Fahnenwahnsinn

DSC06236_1024Gestern bewunderten wir die neu aufgestellten Fahnenmaste am Sepp-Daxenberger-Platz in Waging, bis mir beim näheren Hinsehen auffiel, dass sich die Maste drehten. Zunächst dachte ich, ich fantasiere, aber nein, die drehten sich tatsächlich. Mir blieb nur ein Kopfschütteln.

Wofür eine Gemeinde ihr Geld rausschmeißt, unglaublich. Ich habe mal bei besagtem Händler der Masten (der Aufkleber am Mast ist ja groß genug) nachgesehen, was der Spaß so kostet. Die beiden Fahnenmaste schlagen da mit satten 1200 Euro zu Buche (ohne Fahnen und Fundamente). Ich frage mich ernsthaft, hätten es nicht auch normale Maste getan? Und wäre das Geld nicht an anderer Stelle besser aufgehoben? Der Namensgeber des Platzes, der verstorbene Bürgermeister Sepp Daxenberger, hätte das wohl auch so gesehen. Überhaupt, wenn er wüsste, was die Waginger in den letzten 4 Jahren in der Gemeinde an Natur und Umwelt so verbrochen haben, er würde sich im Grab umdrehen.

Halloween Trekdinner

Gestern war wieder Trekdinner. Kurz vor Halloween hat es sich eingebürgert in Kostüm zu kommen, leider nehmen das in den letzten Jahren viele nicht mehr so ernst. Das finde ich schade. Wenn ich da an frühere Trekdinner denke, hatte das immer einen gewissen Zauber.
Zumindest wir versuchen beim Trekdinner stets in Uniform oder zumindest im Star Trek T-Shirt zu erscheinen. Für Halloween haben wir uns in diesem Jahr für Star Wars entschieden, auch wenn mir die „Leia-Schnecken“ gefehlt haben. :) Andere kamen als Joker oder als Mitglieder von „The Munsters“. Angesichts der vielen Teilnehmer waren es dennoch wieder viel zu wenige.
Ich habe das Gefühl, das die meisten Fans nur noch konsumieren, ohne selbst aktiv zu werden, außer in den sozialen Netzen. Scheinbar findet das Leben heutzutage für viele nur noch dort statt. Eine bedenkliche Entwicklung wie ich finde, die unsere Kreativität untergräbt oder besser gesagt begräbt.

Fotos vom Trekdinner gibt’s auf Sandras Blog.

Maximum Warp – Unterhaltsam und vielschichtig

MaxWarpSeit dem der CrossCult Verlag die Herausgabe der Star Trek Romane in Deutschland übernommen hat, sind schon wieder einige Jahre ins Land gegangen. Inzwischen sind ca. 70 Romane bei CrossCult erschienen.
Maximum Warp ist jedoch nicht als Nachschlagewerk aller erschienenen Bücher gedacht, da einige zwar erwähnt, aber nicht alle auch ausführlich beschrieben werden. Vielmehr versucht der Herausgeber mit dem Sachbuch einen kurzen Überblick über die Romane in der Zeit nach dem letzten Kinoabenteuer von Picard und Co zu geben und dabei Licht ins Dunkel der Weiterentwicklung von Star Trek in Buchform zu bringen. Ohne dabei zu viel über deren Inhalt zu verraten. Was gar keine so leichte Aufgabe ist, denn wir sprechen immerhin von drei Serien die fortgeführt und drei Neue die gestartet wurden und die alle ein einheitliches Universum abbilden.
Doch das ist bei weitem nicht alles, was dieses Buch dem Leser bietet. Einfühlsam wird versucht Ereignisse und Besonderheiten der Charaktere in einer sozialphilosophischen Sicht zu schildern, die vielleicht nicht jedem liegen wird, mir aber durchaus gefallen hat. Gemischt mit Interviews, Erläuterungen zu einzelnen Aspekten der jeweiligen Serie und ihrer Entstehungsprozesse sowie kurzen Inhaltsangaben entsteht so ein kurzweiliges Mosaik an Informationen.
Auch wenn der eine oder andere Artikel bereits irgendwo erschienen ist, werden sowohl eingefleischte Kenner, als auch unbelesene Neulinge gut unterhalten. Hin und wieder hätte man ein paar Wiederholungen kürzen können, aber das tut dem Lesefluss keinen Abbruch. Dabei gelingt es auch Leser, die die einzelnen Reihen noch nicht kennen, neugierig zu machen, ohne dabei zu viel zu verraten. So kann man sich schon im Voraus entscheiden, was gefällt und was nicht.
Die Timeline am Ende hätte ich mir ausführlicher und für alle angesprochenen Serien gewünscht. Aber das soll kein Grund zur Kritik sein.

Mich persönlich haben die Interviews mit den Star Trek Autoren am meisten angesprochen. Es ist schön zu erfahren, was für ein Mensch dahinter steckt und wie er zum Autor geworden ist.

Fazit: Empfehlenswert sowohl für Neueinsteiger als auch für Altleser. Einzige Einschränkung: Star Trek Fan sollte man schon sein.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass Autor Christian Humberg auf der diesjährigen FedCon „Maximum Warp“ gratis abgegeben hat, sofern man seine Bücher „Geek, Pray, Love“ und „Sorge dich nicht, Beame“ gekauft hat. Ob Herausgeber Julian Wangler das wusste? Nun ich kenne Julian ganz gut, aber ich habe es ihm dennoch nicht verraten. :)

S-Bahn Lotto die Zweite

Hier einige Tipps, wie man dennoch im S-Bahn Lotto gewinnen kann:

1.  Niemals  den Anzeigen am Bahnhof vertrauen, die sind grundsätzlich falsch. Einfach auf den eigenen Instinkt verlassen, da liegt man zu 50% richtig.
2. Die Fahrplan-Reihenfolge der S-Bahnen auswendig lernen. Denn so weit es möglich ist, werden die Züge in genau dieser Reihenfolge abgefertigt, egal ob eine früher oder später kommt. (Klappt leider auch nicht immer!)
3. Auf dem Bahnsteig stehen kleine Häuschen in denen sich der Bahnhofsschaffner befindet. Dieser steht immer auf der Seite, auf der auch der nächste Zug abfährt. (Das funktioniert leider nur bei Gleis 1 und 2.)
4. Man wählt eine alternative Verbindung, fährt bis zum Hauptbahnhof durch und läuft dann kilometerweit bis zur nächsten U-Bahn Station.
5. (Achtung Sarkasmus!) Am Besten man sucht sich einfach einen Job in der Nähe, wo man mit dem Fahrrad hinfahren kann.

Stories und mehr

Es ist an der Zeit an dieser Stelle etwas Werbung für die Perry-Rhodan-Fan-Zentrale e. V. (kurz PRFZ) zu machen.

Bisher war ich ja eher im Star Trek Universum aktiv, leider entwickelt sich das momentan in eine Richtung, die mir nicht so gefallen will. Und da ich schon als 16-18 jährige gern Perry Rhodan gelesen habe, bin ich jetzt quasi wieder nach Hause zurückgekehrt.
Den diversen Star Trek Fanclubs habe ich in den vergangenen Jahren aus unterschiedlichsten Gründe den Rücken gekehrt. Der OSTFC wurde mir zu kommerziell und das Star-Trek-Forum hat sich leider wie so viele kleine Clubs Ende der Zweitausender aufgelöst.
Seit Mitte des Jahres bin ich nun Mitglied der PRFZ, wo ich sehr freundlich aufgenommen wurde. Weil die PRFZ auch Nachwuchsautoren eine Chance gibt, ihre Werke einem größeren Publikum zu präsentieren, war die PRFZ meine erste Wahl.
Neben der aktuellen Ausgabe der SOL, bekam ich als Begrüßungsgeschenk noch einen Storyband, über den ich mich wirklich gefreut habe. Dort sind neun sehr schöne Geschichten drin, von Autoren, die inzwischen zu den Perry Rhodan Stammautoren gehören. Auch die Illustrationen und das Farbcover gefallen mir sehr gut und erinnern mich etwas wehmütig an die Starbase Ausgaben des Star Trek Forums. Eine Geschichte hat mir besonders gut gefallen und zwar die von Rüdiger Schäfer. Weil es genau die Art von Geschichte ist, die ich wahrscheinlich selbst geschrieben hätte. Außerdem kommt mir sein Erzählstil sehr entgegen. Ich möchte fast sagen, das er, obwohl er erst sehr wenige PR-Romane verfasst hat, inzwischen zu meinen Lieblingsautoren zählt. Aber dazu mehr, wenn ich die Stardust-Reihe rezensiere.

Inzwischen habe ich noch weitere Romane aus dem Shop der PRFZ bestellt, einen davon habe ich HIER bereits besprochen. Weitere werden sicher folgen.

Kurzum ich finde es schön, dass es in unserer Konsumgesteuerten Welt noch solche von Fans organisierten Clubs gibt, dass es Menschen gibt, die ihre Freizeit für ihr Hobby und das anderer opfern. Leider werden es immer weniger.

S-Bahn Lotto

Heute habe ich mal wieder im S-Bahn Lotto verloren. Was das ist und wie das geht? Ganz einfach:

Man setze sich am frühen Morgen in einen Regionalzug, der den Münchner Ostbahnhof anfährt. Dort angekommen, möchte man bevorzugt die erste S-Bahn nehmen, die zum Marienplatz fährt. Es gibt drei Gleise, von denen S-Bahnen in Richtung Innenstadt fahren. Und egal was in der Anzeige am Bahnsteig steht, man erwischt immer den Zug, der zuletzt abfährt.

Beispiel: Man sieht schon beim Aussteigen eine S-Bahn auf Gleis 3. Hier ist Vorsicht geboten, von Gleis 3 fahren seltener Züge Richtung Innenstadt. Wenn man Pech hat, ist die S-Bahn gerade erst eingesetzt worden und fährt erst in 10 Minuten ab.
Auf dem Display in der Unterführung, steht: „Nächster Zug Richtung Innenstadt auf Gleis 1“. Auch auf diesen Hinweis ist kein Verlass. Denn wenn man sich dann endlich durch die Massen auf der Rolltreppe bis zum Bahnsteig durchgekämpft hat, sieht man aus den Augenwinkeln die S-Bahn auf Gleis 3 losfahren, die man ohne weiteres und ohne blaue Flecke bekommen hätte.
Man betritt also die S-Bahn auf Gleis 1 in der Hoffnung, das diese als nächste losfährt, was in etwa 3-5 Minuten der Fall sein sollte. Zwischenzeitlich fährt aber auf Gleis 2 eine weitere S-Bahn ein. Ganz im Vertrauen auf die Anzeige am Bahnsteig, in der die Abfahrtszeit unserer S-Bahn inzwischen auf 1 min gesunken ist, bleibt man seelenruhig sitzen, nur um dann um so heftiger aufzuspringen, wenn man beobachtet, wie die gerade eingefahrene S-Bahn von Gleis 2 nach kurzem Stop in Richtung Innenstadt weiterfährt.
Jetzt heißt es, die geballten Fäuste lösen, tief durchatmen und sich wieder hinsetzten. In spätestens 3-5 Minuten geht’s dann wirklich los und man hat nur 6-10 Minuten verloren.

Vorausgesetzt es tritt nicht irgendein Katastrophenfall ein, der die Stammstrecke für die nächsten Stunden lahmlegt. Dann wird man wieder aussteigen und sich mit hunderten anderen Menschen im Berufsverkehr mit der U-Bahn U5 zum Odeonsplatz durchkämpfen müssen. Wo man mit Sicherheit 5-10 Minuten auf die nächste U6 wartet und dann beim Aussteigen den Anschlussbus nur noch von hinten sieht. In 10 Minuten fährt vielleicht der nächste. Am Ende kommt man eine halbe Stunde zu spät zur Arbeit und das nur, weil es der DB nicht möglich ist, am Ostbahnhof konkret anzuzeigen, welche S-Bahn von welchem Gleis denn nun als erste losfährt.

Grüße aus den Achtzigern

Unser gestriger Filmabend fand mal wieder auf Arte statt. Die senden neben aktuellen Serienhinguckern wie „Real Humans“ ab und an auch Highlights der Filmgeschichte.

So zum Beispiel „Fame – Der Weg zum Ruhm“, ein Werk aus den frühen Achtzigern, den ich selbst noch aus dem Kino kenne. (Ja, dieser Film hat es sogar in die Kinos der DDR geschafft. Jahre später zwar, aber immerhin.) In der ARD lief zu jener Zeit auch die gleichnamige Serie. Ist schon komisch, das ich mich auch nach drei Jahrzehnten noch an die Namen der Hauptfiguren erinnern konnte. Überhaupt spülte der Film einer Menge positiver Erinnerungen an diese Zeit hervor. Zum Beispiel das unbesorgte Gefühl, auf eine hoffnungsvolle Zukunft, obwohl die damals wohl genauso unvorhersehbar war wie heute. Es muss wohl am Alter gelegen haben, das man sich weniger Gedanken gemacht hat.

Ende der Woche läuft wieder so ein Streifen, der mich in meine Jugendzeit zurückführt, dann jedoch auf Tele 5. „La Boum – Die Fete“ – Filme wie dieser haben eine ganze Generation von Teenies geprägt, mich eingeschlossen. In Ermangelung eines Videorekorders, habe ich damals, wie wahrscheinlich viele andere auch, den Film mit Mikrofon und Kassettenrekorder mitgeschnitten. (Sehr zum Leidwesen meiner genervten Eltern, die dann nämlich weder Zeitung lesen, noch sprechen durften.) Die Kassetten liefen dann in Endlosschleife während der Hausaufgaben. Und so kommt es, das ich die Dialoge heute noch fehlerfrei mitsprechen kann.

Trotz aller positiver Euphorie machen einen die Erinnerungen doch etwas wehmütig, nämlich dann, wenn man erkennen muss, wie lange das alles schon her ist. Seufz!

Herbstmorgen am See

Es ist ein früher Vormittag im Oktober. Die Seeufer schälen sich langsam aus dem aufsteigenden Nebel. Boote mit Anglern treiben gemächlich durch die trübe Suppe, die noch keinen Unterschied zwischen Wasser und Himmel erkennen lässt.
Kies knirscht leise unter meinen Sohlen, gefallene Blätter rascheln. Über allem liegt kalte schwere Luft, mit dem typisch erdigen Aroma der Jahreszeit.
Die Färbung des Laubs ist noch nicht weit fortgeschritten, noch immer winken grüne Blätter von den Buchen am Ufer. Schon in wenigen Tagen werden sie als rotbrauner Teppich den Boden bedecken.
Es ist ruhig, die Sommertouristen sind fort, nur vereinzelt schlendern Spaziergänger über die kleine Strandpromenade. Der See gehört nun wieder den Blesshühnern und Enten. Ein einzelnes Pärchen Haubentaucher zieht seine Spur über die silbern glitzernde Wasseroberfläche, bis sie mit einem leisen Plob abtauchen und nur konzentrische Kreise zurücklassen.
Langsam erobert sich die bleiche Sonne einen Weg durch den Nebel. In der Ferne werden die Gipfel des Totengebirges sichtbar. Die markante Spitze des Schafbergs sticht in den blassblauen von Kondensstreifen genarbten Himmel.
Über dem linken Ufer steigen zwei Heißluftballons in die Luft, wie winzige Tropfen hängen sie schwerelos in der morgendlichen Weite, wirken fremd und unwirklich.
Rechts, hinter den Moränenhügeln recken sich die Chiemgauer Alpen aus dem Dunst.

Es verspricht ein sonniger Tag zu werden.

Und hier das Bild zum Text. Aufgenommen heute morgen gegen 10 Uhr am Waginger See.:

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Lieblingsbücher

Im Blog-Profil eines Freundes entdeckte ich letztens, die Auflistung seiner Lieblingsbücher. Nun denke ich seit ein paar Tagen darüber nach, welches eigentlich meine Lieblingsbücher sind. Ich kann mich irgendwie nicht genau festlegen, weil mir jedes Buch, das ich gerade lese, am Herzen liegt. Ich kann nur sagen, welche Autoren mich bis heute begleitet haben.

Angefangen hat alles mit Wilhelm Busch. Ich war und bin noch heute von seinen Zeichnungen fasziniert. Meine Oma hat mir damals immer die Geschichten vorgelesen, so oft, dass ich sie bald auswendig konnte und meine Umgebung mit meinen „Lesekünsten“ verblüffte. :) Da war ich 5.

Später in der Schule mit 9 bis 12 Jahren las ich Karl May. Anfangs war ich irritiert, dass der Inhalt der Romane nichts mit den bekannten Filmen gemein hatte. Dennoch packten die Romane mich so sehr, dass ich alles las, was die Bibliothek über Karl May hergab. Meist musste man mir die Bücher wegnehmen, damit ich mich an den Tisch gesetzt habe, um etwas zu essen. Heute kann ich dem Stil von Karl May nur noch sehr wenig abgewinnen.

Durch den Film „Die Römerin“ mit Gina Lollobrigida kam ich mit 13 schließlich zu Alberto Moravia, von dem ich beinahe alles gelesen habe, was es zu jener Zeit gab. Durch ihn entdeckte ich auch mein Faible für erotische Literatur. Starke Frauenfiguren waren sein Markenzeichen und er verstand es sehr gut sie zu charakterisieren.

Nebenher las ich vor allem Perry Rhodan und Star Trek, bis ich mit Anfang 20 Ken Follett für mich entdeckte. Ich mag seine gut recherchierten Romane, egal ob sie in der Gegenwart oder der Vergangenheit spielen. Einer meiner Lieblingsromane von ihm ist: „Die Kinder von Eden“ über eine Hippie-Kommune in Kalifornien.

Irgendwann schenkte mir eine Freundin zum Geburtstag einen Katzenkrimi von Rita Mae Brown und seitdem habe ich keines ihrer Bücher verpasst. Ich gebe zu, nicht alle ihre Romane sind gut, aber die meisten haben mich hervorragend unterhalten.

Natürlich habe ich dazwischen auch immer wieder Romane anderer Autoren gelesen, meist inspiriert durch die Leseproben in der Bahnmobil. Andreas Eschbach („Solarstation“), Marc Elsberg („Blackout“) und Jan Weiler („Maria ihm schmeckts nicht“, „Antonio im Wunderland“) gehören ebenso dazu, wie die Sachbücher von Bastian Sick („Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“), den ich auf Grund seines Fachwissens über die deutsche Sprache sehr verehre.

Überhaupt lese ich sehr viel Fachliteratur vor allem im Bereich Astronomie und Physik. Ich verdanke es meinem naturwissenschaftlichen Studium, das mir die Tür dazu geöffnet hat. Auch hier habe ich einen Lieblingsautor: James B. Kaler, dessen Buch „Sterne und ihre Spektren“ zu meinen absoluten Favoriten zählt.

Durch das Schreibseminar in Wolfenbüttel habe ich nun von George Simenon erfahren, der vor allem durch seine Maigret Romane bekannt wurde. Ich habe ein paar seiner Nicht-Maigrets bestellt, die ich in der nächsten Zeit lesen werde. Ich werde an dieser Stelle darüber berichten, wie sie mir gefallen haben.

Die Welt ohne uns

welt_ohne_uns_bigEs gibt ein paar Bücher die mich nachhaltig beeinflusst haben. Ganz oben auf dieser Liste steht: „Die Welt ohne uns“ von Alan Weisman. Es ist zwar schon ein paar Jahre her, das ich es gelesen habe, aber vieles davon ist tief in mir hängen geblieben.

Alan Weisman ist Wissenschaftsjournalist und beantwortet in diesem Sachbuch Fragen wie: Was würde passieren, wenn die Mensch plötzlich von der Erde verschwinden? Wie schnell erobert die Natur alles zurück und welche Spuren unserer Zivilisation werden bleiben?
Dabei widmet er sich in 19 Kapiteln vielen Themen, die jeden Zweig der Wissenschaft, von Biologie, Chemie, Physik über Geologie bis hin zu Geschichte und Sozialwissenschaften anreißen. Allein die Fülle an interdisziplinären Informationen macht das Buch zu etwas besonderem. Weisman hat sehr gut recherchiert und bringt die fundierten Kenntnisse mit einfachen Worten an den Leser. Er verbindet geschickt Geschichte und Gegenwart, um zu beschreiben, was wäre, wenn es die Menschen plötzlich nicht mehr gäbe. Manchmal holt er sehr weit aus und legt gnadenlos dar, was wir mit unserer Erde bereits angestellt haben und noch anstellen. Ob es unser Umgang mit radioaktivem Abfall ist, unsere Gier nach Öl oder auch nur die Verwendung von Polymeren in Peelings, die das Plankton im Meer bedrohen, umfassender habe ich nie zuvor über den zerstörerischen Einfluss des Menschen gelesen. Dabei bleibt Weisman stets objektiv. Er berichtet nur, er wertet nicht. Das überlässt er allein dem Leser. Am Ende des Buches kommt man beinahe zu dem Schluss, dass die Erde ohne uns Menschen weitaus besser dran wäre.

Ich bin ja der Meinung, das dieses Buch zur Standardliteratur in Schulen gehören sollte. Weil es darüber aufklärt, was wir falsch machen (und falsch gemacht haben) und wie wir Dinge positiv verändern können. So gesehen ist es nicht nur eine Dokumentation darüber, wie die Welt ohne uns aussehen würde, sondern vielmehr ein Leitfaden darüber, was wir dafür tun können, damit auch noch die nächsten Generationen auf unserer Welt leben können.