wieder begeistert.

Meine neueste Entdeckung ist die Künstlerin Lina Karpova. Die junge Russin hat einen Master in Landschaftsarchitektur und unterrichtet an der Moskauer »Scream School« im Fach Mattepainting. Nebenher entwickelt sie 3D-Szenarien für Computerspiele und arbeitet als Promo-Artist. Ihre Bilder erinnern mich ein wenig an die Gemälde von Hans-Werner Sahm, der schon seit vielen Jahren, durch seine surrealen und futuristischen Landschaften bekannt ist. Und von dem ich mehrere Bildbände und einige Kunstdrucke mein Eigen nenne.

Während Sahm aber tatsächlich noch den Pinsel schwingt, arbeitet Lina Karpova mit dem Computer, was nicht weniger kreativ und auch eine Technik ist, die beherrscht werden muss.

Besonders gut gefällt mir ihr Bild »Perfect World«, das ich hier, stellvertretend für die vielen eindrucksvollen Bilder vorstellen möchte. Wer mehr von Lina Karpova sehen möchte, kann das auf ihrer Homepage oder bei ArtStation tun.

Quelle: linakarpova.artstation.com

Schwarzer Faschingsdienstag

Während draußen die Narren toben und den Ort beschallen, starre ich noch immer fassungslos auf die Bilder des Zugunglücks von heute morgen.

Seit Dezember 2013 fahre ich regelmäßig in den Meridian-Zügen nach München. Anfangs lief nicht alles glatt und auch heute gibt es immer mal wieder Problem. Türen die nicht funktionieren, Klimaanlagen von denen man tiefgekühlt wird. Manchmal kämpft auch die Heizung gegen die Klimaanlage an und umgekehrt. Aber bisher habe ich mich relativ sicher gefühlt, obwohl die Züge richtig schnell unterwegs sind. Und für die Strecke nach München genauso lange brauchen wie der klapprige EC, obwohl sie unterwegs öfter halten.

Warum aber heute morgen die beiden Züge frontal zusammengeprallt sind, kann ich mir nicht erklären. Oft genug habe ich schon mitbekommen, wenn der Meridian vom PZB System automatisch ausgebremst wurde. Die Strecke zwischen Rosenheim und München auf der ich sonst fahre, ist drei bzw. sogar viergleisig, während die Strecke von Rosenheim nach Holzkirchen auf der das Unglück passierte, nur eingleisig ist. In einer Zeit vollständiger digitaler Überwachung dürfte so etwas nicht passieren. Das es dennoch geschehen ist, zeigt mal wieder deutlich, das kein System unfehlbar ist.

Wenn ich morgen früh in Traunstein wieder in den Meridian nach München steige, wird mich unweigerlich ein mulmiges Gefühl begleiten. Ich denke an die Menschen, die heute morgen verletzt wurden und gestorben sind und an ihre Hinterbliebenen. Wie leicht hätte es auch mich treffen können. Das geht einem schon sehr nahe.

Ich wünschte nur die Faschingskasper da draußen, würden das auch so sehen. Die feiern ausgelassen, während keine fünfzig Kilometer weiter Menschen gestorben oder schwer verletzt worden sind. Viele Orte in der Umgebung haben ihre Faschingsveranstaltungen abgesagt, die Waginger scheint das nicht zu stören. Ich finde das pietätlos. Der Fasching in den bayrischen Gemeinden dient doch eh nur dem öffentlichen Besäufnis.

Seltsame Karnevalsriten

In Bayern gibt es schon seltsame Rituale, besonders rund um die Faschingszeit.

Da stehe ich heute Nachmittag nichts ahnend vorm Kühlregal im Edeka und überlege, welchen Joghurt ich kaufen soll, als plötzlich eine Verkäuferin an mir vorbeisaust und aufgeregt einer Kollegin zuruft: »Sie kommen!« Von draußen dringt laute Blasmusik herein.

Die wollen doch nicht etwa …

Ich greife den nächstbesten Joghurtbecher und eile zur Kasse. Aus der Reihe hinter der Kasse beobachte ich mit Befremden, wie eine vielleicht zwanzigköpfige Blaskapelle den Laden betritt. Spielend wohlgemerkt!

Der Lärm ist ohrenbetäubend; die Kassiererin nicht mehr zu verstehen. Sie deutet nur noch auf das Kassendisplay, während sich die Musiker im ganzen Supermarkt verteilen. Unruhig von einem Bein auf’s andere tretend, sehne ich mich danach, endlich bezahlen zu dürfen, um aus diesem Horrorfilm zu verschwinden. Doch es sind noch zwei Leute vor mir. Nach und nach versammeln sich die Musiker hinter mir an der Kasse. Noch immer dringt ein lautes »Humpa Humpa tätärä« aus den Trompeten, Hörnern und Tubas. Ich finde die Situation inzwischen mehr als bizarr. Vor allem, weil die Männer anscheinend auch noch Dinge einkaufen wollen. Einer hat ein Netz mit Orangen in der Hand, ein anderer ein Beutel Bonbons.

Endlich bin ich an der Reihe. Ich packe den Joghurt und den Rest meines Einkaufs in Windeseile zusammen und zahle. Als ich den Laden verlasse, dröhnt mir laute Blasmusik hinterher.

Erleichtert atme ich auf. Das war irgendwie schräg.

Verzögerungen bei der Bahn

Ich stelle gerade fest, dass ich lange nichts über die Deutsche Bahn gebloggt habe. Dabei ist es ja nicht so, dass in der Zwischenzeit nichts passiert wäre, aber eben nichts, was man nicht eh schon als Pendler gewohnt wäre. Außer vielleicht der Mann, der letztens im EC verstorben ist, aber das ist ein Erlebnis wovon ich nicht erzählen möchte.

Da berichte ich lieber, wie meine erste Zugreise nach Thüringen verlief, seit die Bahnstrecke zwischen Bamberg und Lichtenfels gesperrt ist.

Bis Bamberg verlief die Fahrt an jenem Donnerstag normal. Ich tippte an meinem Exposé und kam dabei gut voran. Im Zug bin ich einfach fokussierter. In Bamberg war Endstation. Also erstmal raus aus dem Zug und den Massen hinterher. Vorher im Zug keinerlei Durchsage zum Schienenersatzverkehr; nirgendwo ein Hinweis auf das Wie und Wo. Auf dem Bahnhofsvorplatz drei Busse. Irgendwo hatte ich gelesen, dass nur die Busse der roten Linie direkt nach Lichtenfels durchfahren. Ich also rein in den schon halb besetzten Bus. Meinen Koffer vor mich her schleppend, fand ich zwar Platz für mich, aber nicht für den Koffer. Den musste ich hinter den letzten Sitz vorm Ausgang stellen, weil er nicht in die Ablage passte. Nach fünf Minuten war der Bus voll und noch immer Leute draußen, die mit wollten. Die kamen hoffentlich in einem zweiten Bus unter. Danach gings im Schneckentempo durch Bamberg und auf die Autobahn. Zirka eine halbe Stunde dauerte die Fahrt, dann wurden wir ohne weitere Hinweise am Bahnhofsvorplatz rausgelassen. Da ich nicht genau wusste, von welchem Bahnsteig mein Anschlusszug fuhr (keine Anzeigetafel in Sicht), guckte ich bei jedem Aufgang die Treppe hoch, bis ich den Regional Express nach Halle entdeckte. Ich blickte zur Uhr, unter normalen Bedingungen wäre ich jetzt schon fast am Ziel gewesen, heute musste ich noch mehr als eine Stunde mit dem Regionalzug durch die Gegend tuckern.
Um 21:15 Uhr war ich endlich in Saalfeld. Es fühlte sich ein bisschen wie das Ende einer mittleren Weltreise an.

Am Montag dann die Rückfahrt mit vier Umstiegen. Es nervte. Selbst mir als abgehärteten Bahnfahrer ging das viermalige aus dem Zug in den Bus und zurück und noch mal aus dem Zug und wieder rein und und … ziemlich auf den Keks. Ich war nach den sechs Stunden Fahrt wie erschlagen. Das letzte Mal nach Neujahr hatten wir bis Waging viereinhalb Stunden gebraucht. Wenn ich überlege, dass das jetzt noch acht Monate so gehen soll. Und wenn ich mir die Baustelle so betrachte (Man fährt mit dem Bus auf der Autobahn daran vorbei.) wundert mich, wie die überhaupt bis dahin fertig werden wollen. Das ganze sieht aus, als sollte dort eine sechsspurige Autobahn entstehen. Ich kann nur die Pendler und Schulkinder bedauern, die das jeden Tag durchmachen müssen.

Alltag auf dem Ozean

Seit ein paar Wochen bin ich „Verrückt nach Meer“. So heißt die Dokusoap, die seit Anfang Januar in der ARD ausgestrahlt wird. Inzwischen ist die Serie bereits in der 5. Staffel bei Folge 134 angelangt und es soll noch weitergehen. Eine 6. Staffel ist schon in Arbeit.

An sich bin ich kein Freund von Dokusoaps, aber diese sah und sehe ich mir immer gern an. Außer fernen Ländern lernt man als Zuschauer vor allem den Alltag auf einem Kreuzfahrtschiff kennen. Abseits der glitzernden Welt der Passagiere wird die harte Arbeit der Angestellten gezeigt, aber auch die technischen Abläufe an Bord. Außerdem bekommt man ein wenig vom Privatleben der Crew mit. Das wirkt alles sehr natürlich und nicht aufgesetzt.

Hauptaugenmerk liegt auf Kapitän Morten Hansen, dem sympathischen Norweger, der mit Frau und Kindern in Österreich lebt, wenn er nicht gerade auf Hoher See unterwegs ist. Aber auch Kreuzfahrtdirektor, Schiffsarzt, Küchenchef, die Reiseleiter sowie Schiffskadetten und Küchenpraktikanten kommen zu Wort. Und so bekommt man einen kleinen Eindruck in den Alltag auf Hoher See.

Neben den Geschichten rund um die Crew werden auch die von Passagieren und Stargästen erzählt, die auf dem Schiff einchecken. Und so kann es vorkommen, dass man Unterhaltungskünstler einmal von einer anderen Seite erleben kann.

Produziert wird die Serie vom Bayrischen Rundfunk. Drei EB-Teams für Crew, Passagiere und Landausflüge sorgen mit je drei Personen (Regisseur, Kameramann und Assistent) dafür, dass alles in Ton und Bild festgehalten wird. Man kann sich als Passagier im Voraus dafür bewerben; alles geschieht auf freiwilliger Basis. Und es sieht im Ergebnis auch nicht gestellt aus. Sollte ich jemals eine Kreuzfahrt auch nur in Erwägung ziehen, dann nur mit Kapitän Hansen und der „Grand Lady“.

Die Serie mit sympathischen Darstellern läuft zur Zeit im Nachmittagsprogramm der ARD. Berufstätige können sich die einzelnen Folgen in der Mediathek ansehen.

Projekte über Projekte

In den letzten Wochen drohte ich im Chaos zu versinken. Manchmal wusste ich nicht, woran ich zuerst arbeiten sollte. Dabei wollte ich eigentlich nur eines der vielen angefangenen Projekte zum Abschluss bringen. Aber immer wenn ich dachte, ich könne mich jetzt ausschließlich auf dieses Projekt konzentrieren, kam etwas dazwischen. Ich hatte das Gefühl, langsam im Sumpf zu versinken. Denn je mehr ich mich anstrengte herauszukommen, um so tiefer versank ich. Das war frustrierend. Gestern habe ich nun endlich zwei Projekte halbwegs abschließen können. Noch ein paar Schönheitsfehler beheben und dann kann ich sie loslassen. Endlich!

Der nächste Newsletter für die PRFZ steht, wenn auch noch auf wackeligen Beinen. Dieses Mal ist es mir einigermaßen schwer gefallen. Aber ich weiß, dass ich noch mindestens einen Beitrag bekomme. Leider wird es kein Interview geben, weil der geplante Interviewpartner es zeitlich nicht schaffte und die Alternative keine Lust hatte. Soll bekanntlich vorkommen. Eigentlich hätte ich damit rechnen müssen, dass dies irgendwann mal passiert. Aber nun ja, das ist eben das Lehrgeld, was ich zahlen muss. Damit ich beim nächsten Mal nicht wieder mit leeren Händen dastehe, habe ich mir schon mal die Zusage von zwei Interviewpartnern für die nächsten Ausgaben gesichert. Für einen habe ich mir schon viele schlaue Fragen ausgedacht, der andere bekommt sie demnächst.

Und heute bekam ich gleich zwei E-Mails mit erfreulichen Nachrichten. Beide sehr spannend. Zuviel möchte ich noch nicht darüber verraten, so lange es nicht offiziell ist. Aber es sieht so aus, dass mir ein neues großes Projekt ins Haus steht, für das ich gern alles stehen und liegen lassen will.

Unter einem Euro

Wie immer, wenn wir nach München fahren, legen wir in Ebersberg einen Tankstop ein, weil es an der dortigen Tankstelle den günstigsten Kraftstoff weit und breit gibt. Dieses Mal wollte ich meinen Augen nicht trauen, denn auf der Preisanzeige leuchtete ein Betrag, den ich da noch nie gesehen habe. 90 Cents für den Liter Diesel. Unglaublich aber wahr!

Just, als ich diese Zeilen schreibe, steht nebenan beim Nachbarn der Heizöllaster. Es ist schon spannend, was sich da gerade an den Tankstellen abspielt, wenn auch ein wenig Besorgniserregend. Ich traue dem Frieden irgendwie nicht. Wie viel davon ist Spekulation und wie viel ehrliche Preiskalkulation? Das ist für einen Laien nicht leicht zu durchschauen. Wie steht es denn nun wirklich um die Ölreserven? Seit Jahrzehnten warnen Experten, dass fossile Brennstoffe immer knapper werden. Eine Tatsache, für die man keinen Experten braucht, da reicht der gesunde Menschenverstand. Als die Kraftstoffpreise vor ein paar Jahren in schwindelerregende Höhen kletterten, glaubte ich, dass wir uns diesem Zeitpunkt nähern. Doch jetzt steht die Welt Kopf. Benzin und Öl sind so billig, wie seit Einführung des Euro nicht. Für mich ein völlig falsches Signal. Keiner wird anfangen zu sparen, wenn es weiterhin so günstig bleibt. Menschen werden dazu verleitet, große spritfressende Autos zu kaufen, statt Hybrid- oder Elektrofahrzeuge. Und wenn in ein paar Monaten der Ölpreis wieder steigt, davon ist auszugehen, werden sie jammern, wie teuer doch Mobilität ist.

So schön es auch ist, wenn das Display an der Zapfsäule mehr Liter anzeigt als Euro. Mir persönlich ist das ganze doch ziemlich suspekt. Das große Erwachen wird kommen, früher oder später. Da bin ich mir sicher. Denn auch die Scheichs leiden unter dem niedrigen Ölpreis: Keine Luxusjachten, keine Waffenkäufe, keine Geldverschwendung mehr bei wahnwitzigen Bauprojekten. Werden sie stattdessen ihr unterdrücktes Volk zur Kasse bitte? Welche Auswirkungen wird dass auf Europa haben? Mehr Flüchtlinge?

Einen positiven Effekt für die Umwelt hat der günstige Ölpreis. Das Thema Fracking ist erst einmal auf Eis gelegt, viele Fracking-Unternehmen stehen kurz vor der Insolvenz und die Natur hat eine unerwartete Galgenfrist bekommen.

Schnell in der Loipe

Nachdem uns der Winter lange genug auf die Folter gespannt hat, nutzten wir heute morgen die Gelegenheit und zogen zum ersten Mal in der Saison auf unseren Langlaufski los.

Da ich kein so guter Skifahrer bin, brauche ich immer ein bisschen, um wieder reinzukommen. Die Bedingungen dazu waren heute aber alles andere als ideal. Bei minus zwei Grad Celsius und Sonnenschein sah die gut präparierte Loipe zwar verlockend aus. Weil es aber gestern leicht geregnet hatte, war der Schnee entsprechend hart und eisig. Die Ski schmirgelten vor sich hin, die Stöcke rutschten weg, weil sie sich kaum durch die harte Oberfläche bohren konnten. Vorsichtig arbeitete ich mich Schritt für Schritt vorwärts. Während mein Mann mit seinen Skatingski an mir vorbeiflog, führten die Bedingungen bei mir dazu, dass es mich schon beim Einfahren gleich mal schmiss. Schön war das nicht, zumal die Schneedecke hart wie ein Brett war und ich nicht mehr ganz so beweglich wie früher. Das sind die Situationen in denen man eindeutig merkt, dass man alt wird. Eigentlich hatte ich da schon genug. Aber ich wollte einerseits meinen lieben Mann nicht enttäuschen, andererseits ging es auch darum, den inneren Schweinehund zu besiegen. Und so rappelte ich mich auf und lief tapfer weiter. Ich kam bis zum nächsten kleineren Abhang …

Meine Ski fühlten sich in der Spur wie Schlittschuhe an und sobald es leicht bergab ging, war ich nur noch Passagier. Ich wurde immer schneller, weil Bremsen heute irgendwie gar nicht klappte und so lag ich bald nochmal im Schnee. Das war der Punkt an dem ich laut schimpfend das Handtuch schmiss. Ich war wütend über meine eigene Unfähigkeit. Stapfte eine Weile gnatzig mit den Skiern in der Hand quer durchs Gelände und drehte meine Runden anschließend lieber in der »Babyloipe« auf dem angrenzenden Sportplatz.

Vielleicht hätten wir die Ski nicht wachsen sollen und vielleicht waren wir auch ein bisschen früh dran, als dann nämlich die Sonne höher stand und der harsche Schnee das Wachs von den Ski geschmirgelt hatte, ging es tatsächlich besser. Aber da kamen weitere Skisportler und es drohte voll zu werden.

Für das erste Mal in diesem Winter war es okay. Ich habe mich zumindest eine Stunde lang bewegt. Spaß gemacht, hat es mir nicht.

Rodeln im Park

Das Geschrei ist schon lange vor dem Betreten des Kurparks zu hören, dazwischen ein mehrstimmiges Juchzen und Lachen.

Der Winter ist da! Endlich, werden viele Eltern sagen, deren Nachwuchs heuer sehr lange auf den ersten Schnee warten musste. Heute ist der Rodelhang voller Kinder. Mit allem, was annähernd nach Schlitten aussieht, stürzen sie sich todesmutig den kleinen Berg hinunter. Stapfen wieder hinauf und fahren erneut. Ein paar ganz Eifrige haben eine kleine Schanze gebaut und rodeln mit großen Sätzen darüber hinweg. Einer benutzt seinen Plastikschlitten als Snowboard. Er kommt nur ein paar Meter weit, bevor er sich überschlägt, lachend wieder aufsteht und weiterfährt.

Der schneebedeckte Boden ist stellenweise schon braun verfärbt. Hier und da gucken bereits Grasbüschel aus dem Schnee. Egal, solange es irgendwie rutscht, wird weitergerodelt.

Bumms! Und wieder ist einer von der Bahn abgekommen und liegt mit der Nase im Schnee.

Oben auf dem Gehweg stehen die Eltern, schauen dem Treiben der bunten Anoraks zu. Ich muss schmunzeln, wenn ich sehe, wie Väter zusammen mit ihren Sprößlingen gemeinsam hinabrodeln und dabei viel vorsichtiger agieren, als die größeren Kinder drumherum.

Auch wenn das Geschrei ohrenbetäubend ist, ich bleibe stehen, schaue eine Weile zu und freue mich. Das Bild der rodelnden Kinder hat etwas Frohes, etwas Friedliches. Anders als die Bilder aus den Nachrichten, die mit Krieg, Tod und Katastrophen angefüllt sind.

Die Fröhlichkeit der Kinder steckt an. Als ich weitergehe, kommt mir die Welt plötzlich nicht mehr ganz so verzweifelt vor.

Eine gute Figur …

»Jetzt habe ich meinen Mann immer zu hause, auch wenn er mal nicht da ist.«
»Wie jetzt?«

Er steht nämlich als Figur in unserer Vitrine, zwischen Jadzia Dax und Prinzessin Leia. Ein bisschen blass sieht er aus, dafür aber reichlich realistisch. Besser als jedes Foto! Ob er sich wiederkennt, wenn er sich in zwanzig Jahren betrachtet?

Ich finde: Ein außergewöhnliches Geschenk.

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