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Toyota Yaris Hybrid – ein Praxisbericht

Ein Dreivierteljahr fahren wir jetzt mit dem Yaris durchs Voralpenland. Bis dahin hatten wir einen Corsa mit Dieselmotor und waren eigentlich sehr damit zufrieden. Als im Frühjahr 2017 der Dieselskandal seinen Lauf nahm, beschlossen wir umzusteigen. Weil es bei Opel keinen bezahlbaren Hybrid gibt, entschieden wir uns für den Toyota.

Nach acht Monaten sind wir ziemlich ernüchtert. Das Auto hält nicht, was es verspricht. Der vom Hersteller angegebene Verbrauch von 3,6 l pro 100 km haben wir nicht ein einziges Mal erreicht. Trotz umsichtiger Fahrweise sind eher 4,6-5,1 l die Regel. Dabei gilt, je kälter es ist, desto mehr schluckt der Motor. Viele werden jetzt sagen, dass das doch ein guter Verbrauch für einen Benziner ist, aber wer zuvor einen Diesel mit 3,9 l gefahren hat, für den ist ein Liter mehr, nicht akzeptabel. Selbst der C3 von meinen Vater verbraucht als Benziner bei normaler Fahrweise nur 6 Liter.

Ursachenforschung – Warum ist das so? Es liegt vorallem am Gelände. In der Ebene und in der Stadt spielt der Elektromotor seine Vorteile aus. Selbst auf der Autobahn, wenn man einmal die 130 erreicht hat, rollt das Auto sparsam dahin. Besonders bei Stop and Go Verkehr macht er sich gut. Wir benutzen das Auto aber vorwiegend für Überlandfahrten durch hügeliges und bergiges Gelände. Damit kommt der Hybrid überhaupt nicht zurecht. An Steigungen heult der Motor auf, ohne dass das Auto spürbar beschleunigt. Man sitzt drinnen und bittet, das Automatik-Getriebe möge doch endlich schalten. Selbst beim Überholen und auf dem Beschleunigungsstreifen einer Autobahn muss man schon das Bodenblech durchdrücken, um dann doch nicht vor einem LKW auffahren zu können. Von den 100 PS, die das Auto haben soll, ist in solchen Situationen nichts zu spüren. Dafür steigt der Spritverbrauch, und trotz vollem Akku schaltet sich der Motor viel zu oft dazu.

Doch das ist nicht das einzige Problem, was wir mit dem Auto haben. Der große Wendekreis erschwert das Einparken auf engen Parkplätzen und in Tiefgaragen. Eine Tipfunktion beim Blinker gibt es nicht, was besonders auf der Autobahn nervt. Die Bedienung der Sitzheizung ist mit weiteren Schaltern unter der Handbremse versteckt und vom Fahrer nicht einsehbar. Die Verkehrszeichenerkennung funktioniert nur zu 50 Prozent. Und die automatischen Scheibenwischer schalten sich auch schon mal ein, wenn es nicht regnet.

Ich könnte die Liste noch weiterführen. Wir sind ziemlich unzufrieden mit dem Auto, vor allem der hohe Verbrauch stört uns. Wir wollten ein sparsames Auto und bekamen einen Spritschlucker, der auch noch schwach auf der Brust ist. Weshalb wir das Auto verkaufen werden und uns wieder einen Corsa zulegen werden. Und ja, dem Trend zum Trotz wird es wieder ein Diesel werden. Wenn man auf dem hügeligen Land sparsam unterwegs sein will, kommt man momentan an einem Diesel nicht vorbei. Interessanterweise zahlen wir für den Toyota zwar weniger Steuern, dafür aber mehr Versicherung als für den Opel. Was sich in der Summe schließlich aufhebt.

2 Responses to “Toyota Yaris Hybrid – ein Praxisbericht”

  1. Juni 4th, 2019 at 16:01

    vollij says:

    Das ist aber Jammern auf hohem Niveau ! Opel mit Toyota vergleichen, ist so, wie der Vegleich zwischen Skoda und VW, wobei ich den Toyota nicht mit dem Skoda gleichsetze !

  2. Juni 4th, 2019 at 18:42

    Christina Hacker says:

    Wobei im Skoda VW-Technik verbaut wird. ;-)

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