Frühsport

Seit ein paar Tagen mache ich wieder Frühsport. Soll heißen ich fahre mit dem Rad auf Arbeit.

Letzte Woche ging es beim ersten Mal noch ziemlich zäh. Die drei leicht aber stetig ansteigenden Kilometer zehrten an meinen Kräften. Ich brauchte doppelt so lange wie bei meiner Bestzeit im vergangenen Jahr.

Man merkt, dass der Winter und vor allem die vielen Erkältungen Spuren hinterlassen haben. Ich musste sogar eine Pause einlegen, weil ich völlig außer Atem war. Heute Morgen hat es dagegen Spaß gemacht. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten, es roch nach Frühling und nicht nach Gülle, wie sonst üblich. Ich brauchte nur 15 Minuten. Na gut, kein neuer Rekord, aber für die erste Woche gar nicht schlecht.

Mal sehen, wie es morgen wird. Ich hoffe ja, dass es in den nächsten Wochen morgens trocken bleibt. Denn bei Regen macht mir das Fahrradfahren keinen richtigen Spaß.

Ach ja, ich brauche einen neuen Sattel. Irgendwie ist mir der alte plötzlich zu hart. Aber, vielleicht ist das auch nur Gewöhnungssache.

Viel Raum für wenig Mensch

Wohnungsnot herrscht inzwischen nicht nur in den großen Städten, sondern auch auf dem Land. Zumindest in so beliebten Regionen wie der, in der wir leben. Der Mietwohnungsmarkt ist leergefegt. Es wird zwar viel gebaut, aber die Wohnungen gehen nur unter der Hand weg, oder sind für Familien schier unbezahlbar geworden. Für eine Wohnung zahlt man hier inzwischen so viel wie in anderen Regionen für zwei oder drei Einfamilienhäuser zusammen.

Durch meine Arbeit sehe ich die Grundrisse der Häuser und Wohnungen und staune immer, wie groß heutzutage gebaut wird. Kleine Einfamilienhäuschen oder Reihenhäuser gibt es quasi nicht mehr. Dafür werden riesige »Paläste« mit 150-200 Quadratmeter hingestellt, in denen dann maximal vier Leute wohnen. In manchen Eigentumswohnungen ist das Wohnzimmer so groß wie unsere ganze Wohnung. Wie ich in einer Fachzeitschrift lesen konnte, liegt die durchschnittliche Wohnfläche in Deutschland inzwischen bei 45 Quadratmeter pro Person. Demzufolge wohnen immer weniger Leute auf immer größerer Fläche. Eine, wie ich finde, fatale Entwicklung. Durch den massiven Neubau von Wohnungen und Häusern wurden in den vergangenen Jahren in der Gegend ganze Ortsteile aus dem Boden gestampft. Und das auf einer Fläche, auf der doppelt so viele Leute hätten wohnen können, wenn man zurückhaltender gebaut hätte. Leiden tut darunter nicht nur die Natur.

Dieser Gigantismus geht soweit, dass man im Möbelhaus inzwischen schon Probleme hat, Mobiliar für kleine Wohnungen zu bekommen. So taten wir uns vor zwei Jahren ziemlich schwer, für unser kleines Wohnzimmer eine Couch zu finden, die nicht gleich die Hälfte des Raumes einnahm. Am Samstag wollten wir einen Nachtschrank kaufen. Als ich der Dame im Möbelhaus erklärte, dass er nicht breiter als 38 Zentimeter sein dürfte, weil er sonst nicht ins Eck zwischen Bett und Wand passt, schüttelte sie verständnislos den Kopf. Die schmalsten Modelle, die sie führten, wären 45 Zentimeter breit. Sie schlug mir vor, doch einen Beistelltisch zu verwenden. Wir haben später doch noch ein passendes Stück gefunden, aber die Situation ist sinnbildlich.

Immer größer, immer weiter, immer höher … lange werden wir das nicht treiben können. Schon jetzt kann sich eine Familie den Bau eines Eigenheims kaum noch leisten. Die meisten Wohnungen, die ich plane, werden von gutverdienenden Pärchen oder von Rentnern gekauft, die ihr Haus verkauft haben und in eine Wohnung ziehen möchten. In den meisten Kinderzimmern, die es in diesen Wohnungen gibt, werden keinen Kinder wohnen. Sie werden zu Büros oder getrennten Schlafräumen gemacht. Was für eine Verschwendung. Nicht das ich das den Leuten nicht gönnen würde, schließlich bezahlen sie sehr viel Geld dafür. Aber ich frage mich, was machen die Eltern, die gerade soviel verdienen, dass sie über die Runden kommen? In wie vielen Familien müssen sich die Geschwister ein Zimmer teilen? Oder haben, wie ich damals, nur ein abgetrenntes Stück vom Elternschlafzimmer zur Verfügung.

Eigentlich wäre genügend Platz für alle da, wenn wir ein bisschen bescheidender wären und nicht buchstäblich auf so großem Fuß leben würden. Auch das ist eine Form von Energiesparen und Umweltbewusstsein. Doch dafür müssten auch die Bauherren, Immobilienfirmen und Kommunen umdenken. Leider geht es aber wie immer nur ums Geld.

Übrigens mein Mann und ich haben jeder 26,5 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung.

Toyota Yaris Hybrid – ein Praxisbericht

Ein Dreivierteljahr fahren wir jetzt mit dem Yaris durchs Voralpenland. Bis dahin hatten wir einen Corsa mit Dieselmotor und waren eigentlich sehr damit zufrieden. Als im Frühjahr 2017 der Dieselskandal seinen Lauf nahm, beschlossen wir umzusteigen. Weil es bei Opel keinen bezahlbaren Hybrid gibt, entschieden wir uns für den Toyota.

Nach acht Monaten sind wir ziemlich ernüchtert. Das Auto hält nicht, was es verspricht. Der vom Hersteller angegebene Verbrauch von 3,6 l pro 100 km haben wir nicht ein einziges Mal erreicht. Trotz umsichtiger Fahrweise sind eher 4,6-5,1 l die Regel. Dabei gilt, je kälter es ist, desto mehr schluckt der Motor. Viele werden jetzt sagen, dass das doch ein guter Verbrauch für einen Benziner ist, aber wer zuvor einen Diesel mit 3,9 l gefahren hat, für den ist ein Liter mehr, nicht akzeptabel. Selbst der C3 von meinen Vater verbraucht als Benziner bei normaler Fahrweise nur 6 Liter.

Ursachenforschung – Warum ist das so? Es liegt vorallem am Gelände. In der Ebene und in der Stadt spielt der Elektromotor seine Vorteile aus. Selbst auf der Autobahn, wenn man einmal die 130 erreicht hat, rollt das Auto sparsam dahin. Besonders bei Stop and Go Verkehr macht er sich gut. Wir benutzen das Auto aber vorwiegend für Überlandfahrten durch hügeliges und bergiges Gelände. Damit kommt der Hybrid überhaupt nicht zurecht. An Steigungen heult der Motor auf, ohne dass das Auto spürbar beschleunigt. Man sitzt drinnen und bittet, das Automatik-Getriebe möge doch endlich schalten. Selbst beim Überholen und auf dem Beschleunigungsstreifen einer Autobahn muss man schon das Bodenblech durchdrücken, um dann doch nicht vor einem LKW auffahren zu können. Von den 100 PS, die das Auto haben soll, ist in solchen Situationen nichts zu spüren. Dafür steigt der Spritverbrauch, und trotz vollem Akku schaltet sich der Motor viel zu oft dazu.

Doch das ist nicht das einzige Problem, was wir mit dem Auto haben. Der große Wendekreis erschwert das Einparken auf engen Parkplätzen und in Tiefgaragen. Eine Tipfunktion beim Blinker gibt es nicht, was besonders auf der Autobahn nervt. Die Bedienung der Sitzheizung ist mit weiteren Schaltern unter der Handbremse versteckt und vom Fahrer nicht einsehbar. Die Verkehrszeichenerkennung funktioniert nur zu 50 Prozent. Und die automatischen Scheibenwischer schalten sich auch schon mal ein, wenn es nicht regnet.

Ich könnte die Liste noch weiterführen. Wir sind ziemlich unzufrieden mit dem Auto, vor allem der hohe Verbrauch stört uns. Wir wollten ein sparsames Auto und bekamen einen Spritschlucker, der auch noch schwach auf der Brust ist. Weshalb wir das Auto verkaufen werden und uns wieder einen Corsa zulegen werden. Und ja, dem Trend zum Trotz wird es wieder ein Diesel werden. Wenn man auf dem hügeligen Land sparsam unterwegs sein will, kommt man momentan an einem Diesel nicht vorbei. Interessanterweise zahlen wir für den Toyota zwar weniger Steuern, dafür aber mehr Versicherung als für den Opel. Was sich in der Summe schließlich aufhebt.

Sommerzeit

Während die meisten meckern, möchte ich mich als Fan der Sommerzeit outen.

Endlich schlafe ich wieder bis zum Weckerklingeln und wache nicht eine Stunde zuvor auf, um mich dann schlaflos im Bett zu wälzen und um just fünf Minuten vor dem Aufstehen wieder einzuschlafen. So wie in den vergangenen vier Wochen, seit es morgens früher hell wird.

Ich war schon immer ein Frühaufsteher. Ich werde meistens wach, wenn draußen der Morgen graut. Auch die Jalousien helfen wenig, weil das Schlafzimmer nach Osten ausgerichtet ist. Die Abschaffung der Sommerzeit hieße für mich, dass ich noch früher aufwachen würde, als ohnehin schon. Denn dann würde es im Mai und Juni schon zwischen drei und halb vier Uhr morgens hell werden. Außerdem wäre es im Sommer abends schon früher dunkel und man könnte viel weniger draußen unternehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand das gut findet.

Die Zeitumstellung ist für viele nur gefühlt lästig. Der Körper hat die eine Stunde innerhalb eines Tages kompensiert. Da ist so ein richtiger Jetlag von acht Stunden und mehr deutlich stressiger.

Also, ich finde die Sommerzeit gut und bin dafür sie beizubehalten.

Bei den Miezen in München

Das Wetter war zwar nicht besonders. Es war kalt und es schneite, aber das hielt uns nicht davon ab, wieder einmal den Katzentempel in München zu besuchen.

Das Katzencafe in der Türkenstraße eröffnete Mai 2013 und erfreut sich großer Beliebtheit. Es gibt allerlei vegane Gerichte, leckere Kuchen und Heißgetränke, wahlweise mit Biomilch oder veganer Milch. Ich versuchte gestern einen Cappuccino mit Macadamia-Milch und einen Pfirsich-Chia-Kuchen, was beides sehr lecker war. Das Café war bis zum letzten Tisch besetzt. Von den Katzen war zunächst nicht viel zu sehen. Erst nach einiger Zeit kamen sie aus ihrem persönlichen Rückzugsort, die Schnauze leckend. Da waren wir wohl gerade zur Raubtierfütterung gekommen. Der dicke rote Kater mit den drei Beinen nahm wieder seinen Lieblingsplatz ein, an dem ich ihn schon beim letzten Besuch ausgiebig habe streicheln dürfen. Auch dieses Mal ließ er sich von den Besuchern kraulen und streicheln. Der Chef der Bande ein dicker schwarz/weißer Kater platzierte sich wieder oben auf dem Tresen neben der Kuchentheke.

Leute die jetzt sagen, das ist doch unhygienisch, kann ich beruhigen. An der Theke werden nur die Reservierungen aufgenommen, das Essen und auch der Kuchen kommt aus der Küche. Dafür holen die Mitarbeiter den Kuchen aus der Kühltheke und bringen ihn wieder zurück. Die Katzen kommen zu keiner Zeit mit dem Essen in Berührung und hüpfen auch nicht auf die Tische.

Wir blieben etwa eine Stunde. Ich machte ein paar weniger gut gelungene Fotos. Nach und nach leerte sich das Café, so dass es nach 17 Uhr angenehm ruhig wurde. Das Publikum bestand zumeist aus jungen Studentinnen, oder Müttern mit Kindern.

Eine frostige Angelegenheit

Schneegestöber über dem Messesee

Nein, geschwitzt habe ich heuer auf der Buchmesse nicht. Im Vergleich zum vergangenen Jahr war es geradezu frostig. Das lag vor allem an den Temperaturen vor den Messehallen und dem dichten Schneefall. Aber beginnen wir von vorn …

Als ich Freitagmorgen den Zug bestieg, war es bewölkt aber nicht kalt. Und weil ich wusste, wie heiß es auf der Buchmesse sein kann, zog ich mir auch keine warmen Sachen an. Ich überlegte sogar, die Halbschuhe aus dem Schrank zu holen, aber mein Mann erinnerte mich daran, dass fürs Wochenende Kälte angekündigt war, also zog ich Stiefel an. Ab München strahlte dann die Sonne zum Zugfenster herein, so dass ich die Jalousie schließen musste, weil ich auf dem Display meines iPads nichts mehr erkennen konnte. Der Zug war gut gefüllt. Viele wollten ebenfalls nach Leipzig und vertieften sich schon mal in ihre Literatur oder ihre Laptops, nur der Prosecco trinkende Hausfrauenclub zwei Reihen vor mir hielt sich nicht an die Regeln im Ruhebereich und musste ein paar Mal von Mitreisenden ermahnt werden, nicht allzu laut und lustig zu sein.

Kurz vor Leipzig – beim Blick aus dem Fenster, wollte ich es gar nicht glauben. Dichtes Schneegestöber trieb über die Felder, auf denen der Schnee zunehmend weiße Flecken hinterließ.

Pünktlich um zwölf Uhr mittags stieg ich am Hauptbahnhof aus dem Zug und rein in Kälte, dichten Schneefall und Matsch. Der Bahnsteig außerhalb der Halle war nur bedingt geräumt, es war glatt. Auf dem Weg zur S-Bahn und beim anschließenden Warten auf die selbige glaubte ich fast zu erfrieren. Einen so kalten Empfang hatte ich nicht erwartet. Vom S-Bahnhof zum Messegelände nahm ich in all den Jahren zum ersten Mal den Bus. Normalerweise laufe ich die 500 Meter gern.

Glücklicherweise, gab es keine Schlangen an den Personenkontrollen vor der Halle. Ich hätte mich nicht gern bei Schnee und Kälte dort angestellt. In der Halle schüttelte ich mir die Schneeflocken von der Jacke, bevor ich mich durch das Drehkreuz am Einlass zwängte.

Trotz des schlechten Wetters war es erstaunlich voll, aber lange nicht so brechend wie im letzten Jahr, als ich die Messe am Samstag besucht hatte. Das transparente Hallendach schimmerte milchig weiß, von der kondensierten Feuchtigkeit und dem Schnee, außerdem es war recht kühl. Ich bemitleidete die Manga-Girls in ihren kurzen Kostümchen und flüchtete mich in Halle 1 zum Stand von CrossCult. Der war heuer klein und sehr spärlich bestückt. Nein, sagte die junge Frau, den zweiten PERRY RHODAN-Sammelband gäbe es zwar schon, aber den hätten sie nicht dabei. Nur Mangas, weil die in den letzten Jahren besser gekauft worden waren als der Rest der Publikationen. Worauf der Verlag entschieden hat, nur noch diese mitzunehmen. Kann man verstehen. Es ärgerte mich aber doch, weil ich den Comic eigentlich von Kai Hirdt am Perry-Stand signieren lassen wollte.

Ein kurzer Streifzug durch Halle 1 und 3 brachte mich zurück in die Haupthalle. Die Geräuschkulisse in der großen Halle während der Buchmesse ist unbeschreiblich. Es erinnert entfernt an einen Bienenstock, hat aber auch etwas von Meeresbrandung. In Halle 2 traf ich am Perry-Stand erst einmal jemanden vom Mannheimer Stammtisch und begrüßte Exposéautor Christian Montillon, der fleißig Autogramme gab. Anschließend bewunderte ich die Auslagen der Verlage für phantastische Literatur und sprach mit Jürgen Eglseer von Amrun-Verlag. Dass es in Traunstein einen Verlag für Phantastische Literatur gibt, habe ich erst vor kurzem herausgefunden.

Anschließend hatte ich einen Termin mit Matthias Teut, dem Autor von Erellgorh, den ich beim letzten Seminar in Wolfenbüttel kennengelernt hatte. Der Stand von ihm und seinem Partner war umlagert von Fans und der Buchverkauf lief höchst erfreulich für die beiden Autoren.

Dazwischen stärkte ich mich an einem der vielen Essensstände in der Nähe und wagte mich sogar für einen Toilettenbesuch wieder hinaus in die Kälte. (Drinnen waren die Schlangen vor den WC’s so lang, dass ich wahrscheinlich Stunden dort verbracht hätte.)

Autorendiskussionen mit Kai Mayer und Andreas Eschbach

Zurück am Perry-Stand saß inzwischen Madeleine Puljic für Unterschriften bereit. Wir alberten ein wenig mit Kai Hirdt und Christian Montillon herum. Fans kamen vorbei und ließen sich von Madlen Bihr aus der PR-Redaktion informieren, während mehrere Autoren und Zeichner am Tisch saßen und diskutierten. Unteranderem kamen Kai Mayer und Andreas Eschbach vorbei. Letzterer hatte kurz zuvor an einer Sendung von 3sat teilgenommen. Die man sich übrigens in der 3sat-Mediathek ansehen kann.

Ewas später besuchte ich in Halle 5 noch den Stand vom Unsichtbar-Verlag und schwatzte ein wenig mit Dirk Bernemann übers Bloggen, Schreiben und Punk. Bevor mich mein letzter Termin an diesem Messetag zurück an den Perry-Stand brachte. Mit Klaus N. Frick redete ich über diverse Projekte für die SOL und die PRFZ.

Als ich um 18 Uhr zum Ausgang ging, ertönte der Gong zum Ende des Messetages. Durch Zentimeter dicken Schnee stapfte ich zu Fuß zur S-Bahn, stand mit hunderten frierenden Leuten am Bahnsteig in der Kälte und war froh, als ich am Bahnhof in Halle in den warmen Zug nach Hause steigen durfte.

Es war frostiger Tag, aber nur vom Wetter her. Bei den Gesprächen zwischen Autoren, Lesern und Verlegern herrschte Wärme und Verbundenheit vor. Man spürte wie alle ihre Energie einem Medium widmen, das in letzter Zeit oft totgesagt wurde, was uns aber, so glaube ich, auch die nächsten 50-100 Jahre erhalten bleiben wird – dem Buch.

R.I.P. Stephen Hawking

Eines der größten Genies des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts vertstarb heute, ausgerechnet am Geburtstag von Albert Einstein. Was für eine Fügung.

Das Schicksal von Stephen Hawking ist so ungewöhnlich wie der Mensch selbst. Ich habe die Biografien gesehen, die verfilmt wurden und ich habe seine Bücher gelesen. Wobei ich nur einen Bruchteil von dem verstanden habe, womit er sich beschäftigt hat.

Mit ihm ist ein ganz Großer gegangen. Ein Mann, der uns gezeigt hat, zu welchen geistigen Leistungen der Mensch fähig ist. Ich hoffe, ihm wurde im Tod seine letzten Fragen beantwortet.

Wir sollten die Worte seiner letzten Grußbotschaft ernst nehmen.

Unser »neues« Raumschiff

Die neue USS Thor.

Vor gut sieben Monaten kauften wir einen Toyota Yaris, bevor unser Diesel Corsa gar nichts mehr wert war. Er sollte wie der Corsa einen Sternenflotten-Look bekommen. Doch das war schwieriger, als gedacht, weil wir jetzt ein blaues Auto haben und kein weißes mehr.

Aufkleber auf dunklen Untergründen müssen anders aufgebaut werden, damit die Farbe auch gut herauskommt. Das war mit den Dateien, die ich für unseren Corsa gemacht hatte, nicht möglich. Was ich brauchte, war eine Vektorgrafik. Ich habe zwar die entsprechende Software, was mir schlicht fehlte, war die Zeit.

Hinzu kam, dass mein Mann inzwischen überlegte, den Toyota wieder zu verkaufen, weil ihm neben dem üppigen Verbrauch (gegenüber dem Corsa) noch weitere Kleinigkeiten missfallen. Da sich das Angebot, das uns der Opelhändler machte, aber nicht rechnete, beschlossen wir den Yaris jetzt doch zu behalten.

Nächsten Monat hat mein Mann Geburtstag und er wünschte sich von mir, dass ich die Vorlagen für die Aufkleber machte. Das habe ich am Montag endlich getan, und auch gleich einen Termin mit der Folierungsfirma vereinbart. Jetzt kann mein Mann zu seinem Geburtstag sein Auto bekleben lassen. Damit die Angestellten auch wissen, wo sie die Folie aufbringen sollen, habe ich gestern gleich noch eine Fotokollage gemacht. Schauen wir mal, ob es in echt dann auch so gut aussieht, wie auf dem Foto.

Aktuelle Netzzeitabweichung

»Die Uhr geht schon wieder nach!« Mein Mann steht vor dem Backofen und wundert sich. In den letzten Wochen hatte er die Uhr bereits mehrmals nachstellen müssen.

Gestern dann die Erklärung in den Nachrichten. Nein, es liegt nicht am Backofen, es liegt an der Netzfrequenz. Die Backofenuhren richten sich nach der Netzzeit, die von der Netzfrequenz aus dem Stromnetz bestimmt wird.

Ich versuche das hier etwas vereinfacht darzustellen:
Es geht um Strom und speziell um das europäische Verbundnetz, welches von Portugal über Estland bis in die Türkei reicht. Im Normalfall liegt die Netzfrequenz bei 50,0 Hz, d. h. das der Wechselstrom, der aus der Steckdose kommt, überall in Europa 50,0 Hz hat. Wenn nun zum Beispiel ein oder mehrere Kraftwerke ausfallen, sinkt die Netzfrequenz. Sie darf aber nur bis zu einem bestimmten Wert (+/- 0,200 Hz) fallen oder steigen, sonst besteht die Gefahr, dass das ganze Stromnetz zusammenbricht. Also produzieren andere Kraftwerke mehr Strom, damit die Netzfrequenz stabil gehalten werden kann.

Spannung kann man sich wie eine Sinusförmige Welle/Schwingung vorstellen, mit einer Frequenz von 50 Hz (50 Sinuswellen pro Sekunde). Die Netzzeit entspricht der Uhrzeit, welche sich ergibt, wenn nach jeweils 50 Schwingungen der Spannung eine Sekunde hochgezählt wird. Liegt die Netzfrequenz über den 50 Hz, dann eilt die Netzzeit der realen Zeit voraus, bei Unterfrequenz wird die Zeit langsamer gezählt.

Seit Mitte Januar kommt es in Serbien und im Kosovo zu Unregelmäßigkeiten im Stromnetz. Es fließt mehr Strom ab, als herauskommt. Das heißt, entweder ist dort ein Kraftwerk kaputt und jemand speist absichtlich keinen Strom zum Regeln mehr in das Netz zurück oder es gibt politische Gründe, wonach das Netz absichtlich destabilisiert werden soll. Andere europäische Länder sind eingesprungen und haben Strom aus ihren Kraftwerken aufgewendet, um ihn ins Netz einzuspeisen und damit die Netzfrequenz stabil zu halten. Aber das reicht nicht aus, es bleibt ein Frequenzfehler, der sich aufsummiert. Und der ist bis zum 5. März auf stolze sechs Minuten angewachsen. Die Uhren an Backöfen und Radioweckern (die nicht funkgesteuert sind) in ganz Europa gehen also sechs Minuten nach, weil die Serben ihr Stromnetz nicht im Griff haben, oder mit irgendjemandem im Clinch liegen.

Inzwischen ist das Geschehen ein Fall für die Politik. Denn es gibt viele Fragen: Was ist passiert? Warum ist es passiert? Und wer bezahlt den Strom, der als Regelleistung von anderen eingespeist werden muss? Fragen, welche die Politiker herausfinden und lösen müssen. Damit uns ins Europa nicht das Szenario droht, was Marc Elsberg in seinem Roman »Blackout« sehr ausführlich geschildert hat. In dem Thriller geht es um die Netzfrequenz, die von Terroristen destabilisiert wird, was zu einem europaweiten Stromausfall führt.

Wer sich für die, zugegebenermaßen, komplizierten Details zur Netzfrequenz und Netzzeit interessiert, dem empfehle ich die aktuellen Nachrichten auf der Internetseite zur Netzfrequenzmessung.

Ganz im Ernst, ich dachte nicht, dass ich das Wissen aus dem Fach Energietechnik im Studium irgendwann nochmal gebrauchen kann. Aber … es scheint als sei mein Ingenieurstudium doch nicht ganz für umsonst gewesen.