Ein Western zum Debüt

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO – Band 173 »Lockruf des Kreells« von Ruben Wickenhäuser

Die MAGELLAN kommt einer Kolonie Blues aus dem Tentra-Gelege zu Hilfe. Ein Asteroid ist auf einer ihrer Schürfwelten eingeschlagen und hat schwere Verwüstungen hinterlassen. Betroffen sind besonders die einheimischen Hemasch, welche die Tentra bisher mit Nahrung beliefert haben. Sie geben den »Himmelssammlern« die Schuld an der Katastrophe und verweigern ihre weitere Versorgung. Perry Rhodan und seine Crew versuchen einen kriegerischen Konflikt zwischen den Tentra und den Hemasch zu verhindern. Und dann ist da auch noch ein Energiesignal auf dem Planeten, das den Memeteranzug, des aus dem Kreell befreiten Tuire Sitareh, gelb färbt.

Ein Western ist es also, den uns der neue Autor im NEO-Team präsentiert. Die klassische Geschichte einer Goldgräbersiedlung, die in Streit mit Indianern gerät. Ein Trapper, der den Greenhorns das Jagen beibringt; ein Handlungsreisender, der in den Konflikt hineingezogen wird und Perry Rhodan, der in Old Shatterhand-Manier die Parteien zum Frieden anstiftet. Nicht zu vergessen Gucky, der in die Rolle eines Sam Hawkins gepresst wird und immer für einen witzigen Spruch sorgen muss.

Keine ganz so schlechte Idee. Aber möchte ich das bei PR-NEO lesen? Vielleicht hätte der Autor ein paar weniger Klischees bedienen und sich ein wenig mehr Zeit für seine Figuren nehmen sollen. Der Anfang mit dem Tentra Jepprafomm war nämlich richtig gut geschrieben. Doch die Figur versackt im Strudel der weiteren Ereignisse und leidet wie vieles unter dem rasanten Tempo, mit dem der Autor die Leser durch den Roman jagt. Ähnlich wie es die PR-Autoren zu Beginn der klassischen Serie taten. Ich fühlte mich wie eine Getriebene, es passiert viel (vielleicht zu viel) und das in relativ kurzer Zeit.

Zumindest nimmt sich Ruben Wickenhäuser Zeit für die Beschreibungen des Planeten Rivar, die ihm gut gelungen sind. Weniger gut sind die Anschlussfehler aus den Vorgängerromanen. Icho Tolot tut, als würde er Tuire schon immer kennen, ohne das dies erklärt wird. Er stieß ja erst zur MAGELLAN, als der Aulore längst von Bord gegangen war. Die erkrankten Blues im Sanatorium scheinen schon Monate oder gar Jahre dort zu sein, obwohl wir im letzten Roman gelernt haben, dass die Infektion innerhalb weniger Tage zum Tod führt. Was auch das abgelegene Sanatorium ad absurdum führen müsste, weil die Infizierten bei den Strapazen der Anreise wahrscheinlich längst tot sind, bevor sie dort ankommen. An dieser Stelle hätte mich eher interessiert, wie die Blues ihre Toten bestatten. Und das am Ende einer der geheilten Blues mit der rührseligen Geschichte um die beiden kranken Blueskinder seine Artgenossen beeindruckt, ist schlicht falsch. Denn wie Susan Schwartz in Band 172 festgestellt hat, kennen die Blues-Völker kein Mitleid. Nun, vielleicht ist das auf Rivar anders, aber dann hätte es einer Erklärung bedurft.

Die großartigste Szene jedoch hat der Autor an den Anfang gestellt. Eine Raumschlacht zwischen zwei Blues-Raumschiffen kommentiert wie ein Fußballspiel. Sehr schön und sehr lustig. Weniger lustig finde ich dagegen die Darstellung von Gucky. Da fehlt mir der Ernst, den die anderen Autoren dem Mausbiber verleihen. Auf mich wirkt er in diesem Roman zu oft wie eine Witzfigur.

»Lockruf des Kreells« trägt den Titel zurecht. Es ist im Grunde ein Western der im NEOversum spielt. Der Stil des Autors ist gut lesbar. Er baut die Geschichte zusammenhängend und logisch auf, rast aber so schnell durch die Handlung, dass er dadurch viel vom Potenzial seiner Figuren verschenkt. Mein Fazit: Einstand geglückt, es gibt aber noch Raum nach oben.

Eine Frage aber bleibt unbeantwortet: Wie passt das Titelbild zum Roman?

Träume von der Deutschen Bahn

Johannes Kreis veröffentlichte in dieser Woche wieder einen Teil seiner Serie »Spaß mit der Deutschen Bahn«. Johannes bloggt ja schon länger darüber als ich, aber ich entdecke immer wieder Parallelen. So schreibt er in Teil 33, dass er vom Zugfahren träumt. Genau das passiert mir auch. Seit ich nicht mehr pendle sogar noch häufiger als vorher.

Meist träume ich, dass ich zum Bahnhof komme und der Zug ist schon weg oder er hält nicht und ich muss dann zum nächsten Bahnhof laufen. Wenn ich den Zug dann erreiche, begegne ich seltsamen Leuten und stelle am Ende der Reise fest, dass ich gar nicht dort bin, wo ich hin wollte. Wenn man das hört, kann man fast schon meinen, dass ich eine Deutsche-Bahn-Geschädigte bin. Vielleicht kommt das wirklich vom zu vielen Bahn fahren.

Aber mir ist das dennoch lieber als der Horror beim Autofahren. Davon träume ich nämlich noch viel öfter. In meinen Träumen sitze ich immer allein im Auto und die Bremsen gehen nicht richtig oder es lässt sich nicht lenken. Eigentlich passiert nichts Schlimmes, weil ich nicht schnell fahre, aber das Auto hat dann meistens eine Delle oder einen Kratzer. Ganz ehrlich, diese Träume hasse ich noch viel mehr als die, in denen ich im Zug nach Nirgendwo sitze.

May the 4th …

Quelle: Viking.de

Der Star Wars Tag am 4. Mai ist ja eigentlich vorbei, ich teile das hier aber dennoch. Die Leute vom Viking-Blog waren so nett, mich darauf aufmerksam zu machen und haben mir sogar die Bilder zur Verfügung gestellt.

Langeweile fördert Kreativität heißt es. Es gibt Menschen denen ist im Büro so langweilig, dass sie Bilder aus Pinnnadeln stecken. Ich bin fasziniert, weil ich nicht wüsste, wann ich das in meiner Arbeitszeit machen sollte. Aber egal. Ich finde das Projekt ziemlich cool. Ich hätte mich vielleicht an einem anderen Objekt, als einem Sturmtruppler versucht, an Yoda vielleicht oder Obi Wan.  Ich stehe eher auf der Seite der Rebellen. BB8 wäre auch ein schönes Motiv. Leider habe ich nicht die Zeit dazu.

Viking ist übrigens der führende Lieferant für Bürobedarf. Ich glaube, dass ich bei denen auch schon mal etwas bestellt habe. In ihrem Blog stellen sie kreative Büroideen vor. Da findet man unteranderem auch eine Liste mit den zehn besten Streichen die man Kollegen im Büro spielen kann.

Den vollständigen Artikel zur Pinnnadelkunst mit Zeitraffer Video findet man im Viking-Blog.

Und so sieht es aus, wenn viele Leute ein Bild pinnen.

Quelle: Viking.de

Blogger und der Datenschutz

Ich hatte ja keine Ahnung …

Als mir mein Host vor zwei Wochen eine E-Mail schrieb, dass wir meinen Blog auf die neuen Datenschutzverordnung vorbereiten müssen, dachte ich mir nichts weiter dabei. Die Seite auf SSL-Verschlüsselung umstellen und ein paar Sätze im Impressum ergänzen und das war’s. Denkste! Da muss jetzt eine riesige Litanei zum Datenschutz auf die Seite, damit die Nutzer informiert werden, was passiert, wenn sie meinen Blog lesen. (Ich bin mir nicht sicher, ob sich das jemand wirklich durchlesen wird.) Außerdem muss das Impressum angepasst werden.

Was ich besonders bedenklich finde, ist, dass man als Betreiber eine Menge Kontaktdaten angeben muss. Ich bin mir sicher, das viele Firmen und Datensammler das ausnutzen werden und ich dann nicht nur mit Spam-Mails zugemüllt werde, sondern auch mit Telefonanrufen. Leider ist man ab dem 25. Mai als Webseitenbesitzer zu diesen Angaben verpflichtet.

Ich bin ja froh, dass ich das alles nicht selbst machen muss, sondern dass dies mein Host für mich übernimmt. Da gebe ich lieber ein bisschen Geld aus und lasse einen Profi ran, bevor ich lange herum suche und dann doch den falschen Text im Impressum stehen habe.

Die zusätzlichen Seiten werden in den nächsten Tagen freigeschaltet und ich muss noch ein paar Links und Bilder tauschen, damit das mit der SSL-Verschlüsselung auch richtig klappt.

Ergo, so ein Blog macht mehr Arbeit, als man denkt.

Sonnig mit Aussicht auf Blütenstaub

Das schöne Wetter in den letzten zwei Wochen hat dazu geführt, dass die Natur aufgeblüht ist. Das ist einerseits sehr schön, andererseits ist das immense Pollenaufkommen selbst für Nichtallergiker inzwischen lästig. Straßen und Wege sind gelb, von den Feldern erheben sich gelbe Wolken. Autos und alle glatten Flächen sind mit einer sichtbaren Schicht aus Blütenstaub bedeckt. Selbst im Haus findet sich das Zeug wieder (irgendwann muss man ja mal Lüften).

Am Samstag hat mein Mann mit Staubmaske die Terrasse gekehrt und alles abgewischt. Wenige Stunden später sahen unser Glastisch und die Stühle wieder aus wie zuvor.

Als ich heute morgen mit dem Fahrrad am See entlang fuhr, tränten mir nach kurzer Zeit trotz Brille die Augen, weil der Pollen einfach überall eindringt. Ich bin (Gott sei Dank!) gegen kein Kraut allergisch, aber das war selbst mir zu viel.

Durch die anhaltende Trockenheit, wäscht es den Pollen nicht aus der Luft. Wenn also der Wind geht, ist das fast schon wie ein Sandsturm. Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen ein paar Regentropfen fallen, damit das mit dem Blütenstaub ein Ende hat. Nicht nur die Allergiker werden dankbar sein, auch die Autofahrer, die in den letzten Tagen vergeblich in die Waschanlage gefahren sind.

Der Mac ist weg

»Weißt du, dass wir denen gerade fast unser ganzes Leben dagelassen haben«, sagte ich zu meinem Mann als wir wieder ins Auto stiegen – ohne unseren Computer.

Das war vielleicht ein wenig übertrieben, aber irgendwie fühle ich mich komisch. Wenn ich zum Schreibtisch schaue, dann ist der leer. Es fehlt die vertraute Silhouette unseres iMacs.

Dabei wollte ich heute morgen nur ein Update vom Safari-Browser machen … Das dauerte zunächst ewig, um schließlich in einer Fehlermeldung zu gipfeln. Ich dachte mir nichts dabei und wollte den Browser wie gewohnt starten, doch das ging nicht. Das vertraute »Hüpfen« des Icons blieb aus und es tat sich auch so nichts weiter.

Meine Versuche einen anderen Browser zu installieren, schlugen fehl, weil ich im App-Store keinen fand. Und ohne Browser hilft auch die schnellste Internetverbindung nichts. Als nächstes versuchte ich den Computer neu zu starten. Der Bildschirm wurde dunkel, der Mauszeiger blieb, aber mehr passierte nicht. Nach zehn Minuten betätigte ich den Ausschalter. Harter Neustart also.

Der Computer fuhr wieder hoch, öffnete auch alle Fenster, aber der Safari-Browser ging immer noch nicht. Also kümmerte ich mich erstmal um meine Worddateien, als der Bildschirm plötzlich komplett einfror. Das hatte er letzte Woche schon mal gemacht und auch am Montag. Auch da hatte nur ein harter Neustart geholfen. Den brauchte ich heute nicht, denn nach wenigen Augenblicken startete der Mac von selbst neu.

Seit 2012 läuft der iMac ohne Probleme. Heute mussten wir ihn nun zum Service schaffen. Zum Glück gibt es in Traunstein einen Händler mit Reparaturwerkstatt der auf Apple Produkte eingerichtet sind. Der Typ, der sich um unseren Computer kümmern will, sah schon ziemlich Klischeehaft aus: Über fünfzig, lange verfilzte Haare und unrasiert. Wenn jemand Ahnung hat von Computern dann dieser Kerl.

Jedenfalls musste wir unser bestes Stück dort lassen. Ich hoffe, dass er bald wieder auf seinem vertrauten Platz steht. Ist schon komisch, wie sehr man sich an so ein Ding gewöhnt. Zum Glück sind wir ausreichend mit iPads und iPhones ausgestattet, damit wir nicht vollständig von der virtuell Welt abgeschnitten sind. Aber so eine Zwangspause ist vielleicht gar nicht schlecht.

Klima außer Kontrolle

Wenn man die letzten Tage an den Kalender geblickt hat, musste man schon genau hinsehen, dass wir erst Ende April haben und nicht bereits Ende Juni. 29 Grad im Schatten und seit Tagen nur Sonne und blauer Himmel, das kann nicht normal sein. Vor drei Wochen waren noch Minusgrade und jetzt ist Hochsommer. Noch nie habe ich so früh im Jahr Sonnencreme aufgetragen und bin in Sommerklamotten unterwegs gewesen.

Die Natur ist innerhalb von Tagen von Null auf Hundert gefahren. Im Garten meiner Schwiegereltern blühen neben der Forsythie bereits Kirschbaum und Flieder. Heute haben wir auf dem Weg nach Herrsching sogar schon blühenden Akazien und Kastanienbäume gesehen. Dabei sind die Insekten noch gar nicht so weit, um das alles zu betäuben. Unglaublich. Dabei ist es extrem trocken, weil es seit Wochen nicht richtig geregnet hat. Gut ist diese frühe Hitze bestimmt nicht.

Ich kann mich an Jahre aus meiner Kindheit erinnern, als es nicht mal Birkengrün für die Maidemo gab, und zu meinem Geburtstag Ende Mai noch die Tulpen blühten. Jedes Jahr bekam ich von der Nachbarin einen Strauß Flieder geschenkt. Im vergangenen Jahrzehnt war er zu diesem Zeitpunkt fast immer verblüht. Am besten erinnere ich mich an meinen ersten Winter in Ilmenau. 1995/96 lag von Anfang November bis Ende April ununterbrochen Schnee. Abends freute man sich noch, dass er wegtaut war. Aber, wenn man morgens die Vorhänge aufgezogen hat, war es draußen wieder weiß. Das war ähnlich frustrierend, wie die Sommerhitze, unter der wir jetzt leiden. Für pollengeplagte Menschen muss solches Wetter im Frühjahr die Hölle sein.

2007 war es im April auch schon mal so heiß. Da saßen wir beim Trekdinner draußen im Biergarten. Auch damals hat es den ganzen April nicht geregnet, erst der Mai brachte ein bisschen Feuchtigkeit. Ich hoffe nur, dass es jetzt nicht wieder (wie im vergangenen Jahr) so kalt wird, dass dann alles erfriert. Denn das wäre verheerend.

Machen wir uns nichts vor. Das Klima hat sich in den letzten 30 Jahren definitiv verändert. Der Herbst ist länger geworden, dafür haben wir kaum noch Frühjahr, weil der Winter meistens sofort in den Sommer übergeht. Ich fürchte, dass wir uns daran gewöhnen müssen, und das Extreme wie im April 2018 immer häufiger auftreten werden.

Terrassengärtnerei

Babychili

Ich habe eigentlich keinen »grünen Daumen«. Im Gegenteil, früher sind mir sogar Kakteen eingegangen, weil ich vergessen habe, sie zu gießen. Dass meine Mini-Orchideen im Fenster so gut gedeihen, liegt einzig und allein an der hohen Luftfeuchtigkeit in unserer Wohnung.

Anfang Februar entdeckte ich im Wartezimmer meiner Hausärztin in einer Gartenzeitschrift eine Methode, wie man aus Sämlingen Pflanzen zieht. Das musste ich gleich mal mit den Mini-Chilis ausprobieren. Der Stock war uns vor zwei Jahren im Winter eingegangen, nachdem er uns den ganzen Sommer über mit vielen scharfen Schoten beliefert hatte. Ich packte also ein paar der Samen in eine Petrischale und siehe da, es wuchsen kleine Pflänzchen. In dieser Woche wurde es nun Zeit sie zu pikieren. Das habe ich heute Nachmittag gemacht, während mein Mann sich um die groben Arbeiten gekümmert hat.

Engerlinge

Beim Vorbereiten der Pflanztröge für die Kartoffeln, stieß er dann auf das übliche Problem, was wir jedes Jahr haben. Engerlinge! Irgendwie scheint unserer Terrasse der ideale Brutort für Maikäfer zu sein. Leider ernähren sich die Larven von kleinen Wurzeln, weshalb uns vor drei Jahren der Weinstock eingegangen ist. Jedes Jahr im Frühjahr graben wir Dutzende weiße Larven aus der Erde und verfüttern sie anschließend an die Forellen im Bach, der nicht weit von unserem Haus vorbeifließt.

Wie man sieht, waren es heute besonders viele und besonders große Exemplare. Die Forellen zeigten sich auch dementsprechend überfordert, weil die meisten noch klein sind. Da kamen nur die größeren Kaliber in den Genuss des Lebendfutters.

Der forcierte Zerfall einer Gemeinschaft

Ich möchte heute eine kleine Geschichte erzählen, die sich möglicherweise genauso zugetragen haben könnte.

Es war einmal ein Planet mit vielen Bewohnern. Manche der Bewohner waren überaus intelligent, andere … nun ja … man weiß es nicht genau.

Vor vielen Jahren hatten sich auf dieser Welt zwei Großmächte verbündet, um einen Krieg gegen die Fraktion einer kleineren Macht zu führen, die damals noch keine war. Als der Krieg beendet war, zerfiel der kurzeitige Zusammenschluss der beiden Großen, und sie begannen damit, einen Krieg ohne Waffen gegeneinander zu führen. Die vielen Fraktionen auf dem Territorium zwischen den beiden großen Mächten vereinten sich indes zu einem Bündnis und formten eine dritte, kleinere Macht. Diese wuchs mit der Zeit und wurde immer größer und stärker. Grenzen fielen und alle Fraktionen der Gemeinschaft lebten solidarisch zusammen.

Das war den beiden Großmächten ein Dorn im Auge. Denn die kleinere Macht tat sich an, ihnen den Rang abzulaufen und sie an wirtschaftlicher und politischer Stärke auf dem ganzen Planeten zu übertrumpfen. Es galt also etwas zu unternehmen, um diese Macht zu schwächen. Weil das aber nicht offiziell und auf kriegerischem Weg ging, dachten sich die Hintermänner der Großmächte einen perfiden Plan aus, um die Gemeinschaft der Fraktionen auseinanderfallen zu lassen. Sie nutzten die Tatsache aus, dass das Bündnis sehr liberal und vor allem sehr solidarisch war.

Erst schürten sie Unruhen in den Grenzländern des Bündnisses. Diese gehörten zwar nicht dazu, standen aber an der Schwelle zur Mitgliedschaft. Die eine Großmacht annektierte sogar einen Teil eines solchen Landes, weil sie wusste, dass das Bündnis sich für den Mitgliedskandidaten einsetzen würde. Beide Großmächte verfügten außerdem Embargos und Handelsabkommen, welche das Bündnis schwächen sollten. Doch das alles funktionierte nicht so richtig.

Somit griffen sie zu drastischeren Mitteln und führten einen Stellvertreterkrieg in einem Land ihrer Wahl, das weit genug weg von ihnen lag, aber nah genug, damit eventuelle Kriegsflüchtlinge in das Territorium der Gemeinschaft fliehen konnten. Sie versorgten einfach zwei verfeindeten Parteien mit Waffen und sahen zu, wie diese das Land in Schutt und Asche legten. Wie erwartet flüchteten die Bewohner zunächst in die Nachbarländer. Als der Konflikt aber nicht endete, weil die beiden Großmächte weiterhin mit ihren Waffenlieferungen das Feuer schürten, wanderten die Flüchtigen weiter. Sie wurden mit offenen Armen vom Bündnis empfangen, was aber dazu führte, dass Menschen aus anderen Ländern das sahen und verständlicherweise nun ebenfalls dorthin wollten. Die Schwämme an Flüchtlingen führte tatsächlich zu Streitereien innerhalb der Gemeinschaft. Keiner wollte die vielen Menschen aufnehmen, es wurde gestritten und gefeilscht und die einstigen Grenzen wieder abgeschottet und verteidigt, damit ja keine ungebetenen Gäste mehr herein kamen. Die Lage beruhigte sich etwas, schwelte aber unter der Oberfläche weiter.

Die beiden Großmächte dachten sich daraufhin neue Aktionen aus, um das Bündnis in die Knie zu zwingen. Das Mittel ihrer Wahl war die Manipulation von Daten und Menschen über das weltweite Datennetz. Nutzer wurden getäuscht und Wahlen manipuliert. So kam es, dass die erste Fraktion nach einer beeinflussten Abstimmung aus dem Bündnis austrat. Doch statt die Verbliebenen nun gemeinsam an einem Strang zogen, zerstritten sie sich noch mehr. Politisch hetzte einer gegen den anderen, Misstrauen wurde gesät und Vorurteile gepflegt, die längst überwunden schienen. Damit verschob sich das Gleichgewicht von liberalen zu radikalen Ansichten. Was dazu führte, das immer mehr Populisten an die Spitze der einzelnen Fraktionen gelangten.

Der wichtigste Schachzug aber war, als eine Großmacht der anderen half, einen Präsidenten zu wählen, der so unberechenbar war, dass er die ganze Welt zuerst in Verwirrung und anschließend in einen globalen Konflikt zu stürzen drohte. Das alles geschah nur, um das Bündnis von den eigentlich wichtigen Dingen, nämlich dem Erhalt von Freiheit und wirtschaftlicher Zusammenarbeit abzulenken. Weitere Aktionen halfen dabei: vergiftete Spione, Handelskriege mit der vierten Macht, Skandale um Fahrzeuge mit unzureichenden Verbrennungsmotoren und immer wieder bewaffnete Konflikte und Terroranschläge.

Weil die Fraktionen innerhalb der Gemeinschaft unterschiedlicher Meinung waren, welcher Großmacht ihre Loyalität galt, zerstritten sie sich immer mehr. Sie ließen sich in die Konflikte hineinziehen und gingen geschwächt und mit materiellen sowie finanziellen Verlusten daraus hervor. Das Bündnis zerfiel, weil jede Fraktion glaubte, es allein besser machen zu können. Diejenigen, die dabei auf der Strecke blieben, waren die Bewohner des Planeten. Denn ihre Vision, dass alle friedlich miteinander zusammenleben könnten, starb zusammen mit dem Bündnis.

Die Gemeinschaft der Fraktionen hätte ein Zeichen für die ganze Welt setzen können, doch sie zerbrach an Misstrauen und Egoismus, weil sie die Gefahr, die von den Hintermännern der Großmächte ausging, nicht sahen oder sie ignorierten.

Der Bahnsteig der keiner mehr ist

Wir waren am Wochenende mal wieder mit der Deutschen Bahn unterwegs. Von Südostoberbayern nach Thüringen und wie schon in den vergangenen Monaten fühlt es sich an wie eine Odyssee. Dabei waren die Züge sogar einigermaßen pünktlich. Von den fünf Minuten abgesehen, die wir auf der Hinfahrt und auf der Rückfahrt später ankamen. Einmal war eine Weichenstörung und das andere Mal ein liegengebliebener Güterzug die Ursache.

Fast schon witzig war dagegen der Umstieg in Nürnberg auf der Hinfahrt. Dort wurden wir gebeten auszusteigen, weil der IC enden sollte und wir in den IC aus Karlsruhe umsteigen sollten. Der fuhr an diesem Tag aber nicht, weil der Bahnhof in Ansbach wegen einer Baustelle gesperrt war. Wir waren also gerade ausgestiegen und warteten am Bahnsteig, als die Anzeige wechselte. Sie informierte uns, dass der IC, mit dem wir gerade angekommen waren, als Ersatzzug weiter in Richtung Leipzig fahren würde. Was nichts anderes hieß, als das wir in denselben Zug wieder einsteigen durften. Da hätte man auch schon mal vorher eine Durchsage machen können. Aber wenn selbst das Zugpersonal (auf Anfrage) nicht sicher ist, wohin ihr Zug fährt …

Während wir auf der Hinfahrt Umsteigezeiten von einer halben Stunde hatten und dann auch noch quer durch die halbe Republik gefahren sind, war die Rückreise ziemlich sportlich. Am Münchner Bahnhof hatten wir nämlich nur neun Minuten, um von Gleis 19 auf Gleis 9 zu gelangen. Was an sich schon nicht so einfach zu schaffen ist, da zwischen den Bahnsteigen mehr als 500 Meter Wegstrecke liegen. In unserem Fall verkomplizierte sich das noch, weil der Bahnsteig von Gleis 11 momentan gebaut wird. Dort wo man sonst entlanggeht, klafft nun eine Baugrube auf einhundert Metern Länge. Um zu den Gleisen 5-10 zu kommen, muss man derzeit das Bahnhofsgebäude verlassen, auf dem Fußweg die Bayerstrasse entlanglaufen (sich dabei möglichst nicht von einem Radfahrer über den Haufen fahren lassen), an der Ampel vor der Paul-Heyse-Unterführung warten und anschließend die Treppen an der Unterführung wieder hochsteigen. Von da aus sind es noch 50 Meter bis man endlich am Bahnsteig angelangt ist. Wenn man also das Pech hat, im hinteren Zugteil des ICEs zu sitzen und erst den langen Weg am Zug entlang bis in die Halle laufen muss und dann wieder nach draußen, schafft man den Weg von gut einem Kilometer eigentlich nur im Dauerlauf.

Normalerweise plane ich das beim Fahrkartenkauf auch schon mit ein. Aber als ich die Fahrkarte vor einem Monat gebucht habe, stand da Gleis 11 (das ist noch in der Halle). Von den Bauarbeiten war auch in den aktuellen Daten der App nichts zu lesen. Wenn wir es also nicht schon bei der Hinfahrt gesehen und uns daraufhin auf der Rückreise gleich vorn in den ICE gesetzt hätten, hätten wir wahrscheinlich den Anschlusszug nicht geschafft.

Was dem Münchner Bahnhof fehlt, ist eine Querverbindung zwischen den Gleisen, die das Umsteigen erleichtert. Man muss diese ja nicht unterirdisch machen. Es würde eine einfache Fußgängerbrücke am Ende der Halle reichen. Auf den Umbauplänen, die derzeit in der Bahnhofsvorhalle präsentiert werden, fehlt aber eine solche Brücke. Das heißt, selbst nach dem kostspieligen Umbau, werden die Wege in München von Zug zu Zug nicht kürzer sein. Da frage ich mich ernsthaft, ob diejenigen, die das planen, eigentlich selbst mit dem Zug fahren.